Medientipps - ergänzt am 29. 8. 2017

Anmerkung: angeführt sind in der Regel die österreichischen Ladenpreise

Holm Gero Hümmler: "Relativer Qantenquark - Kann die moderne Physik die Esoterik belegen?", Springer-Verlag, 2017, 233 Seiten, Euro 20.60
Dieses Buch räumt mit der Vorstellung auf, dass esoterische und alternativmedizinische Konzepte mit der Relativitätstheorie und Quantenphysik zu begründen wären: "Die Quantenheilung basiert auf den Erkenntnissen der Quantenphysik", heißt es in Internetseiten, Büchern und Broschüren zahlreicher Alternativmediziner. Hypnotiseure und Reiki-Meister folgern aus E = mc², dass Materie aus der Energie der Gedanken entsteht. "Alles ist vorstellbar", folgt in einem Buch über Schamanismus aus der Quantenmechanik.
Um zwischen Grenzgebieten der Physik und Quantenunsinn unterscheiden zu können, nimmt der Autor die Leser mit auf eine Reise durch die Grundlagen der Quantenphysik und Relativitätstheorie und beschreibt, welche Hürden diese Theorien nehmen mussten, um als wissenschaftlich anerkannt zu werden. "Quarkstückchen" zeigen reale Beispiele für Kurioses und Unwissenschaftliches, das den Anschein erweckt, sich auf Quantenphysik und Relativitätstheorie zu stützen.
Wer sich auf Einstein, Heisenberg oder Schrödinger beruft, beansprucht wissenschaftliche Seriosität und schreckt unangenehme Fragen ab. Was steckt aber wirklich hinter den Theorien der modernen Physik? Holm Hümmler erläutert die wichtigsten Konzepte und zeigt auf, wo Wissenschaft nur falsch verstanden und wo sie in Scheinargumenten missbraucht wird.

Nach oben


Stefan Zenklusen - Islamismus und Kollaboration - Der Beitrag von französischen und europäischen Linken und Liberalen bei der Errichtung des Islamismus und Antisemitismus - Hintergrund Verlag 2017, 158 Seiten, Euro 15,50
... aus dem Vorwort: Die im Zuge der kapitalistischen Globalisierung erfolgte Immigration insbesondere islamischer Zuwanderer in die europäischen Gesellschaftssysteme hat nun mittlerweile zu zahlreichen sozialökonomischen und soziokulturellen Verwerfungen geführt und damit zugleich eine tiefgreifende und destabilisierende politische Spaltung zwischen proislamischen und islamkritischen Kräften herbeigeführt. Die islamische Massenimmigration hat sich damit als zentraler Faktor der spätkapitalistischen Gesellschafts- und Hegemoniekrise herausgestellt.
So liegt der eigentliche Wesenskern der gesamten konfliktbeladenen Auseinandersetzung um Zuwanderung, Flüchtlingspolitik, Integration etc. in dem objektiven Antagonismus zwischen europäischer säkular-demokratischer Lebenskultur einerseits und orientalischer islamisch-gottesherrschaftlicher Lebenskultur andererseits. In Gestalt der von den globalkapitalistischen Herrschaftsträgern geduldeten und im Falle Deutschlands darüber hinaus sogar noch forcierten unkontrollierten Masseneinwanderungsschübe von hauptsächlich Muslimen wird dieser Antagonismus enorm verschärft.
Stefan Zenklusen behandelt im vorliegenden Buch in scharfer und sachkundiger Weise genau diesen doppelten Aufklärungsverrat am Beispiel Frankreichs, dem "Vaterland der bürgerlichen Revolution", und zeigt in diesem Kontext eindrucksvoll auf: Sowohl die globalkapitalistische Bourgeoisie als auch die postmoderne Pseudolinke sind Verräter und Zerstörer der aufklärungshumanistischen Wertegrundlagen der säkular-demokratischen Werte- und Lebensordnung.

Nach oben


Renée Schroeder - Ursel Nendzig (Co-Autorin) - Die Erfindung des Menschen - Wie wir die Evolution überlisten Residenz Verlag 2016, 224 Seiten, Euro 22,00
Wissenschaftsbuch des Jahres 2017 im Bereich Medizin/Biologie.

Wir können nicht erwarten, dass sich die Evolution um das Überleben der Menschen kümmert. Wenn wir überleben wollen, müssen wir das selber tun. Vor 70.000 Jahren war der Mensch zum ersten Mal in der Lage, etwas zu denken, was es nicht gibt. Was banal klingt, ist die Geburtsstunde der menschlichen Kultur und der Startschuss für eine Reihe von Erfindungen, die den Menschen geprägt und nicht nur zum Besseren verändert haben. Er erdenkt Mythen, Religionen, erfindet Sprache, Geld und Rassismus. Jetzt steht der Mensch kurz vor seiner größten Erfindung: sich selbst. Denn die Wissenschaft ermöglicht es ihm, seine Evolution selbst fortzuschreiben. Renée Schroeder blickt auf die kurze Zeit, die der Mensch bisher gelebt hat, macht einen Ausflug in seine Genetik und ruft eine neue Aufklärung aus.

Nach oben


3faltig - Satire mit Christian Tramnitz, Matthias und Michael Schweighöfer, Roland Düringer, Julia Hartmann, Adele Neuhauser, Alfred Dorfer u.a., Regie Harald Sicheritz 2010, DVD ab 7,99 Euro
Es ist die Geschichte von Hage (Christian Tramitz), dessen strahlende Tage als Heiliger Geist nur noch matt im Antlitz der christlichen Devotionalien glitzern, die er inkognito auf Weihnachtsmärkten unters Volk bringt. Doch sein irdisches Dasein soll schon bald unter einem besseren Stern stehen. Hage steht kurz vor der Ur-Aufführung seines Musicals "Holy Spirit Megastar" in der Tanzbar seines Freundes Friedl (Roland Düringer) - mit der entzückenden Tänzerin Mona (Julia Hartmann) in der Hauptrolle.
Doch über seinen Plänen schwebt der Sohn Gottes, der leibhaftig in der Gestalt von Christl (Matthias Schweighöfer) am Heiligen Abend unerwartet in sein Leben platzt. Und Christl hat keine frohe Botschaft im Gepäck: Im Auftrag Gottes (Michael Schweighöfer) soll er die Apokalypse ankündigen, die für Silvester im göttlichen Kalender steht. Hage ist entsetzt - am Silvesterabend soll sein Musical Premiere feiern! Er zeigt Christl, wie schön das Leben ist, und nimmt ihn mit zur Probe für die Aufführung. Christl ist schwer beeindruckt und verliebt sich in die schöne Tänzerin Mona. Nun ist auch er überzeugt, dass die Apokalypse aufgehalten werden muss. Aber lassen sich die Pläne Gottes so einfach durchkreuzen?

Nach oben


Ruud Koopmans: "Assimilation oder Multikulturalismus? Bedingungen gelungener Integration", Lit Verlag 2017, 261 Seiten, Euro 25,60
Die Flüchtlingskrise, das Wahlverhalten der türkischen Mitbürger, die Debatte um die Leitkultur und die Thesen zur Integration haben die Frage der Zuwanderung aktuell werden lassen. Wovon hängt es ab, ob Zuwanderung in erfolgreiche Integration oder in segregierte, sozial marginalisierte Parallelgesellschaften mündet? Was bedeutet Kultur für die Integration? Brauchen wir so etwas wie eine Leitkultur oder müssen wir uns als multikulturelle Gesellschaft neu definieren? Was sind die Ursachen von islamischem Fundamentalismus und Extremismus? Darauf gibt der Autor fundiert Auskunft. Ruud Koopmans ist europaweit bekannt durch seine Untersuchungen info1724.html von 2013 über den fundamentalistischen Islam in Europa.

Nach oben


Rainer M Wolski - Das "Kopftuch-Urteil" des EuGH und seine Auswirkungen auf die Integration von 6 Mio. Muslimen in Deutschland: Basiswissen Arbeitgeber Taschenbuch, Verlag CreateSpace Independent Publishing Platform, Juni 2017, 120 Seiten, Euro 15,40
Am 14.03.2017 verkündete der EuGH das Urteil C-157/15 und ermöglichte Privatunternehmen grundsätzlich die Wahl zwischen Religionsfreiheit oder unternehmerischer Freiheit am Arbeitsplatz. Über 22 Mio. Arbeitgeber in 27 EU-Ländern können jetzt eine Neutralitätsregel aufstellen und ihren Mitarbeitern mit Sichtkontakt zu Kunden der Firma verbieten: "Am Arbeitsplatz sichtbare Zeichen ihrer politischen, philosophischen oder religiösen Überzeugungen zu tragen und/oder jeglichen Ritus, der sich daraus ergibt, zum Ausdruck zu bringen". Die Regierungserklärung der CDU/SPD-Koalition von 2006, "Der Islam ist Teil Deutschlands und Teil Europas ..." und die, 2015 aus diesem Grund geforderte Umverteilung muslimischer Flüchtlinge, wurden durch den EuGH damit in praxi beendet. Auch in Deutschland bestimmen jetzt Unternehmer - und nicht mehr CDU und SPD - ob der Islam Teil ihrer Firmenkultur ist. Das Tragen von Kopftuch und Vollverschleierung, Moschee-Besuch am Freitag, bezahlte Gebetspausen und Minderleistung beim Fasten im Ramadan entscheiden jetzt Arbeitgeber. Für 3,7 Mio. Betriebe werden aus Praktikersicht erstmals beide Optionen ausführlich beschrieben. Im Falle von Religionsfreiheit am Arbeitsplatz wird gezeigt, wie nachhaltig religiöse muslimische Mitarbeiter die Gewinn- und Verlustrechnung beeinflussen. Damit werden im Jahr 2020 ca. 90 % der Firmen eine Neutralitätsregel haben und keine religiösen Muslime mehr beschäftigen. Sie müssen dann vom Steuerzahler alimentiert werden. Wird aus der "Willkommenskultur" ein Albtraum per Steuerbescheid?

Nach oben


Egon Flaig - Die Niederlage der politischen Vernunft - Wie wir die Errungenschaften der Aufklärung verspielen - Zu Klampen Verlag 2017, 416 Seiten, Euro 25,50
Dass menschenrechtliche Prinzipien universal sein sollen, ist ein Gebot der Vernunft, das uns die Aufklärung auferlegt hat. Indes, wie sind die Erfordernisse dieses Universalismus zu erfüllen in der jeweiligen konkreten Weltlage? Das vermag uns nur eine politische Vernunft zu sagen, welche sich - anders als Kants praktische Vernunft - in Zeithorizonten bewegt. Aber eben diese Vernunft verliert heute rasch Terrain an antiuniversalistische Theorien, die kulturelle Sonderrechte propagieren und verfälschte Vergangenheiten produzieren. Dabei gerät die gute Gesinnung zum Maßstab des Handelns und die Entrüstung zum Mittel geistiger Auseinandersetzung. Um zu ermessen, was hierbei auf dem Spiel steht, verlangt Egon Flaig geistesgeschichtliche Rückbesinnung. Er fragt zum einen, welche Diskurse eine antiuniversalistische Einstellung legitimiert und vorangetrieben haben; und er erörtert zum anderen, weshalb die politische Vernunft auf historische Verankerung angewiesen ist. Denn allein aus einem kulturellen Gedächtnis heraus, das sich der Aufklärung verpflichtet weiß, gewinnen wir die Orientierung für politisches Handeln im Geiste eines emanzipatorischen Universalismus.

Nach oben


Hans Albert - Zur Analyse und Kritik der Religionen, Alibri-Verlag 2017, 171 Seiten, Euro 12.30
In kurzen Kapiteln erörtert der Philosoph Hans Albert zunächst zentrale Probleme moderner Religionsauffassungen (wie Lösungsangebote für das Theodizeeproblem oder Entmythologisierungsversuche), bevor er sich eingehender mit dem Verhältnis von Kritischem Rationalismus und Religion auseinandersetzt.

Nach oben


Bernd Kammermeier - Der allmächtige Vulkan - zur Evolution des monotheistischen Gottes? Alibri-Verlag 2017, 250 Seiten, Euro 18,50
Weltweit vertrauen Milliarden Menschen auf den Monotheismus und dessen abrahamitischen Gott. Doch der ist nicht nur in drei Hochreligionen - Judentum, Christentum, Islam - gespalten, auch unzählige Splittergruppen verehren einen einzigen Gott. Angesichts der vielfältigen, oft widersprüchlichen Gottesbilder, waren und sind Konflikte unausweichlich. Der Allmächtige Vulkan führt das Lesepublikum durch all die Jahrtausende - von der neolithischen Revolution bis zum babylonischen Exil -, in denen diese Gottesbilder entstanden. Dabei werden die vielen Wandlungen und Umformungen sichtbar, denen sich die Gottesbilder unterziehen mussten. "Gott" musste, dank wissenschaftlicher Erkenntnisse, häufig umziehen, von einer Wissenslücke zur nächsten...

Nach oben


Krzysztof Charamsa / Der erste Stein: Als homosexueller Priester gegen die Heuchelei der katholischen Kirche - 320 Seiten, C. Bertelsmann Verlag 2017 - Euro 20,50
»Wenn jemand homosexuell ist und Gott sucht und guten Willens ist, wer bin ich, über ihn zu richten?« Diese Worte von Papst Franziskus ließen die Welt aufhorchen und viele homosexuelle Priester Hoffnung schöpfen. Doch ein grundlegender Wandel in der Haltung der katholischen Kirche gegenüber Homosexualität lässt weiter auf sich warten. Umso mehr Wirbel verursachte das Coming-out des hochrangigen polnischen Priesters Krzysztof Charamsa im Oktober 2015. Charamsa lehrte an der Gregoriana und war Mitglied der Kongregation für die Glaubenslehre. Charamsa, der mit einem Mann zusammenlebt, wählte bewusst den Zeitpunkt kurz vor Beginn der Familiensynode im Vatikan, um auf das »unmenschliche« Verhältnis der Kirche zu Homosexuellen hinzuweisen und auf die Tatsache, dass der Klerus in weiten Teilen homosexuell sei. In seinem Buch berichtet Charamsa von seinem persönlichen Werdegang und seiner Kirchenkarriere, eröffnet erschreckende Einblicke in den Alltag von kirchlicher Ausbildung und Klerus, beschreibt die Absurdität von Doktrinen und Vorschriften wie dem Zölibat. Dabei greift er immer wieder die homophoben Strukturen der katholischen Kirche an. Sein Coming-out wird für ihn zur großen Befreiung. Seine persönliche Geschichte ist die Geschichte "einer Kirche, die besessen ist vom Sex, die der Sex krank macht". Und: "Auf der Grundlage meiner persönlichen Erfahrungen gehe ich davon aus, dass ungefähr die Hälfte aller katholischen Geistlichen schwul ist."

Nach oben


Fethi Benslama - Der Übermuslim: Was junge Menschen zur Radikalisierung treibt - Verlag: Matthes & Seitz 2017, 141 Seiten, Euro 18.50
Warum radikalisieren sich Jugendliche, die weder aus besonders schwierigen Verhältnissen stammen, noch als ungewöhnlich religiös bekannt waren, innerhalb kürzester Zeit zu gewaltbereiten Islamisten und wollen fortan in Syrien oder hierzulande in den Dschihad ziehen? Warum gelingt es islamischen Fundamentalisten weltweit so leicht, moderate Muslime unter Druck zu setzen, weil sie nicht islamisch genug seien? Fethi Benslama, der 15 Jahre in der Pariser Vorstadt mit radikalisierten Jugendlichen gearbeitet hat, zeigt in seinem wegweisenden Essay, dass weder theologische noch soziologische Erklärungsansätze ausreichen, sondern psychologisch gefragt werden muss, welchen seelischen Gewinn die Einzelnen aus der islamistischen Radikalisierung ziehen: Nur wenn wir begreifen, welcher bis zur Tötung von anderen und sich selbst treibende Genuss die Täter motiviert, lassen sich Gegenmittel finden. Benslama demonstriert eindrucksvoll die Aufklärungskraft der Psychoanalyse und zeigt, wie sich in den muslimischen Gemeinschaften das Ideal des Übermuslims etablieren konnte, dem man bis zur völligen Aufopferung nacheifern muss. Er zeigt aber auch, warum die bloße Deradikalisierung die zugrunde liegenden Probleme nicht beseitigen wird, und schlägt andere Lösungsansätze zur Überwindung des Übermuslims vor. Überraschenderweise gibt ihm dafür gerade der Blick auf den von vielen als gescheitert betrachteten ›Arabischen Frühling‹ Anlass zu einer optimistischen Perspektive.

Nach oben


Michael Ley: Die letzten Europäer - Das neue Europa - Hintergrund-Verlag 2017 - Euro 10,30
Inhalt: I. Der Leviathan: Säkularität und moderne Rechtsstaatlichkeit II. Die letzte europäische Utopie: Die europäische Union III. Von der Utopie zur Dystopie: Multikulturalismus, Postdemokratie und Islamisierung als europäische Vision IV. Islamischer Djihad und die Politik der Kollaboration V. Die Hidschra des Jahres 2015 - Die islamische Kolonisierung Europas VI. Die Viségrad-Staaten - Das Fundament einer neuen europäischen Föderation VII. Die Zukunft des Kontinents. Eine gnadenlose Abrechnung mit der rezenten europäischen Politik.

Nach oben


Florian Freistetter: "Newton - Wie ein Arschloch das Universum neu erfand", Carl Hanser Verlag, München 2017, 206 Seiten, Euro 16,50
Der Science Buster Florian Freistetter über den genialen Egomanen Isaac Newton - eine Biographie, wie es sie noch nicht gegeben hat. Im 17. Jahrhundert war es höchste Zeit, dass ein Genie auftauchte und Schneisen ins Dickicht des Unwissens schlug. Isaac Newton war dieses Genie. Und ein Arschloch. Science Buster Florian Freistetter zeigt, wie intrigant und hinterhältig Newton wirklich war und dass sein Hass auf Robert Hooke und Gottfried Wilhelm Leibniz keine Grenzen kannte. Gleichzeitig beweist er, dass Newton die Physik niemals revolutioniert hätte, wenn er nicht solch ein Kotzbrocken gewesen wäre. Wenn Genialität auf Streitsucht trifft - und dabei ein kosmisches Arschloch herauskommt, davon erzählt Freistetters Buch mit schonungslosem Humor.

Nach oben


Dr. Nathan Emery: "Bird Brain. Vögel mit Köpfchen. Die Erforschung gefiederter Intelligenz", National Geografic, München 2017, 192 S. 30.90 Euro
Eitler Pfau, diebische Elster, Friedenstaube. Alles mögliche schreiben wir Vögeln zu - außer Intelligenz. Dabei steckt in vielen dieser Tiere ein kleiner Einstein. Dieser naturwissenschaftliche Bildband belegt, dass Vogelhirne hoch entwickelt und zu phänomenalen Leistungen imstande sind: abstrakte Aufgaben lösen, sich selbst im Spiegel erkennen, Erfahrungen sammeln. Spannende Storys aus der Forschung mit pfiffigen Krähen und raffinierten Raben.

Nach oben


Heinz-Werner Kubitza - Der Glaubenswahn - Von den Anfängen des religiösen Extremismus im Alten Testament - ISBN 978-3-8288-3849-9 - 350 Seiten, Hardcover - Tectum Verlag 2017, Euro 19,95
Der Gott des Alten Testaments ist ein Problem. Denn der biblische Jahwe ist nicht der friedliebend barmherzige Vater, als den ihn die Kirchen gerne verkünden. Stattdessen tritt er – für Gläubige irritierend – immer wieder als Kriegsgott auf, als gnadenloser Rachegott und übler Ausländerfeind, ja sogar als Massenmörder oder sexueller Gewalttäter. Ein Gott mit fast schon faschistoiden Zügen.
Bei seinen Expeditionen in die Untiefen des Alten Testaments und die moderne Forschungslage liefert Heinz-Werner Kubitza Antworten auf die Frage, wer diesen Gott so grausam gemacht hat. Und macht plausibel, dass die von den Kirchen wie Helden verehrten Propheten als die ersten historisch greifbaren Vertreter eines religiösen Extremismus gelten müssen.
Kubitza zeigt: Kirchen und Gläubige blenden mit den dunklen Seiten ihres Gottes im Alten Testament auch die Anfänge des religiösen Extremismus aus.
Dr. theol. Heinz-Werner Kubitza ist Inhaber des Tectum Wissenschaftsverlags in Marburg. Mit diesem Band beschließt er seine religionskritische Trilogie (Der Jesuswahn, 2011; Der Dogmenwahn, 2015). Kubitza ist Mitglied im Beirat der Giordano-Bruno-Stiftung, die sich für Aufklärung und eine humanistische Ethik einsetzt, und gefragter Vorträger und Interviewpartner zu religionskritischen Themen.

