Jeden Sonntag predigen die Pfarrer in der Kirche über die im aktuellen Kirchenjahr vorgesehene Stelle in der Bibel. Sogar Menschen, die nie in die Kirche gehen, können diese Predigten in der Heiligen Kronenzeitung nachlesen, denn dort predigt Kardinal Schönborn eigenhändig. Auf der Homepage der Diözese Wien ist die Predigt ebenfalls zu finden.

Solche Sonntagspredigen reizen auch Atheisten. Zu den Bibeltexten fällt einem nämlich oft ganz was anderes ein als dem Herrn Schönborn. Darum wird auf ATHEISTEN-INFO fast immer auch ein Wort zum Sonntag losgelassen. Die Sonntagsworte Nr. 1 bis 50, die Sonntagsworten Nr. 51 bis 100, die Sonntagsworte Nr. 101 bis 150, die Sonntagsworte Nr. 151 bis 200, die Sonntagsworte Nr. 201 bis 250, die Sonntagsworte Nr. 251 bis 300 und Sonntagsworte Nr. 301 bis 350 können als PDF heruntergeladen werden.


393. Wort zum Sonntag am 10.12.2017

Mk 1,1-8: Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, dem Sohn Gottes: Es begann, wie es bei dem Propheten Jesaja steht: Ich sende meinen Boten vor dir her; er soll den Weg für dich bahnen. Eine Stimme ruft in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg! Ebnet ihm die Straßen! So trat Johannes der Täufer in der Wüste auf und verkündigte Umkehr und Taufe zur Vergebung der Sünden. Ganz Judäa und alle Einwohner Jerusalems zogen zu ihm hinaus; sie bekannten ihre Sünden und ließen sich im Jordan von ihm taufen. Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Hüften, und er lebte von Heuschrecken und wildem Honig. Er verkündete: Nach mir kommt einer, der ist stärker als ich; ich bin es nicht wert, mich zu bücken, um ihm die Schuhe aufzuschnüren. Ich habe euch nur mit Wasser getauft, er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen.

Jetzt begann wieder eine neues Kirchenjahr und dieses Jahr ist der Evangelist Markus der Vorprediger, er fasst sich heute erfreulich kurz und auch der Schönborn ufert nicht aus, also machen wir's kurz! Der Prediger Johannes war seinerzeit eindeutig viel berühmter als der jüdische Prediger Jeschua, der in späteren Jahren zum römischen Jesus umgeformt wurde. Darum muss in den Jesus-Evangelien der Johannes den Jesus als den wirklich Großen vorankündigen!

Dem Schönborn fällt dazu nicht viel ein, er zitiert einige Sätze aus dem Markustext und hat nicht einmal einen richtigen Schluss, er lobt den Johannes, schreibt über die Ausweitung der Wüsten und schließt so ab: "Weltweit wachsen die Wüsten aller Art. Aber das Rettende wächst ebenso. Advent ist Zeit der Besinnung, der Umkehr, des Neuanfangs. Bald werden viele zu Weihnachten das 'Stille Nacht' singen. Und sie werden dankbar bekennen: Christus, der Retter, ist da!"

Na, wie wird der Herr Bischof von Wien 2018 umkehren und neu anfangen? Vermutlich so wie 2017, da hat auch niemand was davon bemerkt. Der Retter Jesus kommt jedes Jahr und christliche Religionen sind trotzdem nimmer zu retten, weil auf einen Retter namens Jesus warten immer weniger...

So, das war eine würzige Atheistenpredigt! Weil in der Kürze liegt die Würze!


392. Wort zum Feiertag am 8.12.2017

Genesis 3,9-15.20: Nachdem Adam von Baum gegessen hatte, rief Gott, der Herr, ihm zu und sprach: Wo bist du? Er antwortete: Ich habe dich im Garten kommen hören; da geriet ich in Furcht, weil ich nackt bin, und versteckte mich. Darauf fragte er: Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist? Hast du von dem Baum gegessen, von dem zu essen ich dir verboten habe? Adam antwortete: Die Frau, die du mir beigesellt hast, sie hat mir von dem Baum gegeben, und so habe ich gegessen. Gott, der Herr, sprach zu der Frau: Was hast du da getan? Die Frau antwortete: Die Schlange hat mich verführt, und so habe ich gegessen. Da sprach Gott, der Herr, zur Schlange: Weil du das getan hast, bist du verflucht unter allem Vieh und allen Tieren des Feldes. Auf dem Bauch sollst du kriechen und Staub fressen alle Tage deines Lebens. Feindschaft setze ich zwischen dich und die Frau, zwischen deinen Nachwuchs und ihren Nachwuchs. Er trifft dich am Kopf, und du triffst ihn an der Ferse. Adam nannte seine Frau Eva - Leben -, denn sie wurde die Mutter aller Lebendigen.

Heut macht es sich meinereiner einfach, hier der Einleitungstext zum 8.12.2016: Heute wäre als Tagesevangelium eigentlich Lukas 1,26-38 dran, wo es darum geht, dass der Erzengel Gabriel von Gott nach Nazaret zu einer Jungfrau namens Maria gesandt wird, um ihr zu verkünden: "Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden." Was irgendwie seltsam ist, weil der heutige Feiertag heißt "Maria Empfängnis", bedeutet aber nicht, dass am 8.12. das im Lukas-Evangelium angeführte Kind Jesus von der Maria empfangen worden wäre, sondern dass der Maria ihre Mutter Anna die Maria mittels Geschlechtsverkehrs mit ihrem Ehemann Joachim empfangen hätte. Papst Pius IX. hat 1854 das Dogma der "unbefleckten Empfängnis" verkündete, damit war nicht gemeint, dass die Anna und der Joachim beim Vögeln nicht gepatzt hätten, sondern dass die Maria als einziger Mensch ohne "Erbsünde" geborenen wäre.
Darauf bezieht sich der obige Bibeltext, die "1. Lesung" in der heutigen Feiertagsmesse. Denn die berühmte "Erbsünde" stammt daher, dass Gottvater nachdem er die Welt und allerlei Pflanzen und Tiere geschöpft hatte, den ersten Menschen aus Lehm formte, ihm eine Seele einhauchte und ihn Adam nannte, dann bastelte er ihm auch noch eine Frau namens Eva und gab den beiden ein einziges Gebot, sie dürften nicht vom "Baum der Erkenntnis" essen. Wie oben zu lesen ist, wurde das Gebot nicht befolgt, darum sind wir alle jetzt nimmer im Paradies. Da Adam und Eva im Paradies gar keine Kinder hatten, wären die beiden dort vermutlich immer noch alleine und nackt, weil sie keinerlei Erkenntnisse hätten.

Soweit das Selbstzitat. Ein alter Witz passt auch noch dazu, der Religionslehrer prüft das Religionswissen ab und fragt den kleinen Maxl: "Mit welchen Worten hat Jesus Christus das Sakrament der Ehe eingesetzt?" Der Maxl weiß sofort eine Antwort: "Jesus Christus hat das Sakrament der Ehe mit diesen Worten eingesetzt: Feindschaft will ich setzen zwischen dir und deinem Weib!"

Aber das wie üblich nur nebenbei! Was weiß der Herr Bischof Schönborn dazu zu vermelden? Zuerst nochmals was Nebenbeiiges: ein kleiner Blick auf die bischöflichen Evolutionskenntnisse, die sind ziemlich dunkel: "Die Anfänge der Menschheit liegen im Dunkel der Urgeschichte." So dunkel ist das schon längere Zeit nicht mehr, dafür wurde durch Darwin & Co die biblische Finsternis beleuchtet, zu der sich der Schönborn auch heute noch bekennt: "Am Anfang, so sagt die Bibel, steht Eva, 'denn sie wurde die Mutter aller Lebendigen'." Nein, die Menschheit hat keine Urmutter, die Menschheit wurde nicht von einem aus Lehm geformten Urvater und seiner Frau erzeugt, das fing schon beim Urschleim an und ging dann die Millionenjahre der Evolution.

Zwecks bischöflicher Fortbildung ließe sich sogar noch der Stammbaum des Menschen von Ernst Haeckel aus dem Jahre 1874 verwenden:

(Wikimedia, PD)

Aber damals war sowas ja noch eine schwere katholische Sünde! Ernst Haeckel schrieb darüber in seinem Buch "Die Welträtsel" im 17. Kapitel, "Wissenschaft und Christenthum", zu diesem Kapitels hieß zusammenfassend: "Inhalt: Wachsender Gegensatz zwischen moderner Naturerkenntniß und christlicher Weltanschauung. Der alte und der neue Glaube. Vertheidigung der vernünftigen Wissenschaft gegen die Angriffe des christlichen Aberglaubens, vor Allem gegen den Papismus. Vier Perioden in der Entwicklungsgeschichte des Christenthums. I. Das Urchristenthum (drei Jahrhunderte). Die vier kanonischen Evangelien. Die Episteln Pauli. II. Der Papismus (das ultramontane Christenthum). Rückschritt der Kultur im Mittelalter. Ultramontane Geschichtsfälschung. Papismus und Wissenschaft. Papismus und Christenthum. III. Die Reformation. Luther und Calvin. Das Jahrhundert der Aufklärung. IV. Das Scheinchristenthum des 19. Jahrhunderts. Die Kriegserklärung des Papstes (=Pius IX) gegen die Vernunft und Wissenschaft: I. Unfehlbarkeit. II. Encyklika. III. Unbefleckte Empfängniß."

Zitat aus dem Punkt II. Encyklika: "Im Dezember 1864, sprach der »Heilige Vater« in der berüchtigten Enzyklika das absolute Verdammungsurteil über die ganze moderne Zivilisation und Geistesbildung aus; in dem begleitenden Syllabus gab er eine Aufzählung und Verfluchung aller einzelnen Vernunftsätze und philosophischen Prinzipien, welche von unserer modernen Wissenschaft als sonnenklare Wahrheit anerkannt sind."

Klar, der Schönborn hat den Haeckel und seine Epigonen eher nicht studiert, ganz sicher auch nicht dessen Meinungen über die katholische Kirche. Dabei musste er den sogenannten "Antimodernismuseid", der auf dem "Syllabus" basierte, gar nimmer leisten, weil der war ja 1967 abgeschafft worden und Schönborn wurde erst 1970 zum Priester geweiht...

Aber was schreibt er nun zum Inhalt der obigen Bibelstelle? Er titelt "Das Gute besiegt das Böse". Das hat eine gewisse zukunftshoffnungsfrohe Wahrheit in sich, das Christentum verdampft schließlich in den vernünftigen Gegenden immer zügiger aus den Menschenköpfen. Schönborn sieht das "Gute" und das "Böse" natürlich nicht als objektives oder subjektives Geschehen, sondern als selbstständige Elemente! Und wichtig ist ihm, "es gibt nicht nur das Böse, sondern auch den Bösen, den Versucher und Verführer". Dass zum Beispiel ein Erdbeben meistens nichts Gutes ist, liegt auf der Hand. Ist es aber was Böses, das ein Böser verursacht hat? Oder ist es der böse Gott, der mit der Erde bebt oder zumindest eine bebende Erde erschaffen hat? Oder bebt der Teufel mit der Erde und Gott lässt ihn beben? Oder nehmen wir den Hitler, der war ein böser Mann, zwar baute er die Autobahn, aber dann hat er den Krieg verloren, obwohl jeden Sonntag gemäß des Konkordates von 1933 in den katholischen Kirchen fürs Dritte Reich gebetet wurde! Verflixt unangenehme Fragen ließen sich dazu stellen!

Aber die sonntäglich Atheistenpredigt wird schon wieder einmal zu lange, wie schließt der Herr Kardinal seine heutige Verkündigung? Er endet mit:
"Am Anfang, so sagt die Bibel, steht Eva, 'denn sie wurde die Mutter aller Lebendigen'. In dieser Geschichte voll Leid und Tränen setzt Gott einen Neuanfang, wieder durch eine Frau, Maria, die die Mutter Jesu wurde. Diese Frau wird überall in der Welt geliebt und verehrt. Viele suchen ihre Hilfe. Noch ist die alte Last des Bösen nicht überwunden. Aber der Name Marias ist die Hoffnung, dass das Böse nicht das letzte Wort hat."

Also unsereiner braucht keine Hoffnungsmaria, die katholische Kirche hat ja ihre abrundtiefen bösen Möglichkeiten weitgehend eingebüßt, keine Zwangstaufen und Zwangsbekehrungen mehr, keine Lebendfeuerbestattungen von Ketzern und als Hexen verleumdeten Frauen mehr, keine Gesinnungskontrollen mehr usw. Das heutige Hauptfeld der r.k. Kirche ist die Sozialindustrie, wo man fremdbezahlte Dienstleistungen zu selbstgeschaffener Nächstenliebe und Barmherzigkeit umheucheln kann! Und was gut oder böse ist, kommt auch auf den Betrachter an, Glück oder Unglück hat mit gut oder böse nichts zu tun, denn das Gegenteil von "gut" ist häufig "schlecht" (oder auch bloß: "gut gemeint"). Für die katholische Kirche kann beides gelten: böse und schlecht. Oder neutraler gesagt: unnütz bis schädlich...


391. Wort zum Sonntag am 3.12.2017

Mt 13,24-37: Jesus sprach zu seinen Jüngern: In jenen Tagen, nach der großen Not, wird sich die Sonne verfinstern, und der Mond wird nicht mehr scheinen; die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden. Dann wird man den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf den Wolken kommen sehen. Und er wird die Engel aussenden und die von ihm Auserwählten aus allen vier Windrichtungen zusammenführen, vom Ende der Erde bis zum Ende des Himmels. Lernt etwas aus dem Vergleich mit dem Feigenbaum! Sobald seine Zweige saftig werden und Blätter treiben, wisst ihr, dass der Sommer nahe ist. Genauso sollt ihr erkennen, wenn ihr all das geschehen seht, dass das Ende vor der Tür steht. Amen, ich sage euch: Diese Generation wird nicht vergehen, bis das alles eintrifft. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen. Doch jenen Tag und jene Stunde kennt niemand, auch nicht die Engel im Himmel, nicht einmal der Sohn, sondern nur der Vater. Seht euch also vor, und bleibt wach! Denn ihr wisst nicht, wann die Zeit da ist. Es ist wie mit einem Mann, der sein Haus verließ, um auf Reisen zu gehen: Er übertrug alle Verantwortung seinen Dienern, jedem eine bestimmte Aufgabe; dem Türhüter befahl er, wachsam zu sein. Seid also wachsam! Denn ihr wisst nicht, wann der Hausherr kommt, ob am Abend oder um Mitternacht, ob beim Hahnenschrei oder erst am Morgen. Er soll euch, wenn er plötzlich kommt, nicht schlafend antreffen. Was ich aber euch sage, das sage ich allen: Seid wachsam!

Heute haben wir wieder einmal den allwissenden Jesus, der klarerweise nicht wusste, dass die Sterne andere Sonnen sind und diese klarerweise nicht auf die Erde stürzen können, dazu sind sie viel zu groß. Aber für'n Jesus waren sie Lichterlein wie in der Grottenbahn am Linzer Pöstlingberg:

Dort gibt's eine Nachbildung des Linzer Hauptplatzes und die Sternlein die oben leuchten, sind Lichter, wie sie sich der Jesus die Sterne vorstellt. Wozu wieder einmal der Satz wiederholt werden kann: Götter sind genauso dumm, wie die Leute die sie erfunden haben! Wer heute neue Götter erfindet, der ließe die Erde in die Sonne und nicht Sterne auf die Erde stürzen.

Aber das nur nebenbei. Der lustigste Satz ist im heutigen Evangelium dieser: "Amen, ich sage euch: Diese Generation wird nicht vergehen, bis das alles eintrifft. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen."

Dummerweise hat sich der Jesus nicht nur astronomisch nicht ausgekannt, er war auch noch ein furchtbar schlechter Prophet! Denn dass im Jahre 2017 alle vergangen sind, die aus der Generation des 1. Jahrhunderts stammten, ist eine gesicherte Tatsache, der Untergang der Welt hat immer noch nicht stattgefunden, daran wird noch gearbeitet! Die Jesusworte werden in den heutigen Zeiten auch langsam weniger, weil das Publikum dafür dahinschwindet, die Kirchen haben das auch zur Kenntnis genommen. Für 2012 hatte man noch eine Neuevangelisierung des immer religionsfreier werden Europas in Planung, bekanntlich wurden diese Planung dann eingestellt, nicht einmal die für die Fastenzeit 2012 vorgesehenen Probeevangelisierungen fanden statt, sie wurden stillschweigend stillgelegt.

Der Rat für die Neuevangelisierung hat auf seiner Homepage im Jänner 2013 das letzte Mal was upgedated:

Es werden also bald fünf Jahre sein, dass dieser päpstliche Rat was zu verkünden hatte - allerdings hat er heuer ein bisschen Arbeit bekommen, dieser Rat ist nun für Wallfahrten zuständig!

Aber auch das nur nebenbei. Was erzählt uns heute der Herr Kardinal Schönborn via Kronenzeitung und Diözesan-Homepage?
Er erzählt uns was über Weihnachtsmärkte, Punschstände, Weihnachtsbeleuchtung, geschäftiges Treiben und resümiert dazu: "Dass der Advent das Geburtsfest Jesu vorbereitet, wird dabei fast vergessen." Gut für die atheisten-info-Homepage, dass wenigstens der Herr Bischof nicht drauf vergisst!

Er leitet im zweiten Absatz gleich zur zweiten Ankunft vom Jesus, zum Weltuntergang, um. Und er schreibt: "Vom Weltuntergang wird seit eh und je gesprochen. In allen Generationen gab es 'Propheten', die das Ende der Welt angekündigt haben. Manche meinten, genaue Zeitangaben machen zu können. Bisher hat keine gestimmt. Jesus ist da anders."

Ja, beim Jesus war das anders, der hat nicht von "allen Generationen" gesprochen, sondern den Weltuntergang während der damaligen Generation angekündigt!
Er war eben auch nur einer der "Propheten", die es in allen Generationen gibt! Die Juden haben sich um diesen Endzeitprediger nicht geschert, unglücklicherweise haben einige wohl überwiegend griechischstämmige Leute (die Evangelium sind ja nicht auf hebräisch oder aramäisch, sondern auf griechisch verfasst worden) nach dem Tode des Jesus daraus eine neue Religion komponiert, die durch das hier schon so oft erwähnte Dreikaiseredikt von 380 zur römischen Staatsreligion und damit zur jahrhundertelangen Menschheitsqual wurde.

Aber auch diese ständig wiederholte Wiederholung nur nebenbei, wie endet die heutige Schönbornpredigt über das Weltenende? So: "Wir wissen nicht, wann die Welt untergeht. Wir wissen auch nicht, wann unsere Stunde schlägt. Niemand ist gegen Unerwartetes gewappnet. Aber wach sein, das ist uns allen möglich. Wach sein - worauf? Natürlich sollen wir aufpassen, dass uns nichts passiert. Aber Jesus meint ein anderes Wachsein. Um dieses geht es im Advent. Einmal hat Jesus gesagt: 'Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an.' Achtsam sein auf die leisen Klopfzeichen Gottes in meinem Leben: Das ist der eigentliche Sinn des Advent."

Aha, der Jesus steht also nicht mit dem Weltuntergang vor der Tür - wie er es seinen Jüngern seinerzeit gepredigt hatte, nein er klopft einzeln an die Türen der Menschen! Der Schönborn kennt das! Er ist achtsam auf die Klopfzeichen vom Jesus! Bu-bum-bum-bum, bu-bum-bum-bum, bum-bum-bum-bum, bum-bum-bum-bum!

Meinereiner hat dazu eine schöne zum obigen bumbum passende Melodie!

Amen!


390. Wort zum Sonntag am 26.11.2017

Mt 25,31-46: In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommt und alle Engel mit ihm, dann wird er sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen. Und alle Völker werden von ihm zusammengerufen werden, und er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirt die Schafe von den Böcken scheidet. Er wird die Schafe zu seiner Rechten versammeln, die Böcke aber zur Linken. Dann wird der König denen auf der rechten Seite sagen: Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid, nehmt das Reich in Besitz, das seit der Erschaffung der Erde für euch bestimmt ist. Denn ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich aufgenommen; ich war nackt und ihr habt mir Kleidung gegeben; ich war krank, und ihr habt mich besucht; ich war im Gefängnis, und ihr seid zu mir gekommen. Dann werden ihm die Gerechten antworten: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und dir zu essen gegeben, oder durstig und dir zu trinken gegeben? Und wann haben wir dich fremd und obdachlos gesehen und aufgenommen, oder nackt und dir Kleidung gegeben? Und wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen? Darauf wird der König ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan. Dann wird er sich an die auf der linken Seite wenden und zu ihnen sagen: Weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel bestimmt ist! Denn ich war hungrig, und ihr habt mir nichts zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir nichts zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich nicht aufgenommen; ich war nackt und ihr habt mir keine Kleidung gegeben; ich war krank und im Gefängnis, und ihr habt mich nicht besucht. Dann werden auch sie antworten: Herr, wann haben wir dich hungrig oder durstig oder obdachlos oder nackt oder krank oder im Gefängnis gesehen und haben dir nicht geholfen? Darauf wird er ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr für einen dieser Geringsten nicht getan habt, das habt ihr auch mir nicht getan. Und sie werden weggehen und die ewige Strafe erhalten, die Gerechten aber das ewige Leben.

Heute haben wir den Jesus als Prediger der Willkommenskultur! Weil den Geringsten müssen die Christen helfen, damit sie nicht ins ewige Feuer geworfen werden! Jetzt hat die Christenpartei ÖVP die Wahlen gewonnen und die FPÖ, die ständig für ein Abendland in Christenhand einzutreten pflegt, ist der Koalitionspartner! Der Christenparteichef Kurz hat 2016 die Grenzen geschlossen, damit nicht regelmäßig noch um Zehntausende mehr geringste Brüder vom Jesus ins Land kommen, das hat der ÖVP sehr viele Stimmen eingebracht, auch von der Abendlandchristenpartei FPÖ, die dieses Thema vorher für sich monopolisieren konnte, weil alle anderen Parteien für die Geringsten von überall gewesen waren! Was wird am Jüngsten Tag da der göttliche König machen? Klar! Er wird den Kurz und den Strache ins ewige Feuer schmeißen, weil der eine die Genzen zumachen ließ und der andere schon immer große Mengen geringster Brüder nicht ins erhoffte europäische Schlaraffenland lassen wollte! Auweiauwei! Aber er wird auch den ganzen Vatikan ins ewige Feuer werfen, weil dort hat man bisher noch keinen einzigen Flüchtling untergebracht! Aber das wissen Kirchenfunktionäre ja, dass ihre Christenlehre für sie keine Feuergefahren bringt!
In Österreich kämen zurzeit nur die arbeitslos gewordenen grünen Abgeordneten ins Himmelreich, weil die haben sich nie um die schon vorhandene breite Masse der Bevölkerung gekümmert, sondern zwecks Himmelreich nur um möglichst viele geringste Brüder von möglichst anderswo!

