Nr. 18 / 2014 vom 6. 5.

Kurzmeldungen aus dem religiösen Bereich als Ansammlung von Haarsträubendem, Seltsamem, Lustigem und auch Informativem!

Kritik aus Kirche und Politik an Vertretern von Satire-Religion

Kathweb-Meldung vom 28.4.: "Kritik aus Kirche und Politik an Vertretern von Satire-Religion - Massiven Widerspruch von Seiten kirchlicher Laienorganisationen hat der Antrag von Vertretern einer Satire-Religion auf staatliche Anerkennung als Religionsgesellschaft in Österreich ausgelöst. Der Präsident der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Verbände (AKV), Helmut Kukacka, warf den Proponenten am Montag die Verhöhnung religiöser Menschen sowie des Staates vor. Den Anerkennungsantrag ordnete Kukacka zwar als 'schon bekannte Provokation um Aufmerksamkeit zu erhalten' ein. Dennoch stelle der Schritt eine 'Grenzüberschreitung' dar, die geeignet sei, das Zusammenleben in der Gesellschaft zu vergiften. Hinter dem Anerkennungsversuch stünden 'Respektlosigkeit und spöttischer Zynismus' als 'Zeichen einer intoleranten Haltung' (..)".

Die armen Religiösen! Schon wieder werden sie von intoleranten Zynikern verhöhnt und dadurch das Zusammenleben vergiftet. Dabei hat der Herr Jesus solche Sachen doch so klar geregelt. Es heißt in Mt 5, 39-41: "Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin. Und wenn dich einer vor Gericht bringen will, um dir das Hemd wegzunehmen, dann lass ihm auch den Mantel. Und wenn dich einer zwingen will, eine Meile mit ihm zu gehen, dann geh zwei mit ihm."
Also sogar wenn man davon ausgeht, dass eine Religionsparodie was Böses und kein Grundrecht auf freie Meinungsäußerung ist, dürften die Christen laut Jesus kein Geschrei erheben, sondern müssten sogar weitere Scherze über Religionen einfordern. Aber zu dumm, dass dem Jesuswort Mt 5, 39-41 die christlichen Kirchen noch niemals gefolgt sind. Nein, sie fordern zumindest indirekt sogar die Einschränkung der Grund- und Freiheitsrechte zugunsten religiöser Ideologien.

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200 Kinder werden zwangsverheiratet

Focus am 29.4.: "Knapp 200 Mädchen hatte die islamistische Sekte Boko Haram vor zwei Wochen nach dem Überfall auf eine Schule entführt. Nun gibt es erstmals Nachrichten über das Schicksal der Schülerinnen: Sie werden zwangsverheiratet - für neun Euro pro Mädchen. Zwei Wochen nach ihrer Entführung sind knapp 200 in Nigeria verschleppte Schülerinnen offenbar mit Islamisten zwangsverheiratet worden. Als „Brautpreis“ hätten die Männer 2000 nigerianische Naira pro Mädchen bezahlt, hieß es in örtlichen Medienberichten. Umgerechnet sind das neun Euro." (..)

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Pfarrer will Kirchensteuern abschaffen

Eine gute Idee äußerte ein protestantischer Pfarrer auf der Site idea.de, er will die deutsche Kirchensteuer abschaffen, die vom Staat bei Kirchenmitgliedern als Zuschlag zur Lohn- und Einkommenssteuer eingehoben wird: Denn: "Die Bibel und die lutherischen Bekenntnisse verbieten es, den Empfang des Abendmahls an eine Leistung wie die Kirchensteuerzahlung zu binden." Er meint, dass die evangelische Kirche durch weniger Geld "reicher am Evangelium" würde, Pfarrer sollten kein gesichertes Einkommen haben, "Paulus war ja auch nicht abgesichert wie ein Oberkirchenrat".

