Starke Beweise gegen Osterhasen

Publiziert am 20. April 2014 von Wilfried Müller auf wissenbloggt.de

Die Skeptiker verweisen auf gewisse Eigenschaften des Osterhasen, die seine Existenz fragwürdig machen: Die Existenz des Osterhasen. Aber das Publikum hat keine Probleme mit Hasen, die Eier legen, die diese Eier anmalen und in einer Kiepe herumtragen (Bild: Superbass, Wikimedia Commons).

Warum auch? Wenn es Weihnachtsmänner gibt, die Säcke schleppen mit Geschenken drin … Moment mal, Geschenke?

Wie war das noch, wenn einer kommt und sagt, Herzlichen Glückwunsch, Sie haben gewonnen! Sie kriegen was geschenkt! Das ist doch Betrug, oder? Und wie ist es mit den Lockungen von umsonst, Dreingabe, geschenkt? Da heißt es nix wie weg. Das kostet garantiert extra. Wenn man die Fahrt nach Osolemio gewinnt, muss man garantiert für die Rückfahrt dreimal zu teuer löhnen.

Und wie ist es mit den Sponsoren, sind das Wohltäter? Iwo, denen reicht bloß die normale Reklame nicht, und indem sie die Sportler zu Litfassleuten machen, können sie hintenrum das Dreifache absahnen. Wegen der Medienwirkung, denn außer der taz (siehe Pixelpause bei der taz) und einigen Standhaften (siehe Muslimischer Baseballer lehnt Bier-Logo auf seinem Shirt ab) machen alle bei dem Dreh mit.

Immerhin weiß jetzt auch der letzte Weihnachtsmann, dass es Glücksspiele nur mit Pechgarantie gibt (Auszahlungsquote 50% z.B. beim Lotto), wehalb dafür auch das Wort von der Deppensteuer Anwendung findet. Und wenn schon von der Steuer die Rede ist, dann auch von den Gestaltern, die die Steuern ausgeben.

Unsere Parteien haben sich große Verdienste um die Aufklärung erworben, jawohl, denn jetzt weiß jeder, dass Werbeversprechen sofort gebrochen werden; jede Partei hat das Brechmittel unmittelbar nach der Wahl parat.

Kurz: Werbung ist ein Massenverarschungsmittel. Und Geschenke gibt es nicht. Je umsonster sie sind, desto teurer werden sie hintenrum. Man stelle sich folgende Frohbotschaft vor:
Es ist Grummeltag! Grummetag ist Geschenketag, also kommt in den Laden und kauft Geschenke!
Wie bitte?
sagen die Leute da, Geschenke kaufen? Werden Geschenke denn nicht geschenkt?
Ja
, heißt es darauf, die schenkt Ihr Euch dann gegenseitig.
Ihr seid ja plemplem
, würden die Leute sagen.

Aber genau so funktioniert das mit Ostern unsd Weihnachten, und plemplem sind nicht die Freudenverkünder, sondern die Geschenkekäufer. Dazu machte das präsumptive Evidenz-Institut eine repräsentative Umfrage an 1,25 Personen mit folgendem Ergebnis: Wenn der Kandidat sagt: eine solide Basis ist eine gute Grundlage für ein stabiles Fundament " rennen sie schnellstens weg, denn als nächstes will er Geschenke, wenn er sagt: Das wird ohne Steuererhöhungen finanziert.

Denn er sagt ja nix vom Strompreis, auf den er draufsattelt, oder von den Quasisteuern, mit denen er das teuerste TV der Welt finanziert haben will, und von den Geschenken an Kirchen, Banken und Parteibonzen. Das Evidenz-Institut dazu: Moderne Menschenführung heißt, man zieht die Leute so schnell über den Tisch, dass sie die Reibungshitze für Nestwärme halten. Und der Rest läuft unter Nanotechnik: das Kleingedruckte überall …

Auf den Zigarettenschachteln steht das Kleingedruckte jetzt ganz groß drauf, lauter wüste Todesdrohungen. Bei den Geschenken fehlt das Kleingerduckte dafür meistens ganz, und es ist nicht mal von Risiken und Nebenwirkungen die Rede. Deshalb hier die nackte Wahrheit:
Es gibt keine Geschenke. Irgendwie kauft man die immer selbst.
Deshalb gibt es auch keine Osterhasen und keine Weihnachtsmänner. Die wollen einen bloß für dumm verkaufen.
Und was die Politiker angeht, nun ja, die gibt's, und den Rest möge sich jeder selbst überlegen … in dem Sinn Frohe Ostern!