Das Kreuz mit dem Kreuz

Nachdem die Richter des EGMR zu Kreuze gekrochen sind und ihr Urteil in Sachen Schulkreuze danach ausgerichtet hatten, nur ja nicht noch einmal einen europaweiten christlichen Wirbel auszulösen, ist es nun offenbar Sache der einzelnen Staaten, diesbezügliche Entscheidungen zu treffen.
In Österreich hängen beispielsweise in ÖVP-Bundesländern Kreuze in Kindergärten, in SPÖ-Ländern eher nicht. In den Schulen hat die katholische Kirche bundesweit Anspruch auf ihr Macht- und Herrschaftszeichen. In anderen Ländern ist es anders. In den USA etwa sind Schulkreuze, Religionsunterricht, Schulgebete untersagt, ebenso in Frankreich. In der Schweiz ist es Sache der Kantone, ob Schulkreuze hängen, hier gab es jüngst eine interessante Entscheidung: Im Kanton Wallis wollte die Schweizer Volkspartei den Kreuzzwang einführen und scheiterte im Kantonsrat mit 86 zu 18 Stimmen, sogar die CVP war dagegen und meinte, die Zeit der Inquisition sei vorbei. Eine Entscheidung, die für Österreich undenkbar ist, weil hier kriechen nicht nur ÖVP und FPÖ auf der christlichen Schleimspur, sondern wenn's drauf ankommt, dann tut's auch die SPÖ.

Dabei besteht gar kein Grund dafür, die Leute sind in Österreich längst nicht mehr auf das Christentum und sein Herrschaftszeichen
fixiert, wie eine Umfrage jüngst bestätigte. Demnach assoziiert nur mehr 1% der Befragten das Kreuz spontan mit der katholischen Kirche. Das Kreuz traditionell kein Heilszeichen, sondern was Unangenehmes: "Es ist ein Kreuz !" Und wenn man unterdrückt wird, wenn der Wille gebrochen wird, dann muss man "zu Kreuze kriechen".

In der oben erwähnten Umfrage äußerten sich die Befragten kritisch zu den Kirchenprivilegien (Steuerbefreiungen, staatliche Subventionen und Vergünstigungen auf Basis des Konkordats): 50% der Befragten sprachen sich für deren Abschaffung aus, darunter auch 44% der Katholiken, die Bereitschaft zum Kirchenaustritt hält an, 1,5 Millionen Katholiken überlegen Austritt. Das wird allerdings noch dauern, im Zusammenhang mit dem deutlicher werdenden katholischen Sterbeüberschuss kann allerdings gerechnet werden, dass die katholische Kirche in etlichen Jahren unter die 50-Prozent-Grenze fallen wird, ihre Macht- und Herrschaftszeichen sind dann noch weniger angebracht!

Für die Trennung von Staat und Religion!
Weg mit den Kirchenprivilegien!
Weg mit den Kreuzen aus dem staatlichen Bereich!