Nach oben


Sean Michael Wilson (Autor), Hunt Emerson (Illustrator) - Goodbye Gott? - Wissenschaft contra Religion. Eine illustrierte Auseinandersetzung. Tibia-Verlag 2016, 120 Seiten, Euro 16,50
"Was Sie über meine religiösen Überzeugungen gelesen haben, war natürlich eine Lüge, und zwar eine Lüge, die systematisch wiederholt wird. Ich glaube nicht an einen personalen Gott und habe das auch nie geleugnet, sondern es deutlich zum Ausdruck gebracht. Wenn etwas in mir ist, das als religiös bezeichnet werden kann, dann ist es die uneingeschränkte Bewunderung für die Struktur der Welt, soweit unsere Wissenschaft sie offenbaren kann." (Albert Einstein)
Der Glaube an einen Gott, an das Paradies kann trösten. Aber der Preis, der dafür gezahlt werden soll, ist oft sehr hoch. Die Drohung, dieses Paradies zu verpassen, treibt Menschen zu den wahnwitzigsten Handlungen. - Jede monotheistische Religion ist im Kern intolerant und "Ungläubige" ausschließend. Unterdrückung, Verfolgung und Ermordung Andersgläubiger, ob direkt von der Kirche oder im Namen der Kirche, haben Millionen von Opfern gefordert. Auch wissenschaftliche Erkenntnisse und Welterklärungen rühren an das Fundament des Glaubens, "setzen sich an Gottes Stelle". Wissenschaftler sind bis heute keine besten Freunde der Gottesleute, sondern eher Konkurrenten in Fragen der Welterklärung.
Nicht durch Scheiterhaufen und Bücherverbrennung aber mit scharfer Argumentation setzt sich dieses Buch mit den Angriffen gegen die Evolutionstheorie, mit der Vermischung von Gläubigkeit und Wissen und mit religiös-fundamentalistischem Wahn auseinander. Ein aufgeklärter Sachcomic.

Nach oben


Dagmar Fenner - Religionsethik: Ein Grundriss (Ethik – Grundlagen und Handlungsfelder) Verlag Kohlhammer, 304 Seiten, Euro 30,85
"Religionsethik" befasst sich wie alle anderen Disziplinen der Angewandten Ethik (wie z. B. "Medizinethik" oder "Wirtschaftsethik") mit einem spezifischen Handlungsfeld: Ihr Gegenstand ist der Bereich religiöser Praxis. Sie erörtert unabhängig von konkreten Glaubensinhalten und Wahrheitsansprüchen verschiedener Religionen ethische Fragen im Zusammenhang mit der Religionsausübung: Was können Religionen zum persönlichen guten Leben (Individualethik) und zum gerechten Zusammenleben (Sozialethik) beitragen? Sind religiöse Menschen glücklicher als nichtreligiöse und inwiefern ist unsere Gesellschaft auf Religion als moralische Ressource angewiesen? Dürfen der Religionsfreiheit Grenzen gesetzt werden, wenn Religionen gesellschaftliche Probleme und Konflikte (mit) verursachen? Das Buch analysiert die verschiedenen Argumente bezüglich Fundamentalisierung, Burkaverbot, Schwangerschaftsabbruch und Religions- oder Ethikunterricht, und hilft, aktuelle gesellschaftliche Diskussionen zu strukturieren.

Nach oben


Samuel Schirmbeck - Der islamische Kreuzzug und der ratlose Westen: Warum wir eine selbstbewusste Islamkritik brauchen - 288 Seiten, Verlag Orell Füssli 2016, Euro 20,50
»Der Umgang mit Muslimen war bislang eher neurotisch denn normal. Islamkritik bedeutet aber mitnichten, Muslime anzugreifen, sondern Schutz vor seinen menschenverachtenden Auswüchsen, die sich gegen Frauen, Homosexuelle, eigenständig Denkende und sogenannte Ungläubige richten ? also auch gegen Millionen von Musliminnen und Muslimen.« Samuel Schirmbeck
Radikale Islamkritik tut sich hierzulande schwer, wird sie doch des Rassismus und des Fremdenhasses verdächtigt. Der Autor findet diese Haltung unbegreiflich, ja skandalös. Dieses Buch ist eine kritische Auseinandersetzung mit dem gegenwärtigen Islam und eine scharfzüngige Abrechnung mit der Linken, die allzu oft jede Islamkritik des Rechtspopulismus verdächtigt. Zudem ist es eine offene und selbstkritische Auseinandersetzung eines renommierten Nordafrika-Korrespondenten mit dem Islam, dessen langjähriger Aufenthalt in arabischen Ländern ihn langsam zum Islamkritiker werden ließ.
»Die Islamisten haben die absolute Waffe gefunden: den Vorwurf der Islamophobie. Wenn wir uns dagegen nicht wehren … werden wir wie stumme Schafe, die man ins Schlachthaus führt. Deshalb sollte dieses Buch gelesen werden.« Boualem Sansal (Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2011)

Nach oben


Horst Groschopp: Pro Humanismus. Eine zeitgeschichtliche Kulturstudie. Mit einer Dokumentation. Reihe Humanismusperspektiven, Bd. 1. Alibri 2016. 287 Seiten, kartoniert, Euro 20.50
Die Monographie ist die erste umfängliche Kulturstudie zum Humanismus in der "säkularen Szene" und über den Humanistischen Verband. Vorgestellt werden die Diskussionen am Beispiel einiger Streitfragen wie Säkularisierung, Weltanschauung, Bekenntnis, Freidenkertradition, Ethik, "Konfessionalität", Demokratie, Pazifismus und Verbandspolitik. Der Band enthält eine umfängliche Dokumentation.

Nach oben


Hamed Abdel-Samad - Der Koran. Botschaft der Liebe. Botschaft des Hasses. Droemer Knaur Verlag 2016. 240 Seiten, 20,60 Euro
Die Bürgerkriege innerhalb der islamischen Welt und die Konfrontation mit dem Westen sind die Grundkonflikte unserer Zeit. Im Koran selbst liegen die Wurzeln dieser Auseinandersetzungen, denn einerseits birgt er eine Botschaft der Toleranz und des Mitgefühls, andererseits ist er ein religiöser Text, der Brutalität und Mord legitimiert. Dieser Widerspruch rührt von der Person und dem Leben Mohameds her, dem anfangs friedlichen Prediger und späteren Warlord. Hamed Abdel-Samad stellt zentrale Suren vor, leitet sie ein und kommentiert sie mit Blick auf Entstehungsumstände und Rezeption. Er zeigt, warum sich friedliebende Muslime ebenso auf den Wortlaut des Korans stützen, wie dies gewalttätige Islamisten tun, und welche Konflikte daraus erwachsen.

Nach oben


Michael Schmidt-Salomon - Die Grenzen der Toleranz - Warum wir die offene Gesellschaft verteidigen müssen - Piper, 2016, 224 Seiten, kartoniert, Euro 10.30
Die offene Gesellschaft hat viele Feinde. Die einen streiten für "Allah", die anderen für die Rettung des "christlichen Abendlandes", letztlich aber verfolgen sie das gleiche Ziel: Sie wollen das Rad der Zeit zurückdrehen und vormoderne Dogmen an die Stelle individueller Freiheitsrechte setzen. Wie sollen wir auf diese doppelte Bedrohung reagieren? Welche Entwicklungen sollten wir begrüßen, welche mit aller Macht bekämpfen? Michael Schmidt-Salomon erklärt, warum grenzenlose Toleranz im Kampf gegen Demagogen auf beiden Seiten nicht hilft und wie wir die richtigen Maßnahmen ergreifen, um unsere Freiheit zu verteidigen.

Nach oben


Gerhard Vollmer - Im Lichte der Evolution: Darwin in Wissenschaft und Philosophie - Verlag Hirzel 2016, 616 Seiten, Euro 40
Evolution ist überall. Viele wissenschaftliche und philosophische Disziplinen wurden durch den Evolutionsgedanken wesentlich bereichert; das wird in diesem Buch an mehr als 50 Disziplinen deutlich. In den Wissenschaften reicht das Spektrum von Evolutionären Algorithmen bis zur Frage nach einer Evolutionären Theologie, in der Philosophie von der philosophischen Anthropologie über die Evolutionäre Erkenntnistheorie bis zur Zukunft des Menschen. Allerdings ist der Bezug zur Evolution dabei nicht immer derselbe: Es kann sich um biologische Evolution handeln, aber auch um Evolution in einem weiteren Sinne, manchmal sogar nur im Sinne einer Metapher.
Die einzelnen Kapitel dieses Sachbuchs sind für jeden Interessierten, also auch für Fachfremde lesbar. Es ist ein Buch zum Schmökern, in dem man unendlich viel Wissenswertes, Überraschendes, manchmal auch Kurioses erfährt.

Nach oben


Rennee Schroeder und Ursel Nendzig - Die Erfindung des Menschen - wie wir die Evolution überlisten, Residenz-Verlag 2016, 224 Seiten Euro 22.60
Vor 70.000 Jahren war der Mensch zum ersten Mal in der Lage, etwas zu denken, was es nicht gibt. Was banal klingt, ist die Geburtsstunde der menschlichen Kultur und der Startschuss für eine Reihe von Erfindungen, die den Menschen geprägt und nicht nur zum Besseren verändert haben. Er erdenkt Mythen, Religionen, erfindet Sprache, Geld und Rassismus. Jetzt steht der Mensch kurz vor seiner größten Erfindung: sich selbst. Denn die Wissenschaft ermöglicht es ihm, seine Evolution selbst fortzuschreiben. Renée Schroeder blickt auf die kurze Zeit, die der Mensch bisher gelebt hat, macht einen Ausflug in seine Genetik und ruft eine neue Aufklärung aus.

Nach oben


Richard Dawkins - Der Gotteswahn -  Ullstein Hardcover 2007, seit 2016 als Ullstein Taschenbuch, 592 Seiten, Euro 12,30 
"Religion ist irrational, fortschrittsfeindlich und zerstörerisch"
Richard Dawkins, einer der einflussreichsten Intellektuellen der Gegenwart, zeigt, warum der Glaube an Gott einer vernünftigen Betrachtung nicht standhalten kann - brillant und bei aller Schärfe humorvoll.
Der Evolutionsbiologe Richard Dawkins hat nach Das egoistische Gen erneut ein Buch geschrieben, das bestehende Weltbilder grundsätzlich in Frage stellt. In diesem leidenschaftlichen Plädoyer für die Vernunft zieht er gegen die Religion zu Felde: Der Glaube an eine übernatürliche Macht kann keine Grundlage für das Verständnis der Welt sein und schon gar keine Erklärung für ihre Entstehung. Wenn wir die Kritik an den Religionen zum Tabu erklären, laufen wir Gefahr, von Fundamentalisten jedweder Couleur dominiert zu werden. Der Glaube an ein göttliches Wesen ist vielfach die Ursache von Terror und Zerstörung, wie die Weltgeschichte von der Inquisition bis zu den Anschlägen auf die Twin Towers zeigt.
Ein wichtiges Buch, das zu einem brennend aktuellen Thema eindeutig und überzeugend Position bezieht.

Nach oben


Heinz Oberhummer, Martin Puntigam, Werner Gruber - Das Universum ist eine Scheißgegend - Wissenschaftlich fundiert und voller schwarzem Humor erklären die Science Busters das Weltall, Hanser Verlag 2015, 328 Seiten, Euro 20,50
Das Universum riecht komisch, klingt komisch und ist so gut wie leer. Fast überall wird man entweder verstrahlt, bekommt keine Luft oder verbrennt. Und das sind noch die schönsten Plätze. Mit anderen Worten: Das Universum ist eine Scheißgegend. Oder, um mit Gerhard Polt zu sprechen: "Dort fahren wir nicht mehr hin." In diesem Buch geben die Science Busters - die beiden Physiker Prof. Heinz Oberhummer und Werner Gruber sowie der preisgekrönte Satiriker Martin Puntigam - eine Reisewarnung und erklären, warum der Kosmos kein Streichelzoo ist, wo man gegen außerirdische Bakterien unterschreiben kann, was sich Sternschnuppen wünschen, wenn sie einen Menschen sehen, wie das Universum endet - und wer das dann alles zusammenräumen muss.

Nach oben


Die Bilder des Zeugen Schattmann - das Schicksal jüdischer Bürger im faschistischen Deutschland - 4 Teile, DDR 1971, ca. 330 Min, Box mit zwei DVDs 2015, ab ca. 17.- Euro
Nach dem autobiographischen Roman von Peter Edel. 1963 - Frank Schattmann soll vor dem Obersten Gericht der DDR in der Verhandlung gegen Hans Globke aussagen, der eng mit der Umsetzung der gegen die Juden gerichteten Nürnberger Gesetze befasst und in der BRD als Staatssekretär tätig war. Frank Schattmann lässt sein Leben Revue passieren - das Jahr 1942: Seine große Liebe und Frau Esther, die letzte Sabbatfeier der Familie, aktiver Widerstand, Deportationen bis zum KZ Auschwitz. Durch das Wiedererleben seiner unerträglichen Erlebnisse in der Nazizeit findet er nach einer Zeit von knapp 20 Jahren zu sich selbst.

Nach oben


Macht ohne Kontrolle - Die Troika, Doku-Film von Harald Schumann, Arpad Bondy und Axel Schneppat, 90 min, Edition Salzgeber 2015, ab Euro 9,80
Die Armen werden ärmer und die Reichen reicher. Ist das Europas Politik? Leidenschaftlich fordert Wirtschaftsjournalist und Bestseller-Autor Harald Schumann mehr Transparenz und Verantwortung für ein soziales Europa. Die Technokraten der drei Institutionen IWF, EZB und Europäische Kommission - der Troika - agieren ohne parlamentarische Kontrolle. Sie zwingen Staaten zu Sparmaßnahmen, die das soziale Gefüge gefährden. Harald Schumann reist nach Irland, Griechenland, Portugal, Zypern, Brüssel und in die USA, und befragt Minister, Ökonomen, Anwälte, Bänker, Betroffene. "Wer Geld hat, lebt, wer kein Geld hat, stirbt", sagt der Arzt Georgios Vichas. Genauso absurd wie die Gesundheitspolitik ist die Mindestlohnpolitik, die die Troika den verschuldeten Ländern abverlangt. Dass Sparen so nicht funktionieren kann, erklärt der Nobelpreisträger Paul Krugman. Nach dem mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichneten Film "Staatsgeheimnis Bankenrettung" fragen Árpád Bondy und Harald Schumann nun: Was passiert mit Europa im Namen der Troika?

Nach oben


Boualem Sansal - 2084: Das Ende der Welt - Merlin Verlag 2016, 288 Seiten, Euro 24,70
In Abistan, einem riesigen Reich der fernen Zukunft, bestimmen die Verehrung eines einzigen Gottes und das Leugnen der Vergangenheit das Herrschaftssystem. Jegliches individuelle Denken ist abgeschafft; das Eingeschworensein auf ein allgegenwärtiges Überwachungssystem steuert die Ideen und verhindert abweichendes Handeln. Offiziell heißt es, die Bevölkerung lebt einvernehmlich und im guten Glauben.
Doch Ati, der Protagonist dieses Romans, der ausdrücklich anknüpft an Orwells Klassiker "1984", hinterfragt die vorgegebenen Direktiven: Er macht sich auf die Suche nach einem Volk von Abtrünnigen, das in einem Ghetto lebt, ohne in der Religion Halt zu suchen ...
Während George Orwell in seinem Zukunftsroman das totalitäre Regime Stalins vor Augen hatte, entwirft Boualem Sansal in seinem Roman das Szenario eines Regimes, das auf der religiösen Überhöhung einer Ideologie beruht. Es ist ein Regime, das sich die gegenwärtige Vereinzelung des Individuums auf der Suche nach persönlichem Glück und Wohlergehen auf erschreckende Weise zunutze und zum Motor der Gemeinschaft macht. In Abistan sind Fragen oder Diskussionen gänzlich überflüssig geworden: Eine kleine Gruppe von Herrschenden sorgt für die Gemeinschaft ebenso wie für das Wohlergehen des Einzelnen, wobei den Regeln des Staates folgend das Streben nach spiritueller Erleuchtung den Alltag eines jeden Bürgers diktiert.

Nach oben


Richard Dawkins - Die Poesie der Naturwissenschaften - Autobiographie, Ullstein-Verlag 2016 - 730 Seiten, gebunden, Euro 39.-
Richard Dawkins erzählt die Geschichte seines Lebens — von der Kindheit im kolonialen Afrika über sein Studium in Oxford bis zur Karriere als einer der einflussreichsten Wissenschaftler weltweit. Er berichtet von seiner Ankunft im Flower-Power-Kalifornien der 60er Jahre, von der Party zum 42. Geburtstag seines Freundes Douglas Adams, den freundschaftlichen Streitgesprächen mit dem Erzbischof von Canterbury, von bahnbrechenden Erkenntnissen in der Evolutionsbiologie und seiner großen Liebe zur Lyrik. Richard Dawkins ist nicht nur ein herausragender Naturwissenschaftler, er ist auch ein begnadeter Erzähler. Anhand seines weitverzweigten Familienstammbaums erklärt er die Vererbungslehre, und die Entwicklung der Theorie des egoistischen Gens wird bei ihm zum Wissenschaftsthriller. Wenn er beschreibt, wie er vom Gläubigen zum Atheisten wurde, versteht man, welche Rolle Religion für den Menschen spielt.

Nach oben


Hamed Abdel-Samad / Mouhanad Khorchide - "Zur Freiheit gehört, den Koran zu kritisieren" - Ein Streitgespräch, Herder 2016, 127 Seiten, gebunden, Euro 15,40
Das erste Buch der neuen Reihe im Herder Verlag enthält ein muslimisches Religionsgespräch zwischen dem Islamkritiker Hamed Abdel-Samad und dem Professor für Islamische Religionspädagogik Mouhanad Khorchide, der für einen liberalen Islam einsteht. Dabei gehen sie in Kapiteln auf verschiedenste Fragestellungen und Aspekte ein, zum Beispiel, ob der Islam ein Gewaltproblem hat, welche Rolle der Prophet Mohammed und der Koran im Islam spielen oder spielen sollten und wie dem "Islamischen Staat" ihrer Meinung nach zu begegnen ist. Darüber hinaus wird der Islam auch in seiner Einbettung in eine deutsche, demokratische Kultur betrachtet und die Frage aufgeworfen, ob ein liberaler Euro-Islam in Europa eine Chance hat.

Nach oben


Wilfried Stütz - Die Fraglichkeit von Religion und Moral - Eine systematische Untersuchung und eine kurze Geschichte moderner Ethik, Tectum Verlag 2015, 552 Seiten, Paperback, Euro 25,70
Es ist das Dilemma der Philosophie, dass es so viele unterschiedliche Philosophien gibt. Und gerade auf dem Gebiet der praktischen Philosophie ist die Vielfältigkeit, ja Widersprüchlichkeit der philosophischen Positionen unverkennbar. Sollten wir also deshalb auf eine Klärung der Grundlagen unseres Handels verzichten? Wilfried Stütz antwortet mit einem klaren Nein. Sein Buch bietet einen verständlichen und anregenden Einstieg in die Geschichte der neueren ethischen Konzeptionen von Kant bis Peter Singer. Dabei gilt sein Interesse vor allem auch der Frage, welche Berechtigung und Bedeutung die Religion und eine religiös bestimmte Moral haben und haben dürfen. Stütz ist davon überzeugt, dass wir auch in religiösen und moralischen Fragen sehr viel mehr Klarheit gewinnen können als allgemein angenommen. Und er erklärt einleuchtend, wie es zur Vielzahl ethischer Entwürfe kommen konnte. Dadurch vermittelt sein Buch ein echtes Verständnis philosophischen Denkens.

Nach oben


Sahra Wagenknecht, Reichtum ohne Gier. Wie wir uns vor dem Kapitalismus retten, Campus-Verlag 2016, 292 S., 20,50 Euro
Sahra Wagenknecht  ist eine der letzten marxistischen Linken, sie sagt, es ist Zeit, sich vom Kapitalismus abzuwenden. Denn der Kapitalismus ist längst nicht mehr so innovativ, wie er sich gibt. Bei der Lösung der großen Zukunftsfragen - von einer klimaverträglichen Energiewende bis zu nachhaltiger Kreislaufproduktion - kommen wir seit Jahrzehnten kaum voran. Für die Mehrheit wird das Leben nicht besser, sondern härter.
Sahra Wagenknecht fordert
- eine andere Verfassung des Wirtschaftseigentums,
- die Demokratisierung des Zugangs zu Kapital und
- die Entflechtung riesiger Konzerne, deren Macht fairen Wettbewerb und Demokratie zerstört.
- Talent und echte Leistung zu belohnen und Gründer mit guten Ideen ungeachtet ihrer Herkunft zu fördern.
Mit ihrem Buch eröffnet Wagenknecht eine politische Diskussion über neue Eigentumsformen und die vergessenen Ideale der Aufklärung. Sie legt eine scharfsinnige Analyse der bestehenden Wirtschaftsordnung vor und zeigt Schritte in ein demokratisch gestaltetes Gemeinwesen, das niemandem mehr erlaubt, sich zulasten anderer zu bereichern.
In ihrer Partei, der LINKEN, ist sie umstritten, weil dort hat man sich auch zum almosenverteilenden Herz-Jesus-Sozialismus degeneriert. Was auch wiederum den Rechtspopulisten hilft, weil die erwecken zumindest den Anschein von Opposition...

