Jeden Sonntag predigen die Pfarrer in der Kirche über die im aktuellen Kirchenjahr vorgesehene Stelle in der Bibel. Sogar Menschen, die nie in die Kirche gehen, können diese Predigten in der Heiligen Kronenzeitung nachlesen, denn dort predigt Kardinal Schönborn eigenhändig. Auf der Homepage der Diözese Wien ist die Predigt ebenfalls zu finden.

Solche Sonntagspredigen reizen auch Atheisten. Zu den Bibeltexten fällt einem nämlich oft ganz was anderes ein als dem Herrn Schönborn. Darum wird auf ATHEISTEN-INFO fast immer auch ein Wort zum Sonntag losgelassen. Die Sonntagsworte Nr. 1 bis 50, die Sonntagsworten Nr. 51 bis 100, die Sonntagsworte Nr. 101 bis 150, die Sonntagsworte Nr. 151 bis 200, die Sonntagsworte Nr. 201 bis 250, die Sonntagsworte Nr. 251 bis 300 und Sonntagsworte Nr. 301 bis 350 können als PDF heruntergeladen.


374. Wort zum Feiertag Maria Himmelfahrt am 15. August 2017

Lesung aus der Offenbarung des Johannes 11, 19a; 12, 1-6a.10ab: Der Tempel Gottes im Himmel wurde geöffnet, und in seinem Tempel wurde die Lade seines Bundes sichtbar: Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt. Sie war schwanger und schrie vor Schmerz in ihren Geburtswehen. Ein anderes Zeichen erschien am Himmel: ein Drache, groß und feuerrot, mit sieben Köpfen und zehn Hörnern und mit sieben Diademen auf seinen Köpfen. Sein Schwanz fegte ein Drittel der Sterne vom Himmel und warf sie auf die Erde herab. Der Drache stand vor der Frau, die gebären sollte; er wollte ihr Kind verschlingen, sobald es geboren war. Und sie gebar ein Kind, einen Sohn, der über alle Völker mit eisernem Zepter herrschen wird. Und ihr Kind wurde zu Gott und zu seinem Thron entrückt. Die Frau aber floh in die Wüste, wo Gott ihr einen Zufluchtsort geschaffen hatte. Da hörte ich eine laute Stimme im Himmel rufen: Jetzt ist er da, der rettende Sieg, die Macht und die Herrschaft unseres Gottes und die Vollmacht seines Gesalbten.

Heute verwendet der Wiener Bischof für seine Predigt nicht das Evangelium, sondern die sogenannte "Erste Lesung", das Evangelium wäre heute Lk 1,39-56, darin verkündet die schwangere Maria ihren Gott (Verse 49 bis 53): "(..) Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, und sein Name ist heilig. Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten. Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind. er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen. Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehen. (..)" Das Evangelium wäre viel lustiger, weil wo hat der katholische Gott die Mächtigen gestürzt, die Niedrigen erhöht und die Reichen leer ausgehen lassen?

Aber richten wir uns nach dem Schönborn und darum nach der Apokalypse des Johannes!
Drachen hat man damals gekannt, wohl weil gelegentlich irgendwo Knochen von Sauriern aufgefunden wurden. Aber keine Ahnung hatte man vom Sternenhimmel, da wusch ein Saurier mit seinem Schwanz ein Drittel der Sterne vom Himmel und diese stürzten auf die Erde, weil der Himmel war so eine Art Plafond über der Erdenscheibe, die damaligen Menschen stellten sich ihre Welt so vor, wie es im Keller der Grottenbahn am Linzer Pöstlingberg ausschaut:

Grottenbahn Linz, Hauptplatznachbildung mit einem mit Glühbirnen besternten Nachthimmel - fotografiert am 28.6.05 von Dralon - Lizenziert unter CC BY-SA 2.5 via Wikimedia Commons

Wenn da ein paar Glühbirnen auf den Linzer Hauptplatz herunterfielen, wäre der Schaden nicht sehr hoch. Sehr hoch war hingegen der Schaden, der im Namen des Gottessohnes mit dem eisernen Zepter der katholischen Kirche der Menschheit zugefügt wurde, ohne diese historische Zwischenepoche wäre z.B. die aktuelle Klimakatastrophe schon vor ein paar Jahrhunderten ein zu bewältigendes Problem gewesen, weil das finstere katholische Mittelalter ausgefallen wäre und der Übergang vom Altertum direkt in die Neuzeit erfolgen hätte können.

