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Jeden Sonntag predigen die Pfarrer in der Kirche über die im aktuellen Kirchenjahr vorgesehene Stelle in der Bibel. Sogar Menschen, die nie in die Kirche gehen, können diese Predigten in der Heiligen Kronenzeitung nachlesen, denn dort predigt Kardinal Schönborn eigenhändig. Auf der Homepage der Diözese Wien ist die Predigt ebenfalls zu finden.

Solche Sonntagspredigen reizen auch Atheisten. Zu den Bibeltexten fällt einem nämlich oft ganz was anderes ein als dem Herrn Schönborn. Darum wird auf ATHEISTEN-INFO fast immer auch ein Wort zum Sonntag losgelassen. Die Sonntagsworte Nr. 1 bis 50, die Sonntagsworten Nr. 51 bis 100, die Sonntagsworte Nr. 101 bis 150, die Sonntagsworte Nr. 151 bis 200, die Sonntagsworte Nr. 201 bis 250, die Sonntagsworte Nr. 251 bis 300, die Sonntagsworte Nr. 301 bis 350, die Sonntagsworte Nr. 351 bis 400, die Sonntagsworte Nr. 401 bis 450, die Sonntagsworte Nr. 451 bis 500 die Sonntagsworte Nr. 501 bis 550, die Sonntagsworte Nr. 551 bis 600, können als PDF heruntergeladen werden.


694. WORT ZUM SONNTAG am 27.11.2022

Matthäus 24,37-44: In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Denn wie es in den Tagen des Noach war, so wird die Ankunft des Menschensohnes sein. Wie die Menschen in jenen Tagen vor der Flut aßen und tranken, heirateten und sich heiraten ließen, bis zu dem Tag, an dem Noach in die Arche ging, und nichts ahnten, bis die Flut hereinbrach und alle wegraffte, so wird auch die Ankunft des Menschensohnes sein. Dann wird von zwei Männern, die auf dem Feld arbeiten, einer mitgenommen und einer zurückgelassen. Und von zwei Frauen, die an derselben Mühle mahlen, wird eine mitgenommen und eine zurückgelassen. Seid also wachsam! Denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt. Bedenkt dies: Wenn der Herr des Hauses wüsste, in welcher Stunde in der Nacht der Dieb kommt, würde er wach bleiben und nicht zulassen, dass man in sein Haus einbricht. Darum haltet auch ihr euch bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet.

Der Jesus droht heute seinen Jüngern mit seiner Wiederkehr, aber nicht mit der Verdammung und er spricht auch nicht von der Aussicht auf Erlösung der Jesusanhänger, sondern er droht mit einer 50%igen Auswahl der von ihm Mitgenommenen! Was meint der österreichische Katholikenboss Schönborn zu dieser seltsamen Aus- und Abwahl?
Er schreibt in der Kronenzeitung und auf seiner Homepage: "Keine virtuelle Begegnung über das Internet kann die echte persönliche Begegnung ersetzen. Nur sie macht uns aufmerksam und wach. Einander zuhören, sich füreinander interessieren, das geht nur, wenn wir gelegentlich das Handy weglegen oder gar ausschalten und den anderen wirklich wahrnehmen. Nur so entstehen echte Beziehungen, wahre Freundschaften. Doch wie sollen wir mit den ernstzunehmenden Bedrohungen leben? So viel ist von möglichen Katastrophen die Rede, und davon, dass sie jederzeit eintreten können. Die erste und wichtigste Zusage Jesu ist sein eigenes Kommen. Damit ist nicht nur 'das Ende der Welt', die Wiederkunft Christi gemeint. Viele Menschen haben die Erfahrung gemacht, dass durch schwere Schicksalsschläge Gott in ihr Leben gekommen ist, hier und jetzt. Aber dazu braucht es oftmals einen kräftigen 'Aufwecker', der aus dem Alltagstrott herausreißt. Die Begegnung mit Christus kann befreien von der oft lähmenden Zukunftsangst. Sie nimmt letztlich auch die Furcht vor dem Tod, weil sie die Zuversicht schenkt, dass der Tod das Leben nicht raubt, sondern wandelt. 'Was würdest du tun, wenn morgen das Ende der Welt wäre?', soll Martin Luther gefragt worden sein. Seine Antwort, so heißt es, war: 'Ich würde heute ein Apfelbäumchen pflanzen'.''
Also Gott kommt heute nur noch selten in ein Menschenleben, die große Mehrheit der katholischen Kirchenmitglieder kümmert sich nimmer um Religion, man betet nimmer, geht nimmer in die Kirche, Mitglied in der Kirche verbleibt man nicht aus praktiziertem Glauben, sondern aus Tradition.
Seit 1867 steht im östereichischen Staatsgrundgesetzes im §14: "Die volle Glaubens- und Gewissensfreiheit ist Jedermann gewährleistet. Der Genuß der bürgerlichen und politischen Rechte ist von dem Religionsbekenntnisse unabhängig; doch darf den staatsbürgerlichen Pflichten durch das Religionsbekenntnis kein Abbruch geschehen."

Meinereiner kennt keinen Mitmenschen, der durch eine eingebildete Begegnung mit dem Jesus gläubig geworden wäre, gemäß der katholischen Zahlen von 2020 gingen damals sonntags von den 4.905.316 Kirchenmitgliedern nur noch 395.530 sonntags in die Kirche, das sind rund acht Prozent! Die Anfrage bei Google "wie viele Leser hat das Wort zum Sonntag in der Kronenzeitung?" brachte unter den ersten fünf Antworten zweimal Texte vom atheisten-info! Aber nirgendwo die Leserzahlen...
So das genügt für heute!


693. WORT ZUM SONNTAG am 20.11.2022

Lukas 23,35b-43: Das Volk stand dabei und schaute zu; auch die führenden Männer verlachten ihn und sagten: Andere hat er gerettet, nun soll er sich selbst retten, wenn er der Christus Gottes ist, der Erwählte. Auch die Soldaten verspotteten ihn; sie traten vor ihn hin, reichten ihm Essig und sagten: Wenn du der König der Juden bist, dann rette dich selbst! Über ihm war eine Aufschrift angebracht: Das ist der König der Juden. Einer der Verbrecher, die neben ihm hingen, verhöhnte ihn: Bist du denn nicht der Christus? Dann rette dich selbst und auch uns! Der andere aber wies ihn zurecht und sagte: Nicht einmal du fürchtest Gott? Dich hat doch das gleiche Urteil getroffen. Uns geschieht recht, wir erhalten den Lohn für unsere Taten; dieser aber hat nichts Unrechtes getan. Dann sagte er: Jesus, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst! Jesus antwortete ihm: Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.

Der komplette Vers 35 lautet so: "Die Leute standen dabei und schauten zu; auch die führenden Männer des Volkes verlachten ihn und sagten: Anderen hat er geholfen, nun soll er sich selbst helfen, wenn er der erwählte Messias Gottes ist." Es steht somit nicht der halbe, sondern der ganze Vers 35 da, das "b" ist unnütz! Heute ist zudem nicht Ostern, wo gekreuzigt wird, sondern die chrisliche Welt bewegt sich Richtung Weihnachten, wo es "Christi Geburt" gibt, man hat sich seinerzeit die Wintersonnenwende dafür ausgesucht, weil das schon in Urzeiten ein Fest gewesen war, weil die Tage wieder länger zu werden begannen.

Aber das nur nebenbei, schauen wir was der Schönborn heute seinen Gläubigen erzählt! Er fragt einleitend: "Andere retten! Gibt es eine schönere Kennzeichnung für das, wozu uns Menschen Macht gegeben ist?" Zur katholischen Tradition gehörte das allerdings nicht, weil in den wahrhaft katholischen Zeiten wurden Unkatholische entweder katholisch gemacht oder umgebracht! Und der 30jährige Krieg (1618 bis 1648) war ein Religionskrieg gegen die neu aufgetretenen Protestanten und forderte in Europa (proportional auf die damalige Menschenzahl gerechnet) mehr Menschenleben als der erste und zweite Weltkrieg zusammen! Dass die Evangelischen den Namen "Protestanten" erhielten. erklärt sich so, wie Wikipedia das Wort "Protest" erklärt: "Der Protest (lat. protestor, -ari öffentlich bezeugen) ist ein verbaler oder nonverbaler Ausdruck der Zurückweisung oder des Widerspruchs gegenüber bestimmten Geschehnissen, Situationen oder gegenüber einer bestimmten Art der Politik." Sowas interessiert einen katholischen Bischof auch heute noch nicht!
Der Kardinal und Bischof von Wien schließt seine Predigt so:
"Rechts und links von Jesus sind zwei Verbrecher gekreuzigt. Der eine verhöhnt Jesus: 'Rette dich selbst und auch uns.' Der andere weist ihn zurecht und sagt ein Wort zu Jesus, das ihn für alle Zeiten berühmt gemacht hat. Er weiß, warum ihn und seinen Kollegen das grausame Todesurteil trifft. Von Jesus aber sagt er: 'Dieser hat nichts Unrechtes getan.' Und an Jesus gewandt: 'Denk an mich, wenn du in dein Reich kommst.' Alle drei werden bald tot sein. Von Jesus glaubt er, dass er wirklich ein König ist, dass aber seine Königsmacht mit dem Tod nicht zu Ende ist. So bekommt er von Jesus die Antwort, die keine irdische Macht geben kann: 'Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.' Auf diese Macht ist Verlass. Sie täuscht nicht und geht nie unter."
Soweit der Schönborn! Die Macht, auf die sich der Schönborn verlässt, täuscht nicht? Wenn der Schönborn dereinsten untergeht, wird er klarerweise keine Auferstehung und kein Himmelreich erleben, weil das ist nur religiöses Geschwätz ohne jeden Realitätsgehalt, wenn wir sterben sind wir im selben Zustand wie vor unserer Geburt: es gibt uns nicht! Außer in der Erinnerung von Hinterbliebenen...
Amen, so ist es!
PS:
Im Jänner 2023 wird Schönborn 78, er war 2020 der bischöflichen Pflicht nachgekommen, mit 75 dem Papst seinen Rücktritt anzubieten, dieser ließ ihn damals wissen, was Schönborn freudig bekannt gab: "Papst Franziskus hat entschieden, dass ich bis auf weiteres meinen Dienst weiterführe. Ich danke dem Hl. Vater für sein Vertrauen und bitte Sie auch weiter um Ihr Gebet"
Schönborn könnte also weiter werken bis er Engelflügel hat:

Da hat er möglicherweise mit meinemeinen was gemeinsam, meinereiner könnte vielleicht auch diese Homepage weiter betreiben, bis meinereiner durch den Tod davon geschieden wird...


692. WORT ZUM SONNTAG am 13.11.2022

Lukas 21,5-19: Als einige darüber sprachen, dass der Tempel mit schön bearbeiteten Steinen und Weihegeschenken geschmückt sei, sagte Jesus: Es werden Tage kommen, an denen von allem, was ihr hier seht, kein Stein auf dem andern bleibt, der nicht niedergerissen wird. Sie fragten ihn: Meister, wann wird das geschehen und was ist das Zeichen, dass dies geschehen soll? Er antwortete: Gebt Acht, dass man euch nicht irreführt! Denn viele werden unter meinem Namen auftreten und sagen: Ich bin es! und: Die Zeit ist da. - Lauft ihnen nicht nach! Wenn ihr von Kriegen und Unruhen hört, lasst euch nicht erschrecken! Denn das muss als Erstes geschehen; aber das Ende kommt noch nicht sofort. Dann sagte er zu ihnen: Volk wird sich gegen Volk und Reich gegen Reich erheben. Es wird gewaltige Erdbeben und an vielen Orten Seuchen und Hungersnöte geben; schreckliche Dinge werden geschehen und am Himmel wird man gewaltige Zeichen sehen. Aber bevor das alles geschieht, wird man Hand an euch legen und euch verfolgen. Man wird euch den Synagogen und den Gefängnissen ausliefern, vor Könige und Statthalter bringen um meines Namens willen. Dann werdet ihr Zeugnis ablegen können. Nehmt euch also zu Herzen, nicht schon im Voraus für eure Verteidigung zu sorgen; denn ich werde euch die Worte und die Weisheit eingeben, sodass alle eure Gegner nicht dagegen ankommen und nichts dagegen sagen können. Sogar eure Eltern und Geschwister, eure Verwandten und Freunde werden euch ausliefern und manche von euch wird man töten. Und ihr werdet um meines Namens willen von allen gehasst werden. Und doch wird euch kein Haar gekrümmt werden. Wenn ihr standhaft bleibt, werdet ihr das Leben gewinnen.

ja, das sind ja gute Aussichten für die Jesusprediger! Als der Jesusglaube wirklich erfolgreich verbreitet wurde, ging das allerdings nicht gewaltsam für die Verkünder vor sich, sondern weit überwiegend für die zum Christentum Bekehrten, die Menschen wurden durch das Dreikaiseredikt von 380 bei sonstiger Todesstrafe dazu gezwungen, hier wieder einmal das berühmte Bild von dieser "Bekehrung" - wer nicht wollte wurde umgebracht:

Es hat viele Jahrhunderte gedauert bis es den Menschen gelungen ist, die seinerzeit im Römerreich herrschende Religionsfreiheit wieder zu erringen, in unseren Breiten zwingt heute der Staat niemanden mehr zur Religion, am Sonntag zur Kirche zu gehen, ist längst keine Bürgerpflicht mehr und die Leute tun es darum auch kaum noch!
Die obigen geschilderten biblischen Gewalttätigkeiten waren in der Praxis dann keine Angriffe auf Gläubige, sondern Angriffe auf Nichtgläubige, auf Nichtchristen! Das haben wir überwunden! Wir haben die Religionsfreiheit, auch in der Form der Freiheit von der Relgion! Es ist noch gar nicht solange her, dass man für Texte wie die auf dieser Homepage auf dem Scheiterhaufen oder zumindest im Gefängnis gelandet wäre!
Schönborn titelt heute seine Predigt mit "Wenn Welten untergehen" und schließt die Predigt so: "Jesus nennt noch andere Vorboten der Endzeit: Kriege und Unruhen, Machtkämpfe der Völker und Reiche gegeneinander, Naturkatastrophen, Seuchen und Hungersnöte, ja sogar kosmische Zeichen am Himmel. Nun kann man einwenden: All das hat es immer schon gegeben und trotzdem besteht die Welt weiter und lebt die Menschheit nach wie vor. Derzeit werden freilich Bedrohungen deutlich, die es in dieser Form noch nie in der Geschichte gegeben hat: die Gefahr eines Atomkriegs! Die Zahl der in den Waffenlagern wartenden Atomwaffen reicht aus, um mehrmals die ganze Weltbevölkerung zu vernichten. Deshalb ist das Drohen mit Atomschlägen eine erschreckende Steigerung der Gefahr für uns alle. Der Präsident der Vereinigten Staaten sprach bereits von einem möglichen Armaggedon, dem biblischen Wort für die letzte Schlacht zwischen Gut und Böse, nach der das Ende der Welt kommt. Wie hilft Jesus, mit all dem umzugehen? 'Lasst euch nicht erschrecken', sagt er klar und deutlich. Doch ebenso klar erinnert er uns daran, dass Bedrängnisse und Not uns nicht erspart bleiben. Ich darf nun schon 77 Jahre in Frieden leben. Meine Eltern und Großeltern haben unvergleichlich schlimmere Zeiten erlebt. Sie haben sie tapfer bestanden. Jesu Wort gilt auch für unsere Zukunft: 'Wenn ihr standhaft bleibt, werden ihr das Leben gewinnen'."

Ja, zu schade, dass der Schönborn es nie erleben wird, dass nach dem Tod nichts mehr kommt, weil Verstorbene im selben Zustand sind wie Ungeborene: diese existieren noch nicht, Verstorbene existieren nicht mehr!


691. WORT ZUM SONNTAG am 6.11.2022

Lukas 20,27-38: Von den Sadduzäern, die bestreiten, dass es eine Auferstehung gibt, kamen einige zu Jesus und fragten ihn: Meister, Mose hat uns vorgeschrieben: Wenn ein Mann, der einen Bruder hat, stirbt und eine Frau hinterlässt, ohne Kinder zu haben, dann soll sein Bruder die Frau nehmen und seinem Bruder Nachkommen verschaffen. Nun lebten einmal sieben Brüder. Der erste nahm sich eine Frau, starb aber kinderlos. Da nahm sie der zweite, danach der dritte und ebenso die anderen bis zum siebten; sie alle hinterließen keine Kinder, als sie starben. Schließlich starb auch die Frau. Wessen Frau wird sie nun bei der Auferstehung sein? Alle sieben haben sie doch zur Frau gehabt. Da sagte Jesus zu ihnen: Die Kinder dieser Welt heiraten und lassen sich heiraten. Die aber, die gewürdigt werden, an jener Welt und an der Auferstehung von den Toten teilzuhaben, heiraten nicht, noch lassen sie sich heiraten. Denn sie können auch nicht mehr sterben, weil sie den Engeln gleich und als Kinder der Auferstehung zu Kindern Gottes geworden sind. Dass aber die Toten auferstehen, hat schon Mose in der Geschichte vom Dornbusch angedeutet, in der er den Herrn den Gott Abrahams, den Gott Isaaks und den Gott Jakobs nennt. Er ist doch kein Gott von Toten, sondern von Lebenden; denn für ihn leben sie alle.