Nach oben


Richard Dawkins: Die Poesie der Naturwissenschaften. Autobiographie. Ullstein 2016, 731 Seiten, 40,20 Euro
Richard Dawkins erzählt die Geschichte seines Lebens - von der Kindheit im kolonialen Afrika über sein Studium in Oxford bis zur Karriere als einer der einflussreichsten Wissenschaftler weltweit. Er berichtet von seiner Ankunft im Flower-Power-Kalifornien der 60er Jahre, von der Party zum 42. Geburtstag seines Freundes Douglas Adams, den freundschaftlichen Streitgesprächen mit dem Erzbischof von Canterbury, von bahnbrechenden Erkenntnissen in der Evolutionsbiologie und seiner großen Liebe zur Lyrik. Richard Dawkins ist nicht nur ein herausragender Naturwissenschaftler, er ist auch ein begnadeter Erzähler. Anhand seines weitverzweigten Familienstammbaums erklärt er die Vererbungslehre, und die Entwicklung der Theorie des egoistischen Gens wird bei ihm zum Wissenschaftsthriller. Wenn er beschreibt, wie er vom Gläubigen zum Atheisten wurde, versteht man, welche Rolle Religion für den Menschen spielt.

Nach oben


Martin Urban / Ach Gott, die Kirche!: Protestantischer Fundamentalismus und 500 Jahre Reformation, Taschenbuch, 272 Seiten, dtv Verlagsgesellschaft 2016, 15,30 Euro
Das ist kein atheistisches Buch, Martin Urban stammt aus einer evangelischen Theologenfamilie. Die Austrittszahlen steigen bei den seit Jahren, der Kirche laufen die Menschen davon. Und daran, so Urban, ist die evangelische Kirche auch selbst schuld: Sie hat vergessen, dass sie eine Kirche der Aufklärung ist. Stattdessen wird sie immer konservativer und fundamentalistischer. Immer mehr Intellektuelle kehren ihr den Rücken, womit jeglicher intelligente Dialog verloren geht. Doch nicht nur die Protestanten bekommen ihr Fett ab, Urban rechnet mit den Kirchenoberen beider großen Konfessionen in Deutschland ab. Er entlarvt die Rückwärtsgewandten und die Evangelikalen weltweit und beschreibt deren Einfluss bis in die höchsten Kreise der Politik. Anhand vieler Beispiele und Zitate zeigt er auf, wie weltfremd und hanebüchen sich Kirchenvertreter oft verhalten, und ruft zu ideologischer Selbstkritik auf.

Nach oben


Elias Hirschl - Meine Freunde haben Adolf Hitler getötet und alles, was sie mir mitgebracht haben, ist dieses lausige T-Shirt. Roman Taschenbuch, 200 Seiten, Milena Verlag 2016, Euro 18,40
Sonst ist es hier nicht üblich, die Bücher abzubilden, bei diesem Buch ist es notwendig. Als in einem riesigen Red-Bull-Sport-Event die Weltformel errechnet wird, stürzt die Welt in totale Unlogik. Sämtliche Thesen des Philosophen Johannes Getting stellen sich als wahr heraus, die Terrorgruppe IRF (Ironisch Revolutionäre Fraktion) verwüstet auf möglichst kreative Weise die Wiener Innenstadt, Germanistik wird plötzlich zu einem prestigeträchtigem Studium und wildgewordene Zeitreisetouristen stürmen in Massen nach Braunau, um Adolf Hitler zu töten. Überhaupt werden Zeitreisen zum neuen Volkssport: Die einen wollen Jesus besuchen, die anderen Shakespeare (haben die beiden überhaupt gelebt? Elias Hirschl gibt darauf geniale Antworten). Und während die Welt schön langsam im Chaos versinkt, versucht Sandra Virtanen ruhig zu bleiben und ihre Bachelorarbeit über Thomas Bernhard zu vollenden. Ebenfalls unter Zuhilfenahme von Zeitmaschinen der österreichischen Methode der Geschichtsaufarbeitung...

Nach oben


Gernot Beger - Die zehn größten Irrtümer des Neuen Testaments - Tectum Verlag 2016, 249 Seiten, Paperback, österr. Preis 18,50 Euro, ISBN 978-3-8288-3711-9, auch direkt beim Verlag erhältlich
Die christlichen Kirchen behaupten, die alleinige Wahrheit zu besitzen. Sie berufen sich dabei auf das Neue Testament. Aber sind diese Schriften denn überhaupt verlässlich?
Gernot Beger hinterfragt mit viel historischem Sachverstand den Wahrheitsgehalt der heiligen Schriften. In zehn Kapiteln begleitet sein Buch den biblischen Jesus von seiner Geburt bis zu seinem Tod am Kreuz. Dabei kommen aus kritischer Sicht ernüchternde Ergebnisse zutage: Dem christlichen Glauben brechen reihenweise die Fundamente weg.
Aufgelockert wird Begers kundige und seriöse Darstellung durch seine ungewöhnliche Co-Autorin und sprechende Hündin Chaka, die mit einer Prise Humor oftmals die entscheidenden Fragen stellt.

Nach oben


Sepp Rothwangl / Endzeit: Die Geschichte der christlichen Jahreszählung (Religion kontrovers) - broschiert, 232 Seiten, Verlag: edition innsalz 2015, 19,80 Euro
In diesem Buch klärt der Kalenderexperte, Archäoastronom und Kirchenkritiker Sepp Rothwangl über die Hintergründe verschiedener Zeitrechnungssysteme auf. Der Waldbauer und Autodidakt liefert hier das Opus Magnum zur Anno Domini Zeitrechnung ab. Wie rechneten die frühen Christen die Zeit und haben sie auf Grund von Weltuntergangsphantasien und alten Weltanschauungen nach tatsächlichen Gestirnskonstellationen manipuliert? Und wie kann ein Kalender ohne Religion funktionieren? Das Buch öffnet mit einer Vielzahl von Originalzitaten und zahlreichen Bildern die Augen und macht den Blick offen für eine neue Epoche der Zeitrechnung.
"Beeindruckend, wie sich der Autor auch als Zeit-Forscher betätigt, denn er bringt gänzlich neue, unerwartete Aspekte und Erkenntnisse in das Zeitwesen ein. Die Zeit, genauer gesagt die Zeitrechnung, geht uns alle an. Dieses wichtige Werk beschreibt einen grundlegenden, unverzichtbaren und unentrinnbaren Teil unseres Lebens. Es bietet nicht bloß ein vermutlich namhaft erweitertes Wissen darüber, wie sich die Menschen den Zeitenlauf erschlossen haben, sondern auch mannigfache bisweilen sogar etwas verstörende Informationen darüber, auf welch tönernen Füßen die heute von uns angewendete Zeitrechnung steht." - Univ.-Prof. Dr. Ronald Weinberger, i. R., Astronom und Schriftsteller

Nach oben


Amer Albayati: Auf der Todesliste des IS - broschiert oder als ebook, Seifert-Verlag 2016, 232 Seiten, 19,95 bzw. 9,99 Euro
Auf die Todesliste des IS brachte Amer Albayati sein Eintreten gegen Radikalismus und Terror, für Freiheit, Menschenrechte und einen liberalen Islam europäische Prägung. Dennoch verfolgt er trotz 15 Morddrohungen unbeirrt sein Ziel. Seine Geschichte rüttelt auf. Sie ist ein Aufruf zu Wachsamkeit und ein mutiges Bekenntnis zu Aufklärung, Demokratie und Friedfertigkeit. Dieses Buch zeigt uns nicht nur die Wurzeln des Dschihadismus und Terrors, sondern auch Auswege aus dem Dilemma der westlichen Welt.
Terrortote. Terrorangst. Terror, ausgehend vom Islamischen Staat (IS). Wie ein Flächenbrand das bestimmende Thema der Medien. Amer Albayati hat gelernt, damit zu leben. Mit bisher 15 polizeilich angezeigten Morddrohungen durch die Schergen des IS mit tausenden gefährlichen Anhängern in Europa wurde der Autor zu einer der bestgeschützten Personen Österreichs. Immer wieder führt er ein Leben auf der Flucht, wechselt Quartiere und Gewohnheiten. Für wen ist dieser Mann so gefährlich? – Für die radikalen Islamisten, die Muslimbrüder und ihre vielfach dubiosen Organisationen in Österreich. Amer Albayatis Engagement für einen liberalen Islam europäischer Prägung ist für sie Grund für eine Kriegserklärung. Aber Albayati geht unbeirrbar den Weg der Aufklärung. Seine Geschichte ist informativ, sie ist spannend – und sie ist heute in Europa aktueller denn je. Dieses Buch lehrt uns Verständnis für die Wurzeln des Dschihadismus und Terrors und zeigt Auswege aus dem Dilemma, das Europa in seinen Werten, seiner Offenheit und seiner Vision zu sprengen droht. Die Gefahr der radikalen Islamisten ist nämlich längst mitten unter uns.

Nach oben


Peter Kamleiter - Der entzauberte Glaube - Eine Kritik am theistischen Weltbild aus naturwissenschaftlicher, philosophischer und theologischer Sicht, Tectum Verlag 2016, Paperback, 370 Seiten, Euro 20,50
Während schon vor fast 50 Jahren Menschen zum Mond geflogen sind, sind im 21. Jahrhundert noch mehr als zwei Milliarden Menschen Anhänger eines christlichen Gottes- und Menschenbildes, das in seinen Ursprüngen bis weit in die Antike zurückreicht. Wie plausibel kann aber das christliche Weltbild noch sein, angesichts der Erkenntnisse der modernen Natur- und auch Geisteswissenschaften? Wirkt ein transzendenter Schöpfergott nicht wie ein Fremdkörper in einer Welt, deren Geheimnissen man immer mehr auf die Spur kommt?
Ohne eine radikal-atheistische Position zu vertreten, versammelt Peter Kamleiter die Erkenntnisse von Kosmologie, Evolutionsbiologie, Hirnforschung, der Philosophie, ja sogar einer mittlerweile auch selbstkritischen Theologie, um die Unvereinbarkeit althergebrachter Mythen und Vorstellungen mit moderner Wissenschaft zu belegen. Und Kamleiter fragt: Welche Existenzberechtigung und welcher gesellschaftliche Einfluss darf Kirche und Religion in Schulen, Medien und Politik beispielsweise in Fragen der Moral überhaupt noch zugestanden werden?
Der Autor: Dr. Peter Kamleiter hat in Würzburg Philosophie, Musikwissenschaft und evangelische Theologie studiert. Seine Auseinandersetzung mit Erkenntnistheorie, Kosmologie und Hirnforschung brachte ihn zu einem agnostischen Naturalismus. Mit seinen Vorträgen und Veröffentlichungen sucht er die freiheitlichen Ideen der Aufklärung gegen einen alten und neuen Irrationalismus zu stärken.

Nach oben


Andreas Edmüller - Die Legende von der christlichen Moral: Warum das Christentum moralisch orientierungslos ist - Tectum Verlag 2015, 250 Seiten, Euro 18,50
Sind Kirchen und christliche Religion tatsächlich moralisch so kompetent, wie sie immer behaupten? Ist das nicht Wunschdenken? Denn wie kann es sein, dass zu fast jeder moralisch wichtigen Frage durchaus gläubige wie kompetente Christen so gut wie jede mögliche Antwort ernsthaft vertreten und vertreten haben: Christen plädieren für Pazifismus und Kriegsbereitschaft, für Sozialismus und Kapitalismus, für die Gleichberechtigung und die Unterordnung der Frau, für und gegen gleichgeschlechtliche Liebe und homosexuelle Ehe, Empfängnisverhütung und Sterbehilfe. Wie ist diese moralische Orientierungslosigkeit einer Religion zu erklären, die sich hartnäckig immer wieder selbst als Hüterin der Moral versteht? Andreas Edmüller kommt in seinem Buch zu einem überraschenden Ergebnis: Eigentlich verfügt das Christentum über keinerlei ernstzunehmende Morallehre. Denn was man findet, ist lediglich ein in sich unstimmiges und unsystematisches Konglomerat an Geboten und Verboten, Gleichnissen und biblischen Erzählungen, sind Appelle an Autoritäten, antike Präzedenzfälle, Missverständnisse und oft kaum haltbare Interpretationen der angeblich heiligen Schriften. Und selbst wenn da mehr wäre – es ließe sich nicht vernünftig begründen. Das ganze Gebilde der christlichen Moral hängt wie eine esoterische Pseudo-Lehre in der Luft. Edmüllers Fazit: Die moralische Relevanz des Christentums ist im Rahmen verantwortungsvoller und vernünftiger Diskussion vernachlässigbar, ja oft genug sind christliche Positionen sogar schädlich.

Nach oben


Helge Bergmann - Trübes Wasser: Der esoterische Wassermarkt, Alibri-Verlag 2015,  173 Seiten, Euro 15,50
Wasser ist eine unverzichtbare Lebensgrundlage, es gilt auch im übertragenen Sinne als Urquell des Lebens. Alle Menschen teilen das Interesse, Zugang zu Wasser in bester Qualität zu haben. Heute gibt es zahlreiche Angebote, die Wasserqualität im eigenen Haushalt zu verbessern. Wasser soll Informationen speichern oder durch bestimmte Verfahren "vitalisiert" oder "energetisiert" werden können. Dadurch, so wird versprochen, wirke Wasser positiv auf unsere Gesundheit.
Helge Bergmann hat die wichtigsten Methoden, normales Trinkwasser angeblich in ein Wunderelixier zu verwandeln, unter die Lupe genommen. Sachlich und leicht verständlich erörtert der Autor, ob die behaupteten Wirkungen tatsächlich auftreten oder sich als leere Versprechungen herausstellen. Das Buch ermöglicht, mit mehr eigenem Wissen und damit kritischer an die Fragen rund um esoterisches Wunderwasser heranzugehen.

Nach oben


Carsten Frerk - Kirchenrepublik Deutschland - Christlicher Lobbyismus. Eine Annäherung, 303 Seiten, kartoniert, Alibri Verlag 2015, Euro 18,50
Dr. Carsten Frerk, langjähriger Leiter des Humanistischen Pressedienstes (hpd), beschreibt, wie die Kirchen in Deutschland systematisch Einfluss auf die Politik nehmen. Dabei zeigt sich, dass katholische und evangelische Stellen in einer Weise in Gesetzgebungsverfahren eingebunden sind wie keine zweite zivilgesellschaftliche Kraft.
Das Buch untersucht - erstmalig für Deutschland - die Arbeit der kirchlichen Büros und ihre Kontakte in die Ministerialbürokratie. Dabei stößt es auf interessante personelle Überschneidungen und Karriereverläufe. Es stellt dar, über welche Kanäle die Kirchen ihre Informationen erhalten und welche Strukturen begünstigen, dass politische Entscheidungen im Sinne der Kirchen ausfallen.
Als Fazit kommt Carsten Frerk zu der Einschätzung, dass die Kirchen - wo es um ihre ureigenen Belange als Organisationen geht - die erfolgreichsten Lobbyisten der Republik sind.
Das Buch schafft Problembewusstsein für Ämterverquickung und "Seitenwechsler". Es fordert Befangenheitsregeln für Parlamentarier und thematisiert den durch die Kirchen "gekaperten Staat".

Nach oben


Michael Ley - Der Selbstmord des Abendlandes - Die Islamisierung Europas, Hintergrund-Verlag Osnabrück 2015. Paperback, 254 Seiten, Euro 19.50
Aus der Einleitung: Die Diskussionen um den Islam in Europa nehmen geradezu groteske Formen an: Auf der einen Seite steht eine unerbittliche intellektuelle Phalanx, die die Utopie einer multikulturellen bzw. diversen Gesellschaft als zukunftsweisende Überwindung von Nationalismus und Rassismus propagiert und auf der anderen Seite werden in der Gesellschaft die Ängste vor einer zunehmenden Islamisierung stetig größer. Die Eliten der Gesellschaft werden nicht müde, große Teile ihrer eigenen Bevölkerung des Rassismus und der Xenophobie zu bezichtigen, während große Teile der Bevölkerung längst das Vertrauen in die vermeintlichen politischen und medialen Vordenker verloren haben. (..) Die politischen und intellektuellen Eliten stehen den Integrationsproblemen hilflos gegenüber und würden den Scherbenhaufen, den sie angerichtet haben, am liebsten verschweigen. Eine öffentliche Debatte über die Zukunft der europäischen Einwanderungsländer wird von ihnen deshalb so weit wie möglich vermieden.

Nach oben


Michael Lüders - Wer den Wind sät: Was westliche Politik im Orient anrichtet - 175 Seiten, C.H.Beck 2015, Euro 15,40
Wer den Wind sät, wird Sturm ernten - Michael Lüders beschreibt die westlichen Interventionen im Nahen und Mittleren Osten seit der Kolonialzeit und erklärt, was sie mit der aktuellen politischen Situation zu tun haben. Sein neues Buch liest sich wie ein Polit-Thriller - nur leider beschreibt es die Realität. Eine Geschichte erscheint in unterschiedlichem Licht, je nachdem, wo man beginnt sie zu erzählen. Und wir sind vergesslich. Das iranische Verhältnis zum Westen versteht nur, wer den von CIA und MI6 eingefädelten Sturz des demokratischen Ministerpräsidenten Mossadegh im Jahr 1953 berücksichtigt. Ohne den Irakkrieg von 2003 und die westliche Politik gegenüber Assad in Syrien lässt sich der Erfolg des "Islamischen Staates" nicht begreifen. Wer wissen will, wie in der Region alles mit allem zusammenhängt, der greife zu diesem Schwarzbuch der westlichen Politik im Orient.

Nach oben


Philippe Buc - Heiliger Krieg: Gewalt im Namen des Christentums - 432 Seiten, Verlag Philipp von Zabern 2015, Euro 41,10
'Wer nicht mit uns ist, ist gegen uns': Mit dieser biblischen Paraphrase suchte George W. Bush Verbündete hinter sich zu versammeln und seinen Angriff auf den Irak zu legitimieren. Ist er damit ein heiliger Krieger? Der Historiker Philippe Buc, ausgewiesener Experte auf dem Gebiet mittelalterlicher religiös motivierter Gewalt, nimmt in seinem großen historischen Essay eine ungewohnte und provozierende Perspektive ein. Er untersucht, wann und unter welchen Bedingungen Konflikte christlich geprägter Gesellschaften zu manichäischen Kriegen wurden, zur Konfrontation von Gut und Böse. Die theologisch motivierte Legitimation von Terror und Krieg lädt Konflikte nicht nur auf, sie erschwert oder verhindert auch die Möglichkeiten von Friedensschluss und Versöhnung. Philippe Buc deckt mit großer Quellenkompetenz und ausgeprägtem Aktualitätsbezug die historischen Wurzeln des Geflechts der gegenwärtigen weltpolitischen Verwerfungen auf - ein gänzlich neuer Ansatz.

Nach oben


Sabatina James - Scharia in Deutschland, Knaur Taschenbuch 2015, Paperback, 144 Seiten, Euro 13,40
Sabatina James (Pseudonym) wird 1982 als Muslimin in Pakistan geboren und wächst in Österreich auf. In ihrer Familie erlebt sie psychische und physische Gewalt. Als sie vor der Zwangsheirat mit ihrem Cousin flieht und zum Christentum konvertiert, wird 2001 über sie von ihrer Familie ein Todesurteil ausgesprochen. Seitdem lebt die Autorin an geheimem Ort und wird von der Polizei beschützt. Mit ihrer Organisation Sabatina e. V. hilft sie Frauen aus islamischen Ländern, wenn sie aus Angst vor einer Zwangsehe oder gar einem Ehrenmord vor ihrer Familie fliehen müssen. Islamunterricht an deutschen Schulen. Öffentliche Aufrufe zum Mord an Andersgläubigen. Forderungen, auch in Deutschland die Scharia einzuführen. Greifen radikale Islamisten immer mehr unsere demokratische Ordnung an? Sabatina James, Aktivistin und Publizistin, warnt vor den Folgen grenzenloser Toleranz und erklärt, warum genau das gravierende Folgen haben kann.

Nach oben


Horst Herrmann - Befreit Gott von den Gläubigen!  Eine Liebeserklärung an Gott, 328 Seiten, Paperback Tectum Verlag 2015, Euro 19,50
Der Ankündigungstext des Verlages:
Dieses Buch ist eine kleine Sensation. Horst Herrmann ist einer der bekanntesten und profiliertesten Religions- und Kirchenkritiker Deutschlands. Doch in seinem neuen Buch bekennt er sich, für viele überraschend, zu einem positiven Gottesbild. Und kann sogar von Gottesfreundschaft sprechen. Mit dem "Amtsgott" der Kirchen, einem patriarchalen Herrscher- und Kontrollgott, der seinen Sohn blutig am Kreuz opfert, hat dieser Gott jedoch nicht das Geringste zu tun.
Der Autor plädiert in seinem außergewöhnlichen Buch für einen konsequenten Paradigmenwechsel und fordert ein befreites wie befreiendes Gottesbild, das Gott als Freund und Freundin auf Augenhöhe erkennt. Gott muss von seinen Verwaltern wie auch von seinen Gläubigen erlöst werden.
Herrmanns provokantes Werk Befreit Gott von den Gläubigen! ist die Liebeserklärung an einen lebendigen Gott. Es ermutigt, sich kritisch mit sich und seinem Glauben oder Nicht-Glauben auseinanderzusetzen.
So einfach ist das also: man schöpft sich einen neuen Gott und diesmal vorsichtshalber einen guten! Das ist zwar schon längst Standard in den meisten Christenkirchen, Stellen im Evangelium wo der böse Jesus die Leute zum Heulen und Zähneknirschen ins ewige Höllenfeuer schmeißt, werden nimmer gepredigt oder zumindest bei der Auslegung umgedeutet oder kurzerhand ignoriert. Hermann deklariert 85 % der Jesusworte für erfunden, darunter sind wohl alle bösen Worte. Den 75-jährigen Horst Herrmann drückt möglicherweise seine kindliche religiöse Abrichtung und er bastelt sich darum seinen privaten neuen Jesus. Gemildert wird das durch die Ansicht, die Menschen sollten bibelfrei aufwachsen, aber seinen lieben Privatgott nimmt er ernst, er hat jetzt also auch seinen unsichtbaren Freund Harvey und will damit anscheinend Menschen zu kirchenfreien Götterschöpfereien motivieren. Wer sich für solche Spintisierereien interessiert, mag das Buch lesen. Für Atheisten macht das keinen Sinn.