In Frankreich gibt es dieses System als Folge der Trennung von Staat und Kirche schon. Zwar werden dort alle Kirchengebäude, die bis 1905 errichtet wurden, vom Staat instand gehalten und den Kirchen kostenlos zur Verfügung gestellt, aber alles andere müssen die Kirchen selbst finanzieren. Da es keinen einklagbaren Pflichtbeitrag gibt, sind die Kirchen auf freiwillige Beiträge angewiesen, darum arbeiten dort auch Pfarrer und Priester zum Teil nebenberuflich, weil die Pfarre zu wenig Geld hat, um ihnen einen Monatslohn zu zahlen. Aber helfen tut weder das noch das: wenn die Leute die Religion nicht interessiert, hilft weder mehr Geld, noch mehr Evangelium!

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Salafisten werben neue Gläubige

Und zwar auf sehr überzeugende Art, die Berliner Zeitung berichtete: "Islamisten nutzen eine neue Propaganda-Masche: Sie verschicken offenbar wahllos Droh-SMS an Berliner Bürger. 'Entweder Du konvertierst zum Islam oder Du kommst in die Hölle. Niemand ist der Anbetung würdig, außer Allah der Allmächtige'. Diese Kurznachricht schockiert Manfred W. (74) aus Lichtenrade. Der Rentner und seine Frau Gerda (74) trauten ihren Augen nicht, als sie am Sonntag auf ihr Handy schauten. Die Nachricht kam von einer unbekannten Nummer. Am Ende der Drohung verwies eine Internetadresse auf den Verein 'Haus des Qurans'. Auf dessen Webseiten kann man kostenlos den Koran bestellen " oder herunterladen. Der Verein ist Bestandteil der Islamisten-Kampagne 'Lies' (..)".

Ja, so ist das eben! Ungläubige kommen in die Hölle! Und das wird man den christlichen Schweinen ja noch sagen dürfen!

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Ältestes Jesusbild?

Screenshot von Focus.de am 30.4.:
 
Das Bild soll aus dem 6. oder 7. Jahrhundert stammen und wenn es der Jesus sein soll, der darauf abgebildet ist, dann wär das der älteste Jesusbild. Um das herauszubringen, muss man noch die altkoptische Beschriftung übersetzen.

Ein echt großer Künstler scheint der Wandmaler nicht gewesen zu sein, da gibt's viel schönere Jesusbilder, zum Beispiel vom Haderer!

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Schulen erhalten Atheisten-Bibel

Am 30.4. meldete katholisch.de: "Die britische humanistische Vereinigung beschenkt Schulen in England und Wales mit einer Atheisten-Bibel. Jede weiterführende Schule erhalte ein Gratisexemplar von 'The Young Atheist's Handbook' (Handbuch für junge Atheisten), meldete die britische Tageszeitung 'The Independent' am Mittwoch. Der Autor Alom Shaha, Lehrer für Naturwissenschaften, beschreibt in dem Buch seinen Weg von einer muslimischen Einwandererfamilie in London zum Atheismus. Shaha sagte der Zeitung, sein Werk solle Jugendlichen neue Sichtweisen jenseits ihrer gewohnten Erziehung eröffnen. Zugleich betonte er, er wolle die jungen Leser nicht bekehren oder von Glaubensgemeinschaften abwerben: 'Es geht nur darum, Leuten die Gelegenheit eines anderen Blickwinkels zu geben.' Der Leiter der British Humanist Association, Andrew Copson, sagte, das Handbuch solle 'junge Menschen, gleich welcher familiärer Herkunft, inspirieren, die Erfüllung und Sinn in ihrem Leben suchen'."

Überraschung; es folgt keinerlei katholischer Kommentar dazu! Dürfen das also Atheisten wirklich tun, ohne katholisch verdammt und verteufelt zu werden?