Das nur als Einleitung, was meint der Herr Kardinal Schönborn heute zum Evangelium? Dass das Flüchtlingswesen ein gutes Geschäft für die Caritas ist, weil die Caritas mit staatlichen Geldern gute Geschäfte in der Asylbetreuung machen kann?

Schönborn verweist zuerst darauf, dass uns der Gedanke des Weltgerichts fremd geworden sei, obwohl die Bibel oft vom großen Gericht am Ende der Zeit spricht! Ja, das ist in humanistischen Zeiten eben so, dass die Christenkirchen in ihrer Lehre niemanden mehr in Ewigkeit foltern dürfen und dadurch niemanden mehr zum ganz Aller-aller-aller-aller-aller-allergeringsten machen dürfen!

Der Herr Bischof verweist dann auf das "Jüngste Gericht" in der Sixtinischen Kapelle, dieses gewaltige Gerichtsbild habe ihn immer sehr bewegt:

Michelangelo Buonarroti - Il Giudizio Universale.jpg - Wikipedia-PD

So schlimm ist das Bild gar nicht! Da gibt's viel christlichere!

Das ist auf dieser Sonntags-Seite jetzt schon zum drittenmal zu sehen! Fürchtet euch!

Dann geht's weiter beim Schönborn: was ist gefährlich beim Jüngsten Gericht? Unsere Sünden? Nein, die nicht, meint er, es sind die Unterlassungen! Also die Missachtungen der Geringsten! Warum waren dann die Christlichen so sehr gegen die Arbeiterbewegung, die genau die Achtung der Missachteten verlangt hat? Rechte für die arbeitende Bevölkerung! Und warum meinen die christlichen Parteien auch heute ständig, beim Sozialstaat müsse dringend eingespart werden? Die kommen wegen Unterlassung alle ins ewige Feuer!

Der Herr Bischof & Kardinal schließt mit: "Was ihr einem dieser Armen, Nackten, Heimatlosen getan habt, das habt ihr mir getan! Im Hungrigen wartet Gott selber auf meine Hilfe. Der Obdachlose, dem ich Quartier gebe, erweist sich als Jesus selbst. In dem Kranken, der auf meinen Besuch hofft, wartet Jesus selber auf mich. Denn Jesus steht hinter den Armen, Kranken und Hungernden. Ihm begegnen wir, wenn wir vor der Not des Nächsten nicht weglaufen. Ihn versäumt, wer sein Herz vor dem Armen verschließt. Brauchen wir das Jüngste Gericht zu fürchten? Sicher nicht, wenn uns die Not der Anderen nicht gleichgültig ist. Das Jüngste Gericht findet jetzt statt."

Gut, dass die Arbeiterbewegung den Sozialstaat erkämpft hat, der sich um das alles kümmert. Die katholische Kirche hätte jahrhundertelang Zeit dafür gehabt, sie hat das auf erbärmlichste Weise als gesellschaftliche Randerscheinung getan, ein bisschen Klostersuppe, erbärmliche Armenhäuser auf der einen und riesige Reichtümer bei Kirche und Besitzenden auf der anderen Seite, dazwischen eine breite Masse, der es bis zur Entwicklung der Arbeiterparteien auch weit überwiegend sehr schlecht ging! Die dafür Verantwortlichen kommen dereinsten alle ins ewige Feuer. Irgendwie schade, dass auch das ein Hirngespinst ist wie die ganze Götterei, diesen erbärmlichen Heuchlern wäre etwas Feuer unterm Arsch durchaus zu vergönnen...


389. Wort zum Sonntag am 19.11.2017

Mt 25,14-30: In jener Zeit erzählte Jesus seinen Jüngern das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Mann, der auf Reisen ging: Er rief seine Diener und vertraute ihnen sein Vermögen an. Dem einen gab er fünf Talente Silbergeld, einem anderen zwei, wieder einem anderen eines, jedem nach seinen Fähigkeiten. Dann reiste er ab. Sofort begann der Diener, der fünf Talente erhalten hatte, mit ihnen zu wirtschaften, und er gewann noch fünf dazu. Ebenso gewann der, der zwei erhalten hatte, noch zwei dazu. Der aber, der das eine Talent erhalten hatte, ging und grub ein Loch in die Erde und versteckte das Geld des Herrn. Nach langer Zeit kehrte der Herr zurück, um von den Dienern Rechenschaft zu verlangen. Da kam der, der die fünf Talente erhalten hatte, brachte fünf weitere und sagte: Herr, fünf Talente hast du mir gegeben; sieh her, ich habe noch fünf dazugewonnen. Sein Herr sagte zu ihm: Sehr gut, du bist ein tüchtiger und treuer Diener. Du bist im Kleinen ein treuer Verwalter gewesen, ich will dir eine große Aufgabe übertragen. Komm, nimm teil an der Freude deines Herrn! Dann kam der Diener, der zwei Talente erhalten hatte, und sagte: Herr, du hast mir zwei Talente gegeben; sieh her, ich habe noch zwei dazugewonnen. Sein Herr sagte zu ihm: Sehr gut, du bist ein tüchtiger und treuer Diener. Du bist im Kleinen ein treuer Verwalter gewesen, ich will dir eine große Aufgabe übertragen. Komm, nimm teil an der Freude deines Herrn! Zuletzt kam auch der Diener, der das eine Talent erhalten hatte, und sagte: Herr, ich wusste, dass du ein strenger Mann bist; du erntest, wo du nicht gesät hast, und sammelst, wo du nicht ausgestreut hast; weil ich Angst hatte, habe ich dein Geld in der Erde versteckt. Hier hast du es wieder. Sein Herr antwortete ihm: Du bist ein schlechter und fauler Diener! Du hast doch gewusst, dass ich ernte, wo ich nicht gesät habe und sammle, wo ich nicht ausgestreut habe. Hättest du mein Geld wenigstens auf die Bank gebracht, dann hätte ich es bei meiner Rückkehr mit Zinsen zurückerhalten. Darum nehmt ihm das Talent weg und gebt es dem, der die zehn Talente hat! Denn wer hat, dem wird gegeben, und er wird im Überfluss haben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat. Werft den nichtsnutzigen Diener hinaus in die äußerste Finsternis! Dort wird er heulen und mit den Zähnen knirschen.

Heute haben wir wieder einmal diese wunderbare Stelle, Matthäus 25, Vers 29 gibt in einem Satz zusammengefasst den Grundsatz christlicher Politik wieder! "Denn wer hat, dem wird gegeben, und er wird im Überfluss haben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat."

Und dazu haben wir auch noch eine Bibelstelle, wo geheult und zähnegeknirscht wird, das ist ja heute in der Christenlehre unerwünscht, aber manchmal schwer vermeidbar! Schönborn hat aber auch das schon geschafft, in der Sonntagspredigt vom 16.11.2014 ließ er einfach den unteren Teil des Evangeliums, die Verse 22-30, weg!

Was meint der Herr Bischof Schönborn heute dazu? Er erklärt zuerst einmal, dass das Wort "Talent" ursprünglich keine Begabung war, sondern ein Gewichtsmaß. Es gab dieses Gewichtsmaß in allen möglichen Gegenden, in Babylonien, in Mesopotamien, in Griechenland, es wird in der Bibel ebenso verwendet wie im Talmud, die Gewichte unterscheiden sich dabei aber zum Teil deutlich. Jedenfalls war der Tagesverdienst eines Arbeiters in den Jesuszeiten etwa ein Denar, ein Talent Silber hatte den Wert von 6.000 Denaren, also war ein Talent etwa das Doppelte dessen, was ein Arbeiter in 10 Jahren verdiente, somit eine sehr beachtliche Summe!

Das heutige Gleichnis ist völlig christlich-ökonomisch! Der aus den fünf Talenten zehn macht, muss ein großer Spekulant oder ein tüchtiger Ausbeuter gewesen sein, er wird belohnt! Der das Geld bloß aufgehoben hatte, wird bestraft! "Werft den nichtsnutzigen Diener hinaus in die äußerste Finsternis! Dort wird er heulen und mit den Zähnen knirschen." Denn der Herr, der die Talente verteilte, will ernten, wo er nicht gesät hatte! Das ist christlich und darum ist die Welt auch gesegnet mit solch tüchtigen christlichen Parteien!

Was sagt der Herr Bischof dazu? So wie meinereiner kann er das natürlich nicht sehen! Er stellt deswegen klarerweise auch gar keine Frage in diese Richtung und verwendet nur die heutige Bedeutung der Bezeichnung "Talent" und meint zuerst: "Was hat Gott mir mit auf den Weg gegeben? Welche Gaben, welche Begabungen? Allzu oft schauen wir nur auf das, was uns im Leben fehlt. Wir haben Mängel, Fehler, Wunden, Belastungen, Bürden, die manchmal schwer zu tragen sind. Jesus lädt uns ein, auch auf das Positive zu schauen, das es in unserem Leben gibt." Aha, ein Superreicher werden zu können, ist eine göttliche Begabung! Wer sein Geld mit Arbeit und nicht mit Geschäftstüchtigkeit verdient, der kommt beim Schönborn gar nicht vor!

Der Herr Kardinal schließt mit: "Zum Wichtigsten, zum Kostbarsten zählt zweifellos der Glauben. Er ist das große Talent, die wertvolle Gabe, die uns anvertraut ist. Was machen wir daraus? Vergraben, verstecken wir unseren Glauben? Es ist traurig, wenn jemand ein Talent für Musik erhalten hat, aber nichts daraus macht. Es ist noch trauriger, wenn das Geschenk des Glaubens im Leben nicht wirksam wird. Ein ungenütztes Talent geht verloren. Ein ungelebter Glaube stirbt ab. Glücklich macht die Gabe des Glaubens, wenn sie sich entfaltet, ausstrahlt und anderen dient."

Nein, die Leute verstecken ihren Glauben nicht, wenn sie in unseren Gegenden Mitglied einer der großen Christenkirchen sind, dann ist das kein Talent, sondern weit überwiegend bloß ein Überbleibsel alter Traditionen, das nicht vergraben, sondern fallweise erduldet und meistens ignoriert wird. Immer wenn es in den christlichen Zeiten in der Gesellschaft tätigen Widerspruch gegen den Vers 29 gab, war die christkatholische Kirche auf Seiten der Unterdrücker, Sklaven hatten Sklaven zu bleiben, Leibeigene hatten ihren Herren zu dienen und die Arbeiterbewegung wurde von den Päpsten verdammt: Wer hat, dem wird gegeben! Für die, welche nichts hatten, gab's maximal Klostersuppe oder Armenhäuser und der heutige Sozialstaat hat in den gesellschaftlich herrschenden Christenkreisen auch nur recht beschränkte Anhängerschaften. Dazu sagt der Herr Bischof von Wien natürlich nix, schließlich hat ja sein Chef, der Herr Jesus, die Leute, die nicht spekulierten und/oder ausbeuteten hinaus in die Finsternis zum Heulen und Zähneknirschen geschickt, darüber redet man heute in katholischen Kreisen nimmer. Das ist christlich! Der von Schönborn angeführte Glaube diente in der Christenheitsgeschichte nur als dummes Trostpflaster: Auf Erden gibt's nix, aber als Tote, da wird's Euch gut gehen! Das funktioniert aber heute nimmer so recht, der Reichtum im Himmelreich ist keine Attraktion mehr, Menschen haben lieber ein gutes Leben als eine sagenhafte Hoffnung auf Irreales. Amen.


388. Wort zum Sonntag am 12. November 2017

Mt 25,1-13: In jener Zeit erzählte Jesus seinen Jüngern das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich wird es sein wie mit zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und dem Bräutigam entgegengingen. Fünf von ihnen waren töricht, und fünf waren klug. Die törichten nahmen ihre Lampen mit, aber kein Öl, die klugen aber nahmen außer den Lampen noch Öl in Krügen mit. Als nun der Bräutigam lange nicht kam, wurden sie alle müde und schliefen ein. Mitten in der Nacht aber hörte man plötzlich laute Rufe: Der Bräutigam kommt! Geht ihm entgegen! Da standen die Jungfrauen alle auf und machten ihre Lampen zurecht. Die törichten aber sagten zu den klugen: Gebt uns von eurem Öl, sonst gehen unsere Lampen aus. Die klugen erwiderten ihnen: Dann reicht es weder für uns noch für euch; geht doch zu den Händlern und kauft, was ihr braucht. Während sie noch unterwegs waren, um das Öl zu kaufen, kam der Bräutigam; die Jungfrauen, die bereit waren, gingen mit ihm in den Hochzeitssaal, und die Tür wurde zugeschlossen. Später kamen auch die anderen Jungfrauen und riefen: Herr, Herr, mach und auf! Er aber antwortete ihnen: Amen, ich sage euch: Ich kenne euch nicht. Seid also wachsam! Denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde.

Der Text ist etwas missverständlich, der Bräutigam bekommt nicht zehn Jungfrauen zur Braut, sondern das sind eine Art Ehrenjungfrauen, die den Bräutigam zur Braut in den Hochzeitssaal führen. Warum alle zehn dazu eine Lampe brauchen, ist nicht klar, da würden doch wohl auch elf Leute mit fünf Lampen in den Hochzeitssaal finden! Aber die Einfalt in Gleichnissen ist ja nicht ungewöhnlich!

Warum es christkatholisch eigentlich gehen müsste, ist natürlich klar, der Bräutigam ist der wiederkehrende Jesus und die Jungfrauen mit den leuchtenden Lampen haben zeitgerecht fürs Himmelreich vorgesorgt! Wie das heute allerdings zur herrschenden Lehre passt, dass der liebe Jesus sowieso alle Menschen liebt, ist nicht ganz klar, hier könnte wieder das schöne Lied "wir kommen alle, alle in den Himmel" eingeblendet werden, aber das hatten wir eh gerade bei der Nummer 386!

Was macht der Schönborn heute? Kommen doch nicht alle, alle in den Himmel, weil wir so brav sind und der brave Jesus so lieb ist? Redet der Herr Bischof heute von der inzwischen schon lange stillgelegten ewigen Verdammnis für die Leute ohne christliche Leuchte?

Nein, natürlich nicht! Dass Tag und Stunde des Todes und der danach laut Christenlehre folgenden Himmelsaufnahme, Höllenabschiebung oder Fegefeuerplatzierung nicht bekannt sind, ist nicht der Schwerpunkt!

Diese Kurve kratzt Schönborn heute so:
"Es geht um eine Grundhaltung im Leben. Wir haben die Wahl zwischen Klugheit und Torheit, zwischen Umsicht und Nachlässigkeit." Und das Resümee lautet: "Warum schmerzt es uns so, wenn wir etwas versäumt haben, was wir nicht wieder gut machen können? Ich glaube, es ist vor allem der Vorwurf, den wir uns selber machen müssen: Warum habe ich nicht früher daran gedacht? Warum war ich nicht wach und aufmerksam genug, um rechtzeitig zu bemerken, was ich erst im Nachhinein sehe, wenn es leider zu spät ist? Deshalb ist es gut, Gott um ein waches Herz zu bitten: Lass mich rechtzeitig erkennen, wo ich gefordert bin, damit ich nicht später bitter bereuen muss, was ich hätte tun können und leider versäumt habe."

Er ist also heute völlig weltlich und himmelfrei! Überlegungen mit seiner Umwelt versöhnt aus dem Leben zu gehen, werden auch Menschen ohne Religion haben! Aber das hat der Jesus ja gar nicht gemeint, verdammt noch einmal! Der hat doch gepredigt, dass die Unbeleuchteten nicht zum Fest zugelassen werden, also nicht ins Reich Gottes kommen! Nochmals: Der Bräutigam ist in diesem biblischen Gleichnis der wiederkehrende Jesus und die Jungfrauen mit dem leuchtenden Lampen haben zeitgerecht fürs Himmelreich vorgesorgt! Davon redet der Herr Kardinal heute keine Silbe! Was natürlich egal ist, weil es kehrt kein Jesus wieder und es gibt kein Himmelreich! Weiß der Herr Bischof das inzwischen auch schon?

Hab andere Sonntagsprediger gegoogelt, hier ein Beispiel wie das Gleichnis katholisch richtig zu kommentieren ist: "Die Lehre, die wir nach Jesu Worten aus diesem Gleichnis ziehen sollen, ist zu wachen, weil Tag und Stunde seines Kommens unbekannt sind. Die Gläubigen sollten leben, als wenn der Herr jeden Augenblick zurückkommen könnte. Sind unsere Lampen geschmückt und mit Öl gefüllt?"

Meinereiner kennt sich also damit inzwischen schon besser aus als Österreichs Katholikenchef! Falsch, nein, ich weiß bloß bestens, was früher katholisch war und was heute unter den Tisch gekehrt wird! Das zu wissen, ist aber kein Wunder nach 388 Sonntagspredigten zu Schönborntexten!


387. Wort zum Sonntag am 5. November 2017

Mt 23,1-12: In jener Zeit wandte sich Jesus an das Volk und an seine Jünger und sprach: Die Schriftgelehrten und die Pharisäer haben sich auf den Stuhl des Mose gesetzt. Tut und befolgt also alles, was sie euch sagen, aber richtet euch nicht nach dem, was sie tun; denn sie reden nur, tun selbst aber nicht, was sie sagen. Sie schnüren schwere Lasten zusammen und legen sie den Menschen auf die Schultern, wollen selber aber keinen Finger rühren, um die Lasten zu tragen. Alles, was sie tun, tun sie nur, damit die Menschen es sehen: Sie machen ihre Gebetsriemen breit und die Quasten an ihren Gewändern lang, bei jedem Festmahl möchten sie den Ehrenplatz und in der Synagoge die vordersten Sitze haben, und auf den Straßen und Plätzen lassen sie sich grüßen und von den Leuten Rabbi - Meister - nennen. Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn nur einer ist euer Meister, ihr alle aber seid Brüder. Auch sollt ihr niemand auf Erden euren Vater nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel. Auch sollt ihr euch nicht Lehrer nennen lassen; denn nur einer ist euer Lehrer, Christus. Der Größte von euch soll euer Diener sein. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.

Der Jesus hatte Probleme mit den damaligen geistlichen Herrscherherren in der jüdischen Glaubensgemeinschaft, das ist in unseren Breiten bis heute sprichwörtlich geblieben, zum Wort "Pharisäer" zeigt der Winword-Thesaurus als Synonyme Betrüger, Heuchler, Großtuer, Prahler, Pfau an. Der Schönborn traut sich dann gleich zu fragen: "Hat Jesus alle Rangordnungen unter uns Menschen aufgehoben? Darf es keine Vorgesetzten mehr geben? Sind die Meister überflüssig geworden? Stellt Jesus das alles in Frage?", Aber er antwortet vorsichtshalber mit "Ja und Nein!" und fragt dann noch nach, "In einer Kirche, in der bei Festreden gerne 'die hohe Geistlichkeit' angesprochen wird, wirkt Jesu Rede wie ein Protest gegen alle weltlichen und geistlichen Titulierungen."

Ja, da sollte er sich doch dafür einsetzen, diese Pfauen-Titel zu ersetzen! Die offizielle Anrede für einen Kardinal ist "Eure Eminenz" (lat. eminere: "herausragen")! Ein Pfarrer heißt "Hochwürden", ein Bischof "Exzellenz". Der Papst wird als "Heiliger Vater" oder "Eure Heiligkeit" getitelt, obwohl der Jesus gesagt hat "auch sollt ihr niemand auf Erden euren Vater nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel." Na wer ist jetzt der Vater der Katholiken? Der Heilige Vater in Rom oder der Gottvater im Himmel? Das ist doch jesusgesetzlich klar geregelt! Die kommen bestimmt dafür alle ins Fegefeuer, die den Papst als Vater titulieren!

Aber man schert sich ja katholischerseits auch um andere Vorschriften aus der heiligen Bibel nicht, etwa dass der Apostel Paulus im 1. Brief an Timotheus im Kapitel 3, 1-7 über die Eigenschaften, die ein Bischof haben müsste, verfügt hat: "Das ist gewisslich wahr: Wenn jemand ein Bischofsamt begehrt, der begehrt eine hohe Aufgabe. Ein Bischof aber soll untadelig sein, Mann einer einzigen Frau, nüchtern, maßvoll, würdig, gastfrei, geschickt im Lehren, kein Säufer, nicht gewalttätig, sondern gütig, nicht streitsüchtig, nicht geldgierig, einer, der seinem eigenen Haus gut vorsteht und gehorsame Kinder hat in aller Ehrbarkeit. Denn wenn jemand seinem eigenen Haus nicht vorzustehen weiß, wie soll er für die Gemeinde Gottes sorgen?" Und wenn ein Bischof die Pflicht hat, verheiratet zu sein, dann kann man es doch wohl einem Priester nicht untersagen! Der Zölibat verstößt gegen ein ganz klares Bibelwort! Also richtig wäre, der Papst ist verheiratet und kein heiliger Vater, sondern ein Familienvater! Das wäre die korrekte Bibelauslegung!

Wie jammert sich der Schönborn aus dem Titularwiderspruch heraus? Er macht daraus eine Nebensache und streicht den Satz "Sie reden nur, tun selbst aber nicht, was sie sagen" hervor. Einen Bezug zu heutigen innerkirchlichen Geschehnissen stellt er allerdings nicht her, er hält sich somit an die vom Jesus kritisierten Gepflogenheiten.

Sein Ausweg, er spricht vom Dienen! Sein Resümee: "Alles hängt an einem Wort: Dienen! Wenn Autorität nicht dient, dient sie zu nichts. Im Gegenteil: Sie wird schädlich, verletzend und zerstörend. Keine Frage: Eltern haben Autorität. Aber sie dient dem Wohl der Kinder, und nicht dazu, sie zu unterdrücken. Politische Autorität ist notwendig, um ein Land zu leiten. Aber wenn sie der Macht und Bereicherung der Amtsinhaber dient, dann ist es schlimmer Missbrauch. Besonders hoch ist der Anspruch Jesu an jene, die im Bereich der Religion eine Leitungsaufgabe haben. Wenn es in der Kirche zugeht wie 'in der Welt', dann dient die Kirche zu nichts. 'Bei euch soll es nicht so sein', sagt Jesus. Das heutige Evangelium stört. Es stört uns alle! Und zeigt den Weg: Vergesst nicht, ihr seid alle Geschwister!"

Aha, keine Väter! Z.B. hieße das, es gibt keine Patres mehr, weil "Pater" ist das lateinische Wort für "Vater"! Und alle sind Geschwister! Der Pfarrer wäre dann nimmer "Hochwürden", sondern "Bruder Priester", warum sagt das nie wer? Und warum haben die geschwisterlichen katholischen und protestantischen Mächte den Dreißigjährigen Krieg geführt und mit den innerchristlichen Feindschaften hat es erst angefangen aufzuhören als der sich vermehrende Säkularismus die religiösen Mächte in die zweite Reihe stellte.

In der Kirche geht's natürlich zu wie in der Welt, dass die Kirche zu nichts dient, das stimmt! Manchmal muss meinereiner auch einem Kardinal recht geben!


386. Wort zum Feiertag "Allerheiligen" am 1. November 2017

Mt 5,1-12: In jener Zeit, als Jesus die vielen Menschen sah, die ihm folgten, stieg er auf einen Berg. Er setzte sich, und seine Jünger traten zu ihm. Dann begann er zu reden und lehrte sie. Er sagte: Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich. Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden. Selig, die keine Gewalt anwenden; denn sie werden das Land erben. Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden satt werden. Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden. Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen. Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden. Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das Himmelreich. Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet. Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein.