Nach oben


Tania Kambouri - Deutschland im Blaulicht: Notruf einer Polizistin, 224 Seiten, Piper Paperback 2015, Euro 15,40
Tania Kambouri hatte genug. Wieder einer dieser Einsätze, bei denen ihr kein Respekt entgegengebracht, sondern sie stattdessen wüst beschimpft und beleidigt wurde. Der türkischstämmige Mann, der die Polizei um Hilfe gerufen hatte, war empört: Was wollte diese »Bullenschlampe« von ihm? Warum kam eine Frau - und kein Mann - zum Einsatzort? Vorkommnisse dieser Art erleben Polizisten im Einsatz immer öfter. Als Polizistin und Frau griechischer Abstammung ist Tania Kambouri den Angriffen auf der Straße besonders häufig ausgesetzt. Jetzt setzt sie sich zur Wehr: »Ich will den Finger in die Wunde legen, auch wenn mir bewusst ist, wie explosiv das Thema ist«.

Nach oben


CHARB - Brief an die Heuchler und wie sie den Rassisten in die Hände spielen, Klett-Cotta 2015, broschiert, 96 Seiten, Euro 12,30
Das politische Vermächtnis des Chefredakteurs von Charlie Hebdo. CHARB beendete diese Streitschrift am 5. Januar 2015, zwei Tage vor seiner Ermordung. Als Chefredakteur leitete er Charlie Hebdo, die wichtigste Satirezeitschrift Frankreichs. Charb schuf als Zeichner nicht nur Zerrbilder, er gab selbst das beste Feindbild für radikale Muslime ab. Aber auch für Andersgläubige, und an die adressierte er seine letzte Streitschrift. Ihr Titel lautet "Brief an die Heuchler und wie sie den Rassisten in die Hände spielen". Das französische Original bezeichnet die Adressaten des Briefs genauer als "escrocs de l’islamophobie" (Islamophobie-Schurken), und es ist dieses Phänomen, dessen sich Charb in seiner Philippika annimmt. Islamophobie ist für ihn eine Schimäre, die allein der Stimmungsmache dient. "Warum stellen Leute, die aufrichtig gegen den Rassismus zu kämpfen scheinen, eine Zeitung wie 'Charlie Hebdo' als rassistisch dar? Eine Zeitung, die für das Wahlrecht der Einwanderer eintritt, die für eine Legalisierung der Situation von Ausländern ohne Aufenthaltspapiere kämpft und für antirassistische Gesetze eintritt ... Müssten wir nicht Seite an Seite stehen? Gewiss, aber dabei gerät in Vergessenheit, dass sich diese Leute nicht wirklich für den Kampf gegen den Rassismus interessieren, sondern für die Förderung des Islams."

Nach oben


Manfred Clauss: Ein neuer Gott für die alte Welt. Die Geschichte des frühen Christentums, 544 Seiten, Rowohlt 2015,  Euro 35,90
Als vor Jerusalem ein Wanderprediger am Kreuz starb, ahnte niemand, dass damit ein neues Zeitalter anbrach. Vier Jahrhunderte später wurde das christliche Bekenntnis zur römischen Staatsreligion. Manfred Clauss erzählt die aufregende Geschichte dieses frühen Christentums - von den versprengten Urgemeinden bis ins 6. Jahrhundert - und entwirft ein überraschendes, archaisch-schillerndes Panorama: Da wird aus heidnischen Sonnwendfeiern das Weihnachtsfest, Märtyrer sehnen sich nach dem Tod, ein neues, prägendes Lebensideal der Askese bildet sich heraus. Streiter für ihre Kirche wie Paulus und Augustinus propagieren ihre Lehre, schreiben gegen falsche Propheten an - und Gruppierungen wie Arianer und Doketisten bekämpfen sich bis aufs Blut. Denn es war nicht nur die Liebesbotschaft des Evangeliums, die den Erfolg brachte: Das Christentum, wie wir es heute kennen, ist nicht zuletzt das Ergebnis von Eifer, Gewalt und politischem Kalkül. Manfred Clauss zeichnet ebenso mitreißend wie gelehrt ein neues Bild unserer abendländisch-christlichen Anfänge. Die Wiederentdeckung eines verschütteten Ursprungs, der uns heute in vielem fremd ist.

Nach oben


Jörn Seinsch - Ein Gott der Liebe? - Wie Theologen die Bibel verfälschen - Tectum-Verlag 2015, 314 Seiten, broschiert, Euro 20,60
Jörn Seinsch lenkt den Blick auf die unbekannten und dunklen Seiten der Bibel, über die in den Kirchen nicht gepredigt wird und die auch sonst gerne totgeschwiegen werden. Und mehr noch fragt der Autor danach, was Professoren der Theologie in ihren Bibelkommentaren aus solch inhumanen Zeilen machen, denn sie müssen sich ihnen ja irgendwie stellen. Wie sie dies tun, zeigt der Autor in diesem Buch kundig und entlarvend. Er weist nach, dass es nicht bei Strategien der Verharmlosung, vagen Entschuldigungen und wortreichem Umdeuten bleibt. Wenn Gott es befiehlt und der Aufruf dazu in der Heiligen Schrift steht, wird Mord und Gewalt in den Kommentaren sogar gerechtfertigt.

Nach oben


Leo Prothmann - Kirche - Konten - Konkordat: Ansichten und Einsichten Taschenbuch, 222 Seiten, Paracelsus Verlag 2015, Euro 19,85
Bekannte Autoren aus Kunst und wissenschaftlichen Bereichen beleuchten den Einfluss der Kirchen auf Politik und Gesellschaft. Ihre Appelle richten sich an die soziale Verantwortung des Staates, seine Bürger vor den Übergriffen des institutionalisierten Glaubens zu schützen. Es geht um eine kritische Auseinandersetzung mit obskuren religiösen Lehren und den Zwang zur Finanzierung durch die Allgemeinheit.

Nach oben


Karl Hepfer, Verschwörungstheorien. Eine philosophische Kritik der Unvernunft, Transprict-Verlag 2015, 189 Seiten, Euro 25,70
Ob Mondlandung, Illuminati und 9/11, ob Bielefeld-Verschwörung oder Kennedy-Attentat - wie funktionieren Verschwörungstheorien? Karl Hepfers Analyse legt zum ersten Mal die erkenntnistheoretischen Strukturmerkmale des Verschwörungsdenkens frei. Mit den Mitteln der Erkenntnistheorie und anhand zahlreicher Beispiele erhellt sie, was Verschwörungstheorien von unseren »normalen« Theorien unterscheidet und wie es ihnen oft meisterhaft gelingt, alle unsere Filter für unsinnige Erklärungen zu umgehen. Dabei zeigt das Buch, warum Verschwörungstheorien gerade heute hoch im Kurs stehen, und schärft zugleich den Blick für Argumentationsformen, die uns im Alltag auch an vielen anderen Stellen begegnen.

Nach oben


Von jetzt an kein zurück - Liebe Beats und Repression, DVD 2015, 109 min, Regie Christian Frosch, Preis zurzeit ab 14 Euro
Dramatische Liebesgeschichte über ein junges Paar in den Sechzigerjahren, das auseinander gerissen und in Erziehungsanstalten untergebracht wird. Die BRD im Jahr 1967: Die Schüler Martin (Anton Spieker) und Ruby (Victoria Schulz) verlieben sich Hals über Kopf. Beide wollen aus den starren Gesellschaftsstrukturen ausbrechen und ihren Idealen folgen. Martins Wunsch ist es, Schriftsteller zu werden und mit seinen Texten die Welt zu verändern, während Ruby - eigentlich Rosemarie - leidenschaftlich gerne singt. Die beiden treffen sich heimlich, denn für Rubys streng katholischen Vater (Ben Becker) verkörpert Martin alles, was seiner Tochter an Schlechtem widerfahren könnte. Das Paar beschließt, die Provinz hinter sich zu lassen und nach Berlin durchzubrennen. Der Traum scheitert aber bald an der Realität. Ruby wird in ein Kloster gesteckt und Martin muss in ein Erziehungsheim.
Jahre später scheinen die Erfahrungen das Paar gebrochen zu haben. Martin musste einige Zeit im Gefängnis zubringen und hat sich in einen selbstzerstörerischen und zur Gewalt neigenden Mann entwickelt. Ruby hat es zwar geschafft eine mehr oder weniger erfolgreiche Sängerin zu werden, der schöne Schein trügt aber, da sie immer wieder auf Alkohol und Pillen zurückgreift. Martin und Ruby verbindet noch immer eine starke - wenngleich unmögliche - Liebe und kurz vor einem Auftritt wird Ruby von ihrer Vergangenheit eingeholt...

Nach oben


Hamed Abdel-Samad - Mohamed - Eine Abrechnung, Verlag Droemer Knaur 2015, 240 Seiten, 20,60 Euro
Die Biographie Mohameds wurde 200 Jahre nach dessen Tod verschriftlicht - mit politischer Intention: Muslimische Fürsten suchten ihre Position zu sichern und dem christlichen Jesus eine eigene, die Herrschaft legitimierende Erlöserfigur entgegenzusetzen. Dennoch hat sich das ambivalente Bild eines sich radikal verändernden und unter psychischen Problemen leidenden Menschen erhalten. Hier der milde, dort der gewalttätige Mohamed. Hamed Abdel-Samad zeichnet in seiner biographischen Skizze nach, welche bis heute verhängnisvollen Folgen aus diesen Traditionen erwachsen - und weshalb radikale Islamisten mit demselben Recht den »Propheten« zitieren wie laizistische und integrierte Muslime.
Die WELT schrieb dazu: "Der deutsch-ägyptische Autor Hamed Abdel-Samad will Unruhe stiften, sagt er. Er fordert die Menschen auf, sich kritisch mit ihrer Religion auseinanderzusetzen, ihre als sakrosankt empfundenen Strukturen und Fundamente zu hinterfragen, sie auf die heutigen Lebensverhältnisse umzudeuten und zu adaptieren. Das hat ihm viel Ärger und viele Feinde eingebracht."

Nach oben


Ulrike Margarethe Salome Röhl - Macht Religion krank? Die Frage nach den "ekklesiogenen Neurosen" - Paperback 164 Seiten, Tectum Verlag 2015, Euro 20,60
Schon lange stellt vor allem die Psychologie die Frage, ob Religion bzw. Religiosität als Ausdruck von Krankheit verstanden werden kann. Denn zweifellos werden viele psychische Krankheiten durch den dominanten und einengenden Einfluss des Glaubens und der Kirche verursacht. Man spricht in diesem Zusammenhang von "Gottesvergiftung", von "ekklesiogener Neurose" oder "toxischem Glauben". Kann und darf man aber wirklich von Religion als Krankheit sprechen? Und welche Rolle spielt der Glaube bei psychisch erkrankten Menschen? Ist der Glaube ein Indikator für das Entstehen und Fortschreiten von psychischen Krankheiten? Oder ist Religion eher ein Stabilisator, der den Genesungsprozess von psychisch Kranken beschleunigen kann?

Nach oben


Bernd Galeski - Die Welt des konservativen Katholizismus - am Beispiel Joseph Ratzingers: Sind Glaube und Vernunft wirklich vereinbar? - Tectum Verlag 2014, 192 Seiten, Euro 20,50
Ein Leben ohne Gott führt zu nichts - jedenfalls zu nichts Gutem. Wenn Sie nicht glauben, sind Sie fast schon kriminell. Und ohne Gott verliert sich die Menschheit in Chaos, Anarchie und Gesetzlosigkeit. Solche und ähnlich verstörende Thesen werden heute immer noch von konservativ-katholischer Seite vertreten. Joseph Ratzinger, Papst im Ruhestand und bedeutender katholischer Theologe, ist ein Hauptexponent dieser weltfremden und selbst auf viele Katholiken antiquiert wirkenden Denkrichtung. Bernd Galeski folgt in seinem Buch den Spuren dieses stark ideologisch geprägten Denkens und legt die Wurzeln einer Weltsicht frei, die von Ratzinger und anderen ernsthaft als Heilmittel für eine bessere Welt verkauft wird. Dabei untersucht er die Frage, wieso Ratzinger und andere in ihrem Denken fehlgehen und warum deren Weltsicht in ihrem Kern unvernünftig ist.

Nach oben


Hubertus Mynarek - Papst Franziskus - Die kritische Biografie - 336  Seiten, Hardcover, Tectum Verlag 2015, Euro 20,50
Die Begeisterung für Papst Franziskus scheint kaum Grenzen zu kennen.  Seine im Vergleich zu seinem Vorgänger ungezwungene und sympathische  Art nötigt selbst Kirchenfernen eine gewisse Bewunderung ab. Und  Gläubige wollen in ihm einen Reformator oder gar einen religiösen  Revolutionär sehen. Wo bleiben da die kritischen Stimmen? Hubertus Mynarek bietet mit seinem Buch eine echte Alternative zu den  zahlreichen unkritischen Papstbüchern. Ausgehend vom Werdegang  Franziskus’ fragt Mynarek: Wer ist und woher kommt dieser Papst? Was  denkt er und was ist von ihm zu erwarten? Und finden sich bei ihm wirklich  Ansätze zu einer Veränderung? Oder ist dieser Papst doch nur ein Kind der  Medien und von Wunschbildern, die Gläubige nach der eher spröden  Amtszeit von Benedikt XVI. an ihn herantragen? Mynareks Antworten auf  diese Fragen machen sein Buch über Franziskus zu einer spannenden,  ehrlichen und echten Alternative zu den vielen Lobeshymnen auf diesen  Papst.

Nach oben


Siegfried R. Krebs: Problemfall Priesterkaste - Religions- und kirchenkritische Rezension 2011-2015. 224 S. kart. edition Spinoza im Verlag freiheitsbaum. Reutlingen und Heidenheim 2015. 15,50 Euro. ISBN 978-3-922589-59-4 (Direktbestellung: ed.spinoza@t-online.de)
Religion versus Vernunft: Es gibt ein nahezu unübersichtliches Spektrum an angebotenen Medien, das sich kritisch mit den Phänomenen Dogmenwahn, Klerikalismus, Fundamentalismus, Religions- und Kirchenkritik auseinandersetzt.
Siegfried R. Krebs, der diplomierte Kultur- und Theaterwissenschaftler arbeitet als freier Journalist in Weimar. Von Hause aus Atheist, ist er seit 2008 in freigeistigen Organisationen tätig und betreibt seit Ende 2010 das Internet-Portal www.freigeist-weimar.de. Erschienen sind hier seine meisten Rezensionen. Sie wurden aber auch vielfach von anderen Webseiten übernommen, so z. B. von www.hpd.de, www.humanismus-aktuell.de, www.wissen-bloggt.de oder www.nicsbloghaus.org.
Die Zahl seiner bereits veröffentlichten Rezensionen ist beachtlich. Er hat für edition Spinoza die kirchen- und religionskritische Online-Rezensionen von Januar 2011 bis zum Mai 2015 in einer Auswahl zusammengestellt. Den geneigten Leserinnen und Lesern sei dieses Kompendium als Kompass zur Orientierung im Dschungel der vielfältigen modernen Aufklärungsliteratur wärmstens anempfohlen.

Nach oben


Leo Prothmann (Herausgeber) - Kirche - Konten - Konkordat: Ansichten und Einsichten - Paracelsus Verlag Salzburg 2015, 222 Seiten
Bekannte Autoren aus Kunst und wissenschaftlichen Bereichen beleuchten den Einfluss der Kirchen auf Politik und Gesellschaft. Ihre Appelle richten sich an die soziale Verantwortung des Staates, seine Bürger vor den Übergriffen des institutionalisierten Glaubens zu schützen. Es geht um eine kritische Auseinandersetzung mit obskuren religiösen Lehren und den Zwang zur Finanzierung durch die Allgemeinheit.

Nach oben


Harald Specht - Das Erbe des Heidentums - Antike Quellen des  christlichen Abendlands - 700 Seiten, Paperback Tectum Verlag  2015, Euro 23,60
Das "Abendland" hat sich aus uralten, längst vergessenen Quellen  entwickelt. Der Sieg des Christentums über heidnische Kulte,  Mysterienbünde und gnostische Religionsgemeinschaften, aber vor allem  die unheilige Liaison von Staat und Religion führten zu einem jähen Bruch  mit vielen dieser antiken Traditionen.
Was okkulte Bruderschaften oder mysteriöse Orden wie Alchimisten,  Rosenkreuzer und Freimaurer als "Arcanum" hüteten oder man als  Geheimnis der Tempelritter vermutete, wurde aber seit der Antike  unauffällig auch in den Werken der Wissenschaft, Literatur und Kunst als  heidnisches Erbe tradiert. Künstler und Gelehrte der Renaissance und  Vordenker der Aufklärung wurden so zu den wahren Hütern dieses  Vermächtnisses.
Die verborgene Symbol-Sprache ihrer Werke enthält unerwartete Hinweise  auf einen lang gehüteten Wissensstrom, der die Entwicklung des  Abendlands begleitete und unterschwellig die heidnischen Weltbilder und  deren kosmologische, philosophische, naturwissenschaftliche und kulturelle Traditionen  weiterführte. Doch welche Geheimnisse wurden über die Jahrhunderte bewahrt, um diese  uralten Weisheiten und Erkenntnisse vor Vergessen und Vernichtung zu retten?
Was hat antike Himmelskunde mit Religion und biblischen Figuren wie Jesus, Johannes oder Maria zu tun?
Welche heidnischen Wurzeln verbergen sich hinter unserem abendländischen Gedankengut bis hin zu den christlichen Feiertagen?
Was verraten uns versteckte Botschaften in alten Kunstwerken, wie etwa im scheinbar harmlosen Schäferidyll "Et in Arcadia ego" des genialen Malers Nicolas Poussin?
Eine Fülle ähnlicher Fragen führt Harald Specht auf eine spannende Reise von der Antike bis hin zum aufgeklärten Europa.

Nach oben


Norbert Lachner - Vernunft, Logik und Wissenschaftlichkeit im Islam - Paperback, Books On Demand  2014, ISBN-13: 978-3735727626, 506 Seiten, Euro 36,-
Dieses Buch geht den Fragen nach, - inwieweit Vernunft, Logik und Wissenschaftlichkeit grundlegende Bestandteile des Islams bilden; - wie sich die Auslegung des Islams durch die Jahrhunderte hindurch entwickelt hat; - welche Bedeutung für die islamische Praktizierung der Rechtsgelehrsamkeit zukommt; - welchen Stellenwert philosophische Denkprinzipien im Islam einnehmen; - welchem Ziel die angestrebte mystische Vereinigung im Sufismus letztlich gilt; - ob der Islam eine Religion wie andere oder vielmehr eine allumfassende Lebensordnung ist; - welches Gottes- und Menschenbild der Islam vermittelt; - welche Inhalte die islamische Lehre mit den biblischen Religionen gemeinsam hat und in welchen Bereichen sie sich von ihnen unterscheidet; - wie sich die religiöse Lehre des Islams zum Judentum und zum Christentum verhält; - welche Darstellung und Beurteilung des Judentums und des Christentums der Islam beinhaltet und welche Haltung gegenüber ihren jeweiligen Anhängern er vorschreibt.

Nach oben


Karin Leukefeld - FLÄCHENBRAND Syrien, Irak, die Arabische Welt und der Islamische Staat - Verlag PapyRossa 2015, 230 Seiten, Euro 15,30
Bis vor wenigen Jahren war Syrien ein aufstrebendes, heute ist es ein verbranntes Land. Millionen Menschen haben alles verloren, die Gesellschaft ist tief gespalten. Der von außen angeheizte Krieg, die politische Isolierung und die Sanktionen von USA und EU haben ebenso die aufblühende Ökonomie zerstört wie die syrische Reformbewegung. Nicht besser sieht es im Irak aus. Gesellschaftlich zerrüttet, konfessionell zerrissen, wirtschaftlich am Boden, von Terrorismus überzogen, so lautet das Ergebnis der US-geführten Militärintervention und Besatzungspolitik. Nichtstaatliche Akteure wie der »Islamische Staat« und andere Kampfverbände bestimmen hier wie in Syrien das Geschehen. Der Krieg mit seiner Flüchtlingskatastrophe destabilisiert aber auch zunehmend die Nachbarländer. Das Buch erläutert, wie und warum die Region des »Fruchtbaren Halbmondes« - die Wiege der Zivilisation - in Flammen aufgeht, welche Auswirkungen dies auf die betroffenen Staaten und ihre Gesellschaften hat und welche Perspektiven sich abzeichnen.