Da werden wohl nicht sieben Männer unfruchtbar gewesen sein, sondern bloß eine Frau ward davon betroffen! Na, vielleicht hat die verstorbene Frau dann im Himmel einen Harem aus sieben Männern? Und die ganze Woche ist dann jeden Tag ein anderer ganz lieb zu ihr! Und in den Himmel kommen nur unvermählte, unverstorbene engelgleiche Ledige? Da wird der Himmel ziemlich leer sein! Abgesehen davon, dass es ja den Himmel nur als Bezeichnung fürs Firmament gibt!
Aber schauen wir was der Herr Bischof von Wien zu dem obigen Blödsinn zu sagen hat! Er leitet so ein: "Die wichtigste Lehre, die wir wohl alle beherzigen müssen, wenn wir uns das ewige Leben vorzustellen versuchen, lautet: Wir können es uns schlicht und einfach nicht vorstellen!"
Im Mittelalter stellte man sich Himmel und Erde so vor (Zeichnung eines Unbekannten):

Bildunterschrift: "Ein mittelalterlicher Missionar sagt, er habe den Punkt gefunden, an dem sich Himmel und Erde treffen".

Schönborn schließt dann so: "Die wichtigste Lehre, die wir wohl alle beherzigen müssen, wenn wir uns das ewige Leben vorzustellen versuchen, lautet: Wir können es uns schlicht und einfach nicht vorstellen! Geburt und Tod, Jugend und Alter, Heiraten und Kinder bekommen, das alles ist Teil dieses Lebens. Wo es keinen Tod mehr gibt, fällt auch alles Werden weg. Jesus sagt, wir seien dann 'den Engeln gleich'. Wie das aber aussieht, wissen wir nicht. Was wir aber wissen können, was wir im Glauben sicher annehmen dürfen, ist das, was Jesus von Gott sagt: 'Er ist doch kein Gott von Toten, sondern von Lebenden; denn für ihn leben sie alle.'
Darf ich dennoch versuchen, mir tröstlich vorzustellen, wie es sein wird? Dass ich die Eltern wiedersehen werde? Und die verstorbenen Freunde? Mein Onkel war ein leidenschaftlicher Jäger. Er hat von den 'ewigen Jagdgründen' geträumt. Eines ist sicher: Es wird ganz anders sein als alles, was wir uns jetzt ausmalen können. Viele Menschen haben 'Nahtod'-Erfahrungen gemacht. Fast alle sprechen von einem wunderbaren Licht, von Freude und Glück, manche auch von Reue über Versäumnisse. Ganz 'drüben' waren sie alle noch nicht, sonst wären sie nicht zurückgekommen. Wie immer es sein wird, Jesus sagt, wir werden 'zu Kindern Gottes geworden sein'. Einüben können wir das jetzt schon: durch ein kindliches Vertrauen, dass alles gut wird."

Da braucht man schon einen recht heftigen Glauben! Wenn wir tot sind, dann existieren wir nimmer, das ist die schlichte, glaubhafte und verständliche Wahrheit! Wie schaut der Schönborn als Engel aus? Das kann man sich mittels Klonstift ausmalen!

Er freut sich schon auf den Flug in den Himmel! Zu seinem Pech wird er, wenn es so weit ist, nicht mehr erfahren, dass gar nix mehr kommt...


690. WORT ZUM ALLERHEILIGEN-FEIERTAG am 1.11.2022

Mt. 5,1-12a: Als Jesus die vielen Menschen sah, stieg er auf den Berg. Er setzte sich und seine Jünger traten zu ihm. Und er öffnete seinen Mund, er lehrte sie und sprach: Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich. Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden. Selig die Sanftmütigen; denn sie werden das Land erben. Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden gesättigt werden. Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden. Selig, die rein sind im Herzen; denn sie werden Gott schauen. Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Kinder Gottes genannt werden. Selig, die verfolgt werden um der Gerechtigkeit willen; denn ihnen gehört das Himmelreich. Selig seid ihr, wenn man euch schmäht und verfolgt und alles Böse über euch redet um meinetwillen. Freut euch und jubelt: Denn euer Lohn wird groß sein im Himmel.

Der heutige Feiertag hat einen völlig falschen Namen! Leute suchen an diesem Tag die Gräber ihrer Angehörigen auf, um sie zu pflegen und zu schmücken, mit toten Personen, die von katholischen Päpsten zu "Heiligen" befördert worden waren, hat das gar nichts zu tun!
Der Tag müsste richtig "ALLERTOTEN" heißen!
Die obigen Belobigungen diverser Personengruppen ist typischer religiöser Kitsch! Der Satz "selig, die arm sind vor Gott, denn ihnen gehört das Himmelreich" hat früher so gelautet: "Selig die Armen im Geiste, denn ihrer ist das Himmelreich", das hat man 1980 bibelfälschend umgedichtet, weil es wohl der Kirche unangenehm geworden ist, die echten Gläubigen als Trotteln hinzustellen! Hier der griechische Originaltext der Bibel in lateinischen Buchstaben: "Makarioi hoi ptochoi to pneumati, hoti auton estin he basileia ton ouranon" – wenn sie vor Gott, statt im Geiste arm sein sollten, müsste der griechische Satz statt "to pneumati" die Worte "protoú theós" enthalten

Aber das nur nebenbei! Der Jesus zählt im heutigen Text des Evangeliums die Eigenschaften für Himmelskandidaten auf! Meinereiner trägt auch zum Himmelreich bei! Meinereiner schmäht Gläubige und steigert damit deren himmlischen Lohn. Zu blöd, dass es weder einen Himmel, noch ein Leben nach dem Tode gibt! Alle Menschen haben vor ihrer Geburt nicht existiert, das hat keinen beeinträchtigen können, nach ihrem Tode existieren wir nicht mehr und können natürlich nichts mehr wahrnehmen, es gibt uns ja nimmer!
Was wir Lebenden tun können: uns an Verstorbene erinnern!

Was meint der Herr Kardinal in Wien? Schönborn schließt seine Predigt so: "Heute, am Fest Allerheiligen, wird das Evangelium von den 'Seligpreisungen' gelesen. Diese acht Worte Jesu sind so etwas wie die Charta für den Sieg über die Schwerkraft. Jedes dieser Worte beginnt mit 'Selig'. In allen geht es um die Wege zu einem gelungenen Leben. Heilig werden hat mit Freude zu tun. Kann man sich Heilige vorstellen, die freudlos und ohne Humor sind? Doch ebenso wenig gibt es Heilige, die ohne Prüfungen und Leid durchs Leben gegangen sind. Heilige, das sind Menschen wie wir alle. Nur haben sie gewusst und erlebt, dass wir vor Gott und voreinander arm sind. Sie haben wie wir alle Kummer und Sorgen gekannt, darüber aber nicht die Not der anderen vergessen. Sie haben in sich den Hang zur Gewalt überwunden, der Hartherzigkeit nicht nachgegeben; wo Streit war, haben sie Frieden und Gerechtigkeit gestiftet und dafür lieber selber Unecht erlitten, als es anderen zuzufügen. Und sie haben dabei gewusst, dass sie das alles nicht nur aus ihrer eigenen Kraft schaffen. Sie haben der Schwerkraft nicht nachgegeben, die uns alle immer wieder nach unten zieht. Sie sind ermutigende Vorbilder, dass dieser Sieg möglich ist. Grund genug, ihn zu feiern!"
Lustig, dass der Herr Erzbischof anscheind nimmer weiß, dass laut Jesus und Originalbibeltext die "Armen im Geiste" fürs Himmelreich als Erste vorgesehen waren! Dabei müsste er doch wissen, dass es vorallem der Armen im Geiste bedurft hatte, um die Kirchen zu füllen!
Hier die offiziellen katholischen Zahlen der Kirchenmitglieder und der sonntäglichen Messebsucher von 2003: 5,751.615 & 856.366 und 2020: 4,905.316 & 395.530. Der Mitgliederbestand ist um 15% gesunken, die Zahl der Messbesucher um 54%! Im Jahre 1950 waren noch rund die Hälfte der Katholiken sonntags in die Kirche gegangen, 2020 waren es nur noch rund acht Prozent!

Das hängt natürlich mit der in heutigen Zeiten deutlich verbesserten Allgemeinbildung zusammen!


689. WORT ZUM SONNTAG am 30.10.2022

Lukas 19,1-10: Dann kam Jesus nach Jericho und ging durch die Stadt. Und siehe, da war ein Mann namens Zachäus; er war der oberste Zollpächter und war reich. Er suchte Jesus, um zu sehen, wer er sei, doch er konnte es nicht wegen der Menschenmenge; denn er war klein von Gestalt. Darum lief er voraus und stieg auf einen Maulbeerfeigenbaum, um Jesus zu sehen, der dort vorbeikommen musste. Als Jesus an die Stelle kam, schaute er hinauf und sagte zu ihm: Zachäus, komm schnell herunter! Denn ich muss heute in deinem Haus bleiben. Da stieg er schnell herunter und nahm Jesus freudig bei sich auf. Und alle, die das sahen, empörten sich und sagten: Er ist bei einem Sünder eingekehrt. Zachäus aber wandte sich an den Herrn und sagte: Siehe, Herr, die Hälfte meines Vermögens gebe ich den Armen, und wenn ich von jemandem zu viel gefordert habe, gebe ich ihm das Vierfache zurück. Da sagte Jesus zu ihm: Heute ist diesem Haus Heil geschenkt worden, weil auch dieser Mann ein Sohn Abrahams ist. Denn der Menschensohn ist gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist.

Die Zöllner hatten zu biblischen Zeiten einen sehr schlechten Ruf, weil sie waren keine verantwortungsvollen Staatsbeamten, sondern sie pachteten die Zöllnerfunktionen und schlachteten sie entsprechned aus! Hier ein Text über das damalige Zöllnersystem: "Die verschiedenen Zölle eines Bezirks (Marktzölle, Grenzzölle usw.) wurden für eine feste jährliche Summe verpachtet, wahrscheinlich an den Meistbietenden. Die Pächter ihrerseits hatten wieder Unterpächter angestellt. Auch sie mussten einen festgelegten Betrag abliefern, kassierten jedoch den Zoll in die eigene Tasche. Die Tarife waren nicht streng festgelegt. Auch da, wo es feste Tarife gab, hielten sich die Zolleinnehmer in der Regel nicht daran, sondern versuchten einen möglichst hohen Profit für sich zu erwirtschaften. Kein Wunder, dass sie von ihren Landsleuten Dieben und Räubern gleichgestellt wurden."
Ja, der Jesus sucht einen Zöllner auf, der kein Gauner ist und sagt ihm, dass er ihn retten werde! Was sagt der Schönborn in seiner Conclusio dazu?
Er schreibt:
"Ohne Vorleistung wendet sich Jesus ihm zu, er kommt in sein Haus, ohne ihm eine Moralpredigt zu halten. Nur eines hat Jesus gespürt: In diesem Mann lebt eine Sehnsucht nach etwas Reinerem als sein oft brutales und menschenverachtendes Geldeintreiben. Die Art, wie Jesus dem Zachäus begegnet, hat diesen zutiefst berührt. Sie hat sein Herz geöffnet, sein Leben verändert. Ohne dass Jesus ihm seine Fehler vorgehalten hätte, nennt Zachäus sie selber ganz offen und ehrlich und ist bereit, sie wiedergutzumachen: 'Siehe, Herr, die Hälfte meines Vermögens gebe ich den Armen, und wenn ich von jemandem zu viel gefordert habe, gebe ich ihm das Vierfache zurück.'
Wir erfahren nicht, wie die Geschichte des Zachäus weiterging. Jesus verließ Jericho und zog nach Jerusalem hinauf. Zachäus blieb wohl in seinem Beruf. Dürfen wir annehmen, dass er sein großherziges Versprechen wirklich in die Tat umgesetzt hat? Warum sollte es nicht so gewesen sein? Die Begegnung mit Jesus hat nicht nur sein Herz verändert, sondern auch sein Handeln. Von jetzt an wird er wohl nicht mehr ungerechte Steuerforderungen gestellt haben. Seine Bekehrung dürfte sich aber auch auf das ganze 'System' ausgewirkt haben, in dem er von jetzt an von seinen Untergebenen ein gerechtes Verhalten einfordern konnte. Bekehrung ist nie nur ein persönlicher Schritt. Sie hat immer auch positive soziale Folgen, bis heute. Nur sie verändert die Gesellschaft zum Guten."

Soweit der Schönborn! Diese Bibelzeilen sollen wohl Sünder zum Bereuen und Wiedergutmachen motivieren! Da es Götter aber nur in Menschenköpfen gibt, ist das auch nur frommes Gerede, das sich an gläubige Sünder richtet! Meinereiner wäre wohl damals kein Zöllner gewesen, weil auch heute betrügt meinereiner niemanden. Und das ganz ohne Religion!


688. WORT ZUM SONNTAG am 23.10.2022

Lukas 18,9-14: Einigen, die von ihrer eigenen Gerechtigkeit überzeugt waren und die anderen verachteten, erzählte Jesus dieses Gleichnis: Zwei Männer gingen zum Tempel hinauf, um zu beten; der eine war ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. Der Pharisäer stellte sich hin und sprach bei sich dieses Gebet: Gott, ich danke dir, dass ich nicht wie die anderen Menschen bin, die Räuber, Betrüger, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner dort. Ich faste zweimal in der Woche und gebe den zehnten Teil meines ganzen Einkommens. Der Zöllner aber blieb ganz hinten stehen und wollte nicht einmal seine Augen zum Himmel erheben, sondern schlug sich an die Brust und betete: Gott, sei mir Sünder gnädig! Ich sage euch: Dieser ging gerechtfertigt nach Hause hinab, der andere nicht. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, wer sich aber selbst erniedrigt, wird erhöht werden.

Heute können wir auf die Bibelworte die Lehre der Individualpsychologie anwenden, Alfred Adler hat uns gelehrt, dass es ein grundlegendes menschliches Bedürfnis ist, sich selber als aufgewertet zu empfinden. Die Bibelschreiber haben natürlich den Alfred Adler noch nicht kennen können, aber sie besaßen wohl die entsprechende Menschenkenntnis und machten darum die Selbsterniedrigung zum Werkzeug der Erhöhung! Der erhöhte Pharisäer wird erniedrigt, der erniedrigte Zöllner wird erhöht!
Die katholische Kirche ist allerdings nicht dafür bekannt, dass sie Pharisäer erniedrigen würde! Das Wort "Pharisäer" kommt vom hebräischen "Peruschim"‚ Abgesonderte‘, altgriechisch pharisaios, lat. pharisæus, Pharisäer waren Produkte einer theologischen, philosophischen und politischen Schule im antiken Judentum. Sie entstand während der Zeit des zweiten jüdischen Tempels und wurden nach dessen Zerstörung anno 70 u.Z. als treibende Kraft im rabbinischen Judentum die einzige bedeutende überlebende jüdische Strömung, Pharisäer wurden auch als "Schriftgeleherte" bezeichnet, ihre Anführer nannte man "Weise". Wenn dann der Jesus den wenig geachteten Zöllner über den Weisen stellt, dann dreht er die Welt!
Was schreibt dazu heute der Schönborn in der Kronenzeitung und auf seiner Homepage, er fasst seine Predigt so zusammen: "Der entscheidende Punkt ist die Verachtung, mit der der Pharisäer über 'die anderen Menschen' urteilt. Mir kommt da das Schlusskapitel des dreibändigen, monumentalen Werkes von Alexander Solschenizyn (1918-2008) 'Archipel Gulag' in den Sinn. Solschenizyn hat die Welt der sowjetischen Lager von innen kennengelernt, ihre Grauen und Unmenschlichkeiten. Er hat alle ihm erreichbaren Informationen zum eigenen Erleben dazu gesammelt und beschrieben. Am Ende stellt er sich die Frage: Warum bin ich auf der Seite der Opfer gelandet und nicht auf der der Täter? Er hätte allen Grund gehabt, die 'Anderen' zu verachten, ja zu hassen. Warum ist es ihm gelungen, dieser so verständlichen Reaktion zu entkommen? Er hat sich Rechenschaft darüber gegeben, dass sein Weg durch viele kleine Schritte, durch gute Einflüsse, durch manche Fügungen, die wie Zufälle aussehen, ihn dahin gebracht haben, auf der guten Seite zu stehen zu kommen. Sein Leben hätte auch ganz anders verlaufen können. Selbst die moralische Entscheidung, nicht für Stalins Geheimdienst zu arbeiten, sah er nicht nur als sein mutiges Verdienst an, sondern auch als Frucht des Vorbilds, das er zum Beispiel an seiner gläubigen Großmutter hatte. So kommt er zum Schluss: Die Grenze zwischen Gut und Böse läuft mitten durch unser Herz. Wir sind zu beidem fähig und sollen das auch von den anderen Menschen denken, denn selbst im besten Menschen gibt es immer auch das Böse, zumindest als Möglichkeit, und selbst im bösesten Menschen versteckt sich das eine oder andere Gute, das manchmal zum Vorschein kommt. So denke ich, dass Papst Franziskus Recht hat: In jedem von uns steckt sowohl der stolze Pharisäer wie auch der reuige Zöllner?"
Soweit Schönborn. Ja, klar, der Hitler wollte ja auch bloß ein großmächtiges "Großdeutsches Reich" und der Stalin sah sich als Gott des Sozialismus! Auch meinereiner kennt das Gute und das Böse und oben und unten. Aber meinereiner hat den Vorteil, dass ihn keine Götter in den Weg kommen, weil die gibt es bekanntlich nur in Menschenköpfen, aber nicht in der Wirklichkeit! Aber Menschen haben auch unter göttlichem Vorwand ungeheure Verbrechen begangen, ohne dabei böses Empfinden zu entwicklen oder wahrzunehmen. In heutigen Zeiten sinkt darum die Bedeutung der Religion, die Pharisäer haben uns immer weniger zu sagen, weil Weise sind das keine und Vernünftige schon gar nicht! Ein Bischof muss sich aber historisch in die Klasse der Pharisäer einreihen lassen!


