Braunschlag

Am 18.9.2012 wurden vom ORF die beiden ersten Folgen einer österreichischen Kurzserie ausgestrahlt. "Braunschlag" ist ein fiktiver Ort in Niederösterreich, der dortige Bürgermeister hat die Gemeinde heruntergewirtschaftet und braucht dringend Geld, um aus dem Schlammassel herauszukommen. Ein Rundfunkbericht über die "Marienerscheinungen" in Medjugorje gebiert die Idee, auch in Braunschlag Marienerscheinungen zu inszenieren, um dadurch den Fremdenverkehr in die Höhe zu treiben. Einem psychisch Behinderten wird eine Erscheinung vorgegaukelt und rasch wird das Wunder wahr, die "Gottesmutter" geht in Braunschlag um!

Vermutlich spielten für das Drehbuch der Serie auch Vorgänge in Bad St. Leonhard in Kärnten eine Rolle, wo ein italienischer Gaukler seit 2010 solche Erscheinungen zu inszenieren versucht und der SPÖ-Bürgermeister und ein BZÖ-Stadtrat und Kaffeehausbesitzer danach trachten, diese Trotteleien wirtschaftlich zu nutzen, die KLEINE ZEITUNG schrieb darüber am 21.4.2012: "Tourismusstadtrat Dieter Dohr (BZÖ) steht 'zu 100 Prozent' hinter der Marienerscheinung. Auch Bürgermeister Simon Maier (SPÖ) befürwortet das: 'Dadurch wird der Ort belebt und die Gemeinde bekannt.' Vom Ansturm selbst profitieren die Beherbergungsbetriebe zwar nicht, doch die Gastbetriebe ver-buchen teils ein Umsatzplus durch die Pilger." Siehe dazu Info Nr. 844.

Braunschlag und die Wirklichkeit

ORF-Ankündigung zur Thema-Sendung vom 24.9.2012: "In Braunschlag ist alles erfunden, hier ist es aber Wirklichkeit", sagt Simon Maier, Bürgermeister von Bad Sankt Leonhard im Lavanttal. Regelmäßig erscheint dort die heilige Jungfrau Maria. Das behauptet zumindest der sizilianische Seher Salvadore Caputa. Wenn er nach Bad St. Leonhard kommt, pilgern auch hunderte Gläubige in die Kärntner Gemeinde. Sie sprechen von Rosenduft, Heilung und Erleuchtung. In der ORF-Erfolgsserie "Braunschlag" wird eine Marienerscheinung fingiert, um Geld in die Gemeindekasse zu bekommen. Fast eine Million Österreicher haben den Start von "Braunschlag" gesehen. Nun hofft man im nördlichen Waldviertel, dass die Touristen tatsächlich kommen.

Man fasst es nicht.

Die Dummheit ist unendlich. In Medjugorje und Bad St. Leonhard in der Realität, in "Braunschlag" als Handlungsgrundlage für eine treffsichere Satire. Dummheit kann durchs nichts überboten werden. Dem Bürgermeister von St. Leonhard hat seine abgrundtiefe Dummheit keinen nennenswerten Vorteil für seine Gemeinde gebracht. Am 27. Oktober 2012 erwartet der italienische Gaukler Caputa seine nächste Marienerscheinung. Das wäre eine gute Gelegenheit für einen Amtspsychiater dabei den Bürgermeister zu begutachten und für ihn die Sachwalterschaft zu beantragen.

PS: Fortsetzung siehe "Neues aus Braunschlag"