Nach oben


Christoph Reuter, Die Schwarze Macht. Der "Islamische Staat" und die Strategen des Terrors, Deutsche Verlags-Anstalt 2015, 352 S., Euro 20,60
Nach seinem brutalen Eroberungszug im Jahr 2014 herrscht der "Islamische Staat" heute über mehr als fünf Millionen Menschen und eine Fläche von der Größe Großbritanniens. SPIEGEL-Korrespondent Christoph Reuter zeichnet den präzise geplanten Aufstieg der Dschihadisten nach und stößt zu den Wurzeln des Terrors vor - im zerfallenden Irak, im syrischen Bürgerkrieg und in den vielfältigen Konflikten der Region, die die Strategen des Terrors geschickt für ihre Zwecke zu nutzen wissen. IS, der "Islamische Staat", ist weit mehr als die gefährlichste Terrorgruppe der Welt. Er ist eine Macht, die ein zuvor ungekanntes Maß an Perfektion zeigt - in seinem Handeln, seiner strategischen Planung, seinem vollkommen skrupellosen Wechsel von Allianzen und seiner präzise eingesetzten Propaganda.

Nach oben


Heiner Jestrabek (Hrsg.): Glossar Humanistisches Freidenkertum. Reden wir mal über Begriffsbestimmungen. 44 S .m.Abb. brosch. Edition Spinoza im Verlag Freiheitsbaum 2015, Euro 5,00. Bestelladresse: ed.spinoza@t-online.de
Begriffsunklarheiten, gewollte Begriffsverwirrungen dienen den ökonomisch, politisch und medial Herrschenden immer dazu, das Wesen ihrer Herrschaft zu verschleiern und so möglichst ungetrübt über Menschen und deren Köpfe bestimmen zu können. Deshalb sollten, ja müssen, alternative Kräfte, egal ob sozialistisch gesonnen und/oder religionsfrei, sich über die "gängigen" Begriffe im Hier und Heute Gedanken machen und deutlich über deren Bestimmungen und Inhalte reden. Und nicht das nachplappern, was ihnen "von oben" vorgesetzt wird.

Nach oben


Thomas Bäumler - Priester, Neffe, Tod: Gerti Zimmermann recherchiert - Krimi zum katholischen Kinderschändermilieu - Größenwahn Verlag 2015, 200 Seiten, Euro 22,50
Georg Hornberger - geachteter Theologe, Prälat und Ehrenbürger seines oberfränkischen Heimatortes - wird brutal ermordet aufgefunden. Nicht nur die Polizei steht vor einem Rätsel. Die angehende Journalistin Gerti Zimmermann, die ein Volontariat bei der Heimatzeitung absolviert, beginnt zu recherchieren. Ihre Ermittlungen, die sie bis nach Prag führen, lassen ihr keine Ruhe. Im Tagebuch des Junkies Josef, des Neffen des Ermordeten, findet sie einen erstaunlichen Hinweis: Josef wurde als Jugendlicher von seinem Onkel sexuell missbraucht. Gerti erforscht die Familiengeschichte des Ermordeten und entdeckt Geheimnisse, deren Lüftung vielen Beteiligten ein Dorn im Auge zu sein scheint. Werden ihre Ermittlungsergebnisse Gehör finden? Ist die Redaktion der Zeitung bereit, die Wahrheit zu drucken? Thomas Bäumler kreiert den ersten Fall der blutjungen Gerti Zimmermann, die noch am Anfang ihre Karriere steht. Auf der Bühne dieses ländlich geprägten fränkischen Umfeldes durchlebt eine katholische Familie ihre Tragödie. Eine sozialkritische Kriminalgeschichte mitten in Deutschland um Medienmacht, Meinungsfreiheit und Glauben. Und über sexuellen Missbrauch.

Nach oben


Thomas Suddendorf - Der Unterschied - Berlin Verlag 2014, 464 Seiten, € 23,70
Was unterscheidet den Menschen von den übrigen Tieren? Wie kam es zur Entwicklung seiner besonderen Fähigkeiten? Und worin genau bestehen diese überhaupt? Der renommierte Entwicklungspsychologe und Primatenforscher Thomas Suddendorf zeigt: Nicht unsere Intelligenz an sich, erst unsere Phantasie und unser Bedürfnis, diese mit anderen zu teilen, machen den Menschen zum Menschen. Von der Psychologie und Verhaltensbiologie über die Evolutionsgeschichte bis hin zu den Neurowissenschaften verknüpft er erstmals die jüngsten Erkenntnisse aller relevanten Wissensgebiete. Suddendorf zeigt, dass die Alleinstellung des Menschen dadurch entstand, dass wir andere menschenähnliche und sogar eindeutig menschliche Spezies ausrotteten. Verblüffend ist, dass offenbar alle einzigartigen Eigenschaften des Menschen auf nur zwei grundlegende Besonderheiten zurückgehen: unsere unbändige Imaginationskraft und das Bedürfnis, unsere Gedanken mit anderen zu teilen.

Nach oben


Raif Badawi - 1000 Peitschenhiebe: Weil ich sage, was ich denke - Ullstein Verlag 2015, 64 Seiten, Euro 5,10
Raif Badawi, saudi-arabischer Blogger, teilte im Internet seine Gedanken über Politik, Religion und Freiheit. Dafür wurde er zu 1000 Peitschenhieben und zehn Jahren Haft verurteilt. Diese Streitschrift versammelt die zentralen, verbotenen Texte Badawis. Sie zeigen die Spannungen zwischen einer traditionellen Auslegung des Islam und dem Anspruch auf ein selbstbestimmtes Leben in der Gegenwart. Badawi fordert Liberalismus, Toleranz, Pluralität, Meinungsfreiheit und Menschenrechte - weil sonst die arabisch-islamische Welt verloren ist. Mit einem aktuellen Text, den Raif Badawi für dieses Buch über sein Leben im Gefängnis geschrieben hat.

Nach oben


Wilfried Buchta, Terror vor Europas Toren. Der Islamische Staat, Iraks Zerfall und Amerikas Ohnmacht, Frankfurt/M. 2015, 413 Seiten, Euro 23,60
Der Vormarsch der Milizen des selbsternannten Islamischen Staats gehört derzeit zu den beherrschenden Nachrichtenthemen. In ihm zeigt sich eine neue Qualität des Terrors, der mit dem Export des Heiligen Kriegs, des Dschihad, auch nach Europa überzuschwappen droht. Doch wie konnte es zu dieser bedrohlichen Entwicklung kommen? Wilfried Buchta zeichnet die fatalen Ereignisse im Nahen Osten nach. Er beleuchtet dabei die Rolle der wichtigsten Akteure und Machtfaktoren und erklärt, welche Handlungsoptionen dem Westen heute noch bleiben. Wilfried Buchta ist promovierter Islamwissenschaftler. 2005 bis 2011 arbeitete er als politischer Analytiker für die UN-Mission im Irak. Als Zeitzeuge hat der Kenner der Region und ihrer Geschichte die politischen Ereignisse, die zum Erstarken der Terrormiliz Islamischer Staat geführt haben, täglich hautnah miterlebt.

Nach oben


Ayaan Hirsi Ali - Reformiert euch!: Warum der Islam sich ändern muss - Albrecht Knaus Verlag 2015, 304 Seiten, Euro 20,50
Ihre eigene Biografie und intime Kenntnis der islamischen Gesellschaften und Kultur sowie ihre Forschungen machen die aus Somalia stammenden Ayaan Hirsi Ali zu einer der wichtigsten Stimmen in der Debatte über den Islam. Ihr neues, von Optimismus getragenes Buch, kommt im richtigen Moment: Es nimmt die Terroranschläge in Paris zum Ausgangspunkt, bietet Einordnung und Hintergründe, vor allem aber bezieht Hirsi Ali klar Stellung: gegen einen erstarrten Islam und dessen Tolerierung durch den Westen. Und für eine Reformation ihrer Religion durch die Muslime!

Nach oben


Heinz-Werner Kubitza - Der Dogmenwahn: Scheinprobleme der Theologie. Holzwege einer angemaßten Wissenschaft - Tectum Verlag 2015, 398 Seiten, Euro 20,50
Dogmatische Theologie ist heutzutage auch "Wissenschaft" wider besseres Wissen; Richtschnur sind wie seit Jahrhunderten allein Bibel und Bekenntnis. Doch wie passen religiöser Glaube und moderne Wissenschaft überhaupt zusammen? Und womit beschäftigen sich eigentlich hochdotierte Theologen an unseren Universitäten, wenn nicht einmal der Gegenstand ihrer Forschung bestimmt ist? Wie sachdienlich können ihre "Forschungsergebnisse" sein, wenn zum Beispiel die seit über einem Jahrhundert tiefgründig diskutierten Fragen zur Historizität Jesu gar nicht zur Kenntnis genommen werden? Was ist dran, an den schwülstig gedrechselten Aussagen und Erkenntnissen, die von verschiedenen Vertretern zahlreicher "theologischer Schulen" über Suchende, Fragende und Studierende ausgegossen werden? Und Erkenntnis und Wahrhaftigkeit sind doch Ziel aller Forschung? Oder? Diesen und ähnlichen heiklen Fragen geht Heinz-Werner Kubitza, bekannt als Verfassern von "Der Jesuswahn", penibel auf den Grund.

Nach oben


Jean Ziegler und Ursel Schäfer - Ändere die Welt!: Warum wir die kannibalische Weltordnung stürzen müssen - Bertelsmann Verlag 2015. 288 Seiten, Euro 20,50
"Der Kapitalismus setzt die Warenbeziehung als universelle Beziehung durch". Das ist einer der Kernsätze Zieglers und genau jene "Kannibalisierung der Welt" durch das neo-liberale Verständnis des Kapitalismus, welches Ziegler als durchgehend "an der Macht" kennzeichnet. Eine Entäußerung aller sozialer und individueller Freiheiten und Möglichkeiten, die im Lauf der letzten Jahrhunderte teuer gerade in Europa erkauft wurden und in den letzten Jahren, seit dem Zusammenbruch des "realen Sozialismus" als Teil eines "bipolaren Systems" 1991 rasant voranschreitet. Während zu Zeiten der "Blöcke" noch eine gewisse Angst und Zurückhaltung auf Seiten des enthemmten Kapitals herrschte (es bestand ja die Gefahr der Revolution zum "anderen System hin"), entfällt dieses (mangelhafte, aber vorhandene) Korrektiv seit 1991 nun.
Mit weitreichenden Folgen. Die Ziegler ruhig und sachlich beschreibt. Eine reine Funktionalisierung des "Faktors Mensch" auf den Faktor "Waren- Produktionszeit", das menschliche Sein durchdekliniert im Sinne der Wirtschaft auf seinen "Tauschwert". Bis hin zu durchgehend weiterer "Drängelei", alles zu "privatisieren" und damit als Gewinnmöglichkeit zu sichern, was nur denkbar ist. Die "beschleunigte Akkumulation und die kontinuierliche Profitmaximierung" entfremdet "alles von allem und jeden von jedem". Womit Ziegler wie nebenbei auch die Folgen für die "Besitzer der Produktionsmittel" selbst herausstellt.
Aktuell am Niedrigzins zu erkennen ist, wie ein Finanzsystem sich in dieser Hinsicht so gut wie selber zerlegt, weil die Firmen aufgrund der Rücklagen keine Kredite mehr benötigen und damit selbst "Geld" als "reale Ware" kaum mehr gefragt ist und nur noch der virtuellen Vermehrung eines abstrakten Profits zugeführt wird. Und der Mensch, die Menschheit, zunächst die ärmeren Teile der Welt, zunehmend aber auch die "Kernzonen" des Wohlstandes bleiben auf der Strecke.
Massenarbeitslosigkeit, die Wertlosigkeit des eigenen Lebens im Sinne eins "Tauschmittels", zunehmend Mangel, realer Hunger, sich auflösende Sozialgemeinschaften, all das kennzeichnet Ziegler als Folge der "modernen" Auffassung von "Leben als Gewinnstreben" und neo-liberaler "Entgrenzung" des Marktes.

Nach oben


Peter Dinzelbacher - Weltuntergangsphantasien und ihre Funktion in der europäischen Geschichte, Alibri-Verlag 2014 - 210 Seiten, Euro 17.50
Der Historiker Peter Dinzelbacher spürt den Endzeitphantasien von der Antike bis in die Gegenwart nach. Im ersten Teil des Buches gibt er einen Einblick in die Vorstellungswelten der Untergangspropheten. Er zeigt, dass die Angst vor der Weltkatastrophe bereits vor der jüdisch-christlichen Apokalyptik existierte, folgt den Motiven durch das christliche Mittelalter in die Neuzeit und ordnet moderne, ökologisch begründete Schreckensszenarien in diese Tradition ein.
Im zweiten Teil erfolgt eine mentalitätsgeschichtliche Analyse. Dinzelbacher fragt nach den Beweggründen derer, die den Weltuntergang vorhersagten oder predigten, untersucht die dahinter stehenden Ängste, Wünsche und Phantasien. Und er stellt eine Frage von zentraler Wichtigkeit: Warum und zu wessen Vorteil wurden die apokalyptischen Szenarien verbreitet?

Nach oben


Arzu Toker: Kein Schritt zurück - Alibri Verlag 2014, 157 Seiten, Euro 12,35
Was bedeutet Ehre im Islam? Um wessen Ehre geht es? Arzu Toker setzt sich literarisch mit dem Verständnis von Ehre auseinander.
Das ursprünglich für den Hörfunk verfasste Feature Die Balkonmädchen beschreibt den Konflikt zwischen dem Drängen junger Migrantinnen in Deutschland, frei zu leben, und den traditionellen Anforderungen ihrer Herkunftsfamilien.
In dem Prosatext Verschenkte Freiheit klagt eine Mutter voller Wut und Schmerz über den Verlust ihrer Tochter an eine islamische Sekte.
Das Nachwort ist ein leidenschaftliches Plädoyer für die Freiheit. Die Freiheit von religiösen Zumutungen. Die Freiheit von nationalen Fesseln. Ein Plädoyer für eine Utopie der Entwicklung gemeinsamer grenzüberschreitender Werte.

Nach oben


Craig Venter - Leben aus dem Labor - Die neue Welt der synthetischen Biologie - S. Fischer Verlag 2014, 304 Seiten, Euro 20,60
Der bekannte Genetiker J. Craig Venter schafft es immer wieder in die Schlagzeilen: Nachdem er als Erster das menschliche Genom entzifferte, hat er jetzt als Erster einen künstlichen Organismus erschaffen. In seinem Buch erzählt er nun packend und anschaulich von den Rückschlägen und revolutionären Entdeckungen seiner Forschung. Gleichzeitig zeigt er, was die gegenwärtige Biologie kann und die zukünftige können wird: Sequenz für Sequenz passgenaue Organismen herstellen, die Geninformation "beamen", Modellzellen programmieren, mit denen man Versuche am Computer durchführen kann, sowie neuartige Medikamente erstellen und mit Lichtgeschwindigkeit auf der Welt verteilen. Ein Bericht von der vordersten Front der Wissenschaft und ein so faszinierender wie nachdenklich stimmender Einblick in die neue Welt der synthetischen Biologie.

Nach oben


Harald Lesch / Josef M. Gaßner - Urknall, Weltall und das Leben - Komplett-Media Verlag, überarbeitete und erweiterte Neuauflage 2014, 408 Seiten, Euro 30,80
Ein Universum entsteht aus dem Nichts und lädt ein zum Staunen. Der ewige Kreislauf aus Strukturbildung und kosmischen Katastrophen lässt faszinierende Objekte werden und vergehen. Sternengeburt und Sternentod reihen sich aneinander, bis hin zu einer wundersamen Metamorphose der Selbstorganisation von toter Materie zu lebenden Organismen. Dieses Leben wird sich seiner selbst bewusst und stellt Fragen: Wie konnte Alles aus dem Nichts entstehen und was war davor? Was ist Materie und was hält die Welt im Innersten zusammen? Was sind Sterne, Quasare, Pulsare, Jets, GRB, UHECR, Magnetare, Schwarze Löcher, Super- und Hypernovae, Galaxien und der Rest? Wie ist das Leben entstanden und sind wir allein? Wohin führt unsere kosmische Reise / welche Bedrohungen erwarten uns? Was ist Dunkle Materie, Dunkle Energie, Supersymmetrie, Eichsymmetrie und spontane Symmetriebrechung? Was bringt uns das Higgsboson und wie geht´s jetzt weiter am LHC? Die Weltformel: Stringtheorie oder Schleifenquantengravitation? Woher wissen wir das alles und wo ist die Grenze unserer Erkenntnis? Das anthropische Prinzip - ist noch Platz für Gott in unserem Weltbild? Harald Lesch und Josef M. Gaßner begeben sich auf die Suche nach ­Antworten und präsentieren im kurzweiligen Dialog den aktuellen Stand der Wissenschaft so verständlich wie nur möglich, bis an die Grenzen ihrer eigenen Vorstellungskraft.  

Nach oben


Uwe-Christian Arnold / Michael Schmidt-Salomon - Letzte Hilfe - Ein Plädoyer für das selbstbestimmte Sterben - Rowohlt, 2014, 240 Seiten, Euro 19,50
Selbstbestimmung darf nicht enden, wenn es um das Sterben geht. Dies ist das Credo des Berliner Arztes Uwe-Christian Arnold. Seit vielen Jahren begleitet er schwer leidende Menschen, die beschlossen haben, selbstbestimmt aus dem Leben zu gehen. Er kennt ihre Schicksale und ihre Motive. Dieses Buch ist ein Bericht aus erster Hand für alle, die sich über das heikle Thema Sterbehilfe eine Meinung bilden wollen. Ein leidenschaftliches Plädoyer für das Recht auf Letzte Hilfe.

Nach oben


Benjamin Kunkel - Utopie oder Untergang - Ein Wegweiser für die gegenwärtige Krise - Suhrkamp 2014, 246 Seiten, Euro 18,50
Nach dem Zusammenbruch des Realsozialismus kam die Parole vom "Ende der Geschichte". Ebenfalls aus den USA kommt dieses Buch, das nun das Ende des Neoliberalismus anzukündigen versucht. Der Autor ist im neoliebralen Zeitalter aufgewachsen und reflektiert nun darüber, indem er Texte über Autoren wie Fredric Jameson, David Graeber und Slavoj Žižek verfasst, woraus sich ein Panorama linken Denkens formiert. Er scheribt, dass wir in einer Zeit leben, in der "die Konstruktionsfehler des globalen Kapitalismus so deutlich zutage getreten" sind, dass Hoffnung aufkommt, sich gegen dieses Zwangsregime zur Wehr setzten zu können. Denn: "Ein entscheidender Faktor für eine echte Renaissance marxistischen Denkens und marxistischer Kultur dürfte die Tatsache sein, dass der Kapitalismus bei vielen, die heute unter dreißig sind, jeden Anspruch auf Loyalität verwirkt hat."
Passend zur aktuellen Diskussion in Österreich über die Einführung einer Vermögenssteuer für Millionäre meint Kunkel, dass sich die herrschende Klasse einer Vermögensteuer unterwerfe, sei weniger wahrscheinlich als eine sozialistische Revolution. In Österreich ist allerdings eine sozialistische Revolution noch weitaus weniger wahrscheinlich als ein Bundeskanzler Strache. An dessen Karriere arbeiten ja weiterhin SPÖ und ÖVP mit größtem Eifer Hand in Hand.

Nach oben


Hamed Abdel-Samad - Der islamische Faschismus: Eine Analyse -Droemer Verlag 2014, 224 Seiten, Euro 18,50
Der Islamismus entstand parallel zum italienischen Faschismus und zum Nationalsozialismus. Sein faschistoides Gedankengut allerdings reicht viel weiter zurück - es ist bereits im Ur-Islam angelegt. Hamed Abdel-Samad schlägt in seiner Analyse einen Bogen von den Ursprüngen des Islam bis hin zur Gegenwart. Die Grundzüge des Faschismus scheinen überall durch; in der Organisationsstruktur ebenso wie in der Religion, die stets über dem Menschen steht.
Ein wichtiges Buch, dessen Thesen Hamed Abdel-Samad eine Todes-Fatwa einbrachten. Allein das entlarvt den Islamismus.