687. WORT ZUM SONNTAG am 16.10.2022

LK 18, 1–8: In jener Zeit sagte Jesus seinen Jüngern durch ein Gleichnis, dass sie allezeit beten und darin nicht nachlassen sollten: In einer Stadt lebte ein Richter, der Gott nicht fürchtete und auf keinen Menschen Rücksicht nahm. In der gleichen Stadt lebte auch eine Witwe, die immer wieder zu ihm kam und sagte: Verschaff mir Recht gegen meinen Widersacher. Und er wollte lange Zeit nicht. Dann aber sagte er sich: Ich fürchte zwar Gott nicht und nehme auch auf keinen Menschen Rücksicht; weil mich diese Witwe aber nicht in Ruhe lässt, will ich ihr Recht verschaffen. Sonst kommt sie am Ende noch und schlägt mich ins Gesicht. Der Herr aber sprach: Hört, was der ungerechte Richter sagt! Sollte Gott seinen Auserwählten, die Tag und Nacht zu ihm schreien, nicht zu ihrem Recht verhelfen, sondern bei ihnen zögern? Ich sage euch: Er wird ihnen unverzüglich ihr Recht verschaffen. Wird jedoch der Menschensohn, wenn er kommt, den Glauben auf der Erde finden?

Der faule Richter will seine Ruhe und hat darum der Witwe ihr gewünschtes Recht verschaffen. Gott ist somit gemäß des obigen Gleichnisses ein fauler Gott, der den Schreiern Recht gibt. Also schreit zu Eurem Gott, dann hilft dieser flott!
Der Haken dabei  ist natürlich wieder einmal die mangelnde Existenz von Göttern, Gott hat nicht den Menschen erschaffen, sondern die Menschen haben rund um die Welt überall Götter erschaffen
, weil sie in alten Zeiten mangels entsprechenden Wissens für all die wahrgenommenen weltlichen Unerklärlichkeiten eine überirdische Erklärung schaffen mussten! Wieder das bekannte Beispiel: Die Existenz der Elektrizität und ihrer Spannung und deren lautstarker und leuchtender Entladung schuf überall Blitz- und Donnergötter, hier ein YouTube-Gewitter-Screenshot:

Was schreibt heute der Herr Bischof Schönborn dazu?
Er titelt " Behalten die Pessimisten recht?" und dann pessimitisiert er auf katholisch selber: "Der Glaube verdunstet! Immer weniger Menschen glauben an Gott. Die Religio ist ein Auslaufmodell! Eltern klagen, dass ihre Kinder nicht mehr in die Kirche gehen: Der Glaube verschwindet aus dem öffentlichen Leben. Manche sehen darin einen Teil der allgemeinen Entwicklung. Die früheren Zeiten, sagen sie, waren besser. Heute gehe alles bachab. Die Zukunft sieht ja wirklich alles andere als rosig aus. Vieles spricht für die Sicht der Pessimisten".
Und daraus ergibt sich für den Herrn Bischof, die Frage: "Wird er, der Menschensohn, wenn er kommt, eine gottlose, ungläubige Welt vorfinden?" Da kann man den Schönborn trösten: die Welt war immer, also schon seit dem Urknall, gottlos! Götter gibt es nur in Menschenköpfen, das ist also nur eine Illussion und Illussionen helfen nicht wirklich!
Schönborn schließt seine Predigt so: "Wenn schon der ungerechte Richter die Bitte der lästigen Witwe erfüllt, soll da Gott die Hilferufe seiner Gläubigen nicht erfüllen? Er werde, anders als der böse Richter, der lange zögert, 'unverzüglich' die Bitten erfüllen. Tut er das wirklich? Hilft inständiges Beten, den Krieg in der Ukraine zu beenden, die Teuerung aufzuhalten, die seelischen und materiellen Sorgen zu besiegen? Hat das Gebet eine solche Macht? Ja, sagt Jesus, wenn wir glauben. Denn wer betet, der glaubt, der vertraut, dass alles in Gottes guter Hand liegt. Mir kommt da immer das bekannte Gedicht von Reinhold Schneider aus der Nazizeit (1936) in den Sinn: 'Allein den Betern kann es noch gelingen, das Schwert ob unseren Häuptern aufzuhalten'. Denn Beten macht Mut und schenkt Kraft. Beide braucht es, um schwierige Zeiten sozu bestehen, dass die Pessimisten nicht Recht behalten."
Also seinerzeit hat nicht Gott den Hitler besiegt, er hat via Vatikan sogar einen Konkordatsvertrag mit ihm abgeschlossen und die Katholiken haben für das Dritte Reich gebetet! Besiegt wurden die Nazis nicht von Gott und der katholischen Kirche, sondern von den Alliierten, speziell auch von der gottlosen Sowjetunion! Nach Kriegsende organisierte im Vatikan der Bischof Hudal massenhaft die Flucht von Nazi-Kriegsverbrechern (einschließlich Eichmann!).

Die bestehenden Probleme müssen die Menschen selber lösen, Gott kann ihnen dabei keiner helfen! So das wär's für den heutigen Sonntag!


686. WORT ZUM SONNTAG am 9.10.2022

Lk 17, 11-19: Und es geschah auf dem Weg nach Jerusalem: Jesus zog durch das Grenzgebiet von Samarien und Galiläa. Als er in ein Dorf hineingehen wollte, kamen ihm zehn Aussätzige entgegen. Sie blieben in der Ferne stehen und riefen: Jesus, Meister, hab Erbarmen mit uns! Als er sie sah, sagte er zu ihnen: Geht, zeigt euch den Priestern! Und es geschah, während sie hingingen, wurden sie rein. Einer von ihnen aber kehrte um, als er sah, dass er geheilt war; und er lobte Gott mit lauter Stimme. Er warf sich vor den Füßen Jesu auf das Angesicht und dankte ihm. Dieser Mann war ein Samariter. Da sagte Jesus: Sind nicht zehn rein geworden? Wo sind die neun? Ist denn keiner umgekehrt, um Gott zu ehren, außer diesem Fremden? Und er sagte zu ihm: Steh auf und geh! Dein Glaube hat dich gerettet.

Der Aussatz der Aussätzigen muss nach christlicher Lehre ja auch vom Christengott stammen, den er hat ja alles geschöpft, einschließlich Bakterien und Viren! Das steht natürlich nicht in der Bibel, weil damals hat man ja noch keine Mikroskope erfunden gehabt und diese manchmal recht gefährlichen Kleinstlebewesen waren gänzlich unbekannt. Aussatz, medizinisch "Lepra" genannt, wird vom Mycobacterium leprae, entdeckt 1873 durch den Norweger Gerhard Armauer Hansen, verursacht. Der allwissende Gottessohn Jesus hat natürlich davon auch nichts gewusst, er zauberte - wie oben beschrieben - sozusagen die Krankheit weg und erwartete entsprechende Dankbarkeit. Heute gibt es die Lepra in vielen medizinisch noch unterentwickelten Ländern immer noch, bei uns nimmer, anbei ein Wikipedia-Bild eines an Lepra Erkrankten von 1886, so aussätzig wollen wir natürlich nicht ausschauen!
 
Schönborn titelt seine Predigt heute UND WO BLEIBT DAS "DANKE"? Er erinnert sich dann an seine schwere Krankheit an der Prostata im Jahre 2019, die hat ihm nicht der Jesus geheilt, sondern die ärztliche Behandlung im Krankenhaus und schreibt dazu: "Mich hat dieses heutige Evangelium ganz unmittelbar angesprochen. Es hat in mir die Frage ausgelöst: Habe ich für meine Heilung genügend gedankt? Gewiss, ich bin sehr dankbar, dass ich genesen bin. Ich bin mir auch bewusst, dass es ganz anders hätte ausgehen können. Ich bin 2019, wie man so sagt, dem Tod von der Schaufel gesprungen. Ich habe mich von der Erkrankung erholt und weiß, zumindest im Kopf, dass es ganz anders hätte ausgehen können. Aber die Frage, die mir dieses Evangelium stellt, ist viel umfassender: Wie hältst du es mit der Dankbarkeit?"
Männer in seinem Alter haben eben oft Prostataprobleme, die medizinisch behandelt werden müssen und behandelt werden, wir sind ja alle krankenversichert, aber bei unseren Krankenkassen und nicht beim Jesus! Und der Jesusgott ist zudem auf Dankbarkeit erpicht, statt dass er sich dafür entschuldigt, dass die Schöpfung seines Vaters Krankheitsverursacher enthalten hat! Die Bibel erzählt gerne solche Heilungsmärchen vom Jesus, warum es bis 1886 gedauert hat, bis Lepra von Menschenhand geheilt werden konnte und man heute Prostata-Erkrankungen ebenfalls medizinisch erfolgreich behandeln kann, darüber schreibt der Schönborn nix! Seine Prostata wurde jedenfalls nicht von Gott geheilt! Hat er vergessen, zu Gott um Heilung zu beten? Weil ein Priester ja gar keine Prostata braucht, die zum Samentransport beim Vögeln dient, weil vögeln darf er ja als Zölibatär gar nicht! Wikipedia: "Die Prostata (von altgriechisch prostátes Vorsteher, Vordermann) oder Vorsteherdrüse ist bei allen männlichen Säugetieren zum einen eine akzessorische Geschlechtsdrüse zur Herstellung eines Teils der Spermaflüssigkeit und zum anderen ein Muskelkomplex zur Kanalumschaltung zwischen Blasenleerung und Ejakulation. Sie liegt beim Menschen unterhalb der Harnblase und umkleidet den Anfangsteil der Harnröhre bis zum Beckenboden. Sie gleicht beim Mann in Größe und Form einer Kastanie." Der Schönborn sollte lieber fragen, warum sein Gott Zölibatäre mit einer Prostata quält!


685. WORT ZUM SONNTAG am 2.10.2022

LK 17, 5-10: Die Apostel baten den Herrn: Stärke unseren Glauben! Der Herr erwiderte: Wenn ihr Glauben hättet wie ein Senfkorn, würdet ihr zu diesem Maulbeerbaum sagen: Entwurzle dich und verpflanz dich ins Meer! Und er würde euch gehorchen. Wenn einer von euch einen Knecht hat, der pflügt oder das Vieh hütet, wird er etwa, wenn er vom Feld kommt, zu ihm sagen: Komm gleich her und begib dich zu Tisch? Wird er nicht vielmehr zu ihm sagen: Mach mir etwas zu essen, gürte dich und bediene mich, bis ich gegessen und getrunken habe; danach kannst auch du essen und trinken. Bedankt er sich etwa bei dem Knecht, weil er getan hat, was ihm befohlen wurde? So soll es auch bei euch sein: Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen wurde, sollt ihr sagen: Wir sind unnütze Knechte; wir haben nur unsere Schuldigkeit getan.

Ja, das ist das Christendumm! Unnütze Knechte müssen ihre Schuldigkeit tun! Das hat über die Jahrhunderte dazu geführt, dass neue Gedanken entwickelt wurden: von der Aufklärung bis zur Arbeiterbewegung ging der Weg und heute gibt es eben die Grund- und Freiheitsrechte und religiöse Diktate haben in unseren Breiten ziemlich an Wirkung verloren! Welcher praktizierende Katholik wird sich als unnützer Knecht definieren? Unnütz waren der Jesus und die Geschichten die über ihn verbreitet wurden! Zur Pflicht wurde diese Religion in weiten Teilen der Welt nicht durch erfolgreiche Glaubensverkündigung, sondern durch das römische Dreikaiserdikt von 380! Der Christenglauben wird auch heute noch verkündet, aber wer nimmt das noch ernst? Keine zehn Prozent der katholischen Kirchenmitglieder gehen am Sonntag noch in die Kirche! Und das nach kircheneigenen Zahlen! Siehe hier:

Und was verkündet heute der Bischof von Wien, der Herr Schönborn? Er fasst seine Predigt so zusammen: "Es geht (..) darum, dass ich Gott zutraue: Du bist meine Hilfe! Du kannst, was über meine eigenen Kräfte geht! Heißt also Glauben schlicht Gottvertrauen? Ist das jener Glaube, von dem Jesus gesagt hat, dass er Berge versetzen oder Bäume ins Meer verpflanzen kann? Rätselhafter wird das Thema durch das Gleichnis, das Jesus als Antwort auf die Frage nach dem Glauben erzählt. Es stammt aus einer Welt, die bei uns lange allen vertraut war: aus der Zeit, in der Bauern Knechte und Mägde hatten. Der Knecht hat den ganzen Tag am Feld gearbeitet. Sein Chef, der Bauer, findet es selbstverständlich, dass der Knecht ihm auch noch das Abendessen bereitet und ihn bedient. Dann erst darf er sich selber versorgen. Es klingt hart, ist aber die nüchterne Wirklichkeit: 'Bedankt er sich etwa bei dem Knecht, weil er getan hat, was ihm befohlen wurde?' Was hat das mit dem Glauben zu tun? Jesus schildert einfach die sozialen Verhältnisse seiner Zeit. Sie sind übrigens heute nicht wesentlich anders. Bedanken wir uns beim Kellner, Straßenkehrer, beim Reinigungspersonal, weil sie tun, wofür sie bezahlt werden? Wie gut wäre es, wenn wir allen diesen Menschen gelegentlich ein Zeichen der Anerkennung geben würden! Es würde uns helfen, anzuerkennen, dass wir alle 'nur' Dienende sind, dass wir, wenn wir unsere Pflicht getan haben, ehrlich sagen können: 'Wir sind unnütze Knechte.' Nochmals: Was hat das alles mit dem Glauben zu tun? Wer glaubt, stellt sich nicht selber in den Mittelpunkt. Ein starker Glaube, das ist ein gesundes Vertrauen in den Nächsten und ein schlichtes Gottvertrauen."

Soweit aus der Schönbornpredigt! Der Herr Bischof lebt in einer seltsamen Welt! Bauernknechte lebten bei uns bis ins 20. Jahrhundert davon, dass sie beim Bauern Quartier hatten, dort Speisen und Getränke und sowas wie ein Taschengeld bekamen, meinereiner hat als Kind die dortigen Lebensverhältnisse noch gekannt, aber in der Nachkriegszeit wurden Knechte und die oben nicht erwähnten Mägde eher schon zu einer Rarität und alsbald waren sie aus durchschnittlichen Landwirtschaften verschwunden, die Arbeit machten die Familien! Denn mit der Technisierung wurde die Arbeit immer weniger, Traktoren, Sähmaschinen, Mähmaschinen. Mähdrescher, Melkanlagen usw. ersetzten Pferde & Knechte & Mägde!
In Deutschland waren um 1900 noch 60% der Einwohner in der Landwirtschaft tätig, heute leben nur noch rund zwei Prozent der Deutschen davon!
Und warum sollten wir bezahlten Dienstverrichtern für ihre Arbeit danken? Die leben ja davon! Sogar Bischöfe werden für ihre Arbeit gut bezahlt!
Hier ein Text von der Site heute.at von 2013: "Die 'Initiative gegen Kirchenprivilegien' kritisiert die Intransparenz, was das Vermögen der heimischen römisch-katholischen Bischöfe betrifft. Wiens Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn zählt aus ihrer Sicht zu den 100 reichsten Österreichern. Die Initiative verlangt die Offenlegung der kirchlichen Mensalien in Österreich. Es seien geheime Gelder und Besitztümer, die den Bischöfen und dem Kardinal persönlich zustünden und ihnen ein feudales Leben ermöglichen sollen. Der Mindestwert liege bei 417 Mio. Euro, Schönborn sei bei Amtsübergabe ein geschätztes Vermögen von rund 152 Mio. Euro übergeben worden."