Heute haben wir hier wieder die hier schon so oft durch den Kakao gezogenen reformierten Seligpreisungen, aber über diese Bibeltextentschärfung schreibt meinereiner heute hier nix!

Für den Schönborn kommen heute zwei Dinge in seiner Predigt zusammen, der gestrige 500. Jahrestages des Beginns der protestantischen Reformation und der heutige Feiertag "Allerheiligen". Die "Heiligen" spielen nämlich bei den Protestanten keine Rolle. In der katholischen Kirche sind sie wichtig, weil diese Heiligen hatten bei der Verbreitung des Christentums eine wichtige Aufgabe gehabt. In den alten Naturreligionen gab es ja jede Menge von Göttern, Geistern und Feen usw., die eine Widerspiegelung unerklärbarer Sachlagen verkörperten, Volksaberglaube, der sich bis in die heutigen Zeiten gehalten hat.
In meiner Kindheit im Mühlviertel war z.B. der Mann-Mann noch sehr verbreitet, gesprochen wurde das ohne die "n" und mit einem ins "o" rollenden dumpfen "a", Sonderzeichen dafür: "å". Der Mann-Mann diente als Warnung: "geh ned zum Wossa, wei doat hoid di da Må-Må (=geh nicht zum Wasser, weil dort holt dich der Mann-Mann), das diente als Schutz vorm Ertrinken: nicht das Wasser, sondern der unheimliche Må-Må war zu fürchten.
Oder der Rauchfangkehrer, der war eine Glücksfigur, wenn man ihn sah, musste man einen Knopf halten und durfte sich was wünschen!

Und das Christentum musste natürlich diesen Aberglauben in ihren Aberglauben einbauen, dazu erschuf man Legionen von Heiligen, die dann als Fürbitter bei Gott für alle möglichen Anliegen zuständig waren, hier ein paar willkürlich kopierte Heilige aus einem Heiligenverzeichnis mit ihren Zuständigkeiten:
Hämorrhoiden: Fiacrius
Harnfluss: Gervasius und Protasius
Harnwegerkrankungen: Alban von Mainz
Hautausschlag: Quirinus von Rom
Für wichtige Nöte gibt's die 14 Nothelfer, da ruft man z.B. wegen Halsleidens den heiligen Blasius und der Blasius wendet sich dann an Gott und leitet die Beter-Bitte an diesen weiter, wenn der Hals nimmer weh tut, dann hat Gott geholfen. Heutzutage gehen die Leute zum Doktor und die Nothelfer müssen kaum noch bei Gott ein gutes Wort für die Beter einlegen, weil z.B. Antibiotika viel besser helfen als Heilige!

Luther hielt von diesem dummen Aberglauben nichts und schaffte die Heiligenverehrung ab, was dem Herrn Wiener Bischof natürlich nicht recht ist. Die Protestanten müssen sich nicht an den Blasius oder an den Fiacrius wenden, sondern an den einzigen protestantischen Vermittler, den Jesus! Der hilft zwar auch nicht, aber das System ist einfacher und direkter.

Schönborn schließt mit: "Heilige sind nicht Übermenschen, sind keine andere Art von Menschen als wir alle. Immer hat die Kirche daran erinnert, dass wir alle dazu berufen sind, die Seligpreisungen Jesu in unserem Leben zu verwirklichen. Dass dieser Weg anspruchsvoll ist, herausfordernd und mit Opfern verbunden, soll uns nicht schrecken. Viele, Zahllose sind ihn vor uns gegangen. Manche von ihnen werden namentlich als Heilige genannt. Warum sollten sie, die bei Gott im Himmel sind, uns hier auf Erden nicht helfen können, dass auch wir das Ziel erreichen? Darum dürfen wir sie bitten, nicht nur heute, an Allerheiligen."

Ja, wenn der Schönborn Halsweh hat, dann ersucht er den Blasius, Gott zu bitten, ihn vom Halsweh zu erlösen? Und bei Blasenentzündung macht das der heilige Alban von Mainz? Nein, das macht er nicht, da geht der Herr Bischof schon zum Doktor, aber für die ewige Seligkeit, die ihm kein Doktor verschreiben kann, dafür dürfen die Heiligen im Auftrag vom Schönborn noch zu Gott bitten gehen, damit der Herr Kardinal sein himmlisches Ziel erreicht! Aber ein gläubiger Protestant, der redet deswegen gleich direkt mit dem Jesus, der ist ja schließlich der Sohn vom Chef des Himmels!

Dabei kommen wir eh alle, alle, alle in den Himmel, wie schon 1952 der Prophet Jupp Schmitz verkündet hat!

Unterhaltsam so eine Religion!


385. Wort zum Sonntag am 29. Oktober 2017

Mt 22,34-40: In jener Zeit, als die Pharisäer hörten, dass Jesus die Sadduzäer zum Schweigen gebracht hatte, kamen sie bei ihm zusammen. Einer von ihnen, ein Gesetzeslehrer, wollte ihn auf die Probe stellen und fragte ihn: Meister, welches Gebot im Gesetz ist das wichtigste? Er antwortete ihm: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken. Das ist das wichtigste und erste Gebot. Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz samt den Propheten.

Der arme Gott! Der leidet unter Minderwertigkeitskomplexen! Da hat er ein hundert Milliarden Galaxien großes Universum geschaffen und irgendwo auf einem Nebenarm gibt's eine kleine Sonne mit einem von diesen Planeten, wo Leben möglich ist und das sogar in intelligenter Form! Und dort ist es die wichtigste Pflicht, dass alle Bewohner den Universumsschöpfergott mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all ihren Gedanken lieben müssen! Und wer das nicht tut, der kommt ins Höllenfeuer! Stopp, das predigen Christenprediger heute nimmer, meinereiner hat das aber seinerzeit im Religionsunterricht noch so gelernt, für mich stand das Höllentor ständig weit offen!


Aber natürlich ist diese göttliche Zuwendung zu den Erdenmenschen situationsbedingt. Weil zu den Jesuszeiten gab's ja noch kein Universum, die Erde war eine Scheibe (Umfang: Naher Osten und Umgebung), die von einem wohl wie eine Käseglocke geformten Firmament überhimmelt wurde!


Der dortige Gott kannte die paar Leute, die dort wohnten, er hatte sich ein Volk auserwählt, mit dem er sogar jahrelang wie Kara Ben Nemsi "durch die Wüste" gewandert war! Und dieser unterdimensioniert Gott wurde durch unglückselige Umstände durch den Nachlass eines gescheiterten jüdischen Predigers zum größten Gott der weltweit größten Religion unter der Menschen jemals leiden mussten!

Aber das nur nebenbei, meine Sonntagspredigt ist ja jetzt schon mehr als doppelt so lang wie das heutige Evangallium, äh, Evangelium! Was fällt dem Bischof Schönborn dazu ein? Er beichtet reuevoll, dass "wir" (also auch der Schönborn) fragen, "was mir persönlich im Leben wichtig ist, was ich brauche, um glücklich zu sein, was ich mir mehr als alles andere wünsche". Was natürlich falsch ist, weil wir sollten nach unseren Pflichten fragen!

Der Jesus vereinfacht ihm aber ohnehin das Bischofsleben, weil er reduziert alles auf zwei Pflichten, auf Gottesliebe und Nächstenliebe! "Es geht nur um das eine: die Liebe!"

Er schließt dann mit:
"Eigentlich fügt Jesus noch ein drittes Gebot an: 'Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.' Wie geht das: auch sich selber lieben? Ist das nicht Egoismus? Sich selber lieben, das geht nur, wenn wir selber genug Liebe erfahren haben, wenn wir erleben, dass wir anderen wichtig und wertvoll sind. Deshalb steht an allererster Stelle, dass Gott uns ganz und gar liebt, annimmt und bejaht. Das zu wissen, macht uns fähig, selber zu lieben. Und das ist das Wichtigste!"

Aha, weil sein Gott den Schönborn so liebt, darum darf der Schönborn sich selber lieben! Dass es ein elementares Verhalten ist, sich um die eigene Person zu kümmern, weil das die Grundlage dafür ist, zu überleben, ist dem Herrn Kardinal nicht so recht klar. Er darf auch nichts darüber wissen, dass es der Fortpflanzung bedarf, um eine Gemeinschaft von Lebewesen aufrecht zu halten, denn kein Kleriker darf eine Nächste so richtig lieben!

Und über die Nächsten, die wir lieben sollen wie uns selbst, sagt der Herr Bischof gar nix! Warum? Weil der Jesus diese Dienstvorschrift gar nicht erfunden hat? Denn das stand schon im "Alten Testament", in Lev 19,18 steht geschrieben, "An den Kindern deines Volkes sollst du dich nicht rächen und ihnen nichts nachtragen. Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst." Der "Nächste" ist also nicht jedweder!

Der ganze Absatz Leviticus 19, 11-18 lautet:
"Ihr sollt nicht stehlen, nicht täuschen und einander nicht betrügen. Ihr sollt nicht falsch bei meinem Namen schwören; du würdest sonst den Namen deines Gottes entweihen. Ich bin der Herr. Du sollst deinen Nächsten nicht ausbeuten und ihn nicht um das Seine bringen. Der Lohn des Tagelöhners soll nicht über Nacht bis zum Morgen bei dir bleiben. Du sollst einen Tauben nicht verfluchen und einem Blinden kein Hindernis in den Weg stellen; vielmehr sollst du deinen Gott fürchten. Ich bin der Herr. Ihr sollt in der Rechtsprechung kein Unrecht tun. Du sollst weder für einen Geringen noch für einen Großen Partei nehmen; gerecht sollst du deinen Stammesgenossen richten. Du sollst deinen Stammesgenossen nicht verleumden und dich nicht hinstellen und das Leben deines Nächsten fordern. Ich bin der Herr. Du sollst in deinem Herzen keinen Hass gegen deinen Bruder tragen. Weise deinen Stammesgenossen zurecht, so wirst du seinetwegen keine Schuld auf dich laden. An den Kindern deines Volkes sollst du dich nicht rächen und ihnen nichts nachtragen. Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst."

Es ist also eine Ansammlung von Vorschriften, die sich auf eine Gemeinschaft beziehen und nicht auf die ganze Welt! Und der letzte Satz ist gefährlicher Unsinn! Denn wenn jeder seine Nächsten, also die Leute in seiner Gemeinschaft lieben müsste wie sich selbst, dann finden wir dazu makabere Beispiele in der Geschichte. Zum Beispiel gab es im 20. Jh. ein Reich, das die Ideologie der "Volksgemeinschaft" predigte, jeder dem Volk dieses Reiches Zugerechnete war ein "Volksgenosse" und eine der Losungen dazu lautete, "du bist nichts, dein Volk ist alles". Das Reich war das "Dritte" und die Volksgemeinschaft hoffte noch bis zum Schluss auf den Endsieg.

Dass man mit seinen Nächsten vernünftig umgeht, sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, aber ein solcher Umgang braucht keine aufopfernde Selbstverleugnung! Und die Selbstaufwertung durch die Verkündigung einer unabdingbaren Weltrettungsmoral, der sich alle zu unterwerfen hätten, ist eine Spinnerei, die Schaden stiftet. Wie wir ja zurzeit das zweifelhafte Vergnügen haben, zu erleben, wie der wichtigste Teil der Bevölkerung, nämlich die arbeitende Klasse, politisch kaum noch wahrgenommen wird, aber von wohlsituierten Gutmenschen offene Grenzen für alle gefordert werden. Wodurch die Rechtsparteien stärker werden und der Neoliberalismus seine Ausbeutung widerstandslos weiter ausbauen kann, weil es keine politische Linke mehr gibt. So ist es leider, wenigstens sind bei uns in Österreich die größten Fanatiker in dieser Richtung jetzt aus dem Parlament geflogen. Ob dadurch was dazugelernt werden wird, kann bezweifelt werden...

So, das war die längste Predigt zu einem ganz kurzen Bibeltext (10:1 - 958 gegen 96 Worte), die Geschwätzigkeit von meinereiner hat wieder einen großen Sieg errungen!


384. Wort zum Sonntag am 22. Oktober 2017

Mt 22,15-21: In jener Zeit kamen die Pharisäer zusammen und beschlossen, Jesus mit einer Frage eine Falle zu stellen. Sie veranlassten ihre Jünger, zusammen mit den Anhängern des Herodes zu ihm zu gehen und zu sagen: Meister, wir wissen, dass du immer die Wahrheit sagst und wirklich den Weg Gottes lehrst, ohne auf jemand Rücksicht zu nehmen; denn du siehst nicht auf die Person. Sag uns also: Ist es nach deiner Meinung erlaubt, dem Kaiser Steuer zu zahlen, oder nicht? Jesus aber erkannte ihre böse Absicht und sagte: Ihr Heuchler, warum stellt ihr mir eine Falle? Zeigt mir die Münze, mit der ihr eure Steuern bezahlt! Da hielten sie ihm einen Denar hin. Er fragte sie: Wessen Bild und Aufschrift ist das? Sie antworteten: Des Kaisers. Darauf sagte er zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört!

Aha, laut Jesus gehörten also damals alle Denare dem Kaiser, der darauf abgebildet war, hier aus Wikipedia (Von Classical Numismatic Group, Inc. CC BY-SA 3.0) eine Münze aus der Zeit von Kaiser Tiberius, der das Römische Reich von 14 bis zum Jahr 37 regierte:


Diese Münzen gehörten alle dem Kaiser Tiberius! Und Gott gehörten dann wohl alle Münzen auf denen Gott abgebildet war? Im alten Griechenland gas es Münzen mit dem Obergott Zeus darauf! Aber womit haben die Leute dann bezahlt? Gab es auch Münzen, die sie behalten und benutzen durften? Aber ja doch, auf dem Kleingeld waren weder Kaiser, noch ein Götter abgebildet, hier ein Wikipedia-Bild (CC BY-SA 3.0) einer Kupfermünze aus der damaligen Zeit!


Aber das als kleiner Spaß nur nebenbei, was predigt der Herr Bischof Schönborn heute in der Kronenzeitung dazu? Er titelt "Ein Wort macht Weltgeschichte" und zwar weil: "Für uns ist es selbstverständlich, dass Politik und Religion zu unterscheiden sind. Staat und Kirche sind getrennt."

Da staunen wir aber! Staat und Kirche sind getrennt! Gibt's dann in staatlichen Schulen keinen staatlich bezahlten Religionsunterricht mehr? Liefern die Meldeämter nimmer die religiösen Meldedaten an die Kirchenbeitragsstellen? Hängen in staatlichen Schulen und Krankenhäusern, in Gerichtssälen usw. keine Kreuze mehr? Zahlt der Staat nimmer die im Konkordat vereinbarten Millionen an die katholische Kirche? Sind anerkannte Religionsgemeinschaften nicht mehr Körperschaften öffentlichen Rechts?

Aber das hat der Herr Kardinal wohl nicht gemeint gehabt. Er stellt die Frage, was bedeutet: "Gebt Gott, was Gott gehört"? Und setzt fort: "Die Bibel gibt auf der ersten Seite die Antwort. Bei der Erschaffung des Menschen sagt Gott: 'Lasst uns Menschen machen als unser Bild, uns ähnlich!' Wir sind als Gottes Bild erschaffen, sind sein Abbild. Was sollen wir Gott geben? Uns selber! Denn wir gehören Gott, und nicht dem Kaiser. Der Kaiser mag unsere Steuern kassieren, aber unsere Seelen gehören nicht ihm, sondern Gott." Aha, Gott schaut dem Schönborn ähnlich und darum gehört der Schönborn dem katholischen Gott! Weil dem van der Bellen schaut der Schönborn nicht ähnlich!

Aber kommen wir zum Schlusszitat:
"Mit diesem Wort hat Jesus die Unterscheidung in die Welt gebracht, von der wir heute unsere Freiheit haben: Dem Kaiser müssen wir unsere Steuern zahlen, und seinem Nachfolger, dem Staat. Aber auf unsere Seelen hat kein Herrscher, kein Regime, keine Regierung einen Anspruch. Jesus lehrt, dass wir die achten sollen, die uns regieren. Wir sollen für sie beten, damit wir eine gute Regierung haben, die das Wohl aller fördert. Aber anbeten dürfen wir nur Gott. Und keine irdische Macht darf sich an Gottes Stelle setzen wollen. Mit einem einfachen Wort hat Jesus das klargestellt. Es hat Weltgeschichte gemacht."

Leider immer noch nicht! Es gibt noch genug Länder, wo die Religion diktiert. Nicht nur im Islambereich, auch anderswo! Unsere Hoffnung ist, dass zumindest in den aufgeklärten Gebieten die Religion einfach immer weniger Nachfrage erfährt und irgendwann auch gesellschaftlich nur noch als seltsames Verhalten einer kleinen Randgruppe wahrgenommen wird, die jungen Leute von heute werden das zumindest in Europa selber erleben können!


383. Wort zum Sonntag am 15. Oktober 2017

Mt 22,1-10: In jener Zeit erzählte Jesus den Hohenpriestern und den Ältesten des Volkes das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem König, der die Hochzeit seines Sohnes vorbereitete. Er schickte seine Diener, um die eingeladenen Gäste zur Hochzeit rufen zu lassen. Sie aber wollten nicht kommen. Da schickte er noch einmal Diener und trug ihnen auf: Sagt den Eingeladenen: Mein Mahl ist fertig, die Ochsen und das Mastvieh sind geschlachtet, alles ist bereit. Kommt zur Hochzeit! Sie aber kümmerten sich nicht darum, sondern der eine ging auf seinen Acker, der andere in seinen Laden, wieder andere fielen über seine Diener her, misshandelten sie und brachten sie um. Da wurde der König zornig; er schickte sein Heer, ließ die Mörder töten und ihre Stadt in Schutt und Asche legen. Dann sagte er zu seinen Dienern: Das Hochzeitsmahl ist vorbereitet, aber die Gäste waren es nicht wert, eingeladen zu werden. Geht also hinaus auf die Straßen und ladet alle, die ihr trefft, zur Hochzeit ein. Die Diener gingen auf die Straßen hinaus und holten zusammen, die sie trafen, Böse und Gute, und der Festsaal füllte sich mit Gästen.

Das ist heute thematisch die Fortsetzung vom letzten Sonntag, es geht wieder darum, dass die bösen Juden dem Jesus nix geglaubt haben! Da lädt der Jehova alle zur Hochzeit vom Jesus, seinem Sohn, ein und keiner kommt, einige bringen sogar seine Hochzeitsverkünder um! Was macht da der Jehova? Er legt das Judenreich in Trümmer! Da das Matthäus-Evangelium frühestens in der Zeit der Zerstörung Jerusalems durch die Römer entstand, ist klar worauf sich das Gleichnis bezieht! Nun sind die Nichtjuden dran, denen der Glaube verkündet wurde!

Bekanntlich war das durch die Installierung des Christentums als Staatsreligion im Römischen Reich im Jahre 380 der große Erfolg für die zwangsweise Ausbreitung der christliche Weltherrschaft, die immer noch nicht gänzlich überwunden ist! Siehe Wikipediakalender: "380, 28. Februar: Theodosius I., Gratian und Valentinian II. erklären in dem Dreikaiseredikt Cunctos populos das Christentum in der trinitarischen Form zur Staatsreligion". Die drei Kaiser nutzten wohl die christliche Lehre vom Himmelreich für gefügige Mühselige und Beladene als Herrschaftsideologie!

Mit solchen Aspekten gibt sich der Herr Bischof von Wien natürlich nicht ab! Er titelt "Die große Einladung" und meint dann konkret: "In manchen Kulturen gilt es als schwere Beleidigung, wenn eine Einladung nicht angenommen wird. Jesus ist oft eingeladen worden und hat offensichtlich auch gerne zugesagt. Umso schmerzhafter muss es für ihn gewesen sein, als er immer mehr Ablehnung erlebte. Das heutige Gleichnis ist nur zu verstehen, wenn wir es als Ausdruck dieser Erfahrung lesen." Zum antisemitischen Aspekt des Evangeliums schreibt er so: "Die Braut ist das Volk Gottes, denn Gott hat mit seinem Volk einen Bund geschlossen. Gott ist treu zu seinem Bund. Sind es die Menschen auch? Gott hat Jesus gesandt, seinen Sohn, seinen Erben. Wird er angenommen? Wird sein Volk ihn anerkennen? Wir wissen, wie es ausgegangen ist. Jesus wurde abgelehnt und schließlich getötet."

Und darum haben es sich die Juden verdient, dass Gott die Römer geschickt hat, um Jerusalem und seinen Tempel zu zerstören! Das schreibt Schönborn natürlich nicht, das ergibt jedoch aus der dem heutigen Evangelium innewohnenden Logik!

Bei Schönborn geht's dann eben weiter, dass der bisherige Gott der Juden nun seinen Sohn nicht nur zu seinem Volk, sondern überall hinschickt! Und dann befasst er sich damit, wie man zu einer göttlichen Einladung kommt und schließt daher mit: "Wie kommt die Einladung zu den Menschen? Wie kommt sie zu mir? Wie erfahre ich, dass ich zum großen Fest Gottes eingeladen bin? Die Einladung erfolgt persönlich. Es braucht Menschen, die Gottes Einladung überbringen. Ohne sie erfahren wir nicht, dass es dieses Hochzeitsfest gibt. Boten sind notwendig. Das können unsere Eltern gewesen sein, vielleicht die Großeltern. Oder Freunde, oder jemand, der uns durch seinen Glauben beeindruckt hat. Es müssen immer Menschen sein, die diese Einladung überzeugend bringen. Gott lädt ein, aber er zwingt nicht dazu, die Einladung anzunehmen. Aber wenn wir sie erhalten haben, und uns alles andere wichtiger ist, als zum Festmahl zu kommen, dann versäumen wir die schönste Einladung unseres Lebens."

Meinereiner hatte das Glück, dass mir so eine frühkindliche Gehirnwäsche nicht passiert ist, weil meine Eltern nicht religiös, sondern vernünftig waren. Mein Vater hatte die religionsfreie Vernunft von seinem Großvater mitbekommen, meine Kinder sind religionsfrei aufgewachsen und bisher ist keinem die Religion abgegangen, sie leben in der Realität. Weil heute kann sogar die einst großmächtige katholische Kirche niemanden mehr dazu zwingen, ihre missionärrischen Einladungen annehmen zu müssen, die Religionsfreiheit ist heute nicht nur eine verfassungsgesetzliche, sondern eine gelebte gesellschaftliche Realität!


