Deutscher Rechtsextremist auf kath.net

In der ORF-TV-Sendung "Oberösterreich heute" vom 6. 10. 2011 wurde darüber berichtet, dass der in Linz ansässige Nachrichtendienst kath.net Beiträge eines deutschen Rechtsextremisten, eines ehemlaigen Politikers der Republikaner namens Marcus Bauer, veröffentlichte.


Hier der Bericht als mp3:

(zum Abspielen der mp3 wird Quick-Time-Plug-In oder Ähnliches benötigt)

Kath.net hat auf das Medienecho tatsächlich rasch reagiert und sämtliche Eintragungen des "Marcus Bauer" gelöscht. Die Site ist nicht unmittelbar politisch rechtsextrem, sondern extrem papsttreu und in etwa auf der Linie von Beinahebischof Wagner, vom Kopfinger Pfarrer Skoblicki und vom Salzburger Weihbischof Laun, der dort regelmäßig seine Kommentare veröffentlicht.
So schaut eine Seite von Marcus Bauer jetzt aus:


kath.net gab dazu folgende Stellungnahme ab:


Teile der Texte von Marcus Bauer konnten im Google-Cache noch eingesehen werden, man kann daraus ableiten, dass er innerkatholisch völlig auf der römisch Linie steht, also sich sozusagen vom nationalen Rechtsextremisten zum eifrigen Vormodernisten umgebildet hat. "Aufgeflogen" ist er jedoch jetzt durch seine Haltung zum Islam, wo er als christlicher Antiislamist zu agitieren versuchte (und dabei natürlich auch berechtigte Elemente der Kritik an der islamischen Ideologie verwendete).

Hier drei signifikante Text-Clips:
M. Bauer fordert: hinaus mit den Kritikern


M. Bauer fordert: Keine katholischen Reformdiskussionen


M. Bauer liebt das Christentum und verabscheut den Islam


Kreuz.net, die Site, die noch weitaus extremer katholisch und vormodernistisch ist als kath.net, schäumt über die rasche Reaktion bei kath.net:
Hier der Anfang und das Ende der kreuz.net-Stellungnahme:




Man muss anmerken:
Am rechten Rand bilden sich Allianzen.
So sind etwa die "Piusbrüder" nicht nur extrem konservative vormodernistische Katholiken, sondern stehen auch dem politischen Extremismus nicht fern (Holocaustleugner Pius-Bischof Willamson, siehe Info Nr. 523). Papst Ratzinger wiederum bemüht sich um die Versöhnung mit den Piusbrüdern, er hat die allgemeine Wiederverwendung der alten, vorkonziliaren lateinischen Messe erlaubt, die Exkommunikation der Piusbrüder aufgehoben und bemüht sich nun um ihre Wiedereingliederung in die r.k. Kirche (siehe Info Nr. 590). In Österreich zog 2009 die Strache-FPÖ zur Unterfütterung ihrer Anti-Ausländer-Ideologie mit dem Slogan "Abendland in Christenhand" in den Wahlkampf, Parteichef Strache ließ sich dazu sogar nachträglich firmen und machte auf streng katholisch, was im Lager der Deutschnationalen früher ziemlich unüblich war. In Norwegen berief sich der Attentäter Breivik auf die christliche Kultur (siehe Infos Nr. 544 und Nr. 545), er fügte mit seinen Massenmorden der säkularen, linken Islamkritik ebenso Schaden zu, wie andere christlich-abendländische Islamkritiker. Linke Islamkritiker müssen ständig betonen, dass ihre Islamkritik keine xenophobe oder religiöse ist, sondern eine politisch-ideologische! Im Fall Marcus Bauer & kath.net muss das leider auch wieder festgehalten werden. Weil der Strache, der Marcus Bauer & Co den Islam nicht mögen, deswegen entsteht kein Islam-Liebesgebot für Leute, die Strache und Konsorten nicht mögen.