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Sexuelle Revolution endete in Katzenjammer

Die Büchner-Preisträgerin Sybille Lewitscharoff ist der Metawelten-Leserschaft ja schon bekannt, sie machte dem Büchner-Preis wiederum Schande, über ihre aktuellen Sager berichtete am 30. April freudig erregt kath.net: " Die «große sexuelle Befreiungswelle» der 1960er Jahre ist nach Auffassung der Schriftstellerin Sybille Lewitscharoff gescheitert. «Es folgte ziemlich rasch der Katzenjammer», sagte die Büchner-Preisträgerin am Dienstag in Berlin. Übrig geblieben seien viele Menschen ohne feste Paarbeziehungen. «Besonders kompliziert hat es die Frauen erwischt», fügte sie hinzu. Lewitscharoff sprach im Rahmen des Kulturprojekts «Dekalog heute» über die biblischen Zehn Gebote. Das Gebot «Du sollst nicht ehebrechen» bedeute für die meisten Menschen heute «eine ziemliche Überforderung», meinte die Autorin. Auch wenn sie selbst einige Jahrzehnte nicht nach diesem Gebot gehandelt habe, «so achte und liebe ich doch Paare, die ein Leben lang gut zusammengehalten haben», so Lewitscharoff. Sie wirkten wie ein Sinnbild geglückten Lebens. (..)"

Auwei, Leute ohne Beziehung sind Opfer der "sexuellen Revolution"! Wie das? Weil ihnen die Partner davonlaufen? Weil sie keine Partner finden? Weil ihnen kein Partner passt? Oder gar, weil sie keinen wollen? Und sind Paare, die ein Leben lang zusammenhalten, jetzt infolge der sexuellen Revolution verboten?

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Erstmals ökumenischer Gottesdienst mit Nationalratsabgeordneten

Noch einmal kath.net vom 30.4.: "(..) Novum für Kirchen und Politik in Österreich: Erstmals haben Nationalratsabgeordnete aller sechs Parlamentsfraktionen an einem offiziellen ökumenischen Gottesdienst anlässlich der neuen Gesetzgebungsperiode teilgenommen. Dem Gottesdienst standen der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz, Kardinal Christoph Schönborn, der Vorsitzende der orthodoxen Bischofskonferenz, Metropolit Arsenios Kardamakis und der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker vor, der auch die Predigt hielt. 25 Abgeordnete aus allen Parteien hatten sich zur ökumenischen Feier angemeldet, die am Donnerstagabend in der Wiener Hofburgkapelle unweit des Parlamentsgebäudes stattfand. (..)"

Na bum, 25 von 183 Abgeordneten gingen zur Abgeordnetenostermesse! Das sind ja fast vierzehn Prozent!

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USA: Immer mehr ultraorthodoxe Juden kehren ihrer Gemeinschaft den Rücken

Das wusste "Profil" zu melden. Anhand der Lebensgeschichte eines abtrünnig Gewordenen aus einer ultraorthodoxen Familie, der seinen anerzogenen Tunnelblick verloren hatte, wird die Entwicklung beschrieben. Über 800 Strengorthodoxe hätten sich in den letzten zehn Jahren an eine Organisation namens "Footsteps" gewandt, Ausstiegshilfe bietet. Weil nämlich der Ausstieg wie bei allen Sekten den Verlust des bisherigen sozialen Umfelds bedeutet. Eines der Probleme sei, dass Aussteiger aus diesen Kreisen schlecht englisch sprechen, weil in den Familien nur das alte Jiddisch, ein Gemisch aus mittelhochdeutschem Dialekt und hebräischen Ausdrücken gesprochen wird, eine Sprache die durch den Massenmord an den Juden durch die Nazis in Europa praktisch ausgerottet wurde.