Da kann er leicht einen starken Glauben haben! Das genügt für heute!


684. WORT ZUM SONNTAG am 25.9.2022

Lukas 16,19-31: Es war einmal ein reicher Mann, der sich in Purpur und feines Leinen kleidete und Tag für Tag glanzvolle Feste feierte. Vor der Tür des Reichen aber lag ein armer Mann namens Lazarus, dessen Leib voller Geschwüre war. Er hätte gern seinen Hunger mit dem gestillt, was vom Tisch des Reichen herunterfiel. Stattdessen kamen die Hunde und leckten an seinen Geschwüren. Es geschah aber: Der Arme starb und wurde von den Engeln in Abrahams Schoß getragen. Auch der Reiche starb und wurde begraben. In der Unterwelt, wo er qualvolle Schmerzen litt, blickte er auf und sah von Weitem Abraham und Lazarus in seinem Schoß. Da rief er: Vater Abraham, hab Erbarmen mit mir und schick Lazarus; er soll die Spitze seines Fingers ins Wasser tauchen und mir die Zunge kühlen, denn ich leide große Qual in diesem Feuer. Abraham erwiderte: Mein Kind, erinnere dich daran, dass du schon zu Lebzeiten deine Wohltaten erhalten hast, Lazarus dagegen nur Schlechtes. Jetzt wird er hier getröstet, du aber leidest große Qual. Außerdem ist zwischen uns und euch ein tiefer, unüberwindlicher Abgrund, sodass niemand von hier zu euch oder von dort zu uns kommen kann, selbst wenn er wollte. Da sagte der Reiche: Dann bitte ich dich, Vater, schick ihn in das Haus meines Vaters! Denn ich habe noch fünf Brüder. Er soll sie warnen, damit nicht auch sie an diesen Ort der Qual kommen. Abraham aber sagte: Sie haben Mose und die Propheten, auf die sollen sie hören. Er erwiderte: Nein, Vater Abraham, aber wenn einer von den Toten zu ihnen kommt, werden sie umkehren. Darauf sagte Abraham zu ihm: Wenn sie auf Mose und die Propheten nicht hören, werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn einer von den Toten aufersteht.

Ja, so waren die Zeiten damals, die Armen hatten keine festgeschriebenen Rechte, sie waren darauf angewiesen, dass Wohlhabende was von ihren Tischen hinunterfallen ließen. Der Schöpfergott hatte die Welt nicht menschenfreundlich, sondern nur reichenfreundlich eingerichtet. Aber Gott konnte da nix dafür, weil es gibt ihn schließlich nicht, aber Klassengesellschaften gibt es bis heute. Allerdings haben sich diese durch die Kämpfe der Arbeiterbewegung deutlich verbessert, heute hätte der arme Lazurus gesetzliche Rechte, dass er menschlich behandelt wird!
Sowas interessiert den Schönborn natürlich nicht, er beendet seine heutige Predigt so: "Das für mich erschütterndste Wort in diesem dramatischen Gleichnis Jesu ist die Bitte, die der reiche Prasser in den Qualen der Unterwelt an Abraham richtet: 'Vater Abraham, hab Erbarmen mit mir und schick Lazarus' mit etwas Wasser zu mir, um meine Qual zu lindern. So sieht die wahre Welt aus:  Der Arme kann dir jetzt schon zum Helfer werden, wenn du ihn siehst! Es ist im Grunde ganz einfach. Du brauchst nicht an mögliches Glück oder mögliche Strafe im Jenseits zu denken. Du musst nur in Lazarus, dem Armen vor deiner Tür, den Bruder sehen, der Mensch ist wie du, dem Not und Schmerz weh tun wie dir. Dafür will Jesus uns allen den Blick öffnen."
Was lernen wir aus diesem Gleichnis? Dass die christliche Religion Barmherzigkeiten zulässt, aber keine sozialen Rechte geschaffen hat, somit früher überwiegend nutzlos war und heute überflüssig ist! Die zivile Welt hat den Sozialstaat entwickelt und aus Almosen staatliche Rechte gemacht! Die Sozialversicherungen sichern unser Leben!
Amen, so ist es!


683. WORT ZUM SONNTAG am 18.9.2022

Lukas 16,1-13: Jesus sprach aber auch zu den Jüngern: Ein reicher Mann hatte einen Verwalter. Diesen beschuldigte man bei ihm, er verschleudere sein Vermögen. Darauf ließ er ihn rufen und sagte zu ihm: Was höre ich über dich? Leg Rechenschaft ab über deine Verwaltung! Denn du kannst nicht länger mein Verwalter sein. Da überlegte der Verwalter: Was soll ich jetzt tun, da mein Herr mir die Verwaltung entzieht? Zu schwerer Arbeit tauge ich nicht und zu betteln schäme ich mich. Ich weiß, was ich tun werde, damit mich die Leute in ihre Häuser aufnehmen, wenn ich als Verwalter abgesetzt bin. Und er ließ die Schuldner seines Herrn, einen nach dem anderen, zu sich kommen und fragte den ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? Er antwortete: Hundert Fass Öl. Da sagte er zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, setz dich schnell hin und schreib fünfzig! Dann fragte er einen andern: Wie viel bist du schuldig? Der antwortete: Hundert Sack Weizen. Da sagte er zu ihm: Nimm deinen Schuldschein und schreib achtzig! Und der Herr lobte den ungerechten Verwalter, weil er klug gehandelt hatte, und sagte: Die Kinder dieser Welt sind im Umgang mit ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichtes. Ich sage euch: Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, damit ihr in die ewigen Wohnungen aufgenommen werdet, wenn es zu Ende geht! Wer in den kleinsten Dingen zuverlässig ist, der ist es auch in den großen, und wer bei den kleinsten Dingen Unrecht tut, der tut es auch bei den großen. Wenn ihr nun im Umgang mit dem ungerechten Mammon nicht zuverlässig gewesen seid, wer wird euch dann das wahre Gut anvertrauen? Und wenn ihr im Umgang mit dem fremden Gut nicht zuverlässig gewesen seid, wer wird euch dann das Eure geben? Kein Sklave kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den andern lieben oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.

Wem dient dann die katholische Kirche? Sie ist doch Multimilliardärin!
Und damit kann man laut Jesus Gott nicht dienen! Wie sieht das der Schönborn in seiner Sonntagspredigt? Er schreibt: "Im heutigen Evangelium sagt Jesus: 'Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, damit ihr in die ewigen Wohnungen aufgenommen werdet, wenn es zu Ende geht.' Beides spricht Jesus klar an: Einmal geht dieses Leben zu Ende. Und doch ist es nicht einfach das völlige Aus. Kurz vor seinem eigenen Tod hat Jesus zu seinen Jüngern gesagt: 'Ich gehe, euch eine Wohnung bereiten.' Damit will er die Seinen trösten, die er jetzt verlassen muss. 'Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin'.'' Seinerzeit wurde auch vom Jesus gepredigt, er werde zu Lebzeiten der damaligen Bevölkerung wiederkommen, Mk 13,29-33: "Genauso sollt ihr erkennen, wenn ihr all das geschehen seht, dass das Ende vor der Tür steht. Amen, ich sage euch: Diese Generation wird nicht vergehen, bis das alles eintrifft. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen. Doch jenen Tag und jene Stunde kennt niemand, auch nicht die Engel im Himmel, nicht einmal der Sohn, sondern nur der Vater. Seht euch also vor und bleibt wach! Denn ihr wisst nicht, wann die Zeit da ist."
Also hätte der Jesus schon vor weniger als 1.900 Jahren kommen müssen, seine Gläubigen in den Himmel heimholen! Aber der Untergang der Welt wird sich wohl noch ein Weilchen hinziehen! Der Schluss von Schönborns Rede lautet so: "Wir haben alle eines gemeinsam: Wir sind nur Gast auf Erden! Wir sind Verwalter, nicht Eigentümer, und was wir besitzen, können wir nicht mitnehmen. Was wir als einziges Gut hinüberbringen 'in die ewigen Wohnungen', ist das Gute, das wir hier getan haben. 'Wer in den kleinsten Dingen zuverlässig ist, der ist es auch in den großen.' Wenn wir so viel Energie für das Gute aufwenden, wie der untreue Verwalter in seine Betrügereien investiert hat, dann werden wir sicher nach Hause finden, dorthin, wo unsere wahre Heimat ist."
Ja, da haben wir wieder das gewöhnliche Religionsproblem: Gott Jesus existiert in Menschenköpfen aber nicht in der Realität! Und die wahre Heimat ist unsere Erde! Eine andere gibt's eben nicht! Darum sollten wir uns alle um die Erde und nicht um einen fiktiven Himmel kümmern!
Amen, so ist es!
Anzumerken ist dazu noch, dass der Begriff "Himmel" entstand, als die Menschen noch nicht wussten, dass das nur die irdische Sicht auf die Athmosphäre und das Universum ist! Der in den Himmel aufgestiegene Jesus müsste immer noch dort oben emporfliegen, weiter als eine Milliarde Kilometer könnte er nicht geflogen sein, das Universum hat aber mindestens 93 Milliarden Lichtjahre Durchmesser, ein Lichtjahr hat etwa etwa neun Billionen Kilometer, der Durchmesser in Kilometer beträgt somit 93 Milliarden mal 9 Billionen, einen Himmel gibt es da aber nirgends...


682. WORT ZUM SONNTAG am 11.9.2022

Lukas 15,1-10: Alle Zöllner und Sünder kamen zu ihm, um ihn zu hören. Die Pharisäer und die Schriftgelehrten empörten sich darüber und sagten: Dieser nimmt Sünder auf und isst mit ihnen. Da erzählte er ihnen dieses Gleichnis und sagte: Wenn einer von euch hundert Schafe hat und eins davon verliert, lässt er dann nicht die neunundneunzig in der Wüste zurück und geht dem verlorenen nach, bis er es findet? Und wenn er es gefunden hat, nimmt er es voll Freude auf die Schultern, und wenn er nach Hause kommt, ruft er die Freunde und Nachbarn zusammen und sagt zu ihnen: Freut euch mit mir, denn ich habe mein Schaf wiedergefunden, das verloren war! Ich sage euch: Ebenso wird im Himmel mehr Freude herrschen über einen einzigen Sünder, der umkehrt, als über neunundneunzig Gerechte, die keine Umkehr nötig haben. Oder wenn eine Frau zehn Drachmen hat und eine davon verliert, zündet sie dann nicht eine Lampe an, fegt das Haus und sucht sorgfältig, bis sie die Drachme findet? Und wenn sie diese gefunden hat, ruft sie die Freundinnen und Nachbarinnen zusammen und sagt: Freut euch mit mir, denn ich habe die Drachme wiedergefunden, die ich verloren hatte! Ebenso, sage ich euch, herrscht bei den Engeln Gottes Freude über einen einzigen Sünder, der umkehrt.

Eine verlorene Drachme ist also ebenso ein Sünder wie ein verirrtes Schaf? Dann wäre wohl auch ein entfleuchter Furz ein Sünder, aber der wäre ja kein Verlust, sondern eine Erleichterung! Eine Drachme entsprach in der damaligen Zeit dem Tageslohn eines Arbeiters, da konnte man schon danach suchen! In den heutigen Zeiten war die Drachme bis zur Einführung des Euros die Währung Griechenlandes, 340 Drachmen wurden 2002 in einen Euro gewechselt, zu dieser Zeit hätte sich niemand mehr um eine Drachme bekümmert, das waren ja nur vier Groschen gewesen!
Aber das nur nebenbei! Die Sünder sind beim Jesus verlorene Schafe, sie sind ihrem Hirten davon gelaufen! Und sie müssen zu ihm zurück! Das gläubige Kirchenvolk ist auch im 21. Jahrhundert immer noch eine Schafherde und Sünder und Nichtkirchliche sind entlaufene Schafe, die von den Hirten, also den Priestern und Klerikern wieder eingefangen werden müssen! Beziehungsweise MÜSSTEN! Aber diese Einfangerei funktioniert nimmer so recht, denn entlaufene katholische Kirchenmitglieder sind gerne religionsfrei!
Was sagt Schönborn heute dazu? Hier seine Zusammenfassung: "Jesu Gleichnisse sagen aber (..) Hoffnungsvolles. Er spricht nicht nur von der Gefahr, dass wir alle verloren gehen können. Er verspricht auch, dass Gott niemanden fallen lässt, egal, wer du bist. Jedem verlorenen Schaf geht er nach, 'bis er es findet'. Wir halten andere für hoffnungslose Fälle, geben es auf, an eine gute Zukunft für sie zu glauben. Jesus ist wie diese Hausfrau, die wegen einer billigen Münze das ganze Haus durchfegt und überall sorgfältig sucht, 'bis sie die Drachme findet'. Ich gestehe, dass meine Geduld manchmal am Ende ist. Gibt es nicht Situationen, die für uns unlösbar scheinen? Die Hoffnung, die Jesus gibt, geht über dieses Leben hinaus. Manches verlorene Schaf kommt erst im Himmel nach Hause zurück."
Das klingt heute sehr arbeitssparend! Der Kirche vom Schönborn sind schließlich in den vergangenen Jahrzehnten auch in Österreich schon Hunderttausende Schafe entwichen, diese haben sich wohl meistens entschaft und wurden zu hirtenlosen selbstbestimmten Menschen! Und die schafft der Hirte Schönborn nicht mehr in seinen kirchlichen Schafstall zurück und die große Mehrheit der aktuellen Mitglieder interessiert sich auch nimmer für die Hirtenpredigten, viele bleiben zwar wohl aus traditonellen Sichten Kirchenmitglieder, aber praktizieren tun sie ihre Religion nimmer! Und das weiß der Schönborn eben auch, darum hofft er heute auf eine himmlische Rückkehr der früheren katholischen Schafe! Das hilft ihm nicht, weil ein Leben nach dem Tod und Hölle und Himmel gibt es eben nicht. Von der Hölle redet der Herr Erzbischof von Wien schon lange nimmer, weil er müsste heute ja schreiben, dass entwichene Schafe auf ewig ins Höllenfeuer kommen, das hat der Jesus schließlich versprochen!
Hier ein solches Jesuszitat, Mt 25,31ff: "Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommt und alle Engel mit ihm, dann wird er sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen. Und alle Völker werden vor ihm zusammengerufen werden, und er wird sie scheiden wie der Hirt die Schafe von den Böcken scheidet. Er wird die Schafe zu seiner Rechten versammeln, die Böcke aber zur Linken (..) Dann wird er sich auch an die linke Seite wenden und ihnen sagen: 'Weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel bestimmt ist.' Und sie werden weggehen und die ewige Strafe erhalten, die Gerechten aber das ewige Leben."
Das verwendet der Schönborn nimmer, so einen bösen Gott verkündet man heute in der katholischen Kirche nimmer! Ist schließlich ohnehin egal, weil Götter und Teufel gibt es ja nicht in der Realität, sondern nur in manchen Menschenköpfen! Amen, so ist es!


681. WORT ZUM SONNTAG am 4.9.2022

Lk 14,25-33 Viele Menschen begleiteten Jesus; da wandte er sich an sie und sagte: Wenn jemand zu mir kommt und nicht Vater und Mutter, Frau und Kinder, Brüder und Schwestern, ja sogar sein Leben geringachtet, dann kann er nicht mein Jünger sein. Wer nicht sein Kreuz trägt und hinter mir hergeht, der kann nicht mein Jünger sein. Denn wenn einer von euch einen Turm bauen will, setzt er sich dann nicht zuerst hin und berechnet die Kosten, ob seine Mittel für das ganze Vorhaben ausreichen? Sonst könnte es geschehen, dass er das Fundament gelegt hat, dann aber den Bau nicht fertigstellen kann. Und alle, die es sehen, würden ihn verspotten und sagen: Der da hat einen Bau begonnen und konnte ihn nicht zu Ende führen. Oder wenn ein König gegen einen anderen in den Krieg zieht, setzt er sich dann nicht zuerst hin und überlegt, ob er sich mit seinen zehntausend Mann dem entgegenstellen kann, der mit zwanzigtausend gegen ihn anrückt? Kann er es nicht, dann schickt er eine Gesandtschaft, solange der andere noch weit weg ist, und bittet um Frieden. Ebenso kann keiner von euch mein Jünger sein, wenn er nicht auf seinen ganzen Besitz verzichtet.