382. Wort zum Sonntag am 8. Oktober 2017

Mt 21,33-44: In jener Zeit sprach Jesus zu den Hohenpriestern und den Ältesten des Volkes: Hört noch ein anderes Gleichnis: Es war ein Gutsbesitzer, der legte einen Weinberg an, zog ringsherum einen Zaun, hob eine Kelter aus und baute einen Turm. Dann verpachtete er den Weinberg an Winzer und reiste in ein anderes Land. Als nun die Erntezeit kam, schickte er seine Knechte zu den Winzern, um seinen Anteil an den Früchten holen zu lassen. Die Winzer aber packten seine Knechte; den einen prügelten sie, den andern brachten sie um, einen dritten steinigten sie. Darauf schickte er andere Knechte, mehr als das erste Mal; mit ihnen machten sie es genauso. Zuletzt sandte er seinen Sohn zu ihnen; denn er dachte: Vor meinem Sohn werden sie Achtung haben. Als die Winzer den Sohn sahen, sagten sie zueinander: Das ist der Erbe. Auf, wir wollen ihn töten, damit wir seinen Besitz erben. Und sie packten ihn, warfen ihn aus dem Weinberg hinaus und brachten ihn um. Wenn nun der Besitzer des Weinbergs kommt: Was wird er mit solchen Winzern tun? Sie sagten zu ihm: Er wird diesen bösen Menschen ein böses Ende bereiten und den Weinberg an andere Winzer verpachten, die ihm die Früchte abliefern, wenn es Zeit dafür ist. Und Jesus sagte zu ihnen: Habt ihr nie in der Schrift gelesen: Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, er ist zum Eckstein geworden; das hat der Herr vollbracht, vor unseren Augen geschah dieses Wunder? Und wer auf diesen Stein fällt, der wird zerschellen; auf wen der Stein aber fällt, den wird er zermalmen. Darum sage ich euch: Das Reich Gottes wird euch weggenommen und einem Volk gegeben werden, das die erwarteten Früchte bringt.

Schönborn leitet seine heutige Predigt so ein: "Ich sehe im heutigen Evangelium auch ein Wort Jesu an jeden Menschen. Der Weinberg ist ein Bild für mein Leben. Gott hat es mir anvertraut. Habe ich Gottes Anruf in meinem Leben angenommen oder abgelehnt?"

Da redet der Jesus mit jedem Menschen und nur Leute wie der Schönborn hören den Jesus? Also meinereiner hat den Jesus nur auf Umwegen gehört, in der Schule im Religionsunterricht wurde dauernd von diesem Jesus gelabert und wie sehr wir ihn lieben müssten, das ging mir schon in der ersten Klasse Volksschule auf den Keks! Aber der Schönborn wird wohl eine religiöse Oma gehabt haben, die ihn schon in seiner Zeit des kindlichen Urvertrauens religiös formatiert hat. Und er hat dann zeit seines Lebens nie darüber kritisch reflektiert, darum sitzt er immer noch auf'm Weinberg vom Jesus, aber er ist sich unsicher, ob er das alles auch vorschriftsmäßig erledigt hat!

Im heutigen Gleichnis ist Gott ein Verpächter eines Weinbergs und die Pächter sind böse Sünder, die statt Kirchensteuer zu zahlen, dem Gott die Weintrauben stehlen. Habe dazu den letzten Satz des Evangeliums gegoogelt und in einer anderen Predigt aus Tirol folgenden Absatz gefunden: "Die Verweltlichung des Glaubens und der katholischen Kirche in unserem Land hat dazu geführt, dass viele Menschen keine Gottesfrucht und keine Gottesliebe mehr haben. Deshalb der starke Rückgang des Gottesdienstbesuches. Wenn in einem Land immer mehr gegen die Gebote Gottes gesündigt wird, der Ruf der Kirchenglocken an den Sonn- und Feiertagen immer mehr überhört wird, (..) dann wird, wie Christus heute sagt, dieses Verhalten Folgen haben. Dann wird in so einem Land der Ruf der Kirchenglocken verschwinden, das Reich Gottes wird so einem Volk genommen und einem anderen Volk gegeben, das die erwarteten Früchte bringt. Wie weit wir uns in unserer Heimat bereits in diese Richtung entwickeln, mag jeder selber bedenken."

Ja, dieser Pfarrer hat Einsicht und einen guten Weitblick! Laut kircheneigener Statistik waren 2015 bereits fast 90 % der katholischen Kirchenmitglieder sonntagsmessenfrei! In den letzten zehn Jahren sind die Messbesucher fast um 200.000 weniger geworden, wenn das so weitergeht, brauchen die Kirchen in dreißig Jahren keine Glocken mehr! Aber wo ist das andere Volk, das dann statt den Österreichern in die Kirche geht? Das weiß der oben zitierte Sonntagsprediger aus Tirol offenbar auch nicht.

Schauen wir nach, worüber heute der Schönborn jammert! Er meint: "Die Pächter tun das Unfassbare: Sie packen den Sohn und bringen ihn um. Wer immer diese Geschichte hört, spätestens hier ist die Empörung groß. Wie kann man sich so verhalten? Wie schrecklich benehmen sich diese Pächter? Sie haben wirklich das verdient, was Jesu Zuhörer sagen: 'Er wird diesen bösen Menschen ein böses Ende bereiten'."

Aha, da hat dann vielleicht der Hitler das böse Judenvolks endlich bestraft, weil sie den Jesus, den Sohn des Weinbergverpächters umgebracht haben? Das war doch wohl passend böse? Hat eben ein bisschen gedauert! Aber die christlichen Kirchen waren schließlich eh selber auch durch die Jahrhunderte stramm antisemitisch! Der Schlusssatz des Evangeliums war wohl ein Ausdruck der Entwicklung im frühen Christentum: die Evangelien wurden in altgriechischer Sprache verfasst, weil der Jesus als jüdischer Prediger keinen Erfolg gehabt hatte und es deshalb kaum sog. "Judenchristen" gab.

Die Strafe dafür erfolgte weltweit! Während die Juden die anderen Völker mit ihrer Religion immer in Ruhe gelassen hatten, wurde das Christentum in unmittelbarer und mittelbarer Folge seiner Installierung als römische Staatsreligion schließlich zur imperial verbreiteten und die Welt beherrschende und unterdrückende Religion! Aber die Hoffnung diese Qual zu überwinden steigt! Siehe oben die Sicht des Tiroler Pfarrers auf die katholische Zukunft!

Der Herr Bischof von Wien schließt mit: "Wie bin ich mit Gottes Gaben umgegangen? Wie mit denen, die mir den Weg zeigen wollten? Wie sieht die ehrliche Bilanz meines Lebens aus? Jesus erwartet nicht, dass sie perfekt ausfällt. Er will nur, dass ich ihm vertraue. Nur das!"

Kommt da der Schönborn nicht ganz billig davon mit seinem Pachtzins? Ein bisschen Vertrauen und passt schon! Er hat allerdings - ohne dass ihm das bewusst ist - sein ganzes Leben sinnlos als Jesusprediger vertan, ohne dabei wirklich was Wahrnehmbares zu erreichen, er hat jedoch mitgeholfen, die Demontage von Kirchenglocken vorzubereiten, sein diesbezüglicher konkreter Testversuch in Wien-Favoriten ist allerdings gescheitert, er wird das wohl seinem Nachfolger überlassen...


381. Wort zum Sonntag am 1. Oktober 2017

Mt 21,28-32: In jener Zeit sprach Jesus zu den Hohenpriestern und den Ältesten des Volkes: Was meint ihr? Ein Mann hatte zwei Söhne. Er ging zum ersten und sagte: Mein Sohn, geh und arbeite heute im Weinberg! Er antwortete: Ja, Herr!, ging aber nicht. Da wandte er sich an den zweiten Sohn und sagte zu ihm dasselbe. Dieser antwortete: Ich will nicht. Später aber reute es ihn, und er ging doch. Wer von den beiden hat den Willen seines Vaters erfüllt? Sie antworteten: Der zweite. Da sagte Jesus zu ihnen: Amen, das sage ich euch: Zöllner und Dirnen gelangen eher in das Reich Gottes als ihr. Denn Johannes ist gekommen, um euch den Weg der Gerechtigkeit zu zeigen, und ihr habt ihm nicht geglaubt; aber die Zöllner und die Dirnen haben ihm geglaubt. Ihr habt es gesehen, und doch habt ihr nicht bereut und ihm nicht geglaubt.

Die Zöllner pachteten damals von den römischen Besatzern irgendwelche Wegerechte und finanzierten die Pacht und den eigenen Reichtum durch stark überhöhte Wegzölle, sie waren daher ziemlich unbeliebt, "Zöllner" wurde zum Synonym für "Sünder".

Im heutigen Evangelium geht es wieder einmal um die in der Christenlehre so beliebte Selbsterniedrigung. Die befragten höheren Funktionäre haben zwar die richtige Antwort auf die Jesus-Frage gegeben, aber sie haben sich sozusagen nicht selber für die Arbeit am Weinberg gemeldet. Der Jesus hält darum diesen "Besseren" die "Schlechteren" vor, die den Bekehrungspredigten des Johannes gefolgt seien. Reue und Glaube wird eingefordert, dafür gibt's dann das "Reich Gottes". Diese Methode wurde von der katholischen Kirche jahrhundertlange auf die grauslichste Weise angewandt, die Prediger waren sozusagen die Zöllner, die den Weg ins Gottesreich verkauften. Der Ablasshandel war das große Geschäft der r.k. Kirche im Mittelalter, das führte schließlich zur Reformation und die katholische Kirche musste diese Gaunerei aufgeben.

Über solche Aspekte predigt der Herr Kardinal natürlich nicht, weil reuevolle Selbstkritik kennt die katholische Kirche nicht. Weil demnächst Parlamentswahlen sind, redet er von gehaltenen und gebrochenen Versprechungen. Schönborn schreibt u.a.: "Zur Zeit ist Wahlkampf. Es wird viel geredet. Alle Parteien versprechen Dinge, die nach der Wahl sicher nicht alle in Taten umgesetzt werden können. Aber ehe wir über Politiker schimpfen, was bei uns geradezu ein Massensport geworden ist, sollten wir zuerst das Evangelium auf uns selber anwenden. Wie sieht bei mir das Verhältnis von Wort und Tat aus? Wie oft verspreche ich etwas, das ich dann nicht halte oder halten kann? Wie zuverlässig ist mein Wort?"

Und nach einem Lob für die Zöllner und Dirnen, die sich vom Johannes taufen haben lassen, schließt er mit: " Sie haben Johannes geglaubt. Anders die Obrigkeiten! Sie blieben ablehnend, haben sich nicht bekehrt. Jesus sagt ihnen: Noch ist es nicht zu spät. Ihr habt zwar 'Nein' gesagt. Noch könnt ihr euer 'Nein' bereuen und doch zu mir 'Ja' sagen. Und nun das Erstaunliche in dieser Geschichte: Welche Tat erwartet Jesus? Dass wir ihm glauben! Dass wir ihm vertrauen, uns auf seinen Weg einlassen. Denn Christsein zeigt sich nicht zuerst in Worten, sondern in Taten. Dann werden auch die richtigen Taten folgen!"

Ja, wer ans "Reich Gottes" glaubt, der kommt ins "Reich Gottes", so einfach ist der Kern der christlichen Lehre. Zu dumm, dass noch nie wer darüber berichten konnte, ob diese Lehre wahr ist. Weil ins "Reich Gottes" kommen nur die Verstorbenen und die sind blöderweise alle tot und können keine Zeugenschaft mehr leisten. Es ist darum kein großes Wunder, wenn in unseren Tagen die Nachfrage nach so einem seltsamen Produkt immer mehr dahinschwindet...


380. Wort zum Sonntag am 24. September 2017

Mt 20, 1-16: In jener Zeit erzählte Jesus seinen Jüngern das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Gutsbesitzer, der früh am Morgen sein Haus verließ, um Arbeiter für seinen Weinberg anzuwerben. Er einigte sich mit den Arbeitern auf einen Denar für den Tag und schickte sie in seinen Weinberg. Um die dritte Stunde ging er wieder auf den Markt und sah andere dastehen, die keine Arbeit hatten. Er sagte zu ihnen: geht auch ihr in meinen Weinberg! Ich werde euch geben, was recht ist. Und sie gingen. Um die sechste Stunde und um die neunte Stunde ging der Gutsherr wieder auf den Markt und machte es ebenso. Als er um die elfte Stunde noch einmal hinging, traf er wieder einige, dir dort herumstanden. Er sagte zu ihnen: Was steht ihr hier den ganzen Tag untätig herum? Sie antworteten: Niemand hat uns angeworben. Da sagte er zu ihnen: Geht auch ihr in meinen Weinberg! Als es nun Abend geworden war, sagte der Besitzer des Weinbergs zu seinem Verwalter: Ruf die Arbeiter und zahl ihnen den Lohn aus, angefangen von den letzten, bis hin zu den ersten. Da kamen die Männer, die er um die elfte Stunde angeworben hatte, und jeder erhielt einen Denar. Als dann die ersten an der Reihe waren, glaubten sie, mehr zu bekommen. Aber auch sie erhielten nur einen Denar. Da begannen sie, über den Gutsherrn zu murren, und sagten: Diese letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, und du hast sie uns gleichgestellt; wir aber haben den ganzen Tag über die Last der Arbeit und die Hitze ertragen. Da erwiderte er einem von ihnen: Mein Freund, dir geschieht kein Unrecht. Hast du nicht einen Denar mit mir vereinbart? Nimm dein Geld und geh! Ich will dem letzten ebenso viel geben wie dir. Darf ich mit dem, was mir gehört, nicht tun, was ich will? Oder bist du neidisch, weil ich zu anderen gütig bin? So werden die Letzten die Ersten sein.

Die Berechnung des heutigen Wertes der damaligen Münzen ist nicht so einfach, weil Google bietet dazu ein breites Spektrum an, das sich widerspricht. Ein (römischer) Denar als Tageslohn für den von der heutigen Wirtschaft wieder ersehnten altertümlichen Zwölfstundentag, entspräche somit einem heutigen Nettolohn von etwas über 100 Euro. Und somit bekamen in diesem Gleichnis die ganztägig Beschäftigten einen Stundenlohn von netto acht Euro und die Letztstündigen einen von 100 Euro, was nicht sehr gerecht ausschaut. Aber die Bibel lehrt, was heute immer noch gilt, die Besitzenden können machen was sie wollen. Das Ganze sollte natürlich kein Wirtschaftsgleichnis sein, sondern erläutern, dass auch die Spätbekehrten dasselbe Himmelreich bekommen wie die Altgläubigen.

Schönborn titelt heute "Nein zur Neidgesellschaft". Das ist treffsicher formuliert, weil Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung regen sich auch sofort auf diese Art auf, wenn es einmal passiert, dass ein Gewerkschafter oder gar eine SPÖ-Funktionär einen zaghaften Hinweis auf die Einkommensverteilung macht, denn schließlich gibt's ja im neoliberalen Zeitalter hierzulande seit zwanzig Jahren keine wahrnehmbaren Reallohnerhöhungen mehr. Und wer nun auf das dadurch immer mehr auseinander klaffende Einkommen zwischen der arbeitenden und der besitzenden Klasse hinweist, der ist ja bloß neidig! Und der Neid ist eine schlimme Sünde, das weiß auch der Herr Kardinal in Wien, weil die christliche Politik keinen Neid zulässt, denn sie beruht auf Mt. 25, 29, "Wer da hat, dem wird gegeben, dass er die Fülle habe, wer aber nicht hat, dem wird auch das genommen, was er hat". Wer das nicht will, der ist ein sündhafter Neidhammel!

So schreibt der Schönborn das natürlich nicht, er formuliert das so: "Neid ist ein Laster. Manche meinen es sei das am meisten verbreitete Laster unserer Gesellschaft. So kam es zum Wort 'Neidgesellschaft'. Was ist das nur, dieses bittere Kraut, das wie ein Unkraut überall unter uns Menschen wuchert? Warum vergiftet es so viele Beziehungen unter uns? Was ist die Wurzel dieses Übels? Wie kann ich bei mir selber den Neid bekämpfen, der mir die Freude raubt, mich engherzig macht, dem anderen nichts gönnt? Wie kann ich mich davon befreien, mich dauernd mit anderen zu vergleichen? Warum missgönne ich anderen, was sie haben oder bekommen?"

Kommt ihm auch die Idee, dass es um Verteilungsgerechtigkeit gehen könnte? Nein, dieses Wort kommt im Schönborntext in diesem Sinn nicht vor! Er schließt mit: "Die Antwort Jesu ist eine Medizin gegen die Neidkrankheit. Jesus bietet jedem von uns sein dreifaches Heilmittel an. Denn niemand ist gegen das Übel des Neides geimpft. Erstens: Gerechtigkeit! Du hast den vereinbarten Lohn erhalten! Dir geschieht kein Unrecht, wenn ich zu anderen gütig bin. Zweitens: Freiheit! Gott gibt seine Gaben wie er will. Du hast deine Gaben bekommen, Gott hat nicht allen dieselben Talente gegeben. Vergleiche dich nicht mit den anderen! Drittens: Güte! Die Arbeiter, die nur eine Stunde gearbeitet haben, bekommen den vollen Tageslohn, damit sie und ihre Familie nicht hungern müssen! 'Bist du neidisch, weil ich zu anderen gütig bin?' Das ist Jesu Nein zur Neidgesellschaft!"

Auf der Site bibelwissenschaft.de lautet die Kurzbeschreibung zum heutigen Evangelium allerdings so: "Die Parabel von den Arbeitern im Weinberg in Mt 20,1-16 greift die Verheißungen an die Jünger von Mt 19,28f auf und verdeutlicht am Verhalten des Weinbergbesitzers die Nichtmessbarkeit und Unermesslichkeit Gottes. Gott ist gütig über alle Maßen und seine Barmherzigkeit ist durch keine Lohngerechtigkeit zu berechnen oder zu kritisieren. Das ewige Leben steht nicht nur den ersten Jüngern offen, sondern auch den später in die Nachfolge Berufenen.

Das predigt der Schönborn überhaupt nicht, von den Letzten, die die Ersten im Christenhimmel sein könnten, wenn sie sich doch noch dem Christengott zuwenden, redet er gar nicht, er verurteilt nur den Neid - wie es Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung tun, wenn sie Lohnforderungen zurückweisen, weil auf die ständig steigenden Unterschiede zwischen den Masseneinkommen und den Einkommen der Reichen und ihren Managern hinzuweisen, das ist bloß der Neid und Neid ist was Grausliches! Bescheidenheit ist angebracht, denn schließlich fallen ja Brösel vom Tische der Reichen, das muss diesen Neidhammeln genügen, in Ewigkeit, amen! So ist das nun einmal in der neoliberalen christlichen Politik!


379. Wort zum Sonntag am 17. September 2017

Mt 18,21-35: In jener Zeit trat Petrus zu Jesus und fragte: Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn er sich gegen mich versündigt? Siebenmal? Jesus sagte zu ihm: Nicht siebenmal, sondern siebenundsiebzigmal. Mit dem Himmelreich ist es deshalb wie mit einem König, der beschloss, von seinen Dienern Rechenschaft zu verlangen. Als er nun mit der Abrechnung begann, brachte man einen zu ihm, der ihm zehntausend Talente schuldig war. Weil er aber das Geld nicht zurückzahlen konnte, befahl der Herr, ihn mit Frau und Kindern und allem, was er besaß, zu verkaufen und so die Schuld zu begleichen. Da fiel der Diener vor ihm auf die Knie und bat: Hab Geduld mit mir! Ich werde dir alles zurückzahlen. Der Herr hatte Mitleid mit dem Diener, ließ ihn gehen und schenkte ihm die Schuld. Als nun der Diener hinausging, traf er einen anderen Diener seines Herrn, der ihm hundert Denare schuldig war. Er packte ihn, würgte ihn und rief: Bezahl, was du mir schuldig bist! Da fiel der andere vor ihm nieder und flehte: Hab Geduld mit mir! Ich werde es dir zurückzahlen. Er aber wollte nicht, sondern ging weg und ließ ihn ins Gefängnis werfen, bis er die Schuld bezahlt habe. Als die übrigen Diener das sahen, waren sie sehr betrübt; sie gingen zu ihrem Herrn und berichteten ihm alles, was geschehen war. Da ließ ihn sein Herr rufen und sagte zu ihm: Du elender Diener! Deine ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich so angefleht hast. Hättest nicht auch du mit jenem, der gemeinsam mit dir in meinem Dienst steht, Erbarmen haben müssen, so wie ich mit dir Erbarmen hatte? Und in seinem Zorn übergab ihn der Herr den Folterknechten, bis er die ganze Schuld bezahlt habe. Ebenso wird mein himmlischer Vater jeden von euch behandeln, der seinem Bruder nicht von ganzem Herzen vergibt.

Schau dir das an! 77mal muss man verzeihen! Und in der dazu erzählten Geschichte verzeiht der König seinem Diener (vermutlich eine Art Beamter) aber nur einmal und beim zweitenmal übergibt er ihn schon den Folterknechten. Wobei die Frage offen bleibt, wie hat der dann die Schulden bezahlt? Weil ein "Talent" war eine Gewichts- und Münzeinheit, die im alten Griechenland und auch in den biblischen Gegenden verwendet wurde, laut Wikipedia hatte ein attisches Talent den Wert von 6.000 Drachmen, der Drachme entsprach der römische Denar, ein Denar war ein Tageslohn.

Aber das wie immer nur nebenbei! Dass die katholische Kirche als sie noch allmächtig war, irgendwann einmal irgendwem 77x verziehen hätte, ist nicht bekannt, da gab's oft schon nach dem ersten Mal eine Lebendfeuerbestattung! Und die Prediger verdammten alle Sünder und bedrohten sie mit Höllenfeuer! Das gibt's heute so nimmer, aber wie ist das eigentlich bei den Kirchenbeitragstellen? Müssten diese nicht auch dem Wort ihres HErrn folgen und den säumigen Zahlern 77x die Säumigkeit verzeihen? Auf einer Homepage der r.k. Kirche war dazu zu finden: "Bis es zur Mahnklage kommt, werden zehn(!) oder mehr Schritte gesetzt, um diese zu vermeiden!" Zehn? Siebenundsiebzig Schritte wären das Mindeste! Beim Googeln wurden allerdings nur die Zahlen für 2009/2010 gefunden, 2009 gab es demnach 27.244 Klagen gegen Kirchenbeitragsschuldner und 9.697 Exekutionen, 2010 stieg die Zahl auf 30.691 bzw. 12.130 an. Wenn das der Jesus wüsste!

Aber das war schon wieder eine Abschweifung! Was meint der Schönborn dazu?
Er schließt mit: "Es geht nicht mehr darum, wie oft ich verzeihen muss, und ob es einmal genug ist mit dem Verzeihen. Mit dem Gleichnis vom Schuldner des Königs sagt Jesus: Du lebst eigentlich davon, dass dir schon viel mehr verziehen worden ist, als was du je einem anderen verzeihen könntest. Anders gesagt: Was du deinem Nächsten zu verzeihen hast, ist winzig im Vergleich zu dem, was Gott dir verziehen hat. Gott ist mit uns so barmherzig, dass wir untereinander nicht so unbarmherzig sein dürfen. Gott hat dir nicht einmal, nicht sieben Mal, sondern immer schon verziehen, wenn du selber zu verzeihen bereit bist."