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SPD-Bundestagsfraktion will sich mit Frage über Enquete-Kommission zu Gott in der Verfassungspräambel beschäftigen

Humanistische Alternative Bodensee am 1.5.: Die Bundestagsfraktion der Sozialdemokraten möchte sich mit der Frage über die Einsetzung einer "Enquete-Kommission" zum Verbleib des Gottesbezuges in der Präambel des Grundgesetzes beschäftigen. Wie ein Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion auf ein Schreiben der Humanistischen Alternative Bodensee (HABO) mitteilte, wolle sich die für die Fragestellung zuständige Arbeitsgruppe eine Meinung bilden und über die Thematik beraten.
Der Sprecher der HABO, Dennis Riehle, hatte eine Petition an den Bundestag eingereicht, in welcher er die Novellierung des Art. 140 GG und die Streichung der religiösen Bezüge im Vorwort zur Verfassung forderte. Ersteres hatte keine Mehrheit gefunden, beim zweiten Anliegen verwies der Petitionsausschuss auf die Möglichkeit, durch die Fraktionen eine „Enquete-Kommission“ einsetzen zu lassen. Daraufhin hatte die HABO drei Fraktionen des Parlaments um ihren Standpunkt zu dieser Option angefragt. Zuerst hatte die Vorsitzende der Fraktion „Bündnis 90/Die Grünen“ darauf reagiert.

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Gekreuzigte Christen

Der von den USA unterstützte und organisierte Aufstand gegen den syrischen Herrscher Assad ist nach dem wegen angeblicher Massenvernichtungswaffen erfolgte Angriff auf den Irak unter George Doubledolt Bush ein weiteres Element der von den US-Geheimdiensten organisierte geopolitischen Gewaltakte, die weitaus mehr Schaden als Nutzen bringen. Man glaubte zwar seit dem Irakkrieg, dazu gelernt zu haben und ließ den Krieg gegen Assad von Syrern führen, was in erster Linie zum Aufblühen des extremen Islamismus führte. Da unter Assad Religionsfreiheit herrschte, sind nichtmuslimische Einwohner, die auf Seite Assads stehen, besonders gefährdet. Hier der Screenshot eines Berichtes aus der deutschen Bildzeitung vom 2.5.:
 

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Was weiß der Vatikan über geraubte Kinder in Argentinien?

Das fragte am 3.4. amerika21.de. U.a. heißt es dort: "Während der Militärdiktatur in Argentinien von 1976 bis 1983 wurden mehr als 500 Kinder ihren leiblichen Eltern weggenommen, bevor man diese als so genannte 'Regimegegner' ermordete. Später übergab man die Kinder zur Adoption an Militärangehörige weiter. (..) Im April vergangenen Jahres forderten die Großmütter der Plaza de Mayo schließlich Papst Franziskus dazu auf, die Archive des Vatikans und der argentinischen Kirche zu den Jahren der Militärherrschaft zu öffnen. Der Papst sicherte ihnen dabei seine Unterstützung zu."
Eine der Aktivistinnen der nach ihren Enkelkindern suchenden Großmütter sagte nun: "Ich möchte Wahrheiten und ich möchte meine Enkelin finden, bevor ich sterbe. Von Informationen über die verschwundenen Erwachsenen weiß ich nichts, jedoch bin ich sicher, dass es von den entführten Kindern Unterlagen im Vatikan gibt."

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"Es gibt religiösen Analphabetismus"

Auf Deutschlandradio sprach am 3.5. der tschechische Theologe Thomas Halik über u.a. theologisches Unwissen und fasste die aktuelle Glaubenslage so zusammen:  
"Ich meine, die geistige Lage der heutigen Gesellschaft ist sehr bunt. Der Begriff Säkularismus ist nicht imstande, diese Situation ganz präzise zu beschreiben. Es gibt einen Apatheismus mehr als einen Atheismus. Die Leute, die sind apathisch gegenüber Religion. Es gibt einen religiösen Analphabetismus. Die Leute, die wissen praktisch gar nichts über Religion, die äußern sich ganz radikal über Religion und Kirche, aber ihre Ansichten sind nicht an Erfahrung oder Kenntnissen gedeckt. Und meiner Meinung nach: Der große Unterschied ist heute nicht zwischen den sogenannten Gläubigen und Nicht-Gläubigen, aber zwischen Bleibenden und Suchenden. Die Zahl der Verbleibenden der Leute, die sind ganz identifiziert mit dem kirchlichen Glauben, aber auch die Zahl derer, die sich ganz mit dem Atheismus identifiziert, sinkt. Aber die Zahl der Suchenden wächst. Und für die Kirche ist es sehr wichtig, mit diesen Suchenden zu sprechen, zu kommunizieren."