Nach oben


Ich Axel Cäsar Springer - Erklärung eines Wunders, Tatsachen und Deutungen - fünfteiliger DDR-TV-Film auf 5 DVDs, produziert 1968/1970, Preis je nach Anbieter ab ca. 20 Euro
Wie bei ähnlichen DDR-Produkten wurden sehr gut recherchierte Hintergründe zu einem Agitationsprodukt geformt, das aber auch heute noch sehenswert ist. Es mögen einige Fakten überstrapaziert und einige Personen in dem Film etwas satirisch überzeichnet wirken, aber gerade diese Methodik trifft den wesentlichen Kern der Funktion Springers und vermittelt den Habitus der bis heute herrschenden Kreise in der BRD. Springer war der passende Mann der den Eliten des untergegangenen Nazi-Deutschlands einen geräuschlosen Übergang in die BRD ermöglichte ohne grundlegende Positionen aufzugeben und somit dazu beitrug ihre Herrschaft abzusichern. Und auf diese heute gerne verschwiegene Geschichte geht der Film in voller Ausführlichkeit ein. Dass man sich bis heute dieser Tradition im Hause Springer bewusst ist, zeigt der große Empfang für Rosemarie Springer durch ihre Nachfolgerin an der Seite Axels, Friede Springer, im Mai 2012 zum 100. Jahrestag des Verlegerhauses. Rosemarie Springer ist eine Tochter des SS-Obergruppenführer Lorenz und ehemalige Frau eines Nazi-Industriellen aus deren Umkreis nach 1945 Geld in Richtung Springer floss. Dass die DDR Springer eine solche mediale Aufmerksamkeit widmete, ist bis heute nachvollziehbar. Kein Aufmacher in den Nachrichtenformaten, keine Kampagne in der BRD, keine Beeinflussung der Massen im bürgerlichen Sinne verläuft ohne diesen Konzern. Deshalb wird man diesen Film wohl auch nie im öffentlichen Fernsehen zur besten Sendezeit erleben, seine Veröffentlichung als DVD-Box darf als Überraschung gesehen werden, im Begleitheft hat man sich allerdings geziemend vom Film distanziert, was aber seine Aktualität eher bestätigt als diskreditiert...

Nach oben


Robert Pleyer, Axel Wolfsgruber - Der Satan schläft nie: Mein Leben bei den Zwölf Stämmen - Knaur Verlag 2014, 280 Seiten, Euro 15,45
Geschlagen, gedemütigt und entmündigt: Mit diesen Worten beschrieb der Focus im Mai 2012 die Lebensverhältnisse bei den Zwölf Stämmen, eine Sekte, die seit Jahren in den Schlagzeilen ist. Als Robert Pleyer vor mehr als zwanzig Jahren in diese Sekte aufgenommen wurde, fühlte sich das zunächst wie eine Befreiung an. Doch bald zeigte sich, in welche Abhängigkeiten er geraten war. Denn bei den Zwölf Stämmen gelten allein die Regeln der Sektenführer, die ihre Macht auf umfassende Kontrolle stützen.
Vor drei Jahren beschloss Robert Pleyer, die Gemeinschaft mit seinen Kindern zu verlassen. Nun schildert er zum ersten Mal in allen Einzelheiten sein Leben bei den Zwölf Stämmen: die gottgleiche Stellung der Ältesten, die Entmündigung der Frauen, die Gewalt an den Kindern. Sein Bericht offenbart das Unmenschliche einer Sekte, deren Mitglieder kein Privateigentum besitzen, für ihre Arbeit keinen Lohn erhalten und Ärzte nur im äußersten Notfall aufsuchen dürfen.

Nach oben


Thomas K. Luther - Jahwe Christus Allah - Projektion des Wahns und Anker der Macht - Verlag epubli GmbH 2014, 348 Seiten, Euro 25,60
Religiosität bedeutet: Bekenntnis zum Glauben an überirdische Mächte, die den Menschen beherrschen, die alles Materielle geschaffen haben; die richten, belohnen oder bestrafen. Doch rationales Denken und Erkenntnisse der Wissenschaft widerlegen diesen Glauben, degradieren die Erfinder der Götter und entlarven die geschäftigen Scharlatane der religiösen Machtapparate. Religionen sind Relikte archaischer Einfalt - sind nichts weiter, als Disziplinierungs- und Herrschaftssysteme, die allerdings seit Urzeiten funktionieren.

Nach oben


Joachim Kahl, Das Elend des Christentums oder Plädoyer für eine Humanität ohne Gott, Tectum-Verlag 2014, 216 Seiten, 18,50 Euro
Erstmals erschien 1968 mit "Das Elend des Christentums" ein kritisches Werk eines promovierten Theologen, der durch sein Studium zum Atheisten geworden war. Joachim Kahls Klassiker der modernen Christentumskritik liegt jetzt in einer Neuausgabe für eine neue Lesergeneration vor. Fragt man nach den bedeutsamsten christentums- und kirchenkritischen Bücher der Nachkriegszeit, so dürfte man direkt nach Karlheinz Deschners "Abermals krähte der Hahn" Joachim Kahls Buch nennen.
Im Haupttext problematisierte er zunächst, dass Schwierigkeiten zu verbindlichen Aussagen über das Christentum bestünden, denn: "Die Christen wissen selber nicht, was christlich ist." Dann widmete Kahl sich der "Realbilanz der Kirchengeschichte" bezogen auf – so lauten die Kapitelüberschriften - “Die Kirche als Sklavenhalterin", "Die blutige Verfolgung der Heiden", "Die blutige Verfolgung der Juden", "Die blutige Verfolgung der Christen untereinander" und "Die Verteufelung der Sexualität und die Diffamierung der Frauen". Das Besondere in diesen Ausführungen besteht darin, dass Kahl mit Hinweisen auf Textpassagen aus dem Neuen Testament einen Kontext von theologischen Grundlagen und menschenverachtender Praxis deutlich machen konnte.
Dem folgend ging es um die "Unerkennbarkeit des historischen Jesus", liegen doch in der Tat über sein Wirken keine aussagekräftigen nicht-theologischen Quellen vor. Ausführlich thematisierte Kahl danach das "Chaos im Dogma" anhand der Theologiegeschichte vom Neuen Testament bis in die seinerzeitige Gegenwart. In dem "Programm der Entmythologisierung" zeitgenössischer progressiver Theologen erblickte er nur einen romantischen "Versuch einer Ehrenrettung des christlichen Glaubens". Und schließlich plädierte Kahl für eine "postchristliche Perspektive" für die Religionsfreiheit mit seinen Forderungen nach konsequenter Trennung von Staat und Kirchen, Universität und Kirchen und Schule und Kirchen.

Nach oben


Holy Flying Circus - Voll verscherzt - Film von Owen Harris (2011), DVD, Preis je nach Anbieter unterschiedlich
Die berühmten Monty Pythons John Cleese (Darren Boyd), Eric Idle (Steve Punt) und Terry Jones (Rufus Jones) kämpfen nach den Dreharbeiten ihres in religiösen Kreisen berüchtigten Films "Das Leben des Brian" gegen Sittenwächter, religiöse Gruppen, öffentliche Zensur und selbst ernannte Moralapostel. Die Kontroversen um die Veröffentlichung des Films finden ihren Höhepunkt beim legendären BBC-Interview, das John Cleese und Michael Palin am 9. November 1979 in der Sendung "Friday Night, Saturday Morning" mit einem Bischof und einem christlichen Autor führten. - Film nach dem wirklichen Geschehen mit einem sehr gut auf die Monty Pythons getrimmten Schauspielerteam!

Nach oben


Und dann der Regen - Film, Regie Icíar Bollaín, Drehbuch Paul Laverty, DVD, Preis je nach Anbieter unterschiedlich
Der junge spanische Regisseur Sebastián will den großen, wahrhaftigen Film über Kolumbus drehen: nicht den heroischen Entdecker zeigen, sondern die brutale Eroberung eines Kontinents. Weil das Budget äußerst knapp ist, hat Sebastiáns Produzent Costa das bolivianische Cochabamba als Drehort ausgewählt. Die Produktionskosten sind äußerst günstig, sogar die Gagen der indianischen Statisten für die spektakulären Massenszenen kann man sich hier leisten. Die Dreharbeiten laufen ausgezeichnet, bis in Cochabamba soziale Unruhen ausbrechen. Die Wasserversorgung der Region wurde an einen internationalen Konzern verkauft, der nach rigorosen Preiserhöhungen nun sogar das Auffangen von Regenwasser untersagt hat. Die Proteste der lokalen Bevölkerung eskalieren zum offenen Aufstand. Die spanische Filmcrew um Sebastián und Costa kann den aktuellen Konflikten nicht ausweichen: Ausgerechnet ihr indianischer Hauptdarsteller Daniel ist einer der Anführer des Wasseraufstands. Die Geschichte scheint sich zu wiederholen, aber diesmal unter anderen Bedingungen...

Nach oben


Franz M. Wuketits, Was Atheisten glauben, Gütersloher Verlagshaus 2014, 191 Seiten, Euro 20,60
Franz M. Wuketits gibt in seinem neuen Buch eine umfassende Antwort: Er zeigt, wie Atheisten das Leben sehen, wie sie dem Tod begegnen und wie sie in einer objektiv sinnlosen Welt doch einen Sinn in ihrem Leben finden. Atheismus ist ein Lebensentwurf, »Gottlosigkeit« führt keineswegs zu Nihilismus und Amoralismus. Atheisten sind eben auch Humanisten, die durchaus auf moralische Prinzipien bauen - allerdings bedürfen sie dabei keiner höheren, gottgegebenen Werte.

Nach oben


Hermann Josef Schmidt - "Dem gilt es den Tod, der das gethan" Nietzsches frühe Entwicklung und einige ihrer Folgen - Alibri Verlag 2014, 251 Seiten, kartoniert, Euro 20.60
Der Band enthält acht Aufsätze, die zusammen ein rundes Bild des Christentumskritikers Nietzsche liefern. Hermann Josef Schmidt, bekannt für seinen "genetischen Ansatz", sein Bemühen, Nietzsches Philosophie in ihrer Entwicklung zu begreifen, setzt auch hier bei Texten aus der Kindheit an: er untersucht, wie der Knabe Nietzsche das Sterben seines Vaters und die Gespräche darüber in seinem Elternhaus erlebte; er folgt dessen Griechenbegeisterung und spürt den Begegnungen des Heranwachsenden mit dem verfemten und gescheiterten Vormärz-Dichter Ernst Ortlepp nach. Seine Hypothesen bieten Schlüssel zu Nietzsches späten Werken, zu seiner zunehmend radikaleren Ablehnung des Christentums, das er als verlogen und lebensfeindlich ansah, und zu mancher oft zitierten Sentenz.

Nach oben


Walter Gerhardt: An ihren in alle Ewigkeit wahren und unveränderbaren 245 Dogmen krankt und stirbt die Katholische Kirche, Frankfurter Verlagsgruppe, 162 Seiten,  Euro 16,30
"Mit Diskussionen, Kirchentagen, Bischofssynoden schafft die katholische Kirche keinen neuen Aufbruch zum Glauben, denn sie hält betriebsblind an ihren antiquierten, von Klerikaljuristen formulierten Glaubenswahrheiten fest. Neue Erkenntnisse passen nicht in ihr realitätsfernes Weltbild. Wollte der ursprüngliche Jesus diese Kirche schaffen?" So der Klappentext. Dass ein historisches Jesus sicher keine katholische Kirche schaffen wollte, ist wohl klar und es ist für Atheisten auch egal, ob die katholische Kirche ihre Dogmen ändert, weil auch geänderte Dogmen den ständig zunehmenden Säkularismus nicht beeinträchtigen können. Aber vielleicht wäre ein katholischer Blick in die katholische Dogmenwelt trotzdem unterhaltsam?

Nach oben


Michael Schmidt-Salomon - Hoffnung Mensch - Eine bessere Welt ist möglich, Piper Verlag 2014, 368 Seiten, Euro 20,60
Ist der Mensch tatsächlich nur ein »fataler Irrläufer der Natur«, um den es nicht schade wäre, würde er von der Erde verschwinden? Nein, sagt Philosoph und Bestsellerautor Michael Schmidt-Salomon: Denn die biologische und kulturelle Entwicklung unserer Spezies zeigt, dass wir das Potential haben, immer besser, immer »humaner« zu werden. Ein beeindruckendes, augenöffnendes Plädoyer für den Glauben an die Menschheit. Der Mensch ist das mitfühlendste, klügste, fantasiebegabteste, humorvollste Tier auf diesem Planeten. Er hat Kunstwerke von atemberaubender Schönheit hervorgebracht und raffinierteste Methoden entwickelt, um die Geheimnisse des Universums zu lüften. Nie zuvor gab es ein Lebewesen, das sich so aufopferungsvoll um Kranke und Schwache kümmerte, das so unermüdlich für Freiheit und Gerechtigkeit kämpfte ᄁ trotz aller Niederlagen. Über die dunkle Seite der Menschheit ist viel geschrieben worden, ihre Sonnenseite fiel meist unter den Tisch. Dieses Buch zeigt sie auf. Eine Liebeserklärung an unsere oft verkannte Spezies, die es wert ist, dass wir uns für sie engagieren, statt vorauseilend vor der Irrationalität der Welt zu kapitulieren.

Nach oben


Peter Baumann, Die Freiheit zum Sterben: Menschliche Autonomie am Ende, Chronos 2014, ISBN 3034012462, 23,70 Euro
"Der Psychiater ist mit der Suizidproblematik besonders vertraut. Auch mit dem medizinischen Wissen über gewolltes und ungewolltes Sterben. Ich kenne die Sterbehilfepraxis in der Schweiz seit vielen Jahren und habe ihre Abhängigkeit von der Rechtsprechung hautnah erlebt. Nachdem ich verurteilt und begnadigt worden bin, kann ich in meinem Alter ohne Furcht um die berufliche Existenz sagen und schreiben, was ich für richtig erachte."
Es war Peter Baumanns (1935ᄁ2011) Überzeugung, dass das Reden über Selbsttötungsabsichten und das Thematisieren sicherer, nicht aggressiver Sterbemethoden die beste präventive Tätigkeit gegen Suizid und gegen missliche Sterbesituationen sei. Als Psychiater kämpfte er vehement für die Anerkennung der Autonomie und gegen die Bevormundung sterbewilliger Menschen. Er selbst starb, bevor er den Vorsatz, seine Erfahrungen und Reflexionen nochmals in einem Buch festzuhalten, vollenden konnte. Er betraute Jakob Weiss mit der Aufgabe, früher Aufgeschriebenes und das in den letzten Monaten Erwogene und Besprochene herauszugeben. Daneben enthält der Band Beiträge von Angehörigen und Freunden, in denen die Person des Autors in den Vordergrund tritt.

Nach oben


Kurt Schmid - Die Bibel / Tora / Koran - Für Jugendliche ungeeignet: Religionskritisches Argumentarium - Books on Demand 2014 - ISBN 978 373 220 5554 - 486 Seiten, Euro 35.00 - als Kindle-ebook bei Amazon um 26,99
Dieses Buch richtet sich an Menschen die eine kritische Distanz zur Religion haben, es soll helfen den Unterschied von Beschriftung und Inhalt der Religionspropaganda zu erkennen. Es ist kein wissenschaftliches Werk, aber geschrieben von einem Autor der lange Erfahrung als aktiver Atheist und als Präsident einer Atheistischen Organisation gesammelt hat. Das Buch zeigt offen die kaum zu übersehenden Wiedersprüche der Weltreligionen auf. Es zeigt die Absurditäten, der Kreationisten, dem katholischen Kompendium des Katechismus, dem Anspruch der Zionisten auf das Land ihrer Väter, dem Verständnis von Demokratie und Menschenrechten der Piusbrüderschaft, geht der Frage nach, ob die Ikone der Güte und Friedensnobelpreisträgerin Mutter Theresa wirklich so gütig war, wie Ultra religiöse Juden, evangelikale Christen und Muslime die Rechte und Würde der Frauen immer mehr beschneiden. Es zeigt auch auf, wie sich immer mehr Gläubige von ihrer Mutter Kirche verabschieden, dafür aber ihr Heil in den Armen obskurer esoterischen Zirkeln suchen. Entzaubert auch die Mythen des einen, alleinigen Gottes für alle Menschen, wie auch das Leben und Wirken des Jesus von Nazareth. Es zeigt ebenfalls auf, wie der Faktor Angst immer noch die entscheidende Rolle spielt im Orchester der Religionsführer.

Nach oben


Kurt Schmid - Das verstümmelte Mädchen - ein spannender Religionskrimi - Books on Demand 2014 - ISBN 978 373 220 4335 - 184 Seiten, Euro 14.00 - als Kindle-ebook bei Amazon um 9,99
Der zweite Krimi des Schweizers Kurt Schmid handelt von einem der schlimmsten Verbrechen, die wir Menschen zufügen kann. Ihnen die Sexualität zu rauben, sie werden verkrüppelt und auf das Schlimmste geschunden. Auch hier, wie fast immer im Einflussbereich der Religionen, sind die Opfer Mädchen und Frauen. Geschätzte 150 Millionen Frauen weltweit sind genitalverstümmelt. Ein Thema, das die Exklusivität des Exotischen längst verloren hat und auch bei uns zur gelebten Realität geworden ist. Nach UNICEF leben bereits über 10.000 genitalverstümmelte Frauen in der Schweiz, Tendenz steigend. Auch in der Schweiz sind Mädchen von diesem Verbrechen betroffen, auch hier werden Mädchen verstümmelt und für den Rest ihres Lebens verkrüppelt. Diese Tatsache war der Anlass, dieses Thema in Form eines Krimis aufzugreifen.

Nach oben


Kurt Schmid - Der rote Gatter: Religionskrimi - Books on Demand 2. Auflage 2014 - ISBN 978 373 220 5905 - 208 Seiten, Euro 15.00 - als Kindle-ebook bei Amazon um 9,49
Religionskrimis? Wie und warum soll sich ein Religionskrimi von einem üblichen Krimi unterscheiden? Es gibt viele Facetten von Unrecht das unter dem Mantel der Religionen begangen wird. Die patriarchalischen Machtstrukturen der Religionen sind die Ursache, dass auch heute noch Millionen Menschen Opfer werden im Namen ihres Glaubens. Die Betroffenen sind meistens Frauen, gelten diese doch immer noch bei vielen Männern als Menschen zweiter Klasse. Im Katholizismus sind sie die Ursache für die Erbsünde, in anderen Religionen werden sie verstümmelt, oder mit dem verstorbenen Ehemann als Opferbeigabe verbrannt. Die Frauen vereinigen fast alle negativen Attribute auf sich: Die Frau als Sünderin, als Verführerin, als Hure; sie gilt als unrein, im Gegensatz zum Mann. Der rote Gatter, nicht gemeint das Gatter einer Weidenumzäunung, bei diesem roten Gatter handelt es sich um eine Kapelle, die im fünfzehnten Jahrhundert eine wichtige Rolle spielte. Sie ist heute noch Bestandteil eines Gebäudes von nationaler Bedeutung. Sie repräsentiert einen fast allmächtigen Katholizismus, der auf Unterdrückung und allgegenwärtige Macht ausgerichtet war.
Dieser Krimi spielt heute, er handelt von einer Splittergruppe des Katholizismus, die sich mit den Beschlüssen des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962 ᄁ 1965) unter Johannes XXIII nicht einverstanden erklären konnte und damit ein Schisma auslöste. Diese Gruppierung, die weltweit 300‘000 bis 500‘000 Anhänger hat, sehnt die Zeit der Allmacht der Kirche zurück. In diesem Umfeld und gedanklichem Mittelalter handelt dieser Roman.

Nach oben


Sebastian Bartoschek / Alexa Waschkau - Ghosthunting - Auf Spurensuche im Jenseits - Alibri 2013, 178 Seiten, Euro 14.40
"Ghosthunting" ist ein verbreitetes Phänomen, auch in Deutschland gibt es zahlreiche Gruppen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, "Geistern" nachzustellen, wenn berichtet wird, dass irgendwo derartige Wesen ihr Unwesen treiben. Die beiden Autoren stellen die Geschichte der Geisterjagd dar, analysieren Motivation und Intention der Geisterjäger und präsentieren natürliche Erklärungen für Spukphänomene. Exemplarisch wird eine "Paranormale Untersuchung" durchgeführt, mittels derer überprüft werden kann, ob ein Phänomen vorliegt, das den Erkenntnishorizont der Wissenschaft übersteigt. Daneben kommen in 11 Interviews Ghosthunter selbst zu Wort.

Nach oben


Emmerich Tálos - Das austrofaschistische Herrschaftssystem. Österreich 1933 ᄁ 1938, LIT Verlag 2013, 632 Seiten, 34,90 Euro
In den 1930er Jahren vollzogen sich in Österreich, wie in anderen europäischen Ländern, einschneidende politische Veränderungen. Sie kummulierten in der Etablierung des Austrofaschismus. Dieses Herrschaftssystem wird von Emmerich Tálos, einem ausgewiesenen Kenner, erstmals einer umfassenden Untersuchung unterzogen. Analysiert werden: Konstituierungsprozess, ideologisches Selbstverständnis, die politischen Strukturen, zentrale Akteure, die Um- und Neugestaltung der wesentlichen Politikfelder, die politische Stimmungslage, die folgenreichen Beziehungen zu Italien und Deutschland. Der Austrofaschismus weist insbesondere Ähnlichkeit mit dem italienischen Faschismus auf. Eine angemessene Interpretation des "Anschlusses" (im März '38) kann nur vor dem Hintergrund des Austrofaschismus erfolgen.