Der Jesus hat sich also redlich bemüht, Jünger abzuschrecken, das hat auch lange funktioniert, die Jesuianer waren eine kleine Sekte. Dann passierte im Jaher 380 das große Unglück, mit dem Dreikaiserbefehl wurde im Römischen Reich die dort traditionell bestehende Religionsfreiheit abgeschafft und das Christentum als Pflichtreligion für alle und damit das finstere Mittelalter eingeführt! Mit der Aufklärung wurde langsam auch Religionskritik möglich und 1867 brachte das Staatsgrundgesetz in Österreich formell die Religionsfreiheit, es dauerte noch länger als 100 Jahre bis sich die Religionsfreiheit gesellschaftlich verdeutlichte!

Dem Schönborn geht es natürlich darum, Österreich als religiöses Land zu sehen, die Konfessionslosen beziffert er mit 17%!
Hier eine Grafik zu einer ORF-Meldung vom 25. Mai 2022:


Österreich hat jetzt aktuell 9.067.652 Einwohner, wie in der sog. "Bevölkerungsuhr" im Internet angezeigt wird, der heurige Zuwachs wird dort mit 21.979 ausgewiesen. Wieviele Prozent sind zwei Millionen von gut neun Millionen? Man kann das ganz einfach berechnen, zwei Millionen divitiert durch die Einwohnerzahl, das ergibt 22,5 %, nicht 17%! 17% wären nur 1.541.500! Schönborn hat nicht die neuesten Zahlen der Einwohner, aber deswegen sind zwei Millionen von seinen 8,94 Millionen auch keine 17%!
Es kommt dazu auch die Entwicklung, die Konfessionslosen werden mehr, die Katholiken weniger, hier dazu wieder einmal die schöne Tabelle:

Die Katholikenzahl ist seit Mai 2022 nochmals um rund hunderttausend weniger geworden, da diese Zahlen alle aus dem Internet stammen, lässt sich wohl eine ganz genau Zahl nicht bestimmen. Wenn man Schönborns Einwohnerzahl nimmt, dann reißt es sich um ein halbes Prozent und nicht um fünf!

Der Schönborn hätte gerne mehr katholische Christen, aber die Entchristlichung schreitet eben fort!

Die genaueren Zahlen für 2021 sind bisher nicht vorgelegt worden, sonst sind sie im Sommer aufgetaucht, aber auf der dafür zuständigen kirchlichen Site steht jetzt: "Die Veröffentlichung der Statistik findet in der Regel im Jänner statt. Bekanntgegeben werden jeweils die Daten des vorvorigen Jahres." Das heißt im Jänner 2023 ist das vorvorige Jahr das Jahr 2021 und die diversen Statistiken kommen jetzt um einige Monate später...

Aber das nur nebenbei, um was geht es heute beim Jesus? Er befiehlt seinen Anhängern zur völligen Hingabe an die neue Religion! Das hat sich dann doch nicht durchgesetzt, in Österreich müssen heute katholische Kirchenmitglieder Zahlungen in Form des Kirchenbeitrages leisten, dieser beträgt derzeit 1,1 Prozent des beitragspflichtigen Einkommens, abzüglich eines Abschlagbetrages von 57,50 Euro. Das wäre bei einem Bruttoeinkommen von 2.000 Euro monatlich dann ein Jahresbeitrag von rund 155 Euro, ein Christ muss somit dem Jesus materiell fast überhaupt nicht folgen, das obige Evangelium bemühte sich offenbar damals um die Aufstellung der finanziellen Basis, heute ist die katholische Kirche Multimilliardär, genaue Zahlen liegen nicht vor, weil die werden geheim gehalten, in Österreich haben Carsten Frerk und Christoph Baumgarten 2012 das Buch "Gottes Werk und unser Beitrag" veröffentlicht, siehe dazu "Kirchenfinanzierung in Österreich", man kam damals auf ein Vermögen der katholischen Kirche in Österreich von 4,5 Milliarden Euro...


680. WORT ZUM SONNTAG am 28.8.2022

Lukas 14,1.7-14: Und es geschah: Jesus kam an einem Sabbat in das Haus eines führenden Pharisäers zum Essen. Da beobachtete man ihn genau. Als er bemerkte, wie sich die Gäste die Ehrenplätze aussuchten, erzählte er ihnen ein Gleichnis. Er sagte zu ihnen: Wenn du von jemandem zu einer Hochzeit eingeladen bist, nimm nicht den Ehrenplatz ein! Denn es könnte ein anderer von ihm eingeladen sein, der vornehmer ist als du, und dann würde der Gastgeber, der dich und ihn eingeladen hat, kommen und zu dir sagen: Mach diesem hier Platz! Du aber wärst beschämt und müsstest den untersten Platz einnehmen. Vielmehr, wenn du eingeladen bist, geh hin und nimm den untersten Platz ein, damit dein Gastgeber zu dir kommt und sagt: Mein Freund, rück weiter hinauf! Das wird für dich eine Ehre sein vor allen anderen Gästen. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden. Dann sagte er zu dem Gastgeber: Wenn du mittags oder abends ein Essen gibst, lade nicht deine Freunde oder deine Brüder, deine Verwandten oder reiche Nachbarn ein; sonst laden auch sie dich wieder ein und dir ist es vergolten. Nein, wenn du ein Essen gibst, dann lade Arme, Verkrüppelte, Lahme und Blinde ein. Du wirst selig sein, denn sie haben nichts, um es dir zu vergelten; es wird dir vergolten werden bei der Auferstehung der Gerechten.

So ein Pech, dass sowas heute in den Staaten mit Sozialeinrichtungen nimmer notwendig ist, da hat jeder seine Sozialrechte. Geschaffen wurde das nicht vom Jeusus und der katholischen Kirche, sondern von der Arbeiterbewegung. Was meint der Herr Schönborn dazu?
Er schreibt im Anfangteil seiner Predigt: "Es hat schon oft etwas Komisches, ja manchmal auch Lächerliches an sich, wie wir Menschen gierig sein können, ganz vorne zu sein, gesehen zu werden, Ehrenplätze zu haben. So geschieht es im Großen wie im Kleinen. Wer wo sitzen darf, in den Klatschspalten der Zeitungen genannt, in den 'Seitenblicken' des Fernsehens gesehen wird, kurz: wer zur Prominenz gehört, das ist für viele ganz wichtig. Ich nehme mich selber davon nicht aus. Als Kardinal bekomme ich oft einen der Ehrenplätze. Da kommt mir manchmal das heutige Evangelium in den Sinn."
Und er schließt so: "Wer von dieser Freude des Teilens einmal gekostet hat, wird bestätigen können, dass daneben das Gerangel um die Ehrenplätze ganz unwichtig wird. Warum hat Jesus so oft auf die Liebe zu den Armen hingewiesen? Ich glaube, dass er uns damit etwas Wesentliches zeigen will: Erkenne deine eigene Armut! Alles Geld und alle Ehren ändern nichts daran, dass wir im Grunde bedürftige Menschen bleiben, die Liebe, Zuwendung und Hilfe brauchen. Die Zuwendung zu den materiell und seelisch Armen erinnert uns daran, dass wir selber Arme sind. Wir gehen in schwere Zeiten. Wir werden die Haltung Jesu dringend brauchen. Dann müssen wir das Kommende nicht fürchten."

Ja, da hat meinereiner wie üblich wieder eine ganz andere Weltsicht, meinereiner will, dass er das tun kann, was er gern tut! Und dafür sind keine Ehrenplätze notwendig oder vorgesehen! Meinereiner ist schon länger im Ruhestand und tut darum fast den ganzen Tag das, was er gern tun will! Ein paar Sachen müssen getan werden, aber die meiste Zeit verbringt meinereiner mit Sachen, die gerne getan werden und das macht bei einem Atheisten den Sinn des Lebens, weil eine "Auferstehung der Gerechten" gibt es schließlich nicht, wenn wir gestorben sind, dann kommen wir nicht ewig in den Himmel oder die Hölle, sondern wir sind wieder im Zustand wie vor unserer Geburt: es gibt uns nicht! Und wenn es uns nimmer gibt, dann nehmen wir auch nichts mehr wahr! Ein Toter kann nicht wissen, dass er einmal gelebt hat. So naürlich und einfach ist das alles!
Der Schönborn ist in der glücklichen Lage, dass er zu Lebzeiten - so  lange er christlich glaubt - nie erfahren kann, dass es mit dem Tod aus ist und nach dem Tod kann er das Aus nimmer wahrnmehmen. Amen, so ist es!


679. WORT ZUM SONNTAG am 21.8.2022

Lk 13, 22-30: In jener Zeit zog Jesus auf seinem Weg nach Jerusalem von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf und lehrte. Da fragte ihn einer: Herr, sind es nur wenige, die gerettet werden? Er sagte zu ihnen: Bemüht euch mit allen Kräften, durch die enge Tür zu gelangen; denn viele, sage ich euch, werden versuchen hineinzukommen, aber es wird ihnen nicht gelingen. Wenn der Herr des Hauses aufsteht und die Tür verschließt und ihr draußen steht, an die Tür klopft und ruft: Herr, mach uns auf!, dann wird er euch antworten: Ich weiß nicht, woher ihr seid. Dann werdet ihr anfangen zu sagen: Wir haben doch in deinem Beisein gegessen und getrunken und du hast auf unseren Straßen gelehrt. Er aber wird euch erwidern: Ich weiß nicht, woher ihr seid. Weg von mir, ihr habt alle Unrecht getan! Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein, wenn ihr seht, dass Abraham, Ísaak und Jakob und alle Propheten im Reich Gottes sind, ihr selbst aber ausgeschlossen seid. Und sie werden von Osten und Westen und von Norden und Süden kommen und im Reich Gottes zu Tisch sitzen. Und siehe, da sind Letzte, die werden Erste sein, und da sind Erste, die werden Letzte sein.

Es geht heute anscheinend um die Selbstüberschätzung, die welche sich für Erste halten, werden zu Letzten degradiert. Aber das ist ja heute kein breites Problem mehr, weil an die ewige Seligkeit glaubt nur noch eine schmale Minderheit
Hier dazu zwei schon ältere Umfragen, diesbezüglich wird ja selten nachgefragt:


2018 glaubten also 39% an einen allmächtigen Gott, 2014 waren es noch 49% gewesen, ob es heute nur noch 29% sind, wurde bisher noch nicht erfragt. Der christliche Hauptlehrsatz, die Toten würden auferstehen, wird nur noch von 21% geglaubt, an ein ewiges Leben aber von 31%, was ja wohl ein Widerspruch ist, vermutlich meinen dann 10%, der Übergang vom irdischen Leben zum ewigen Leben sei unmittelbar, was ja auch so von den Kirchen gelehrt wird, dass dereinsten am Jüngsten Tag alle Knochenreste aus den Gräbern auferstehen müssten, beschäftigt die Leute eher wenig!
Aber das nur nebenbei, schauen wir was den Herrn Bischof Schönborn heute beschäftigt: Sein Einleitungssatz lautet: "Die enge Tür, der schmale Weg, verlangen Aufmerksamkeit, Entschiedenheit und Anstrengung. Aber nur diese Tür, nur dieser Pfad führt zum Leben, nicht erst am Schluss zum ewigen Leben, zum Himmel, sondern schon hier auf Erden zu einem vollen, erfüllten und glücklichen Leben." Es ist offenbar gemeint, wenn man durch die enge Tür zum Christentum ginge, wäre schon alles geschafft. Warum die Tür zum Christentum eng sein muss, erklärt er nicht. Wie schließt er seine Predigt heute? So: "Sind es also viele oder wenige, die den Weg zum Leben finden? Die Antwort können wir nur selber geben. Gehe ich den bequemen Weg des Egoismus oder bemühe ich mich, durch das enge Tor der Güte und Geduld, der Rücksicht und des Verzichts zu gehen? Wenn ich dazu bereit bin, ist die Welt schon ein wenig besser und glücklicher und der Himmel ein Stück näher."
Soweit der Schönborn. Dem Himmel wäre er nicht näher, weil das ist ja nur die Erdathmosphäre, aber das hat seinerzeit der allwissende Gottessohn Jesus klarerweise auch nicht wissen können, die Gottessohngeschichte wurde ja erst später erfunden und hat ihm selber nichts genutzt.

Sich um ein gutes Zusammenleben mit den Mitmenschen zu bemühen, ist ein vernünftiges Bemühen, aber dazu braucht man keine Götter und kein ewiges Leben, das muss man irdisch-prakmatisch erreichen!


678. Wort zum Feiertag "Maria Himmelfahrt" am 15.8.2022

Heute am Montag, dem Feiertag, gibt es keine Kronenzeitung und ohne Krone auch keine Schönbornpredigt, auch nicht auf der Homepasge der Diözese! Meinereiner ist da fleißiger und sucht sich im Net das heutige Evangelium, um es zu kommentieren!
Hier ist der Text: Lk 11, 27-28: In jener Zeit, als Jesus zum Volk redete, erhob eine Frau aus der Menge ihre Stimme und rief ihm zu: Selig der Schoß, der dich getragen, und die Brust, die dich gestillt hat! Er aber erwiderte: Ja, selig sind vielmehr, die das Wort Gottes hören und es befolgen.

Viel verkündet wird heute nicht. Na schau dir das an, die Wortbefolger sind selig! Wenn das so einfach geht, wozu gibt es dann in der katholischen Kirche die Seligsprechungen, die Vorstufe der Heiligsprechungen?
Hier das heutige Schlussgebet aus dem Messbuch: "Herr, unser Gott, am Fest der Aufnahme Marias in den Himmel hast du uns an deinem Tisch versammelt. Erhöre unser Gebet und lass auch uns nach aller Mühsal dieser Zeit zu dir in die ewige Heimat gelangen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn."

Diese Beterei ist klarerweise sinnlos, weil Götter gibt's nur in der Phantasie in Menschenköpfen und die ewige Heimat nach unserem Tod ist die ewige Nichtexistenz, uns hat es vor der Geburt nicht gegeben, ohne dass uns das gestört hätte, wenn wir nach dem Tode nimmer existieren (außer in der Erinnerung von Mitmenschen), dann sind wir wieder im selben Zustand wie vor der Geburt: es gibt uns nicht! Da wir das klarerweise nicht wahrnehmen können, ist es auch keine Belastung!


677. WORT ZUM SONNTAG am 14.8.2022

Lukas 12,49-53: Jesus sagte: Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen. Wie froh wäre ich, es würde schon brennen! Ich muss mit einer Taufe getauft werden und wie bin ich bedrängt, bis sie vollzogen ist. Meint ihr, ich sei gekommen, um Frieden auf der Erde zu bringen? Nein, sage ich euch, sondern Spaltung. Denn von nun an werden fünf Menschen im gleichen Haus in Zwietracht leben: Drei werden gegen zwei stehen und zwei gegen drei; der Vater wird gegen den Sohn stehen und der Sohn gegen den Vater, die Mutter gegen die Tochter und die Tochter gegen die Mutter, die Schwiegermutter gegen ihre Schwiegertochter und die Schwiegertochter gegen die Schwiegermutter.