Das ist eine interessante Ansammlung von Unsinn. Es stimmt zwar genau, dass das größte Problem der Kirchen die neue Gleichgültigkeit gegenüber den Religionen ist, aber diese Apathischen äußern sich nicht radikal über Religion und Kirche, denen ist das eben gleichgültig. So wie meine religionsfrei aufgewachsenen Söhnen, die sich darüber wundern, warum ich meine Zeit mit antireligiöser Agitation verscheiß. Ihnen ist mein Tun genauso wurscht wie die Religionen. Und sie können auch gleich als Muster für den zweiten obigen Unsinn stehen: sie suchen nach nix, ihnen fehlen keine Götter. Was erst jüngst durch protestantische Untersuchungen ergeben hat, es gibt keinen Megatrend zur Religion und Missionierungen sind zwecklos.

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Gott gibt's in der Zukunft

Gleich noch einmal der Herr Halik: Einen echt lustigen "Gottesbeweis" legte er bei Radio Vatikan am 4.5. vor: "Gott gibt es so, wie es unsere Zukunft gibt. Wir sehen sie nicht, wir kennen sie nicht - trotzdem sei man existenziell auf sie angewiesen. Ohne Zukunft zu sein, bedeute eigentlich tot zu sein. Das sagte der tschechische Reliogionsphilosoph Thomas Halik bei einer Rede zum 25-Jahr-Jubiläum des Wiener „Pastoralen Forums" zum Thema „Hoffnung im postoptimistischen Zeitalter". Über beide " Gott und Zukunft - wisse man so gut wie nichts, hege aber trotzdem eine große Hoffnung danach, so Halik. „Wenn ein Atheist sagt, Gott gibt es nicht, kann ich ihm zustimmen, mit einem einzigen großen Vorbehalt: Ihn gibt es noch nicht hier. Ihn gibt es hier nicht, wie es die Zukunft nicht gibt. Jedoch gibt es ihn hier bereits auf die Weise, wie es unsere Zukunft schon gibt. Wir sehen sie nicht, wir kennen sie nicht, aber trotzdem sind wir existenziell auf sie angewiesen. Ohne Zukunft zu sein bedeutet eigentlich, nicht mehr zu sein, tot zu sein."
Und präzise fasst er seine Vorstellung so zusammen: "Die Ewigkeit, die Biosphäre Gottes umfasst und übersteigt gleichzeitig alle Dimensionen der Zeit. Sie ist für uns hier aber jetzt vor allem als Zukunft, als Möglichkeit, als Zusage, als Hoffnung gegenwärtig. Gott und seine Ewigkeit sind hier noch nicht in jener Deutlichkeit offenbar, die jeden dazu zwingen würde, Gott anzuerkennen und zu respektieren."

Früher als Gott noch Schicksal war, waren die jeweiligen Götter sehr konkret (im Islamismus ist Allah heute noch so konkret und allgemein verpflichtend wie bei uns vor ein paar hundert Jahren). Mit der Aufklärung und schließlich mit der Religionsfreiheit wurde der konkrete Gott unkonkreter, verschwamm zu einem "höheren Wesen" und/oder löste sich überhaupt ins Nichts auf. Darum schickt ihn der Herr Halik jetzt in die Zukunft. Warum allerdings sein zeitloser Gott zwar in der Zukunft, aber nicht in der Gegenwart irgendwann zur Anerkennung Gottes zwingen könnte oder täte, ist auch von der theologischen Logik her nicht nachvollziehbar. Gott ist noch nicht tot, aber bei zunehmend mehr Menschen obsolet. In Gegenwart und noch mehr in Zukunft...