Nach oben


Im Kältefieber" ᄁ Februargeschichten 1934: Erich Hackl, Evelyne Polt-Heinzl (Hg.), 330 Seiten, Picus Verlag, 22,90 Euro
2014 jährt sich der österreichische Bürgerkrieg zum achtzigsten Mal. Der Aufstand der Arbeiterschaft und des Republikanischen Schutzbunds gegen das austrofaschistische Regime am 12. Februar 1934 wurde von den Heimwehrverbänden und dem Militär brutal niedergeschlagen. Der kaltblütige Beschuss der Arbeiterwohnhäuser stellt eine entscheidende politische Zäsur auf dem Weg zum März 1938 dar. "Im Kältefieber" ist die bislang umfangreichste Anthologie zu den Februarkämpfen, mit vielen literarischen Entdeckungen österreichischer ebenso wie ausländischer Autorinnen und Autoren und Texten, die hier erstmals auf Deutsch publiziert werden. Im Mittelpunkt stehen dabei die Kämpfenden, Arbeiter und deren Frauen und Familien, die sich nicht nur in Wien, sondern auch in anderen Städten und abseits der Zentren Österreichs der Zerschlagung der Demokratie entgegenstellten. Die Texte gehen über das unmittelbare Kampfgeschehen hinaus und beleuchten ebenso dessen Vorgeschichte wie dessen Konsequenzen.
Mit Beiträgen von: Jean Amery, Erich Barlud, Ulrich Becher, Willi Bredel, Melitta Breznik, Veza Canetti, Tibor Dery, Ilja Ehrenburg, Reinhard Federmann, Walter Fischer, Martha Florian, Oskar-Maria Graf, John Gunther, Michael Guttenbrunner, Erich Hackl, Alfred Hirschenberger, Franz Höllering, Franz Kain, Kurt Kläber, Rudolf Jeremias Kreutz, Miroslav Krleza, Franz Leschanz, Naomi Mitchison, Robert Neumann, Margarete Petrides, Margarete Rainer, Otto Roland, Anna Seghers, Jura Soyfer, Franz Taucher, Josef Toch, Alois Vogel, Prezihov Voranc, Karl Wiesinger.

Nach oben


Ulf Faller - Der Kruzifixstreit oder Warum Schule säkular sein muss: Hintergründe einer notwendigen Debatte - 196 Seiten, Tectum Verlag 2014, 18,45 Euro
Europa wird weltanschaulich vielfältiger. Der Autor Ulf Faller sieht in der zunehmenden Vielfalt eine Chance in Zeiten wachsender globaler Herausforderungen. Das Miteinander von Menschen unterschiedlichster Religionen und Weltanschauungen allerdings muss erlernt werden. Hierbei spielt die Schule eine zentrale Rolle. Voraussetzung für das Gelingen eines weltanschaulich neutralen Staates ist, dass die gemeinsame Wertebasis eben nicht religiös definiert wird. Der immer wieder aufflammende Streit um Kreuze in Klassenzimmern zeigt deutlich die Gefahren eines "Kulturkampfes in Schulräumen". Während die Kreuz-Befürworter "unsere Kultur" als "christliches Abendland" etikettieren, zeigt Ulf Faller, dass die unsere Gesellschaft bestimmenden Grundwerte viel treffender in Antike und Aufklärung wurzeln. Dementsprechend sieht der Autor die Notwendigkeit, das Schulwesen säkular zu gestalten und zeigt praktische Konsequenzen für den Schulalltag auf. Im Besonderen unterstreicht er die Wichtigkeit eines Philosophie- und Ethikunterrichtes, an dem alle Schüler unabhängig von ihrem Bekenntnis gemeinsam teilnehmen.

Nach oben


Anton A. Bucher - Der Ethikunterricht in Österreich: Politisch verschleppt - pädagogisch überfällig! - 128 Seiten, Verlag: Tyrolia 2014, 14,95 Euro
Seit dem Schuljahr 1997/1998 wird in Österreich in der Sekundarstufe II (ab 14 Jahren) Ethik als Schulversuch unterrichtet. Obwohl die erste Evaluation im Jahr 2001 positive Ergebnisse erbrachte, ist Ethik noch immer nicht in den regulären Unterricht aufgenommen worden. Einige Gründe: Uneinigkeit der politischen Parteien, das Beharren der Kirchen, den Ethikunterricht nur als Ersatzfach für diejenigen Schüler, die sich vom Religionsunterricht abmelden, anzuerkennen, Das sei ein bildungspolitischer Skandal, ist der an der Universität Salzburg lehrende Religionspädagoge und Erziehungswissenschaftler Anton A. Bucher überzeugt. Er ist von Beginn an involviert und hat 2001 die vom Bundesministerium in Auftrag gegebene Evaluation durchgeführt (Ethikunterricht in Österreich. Bericht der wissenschaftlichen Evaluation der Schulversuche, Tyrolia 2001). In diesem Buch erzählt er die "unendliche" Geschichte des Schulversuches vom Beginn an bis zum November 2013, stellt die Ergebnisse einer Studie im Frühjahr 2013 vor, wie 1800 SchülerInnen den Unterricht bewerten, was sie lernen und von ihm glauben zu profitieren. Der Autor führt die politischen Hindernisse an, erzählt vom Parteien-Hick-Hack und wie die Kirche(n) ihre Monopolstellung(en) durch Verhinderung ausnützt. Bei aller Kritik vergisst er nie aufzuzeigen, wie sich Kirche und Staat den neuen Herausforderungen stellen können, ohne dass der Religionsunterricht auf der Strecke bleibt. Zum Abschluss stellt er seine Vision eines allgemein verpflichtenden Unterrichtsgegenstandes "Ethik und Religion" vor, der idealerweise in Kooperation zwischen den Religionsgemeinschaften und dem Staat zu entwickeln wäre.
Soweit die Selbstdarstellung des Buches, Eytan Reif von der "Initiative Religion ist Privatsache" vermerkte zum obigen Schlusssatz: Auch wenn der Verfasser dieser Zeilen dem Vorschlag Buchers, die Religionsgemeinschaften in die Erstellung des Lehrplanes eines Ethik- und Religionenunterrichts miteinzubeziehen skeptisch gegenübersteht, darf nicht übersehen werden, dass das vorliegende Buch, wie kein anderes, eine liberal-laizistische Agende vertritt. Buchers Thesen, die den Interessen seines Brotgebers, der Katholischen Kirche, teilweise diametral entgegenstehen, entstammen offensichtlich einer langjährigen und ehrlichen Auseinandersetzung eines Pädagogen ᄁ und nicht eines Theologen! ᄁ mit einem hochkomplexen und politisch geladenen Forschungsgegenstand. Buchers kompromisslose Loyalität seiner eigenen Wahrheit gegenüber ist, insbesondere für österreichische Verhältnisse, beeindruckend, ja schon fast tragisch.

Nach oben


Stephan Kalk - Freies Leben - Freier Glaube: Gedanken über humanistische Religion - 104 Seiten, Tectum- Verlag 2014, 10,25 Euro
Nicht wenige Katholiken und Protestanten sehnen sich nach einem Glauben ohne Hierarchie, ohne Bekenntnisse und ohne Dogmenzwang. Doch nur wenige werden bisher von der Existenz von freien religiösen Gemeinden gehört haben. Und doch gibt es sie seit bald 200 Jahren. Doch was wird in ihnen geglaubt? Stephan Kalk ist seit fast 30 Jahren hauptamtlich als Pfarrer, Religionslehrer und Seelsorger in freien Religionsgemeinden tätig. Sein Buch schenkt Einblicke und Ansatzpunkte für eine kritische Auseinandersetzung mit dem traditionellen Christentum einerseits wie für ein modernes und freies humanistisches Religionsverständnis andererseits. Ein Buch für alle, die mit den Problemlösungsversuchen der altbekannten Religionen noch an kein Ende angelangt, sondern weiterhin Suchende geblieben sind. Soweit der Cover-Text. Interessant ist das Buch für jemanden, der aus einer ähnlichen Erfahrung kommt: Sozusagen Religion als eine Art "Lebensmittel" erlebt hat und dann die realen Religionslehren nimmer glauben konnte und nach einer Art gottfreien Ethik sucht, die ihre Religionsbezüge nicht abgestreift hat.

Nach oben


Gerhard Czermak - Problemfall Religion, Ein Kompendium der Religions- und Kirchenkritik - Tectum-Verlag 2014, 476 Seiten, Euro 25,60
Seneca: "Religion gilt dem gemeinen Mann als wahr, dem Weisen als falsch und dem Herrschenden als nützlich". Wenn Religion zum Problem wird: Skandale um maßlose Verschwendung oder sexuellen Missbrauch, unzeitgemäße Einstellungen zur Rolle der Frau, Verhütung oder Homosexualität, beschämende Positionierung im Nationalsozialismus und anderen faschistoiden Diktaturen die Kirchen stecken tief in der Krise. Die ununterbrochene Kette gravierender Desaster macht es unmöglich, das angebliche überstrahlende Gute zu sehen. Gerhard Czermak geht mit dem Problemfall Religion hart ins Gericht: Seine Anklage gegen insbesondere die christlichen Kirchen ist so breit aufgestellt wie bestürzend konkret untermauert. Dabei wirbelt er nicht bloß Staub aus längst vergangenen Zeiten auf, sondern bringt auch aktuelle Fakten ans Licht, die selbst Gläubigen noch gänzlich unbekannt sein dürften. Aber wen wundert das schon die Kirchen leben eben von der Unkenntnis ihrer Anhänger.

Nach oben


Emmanuele Bernheim, "Alles ist gutgegangen", Hanser 2014, 208 Seiten, Euro 18,90
"Die Diagnose ist nicht berauschend." 88-jährig erleidet Andrᅡernheim, Kunstsammler in Paris, schillernd, charmant, vital, einen schweren Schlaganfall. Nichts, was sein Leben ausmachte, ist ihm nun mehr geblieben, und so bittet er seine Tochter, ihm den Freitod zu ermöglichen. Mit literarischer Intensität, dicht und präzise, erzählt Emmanu¥ Bernheim, welche unendliche Zumutung dies für die Familie ist, wie sie sich trotz unauflösbarer Gewissenskonflikte gemeinsam auf den Tod zubewegt. Mit großer Offenheit spricht sie über eine der letzten tabuisierten Fragen unserer Zeit und eine sehr persönliche Entscheidung – sie berührt damit jeden von uns. Ein großes Buch über das Glück des Lebens und die Freiheit zu sterben.

Nach oben


Reza Aslan: Zelot - Jesus von Nazaret und seine Zeit, Rowohlt, 2. Auflage 2013, 384 Seiten, Euro 23,60
Das Buch Zelot richtet sich nicht an den Experten, sondern vielmehr an eine interessierte Leserschaft ohne spezielle altertumswissenschaftliche oder theologische Vorkenntnisse. In typisch amerikanischer Manier schafft Aslan es hier, ein praktisch voraussetzungsloses, sehr gut und spannend geschriebenes Buch zu präsentieren. Das Werk von Reza Aslan eignet sich hervorragend dazu, dem christlich geprägten Leser ein realistischeres Christusbild zu vermitteln. Die radikalen Konsequenzen dieser Forschungsergebnisse werden vom Autor nicht gezogen.

Nach oben


Alfred Binder, Jahwe, Jesus und Allah. Eine kurze Kritik der monotheistischen Götter, Alibri-Verlag 2013, 165 S. 10,30 Euro
Das Buch setzt sich mit den Religionen auseinander, die uns tagtäglich begegnen: Christentum, Islam und Judentum. Während der erste Band der Reihe, Religion, die grundsätzliche und allgemeine Kritik an Religion zusammenfasste, wendet sich Alfred Binder nun verstärkt konkreten Fragen und spezifischen Problemen der monotheistischen, "abrahamitischen" Religionen zu. Binder stellt den Wahrheitsanspruch der monotheistischen Religionen auf den Prüfstand, untersucht ihre phantastischen Behauptungen und erläutert, warum diese noch immer viele Menschen ansprechen und manche sogar in psychische Abhängigkeiten führen. Der Band macht auch deutlich: Intoleranz war und ist in das Fundament dieser Religionen eingezogen.

Nach oben


Bruno Tellia / Berthold Löffler - Deutschland im Werte-Dilemma. Kann der Islam wirklich zu Europa gehören? Olzog 2013; 270 S.; Euro 28,70
Prof. Dr. Bruno Tellia ist Professor für Industriesoziologie an der Universität Udine und Mitglied eines europaweiten Netzwerkes zur Förderung einer europäischen Staatsbürgerschaft. Arbeitsschwerpunkte: Soziologie der Industrie, des Arbeitsmarktes, des Unternehmertums und der Weiterbildung. Zu diesen Themen hat er auch in englischer Sprache veröffentlicht: The Entrepreneur’s Role in Building a ‚New‘ Economic and Social System und Industrial Clusters in Eastern Europe. Außerdem forscht Tellia zum Thema »Verhandlungen in Situationen mit harten und emotional besetzten Interessenkonflikten«. Aktuell beschäftigt er sich mit den Folgen von Wanderungsbewegungen auf das religiöse Verhalten und mit der Rolle der Religionen bei der Integration von Einwanderern in Italien, insbesondere mit der Rolle des Islam. Prof. Dr. Berthold Löffler M.A., Verwaltungsassessor, hat Politikwissenschaft, Geschichte, Soziologie, Öffentliches Recht in Tübingen und Warschau studiert. Seit 1995 ist er Professor für Politikwissenschaft an der Hochschule Ravensburg-Weingarten. Seine derzeitigen Lehrgebiete sind Integrationssoziologie und Empirische Sozialforschung; Arbeitsschwerpunkt: Probleme der Integration von Einwanderern. Zahlreiche Veröffentlichungen, u.a. verschiedene Aufsätze zu Integrationsfragen, zur Leitkultur und zu den kulturellen und rechtlichen Aspekten von Ehegattennachzug und Familienzusammenführung. 2011 erschien seine Monografie Integration in Deutschland. Zwischen Assimilation und Multikulturalismus.

Nach oben


Arzu Toker: Kein Schritt zurück, 157 Seiten, Alibri-Verlag 2013, Euro 12.40
Was bedeutet Ehre im Islam? Um wessen Ehre geht es? Arzu Toker setzt sich literarisch mit dem Verständnis von Ehre auseinander. Das ursprünglich für den Hörfunk verfasste Feature Die Balkonmädchen beschreibt den Konflikt zwischen dem Drängen junger Migrantinnen in Deutschland, frei zu leben, und den traditionellen Anforderungen ihrer Herkunftsfamilien. In dem Prosatext Verschenkte Freiheit klagt eine Mutter voller Wut und Schmerz über den Verlust ihrer Tochter an eine islamische Sekte. Das Nachwort ist ein leidenschaftliches Plädoyer für die Freiheit. Die Freiheit von religiösen Zumutungen. Die Freiheit von nationalen Fesseln. Ein Plädoyer für eine Utopie der Entwicklung gemeinsamer grenzüberschreitender Werte.

Nach oben


Stefan Graf, Darwin im Faktencheck - Moderne Evolutionskritik auf dem Prüfstand - 390 Seiten, Paperback - Tectum Verlag 2013, Euro 20,50
Ist die so fest etablierte Evolutionstheorie Charles Darwins in Wahrheit ein kapitaler Irrtum? Fußt sein Abstammungsmodell auf wissenschaftlich nicht mehr haltbaren Fehleinschätzungen? Und war Darwin selbst ein populistischer Blender, mit dem einzigen Ziel den eigenen Wohlstand zu wahren?
Diese Vorwürfe erheben Darwins Kritiker: Eine Unzahl von Zufällen im Zusammenspiel mit einem auf Mord- und Totschlag basierenden Überlebenskampf hätte doch niemals eine so stabile Koexistenz der heutigen Vielfalt an Lebensformen hervorbringen können, meint sie. Zudem habe Darwins Lehre den Gräueltaten der "Rassenhygiene" der Nazis den Weg bereitet. Es gelte ein Darwin-Komplott zu sprengen - geschmiedet von Wissenschaftskapazitäten, die wider besseres Wissen an einem völlig überholten Modell festhalten. Der Diplombiologe und Wissenschaftsjournalist Dr. Stefan Graf geht den provokanten Einwänden dieser "Antidarwinisten" unvoreingenommen, spannend und nicht ohne Humor auf den Grund und prüft ihre Argumente auf Stichhaltigkeit. Er bezieht auch den immer wieder brodelnden Konflikt zwischen Naturwissenschaft und religiösem Glauben mit ein und kommt zu klaren Ergebnissen.

Nach oben


Kurt Flasch - Warum ich kein Christ bin: Bericht und Argumentation - 280 Seiten, Verlag: C.H.Beck, 4.(!!) Auflage Nov. 2013, erschienen im August 2013, Euro 20,50
Heute fragen sich viele Menschen, ob sie noch Christen sind. Andere wollen es wieder werden und suchen nach Wegen. Kurt Flasch erzählt - ausgehend von seiner Herkunft aus einer liberal-katholischen, kulturell und politisch engagierten Familie -, wie er ins Zweifeln am Christentum gekommen ist. Er bespricht die Hauptpunkte der christlichen Lehre in ihrer katholischen wie evangelischen Form und wendet sich an jeden Gläubigen und an jeden Ungläubigen, der seine Gründe prüfen will, warum er Christ ist.
Kurt Flasch ist Fachmann für antike und mittelalterliche Philosophie. Er hat sich ein Leben lang mit den Quellen zu dieser Zeit und deshalb auch mit dem Christentum befasst. Er erläutert argumentierend in persönlich gefärbter Darstellung, warum er kein Christ ist. Die Kritik gilt der christlichen Lehre, nicht dem Zustand der Kirchen.
Das Buch ist keine Autobiographie und keine Kampfschrift. Es bemüht sich um historische Gerechtigkeit, benennt die christlichen Überzeugungen genau und mit geschichtlichem Verständnis, bringt aber an Details nur das, was nötig ist, um zu einem sachlichen Urteil zu kommen. Flasch prüft aus den Quellen heraus die katholischen und evangelischen Varianten der christlichen Lehren und begründet, warum er von ihnen keinen weiteren Gebrauch machen wird.

Nach oben


Gerd Lüdemann: Der echte Jesus. Seine historischen Taten und Worte. Ein Lesebuch. Zu Klampen Verlag 2013, 117 Seiten, Euro 10,10
Gerd Lüdemann hat in seinem großen Werk "Jesus nach 2000 Jahren" nachgewiesen, dass die meisten Taten und Worte Jesu im Neuen Testament auf Fälschungen zurückgehen. Nun präsentiert er in einem Lesebuch, welche Worte echt sind und welche Taten Jesus wirklich vollbracht hat. Jesus von Nazareth ist für das christliche Abendland die wichtigste Person. Über ihn sind Bibliotheken zusammengeschrieben worden. Die meisten Jesus-Bücher sind jedoch wertlos, da sie naiv den geglaubten Christus für den historischen Jesus ausgeben. Inzwischen ist sich die internationale kritische Forschung darüber einig, dass die meisten Worte Jesu nachträgliche Zuschreibungen und das Gros seiner Taten Projektionen sind. In seinem großen analytischen Werk "Jesus nach 2000 Jahren" legte Gerd Lüdemann vor mehr als einem Jahrzehnt den Stand der exegetischen Forschung zugrunde und fand nur wenige echte Jesustaten und -worte in den Evangelien. Er präsentiert nun diese Minderheit der echten Taten und Worte Jesu in einem neuen, handlichen Buch, das sich auf einen breiten wissenschaftlichen Konsens berufen kann, und hofft, auf diese Weise dem Mann aus Nazareth historisch näher zu kommen.

Nach oben


Frank Deppe, Autoritärer Kapitalismus. Demokratie auf dem Prüfstand - VSA-Verlag 2013, 299 Seiten, Euro 25,40
Frank Deppe stellt Demokratietheorien auf dem Prüfstand, er untersucht das widersprüchliche Verhältnis von Kapitalismus und Demokratie, beleuchtet die Entwicklung der Weltmächte und der demokratischen Bewegungen von unten. Die Vertreter der liberalen Demokratie verstehen diese als ein evolutionäres Zivilisationsmodell, das seine Ursprünge in der griechischen Antike hat und seit dem 16. Jahrhundert mit dem Denken des Rationalismus und der Aufklärung sowie seit dem 19 Jahrhundert mit der modernen bürgerlich-kapitalistischen Industriegesellschaft verbunden ist.
Fortschritt setzt sich danach in mehreren Demokratisierungswellen durch: die erste im Zuge der Auseinandersetzungen um das Wahlrecht, die zweite nach dem Sieg über den Faschismus in Europa, die dritte ab Mitte der 1970er Jahre nach dem Sturz der Diktaturen in Südeuropa und Lateinamerika sowie dem Ende der Systemkonkurrenz nach 1989. Offen bleibt, ob der "arabische Frühling" eine vierte Welle angestoßen hat, die bis in die Türkei und nach Brasilien reicht.
Doch Demokratie ist auch mit ganz anderen Bedeutungen besetzt von den Protagonisten einer sozialen Demokratie bis hin zu Sozialisten, die Eingriffe in die Eigentumsordnung, Umverteilung, umfassende Sozialgesetze und das Recht auf Bildung autonomer Parteien und Gewerkschaften fordern. Demokratie wurde also im Verlauf der Geschichte immer wieder von verschiedenen sozialen Kräften unterschiedlich ausgedeutet und erstritten.
Frank Deppe geht in diesem Buch der Frage nach, ob sich im 21. Jahrhundert das für die liberalen Konzeptionen konstitutive Bedingungsverhältnis von Kapitalismus, Freiheit und Demokratie erneut, aber auf neue Weise zersetzt. Präziser: Ob die Große Krise seit 2008 die Wende zu einem autoritären Kapitalismus beschleunigt hat.
Diese Fragestellung wird erweitert durch eine ausführliche Auseinandersetzung mit der Entwicklung in den USA ("one dollar one vote"), in Russland (das System Putin) sowie in China und Indien als neuen Großmächten auf der Weltbühne. Abschließend wird diskutiert, wieweit demokratische Bewegungen von unten Gegengewichte gegen die autoritäre Wende mobilisieren können.