Ja, der Gott hat's schön, der hat Welt & Mensch geschaffen, damit er was zum Verzeihen hat! Wie ist das eigentlich umgekehrt? Wenn zum Beispiel ein Hurrikan Leute umbringt, ganze Landstriche zerstört? Sollen die Gläubigen das ihrem Gott verzeihen? Denn schließlich fällt gemäß Mt 10,29 nicht einmal ein Spatz vom Himmel ohne des Willens des HErrn! Wie hier letzten Sonntag zu lesen war, hilft der Christengott aber, Mt 18,19: "Alles, was zwei von euch auf Erden gemeinsam erbitten, werden sie von meinem himmlischen Vater erhalten." Zwei Katholiken werden doch in Florida und in den vorher verwüsteten Inselwelten zu ihrem Gott gebetet haben, er soll's nicht hurrikanen lassen, nix hat's genutzt, er hat gehurrikant und so macht er es schon die ganzen Jahrtausende! Und die Leute vergeben ihm noch immer und beten weiter vergeblich um Hilfe! Vielleicht sollten sie besser die religiöse Luft aus ihren Köpfen ablassen, den Klimawandel bekämpfen und gute Versicherungen abschließen! Und zur Entschuldigung für den bösen Gott, der all das Leid zulässt, das uns Menschen trifft: Er hat das beste Alibi, das wer haben kann! Es gibt ihn gar nicht! Aber das wissen wir ja schon lange! Amen.


378. Wort zum Sonntag am 10. September 2017

Mt 18,15-20: In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn dein Bruder sündigt, dann geh zu ihm und weise ihn unter vier Augen zurecht. Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder zurückgewonnen. Hört er aber nicht auf dich, dann nimm einen oder zwei Männer mit, denn jede Sache muss durch die Aussage von zwei oder drei Zeugen entschieden werden. Hört er auch auf sie nicht, dann sag es der Gemeinde. Hört er aber auch auf die Gemeinde nicht, dann sei er für dich wie ein Heide oder ein Zöllner. Amen, ich sage euch: Alles, was ihr auf Erden binden werdet, das wird auch im Himmel gebunden sein, und alles, was ihr auf Erden lösen werdet, das wird auch im Himmel gelöst sein. Weiter sage ich euch: Alles, was zwei von euch auf Erden gemeinsam erbitten, werden sie von meinem himmlischen Vater erhalten. Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.

Was da der Jesus vorschlägt, das waren offenbar ähnliche Regelungen wie heute in Nordkorea, jeder überwacht jeden, jeder weist jeden zurecht! Allerdings waren die Folgen fürs Nichtparieren verträglicher, man sollte bloß hinausgeschmissen werden. Verwirklicht wurde dieses Konzept von der katholischen Kirche, es wirkte noch bis ins 21. Jahrhundert hinein, in meiner Kindheit und Jugend war das in vielen Teilen der österreichischen Gesellschaft noch Realität: die Leute wollten nicht als Zöllner und Heiden, also als Untermenschen deklariert werden. Meinereiner musste sich darum vom ungefragt Getauften selber zum Heiden umdeklarieren.

Aber das wurde hier eh schon sooft abgejammert, schauen wir daher, was begeistert den Schönborn daran? Aha, er ist dankbar dafür, wenn man unter vier Augen auf Fehler hingewiesen wird. Wer darf da hinweisen? Jeder, der anderer Meinung ist? Im Bereich mein Fehler, dein Fehler, sein Fehler, kein Fehler sieht er jedoch keine Konfliktstoffe, er meint bloß, "es kann aber auch sein, dass wir Unrecht erlitten haben, gekränkt, verletzt, beleidigt wurden", das also wer anderer uns gegenüber Fehler begeht. Was machen wir dann? Was schlägt der Herr Bischof vor? "Versuche zu verzeihen! Wir sollen uns daran erinnern, dass Gott uns verzeiht". Der verzeihende Gott wurde erst vor ein paar Jahrzehnten erfunden als die katholische Kirche bemerkte, dass ohne gesellschaftliche Allmacht auch die jahrhundertelang gepredigte göttliche Verdammungspraxis nimmer so recht funktionieren kann, das ist allein schon moralisch nimmer durchsetzbar! Und weil der neue Katholikengott jetzt alles verzeiht, müssen Katholiken auch alles verzeihen? So ein Kirchenvolk hätte ein Bischof wohl gerne, aber das Kirchenvolk schert sich ja kaum noch um kirchliche Lehren, weder um die alten, noch um die neuen.

Aber kommen wir gleich zum Predigende vom Herrn Kardinal: "Mir ist ein Wort meines sehr geschätzten Heimatpfarrers in Erinnerung: Redet über andere immer so, als wären sie jetzt anwesend und würden mithören! Wie dankbar sind wir oft, wenn jemand den Mut hat, uns unter vier Augen auf einen Fehler hinzuweisen, den wir begangen haben! Wie traurig ist es, wenn ein Gerede über unsere Fehler nur 'hintenherum' zu uns gelangt. Jesus hat uns wirklich Wege gezeigt, wie wir mit Konflikten umgehen können. Er hat es vorgelebt. Mit seiner Hilfe kann es auch uns gelingen!"

Was soll das heißen? Darf ein Katholik dann Abwesende kritisieren oder nicht? Man kann ja schließlich auch über Anwesende negative Meinungen äußern! Der Jesus hat jedenfalls keinen Weg gezeigt, wie mit Konflikten umgegangen werden soll, weil die katholische Kirche ist bei Konflikten mit Andersmeinenden immer äußerst brutal vorgegangen, solange sie dazu die Macht hatte, sie sah jahrhundertelang selbstverständlich in der Einkerkerung oder Ermordung von Andersdenkenden ein katholisches Grundrecht! Um zum Anfang zurückzukehren: meine Eltern haben es jedenfalls nicht gewagt, die Kritik der katholischen Kirche auf sich zu ziehen. Und in meiner ganzen zwölfjährigen Schulzeit von 1953 bis 1965 hatte ich einen einzigen Mitschüler der konfessionsfrei war, weil das war damals noch ein unverzeihlicher Fehler!

Achja, diese Zeile ist auch höchst spaßig: "Alles, was zwei von euch auf Erden gemeinsam erbitten, werden sie von meinem himmlischen Vater erhalten." Ja, warum stellen sich dann in Florida nicht zwei Katholiken zusammen hin und erbitten das Ende des gerade tobenden Hurrikans? Da fehlt es wohl am Gottvertrauen!


377. Wort zum Sonntag am 3. September 2017

Mt 16,21-27: In jenen Tagen begann Jesus, seinen Jüngern zu erklären, er müsse nach Jerusalem gehen und von den Ältesten, den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten vieles erleiden; er werde getötet werden, aber am dritten Tag werde er auferstehen. Da nahm ihn Petrus beiseite und machte ihm Vorwürfe; er sagte: Das soll Gott verhüten, Herr! Das darf nicht geschehen! Jesus aber wandte sich um und sagte zu Petrus: Weg mit dir, Satan, geh mir aus den Augen! Du willst mich zu Fall bringen; denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen. Darauf sagte Jesus zu seinen Jüngern: Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen. Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben einbüßt? Um welchen Preis kann ein Mensch sein Leben zurückkaufen? Der Menschensohn wird mit seinen Engeln in der Hoheit seines Vaters kommen und jedem Menschen vergelten, wie es seine Taten verdienen.

"Warum so viel Leid?", titelte Kardinal Schönborn seine heutige Sonntagspredigt. Und er stellt sogar richtige Fragen: "Diese Frage plagt uns Menschen seit eh und je: warum das Leid? Warum so sinnlos viel Leid? Wenn es einen guten Gott gibt, warum lässt er so viel Leid zu? Wenn er allmächtig ist, was die Religion doch behauptet, warum wendet er dann seine Macht nicht gegen all das Leid?"

Die mit Ockhams Rasiermesser gegebene Antwort lautet ganz rational und einfach: Da es keine Götter gibt, weder gute, noch allmächtige, ist auch kein Gott für das Zulassen oder Nichtzulassen von Leid zuständig. Leid kann von Menschen und von der Natur verursacht werden, von Menschen verursachtes Leid kann von Menschen eingedämmt werden, von der Natur verursachtes Leid ebenfalls, aber diese Bemühungen werden oft nicht den gewünschten Erfolg haben. Aber es wird trotzdem besser: die Medizin kann Krankheiten besser behandeln als früher, die gemeinschaftlichen Einrichtungen können Hilfe geben, vieles was früher Schicksal war, ist heute bewältigbar oder gibt es gar nicht mehr. Ganz ohne Götter.

So. Wie wäscht Schönborn seinen nicht vorhandenen Gott vom Vorwurf rein, er lasse Leid zu, obwohl er gut und allmächtig sei?
Er predigt hauptsächlich hin und her und auf und nieder darüber, dass Petrus den Jesus missverstanden hätte. Zur berühmten Theodizeefrage, also die Frage die er einleitend selber gestellt hatte, versucht er sich erst im Schlussabsatz:
"Das Leid ist Teil eines großen Lebensgesetzes: 'Wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen.' Niemand entkommt dem Leid. Von den Wehen der Geburt bis zu den Mühen des Altern und der Not des Sterbens ist unser Leben von Leiden begleitet. Petrus hat nur auf das Leid geschaut, das Jesus vorhergesagt hat, und wollte ihn davor bewahren. Jesus hat weiter gesehen: Sein schreckliches Leiden wird das Tor zur Auferstehung sein! Wir haben keine Antwort auf das viele Leid in der Welt. Wir müssen alles tun, um es zu lindern. Und dürfen vertrauen: Am Ende siegt das unzerstörbare Leben!"

Schönborn weiß nix über Leid & Gott, er versteht nix von Wirklichkeit, er glaubt nur, Leiden würde im Paradies belohnt! Da wird er sich freuen der Schönborn, wenn er gestorben ist! Ein Toter leidet nimmer! Blöderweise ist dann sein Leben zerstört und ein unzerstörbares Leben ist bloß ein albernes religiöses Märchen.

Unsere Aufgabe ist es daher, uns um ein möglichst leidfreies Leben zu bemühen und den Himmel überlassen wir - wie es schon Heinrich Heine verkündet hat - den Spatzen!

Hier die von meinereinem geringfügig verbesserte Heine-Version:
Es wächst hienieden Brot genug für alle Menschenkinder,
auch Rosen und Myrten, Schönheit und Lust und Zuckererbsen nicht minder.
Ja, Zuckererbsen für jedermann, sobald die Schoten platzen!
Den Himmel überlassen wir den Pfaffen und den Spatzen.


376. Wort zum Sonntag am 27. August 2017

Mt 16, 13-20: In jener Zeit, als Jesus in das Gebiet von Cäsarea Philippi kam, fragte er seine Jünger: Für wen halten die Leute den Menschensohn? Sie sagten: Die einen für Johannes den Täufer, andere für Elija, wieder andere für Jeremia oder sonst einen Propheten. Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Simon Petrus antwortete: Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes! Jesus sagte zu ihm: Selig bist du, Simon Barjona; denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel. Ich aber sage dir: Du bist Petrus - der Fels -, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen. Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein. Dann befahl er den Jüngern, niemand zu sagen, dass er der Messias sei.

Wieder einmal: Da eine historische Person auf die sich die biblische Jesus-Sage bezieht, nie als "Messias" und/oder als "Sohn des lebendigen Gottes" aufgetreten ist, waren die Verfasser früherer christlicher Schriften vorsichtig, weil es könnten ja noch Zeitzeugen leben, die den Jeschua selber reden gehört, aber nie was davon vernommen hatten, er wäre der Messias & und Gottessohn: darum hatte das geheim gewesen zu sein!

Aus dem heutigen Bibeltext entstanden die Päpste, weil Petrus der Fels war, auf dem der Jesus seine Kirche gebaut hatte, musste er felsige Nachfolger gehabt haben, auf denen die katholische Kirche weitergebaut werden konnte: daraus leitet sich die bis heute bestehende katholische Hierarchie ab, die letzte Feudaldiktatur.

So etwas ist natürlich heutzutage was Peinliches, darum freut sich heute der Herr Bischof Schönborn auf seinen Homepage-Seiten und in der Kronenzeitung über den aktuellen Papst und Träger des Himmelsschlüssels: "Welche Macht hat Jesus dem Petrus gegeben? Und wenn wir sagen, der Papst sei der Nachfolger des Petrus, welche Macht hat der Papst? Und wer kontrolliert ihn, um Machtmissbrauch zu verhindern? Papst Franziskus lebt es vor, wie er den Auftrag Jesu versteht. Er hat den Namen des Franziskus, des heiligen Franz von Assisi gewählt. Das ist ein Programm. Er verfügt über keine Armee, er ist nicht der Herrscher eines der G20, der mächtigsten Länder. Die Schlüssel, die Jesus ihm anvertraut hat, sind die des Evangeliums. Mit ihnen soll er die Herzen für Gott öffnen und die Hände für die Not der Armen. Mit dieser Schlüsselgewalt soll er für Frieden und Versöhnung werben. Und Papst Franziskus scheut sich nicht, auch Unpopuläres einzumahnen, wenn er für die Flüchtlinge eintritt."

Ja, als die Päpste die Herren der römischen Staatskirche waren, da herrschten sie mit klerikalfaschistischer Gewalt, da hatte alles katholisch zu sein, wo die katholische Gewalt hinlangen konnte! Das bewegt natürlich auch im 21. Jahrhundert keinen Bischof, er schleimt daher wieder die übliche katholische Barmherzigkeit durch die Gegend. Der heutige Papst hat infolge der historischen Entwicklung eben nimmer die einstige Allmacht, meinereiner hat es in der Schulzeit noch erlebt, wie die Gottesliebe mittels Höllendrohungen befohlen wurde, heute geht das nimmer und Gottesliebe muss reklamemäßig zu verbreiten versucht werden. Was nimmer funktioniert. Dass die Kirche selber was für die Armen tut, passiert nicht, die Kirche stinkt sozial nur mit fremden Geldern. Was sich auch nach der Installation vom Papst Franz zeigte, wie in der Info "Papst verdoppelt Vatikanspenden" vom November 2013 nachgelesen werden kann, der Papst verdoppelte gar nix, sondern es wurde dem Vatikan mehr gespendet. Und für Flüchtlinge einzutreten, kostet dem vatikanischen Franzl gar nix, weil der Vatikan selber betreut ja keine Asylwerber, 'tschuldigung, falsch, es wurde ergoogelt: der Vatikan hat 2016 einer vierköpfigen katholischen Familie aus Syrien Asyl gegeben! Und die Caritas hat in Europa mit der Vermietung von Asylquartieren ein gutes Geschäft gemacht! Was wir wohl ohne die katholische Kirche täten?


375. Wort zum Sonntag am 20. August 2017

Mt 15, 21-28: In jener Zeit zog Jesus sich in das Gebiet von Tyrus und Sidon zurück. Da kam eine kanaanäische Frau aus jener Gegend zu ihm und rief: Hab Erbarmen mit mir, Herr, du Sohn Davids! Meine Tochter wird von einem Dämon gequält. Jesus aber gab ihr keine Antwort. Da traten seine Jünger zu ihm und baten: Befrei sie von ihrer Sorge, denn sie schreit hinter uns her. Er antwortete: Ich bin nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt. Doch die Frau kam, fiel vor ihm nieder und sagte: Herr, hilf mir! Er erwiderte: Es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den Hunden vorzuwerfen. Da entgegnete sie: Ja, du hast Recht, Herr! Aber selbst die Hunde bekommen von den Brotresten, die vom Tisch ihrer Herren fallen. Darauf antwortete ihr Jesus: Frau, dein Glaube ist groß. Was du willst, soll geschehen. Und von dieser Stunde an war ihre Tochter geheilt.

Heute haben wir eine Bibelstelle, die möglicherweise auf ein tatsächliches Verhalten des Jeschua ben Josef zurückgeht, aus dem dann später seine heidnischen griechischen Anhänger einen Jēsoûs machten, lateinisiert war das dann der Jesus. Die Form Jeschua war die aramäische Verkürzung des hebräischen Namens Jehoschua, der selber aus "Jeho", der Kurzform von Jehova, dem Namen des jüdischen Gottes, plus dem Zeitwort "jascha", was helfen oder retten bedeutet, bestand, Jehoschua heißt also "Gott hilft", früher gab es diesen Namen auch deutschsprachig als "Gotthilf" oder "Gotthelf". Die christliche Religion führt sich also selber auf einen "Gotthilf, Sohn des Josef" zurück. Und das war offensichtlich ein jüdischer Wanderprediger - wie manchmal dem Bibeltext zu entnehmen ist, oben steht es ja klar: der Gotthilf, Sohn des Josef, predigte zu den Juden, Nichtjuden waren für ihn Untermenschen, die er als "Hunde" charakterisierte! Da hatten seinerzeit die Zusammensteller der Texte des Neuen Testamentes gemurkst, weil solche rassistische Aussagen hätte man allein schon wegen der Außenreklame weglassen müssen. Die Tochter der kanaanäischen Hündin litt wohl an Epilepsie, weil epileptische Anfälle wurden als dämonische Besessenheit gesehen. Da solche Anfälle auch wieder aufhörten, war das auch ein beliebtes Geschäft für irgendwelche Wunderheiler.

Schauen wir nach, wie sich heute der Herr Kardinal Schönborn aus der rassistischen Hetzerei seines Gottes herausredet! Er müsste doch sagen: "Oh vergebt uns, dass wir entgegen der Worte des Herrn Jesus die katholische Lehre jahrhundertelang auch den heidnischen Hunden auf der ganzen Welt aufgezwungen haben, statt still zu erdulden, dass die Predigt des Gotthilf in seinem jüdischen Volk letztlich keinen Anklang gefunden hatte und deswegen eigentlich gar nicht existieren dürfte."

Tut er natürlich nicht, was tut er wirklich? Er schreibt: "Die Frau lässt nicht locker. Sie wird richtig lästig, aufdringlich. Jesus wird noch klarer. Barsch und fast brutal weist er sie ab mit einem beleidigendem Wort: 'Es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den Hunden vorzuwerfen.' Er nennt die Heiden mit dem Schimpfwort 'Hunde'! Eigentlich nicht das, was wir von Jesus erwarten würden."

Wenn heutzutage wer so etwas auf Facebook schreibt oder twittert, dann wird er wegen Verhetzung angezeigt und der Text wird gelöscht! Dem Schönborn ist das bloß zuwenig brutal! Warum sagt das der liebe Jesus? Der Herr Erzbischof erwartet das nicht von seinem Gott! Vielleicht sollte er z.B. zum Buddhismus konvertieren und ein neues Religionsleben anfangen?

Nein, er gibt dem Jesus recht, weil diesem im Evangelium auch die Bittstellerin recht gibt: "Selbst jetzt lässt sich die energische Frau nicht entmutigen. Sie regt sich nicht über die unfreundliche Haltung Jesu auf. Im Gegenteil: Sie gibt ihm Recht. Ja, Brot ist für die Kinder, nicht für die Hunde! Aber die Brotreste, die unter den Tisch fallen, die dürfen die Hunde doch essen!"

Der Schönborn ist also ein führender Repräsentant einer Hundekirche, er sitzt als Kardinal sozusagen im katholischen Zentralkomitee und lebt dort nicht schlecht von den Brotresten, die ihm die Kirchenbeitragszahler unter den Tisch werfen, diese haben ja schließlich selber historisch fast alle einen hündischen Hintergrund.

So, im Resümee muss sich der Herr Bischof die Welt wieder glatt schleimen: "Sie hat Jesu Herz berührt. Er ist von ihrem Zutrauen, ihrem Mut und ihrem Nicht-Lockerlassen beeindruckt. Er ändert seine abweisende Haltung. Sie bekommt um was sie bittet. Ihre Tochter ist geheilt! Und Jesus lobt ihren Glauben. Warum soll das mit Gott nicht auch so sein? Könnte Gott nicht Freude haben an unserem Vertrauen? Vielleicht war Jesus in seinem Herzen gar nicht so abweisend. Vielleicht wollte er nur das Vertrauen dieser Frau herausfinden. Wer bittet, vertraut. Beten heißt ja einfach: auf Gott vertrauen und alles in seine Hand legen!"

Ja! Das ist die Schönborn-Pointe! Der Jesus hat sich vielleicht bloß verstellt, er hat als zweite Falte des dreifaltigen Christengottes die Frau nur auf den Prüfstand geschickt, ob sie auch ausreichend katholisch schleimen kann! Die Frau hat bestanden, der Schönborn ist allerdings bei der Prüfung, ob er menschenfreundlich sein kann oder gar auch ein bisschen Vernunft besitzt, kolossal durchgefallen. Er lässt zwar in seinen Predigten immer die jesuischen Sprüche über die ewige Verdammung im Höllenfeuer weg, aber die heutige Bibelstelle wurde bisher noch nicht wegzensiert, wie gesagt, auf einer Homepage, in Facebook oder Twitter wäre eine heutzutage formulierte rassistische Hetze dieser Art schon gelöscht! Zum Beispiel: "Es ist nicht recht, den Österreichern ihr Brot wegzunehmen und es ausländischen Hunden hinzuschmeißen." So etwas brächte mit Recht viel Aufregung! Amen.


374. Wort zum Feiertag Maria Himmelfahrt am 15. August 2017

Lesung aus der Offenbarung des Johannes 11, 19a; 12, 1-6a.10ab: Der Tempel Gottes im Himmel wurde geöffnet, und in seinem Tempel wurde die Lade seines Bundes sichtbar: Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt. Sie war schwanger und schrie vor Schmerz in ihren Geburtswehen. Ein anderes Zeichen erschien am Himmel: ein Drache, groß und feuerrot, mit sieben Köpfen und zehn Hörnern und mit sieben Diademen auf seinen Köpfen. Sein Schwanz fegte ein Drittel der Sterne vom Himmel und warf sie auf die Erde herab. Der Drache stand vor der Frau, die gebären sollte; er wollte ihr Kind verschlingen, sobald es geboren war. Und sie gebar ein Kind, einen Sohn, der über alle Völker mit eisernem Zepter herrschen wird. Und ihr Kind wurde zu Gott und zu seinem Thron entrückt. Die Frau aber floh in die Wüste, wo Gott ihr einen Zufluchtsort geschaffen hatte. Da hörte ich eine laute Stimme im Himmel rufen: Jetzt ist er da, der rettende Sieg, die Macht und die Herrschaft unseres Gottes und die Vollmacht seines Gesalbten.

Heute verwendet der Wiener Bischof für seine Predigt nicht das Evangelium, sondern die sogenannte "Erste Lesung", das Evangelium wäre heute Lk 1,39-56, darin verkündet die schwangere Maria ihren Gott (Verse 49 bis 53): "(..) Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, und sein Name ist heilig. Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten. Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind. er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen. Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehen. (..)" Das Evangelium wäre viel lustiger, weil wo hat der katholische Gott die Mächtigen gestürzt, die Niedrigen erhöht und die Reichen leer ausgehen lassen?