Ja, der göttliche Spalter Jesus! Er hat der Menschenheit zu Familienstreitigkeiten verholfen und rühmt sich dessen biblisch! Was schreibt der Herr Erzbischof Schönborn zu diesem Quatsch? Er schreibt einleitend über Waldbrände und den Ukrainekrieg und den Feuerwerfer Jesus, dann meint er die Waldbrände und Kriege könnten nicht vom Jesus stammen, der Jesus wolle, dass sein inneres Feuer die ganze Erde erfasse. Das ist historisch ja seinerzeit gelungen als im Jahre 380 die alte römische Religionsfreiheit aufgehoben und mittels des römischen Dreikaiseredikts das Christentum zur Pflichtreligion für alle gemacht wurde, diese Geschichte kennen die Besucher dieser Site ja durch ihre häufige Wiederholung wohl auch schon lange! Aber dann wird der Schönborn weniger feurig und meint, es wäre die Liebe, die der Jesus auf die Erde werfen will! Und das Liebesfeuer könne die Feuerherde von Streit und Hass, von Eifersucht und Überheblichkeit löschen. Als schwer verständlich bezeichnet der Herr Bischof dann die Jesusparole von der Spaltung und wird dazu coronaistisch: "Haben wir davon nicht schon reichlich genug? Was ist das für eine Liebe, die Spaltung bringt? Mühsam kommen wir zurzeit aus der Corona-Krise heraus. So hoffen wir wenigstens. Sie hat eine schon lange nicht mehr erlebte Spaltung in die Gesellschaft gebracht, bis hinein in die Familien und auch in die Kirche." Dazu könnte man den Kardinal fragen, warum es diesen Virus gibt. Muss der nicht auch eine Schöpfung seines Gottes sein? Als Prüfung und/oder Strafe Gottes? Mit bisher 4.820.764 Infizierten in Österreich! Das fragt er aber nicht! Den Jesus habe es gedrängt, alles zu geben, auch sein Leben. Was ja für einen unsterblichen Gottessohn kein Kunststück wäre. Aber Götter sind nur menschliche Schöpfungen und die Menschen müssen mit ihren Problemen selber fertig werden.
Hier die Schlusszeilen aus dem Schönborntext: "Hat Jesus selber Spaltung gebracht? Ja, denn an ihm haben sich immer schon die Geister geschieden. Sein Weg ist herausfordernd. Und wir, die wir uns Christen nennen, folgen allzu oft nicht seinem Vorbild. Trotzdem, so bin ich überzeugt, gibt es keinen besseren Weg, Spaltungen zu überwinden, als den, den er vorgelebt hat."
Und? Hat nicht gerade das Christentum die Spaltung gelehrt? Alle hatten katholisch zu sein, mit Protestanten wurde der schrecklichste aller Kriege, der Dreißigjährige Krieg geführt. Muslime versuchten auch die ganze Welt zu unterwerfen, kamen aber seinerseit nur bis Wien, wo sie sich eine schwere Niederlage holten. Religionen haben Spaltungen gebracht, besser ist die Welt dann durch die Aufklärung geworden, es gab dann aber viele Rückfälle, heute sind wir wieder einmal dabei, vorsichtig das Haupt der Vernunft zu heben, man braucht dazu keinen Jesus oder sonst eine Religion!


676. WORT ZUM SONNTAG am 7.8.2022

Lukas 12,35-40: Jesus sprach: Eure Hüften sollen gegürtet sein und eure Lampen brennen! Seid wie Menschen, die auf ihren Herrn warten, der von einer Hochzeit zurückkehrt, damit sie ihm sogleich öffnen, wenn er kommt und anklopft! Selig die Knechte, die der Herr wach findet, wenn er kommt! Amen, ich sage euch: Er wird sich gürten, sie am Tisch Platz nehmen lassen und sie der Reihe nach bedienen. Und kommt er erst in der zweiten oder dritten Nachtwache und findet sie wach - selig sind sie. Bedenkt: Wenn der Herr des Hauses wüsste, in welcher Stunde der Dieb kommt, so würde er verhindern, dass man in sein Haus einbricht. Haltet auch ihr euch bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet.

Der Menschensohn ist der Jesus, obwohl er die Funktion eines Gottessohnes ausüben soll! Und dem Gottessohn hat man sogleich die Tür zu öffnen! Weil er ist ja der Herr der Menschen. Allerdings ist  das heute schon ein ziemlich weggeschrumpftes Verhalten, Göttersöhne interessieren immer weniger Leute, weil immer weniger Leute Götter in ihren Köpfen haben und außerhalb von Menschenköpfen gibt's eben keine Götter! So einfach ist die atheistische Erklärung der Götterwelt! Kein Zeus, kein Jupiter, kein Teutates, kein Odin, kein Donnar, kein Manitou usw. und natürlich auch kein Jesus!
Aber das als nebenbei geschilderte Selbstverständlichkeiten, das Oberhaupt der österreichischen katholischen Kirche muss natürlich an seinen Gott glauben und es sonntags predigen, auf seiner Homepage in der Diözese und in der Kronenzeitung!
Den Schönborn regt der jesuische Sager über das Warten an: Das Bildwort "Jesu regt mich an, über den Platz des Wartens im Leben nachzudenken. Wie viel Zeit verbringen wir mit Warten?" Er schreibt darüber u.a.: "Warten ist ein erheblicher Teil des Lebens. Etwas nicht erwarten können, schafft plagende Unruhe. (..) Aber es gibt auch die freudige Erwartung der Kinder auf das Christkind, der Jugendlichen auf die Schulferien, der Verliebten auf die Begegnung und das Zusammensein." Er zählt dann diverse Warte-Beispiele auf und schließt seine Predigt so: "Was rät Jesus als Grundhaltung? Nicht ständige Angst, es könnte etwas passieren! Vielmehr: 'Haltet auch ihr euch bereit.' Im Unerwarteten kann uns Gott begegnen! Oft braucht es Zeit, das zu erkennen. Zuerst ist alles durcheinander, alle Pläne, alle Erwartungen sind durchkreuzt. Dann kann sich neu die Frage stellen: Auf was warte ich im Leben, was erwarte ich vom Leben? Die Antwort Jesu: Gott selber wartet auf dich, er erwartet dich!"
Ja, da hat der Herr Schönborn aber Pech! Weil auf Erden pflegt ja sein Jesus keine Menschen zu treffen und wenn der Schönborn gestorben sein wird, dann ist klar, ein Toter trifft mangels Existenz niemanden, nicht existierende Götter schon gar nicht!
Dass wir im Leben oft warten müssen, ist eine Alltäglichkeit, wir warten auf die Straßenbahn, auf den Chef, auf den Handwerker, der in der Wohnung was richten soll usw. Auf Gott zu warten ist allerdings sinnlos, weil Götter hat es nie gegeben, das waren immer menschliche Schöpfungen! Die heutige Jesusreligion wurde in Volkesbreite ursprünglich im Jahre 380 geschöpft, weil da wurde sie durch das Dreikaiseredikt als verpflichtende Staatsreligion eingeführt. Das ist sie schon lange nimmer, darum wird síe den Leuten immer wurschter! Amen, so ist es!


675. WORT ZUM SONNTAG am 31.7.2022

Bei den Sonntagsworten hat es hier jetzt coronakrankheitsbedingt (inklusive Spitalsaufeinhalt) seit 10.7. eine längere Pause gegeben! Heute predigt der Herr Kardinal Schönborn wie gewohnt in der Kronenzeitung und auf seiner Homepage, der Schönborn hat das auch am 10. Juli, am 17. Juli und am 24. Juli gemacht, meinereiner war allerdings außer Betrieb, aber heute am 31.7.2022 betreibt meinereiner seine Sonntagspredigt wieder!
Hier das heutige Evangelium:
LUKAS 12,13-21: Einer aus der Volksmenge bat Jesus: Meister, sag meinem Bruder, er soll das Erbe mit mir teilen! Er erwiderte ihm: Mensch, wer hat mich zum Richter oder Erbteiler bei euch eingesetzt? Dann sagte er zu den Leuten: Gebt Acht, hütet euch vor jeder Art von Habgier! Denn das Leben eines Menschen besteht nicht darin, dass einer im Überfluss seines Besitzes lebt. Und er erzählte ihnen folgendes Gleichnis: Auf den Feldern eines reichen Mannes stand eine gute Ernte.
Da überlegte er bei sich selbst: Was soll ich tun? Ich habe keinen Platz, wo ich meine Ernte unterbringen könnte. Schließlich sagte er: So will ich es machen: Ich werde meine Scheunen abreißen und größere bauen; dort werde ich mein ganzes Getreide und meine Vorräte unterbringen. Dann werde ich zu meiner Seele sagen: Seele, nun hast du einen großen Vorrat, der für viele Jahre reicht. Ruh dich aus, iss und trink und freue dich! Da sprach Gott zu ihm: Du Narr! Noch in dieser Nacht wird man dein Leben von dir zurückfordern. Wem wird dann das gehören, was du angehäuft hast? So geht es einem, der nur für sich selbst Schätze sammelt, aber bei Gott nicht reich ist.

Seelen fressen also kein Getreide und die Leute sollen bei Gott reich sein, wie schließt heute der Schönborn seine Predigt ab? Er schreibt unter dem Titel "Gedanken zum Evangelium, von Kardinal Christoph Schönborn, am Sonntag, 31. Juli 2022" u.a. darüber, dass es für eine Familie kaum Schlimmeres als Erbstreitereien gibt, denn diese würden den Zusammenhalt zerstören, Neid, Eifersucht, ja Hass untereinander säen, der Jesus warne deswegen vor der Habgier. Sein Schlusssatz lautet so: "Das letzte Hemd hat keine Taschen, sagt der Volksmund. Daher hat die Habsucht immer etwas Lächerliches an sich. Sie versucht krampfhaft festzuhalten, was wir letztlich gar nicht in der Hand haben. Das Leben ist uns geschenkt und anvertraut und es kann nur glücken und glücklich sein, wenn es mit anderen geteilt wird. Wie schwer das oft ist, erfahren wir selber, wenn es darum geht, zu teilen, zum Beispiel bei einer Erbschaft."
Soweit der Schönborn. Nu, so kompliziert ist das gar nicht, weil es gibt ja in unseren Breiten das gesetzliche Erbrecht, dort ist es genau festgelegt, wer was von wem erbt! Wo soll da das Problem sein? Da braucht man weder einen Gott noch einen Bischof dazu!


674. WORT ZUM SONNTAG am 10.7.2022

Lukas 10,25-37: Und siehe, ein Gesetzeslehrer stand auf, um Jesus auf die Probe zu stellen, und fragte ihn: Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu erben? Jesus sagte zu ihm: Was steht im Gesetz geschrieben? Was liest du? Er antwortete: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und deiner ganzen Seele, mit deiner ganzen Kraft und deinem ganzen Denken, und deinen Nächsten wie dich selbst. Jesus sagte zu ihm: Du hast richtig geantwortet. Handle danach und du wirst leben! Der Gesetzeslehrer wollte sich rechtfertigen und sagte zu Jesus: Und wer ist mein Nächster? Darauf antwortete ihm Jesus: Ein Mann ging von Jerusalem nach Jericho hinab und wurde von Räubern überfallen. Sie plünderten ihn aus und schlugen ihn nieder; dann gingen sie weg und ließen ihn halbtot liegen. Zufällig kam ein Priester denselben Weg herab; er sah ihn und ging vorüber. Ebenso kam auch ein Levit zu der Stelle; er sah ihn und ging vorüber. Ein Samariter aber, der auf der Reise war, kam zu ihm; er sah ihn und hatte Mitleid, ging zu ihm hin, goss Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie. Dann hob er ihn auf sein eigenes Reittier, brachte ihn zu einer Herberge und sorgte für ihn. Und am nächsten Tag holte er zwei Denare hervor, gab sie dem Wirt und sagte: Sorge für ihn, und wenn du mehr für ihn brauchst, werde ich es dir bezahlen, wenn ich wiederkomme. Wer von diesen dreien meinst du, ist dem der Nächste geworden, der von den Räubern überfallen wurde? Der Gesetzeslehrer antwortete: Der barmherzig an ihm gehandelt hat. Da sagte Jesus zu ihm: Dann geh und handle du genauso!

Die Zustände in früheren Zeiten zeigen keine echten Lösungen für solche Probleme, solche wurden erst in unseren Zeiten durch die Arbeiterbewegung erkämpft. Heute gibt es in unseren Bereichen die Sozialversicherungen, die sich von gesetzeswegen darum kümmern, da muss das Opfer einer Straftat nicht auf einen barmherzigen Samariter warten, sondern er kann sich sicher sein, wenn er gefunden wird, dann wird wer das Rote Kreuz anrufen und das wird ihn ins Spital bringen, ganz ohne Jesus! Solche Moralisierung wir oben in der Bibel spielen heute im praktischen Leben wohl kaum noch eine Rolle! Seinerzeit ist natürlich auch ein angeblicher Sohn eines allmächtigen und allwissenden Gottes nicht auf sowas gekommen. Warum nicht? Wieder einmal ganz einfach: Götter gibt es nur in Köpfen von Menschen, aber nicht in der Realität! So einfach ist das!

Achja, der Schönborn hat dazu ja auch was gepredigt, er fasste so zusammen: "Der Samariter zeigt den Weg. Wir können nicht die Welt retten. Wir können nicht alle Probleme lösen. Aber hinschauen und helfen, das kann jeder von uns. Die Samariter unter uns machen den Unterschied. Mit ihnen wird es gelingen!"
Da ist der Herr Bischof aber ein großer Optimist! Die Welt retten kann man mit vernünftigem Handeln, die Bemühungen in diesem Sinne müssen eben weitergehen...


673. WORT ZUM SONNTAG am 3.7.2022

Lukas 10,1-9: Danach suchte der Herr zweiundsiebzig andere aus und sandte sie zu zweit vor sich her in alle Städte und Ortschaften, in die er selbst gehen wollte. Er sagte zu ihnen: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden! Geht! Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. Nehmt keinen Geldbeutel mit, keine Vorratstasche und keine Schuhe! Grüßt niemanden auf dem Weg!Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als Erstes: Friede diesem Haus! Und wenn dort ein Sohn des Friedens wohnt, wird euer Friede auf ihm ruhen, andernfalls wird er zu euch zurückkehren. Bleibt in diesem Haus, esst und trinkt, was man euch anbietet; denn wer arbeitet, ist seines Lohnes wert. Zieht nicht von einem Haus in ein anderes! Wenn ihr in eine Stadt kommt und man euch aufnimmt, so esst, was man euch vorsetzt. Heilt die Kranken, die dort sind, und sagt ihnen: Das Reich Gottes ist euch nahe!

Das Reich Gottes ist nahe? Bzw. war damals schon nahe? Und rund 2000 Jahre später ist von einem Gottesreich mit einem realen Gott immer noch nichts wahrzunehmen!
Was kommt jetzt wieder für ein Satz?
Klar: Götter gibt es in Menschenköpfen, in der Realität nicht! Darum kommen eben religiöse Prediger anderen Menschen nahe, wenn diese sich das bieten lassen! Dem Jesus seine Prediger waren auf Anordnung des Jesus offenbar eine Art Bettlersekte, also noch lästiger als heute die Zeugen Jehovas.
Aber das nur nebenbei, schauen wir uns an, was der Herr Oberbischof von Österreich heute darüber auf seiner Homepage und in der Kronenzeitung predigt, er schreibt zuerst darüber, dass es heutzutage aktuell Ernteausfälle gibt und deswegen Herz und Tür für den Anderen offengehalten werden sollen, "ohne Ernte kein Essen. Also droht Hungersnot. Denn das tägliche Brot kommt nicht aus dem Supermarkt, sondern von der guten Ernte auf den Feldern. Von 'Ernährungssicherheit' ist zurzeit viel die Rede."
Er fasst so zusammen: "Die Ernte ist groß! Ich denke an das Thema Einsamkeit. In unserer Welt haben wir alle Handys, starren auf unsere kleinen Bildschirme, aber wir verlieren die einfache Gemeinschaft untereinander. Einsamkeit ist eine der großen Hungersnöte unserer Zeit. Jesus sagt denen, die sich von ihm senden lassen, sie sollen keinen Geldbeutel mitnehmen, keine Vorratstasche. Ich sehe darin eine Einladung, dass wir uns nicht hinter unserem Hab und Gut verschanzen, sondern Herz und Tür für den Anderen offenhalten sollen. Und warum sagt Jesus: 'Grüßt niemanden auf dem Weg?' Ich sehe das so: Halte dich fern von Tratsch und Klatsch. Wieviel Böses würden wir vermeiden, wenn wir unsere Zunge beherrschen könnten! 'Heilt die Kranken', ist Jesu Auftrag. Wieviel Heilkraft liegt in der Zuwendung zu denen, die zu leiden haben! Wirklich, die Ernte ist groß! Sie wartet auf uns. Sie braucht uns. Bitten wir 'den Herrn der Ernte', solche Arbeiter zu senden. Wir selber sind gefragt."
Soweit der Schönborm. Was soll das heißen? Jesus verbietet seinen Jüngern Geld mitzunehmen, der Schönborn fordert Herz und Tür für den Anderen offenzuhalten. Wir haben in Österreich einen Sozialstaat, wer Hilfe braucht, der hat gesetzliches Anrecht darauf und ist nicht auf kirchliche Almosen angewiesen. Aber das hat meinereiner hier ohnehin schon x-mal geschrieben, der Christengott hat mit dem Sozialstaat nie was zu tun gehabt, wie sollte er auch? Es gibt ihn ja nicht! Amen.