Nach oben


Lawrence Wright: Im Gefängnis des Glaubens: Scientology, Hollywood und die Innenansicht einer modernen Kirche. Deutsche Verlags-Anstalt 2013, Gebundene Ausgabe, 624 Seiten, Euro 25,70
Die Sekte der Stars: Was Scientology so attraktiv und gefährlich macht - Scientology ist eine der umstrittensten sogenannten neuen religiösen Bewegungen. In Deutschland wird die Organisation vom Verfassungsschutz beobachtet. Was aber macht Scientology immer wieder attraktiv für Menschen auch in Deutschland? Warum hat Scientology so große Anziehungskraft gerade auf Hollywood?
In seinem neuen Buch begibt sich der Pulitzer-Preisträger Lawrence Wright in das Herz von Scientology. Nach jahrelangen Recherchen im Umfeld der Organisation schildert er ihre Gründung durch den Science-Fiction-Autor L. Ron Hubbard, die bizarr anmutenden Glaubensinhalte und die aggressiven Praktiken gegenüber Mitgliedern, Abtrünnigen und Kritikern. Seine Gespräche mit dem Filmregisseur und Ex-Mitglied Paul Haggis verschafften Wright tiefe Einblicke in die auffällig enge Beziehung gerade von Filmschaffenden – unter ihnen etwa Tom Cruise und John Travolta – zu Scientology.

Nach oben


Daniel Bühling, Das 11. Gebot: Du sollst nicht darüber sprechen. Dunkle Wahrheiten über das Priesterseminar - Riva-Verlag 2013 - 224 Seiten, Euro 20,60
Ein ungeschönter Bericht aus der Welt der Scheinheiligkeit und Doppelmoral. Er ist jung und idealistisch, als er beschließt, Priester zu werden. Doch Daniel Bühling hat keine Ahnung, was ihn in seiner Ausbildung erwartet. Er gerät in die Parallelwelt des Priesterseminars, in der Homosexualität verteufelt und zugleich im Verborgenen ausgelebt wird und Psychosen und Wahnvorstellungen, perfide Machtspielchen und Alkoholmissbrauch an der Tagesordnung sind. Daniel Bühling hat den Mut, aus den Priesterseminaren der katholischen Kirche zu berichten. Er scheut sich nicht, offen kritische Fragen zu stellen, und liefert aus seiner eigenen Erfahrung bestürzende Antworten.

Nach oben


Dirk Verhofstadt, Pius XII. und die Vernichtung der Juden - 448 Seiten - Alibri Verlag 2013, Euro 26,70
Dirk Verhofstadt analysiert die Politik des Vatikans während der Periode des europäischen Faschismus im Spannungsfeld von moralischem Anspruch und weltlichen Interessen. Dazu spannt er den Bogen etwas weiter und behandelt nicht nur das Verhältnis Pius XII. zum Nationalsozialismus in den Jahren des Zweiten Weltkrieges. Er untersucht die frühen Jahre der nationalsozialistischen Herrschaft und die Haltung des Vatikans zu den katholisch ausgerichteten faschistischen Regimen. Und er wirft einen Blick darauf, wie die katholische Kirche sich nach 1945 mit ihrem Verhältnis zum Faschismus auseinandersetzte.
Aus dem Inhalt: Die Heiligsprechung von Pius XII.* Mörder Gottes * Was wusste der Papst? * Hat der Papst geschwiegen? * Angst vor dem Kommunismus * Die Nürnberger Rassengesetze * Gottgläubigkeit und Ahnenerbe * Der Krieg in Polen * Der Krieg in Westeuropa * Die Endlösung der Judenfrage.

Nach oben


Fidelius Schmid, Gottes schwarze Kasse - Der Papst und die zwielichtigen Geschäfte der Vatikanbank, Eichborn 2013, 272 Seiten, Euro 20,60
Finanziert sich die Kirche mit kriminell erwirtschaftetem Geld? Geldwäsche für die Mafia, Beihilfe zur Steuerhinterziehung, verdeckte Parteienfinanzierung, Betrügereien, Millionen an Schmiergeldern und Schwarzgeld - bei all dem soll man nicht an die katholische Kirche denken. Tatsächlich aber gibt es im Vatikan einen Ort, an dem all dies Alltag war und teilweise bis heute ist: die Vatikanbank. Offiziell firmiert die Bank unter dem Namen "Institut für Religiöse Werke". Doch mit christlicher Moral und Wohltätigkeit hat die Realität dieser Institution, die am liebsten im Geheimen operiert, nur wenig zu tun. Dieses Buch zeigt zum ersten Mal die skandalbeladene Geschichte der Vatikanbank von ihrer Gründung bis heute. Es basiert auf umfangreichen Hintergrundrecherchen und teilweise auf neuen, bislang geheimen Dokumenten. Die Vatikanbank ist die schwarze Kasse der katholischen Kirche. Gottes schwarze Kasse.

Nach oben


Boualem Sansal,  Allahs Narren: Wie der Islamismus die Welt erobert - 164 Seiten - Merlin-Verlag, Euro 15,40
Zum Autor: Boualem Sansal, geboren 1949, begann im Alter von 50 Jahren die literarische Karriere des gelernten Ingenieurs und Ökonoms. Boualem Sansals erster Roman wurde von der Kritik gefeiert und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Als Direktor im algerischen Industrieministeriums wurde er jedoch entlassen. In seinem gesamten Werk setzt sich der international renommierte Autor auf bisher ungehörte Weise mit der traumatischen Situation in Algerien auseinander und macht deutlich, dass die Situation in Nordafrika viel mit Europa zu tun hat. 2011 wurde Boualem Sansal mit dem "Friedenspreis des Deutschen Buchhandels" ausgezeichnet.
Eine Kundenrezension zum Buch, Verfasser ist ein aus der Elfenbeinküste vor muslimischen Mördern geflüchteter Asylant in der BRD: Dieses Buch zeigt die mangelnde Integration der Moslems in die europäische Gesellschaft und zeigt auch die ersten Opfer des Islams: die Kinder und die Frauen! Bei den schwächsten Gliedern der Gesellschaft wird der Hebel angesetzt: die Kinder werden in gehirntötende Koranschulen gesteckt, die Frauen verschleiert wie Vieh im Haus gehalten. Die neue Generation von 1 Milliarde gehirngewaschenen neuen Aspiranten steht Gewehr bei Fuß und lebt geistig noch im tiefen Mittelalter.
Ein gewaltiger Rückschritt für die gesamte Menschheit ist es, dass hier Heerscharen von bedürftigen oder schutzlosen Menschen regelrecht abgerichtet werden. Der schöne Islam mit Minaretten und Paradiesen und ehrwürdigen Gelehrten mag irgendwo existieren, aber 99% aller Gläubigen haben dazu keinen Zugang. Die Wirklichkeit sieht man auf tausenden von youtube-Filmen! Hier wird stolz, sehr stolz, im Namen Allahs gefoltert, gemordet, geschlachtet, vergewaltigt und alle finde sich toll, denn Allah findet das sicher auch ganz hervorragend, Allah al akbar- dieser Allah, dem es gefällt, dass man Menschen den Bauch aufschlitzt! Um das machen zu können, benötigt man ein langes Koranstudium - dieses Buch, das einst für Hirten der Steinzeit geschrieben wurde - und wenig Liebe zu Mitmenschen. Frauen hinter Gardinen verbergen, sie züchtigen, hungrigen Ladendieben die Hand abhacken, alle nicht Gläubigen verfolgen: ist das eine Religion unserer Welt?, fragt der Algerier Sansal mit Recht!

Nach oben


Rauf Ceylan, Michael Kiefer - Salafismus: Fundamentalistische Strömungen und Radikalisierungsprävention - 180 Seiten- Springer Verlag 2013, Euro 20,60
Neo-Salafistische Gruppierungen haben in den letzten Jahren die Diskussionen über den Islam in Deutschland stark geprägt. Trotz der religionspädagogischen und integrationspolitischen Relevanz fehlen weitgehend Erfahrungen mit Präventionsmaßnahmen gegen diese Strömung. Vor diesem Hintergrund verfolgt der vorliegende Band das Ziel, einen kompakten Überblick über die historischen Wurzeln und die politisch-theologischen Ideologien dieser fundamentalistischen Bewegungen zu geben. Als zweiter Themenschwerpunkt werden spezifische Präventionsmaßnahmen für den islamischen Religionsunterricht, für die Jugend- und Gemeindearbeit vorgestellt und kritisch eingeordnet sowie auf die Defizite in den unterschiedlichen Handlungsfeldern einer Präventionsarbeit hingewiesen.

Nach oben


Ulrich Kutschera, Design-Fehler in der Natur: Alfred Russel Wallace und die Gott-lose Evolution, Lit Verlag 2013, 378 Seiten, Euro 20,50
Da bei oberflächlicher Betrachtung der Natur die Pflanzen und Tiere geordnet und geplant erscheinen, haben christliche Theologen im 18. Jh. die Existenz eines "Designer-Gottes" postuliert. Ausgehend von Leben und Werk von Alfred Russel Wallace (1823 - 1913) wird dargelegt, dass es in der Natur weder eine übergeordnete Intelligenz, noch einen Plan gibt. Lebewesen sind die Produkte einer nach Zufall und Notwendigkeit verlaufenden, richtungslosen Evolution. Das "Wallace-Prinzip der Eigeninitiative und Freidenker-Mentalität" wird vorgestellt, und das populäre "Intelligent Design-Konzept" als christlich-religiöser Wunderglaube enttarnt.

Nach oben


Sebastian Bartoschek / Alexa Waschkau: Ghosthunting. Auf Spurensuche im Jenseits. Alibri-Verlag, ca. 180 Seiten, kartoniert, Euro 14,40
"Ghosthunting" ist ein verbreitetes Phänomen, auch in Deutschland gibt es zahlreiche Gruppen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, "Geistern" nachzustellen, wenn berichtet wird, dass irgendwo derartige Wesen ihr Unwesen treiben.Die beiden Autoren stellen die Geschichte der Geisterjagd dar, analysieren Motivation und Intention der Geisterjäger und präsentieren natürliche Erklärungen für Spukphänomene. Exemplarisch wird eine "Paranormale Untersuchung" durchgeführt, mittels derer überprüft werden kann, ob ein Phänomen vorliegt, das den Erkenntnishorizont der Wissenschaft übersteigt. Daneben kommen in 11 Interviews Ghosthunter selbst zu Wort.

Nach oben


Bernd Kramer: Erleuchtung gefällig? Ein esoterischer Selbstversuch - Ch. Links Verlag, Berlin 2013, 208 Seiten, 17,40 Euro
Pendeln, Tarot, Rutengehen und Geistheilerei - es gibt kaum etwas, woran nicht geglaubt wird. Fast 40 Prozent der Deutschen sind laut Umfragen der Astrologie gegenüber aufgeschlossen. Bis zu 25 Milliarden Euro geben die Deutschen jedes Jahr für esoterische Mittel aus. Die Esoterik ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Warum schwören so viele Menschen auf offensichtlichen Unsinn? Bernd Kramer geht diesen Fragen nach und unternimmt dafür einen esoterischen Selbstversuch. Er taucht in die Szene ein: Bei einer Reinkarnationstherapie geht er seinem früheren Leben als Mönch nach; er hat erstaunlichen Erfolg als Berater bei einer Astro-Hotline; und auf einer Esoterik-Messe repariert er mittels Rückenkratzer, Salzstreuer und in »Transzendenzzapfen« umgetauften Weihnachtsschmuck die beschädigte Aura seiner begeisterten Kundschaft. Nach dem Lesen dieser Reportage freut man sich wieder auf den gesunden Menschenverstand.

Nach oben


Eva Müller, Gott hat hohe Nebenkosten: Wer wirklich für die Kirchen zahlt - 208 Seiten - Verlag Kiepenheuer&Witsch, 5. Auflage 2013, Euro 15,40
Seit neun Jahren leitet Bernadette Knecht einen katholischen Kindergarten bei Bonn. Sie ist kompetent, engagiert und beliebt. Aber als ihre Ehe zerbricht und sie sich neu verliebt, wird sie entlassen. Sie hat gegen die Moralvorstellungen der katholischen Kirche verstoßen. Die Eltern sind entsetzt – und wütend. Sie wollen ihre Kindergärtnerin behalten und gehen auf die Barrikaden. Dabei machen sie eine erstaunliche Entdeckung: Die Kirche bestimmt, aber sie zahlt nicht – der Kindergarten wird von ihnen selbst, vom Staat finanziert. Eva Müller erzählt die Geschichte einer Auseinandersetzung, die sinnbildlich für die Konflikte zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern in konfessionellen Einrichtungen steht. Anhand weiterer Beispiele aus dem ganzen Land beleuchtet sie Arbeitsbedingungen von Ärzten, Pflegern und Lehrern. Dabei stellt sie fest, dass die Anzahl katholischer und evangelischer Einrichtungen immer weiter steigt, während die Zahl der Kirchenmitglieder immer weiter sinkt. Eva Müller blickt in diesem Buch hinter die Kulissen des zweitgrößten deutschen Arbeitgebers; sie schildert, wie die Kirchen den Markt dominieren, was das für Arbeitnehmer bedeutet und wer den Preis dafür zahlt. Anschaulich, informativ und kritisch: »Gott hat hohe Nebenkosten« fragt danach, welchen Einfluss die Kirchen heute haben – und welchen sie haben sollen.

Nach oben


Denn ich sah eine neue Erde - Thomas Müntzer - Theologe, Reformator, Revolutionär - DDR TV-Archiv, vier Teile auf 2 DVDs, 235 min. Preis je nach Anbieter 15 bis 20 Euro
1520 droht der Papst dem deutschen Theologen Martin Luther wegen seiner ketzerischen Thesen mit der Exkommunizierung. Doch dieser verbrennt die päpstliche Bulle demonstrativ. Während sich Kurfürst Friedrich der Weise schützend vor den Reformator stellt, schickt Luther seinen Anhänger Thomas Müntzer nach Zwickau. Müntzer soll dort als Prediger die neue Theologie durchsetzen. In Zwickau sieht sich Müntzer erstmals mit der Armut und großen Not des Volkes konfrontiert. Er setzt sich in der Folgezeit immer radikaler für eine Umverteilung des Reichtums ein und zieht sich mit seinen sozialrevolutionären Schriften den Zorn Luthers zu. Im Bauernkrieg 1525 führt Müntzer die aufständischen Bauern in der Schlacht bei Frankenhausen gegen das überlegene Fürstenheer und endet wie man in den wahrhaft christlichen Zeiten eben endete, wenn man sich für die Mühseligen und Beladenen einsetzte: am Schafott. Die DDR-Version des Lebens von Thomas Müntzer ist klarerweise aus marxistischer Sicht gestaltet und zeigt dabei auch die Vielseitigkeit der Bibel, weil dort stehen auch Sprüche, die durchaus kommunistisch anmuten und von den Befreiungstheologen im selben Sinn angewendet werden wie von Müntzer, nämlich mit der Schlussfolgerung drei Jahrhunderte nach Müntzer von Georg Büchner: Friede den Hütten, Krieg den Palästen.

Nach oben


Rachid Boutayeb / Michael Roes - Der eifersüchtige Gott Ein Gespräch - Alibri Verlag 2013, 91 Seiten, kartoniert, Euro 9.25
Ein philosophisches Gespräch über Religion, über Gottesbilder, Ironie, Politik und den säkularen Staat. In diesem ᄁwest-östlichenᄁ Dialog treffen sich zwei Intellektuelle mit unterschiedlichem kulturellem Hintergrund und reflektieren die Möglichkeit von Aufklärung.

Nach oben


Robert S. Wistrich - Muslimischer Antisemitismus: Eine aktuelle Gefahr (aus der Reihe Studien zum Antisemitismus) Verlag: Edition Critic, 2. Auflage 2013, 164 Seiten, Euro 15.30
Die Political Correctness spielt ihre ganz eigene, den Westen lähmende Rolle, sobald ein Wissenschaftler oder Journalist versucht sich mit einem beliebigen Aspekt des Islam zu befassen. Selbst die fürchterlichsten Taten derer, die ohne zu zögern unschuldige Zivilisten im Namen des Jihad gegen die ᄁFeinde des Islamᄁ opferten, führten zu zweideutigen und zögerlichen westlichen Reaktionen, wenn es darum ging, die involvierten Doktrinen des Islam zu kritisieren. Der Krieg gegen Al-Qaida wurde von den Präsidenten Bush und Obama sinnentleert als ein ᄁKrieg gegen den Terrorᄁ bezeichnet, um eine Beleidigung des Islam als Religion zu vermeiden – dabei wurde doch der Islam aus politischen Gründen bereits von den Jihadisten gekapert. Das Buch ist eine gute Einführung in die antijüdische Haltung von Muslimen.

Nach oben


Ulrich Kutschera - Design-Fehler in der Natur: Alfred Russel Wallace und die Gott-lose Evolution - Lit Verlag 2013, 378 Seiten, Euro 20.50
Da bei oberflächlicher Betrachtung der Natur die Pflanzen und Tiere geordnet und geplant erscheinen, haben christliche Theologen im 18. Jh. die Existenz eines "Designer-Gottes" postuliert. Ausgehend von Leben und Werk von Alfred Russel Wallace (1823 - 1913) wird dargelegt, dass es in der Natur weder eine übergeordnete Intelligenz, noch einen Plan gibt. Lebewesen sind die Produkte einer nach Zufall und Notwendigkeit verlaufenden, richtungslosen Evolution. Das "Wallace-Prinzip der Eigeninitiative und Freidenker-Mentalität" wird vorgestellt, und das populäre "Intelligent Design-Konzept" als christlich-religiöser Wunderglaube enttarnt.

Nach oben


Matthias Glaubrecht - Am Ende des Archipels - Alfred Russel Wallace - Galiani-Verlag 2013, 448 Seiten, Euro 25,70
Charles Darwin und die Evolutionstheorie kennt heute (nahezu) jeder. Darwins Werk ᄁDie Entstehung der Artenᄁ erlangte Weltruhm und seine Erkenntnisse sind (zumindest in der zivilisierten westlichen Welt) vollständig anerkannt. Doch wer war Alfred Russel Wallace? Matthias Glaubrecht widmet sich in seinem neuen Buch diesem unbekannten britischen Naturforscher und leidenschaftlichen Sammler, der schon zu Lebzeiten stets im Schatten des ᄁgroßen Darwinᄁ stand. Die Biographie ist überaus gut lesbar, informativ und unterhaltsam. Detailreich, aber nie ermüdend schildert er Leben und Wirken des Mannes, der nicht unwesentlich dazu beigetragen hat, dass Darwin seine Theorie überhaupt veröffentlichte. Das Manuskript lag nämlich jahrelang in der Schublade und erst als Wallace (mit dem er in Briefkontakt stand) ihm seine eigenen Erkenntnisse über den Wandel und die Entstehung von Arten bei Tieren und Pflanzen mitteilte, entschloss sich Darwin, sein Buch in Druck zu geben. Darwin wurde berühmt - Wallace vergessen.

Nach oben


Martin A. Nowak mit Roger Highfield, Kooperative Intelligenz. Das Erfolgsgeheimnis der Evolution. Aus dem Englischen von Enrico Heinemann, München 2013 (C. H. Beck-Verlag), 347 Seiten, Euro 25,70
Martin Nowak, ein weltweit führender Experte im Bereich Evolution und Spieltheorie, erklärt in seinem fesselnden, zugänglichen Buch, warum Kooperation - und nicht Egoismus - der Schlüssel zum Spiel des Lebens ist. Die brillante Antwort auf Frank Schirrmachers Bestseller "Ego".
Im Spiel des Lebens treibt uns das Streben nach Erfolg an. Wir alle wollen Sieger sein. Selbst unsere Gene, so heißt es, seien egoistisch. Aber Konkurrenz erzählt nicht die ganze Geschichte der Biologie. Etwas Grundlegendes fehlt. Um zu überleben, betreiben die Geschöpfe jeder Spezies und auf jeder Stufe der Komplexität auch Kooperation. In der menschlichen Gesellschaft ist Kooperation sogar allgegenwärtig. Selbst einfachste Abläufe bestehen aus mehr Zusammenarbeit, als man meinen könnte. Dabei beschränkt sich Kooperation nicht darauf, auf ein gemeinsames Ziel hinzuarbeiten. Kooperation bedeutet darüber hinaus, dass Menschen, die potenziell Konkurrenten sind, stattdessen beschließen, einander zu helfen. "Kooperative Intelligenz" entschlüsselt das Rätsel, wie es dazu kommt und warum auf lange Sicht Kooperation immer gewinnt. Es erweitert unser Verständnis von Evolution und Solidarität und hat das Zeug, Debatten auszulösen.

Nach oben


Da diese Seite schon sehr lang geworden war, wurde sie geteilt, hier geht es zu den älteren Buchtipps!