Aber richten wir uns nach dem Schönborn und darum nach der Apokalypse des Johannes!
Drachen hat man damals gekannt, wohl weil gelegentlich irgendwo Knochen von Sauriern aufgefunden wurden. Aber keine Ahnung hatte man vom Sternenhimmel, da wusch ein Saurier mit seinem Schwanz ein Drittel der Sterne vom Himmel und diese stürzten auf die Erde, weil der Himmel war so eine Art Plafond über der Erdenscheibe, die damaligen Menschen stellten sich ihre Welt so vor, wie es im Keller der Grottenbahn am Linzer Pöstlingberg ausschaut:

Grottenbahn Linz, Hauptplatznachbildung mit einem mit Glühbirnen besternten Nachthimmel - fotografiert am 28.6.05 von Dralon - Lizenziert unter CC BY-SA 2.5 via Wikimedia Commons

Wenn da ein paar Glühbirnen auf den Linzer Hauptplatz herunterfielen, wäre der Schaden nicht sehr hoch. Sehr hoch war hingegen der Schaden, der im Namen des Gottessohnes mit dem eisernen Zepter der katholischen Kirche der Menschheit zugefügt wurde, ohne diese historische Zwischenepoche wäre z.B. die aktuelle Klimakatastrophe schon vor ein paar Jahrhunderten ein zu bewältigendes Problem gewesen, weil das finstere katholische Mittelalter ausgefallen wäre und der Übergang vom Altertum direkt in die Neuzeit erfolgen hätte können.

Aber das alles wieder einmal nur nebenbei! Von "Maria Himmelfahrt" steht nix in der Bibel, ein solches Fest wurde zwar schon im 6. Jahrhundert entwickelt, aber erst 1950 von Papst Pius XII. als Glaubensdogma institutionalisiert. Was plagt oder freut heute den Schönborn? Die Europafahne freut ihn!


Denn diese sieht er als Folge des obigen Zeichens am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt. Er verdächtigt den Entwerfer der 1955 geschaffenen Fahne, den Sternenkranz der Maria aus der Apokalypse dafür verwendet zu haben. In Wikipedia steht dazu: "Die Zahl der Sterne, zwölf, ist traditionell ein Symbol der Vollkommenheit, Vollständigkeit und Einheit." Schließlich hatte Israel zwölf Stämme und auch der Jesus nicht neun oder vierzehn, sondern zwölf Apostel und beim Fußballtoto gab's bis 2013 den Zwölfer. Dummerweise haben die Menschen nur zehn Finger, darum haben wir beim Rechnen ein Zehner- und kein Zwölfersystem, das beim Rechnen praktischer wäre, weil 12 vier Teiler hat, zehn nur zwei.

Aber das auch nur ganz nebenbei! Zum Schluss kommt Schönborn mit europäischer Geschichte und der Friedensbotschaft der Maria: "Wer an die Geschichte Europas im 20. Jahrhundert denkt, dem kommen unweigerlich solche apokalyptischen Bilder: zwei menschenmordende Weltkriege, zwei menschenverachtende Ideologien, der Kommunismus und der Nationalsozialismus. Ihnen steht, scheinbar wehrlos und bedroht, die Friedensbotschaft Marias gegenüber. In der Vision der Offenbarung des Johannes siegt schließlich die Frau mit dem Sternenkranz über die Macht des zerstörenden Drachen. Der Weg dahin ist freilich schwer und reich an Leiden. Aber letztlich wird Gottes Hilfe stärker sein. Die Europafahne - ein Ausdruck dieser Hoffnung?"

Aha! Haben nicht die katholischen Priester im 1. Weltkrieg in den gegeneinander kämpfenden katholischen Ländern die jeweiligen Waffen gesegnet? Warum hat da kein Pfaffe, kein Bischof, kein Kardinal von einer "Friedensbotschaft Marias" geredet? Und im 2. Weltkrieg? 95 % der deutschen Bevölkerung war katholisch oder protestantisch. Und? "Friedensbotschaft Marias"? Nach dem Krieg verhalf der Vatikan einer Menge deutscher Kriegsverbrecher zur Flucht in den Nahen Osten und nach Südamerika, die hatten ja schließlich nix Schlimmes gemacht, Juden und Kommunisten umzubringen war ja offenbar keine so schwere Sünde, sondern vielleicht wurde die deutliche Dezimierung dieser nichtchristlichen Gruppen sogar als ein Verdienst gesehen und man deshalb den Tätern als "Komplize nach der Tat" beistand, ohne dass dafür jemals irgendein katholischer Mittäter bestraft worden wäre! Ja, man empörte sich sogar über die Aufdecker!

Auf der Homepage der Fatima-Aktion steht: "Was für ein großes Jubiläum! Vor 100 Jahren, mitten im Schrecken des Ersten Weltkrieges und vieler Aufstände und Revolutionen, erschien die Muttergottes im portugiesischen Fatima drei kleinen Hirtenkindern und versprach ihnen: 'Betet und es wird Friede sein'."

Und wann war dann Friede? Als die Kinder mit dem Beten fertig waren oder als die Mittelmächte kapitulieren mussten? Und warum ist die Maria nicht schon 1914 erschienen und nicht drei Hirtenkindern, sondern allen Staatsführern? Die einfache Antwort: es gibt eben keine Maria! Amen.


373. Wort zum Sonntag, den 13. August 2017

Mt 14,22-33: Nachdem Jesus die Menge gespeist hatte, forderte er die Jünger auf, ins Boot zu steigen und an das andere Ufer vorauszufahren. Inzwischen wollte er die Leute nach Hause schicken. Nachdem er sie weggeschickt hatte, stieg er auf einen Berg, um in der Einsamkeit zu beten. Spät am Abend war er immer noch allein auf dem Berg. Das Boot aber war schon viele Stadien vom Land entfernt und wurde von den Wellen hin und her geworfen; denn sie hatten Gegenwind.
In der vierten Nachtwache kam Jesus zu ihnen; er ging auf dem See. Als ihn die Jünger über den See kommen sahen, erschraken sie, weil sie meinten, es sei ein Gespenst, und sie schrien vor Angst. Doch Jesus begann mit ihnen zu reden und sagte: Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht! Darauf erwiderte ihm Petrus: Herr, wenn du es bist, so befiehl, dass ich auf dem Wasser zu dir komme. Jesus sagte: Komm! Da stieg Petrus aus dem Boot und ging über das Wasser auf Jesus zu. Als er aber sah, wie heftig der Wind war, bekam er Angst und begann unterzugehen. Er schrie: Herr, rette mich! Jesus streckte sofort die Hand aus, ergriff ihn und sagte zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt? Und als sie ins Boot gestiegen waren, legte sich der Wind. Die Jünger im Boot aber fielen vor Jesus nieder und sagten: Wahrhaftig, du bist Gottes Sohn.

Das heutige Evangelium ist die Fortsetzung von der wunderbaren Brotvermehrung, wo mit fünf Broten 5000 Leute gespeist wurden. Und schon wieder betätigt sich der Jesus wunderlich, er geht zu Fuß über den See und der Petrus spaziert auch übers Wasser. Und darum wissen wir heute, dass der Jesus der Sohn Gottes war! Lustig ist auch der Anfang, weil wie und zum wem betet eine Falte des dreifaltigen Christengottes? Sagt er da etwa am Gebetsbeginn, "Im Namen des Vaters und des Heiligen Geistes", weil wenn er sagen täte "Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes", da würde er sich ja selber anbeten!

Aber solche strukturellen Gebetsüberlegungen innerhalb des einpersonigen, aber dreifaltigen Gottes nur nebenbei! Was erfreut heute den Herrn Schönborn in der Kronenzeitung und auf der Wiener Diözesanhomepage? Er freut sich über die untertags abgeführte Massenfütterung, das einsame Gebet und über den Unterschied dazwischen: "Was für ein eindrucksvoller Kontrast: den ganzen Tag mitten unter zahllosen Menschen. Die ganze Nacht allein im Gebet!"

Und er zitiert dazu den heiligen Chrysostomus, der über Jesus sagte: "Er lehrt uns, uns weder ständig unter die Leute zu mischen, noch die Menschen immer zu meiden, sondern beides in nützlicher Weise zu tun." Na, schau dir das an! Nie wären wir auf diese Idee gekommen, wenn es der Jesus nicht vorgemacht hätte! Und noch was weiß der Chrysostomus: "Dadurch lehrt uns Jesus, nie die Anerkennung der Leute zu suchen oder die Menschen an sich zu binden."
Das freut den Schönborn auch, weil es gelingt der katholischen Kirche ja immer weniger, die Anerkennung der Leute zu finden oder die Menschen an sich zu binden! Das hat schon der Jesus nicht haben wollen! Aber blöderweise hat die katholische Kirche mit Brachialgewalt dies jahrhundertelang trotzdem gemacht! Der Schönborn tut's nimmer! Wie denn auch? Allein in den letzten 15 Jahren sind 800.000 Österreicher aus der Kirche ausgetreten und die Besucher der Sonntagsmesse wurden um ein Viertel weniger! Und mit Zwang erreicht die Kirche heute gar nix mehr.

Was für eine Pointe präsentiert der Herr Bischof heute? Er schließt seine Predigt mit:
"Wenn es eng wird, wenn wir in Bedrängnis sind, in großen, drückenden Sorgen, dann kommt schon der Gedanke, Gott habe uns vergessen und verlassen. Wir fühlen uns in Notsituationen oft sehr von Gott alleingelassen. Jesus ist nicht greifbar, aber für uns da mit seinem Gebet. Und dann kommt immer wieder der Moment, in dem seine Gegenwart spürbar wird, wie damals, am Morgen, um die vierte Nachtwache, als Jesus über das Wasser zu ihnen kam und der Sturm sich legte. Ich höre Jesus zu mir wie zu Petrus sagen: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt? Ich bin ja da!"

Der Schönborn hatte zwar bisher nicht das Glück, dass er im Sturm über einen See fuhr und dann darauf warten, dass der Jesus kommt und ihn freihändig übers Wasser gehen lässt, derweilen er den Sturm abschaltet. Aber er kann sich das vorstellen, weil sein Freund Harvey, äh sein Freund Jesus ist ja immer bei ihm! Er vertraut eben auch bei kalter Luft auf die fiktive warme Luft in seinem Kopfe! Und hat seine Freude daran, die ihm gerne vergönnt sei!


372. Wort zum Sonntag, den 6. August 2017

Mt 17,1-9: In jener Zeit nahm Jesus Petrus, Jakobus und dessen Bruder Johannes beiseite und führte sie auf einen hohen Berg. Und er wurde vor ihren Augen verwandelt; sein Gesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden blendend weiß wie das Licht. Da erschienen plötzlich vor ihren Augen Mose und Elija und redeten mit Jesus. Und Petrus sagte zu ihm: Herr, es ist gut, dass wir hier sind. Wenn du willst, werde ich hier drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija. Noch während er redete, warf eine leuchtende Wolke ihren Schatten auf sie, und aus der Wolke rief eine Stimme: Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe; auf ihn sollt ihr hören. Als die Jünger das hörten, bekamen sie große Angst und warfen sich mit dem Gesicht zu Boden. Da trat Jesus zu ihnen, fasste sie an und sagte: Steht auf, habt keine Angst! Und als sie aufblickten, sahen sie nur noch Jesus. Während sie den Berg hinabstiegen, gebot ihnen Jesus: Erzählt niemand von dem, was ihr gesehen habt, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden ist.

Diese Bibelstelle hatten wir heuer schon, am 12. März wurde dieselbe Geschichte behandelt. Da diese Geschichte erst lange nach dem Tod von diesem Jesus erfunden wurde, aber zurzeit der Entstehung des Matthäus-Evangeliums möglicherweise noch Zeitzeugen gelebt haben könnten, steht ein Schweigebefehl im Text, die Jünger durften erst weitererzählen, wenn der Jesus tot war, weil dann konnte er nix mehr dementieren!

Zum blendend weißen Jesus gibt's hier jedes Mal ein altes Reklamebild:

Anmerkung: das weißer waschende Radion gibt's schon lange nimmer...

Schönborn sieht die Zugehörigkeit das "Alten Testamentes", also der jüdischen Lehre, zum Christentum durch die geschilderte Anwesenheit von alten jüdischen Klerikern, er schreibt: "Jesus und das Alte Testament gehören zusammen? Jesus kann nicht von der langen Vorgeschichte seines Volkes getrennt werden. Ich weiß, viele tun sich schwer mit dem Alten Testament. Manchen meinen sogar, Jesus habe einen anderen Gott verkündet als den des Alten Testaments. Nichts wäre falscher! Die Bücher des Alten Testaments sind wie der Resonanzkörper der Geige. Ohne ihn würden die Saiten, das Neue Testament, nicht klingen."

Ja, da stehen die großartigen Texte über mit Gotteshilfe brutal gewonnene mörderische Kriege gegen andere Völkerschaften, das göttliche Strafrecht, z.B. Todesstrafe für Homos oder Steinigung für Leute, die am Sabbat arbeiteten, kein Pfarrer predigt heute die grauslichen Geschichten, aber dafür macht der Text des "Neuen Testaments" klingeling?

Und worüber freut sich der Schönborn? Dass der Jesus "der Sohn des lebendigen Gottes" ist. Was für einen sachlichen Betrachter die Frage aufwirft: Warum ist der alte Gottvater nicht sohnlos geblieben und hat sich nicht selber um die Erlösung der Menschen gekümmert? Dass der Altgott einen Junggott zeugen musste, damit sich der für die Sünden der Menschen opfert, ist eine seltsame Methode, da dies ja praktisch eine Opferung von Gottsohn an Gottvater gewesen sein müsste, wozu wieder einmal dieser alte Witz wiederholt werden kann:


Am meisten freut sich der Herr Bischof von Wien daüber: "Was damals auf dem hohen Berg geschah, war kein isoliertes, seltsames Einzelereignis. Es geht vielmehr um das Ziel jedes Menschen. Das wunderbare Licht, das von Jesus ausstrahlte, ist jenes Licht, von dem immer wieder Menschen berichten, die schon kurze Zeit klinisch tot waren und wieder zurückkamen. Übereinstimmend sagen viele, die schon an der Schwelle zum Ewigen Leben waren, dass sie ein unbeschreiblich beglückendes Licht erlebt haben. Manche sagen, sie hätten ihr ganzes Leben wie in einem Film gesehen, hätten tiefen Schmerz empfunden über das, was sie verabsäumt hatten. Aber die Sehnsucht nach diesem Licht bleibt ihnen. Ist es das Licht des Himmels?"

Nein, ist es nicht! Wie ja bekannt, weiß meinereiner zu allem irgendwas und darum weiß meinereiner auch über Nahtoderfahrungen mehr als der Herr Kardinal in Wien:

Ratten-Experiment erklärt Nahtod-Erfahrungen

Ein typisches Nahtod-Erlebnis: Licht am Ende eines dunklen Tunnels. Manche sehen ein helles Licht, andere erleben Stationen ihres Lebens noch einmal im Schnelldurchlauf: Viele Menschen, die kurzzeitig klinisch tot waren, dann aber gerettet wurden, berichten von intensiven Nahtod-Erfahrungen. Woher diese Gefühls- und Sinneseindrücke kommen und wie sie sich biologisch erklären lassen, war bisher allerdings umstritten. Ein Experiment von US-Forschern an Ratten belegt nun: Diesen Erfahrungen liegt tatsächlich ein messbarer neurologischer Effekt zugrunde. Nach einem Herzstillstand erlebt das Gehirn eine kurze Phase extrem koordinierter Aktivität, die sogar stärker ist als im wachen Zustand.
Ob in Form von Halluzinationen, Träumen oder während intensiver Meditation: Bilder und intensive Erfahrungen und Eindrücke können wir auch dann erleben, wenn die Außenwelt kaum mehr in unser Bewusstsein durchdringt. Seit Jahrhunderten berichten Menschen immer wieder von besonders intensiven Visionen während Nahtod-Ereignissen - beispielsweise während eines kurzzeitigen Herzstillstands. Diese Nahtoderfahrungen sind weltweit aus allen Kulturen bekannt und werden meist als extrem lebensecht und fast schon 'realer als real' beschrieben.
Ratten wurden Elektroden in die Schädeldecke implantiert, dann künstlich Herzstillstände herbeigeführt. Die Auswertung der Daten ergab Überraschendes: Etwa zehn Sekunden nach dem Herzstillstand begann plötzlich die Intensität einiger Gammawellen im Gehirn stark anzusteigen. Diese Hirnströme der Frequenz zwischen 25 und 55 Hertz erreichten sogar Werte, die deutlich über denen im wachen Zustand lagen. Gleichzeitig nahm auch die Synchronizität der Gammawellen stark zu - ein Zustand, der mehr als 15 Sekunden lang anhielt. Nach Ansicht der Forscher deuten ihre Beobachtungen daraufhin, dass das Gehirn direkt nach dem Herzstillstand durchaus noch zu organisierter elektrischer Aktivität fähig ist - und dass diese Aktivität entscheidende Merkmale einer bewussten Verarbeitung von Informationen aufweist. Die intensiven Nahtoderfahrungen Sterbender können daher durchaus durch diesen kurzzeitigen Aktivitätspuls des Gehirns ausgelöst werden.

Wieder nix mit einem göttlichen Wunder.
Das war's für heute, amen


371. Wort zum Sonntag, den 30. Juli 2017

Mt 13, 44-46: In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Schatz, der in einem Acker vergraben war. Ein Mann entdeckte ihn, grub ihn aber wieder ein. Und in seiner Freude verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte den Acker. Auch ist es mit dem Himmelreich wie mit einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte. Als er eine besonders wertvolle Perle fand, verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte sie.

Was soll einer wie meinereiner dazu sagen? Mir sind Perlen schlichtweg wurscht! Amen.


370. Wort zum Sonntag, den 23. Juli 2017

Mt 13, 24-30: In jener Zeit erzählte Jesus der Menge das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Mann, der guten Samen auf seinen Acker säte. Während nun die Leute schliefen, kam sein Feind, säte Unkraut unter den Weizen und ging wieder weg. Als die Saat aufging und sich die Ähren bildeten, kam auch das Unkraut zum Vorschein. Da gingen die Knechte zum Gutsherrn und sagten: Herr, hast du nicht guten Weizen auf deinen Acker gesät? Woher kommt dann das Unkraut? Er antwortete: Das hat ein Feind von mir getan. Da sagten die Knechte zu ihm: Sollen wir gehen und es ausreißen? Er entgegnete: Nein, sonst reißt ihr zusammen mit dem Unkraut auch den Weizen aus. Lasst beides wachsen bis zur Ernte. Wenn dann die Zeit der Ernte da ist, werde ich zu den Arbeitern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündeln, um es zu verbrennen; den Weizen aber bringt in meine Scheune.

Ojeh, heute hat der Schönborn wieder ein Problem! Das Gleichnis besagt, bei der "Ernte", also beim christlichen "Jüngsten Gericht" wird die Spreu vom Weizen getrennt und die "Spreu", also die Sünder und die Ungläubigen, werden ins Feuer geworfen, der Weizen, das sind die anderen, die braven Christen, kommen in die Scheune vom Jesus, also in den Himmel. So was darf der Jesus doch heutzutage gar nimmer tun! Er muss alle Menschen lieben, das Unkraut, die Spreu und den Weizen!

Wie kratzt der Herr Bischof heute diese gefährliche Kurve, damit er vom absolut bösartigen Rachegott wieder zum liebevollen Jesus kommt?

Der Herr Kardinal fragt zuerst einmal:
"Wie kann das gemeint sein? Soll all das üble Unkraut dieser Welt ungehindert wachsen dürfen? Soll das Böse nicht mehr bekämpft werden? Soll auf allen Widerstand gegen das Übel verzichtet werden? Braucht es keine Polizei mehr? Kein Strafmandat im Verkehr? Keine Prozesse gegen Übeltäter? Sollen Eltern ihren Kindern alles durchgehen lassen? Ihnen keine Grenzen setzen? Auf die Mühe der Erziehung verzichten? Wohin eine solche fahrlässige Haltung hinführt, erleben wir ja überall in unserer Welt."

Aha, der Jesus warnt bloß vor einfachen Lösungen, vorm "Ausreißen"! Und Schönborn hat auch ein Beispiel dazu: "Der 'Islamische Staat' (IS) ist ein schreckliches Beispiel eines Versuchs, radikal alles auszureißen, was man für die Ursache aller Übel hält. Man möchte einen idealen Gottesstaat errichten, in dem alles ganz nach Gottes Willen gehen soll. Und dafür nimmt man allen Horror in Kauf, vernichtet, tötet, mordet und zerstört hemmungslos alles, was dem Plan im Weg steht."

Und wie schaut die Jesuslösung besehen mit der Schönbornbrille aus? Denn schließlich hörte sich die obige Beschreibung der IS-Methode nicht anders an als das, was die katholische Kirche in mittelalterlichen Zeiten getan hat.

Die im Evangelium geschilderte Jesuslösung, ins Feuer mit den Sündern, kommt beim Schönborn gar nimmer vor, denn er schließt seine Predigt mit:
"Schlägt Jesus eine Lösung vor? Ich glaube, er ermutigt einfach zur Geduld. 'Lasst beides wachsen bis zur Ernte!' Natürlich erklärt Jesus nicht das Unkraut für etwas Gutes. Aber wer alle Übel gleich und ganz ausrotten will, schafft, wie die Erfahrung zeigt, oft neues Leid und richtet manchmal mehr Schaden an als Nutzen. Vielleicht lädt Jesus uns dazu ein, auf uns selber zu schauen: In mir gibt es nicht nur Gutes. Auch manches Unkraut wuchert im Garten meines Lebens. Ich selber schaffe es nicht, alle schlechten Seiten in mir zu überwinden. Gott hat Geduld mit mir. Und ich brauche Geduld mit mir selber. Sollte ich da nicht mehr Geduld mit anderen haben, statt von einer 'sauberen Lösung' zu träumen?"

Und? Sind dann am "Jüngsten Tag" alle durch Geduldigkeit "sauber" geworden? Was ist mit dem Satz des Jesus: "Wenn dann die Zeit der Ernte da ist, werde ich zu den Arbeitern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündeln, um es zu verbrennen; den Weizen aber bringt in meine Scheune." Steht dieser Satz nicht in der Bibel? Die Aussage des obigen Evangeliums ist es offenbar: Macht keinen IS, der alle Ungläubigen und sonstigen Sünder aus dem Leben reißt, sondern wartet damit, weil der HErr sagt am Ende aller Tage, ins Feuer mit diesen Leuten! Das traut sich der Herr Erzbischof und Kardinal nimmer laut zu sagen, das steht wohl nur heimlich in der Christenbibel!

So schaut die christliche Endlösung der Sünderfrage in kirchenbildlicher Darstellung aus:


Aber das darf nimmer sein, Augen zu und blind durchs Evangelium und die Sonntagspredigt! Unsereiner ist davon belustigt, wie der jahrhundertelang gepredigte unvorstellbar bösartige katholische Foltergott heutzutage kastriert wird. Und egal war unsereinem das sowieso immer, Gottesfurcht haben nur Gläubige und denen wird diese in der heutigen Zeit auch weggepredigt, was dem Säkularismus sicher hilft, die Christenreligion wird dadurch immer mehr zu einem "woas brauch i dees..."