672. WORT ZUM SONNTAG am 26.6.2022

Lukas 9,51-62: Es geschah aber: Als sich die Tage erfüllten, dass er hinweggenommen werden sollte, fasste Jesus den festen Entschluss, nach Jerusalem zu gehen. Und er schickte Boten vor sich her. Diese gingen und kamen in ein Dorf der Samariter und wollten eine Unterkunft für ihn besorgen. Aber man nahm ihn nicht auf, weil er auf dem Weg nach Jerusalem war. Als die Jünger Jakobus und Johannes das sahen, sagten sie: Herr, sollen wir sagen, dass Feuer vom Himmel fällt und sie verzehrt? Da wandte er sich um und wies sie zurecht. Und sie gingen in ein anderes Dorf. Als sie auf dem Weg weiterzogen, sagte ein Mann zu Jesus: Ich will dir nachfolgen, wohin du auch gehst. Jesus antwortete ihm: Die Füchse haben Höhlen und die Vögel des Himmels Nester; der Menschensohn aber hat keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen kann. Zu einem anderen sagte er: Folge mir nach! Der erwiderte: Lass mich zuerst weggehen und meinen Vater begraben! Jesus sagte zu ihm: Lass die Toten ihre Toten begraben; du aber geh und verkünde das Reich Gottes! Wieder ein anderer sagte: Ich will dir nachfolgen, Herr. Zuvor aber lass mich Abschied nehmen von denen, die in meinem Hause sind. Jesus erwiderte ihm: Keiner, der die Hand an den Pflug gelegt hat und nochmals zurückblickt, taugt für das Reich Gottes.

Im alten Israel gab es zwei Sorten von Samariten, die einen waren die Bewohner von Samaria, die anderen eine Religionsgemeinschaft, sozusagen eine Sekte innerhalb des Judentums, in der obigen Bibelstelle ist wohl von der zweiten Sorte die Rede, weil Jerusalem für diese Samariter keine heilige Stadt war. Aber das nur nebenbei, weil es geht ja nicht um die Samariten, sondern um die Eingliederung in die Jesus-Sekte. Der Jesus versprach also allen, die ihm ohne jede Verzögerung nachfolgten, das Reich Gottes! Was soll man als Atheist dazu sagen? Es gibt ja keine Götter und keine Götterreiche!
Aber schauen wir trotzdem, was der Schönborn dazu schreibt, er schließt heute seine Predigt so: "Wie sieht der Weg Jesu aus? Wie geht es denen, die sich auf seinen Weg einlassen? Was Jesus ihnen sagt und zumutet, ist alles eher als einladend. Fast wäre man versucht, ihm zu entgegnen: Wenn du die Latte so hoch legst, darfst du dich nicht wundern, dass dir nur wenige wirklich ernsthaft nachfolgen! Und doch sind seine Worte faszinierend und haben immer neu Menschen bewogen, sich ganz auf seinen Weg einzulassen. 'Die Füchse haben Höhlen und die Vögel des Himmels Nester', sagt Jesus. Er selber sei ohne Obdach. Und doch: Wer ihm nachfolgt, erlebt eine tiefe Geborgenheit, die kein irdisches Zuhause geben kann. 'Lass die Toten ihre Toten begraben', sagt Jesus einem anderen. Das klingt furchtbar hart, ist aber die Einladung, an das Leben zu glauben, das stärker ist als der Tod. Wer die Hand an den Pflug legt, soll nicht zurückblicken, sagt er einem Dritten. Schau nach vorne, sagt Jesus dem, der noch zu sehr an seiner Geschichte hängt. Junge Menschen schauen spontan nach vorne. Das Leben liegt vor ihnen. Im Alter kann man auf vieles zurückblicken, und das ist gut. Mit Jesus lernen wir, im Heute zu leben und uns alle auf das auszurichten, was vor uns liegt: das Leben, das über den Tod hinausreicht."
Soweit der Schönborn. Ja, das war durch die Jahrhunderte das Angebot der katholischen Kirche speziell an die Mühseligen und Beladenen: das ewige Leben im himmlischen Paradies! Seinerzeit hatte der Lenin den Mühseligen und Beladenen ein gutes irdisches Leben im Sozialismus und Kommunismus versprochen, er wollte das mit der NÖP, "der neuen ökonomischen Poltik" erreichen: Dezentralisierung und Liberalisierung in der Landwirtschaft, im Handel und in der Industrie, die der Wirtschaft teilweise auch marktwirtschaftliche Methoden zugestand, geregelt sollte das so werden, dass Privatinterssen zugelassen waren, aber begrenzt, die Gesamtebene der Wirtschaft blieb unter Parteiaufsicht. Die NÖP blieb bis 1928 reale Politik und führte zu einer Verbesserung der Versorgung und zu relativen gesellschaftlichen Freiheiten. Da Lenin 1924 mit nur 54 Jahren verstorben war und sein Nachfolger Iosseb Dschughaschwili, genannt "Stalin" wurde, der dieses Konzept als Wiederkehr des Kapitalismus sah und darauf mit teilweise vernichtenden Maßnahmen, wie der Zwangskollektivierung der Bauernschaft reagierte. Zwar wurde in den Dreißigerjahren der Aufbau der vorher fast nicht vorhandenen Industrie nachgeholt, allerdings ebenfalls mit Zwangsmaßnahmen und mit der Planwirtschaft, die sich dann 50 Jahre später als unreformierbarer Bürokratismus herausstellte. Also gibt's das Paradies auf Erden auch nicht!
Aber an ein Paradies für Tote glauben heute auch immer weniger Leute, hier darum wieder einmal die alten Umfragen von 2014 und 2018, neuere zu diesem Themenbereich gibt es offensichtlich nicht:



Der Glaube an ein ewiges Leben ist von 2014 bis 2018 von 45% auf 31% zurückgegangen, spätere Umfragen sind keine zu finden, aber mehr geworden sind seither die an ein ewiges Leben Glaubenden wohl kaum!


671. WORT ZUM SONNTAG am 19.6.2022

Lk 9, 18-24: In jener Zeit betete Jesus für sich allein und die Jünger waren bei ihm. Da fragte er sie: Für wen halten mich die Leute? Sie antworteten: Einige für Johannes den Täufer, andere für Elíja; wieder andere sagen: Einer der alten Propheten ist auferstanden. Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Petrus antwortete: Für den Christus Gottes. Doch er befahl ihnen und wies sie an, es niemandem zu sagen. Und er sagte: Der Menschensohn muss vieles erleiden und von den Ältesten, den Hohepriestern und den Schriftgelehrten verworfen werden; er muss getötet und am dritten Tage auferweckt werden. Zu allen sagte er: Wenn einer hinter mir hergehen will, verleugne er sich selbst, nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, der wird es retten.

So, heute darf meinereiner was erklären, was wohl auch viele Kirchenmitglieder nicht so genau wissen, warum heißt der Jesus sozusagen mit dem Familiennamen "Christus" und warum heißen die Mitglieder seiner Kirche "Christen"? Dazu findet man in Wikipedia die grundsätzlichen Infos: "Jesus Christus (von altgriechisch Iesoûs Christós, deutsch 'Jesus, der Gesalbte')" - der hebräische Begriff Maschiach oder Messias ("der Gesalbte") bezeichnet in den heiligen Schriften des Judentums (Altes Testament) verschiedene geheiligte Personen oder Dinge.
Der Jesus hat also seinen Zunamen vom griechischen Wort für "Gesalbter" und seine Funktion als Messias vom gleichbedeutenden hebräischen Begriff! Der Ausdruck "Gesalbter" stammt von einem altorientalischen Ritual der Salbung hoher Beamter. Der Jesus müsste dann wohl von seinem Vater gesalbt worden sein.
Aber das nur nebenbei, schauen wir uns an, was der Herr Kardinal Schönborn für Schlüsse aus dem obigen Bibeltext zieht, er schließt heute so: "Das christliche Bekenntnis hat das zur Mitte: Jesus für den von Gott Gesandten zu halten und daher auf ihn zu hören, ihm nachzufolgen. 'Christen' wurden die Anhänger Jesu schon früh genannt, weil sie Jesus als den Christus, den Messias Gottes halten. Deshalb ist auch die persönliche Beziehung zu Jesus, die Liebe zu ihm, im Herzen des christlichen Glaubens.Doch daran scheiden sich die Geister. Schon damals musste Jesus Missverständnisse abwehren. Daher sein Verbot, davon zu reden, dass er der Messias sei. Zu naheliegend war eine politische Deutung seiner Sendung. Stattdssen redet er von seinem bevorstehenden Leiden. Er verspricht nicht eine heile Welt. Ganz nüchtern lädt er ein: Wer mit mir meinen Weg gehen will, 'nehme täglich sein Kreuz auf sich'. Alle haben wir ein eigenes Kreuz zu tragen, täglich, lebenslang. Das kann der eigene Charakter sein, den wir (und die anderen) ertragen müssen; das können die Mühsale der Arbeit, die Konflikte im Beruf, in der Familie sein, körperliche und seelische Beschwerden. Wir alle lernen, welches Kreuz uns persönlich zugemutet ist. Sich selber und sein Kreuz anzunehmen, nicht passiv, als Schicksal, sondern als Weg, auf dem Gott uns nicht allein lässt: Diese Erfahrung haben zahllose Menschen gemacht, indem sie einfach versucht haben, Jesus nachzufolgen."

Soweit der Schönborn. Die Leute, die dem Jesus sein Kreuz aufnehmen werden in unseren Breiten zunehmend weniger, die meisten katholischen Kirchenmitglieder gehen bekanntlich nicht einmal mehr zur Sonntagsmesse, Religion ist ein alter Brauch, der hauptsächlich noch bei Begräbnissen Bedeutung hat, die jungen Leute heiraten in großer Menge nimmer kirchlich und lassen auch überwiegend ihre Kinder nicht taufen! Hier wieder die Abbildung mit den Zahlen von 2003 und 2020:

Die angeblich zahllosen Menschen, die dem Jesus nachfolgen, lassen sich heute viel leichter zählen! Der seinerzeitige Geheimmessias hat ja selber nix Folgenschweres angestellt, die Dominanz des Christentums im Mittelalter war im Jahre 380 die Folge der zwangsweisen Einführung der christlichen Glaubenspflicht für alle Menschen im Römerreich, diese später in vielen Weltengegenden ebenfalls zur Pflicht gemachten Weltreligion hat ihre gesellschaftliche Bedeutung in vielen Gegenden stark eingebüßt und das wird auch weiterhin passieren, eine Jesusneuauferstehung wird nicht geschehen...


670. Worte zum Feiertag "Fronleichnam" am 16.6.2021

Lk. 9,11b-17: Jesus redete zu ihnen vom Reich Gottes und machte gesund, die der Heilung bedurften. Als der Tag zur Neige ging, kamen die Zwölf und sagten zu ihm: Schick die Leute weg, damit sie in die umliegenden Dörfer und Gehöfte gehen, dort Unterkunft finden und etwas zu ssen bekommen; denn wir sind hier an einem abgelegenen Ort. Er antwortete ihnen: Gebt ihr ihnen zu ssen! Sie sagten: Wir haben nicht mehr als fünf Brote und zwei Fische; wir müssten erst weggehen und für dieses ganze Volk etwas zu ssen kaufen. Es waren nämlich etwa fünftausend Männer. Er aber sagte zu seinen Jüngern: Lasst sie sich in Gruppen zu ungefähr fünfzig lagern! Die Jünger taten so und veranlassten, dass sich alle lagerten. Jesus aber nahm die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf, sprach den Lobpreis und brach sie; dann gab er sie den Jüngern, damit sie diese an die Leute austeilten. Und alle aßen und wurden satt. Als man die übrig gebliebenen Brotstücke einsammelte, waren es zwölf Körbe voll.

"Fronleichnam" bedeutet laut Wikipedia: "Das Fronleichnamsfest (lateinisch Sollemnitas Sanctissimi Corporis et Sanguinis Christi 'Fest des allerheiligsten Leibes und Blutes Christi') ist ein Hochfest im Kirchenjahr der katholischen Kirche, mit dem die bleibende Gegenwart Jesu Christi im Sakrament der Eucharistie gefeiert wird."
Und " Eucharistie " bedeutet laut Wikipedia: "Die Eucharistie (eucharistía 'Dankbarkeit, Danksagung'), auch Abendmahl oder Herrenmahl, heilige Kommunion, Altarsakrament, allerheiligstes Sakrament [des Altars], in einigen Freikirchen Brotbrechen, in den Ostkirchen heilige oder göttliche Liturgie genannt, ist ein christliches Sakrament, das in den verschiedenen Konfessionen unterschiedlich verstanden wird. Sie wird bezogen auf das Abendmahl, das Jesus nach der Darstellung der Evangelien und des 1. Korintherbriefes mit seinen Jüngern kurz vor seinem Leiden und Sterben feierte, und wird entweder als unblutige Vergegenwärtigung des Kreuzesopfers oder als Feier zur vergegenwärtigenden Erinnerung an Jesu Tod interpretiert."

Die christliche Sage, dass in der Hostie der Jesus sei, wird weiterhin verkündet (Hostien-Definition von Wikipedia: "Der Ausdruck Hostie, lateinisch hostia 'Vergeltung', 'Opfer', 'Opferlamm', 'Opfertier' oder 'Opfergabe', bezeichnet in den Kirchen der katholischen Tradition des Westens, der Neuapostolischen Kirche und der armenisch-orthodoxen Kirche sowie in einigen evangelischen Kirchen das zur Eucharistie beziehungsweise zum Abendmahl verwendete Brot.")
Hier ein Wikipedia-Bild mit Hostien:

Aber das nur nebenbei, was predigt heute der Herr Schönborn, er leitet so ein: "Durch die Worte Jesu wird das Brot sein Leib. Wer es isst, verbindet sich mit Jesus, wird mit ihm eins."
Und hier seine Schusssätze: "Im Gebet des 'Vaterunser' ist die mittlere der sieben Bitten nicht zufällig die um das tägliche Brot. Kein Wunder, dass Jesus aus dem Brot das größte Zeichen seiner Nähe gemacht hat. Er war mit den Mühen vertraut, die es den Menschen bereitete, dem kargen Boden seiner Heimat das Korn abzuringen, das dann zu Brot werden konnte. 'In der Nacht, in der er ausgeliefert wurde, nahm Jesus Brot, sprach das Dankgebet, brach das Brot und sagte: Das ist mein Leib für euch. Tut dies zu meinem Gedächtnis.' Seit damals tut die Gemeinschaft der Christen das, was Jesus tat. Durch die Worte Jesu wird das Brot sein Leib. Wer es isst, verbindet sich mit Jesus, wird mit ihm eins. Heute darf ich im großen Stadtumgang, in der Fronleichnamsprozession, die Monstranz mit der Hostie durch die Straßen der Innenstadt tragen. Dieses kleine Stück Brot ist die bescheidene Gestalt, unter der Jesus für uns Menschen wirklich gegenwärtig ist. Und meine Bitte an Ihn ist heuer besonders inständig: Gib uns allen, besonders den von Hunger Bedrohten, unser tägliches Brot, Du, der Du selber in unserer Mitte das heilige Brot geworden bist."

Die Versorgung Notleidender mit dem täglichen Brot gab es in christlichen Zeiten in Almosenform, die Eltern haben meinemeinen erzählt, es hätte in ihrer Jugend noch "Einleger" gegeben, das waren arme Obdachlose in den Dörfern, denen jeweils einige Bauernhöfe zugewiesen wurden, die jeweils für einige Tage diese herumziehenden Einleger verpflegen und ihnen ein Dach über den Kopf geben mussten.
Aus den christlichen Almosenbemühungen hat die Arbeiterbewegung durch die Einrichtung der Sozialversicherungen und der gesetzlichen Festlegung von Sozialrechten Menschenrechte gemacht! Ein Wunder wie die biblische Brotvermehrung gibt es nur in der religiösen Sage, wenn es einen Gott gäbe, der sich um die Menschen bekümmern täte, bräuchten wir wohl keine Sozialversicherung etc. Jedenfalls glaubt der Wiener Bischof wirklich, dass durch den kirchlichen Zauberspruch "Nehmet und esset alle davon: Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird" eine Hostie durch die sogenannte "Wandlung" zum "Leib Christi" geworden ist.
Meinereiner hat in den Jungjahren immer an der Ostermesse teilnehmen, vorher beichten gehen und sich dann die Hostie in den Mund schieben lassen müssen! Das war einfach lästig und widerwärtig, geglaubt hat meinereiner dank des glaubensfreien Elternhauses ja davon nie was!
Im § 2a Religionsunterrichtsgesetz, BGBl 190/1949 steht: "Die Teilnahme an den von den gesetzlich anerkannten Kirchen und Religionsgesellschaften zu besonderen Anlässen des schulischen oder staatlichen Lebens, insbesondere zu Beginn und am Ende des Schuljahres abgehaltenen Schülergottesdiensten sowie die Teilnahme an religiösen Übungen oder Veranstaltungen ist den Lehrern und Schülern freigestellt."
In meiner Schulzeit wurde das dann auch wahrgenommen, ab der dritten Klasse Mittelschule war meinereiner nimmer beichten oder in einem Schülergottesdienst! Seither hat meineneinen auch niemand mehr mit dem Brot gewordenen Leibchristi zwangsgefüttert.