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Menschenrechte sind atheistische Erfindung!

Aus dem immer islamistischer agierenden Malaysia stammt die obige Erkenntnis. Die Organisation Ikatan Muslimin Malaysia (ISMA) verkündete durch ihren Oberprediger Abdullah Zaik, Gruppen der Zivilgesellschaft seien Beauftragte eines zionistisch-christlichen Planes, die die Muslime mit Ideologien, die unislamisch sind, verwirren will. "Islam ist Islam. Ideologien sind nicht Teil des Islam und alle diese Ideologien sind aus dem Westen. Liberalismus, Freiheit, Gerechtigkeit und Menschenrechte stehen auf der Tagesordnung der Atheisten, das sind ein gottlose und glaubenslose Ideologien. Es gibt keinen liberalen oder sozialistischen Islam, man ist entweder Muslim oder ein Unwissender". Auch das parlamentarische System in Malaysia diene dazu, den jüdisch-christlichen Interessen die ganze Welt zu unterwerfen. Manche mögen das für eine Verschwörungstheorie halten, aber das seien wahre Tatsachen. ISMA repräsentiere die reinste Form des Islam und wurde eingerichtet, um der Bedrohung des Islam entgegenzuwirken, diese Islamversion sei ein universell einsetzbares und zeitloses Modell.

Welch wunderbare multikulturelle Bereicherung! Aber mit den Menschenrechten liegt Abdullah Zaik richtig: das sind keine religiösen Werte!

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Freidenkerbund unterstützt Antrag der Pastafarians auf Anerkennung als Religionsgemeinschaft

Pressemitteilung des Freidenkerbund Österreich vom 04.05.2014: Da der Österreichische Freidenkerbund Religion als Privatsache betrachtet und daher für einen strikten Laizismus eintritt, betrachtet er die Privilegierung einzelner religiöser Vereinigungen als unzulässig. Solange derartige " wenn auch nicht mehr zeitgemäße " Regelungen vorliegen, ist es allerdings nicht nachvollziehbar, wieso die Kirche des Fliegenden Spagettimonsters nicht als Religionsgemeinschaft anerkannt werden sollte.
Hinsichtlich der Glaubenswahrheiten sind in Punkto Evidenz und Sinnhaftigkeit keine entscheidenden Differenzen auszumachen. Die Behauptung, dass die Welt von einem fliegenden Spagettimonster erschaffen wurde, ist nicht unglaubwürdiger, als etwa die Annahme, dass der Schöpfer der Welt sich mittels einer Jungfrau inkarnierte und die Welt durch eine masochistische Suizidmission erlöste, oder, dass ein Erzengel einem Analphabeten in einer Höhle ein Heiliges Buch diktierte. Die diesbezügliche Diskriminierung der Spagettigläubigen (Stichwort: Spaßreligion) stellt daher nach Ansicht von Experten einen klaren Fall von Spagettophobie dar.
Auch im ethischen Bereich liegen keine Bedenken gegen eine derartige Anerkennung vor. Im Gegensatz zu anderen Religionsgemeinschaften sind die Pastafarians ausgesprochen friedfertig. Es gibt keine Hinweise auf Frauen- oder Schwulenfeindlichkeit bzw. Antisemitismus. Es liegen nicht einmal Hinweise auf Pädokriminalität vor, ebenso wenig gibt es Indizien für mögliche Religionskriege.
Angesichts dieses Sachverhaltes unterstützt der Freidenkerbund die Bestrebungen der Kirche des Fliegenden Spagettimonsters und fordert die anderen Religionsgemeinschaften eindringlich auf, dieser Glaubensgemeinschaft endlich den gleichen Respekt entgegenzubringen, den sie selbst permanent einfordern.
Dr. Ronald Bilik, Stv. Vorsitzender des Freidenkerbund Österreichs