369. Wort zum Sonntag, den 16. Juli 2017

Mt 13, 1-9: An jenem Tag verließ Jesus das Haus und setzte sich an das Ufer des Sees. Da versammelte sich eine große Menschenmenge um ihn. Er stieg deshalb in ein Boot und setzte sich; die Leute aber standen am Ufer. Und er sprach lange zu ihnen in Form von Gleichnissen. Er sagte: Ein Sämann ging aufs Feld, um zu säen. Als er säte, fiel ein Teil der Körner auf den Weg, und die Vögel kamen und fraßen sie. Ein anderer Teil fiel auf felsigen Boden, wo es nur wenig Erde gab, und ging sofort auf, weil das Erdreich nicht tief war; als aber die Sonne hochstieg, wurde die Saat versengt und verdorrte, weil sie keine Wurzeln hatte. Wieder ein anderer Teil fiel in die Dornen, und die Dornen wuchsen und erstickten die Saat. Ein anderer Teil schließlich fiel auf guten Boden und brachte Frucht, teils hundertfach, teils sechzigfach, teils dreißigfach. Wer Ohren hat, der höre!

Dieses Gleichnis versteht der Herr Kardinal Schönborn auf ganz neue Weise! Er meint, es handle sich darum, zu spenden, großzügig zu sein! Wenn wir aber in der Bibel weiterlesen, dann finden wir nach einem Zwischentext über die Nützlichkeit von Gleichnissen die Verse Mt 13,18-23: "Hört also, was das Gleichnis vom Sämann bedeutet. Immer wenn ein Mensch das Wort vom Reich hört und es nicht versteht, kommt der Böse und nimmt alles weg, was diesem Menschen ins Herz gesät wurde; hier ist der Samen auf den Weg gefallen. Auf felsigen Boden ist der Samen bei dem gefallen, der das Wort hört und sofort freudig aufnimmt, aber keine Wurzeln hat, sondern unbeständig ist; sobald er um des Wortes willen bedrängt oder verfolgt wird, kommt er zu Fall. In die Dornen ist der Samen bei dem gefallen, der das Wort zwar hört, aber dann ersticken es die Sorgen dieser Welt und der trügerische Reichtum und es bringt keine Frucht. Auf guten Boden ist der Samen bei dem gesät, der das Wort hört und es auch versteht; er bringt dann Frucht, hundertfach oder sechzigfach oder dreißigfach."
Es geht also um die Aussaat des Glaubens und nicht um die Aussaat von Spenden!

Aber Schönborn predigt:
"Denkt daran: 'Wer kärglich sät, wird auch kärglich ernten. Wer reichlich sät, wird auch reichlich ernten.' Mit diesen Worten ermutigt Paulus seine Christengemeinde in Korinth zum großzügigen Spenden. Alle, die Spenden sammeln, wissen, wie wichtig es ist, Spender zu motivieren, sie zu ermutigen, in die Tasche zu greifen, um durch ihre Gabe anderen zu helfen." Wenn meinemeiner beim Lesen des Evangeliums sofort klar ist, dass der Sämann Samen für den Glauben ausstreut, wie kommt dann der Schönborn dazu, zu glauben, der Sämann streut den Samen aus, damit er Frucht bringe, die gespendet werden kann??? Hat der Wiener Bischof Alzheimer?

Aber eine Hirntomographie kann hier nicht gemacht werden, darum sei auf das eingegangen, was heute in der Kronenzeitung zum Spendensammeln gepredigt wird, Schönborn schreibt weiter über den Apostel Paulus: "Er wusste aus Erfahrung: Die Reichen sind oft knauseriger als die Ärmeren. Alle spricht er an und bittet sie: 'Jeder gebe, wie er es sich in seinem Herzen vorgenommen hat, nicht verdrossen und nicht unter Zwang: den Gott liebt einen fröhlichen Geber.' Denn Gott selber ist der Großzügigste aller Geber: 'In seiner Macht kann Gott alle Gaben über euch ausschütten, sodass euch allezeit in allem alles Nötige ausreichend zur Verfügung steht, und ihr noch genug habt, um allen Gutes zu tun.' Die Natur selber lehrt uns, großzügig zu sein. Gott hat die Natur so geschaffen, dass sie selbstlos spendet und reichlich gibt: 'Gott, der Samen gibt für die Aussaat und Brot zur Nahrung, wird auch euch das Saatgut geben und die Saat aufgehen lassen; er wird die Früchte eurer Gerechtigkeit wachsen lassen. In allem werdet ihr reich genug sein, um selbstlos schenken zu können.' Mit solchen und ähnlichen Argumenten versucht der Apostel Paulus die Spendenfreudigkeit seiner Gemeinde von Korinth zu wecken. Er ist überzeugt: Großzügigkeit lohnt sich (..)."

Lustig ist besonders der Satz: "Gott hat die Natur so geschaffen, dass sie selbstlos spendet und reichlich gibt." Darum hat Gott den Hasen erschaffen, damit der Fuchs was zum Fressen hat und auch den Hamburger, damit sich speziell die Amerikaner fett fressen können. Der Hase lässt sich selbstlos vom Fuchs fressen und das Fleisch im Hamburger ist stolz darauf, Junkfood geworden zu sein! So weise hat Gott die Natur eingerichtet!

Aber das genügt! Zuerst versteht der Herr Bischof seine Bibel nicht und dann sieht er die Natur als göttlich geschöpften selbstlosen Spender. Soviel Unsinn genügt! Nur noch eine Warnung: spendet ja nix für die katholische Kirche und für die ihr anhängenden Einrichtungen, weil die katholische Kirche selber ist der sparsamste Spender, sie erntet viel lieber und in ihren Scheunen liegt mehr Reichtum als bei den Großkonzernen! Amen!


368. Wort zum Sonntag, den 9. Juli 2017

Mt 11,25-30: In jener Zeit sprach Jesus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen. Mir ist von meinem Vater alles übergeben worden; niemand kennt den Sohn, nur der Vater, und niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will. Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele. Denn mein Joch drückt nicht, und meine Last ist leicht.

In den Versen vor dem heutigen Evangelium droht der Jesus den Städten Chorazin, Betsaida und Kafarnaum, weil sich diese trotz der Wunder, die er dort begangen hätte, nicht bekehrt haben, ihnen werde es am Tage des Gerichtes schlimmer ergehen als Sodom (das wurde bekanntlich vom Vatergott in Feuer und Schwefel begraben). Und nach diesen Verdammungsdrohungen ist dem Jesus leichter und er verspricht ein leichtes Joch, das seine Anhänger zu tragen hätten.

So was freut natürlich auch einen Erzbischof, weil da hat er einen Jesus, der lieb ist! Auch wenn er fünf Verse weiter oben die Nichtjesusjochträger noch mit Feuer und Schwefel bedroht hat. Der Schönborn tut nun so, als wäre sein Jesus von Enttäuschungen wie den vergeblichen Bekehrungspredigten in Chorazin, Betsaida und Kafarnaum nicht frustriert worden, er schreibt ganz fröhlich: "Ich glaube, da liegt der Schlüssel zum Verstehen, warum Jesus über seine Misserfolge nicht bitter geworden ist. Das Geheimnis seiner Freude liegt in seinem Herzen: 'Lernt von mir, denn ich bin gütig und von Herzen demütig'." Aha, den drei Städten hat er ein neues und noch schlimmeres Sodom und Gomorra angekündigt - aber selber hält sich der Jesus für gütig und demütig.

Hier ein altes frommes Bild von der Zerstörung der beiden Städte:

So was wird in schlimmerer Form auch Chorazin, Betsaida und Kafarnaum passieren, weil diese Städte den Jesus frustriert haben...

In der Folge geht dann der Bischof von Wien dem Jesusspruch nach, Gott hätte die Religion vor den Weisen und Klugen verborgen, aber den Unmündigen geoffenbart, er stellt also die Tatsache dar, dass Bildung der Religion schadet und er freut sich auf folgende Weise darüber:
"Nicht die Bildung hält Menschen von Jesus ab, sondern die Einbildung. Wer von sich selbst so überzeugt ist, dass er die anderen verachtet, der wird schwer Zugang finden zu Jesus. Gott selber öffnet die Herzen für das, was Jesus will. Aber er öffnet die Herzen, die ehrlich suchen. Und verschließt die Herzen, die nur für sich selber leben und nur um sich selber kreisen." Aha, wenn wer den Jesus sucht, dann öffnet der Vater das Sucherherz. Wer aber so eingebildet ist, dass diese ganze Göttermär als abstruse Geschichte wahrgenommen und ignoriert wird, dem macht der Vatergott das Herz zu!

Da verwechselt der Herr Kardinal wieder einmal durchgehend Ursache und Wirkung! Er schließt mit: "Jesus hat alles Gute, aber auch alles Negative, das er erlebt hat, aus Gottes Hand angenommen. Und darin hat er seinen Herzensfrieden gefunden. Und deshalb kann er alle, die Not und Leid zu tragen haben, einladen, bei ihm Frieden zu suchen: 'Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen.' Alleine werden wir mit den Enttäuschungen des Lebens nicht fertig. Mit Jesus kommen Frieden und Freude ins Leben."

Also mit den Enttäuschungen des Lebens und das waren etliche, zum Teil selbstverschuldete, zum Teil erlittene, ist meinereiner derweilen noch fertiggeworden, ohne dass dazu ein Jesus benötigt wurde, auf so eine Idee kommt eben nur wer, der entsprechend religiös konditioniert wurde und es nicht schafft, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen. Kann schon sein, dass religiöse Einbildung auch eine Hilfe ist, aber damit das wirkt, braucht man eben die entsprechende Einfalt. Und die hat nicht jeder. Und die sie haben, die werden von Jahr zu Jahr weniger...


367. Wort zum Sonntag, den 2. Juli 2017

Mt 10,37-42: In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Aposteln: Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig, und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig. Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mit nachfolgt, ist meiner nicht würdig. Wer das Leben gewinnen will, wird es verlieren; wer aber das Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen. Wer euch aufnimmt, der nimmt mich auf, und wer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat. Wer einen Propheten aufnimmt, weil er ein Prophet ist, wird den Lohn eines Propheten erhalten. Wer einen Gerechten aufnimmt, weil er ein Gerechter ist, wird den Lohn eines Gerechten erhalten. Und wer einem von diesen Kleinen auch nur einen Becher frisches Wasser zu trinken gibt, weil es ein Jünger ist - amen, ich sage euch: Er wird gewiss nicht um seinen Lohn kommen

Heute haben wir wieder einmal einen strengen Jesustext: Wer ihn nicht mehr liebt als alle und alles andere, wer kein Kreuz zu tragen hat, der ist als Jesus-Jünger ungeeignet! Um Karriere zu machen stirbt man am Besten für den Jesus. Dummerweise kann diese Art der Karriere allerdings erst nach dem Tode in Gange kommen, realer Weise könnte man dann vielleicht Seliger oder gar Heiliger werden, was aber einem Toten wurscht sein muss. Andere Jesusjünger machen im Leben Karriere, sie werden vielleicht Bischof und Kardinal und schreiben Sonntagspredigten auf der Diözesan-Homepage und in der Kronenzeitung, weil sie den Jesus so lieben.

Was mit denen geschehen soll, die dem Jesus nicht nachfolgen, steht nicht im Evangelium, das die Fortsetzung des Evangeliums vom letzten Sonntag ist, es fehlen dazwischen allerdings drei Verse (Mt 10,34-36): "Denkt nicht, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen. Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Denn ich bin gekommen, um den Sohn mit seinem Vater zu entzweien und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter; und die Hausgenossen eines Menschen werden seine Feinde sein." So grausliche Drohungen lässt man heutzutage vorsichtshalber weg. Da mit dem Vers 42 das Matthäus-Kapitel 10 endet, bleibt die konkrete Strafe für alle Jesus-Verweigerer ungenannt.

Schauen wir uns an, was der Herr Schönborn heute tut, um den lieben Jesus lieber zu machen, als er sich selber macht. Er tut es nicht, er bestätigt, dass ein lieber Jesusjünger den Jesus mehr zu lieben hat als irgendwelche nahe Familienangehörige: "Es gibt eine Rangordnung. An erster Stelle soll die Liebe zu Gott, die Liebe zu Jesus stehen. Dann erst kommt alles andere." Warum? Weil es in Familien Konflikte gibt! Schönborn: "Nirgendwo gibt es so tiefe Wunden wie in der Familie, und nirgendwo sehnt man sich so sehr nach Frieden wie in der Familie." Da tut er sich klarerweise mit dem Jesus leichter, weil ein Phantom kann man bedingungslos lieb haben, aber warum soll man das tun?

Der offiziell pflichtgemäß frau- und kinderlose Bischof weiß das genau: "Deshalb sind die Worte Jesu eine so entscheidende Wegweisung: In der Familie soll Gott an erster Stelle stehen. Sonst werden die Eltern zu Tyrannen und die Kinder zu Götzen. Die Eltern sollen geehrt werden, obwohl sie Fehler haben. Aber sie sind auch nur Menschen. Und die Kinder sollen geliebt werden. Aber sie sind nicht das Eigentum der Eltern. Wenn wir Gott an die erste Stelle setzen, dann können wir uns gegenseitig viel besser annehmen, so wie wir sind. Weil wir dann wissen, dass Gott uns annimmt, so wie wir sind. Und uns sogar liebt, so wie wir sind. Dann werden wir es auch schaffen, uns selber nicht zum Mittelpunkt der Welt zu machen. Denn die meisten Wunden in der Familie entstehen dadurch, dass wir uns selber für wichtiger halten als alle anderen."

Auwei, auwei, da fährt der Herr Schönborn aber am Thema des Evangeliums völlig vorbei! Denn im Evangelium steht das Gegenteil vom Schönborn-Satz: "Weil wir dann wissen, dass Gott uns annimmt, so wie wir sind. Und uns sogar liebt, so wie wir sind." Auch ein Kardinal sollte den Bibeltext lesen, bevor er ihn interpretiert! Es geht nicht darum, wie sich Eltern und Kinder gegenseitig annehmen sollen und jeder so ist wie er ist, sondern dass jeder so sein muss, dass er jesuswürdig ist! Und ein Kreuz muss auch noch getragen werden, das ist ganz was anderes als gegenseitige Toleranz! Herr Kardinal, Sie verstehen die Worte Ihres Gottes miss! Aber keine Sorge, das macht nix, weil der Jesus hat kein Internet und liest keine Kronenzeitung, weil er ist nicht einmal!

PS: Wieviele Hundertschaften Jesusjünger im Sinne des heutigen Evangeliums wird es im zivilen Bereich der österreichischen katholischen Kirche geben? Zwei? Drei? Oder gar zwölf?


366. Wort zum Sonntag, den 25. Juni 2017

Mt. 10,26-33: In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Aposteln: Fürchtet euch nicht vor den Menschen! Denn nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird. Was ich euch im Dunkeln sage, davon redet am hellen Tag, und was man euch ins Ohr flüstert, das verkündet von den Dächern. Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können, sondern fürchtet euch vor dem, der Seele und Leib ins Verderben der Hölle stürzen kann. Verkauft man nicht zwei Spatzen für ein paar Pfennig? Und doch fällt keiner von ihnen zur Erde ohne den Willen eures Vaters. Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt. Fürchtet euch also nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen. Wer sich nun vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen. Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, den werde auch ich vor meinem Vater im Himmel verleugnen.

Aha, wenn das die Polizei wüsste! Dann brauchte sie nicht dauernd nach Straftätern suchen, weil es wird ja eh alles enthüllt! Und wenn Euch wer umbringt, ist das auch egal, weil Ihr müsst ja nur auf eure Seele achten! Und die Sperlinge fallen nur mit dem Willen vom Jesus seinem Vater vom Baum, selbiges tun auch die gezählten Haare, die vom Kopf fallen. Hab mich daher gleich gekämmt, die ausgekämmten Haare ausgebreitet und gezählt: jetzt wissen wir es beide, der Vater vom Jesus und ich: es waren 34 Haare! Spatzen hab ich aber heute noch keine vom Baum fallen gesehen und auch sonst niemanden! Und dann kommt die wesentliche Wahrheit des christkatholischen Glaubens, zum Vater vom Jesus in den Himmel kommen nur die, welche sich zum Sohn bekennen, wer aber den Jesus verleugnet, den liebt der Jesus nicht und lässt ihn auch nicht in den Himmel!

Das ist wieder ein Problem für einen katholischen Bischof des 21. Jahrhunderts, weil der heutige Jesus liebt ja alle Menschen! Da muss sich der Schönborn wieder einmal am Bibeltext vorsichtig vorbeischleichen! Wie macht er das?

Er bekräftigt zuerst einmal (wie die KPÖ bei einer Gemeinderatswahl in Graz): "Fürchtet Euch nicht!" Und predigt dann von drei Furchten:

1. die Furcht davor, dass was bekannt wird, was lieber unbekannt bleiben soll - Schönborn formuliert das so: "Nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird. Niemand wünscht sich, dass alles über Ihn bekannt wird. Jeder hütet sein Verborgenstes. Es gibt eine Privatsphäre, die wir zu Recht bewahrt und nicht 'von den Dächern' verkündet wissen wollen" und meint dann , Jesus spräche hier von einer anderen Furcht, von der "Angst, zu dem zu stehen, was wir glauben und wovon wir überzeugt sind. Er meint, die Feigheit für die Wahrheit einzutreten, wenn sie unangenehm ist und mir vielleicht Nachteile bringt." Da gibt's vielleicht noch ein anderes Problem: dass nämlich auch viele zahlende katholische Kirchenmitglieder nicht überzeugt an die ganze katholische Wahrheit glauben und es daher vermeiden, öffentlich als seltsamer Katholo-Fundi Aufmerksamkeit zu erregen.
PS: Warum hat seinerzeit der Papst angeordnet, dass klerikale Kinderschändungen zu vertuschen sind? Hat der Papst dem Jesus nicht geglaubt?

2. die Furcht davor, wegen des Glaubens verfolgt zu werden, Schönborn: "Die zweite Furcht schließt an der ersten an. In vielen Teilen der Welt ist es heute höchst gefährlich, sich zum christlichen Glauben zu bekennen. Das kann einem das Leben kosten. 'Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten können.' Die Sorge um den Leib treibt uns heute heftig um. 'Das Wichtigste ist die Gesundheit', wird so oft gesagt. Und immer antworte ich: das zweitwichtigste!" Atheisten werden in vielen Teilen der Welt verfolgt, speziell in den Teilen wo religiöse Fundis die Allmacht haben. In Europa werden Atheisten schon länger nicht mehr am Scheiterhaufen verbrannt, das wurde der katholischen Kirche schon abgewöhnt. Für unsereinen ist der Leib natürlich wichtiger als die Fiktion von einer unsterblichen Seele, unsere von der katholischen Kirche ermordeten Gesinnungsfreunde hätten gerne weiter gelebt...

3. Furcht vor Erniedrigung: Schönborn: "Die dritte Furcht ist weit verbreitet und ein großes Leid: Wenn jemand sich für wertlos hält. Viele empfinden sich als nicht liebenswert, fühlen sich nicht gemocht und geschätzt. Ihnen sagt Jesus: Gott kümmert sich sogar um die Spatzen! 'Fürchtet euch nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen'!" Ja, es gibt immer mehr Leute, die sich ignoriert sehen, um deren Sorgen und Ängste sich niemand kümmert, die wählen dann z.B. zornerfüllt die FPÖ, wie man bei der Stichwahl des Bundespräsidenten gesehen hat, wo 85 % der Arbeiter den FPÖ-Hofer gewählt haben, weil sich um sie keiner mehr kümmert, seit 20 Jahren gibt's keine Lohnerhöhungen mehr, aber der Arbeitsdruck steigt ständig, die arbeiteten Menschen haben nämlich möglichst wertlos zu sein, damit die Profite steigen. Das steht bekanntlich schon in der Bibel: Matthäus 25, 29: "Denn wer da hat, dem wird gegeben, dass er die Fülle habe; wer aber nicht hat, dem wird auch das genommen, was er hat."

Achja, was sagt der Herr Bischof zur Verdammnis der Jesusleugner? Als tiefste Furcht führt er an: "von Gott abgelehnt zu sein, vor ihm nichts zu gelten." Und weiter unten heißt es: "Jesus sagt deshalb sehr krass und direkt: Nur die Hölle sollen wir fürchten. Der leibliche Tod ist nicht das größte Übel. Viel schlimm ist die seelische Verwilderung, ja der Tod der Seele." Vom "Tod der Seele" steht nix in der Bibel, das hat sich der Herr Kardinal ausgedacht, um nicht vom ewigen Feuer in der Hölle reden zu müssen. Aber das bügelt er in seinem Schlusssatz weg, zumindest versucht er es: "Viele Ängste begleiten uns durchs ganze Leben. Wir dürfen sie ehrlich anschauen und sie uns eingestehen. Jesus sagt uns nicht: Es wird euch nichts passieren! Sondern: Ihr seid vor Gott wertvoll. Also fürchtet euch nicht!"

Aha, er sagt also gar nix mehr davon, dass Jesus-Verleugner im Himmel verleugnet werden. Und er verkündet, dass Ihr eh alle vor Gott wertvoll seid. Zu dumm, dass in der Bibel das genaue Gegenteil steht! Aber unsereinem ist das von Herzen egal und die bibelzensierenden dialektischen Schönbornwendungen haben einen gewissen Unterhaltungswert...


365. Wort zum Sonntag, den 18. Juni 2017

Mt 9,36-10,8: In jener Zeit, als Jesus die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren müde und erschöpft wie Schafe, die keinen Hirten haben. Da sagte er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden. Dann rief er seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben und alle Krankheiten und Leiden zu heilen. Die Namen der zwölf Apostel sind: an erster Stelle Simon, genannt Petrus, und sein Bruder Andreas, dann Jakobus, der Sohn des Zebedäus, und sein Bruder Johannes, Philippus und Bartholomäus, Thomas und Matthäus, der Zöllner, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Thaddäus, Simon Kananäus und Judas Iskariot, der ihn später verraten hat. Diese Zwölf sandte Jesus aus und gebot ihnen: Geht nicht zu den Heiden, und betretet keine Stadt der Samariter, sondern geht zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel. Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe. Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus! Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben.

Ab heute ist das Evangelium wieder vom Jahresevangelisten Matthäus, in der Osterzeit ist immer der am weitesten von einem möglichen Prediger namens Jeschua ben Josef - lateinisiert als Jesus bekannt geworden - entfernte Johannes zuständig, weil dessen Evangelium wurde erst im 2. Jahrhundert verfasst und da konnte kein etwaiger Zeitzeuge mehr gelebt haben und irgendwas besser wissen. Aber das nur nebenbei, weil eben meinereinem immer was Nebenbeiliches einfällt!

Heute geht's wieder um die Hirten. Und was sagt dazu meinereiner wiederum: Hirten hüten ihre Tiere nicht aus Barmherzigkeit und Tierliebe, sondern um ihnen das Fell über die Ohren zu ziehen und ihr Fleisch zu verwerten!