Und das tägliche Brot gibt es heute durch die Sozialrechte und nicht durch sagenhafte wunderbare Brotvermehrungen...


669. WORT ZUM SONNTAG am 12.6.2022

Jh. 16,12-15: In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in der ganzen Wahrheit leiten. Denn er wird nicht aus sich selbst heraus reden, sondern er wird reden, was er hört, und euch verkünden, was kommen wird. Er wird mich verherrlichen; denn er wird von dem, was mein ist, nehmen und es euch verkünden. Alles, was der Vater hat, ist mein; darum habe ich gesagt: Er nimmt von dem, was mein ist, und wird es euch verkünden.

Heute ist der sogenannte "Dreifaltigkeitssonntag", erfunden wurde die Dreifaltigkeit schon vom Evangeliumsschreiber Johannes, der allerdings erst viel später als der Jesus agierte, nämlich etwa zwischen 100 und 150, seine Texte unterscheiden sich deutlich von den drei anderen Evangelisten Matthäus, Markus und Lukas. Die sogenannte "Dreifaltigkeit" des dreigötterigen Christengottes wurde erst anno 325 verfügt, und dass der Johnnes das in seinem Evangelium so geschrieben hat (1. Johannes 5,7: "Denn drei sind es, die Zeugnis ablegen im Himmel: der Vater, das Wort und der Heilige Geist, und diese drei sind eins."), steht erst in Abschriften aus dem 14. Jahrhundert zu lesen. Aber heute ist das eh wurscht, weil die Dreierfalte "Heiliger Geist" kommt heute im Bibeltext ohnehin nicht vor!
Der Herr Bischof von Wien titelt heute seine Predigt mit "Warum Liebe stärker ist" und schließt seine Ausführungen so: "Alle Religionen tasten sich heran an das Geheimnis Gottes. Sie versuchen, sich Bilder von Gott zu machen, Vorstellungen von dem, was unvorstellbar ist. Jesus geht einen Schritt weiter. Er spricht von Gott mit einer solchen Vertrautheit, dass er ihn Vater nennt. 'Alles, was der Vater hat, ist mein', heißt es im heutigen Evangelium. Ist das Anmaßung? 'Du machst dich selbst zu Gott', werfen ihm seine Gegner vor. Jesus spricht meist in Bildern von Gott. Es ist ein ganz ungewohntes Bild, das da sichtbar wird: Ein Gott, der ein barmherziger Vater ist, der nicht richtet, sondern rettet, der vergibt und uns dazu anhält, selber zu vergeben. Und um dieses Bild von Gott ganz deutlich sichtbar zu machen, lebt Jesus das selber vor, was er von Gott erzählt: Er heilt und tröstet, verzeiht und richtet auf. Er geht schließlich so weit, freiwillig Leid und Tod auf sich zu nehmen. Er sagt es selber: 'Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn (für sie) hingab.'
Christen glauben deshalb, dass Jesus nicht ein zweiter Gott ist, neben dem einen Gott, sondern dass er ganz eins ist mit Gott. Die tiefste Offenbarung, die Jesus in die Welt gebracht hat, ist in dem einen Wort ausgedrückt: 'Gott ist Liebe.' Liebe kann nicht allein sein. Gott ist nicht ein einsamer Herrscher, er ist Gemeinschaft, Vater, Sohn und Heiliger Geist. Das Beglückende am Geheimnis der Dreifaltigkeit ist die Gewissheit: Weil Gott die Liebe ist, ist Liebe der tiefste Grund aller Wirklichkeit. Sie ist stärker als aller Hass, alles Böse, stärker als selbst der Tod. Sie ist ewig."
Soweit der Schönborn!
Aha, und wenn der Jesus dann verfügt, dass Sünder und Ungläubige ins ewige Feuer zum Teufel in die Hölle geschmissen werden, dann ist das nicht die ewige göttliche Verdammung, sondern Gottesliebe?
Klarerweise ist das ohnehin völlig egal, weil es gibt ja keine Götter, kein ewiges Leben, keinen Himmel und keine Hölle, das existiert zwar auch heute noch in einer größeren Anzahl von Menschenköpfen, aber was allgemein Geglaubtes ist das schon längst nimmer, weil es eben nie was Reales war! Gott hat keine Welt erschaffen, keine Menschen geschöpft, sondern seinerzeit in alten Zeiten haben sich Menschen Götter erschaffen, um sich mit diesen allmächtigen Wunderwesen die Welt zu erklären

Heute ist die Säkularisierung der stärkste Trend, wie hier in der Info Nummer 6034 zu lesen steht!


668. WORT ZUM FEIERTAG am PFINSTMONTAG, den 6.6.2022

Heute am Pfingstmontag macht es der Herr Erzbischof Schönborn so wie am Ostermontag, es gibt heute keine Kronenzeitung und auch auf der Homepage der Diözesse Wien keine Schönbornpredigt. Meinereiner ist da vergleichsweise übereifrig und holte sich das heutige Evangelium aus dem Messbuch:
Joh 3, 16-21: Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird. Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er nicht an den Namen des einzigen Sohnes Gottes geglaubt hat. Denn darin besteht das Gericht: Das Licht kam in die Welt, doch die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht; denn ihre Taten waren böse. Jeder, der Böses tut, hasst das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Taten nicht aufgedeckt werden. Wer aber die Wahrheit tut, kommt zum Licht, damit offenbar wird, dass seine Taten in Gott vollbracht sind.

Und hier predigt jetzt meinereiner ohne Schönborn: Der Christengott ist bekanntlich allmächtig und dreifaltig! Für so ein Überdrüberwesen müsste doch alles möglich sein, ohne dass dazu die Kreuzigung und Auferstehung seines Sohnes nötig wäre! Da es in der Realität keinerlei Götter gibt, diese nur in Menschenköpfen existieren, ist die ganze Götterei ja nur was für eben diese Menschen. Heute verurteilt der liebe Gott wieder einmal die Nichtjesusgläubigen, heute lautet die Strafe Finsternis statt Licht für alle, die nicht an den Namen des einzigen Sohnes Gottes glauben! Bei mir ist es nicht finster, weil mein Kopf ist gottfrei, so das wär's für heute!


667. WORT ZUM SONN- und FEIERTAG am 5.6.2022

APOSTELGESCHICHTE 2,1-11: Als der Tag des Pfingstfestes gekommen war, waren alle zusammen am selben Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Und alle wurden vom Heiligen Geist erfüllt und begannen, in anderen Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab. In Jerusalem aber wohnten Juden, fromme Männer aus allen Völkern unter dem Himmel. Als sich das Getöse erhob, strömte die Menge zusammen und war ganz bestürzt; denn jeder hörte sie in seiner Sprache reden. Sie waren fassungslos vor Staunen und sagten: Seht! Sind das nicht alles Galiläer, die hier reden? Wieso kann sie jeder von uns in seiner Muttersprache hören: Parther, Meder und Elamiter, Bewohner von Mesopotamien, Judäa und Kappadokien, von Pontus und der Provinz Asien, von Phrygien und Pamphylien, von Ägypten und dem Gebiet Libyens nach Kyrene hin, auch die Römer, die sich hier aufhalten, Juden und Proselyten, Kreter und Araber - wir hören sie in unseren Sprachen Gottes große Taten verkünden.

Pfingsten ist das christliche Kirchenfest der dritten Falte des dreifaltigen Christengottes. Götter existieren bekanntlich nicht in der Realität, sondern bloß in Menschenköpfen und aus Menschenköpfen stammen eben auch die religiösen Rituale, kein Heiliger Geist hat dazu irgenwelche Menschen erleuchtet! Geben tut es den heiligen Geist als drittes Gottdrittel seit dem ersten  Konzil von Nicäa im Jahre 325, in der Kirche herumgegeistert hatte dieser Geist schon eine Weile.
Meinereiner hat eine digitale Bibel mit Suchfunktion, der Heilige Geist kommt 24x vor, zum Beispiel als Befruchter der Gottesmutter Maria in Lukas 1,35: "Und der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Darum wird auch das Heilige, das geboren wird, Gottes Sohn genannt werden."
Und der Heilige Erleuchtungsgeist kommt z.B. in der Apostelgeschichte 10,44 vor: "Während Petrus noch diese Worte redete, fiel der Heilige Geist auf alle, die das Wort hörten."
Und bei Johannes gibt es sogar den dreifaltigen Gott: 1. Johannes 5,7: "Denn drei sind es, die Zeugnis ablegen im Himmel: der Vater, das Wort und der Heilige Geist, und diese drei sind eins."
Im Net wurde dazu gegoogelt und gefunden wurde dieser Text: "Die betreffenden Worte erscheinen in keinem griechischen Neuen Testament bis zum 14. Jahrhundert, abgesehen von einem Manuskript aus dem 11. Jahrhundert und einem Manuskript aus dem 12. Jahrhundert, in denen sie als Randnotiz durch eine andere Hand hinzugefügt wurden."
Aber das nur nebenbei, was predigt heute der Herr Bischof von Wien?
Er schließt seine Predigt so:
"Als dann der Pfingsttag kam, zeigten sich zuerst starke Naturereignisse: eine Art heftiger Sturm und 'Zungen wie von Feuer'. Gottes Geist wird wie Wind und Atem erfahren. 'Atme in uns, Heiliger Geist' heißt es in einem Lied. 'Feuer und Flamme', so singt ein anderes Lied über Gottes Geist. Und noch eines wirkt an diesem Tag der Geist: das Wunder des gegenseitigen Verstehens, trotz der verschiedenen Sprachen. Goethe nennt Pfingsten 'das liebliche Fest'. Er freute sich über die Schönheit der erwachenden Natur. Größer noch ist das Erwachen der Herzen durch den Atem und das Feuer des Heiligen Geistes."
Soweit der Schönborn. Ja, für einen Geistlichen ist es eine Aufwertung seiner Person, wenn er sich vom Heiligen Geist beatmet und befeuert fühlt! In seinem Kopf wohnt dann eben der dreifaltige Gott, das macht Freude. Das Pech ist bloß, dass es den Gott außerhalb seines Kopfes und außerhalb von den Köpfen anderer christgläubiger Leute nicht gibt! Und die von Gottesvorstellungen besetzten Köpfe werden in den heutigen säkularen Zeiten in unseren Breiten von Jahr zu Jahr weniger...


666. WORT ZUM SONNTAG am 29.5.2022

Jh. 17,20-26: In jener Zeit erhob Jesus seine Augen zum Himmel und betete: Heiliger Vater, ich bitte nicht nur für diese hier, sondern auch für alle, die durch ihr Wort an mich glauben. Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast. Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, damit sie eins sind, wie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir. So sollen sie vollendet sein in der Einheit, damit die Welt erkennt, dass du mich gesandt hast und sie ebenso geliebt hast, wie du mich geliebt hast. Vater, ich will, dass alle, die du mir gegeben hast, dort bei mir sind, wo ich bin. Sie sollen meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast, weil du mich schon geliebt hast vor Grundlegung der Welt. Gerechter Vater, die Welt hat dich nicht erkannt, ich aber habe dich erkannt und sie haben erkannt, dass du mich gesandt hast. Ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, damit die Liebe, mit der du mich geliebt hast, in ihnen ist und ich in ihnen bin.

Heute geht es anscheinend um einen zweifaltigen Gott, weil von der dritten christlichen Gottesfalte, dem "Heiligen Geist", ist keine Rede! Dabei ist nach Christenlehre der allmächtige und allwissende Gott eine Person, die jedoch dreifaltig ist, Gott Vater, Gott Sohn, Gott Heiliger Geist.
Der Gottessohn Jesus hat also vom Vatergott Herrlichkeit erhalten und gibt diese an seine Gläubigen weiter. Leute, die der obigen Jesusdefinition entsprechen, sind klarerweise nirgendwo zu finden, es gibt ja schließlich keine Götter und darum klarerweise auch keine gottesähnlichen Menschen. Aber das nur nebenbei, zu welchen Schlüssen kommt heute der österreichische Oberbischof Schönborn? Er schließt seine Predigt im Internet und in der Kronenzeitung so:
"Das Gebet Jesu zeigt, welche Kraft das Beten hat, wie es scheinbar ausweglose Situationen verwandeln kann. Wer betet, vertraut. Beten heißt sich selber und die eigene Situation in Gottes Hand zu legen. Jesus betet: 'Heiliger Vater, ich bitte dich nicht nur für diese hier, sondern auch für alle, die durch ihr Wort an mich glauben.' Beten hat immer auch mit Loslassen zu tun. Jesus weiß, dass er sich nicht mehr so um seine Jünger kümmern kann wie bisher. Erst recht nicht um die, die später auch an ihn glauben werden. Deshalb legt er die ganze Zukunft seines Werkes Gott, seinem Vater, ans Herz. Er weiß, dass er bald sterben wird. Er wird zu Gott zurückkehren. Ganz entschieden bittet er Gott, dass auch seine Jünger einmal, wenn sie gestorben sind, mit ihm sein werden: 'Vater, ich will, dass alle, die du mir gegeben hast, dort bei mir sind, wo ich bin.' Eine sterbende Mutter wird nicht anders beten für ihre Kinder, Enkel und weiteren Nachfahren: dass alle einmal im ewigen Leben beisammen sein mögen. Und dass sie schon in diesem Leben miteinander gut sind: 'Alle sollen eins sein', so wie Jesus mit Gott eins ist. Beten als letzter Notnagel, wenn nichts anderes mehr hilft? Das wäre ein grobes Missverständnis des Gebets. Wer sich bewusst ist, dass wir nichts sicher in der eigenen Hand haben, wird jeden Tag für alles dankbar sein, Leben, Gesundheit, Frieden, denn nichts davon ist selbstverständlich. Beten ist die Grundhaltung des Gottvertrauens. Es trägt uns auch dann, wenn wir an unsere letzte Grenze kommen."
Der Herr Kardinal dreht zum Beten Ursache und Wirkung um, wenn wir betend Gott vertrauen, dann geht's uns gut oder so. Meinereiner betet nie, das Leben ist trotzdem nicht anders als bei betenden Leuten, es funktioniert und manchmal funktioniert's weniger oder noch weniger. Meinereiner ist seit Jahren herzkrank und klarerweise trotzdem frei vom Beten, wurde im Anfangsstadium zweimal am Herzen operiert, seit einem dritten Spitalaufenthalt gibt es insgesamt neun Herzmedikamente, mit denen meinereiner je nach Bedarf sein Herz füttert, der durchschnittliche systolische Blutdruck liegt 2022 im Monatsschnitt bei 133, echte Herzbeschwerden treten schon länger nimmer auf.
Klarerweise wird auch mein Leben in absehbarer Zeit enden, ohne ein Weiterexistieren in Himmel, Fegefeuer oder Hölle, weil Menschen haben vor ihrer Geburt (noch) nicht existiert und nach dem Tod existieren sie nicht (mehr). So einfach ist das!


Wegen der Länge der Dateien werden diese regelmäßig geteilt

Die Sonntagsworte
von Juli 2010 bis Juni 2011 sind auf
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von Juli 2011 bis Februar 2012 auf
sonntag31_60.html,
von Februar bis September 2012 auf
sonntag61_90.html,
von September 2012 bis März 2013 auf
sonntag91_120.html,
von März bis Oktober 2013 auf
sonntag121_150.html,
von Oktober 2013 bis Mai 2014 auf
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von Mai bis November 2014 auf
sonntag181_210.html,
von Ende November 2014 bis Mai 2015 auf
sonntag211_240.html,
von Mai bis Dezember 2015 auf
sonntag241_270.html,
von Dezember 2015 bis Ende Mai 2016 auf
sonntag271_300.html,
von Ende Mai bis Anfang Dezember 2016 auf
sonntag301_330.html
von Anfang Dezember 2016 bis Ende Mai 2017 auf
sonntag331_360.html
von Ende Mai 2017 bis Ende November 2017 auf
sonntag361_390.html
von Anfang Dezember 2017 bis Ende Mai 2018 auf
sonntag391_420.html.
von Anfang Juni 2018 bis Anfang Dezember 2018 auf
sonntag421_450.html
von Dezember 2018 bis zweite Maihälfte 2019 auf
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von der 2. Maihälfte bis Mitte November 2019 auf
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von Mitte November 2019 bis Anfang Mai 2020 auf
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von Anfang Mai 2020 bis Anfang November 2020
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von Mitte November 2020 bis Anfang Mai 2021
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von Ende November 2021 bis Ende Mai 2022 sonntag631 665.html

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