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Anteil der Christen gesunken, Muslime legten stark zu

Aus kath.net vom 5.5.: "Das Christentum und der Islam haben sich seit Beginn des 20. Jahrhunderts unterschiedlich entwickelt. Während der Anteil der Christen an der Weltbevölkerung leicht gesunken ist, haben die Muslime stark zugelegt. (..) Danach ist zwar die absolute Zahl der Angehörigen beider Religionen gewaltig gestiegen " von 560 Millionen Christen und 197 Millionen Muslimen im Jahr 1900 auf 2,2 Milliarden Christen und 1,5 Milliarden Muslimen im Jahr 2010. Aber gemessen an der Bevölkerung hat sich der Anteil der Christen um 1,6 Prozent auf 32,9 Prozent verringert, während der Anteil der Muslime um 10,2 Prozent auf 22,5 Prozent gestiegen ist." Festgehalten wird zu den Details: "Die größten Verluste mussten sie (die christlichen Religionen) in Westeuropa (minus 30 Prozent) und Nordeuropa (minus 23) hinnehmen."

Was lernen wir daraus? Im Islambereich ist die Fortpflanzung immer noch sehr hoch, in Europa ist die Aufklärung weiter auf dem Vormarsch: der Säkularismus wird auf unserem Kontinent bis zum Ende des aktuellen Jahrhunderts sicherlich allgemein sein und die Religionen bedeutungslos geworden.

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Nützlicher göttlicher Daumen

Wie dämlich US-Christen sich aufführen können, zeigt folgende Meldung aus USA. Vor einer Schule wurde ein Buch verteilt, das zuvor aufgrund von Elternprotesten aus der Schulbibliothek entfernt worden war. Nun riefen Eltern die Polizei, um die Verteilung des Buches zu unterbinden. Weil darin stand folgender unchristlich-teuflischer Satz: "Wenn Gott nicht wollte, dass wir masturbieren, dann hätte uns Gott keine Daumen gegeben".

Dummerweise haben Menschen aber Daumen und darum musste schon vor 300 Jahren der oben abgebildete Antimastrbationsapparat erfunden werden! In den USA ließe er sich wohl heute noch verkaufen...

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Vatikan in Sachen Missbrauch vor der UNO

Meldung von brightsblog vom 5.5.: "Vor der am Montag begonnenen Überprüfung des Vatikan durch Anti-Folter-Komitee der UNO hatte sich der Heilige Stuhl gegen 'ideologischen Druck' verwahrt Ein Expertenkomitee der Vereinten Nationen hat dem Vatikan eine einengende Auslegung der Antifolterkonvention vorgeworfen. Bei der Debatte über den turnusmäßigen Bericht zur Umsetzung der Konvention durch den Heiligen Stuhl am Montag in Genf äußerte sich die US-Juristin Felice Gaer 'besorgt' über Sichtweise des Vatikan, das Abkommen sei nur auf das Territorium des Vatikanstaates und Justizpersonal anzuwenden. Eine solche Interpretation würde 'bedeutende Lücken' in der Umsetzung darstellen. Dabei verwies Gaer auch auf sexuelle Übergriffe durch Kleriker."

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Das war die 18. Ausgabe der "Metawelten" von 2014 mit zusammengesammeltem Kleinmaterial und manchmal auch Belangvollerem aus den Bereichen jenseits der Wirklichkeit bzw. von und über Leute, die tatsächlich glauben, es gäbe Metawelten.

Da sich diese wöchentlichen Metawelten guter Zugriffszahlen erfreuen, ein Hinweis: "Neues aus den Metawelten" ist keine Wochenschau, sondern eine Ansammlung kleinerer Meldungen. Die größeren Meldungen liegen dazwischen und sind chronologisch unter Infos und Downloads zu finden.