Das hat in der katholischen Kirche durch die Jahrhunderte vortrefflich funktioniert, den bildungslos gehaltenen Menschen erzählte man vom Jesus und vom Himmel und vor allem von der Hölle, in welcher alle, die dem Jesus nicht folgten, in Ewigkeit heulend und zähneknirschend im Höllenfeuer zu sitzen hätten. Da hatten die Hirten leichtes Spiel und die Schafe blieben dumme Schafe, die man nahezu grenzenlos ausnutzen konnte. Irgendwann ging das dann doch nimmer, es gab Widerstand gegen das katholische Terrorregime und die Schafe wurden zu Böcken. Dreißig Jahre tobte im 17. Jahrhundert der Religionskrieg, dann war die Welt in Katholiken und Protestanten geteilt, jedoch war das katholische Monopol weg und die Menschheit konnte sich nach tausendjähriger Pause wieder weiter entwickeln. Im 21. Jahrhundert tendiert die Zahl der ein bedienungsloses Schafsdasein Führenden sogar in der katholischen Kirche in Richtung null.

Lustig ist oben der klare Jesus-Befehl: "Geht nicht zu den Heiden, und betretet keine Stadt der Samariter, sondern geht zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel. Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe." Der mögliche historische Jesus war also ein Endzeitprophet, er hatte seinen Jüngern ja mehrfach den Weltuntergang und den Einzug ins himmlische Paradies versprochen! In Matthäus 24, 29-31 heißt es: "Sofort nach den Tagen der großen Not wird sich die Sonne verfinstern und der Mond wird nicht mehr scheinen; die Sterne werden vom Himmel fallen und die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden. Danach wird das Zeichen des Menschensohnes am Himmel erscheinen; dann werden alle Völker der Erde jammern und klagen und sie werden den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf den Wolken des Himmels kommen sehen. Er wird seine Engel unter lautem Posaunenschall aussenden und sie werden die von ihm Auserwählten aus allen vier Windrichtungen zusammenführen, von einem Ende des Himmels bis zum andern". Und wann das geschehen soll, das steht in Mt 24:34: "Amen, ich sage euch: Diese Generation wird nicht vergehen, bis das alles eintrifft".

Gesichert ist, dass von "dieser Generation" mit ziemlicher Sicherheit keiner mehr gelebt hat, als Johannes, der letzte Evangelist, seine Schrift verfasste. Der Jesus hat seine Jünger also einerseits angelogen und andererseits hat er ihnen verboten, Nichtjuden missionarisch zu belästigen.

Aber schauen wir jetzt in die Schönborn-Predigt, was sagt er dazu, dass der Jesus seine Apostel nur zu den "Kindern Israels" ausgesandt hat? Er macht das recht einfach, er argumentiert, dass die vorhandenen Kräfte sparsam eingesetzt werden müssten, der Befehl "geht zu allen Völkern" sei erst später gefolgt. Mt 28,19: "Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern, tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes". Jedoch steht in Mt 15,24 , dass Jesus einer heidnischen Bittstellerin antwortete: "Ich bin nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt." Klar, der Originaljesus hat ja davon nix wissen können, dass ihn Juden nach seinem Tod weiterhin ignorieren, Heiden sich aber missionieren lassen würden.

Der Text mit dem Auftrag zu allen Völkern zu gehen, hat der Originaljesus nicht gekannt. Dieser hat sich in dieser Form erst bis ins vierte Jahrhundert entwickelt, die Texte der Evangelien stammen nicht aus dem jüdischen Bereich, sie waren alle in altgriechischer Sprache geschrieben, darum musste der Jesus die Weltmission angeordnet haben.

Schönborn jammert über Personalmangel bei der Nothilfe und schließt mit: "Jesu Plan ist bewundernswert aufgegangen. Aus den ersten zwölf wurden zwei Milliarden. Nicht alle engagieren sich voll und ganz für das 'Reich Gottes', wie Jesus es nennt, für eine Welt, in der Gottes Liebe und Barmherzigkeit gelebt wird. Aber niemand kann leugnen, dass in der ganzen Welt unendlich viel Gutes getan wird, meist im Kleinen, kaum bemerkt und doch wirksam, ja oft lebensrettend. Jesus hatte nicht nur Mitleid mit der Not der Menschen. Er hat auch eine Strategie entwickelt, wie dieses Mitleid in Taten umgesetzt werden kann. Und er sucht ständig neue Mitarbeiter für seinen Plan."

Von der katholischen Liebe und Barmherzigkeit haben die Menschen durch die Jahrhunderte nicht viel wahrnehmen können, da gab's bloß so eine Art Klostersuppensozialismus, die Armen wurden maximal ein bisschen vorm Verrecken geschützt, die Reichen standen in der Gunst Gottes weit oben, denn Gott hatte die Welt ja so geordnet, auch die Herrscher wurden von Gott eingesetzt. Heutzutage setzt die katholische Kirche auf den Ausbau ihrer Sozialdienstleistungsbetriebe, das kostet sie keinen Cent, weil das ja ausschließlich aus öffentlichen Mitteln, Nutzerbeiträgen und fallweise ein bisschen Spendengeld finanziert wird. Aber man kann so tun, als würden diese Einrichtungen aus katholischer Nächstenliebe betrieben.

Freuen wir uns wieder einmal, dass wir in einer säkularen Welt leben, dass die christlichen Parteien trotz aller Bemühungen derweilen den erkämpften Sozialstaat noch nicht entscheidend schwächen konnten und bleiben wir wachsam. Z.B. gegen den von den Ausbeutern geplanten Zwölfstundentag und die Sechzigstundenwoche.


364. Wort zum Feiertag am 15. Juni 2017

Joh 6,51-58: In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, ich gebe es hin für das Leben der Welt. Da stritten sich die Juden und sagten: Wie kann er uns sein Fleisch zu essen geben? Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, das sage ich euch: Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag. Denn mein Fleisch ist wirklich Speise, und mein Blut ist wirklich Trank. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir, und ich bleibe in ihm. Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und wie ich durch den Vater lebe, so wird jeder, der mich isst, durch mich leben. Dies ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Mit ihm ist es nicht wie mit dem Brot, das die Väter gegessen haben; sie sind gestorben. Wer aber dieses Brot isst, wird leben in Ewigkeit.

Das Fronleichnamsfest wurde im 13. Jahrhundert erfunden, der Name kommt vom mittelhochdeutschen "vrone licham" für "des Herren Leib", Offiziell heißt es "Hochfest des Leibes und Blutes Christi". Für die Einführung des Festes besteht ein Zusammenhang mit der 1215 zum katholischen Dogma erhobenen "Transsubstantiationslehre" mit welcher festgelegt wurde, dass in der katholischen Messe die Wandlung von Brot und Wein in den Leib und das Blut Jesu Christi erfolgt. Der Priester spricht, "nehmet und esset alle davon: das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird, nehmet und trinket alle daraus: das ist der Kelch Blutes, das für euch und für alle vergossen wird zur Vergebung der Sünden, tut dies zu meinem Angedenken" und auf katholisch gilt seither, dass dieser Zauberspruch die Hostien (und den Messwein, den der Priester allerdings alleine trinkt) zum echten Leib und Blut Christi werden, die Kommuniongeher quasi nur deswegen nicht zu Kannibalen werden, weil sie keinen Menschen, sondern einen Gott verspeisen.
1959 wurde Fronleichnam zu einer "frommen Übung" degradiert und heute ist der Fronleichnamsaufmarsch in katholischen Gegenden hauptsächlich eine Attraktion für den Fremdenverkehr, man zieht durch die Gegend und trägt dabei das sogenannte "Allerheiligste" spazieren, also eine Hostie in einer Monstranz (vom lat. "monstrare" = "zeigen").

Aber das wieder nur nebenbei. Was erzählt heut der Wiener Bischof den Lesern der Kronenzeitung? Er freut sich natürlich über die Fronleichnamsprozessionen!
Hier ein ORF-Screenshot von einem Fronleichnamsumzug in Wien...

... die Volksmassen lockt das nimmer auf die Straße

Und Schönborn erklärt dem Publikum den Ablauf so einer Prozession, die das aus eigenem Mitwirken kennen werden schließlich von Jahr zu Jahr weniger. Und er erklärt auch den religiösen Sinn davon: "Fronleichnam ist das Fest der Freude darüber, dass Gott im heiligen Brot den Menschen so nahe ist. Die Prozessionen mit der Monstranz und der Hostie waren daher immer auch ein Bekenntnis des Glaubens. Nicht irgendein Stück Brot wird da verehrt, sondern Jesus selber, der in der Gestalt des Brotes unter uns gegenwärtig ist."

Und dann nutzt er im Schlussabsatz Fronleichnam zu einer Botschaft an die Protestanten, die ja bekanntlich keinen Jesus verspeisen, sondern dies im Sinne des Schlussspruches bei der Wandlung zum Angedenken tun, Schönborn: "Ich sehe in der Fronleichnamsprozession vor allem ein Angebot und einen Segen. Jesus im heiligen Brot kommt nicht mit Gewalt und Macht. Wehrlos wie ein Stückchen Brot bietet er allen Menschen seine Liebe, seine Hilfe und seinen Trost an. Mich berührt es immer ganz tief, Jesus als den zu erleben, der alle Menschen segnet, keinen ausschließt. Während ich auf die kleine weiße Hostie in der Monstranz blicke, danke ich Jesus, dass er so still und schlicht da ist, für alle, die mitgehen, und für alle, die am Wegrand stehen. Ich glaube, mit dieser Sicht könnte auch Luther heute, 500 Jahre später, einverstanden sein."

Und wie die katholische Kirche noch allmächtig war, da durften alle Menschen mitmarschieren, siehe hier dieses Bild aus der klerikalfaschistischen Zeit ab 1933/34 in Österreich:

Jetzt muss niemand mehr, Fronleinnam ist heute ein Fest des Zwickeltages mit einem langen Wochenende!

Und wie früher die Menschen wegen solcher katholischer Bräuche drangsaliert wurden, das juckt einen katholischen Kardinal im 21. Jahrhundert nicht mehr, die katholische Kirche war ja immer heilig, weil ihr Jesus in Brotform immer verfügbar war. Oder so irgendwie...


PS: Zum ewigen Leben durch das ewige Jesusbrot hat der Herr Kardinal keine Silbe geschrieben...

Nachtrag vom 16.6.: Im ORF-Bericht zur Linzer Fronleichnamsprozession in der Sendung OÖ HEUTE gab's einen kurzen Blick von oben, hier der TV-Screenshot:

Man sieht: einen kurzen Prozessionszug mit gut geschätzt etwa siebzig Teilnehmern, nahezu keine Zuschauer - der katholische Glaube begeistert die Massen offenbar nimmer so sehr...


363. Wort zum Sonntag, den 11. Juni 2017

Joh 3,16-18: In jener Zeit sprach Jesus zu Nikodemus: Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird.. Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er an den Namen des einzigen Sohnes Gottes nicht geglaubt hat.



Aha, zuerst hat also der Christengott die Welt geschaffen, dann hat er die Menschen geschaffen, dann hat er sie wegen einer Lappalie aus dem Paradies vertrieben und ihnen die Erbsünde eingepflanzt, zwischendurch einmal per Sintflut alle ersäuft und dann musste er auch noch mit Hilfe einer unbefleckten Jungfrau seinen einzigen Sohn erschaffen, den er dann per Kreuzigung hingegeben hat, damit jeder, der an ihn glaubt, das ewige Leben hat! Ganz schöner Aufwand!

Und wer wird nun gerettet?
Die meisten Christenkirchen lehren heute, dass der Jesus eh alle Menschen liebt. In der Bibel steht aber immer noch, dass diese Liebe nicht vorhanden ist, wenn die Betreffenden nicht an den Jesus glauben. Weil diesejenigen sind bereits gerichtet, weil sie an den Namen des einzigen Sohnes Gottes nicht geglaubt haben! Und die Gerichteten bekommen natürlich kein ewiges Leben! Von der Höllenverdammnis ist an dieser Stelle allerdings keine Rede, die Gerichteten gehen bloß zugrunde. Was meinereinen an einen alten Witz erinnert: "Jeder Raucher stirbt! Und auch alle andern Leute sterben auch!" Das ist die volle Wahrheit!

So, was erzählt uns heute der Herr Kardinal Schönborn? Er schreibt über Marterln und Wegkreuze und den "Gnadenstuhl", laut Wikipedia ist "das ein Bildtypus der christlichen Kunst zur Darstellung der Trinität (Dreifaltigkeit): Gott der Vater hält das Kreuz (Kruzifix) mit dem toten Christus in beiden Händen, während die Taube als Symbol des Heiligen Geistes darüber schwebt".

Schaut etwa so aus:

(Wikimedia-Bild)

Und die Bezeichnung "Gnadenstuhl" erklärt Schönborn durch den Satz aus dem heutigen Evangelium: "Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird. Der Thron Gottes ist kein Richterstuhl, sondern eine Quelle der Gnade. Gott richtet nicht unsere Fehler und unser Versagen, sondern gibt uns Jesus als unseren Retter." Dann kommt wieder die übliche Phrase von der Gottesliebe: "Damit gibt uns Jesus auch den Sinn seines Leidens an. Er zeigt uns, warum das Kreuz das Zeichen seiner Liebe ist. Der 'Gnadenstuhl' (..) soll uns daran erinnern, wie sehr das Kreuz Beweis der Liebe Gottes ist. Der 'Gnadenstuhl' sagt im Bild, was dieses Hingabe bedeutet: Gott gibt uns alles. Mehr als seinen geliebten Sohn kann er uns nicht schenken. Und er tut es, weil er 'die Welt so sehr liebt'."

Und? Gott richtet nicht?!? Was ist aber mit denen, die schon gerichtet sind, weil sie nicht an den Jesus glauben? Der Herr Bischof schließt mit "Wir dürfen vertrauen, dass Gott uns wohlgesonnen ist. Er will uns Leben schenken, Heil, nicht Unheil. Er bittet uns geradezu, ihm zu vertrauen, ihm zu glauben."

Keine Silbe sagt er zu den gerichteten Nichtjesusgläubigen, er tut einfach so, als stünde der Satz, "wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er an den Namen des einzigen Sohnes Gottes nicht geglaubt hat", gar nicht im Evangelium! Unsereinem kann das ja wurscht sein, weil wir sterben ja auch ohne Jesus. So wie alle anderen, die Raucher, die Nichtraucher und die Bischöfe!


362. Wort zum Sonntag, den 4. Juni 2017

Joh. 20,19-23: Am Abend des ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen hatten, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, dass sie den Herrn sahen. Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert.

Schönborn titelt heute seine Predigt mit "Ein Fest, das Grenzen öffnet". Der Jesus predigt jedoch, dass er seinen Jüngern befiehlt, Grenzen zu ziehen: Zwischen den durch Vergebung sündenfrei Gewordenen und den vergebungslos Gebliebenen. Das war bis vor wenigen Jahrzehnten die christliche Hauptbotschaft: Himmel & Hölle! Und was jetzt kommt, können eh alle Leser der Sonntagspredigten von meinereiner schon auswendig. Der Jesus von heute liebt alle Leute und vergibt ihnen deswegen sowieso. Durch die Jahrhunderte war es die entscheidende katholische Botschaft gewesen: beichtet und bereut eure Sünden, dann kommt ihr in den Himmel! Wenn das nicht gemacht wird, heult und zähneknirscht ihr in Ewigkeit im Höllenfeuer! Aber wo kommen heute - dank des alllieben Jesus - sowieso alle, alle, alle hin?

In den Himmel!

Pfingsten ist der Feiertag der kleinsten Falte des dreifaltigen Gottes, des Heiligen Geistes, der zu Pfingsten über die Menschen kommt! Schönborn erwähnt, woher das Pfingstfest kommt, es stammt vom jüdischen Fest "Schawuot", das 50 Tage nach "Pessach" (Ostern) gefeiert wurde. Wozu meinereiner gegoogelt hat: Seine Bedeutung hatte dieses Fest als erstes Erntedankfest, weil im Nahen Osten um diese Zeit der erste Weizen reif wird, es war also das Fest der ersten Früchte des Jahres. Diese Funktion konnte natürlich in Europa nicht erhalten bleiben, weil da dauert es noch ein bisschen bis die Fluren heurige Früchte bringen. In der Christenlehre dauerte es ziemlich lange bis 675 auf der Synode von Toledo die Gottesfalte "Heiliger Geist" endgültig fix in der Glaubenslehre verankert wurde. Aber das nur nebenbei.

Der Wiener Bischof schreibt dann über die diversen christlichen Gemeinschaften auf der Welt, die miteinander geschwisterlich verbunden wären, und schließt mit:
"An nichts kann man deutlicher den Heiligen Geist erkennen, als wenn sich die Herzen öffnen und die Türen des Verstehens aufgehen. Seit Pfingsten haben unzählige Menschen die Erfahrung gemacht, dass sie einen Zugang zu Gott gefunden haben. Und dass Grenzen des Hasses überwunden werden und dass Türen der Versöhnung aufgehen. Das wirkt der Heilige Geist. Das könnte auch heuer geschehen, an diesem langen Pfingstwochenende."

Leider führt er dann nicht einmal ein einziges Beispiel aus der unzähligen Menschenmenge dafür an, dass der heilige Geist den Zugang zu Gott finden lässt und Türen zur Versöhnung aufmacht. Ja, klar, woher soll er solche Beispiele auch nehmen! Anhauchen lassen sich heutzutage Polizisten, wenn sie dann Weingeist oder anderes Alkoholisches wahrnehmen, gibt's für Fahrzeuglenker den Alkotest.

Zum obigen Schlussvers des heutigen Evangeliums schreibt Schönborn keine Zeile. Dabei steht im katholischen Katechismus unter den Kirchengeboten immer noch der Satz "Du sollst deine Sünden jährlich wenigstens einmal beichten". Da man am 2. Vatikanum beschlossen hatte, dass die Beichte nicht mehr die Voraussetzung für die Kommunion ist, gehen praktisch auch die Leute aus der ständig schrumpfenden Menge der praktizierenden Katholiken nimmer beichten und es ist daher für die Priester egal, ob's sie Sünden vergeben oder nicht, weil sie werden nur noch ganz selten um Vergebung von Sünden gefragt. Im Internet haben zwar alle Pfarren eine Homepage, dort sind jedoch keine Beichttermine mehr zu finden. Der Jesus liebt ja eh alle...


361. Wort zum Sonntag, den 28. Mai 2017

Joh. 17,1-11a: In jener Zeit erhob Jesus seine Augen zum Himmel und sprach: Vater, die Stunde ist da. Verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrlicht. Denn du hast ihm Macht über alle Menschen gegeben, damit er allen, die du ihm gegeben hast, ewiges Leben schenkt. Das ist das ewige Leben: dich, den einzigen wahren Gott, zu erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast. Ich habe dich auf der Erde verherrlicht und das Werk zu Ende geführt, das du mir aufgetragen hast. Vater, verherrliche du mich jetzt bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, bevor die Welt war. Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Sie gehörten dir, und du hast sie mir gegeben, und sie haben an deinem Wort festgehalten. Sie haben jetzt erkannt, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir ist. Denn die Worte, die du mir gegeben hast, gab ich ihnen, und sie haben sie angenommen. Sie haben wirklich erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und sie sind zu dem Glauben gekommen, dass du mich gesandt hast. Für sie bitte ich; nicht für die Welt bitte ich, sondern für alle, die du mir gegeben hast; denn sie gehören dir. Alles, was mein ist, ist dein, und was dein ist, ist mein; in ihnen bin ich verherrlicht. Ich bin nicht mehr in der Welt, aber sie sind in der Welt, und ich gehe zu dir.

Haben die beiden führenden Falten des dreifaltigen Christengottes Minderwertigkeitskomplexe? Schaut so aus! Weil warum müssten sich die beiden allmächtigen und allwissenden Gottesfalten gegenseitig verherrlichen? Oh, was für ein herrlicher Sohn! Oh, was für ein herrlicher Vater! Da wird die dritte Gottesfalte, der Heilige Geist, aber deprimiert gewesen sein!

Die Jesuspredigt von den Gottesworten, die von den Menschen angenommen worden wären, geht ziemlich weit an der Wirklichkeit vorbei. Die Christen waren eine aus dem Jüdischen stammende Sekte, die im griechischen und später im römischen Bereich eine gewisse Verbreitung fand. Dass sie allerdings zur römischen Staats- und später zur Weltreligion wurde, hatte sie nicht den verkündeten Jesusworten zu verdanken, sondern der Einführung als römische Staatsreligion im Jahre 380. Offenbar hatten die damaligen Herrschenden erkannt, dass diese Religion, die den Mühseligen und Beladenen ein Himmelreich nach dem Tode versprach, ein sehr brauchbares Herrschaftsmittel war. Das Ganze wurde dann mittels Gewalt zu einem System einer gewaltigen Weltherrschaft, die Welt litt Jahrhunderte daran, erst mit dem Beginn der europäischen Aufklärung wurde zum geistigen Status zurückgekehrt, der schon im Altertum erreicht worden war.

Jetzt sind wir soweit, dass diese Terrorherrschaft verschwindet, der dreifaltige Christengott wird nimmer verherrlicht, ja, es wird sogar nicht einmal mehr darüber gelacht: die Christenreligion wird den Menschen immer egaler und keine Kirche kann dagegen noch was tun! Und sie tut ja auch das ihre, dass das so bleibt! Denn der dereinsten allmächtige Gott verliert nicht nur in der Realwelt seine Allmacht, sondern er wird kirchlich immer mehr entschärft!

Zum Beispiel auch vom Bischof von Wien, was tut dieser? Er ist entzückt von seinen herrlichen Göttern und von dem herrlichen Jesusgebet! Aber das können wir ignorieren, kommen will gleich zum Schönborn-Resümee: "Gottes Plan ist, dass es uns Menschen gut geht. Gott will, dass wir leben, nicht nur jetzt, sondern für immer, auf ewig. Jesus will, dass wir das begreifen. Er bittet Gott, seinen Vater, dass wir erkennen, wie kostbar wir ihm sind. Das zu zeigen war sein Auftrag: 'Ich habe das Werk zu Ende geführt, das du mir aufgetragen hast!' Jesus hat ganz für dieses Anliegen gelebt. Dafür hat er alles gegeben. Dafür ist er gestorben: 'Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart.' Mit anderen Worten: Ich habe den Menschen zeigen dürfen, wie sehr du sie liebst. So betet Jesus letztlich darum, dass alle Menschen erkennen: Gott ist die Liebe."

Wie üblich: der Gott liebt eh alle, vom früher so eifrig verkündeten ewigen Heulen und Zähneknirschen im Höllenfeuer darf ja heute keine Rede mehr sein, jeden Sonntag kommen alle, alle, alle in den Himmel, weil Gott nur noch die Liebe ist, alles andere wird ihm untersagt!

Darum hier heute wieder einmal die schöne Verkündigung übers Fegefeuer durch den berühmtesten aller katholischen Prediger, Abraham a Santa Clara, er hat damals noch gewusst, was für ein böses Untier sein Gott zu sein hätte:



Der obige Text könnte aus einem Verhörhandbuch der GESTAPO stammen. Aber das war vom Prinzip her der Predigtstandard bis in die Zeit nach dem 2. Vatikanum, dann wurde der Christengott entkernt. Wenn der Santa Clara heute noch predigen täte, der bekäme ein katholisch-christliches Berufsverbot, weil er den lieben Gott so derart bösartig verleumdet!


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