Aber das alles wieder einmal nur nebenbei! Von "Maria Himmelfahrt" steht nix in der Bibel, ein solches Fest wurde zwar schon im 6. Jahrhundert entwickelt, aber erst 1950 von Papst Pius XII. als Glaubensdogma institutionalisiert. Was plagt oder freut heute den Schönborn? Die Europafahne freut ihn!


Denn diese sieht er als Folge des obigen Zeichens am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt. Er verdächtigt den Entwerfer der 1955 geschaffenen Fahne, den Sternenkranz der Maria aus der Apokalypse dafür verwendet zu haben. In Wikipedia steht dazu: "Die Zahl der Sterne, zwölf, ist traditionell ein Symbol der Vollkommenheit, Vollständigkeit und Einheit." Schließlich hatte Israel zwölf Stämme und auch der Jesus nicht neun oder vierzehn, sondern zwölf Apostel und beim Fußballtoto gab's bis 2013 den Zwölfer. Dummerweise haben die Menschen nur zehn Finger, darum haben wir beim Rechnen ein Zehner- und kein Zwölfersystem, das beim Rechnen praktischer wäre, weil 12 vier Teiler hat, zehn nur zwei.

Aber das auch nur ganz nebenbei! Zum Schluss kommt Schönborn mit europäischer Geschichte und der Friedensbotschaft der Maria: "Wer an die Geschichte Europas im 20. Jahrhundert denkt, dem kommen unweigerlich solche apokalyptischen Bilder: zwei menschenmordende Weltkriege, zwei menschenverachtende Ideologien, der Kommunismus und der Nationalsozialismus. Ihnen steht, scheinbar wehrlos und bedroht, die Friedensbotschaft Marias gegenüber. In der Vision der Offenbarung des Johannes siegt schließlich die Frau mit dem Sternenkranz über die Macht des zerstörenden Drachen. Der Weg dahin ist freilich schwer und reich an Leiden. Aber letztlich wird Gottes Hilfe stärker sein. Die Europafahne - ein Ausdruck dieser Hoffnung?"

Aha! Haben nicht die katholischen Priester im 1. Weltkrieg in den gegeneinander kämpfenden katholischen Ländern die jeweiligen Waffen gesegnet? Warum hat da kein Pfaffe, kein Bischof, kein Kardinal von einer "Friedensbotschaft Marias" geredet? Und im 2. Weltkrieg? 95 % der deutschen Bevölkerung war katholisch oder protestantisch. Und? "Friedensbotschaft Marias"? Nach dem Krieg verhalf der Vatikan einer Menge deutscher Kriegsverbrecher zur Flucht in den Nahen Osten und nach Südamerika, die hatten ja schließlich nix Schlimmes gemacht, Juden und Kommunisten umzubringen war ja offenbar keine so schwere Sünde, sondern vielleicht wurde die deutliche Dezimierung dieser nichtchristlichen Gruppen sogar als ein Verdienst gesehen und man deshalb den Tätern als "Komplize nach der Tat" beistand, ohne dass dafür jemals irgendein katholischer Mittäter bestraft worden wäre! Ja, man empörte sich sogar über die Aufdecker!

Auf der Homepage der Fatima-Aktion steht: "Was für ein großes Jubiläum! Vor 100 Jahren, mitten im Schrecken des Ersten Weltkrieges und vieler Aufstände und Revolutionen, erschien die Muttergottes im portugiesischen Fatima drei kleinen Hirtenkindern und versprach ihnen: 'Betet und es wird Friede sein'."

Und wann war dann Friede? Als die Kinder mit dem Beten fertig waren oder als die Mittelmächte kapitulieren mussten? Und warum ist die Maria nicht schon 1914 erschienen und nicht drei Hirtenkindern, sondern allen Staatsführern? Die einfache Antwort: es gibt eben keine Maria! Amen.


373. Wort zum Sonntag, den 13. August 2017

Mt 14,22-33: Nachdem Jesus die Menge gespeist hatte, forderte er die Jünger auf, ins Boot zu steigen und an das andere Ufer vorauszufahren. Inzwischen wollte er die Leute nach Hause schicken. Nachdem er sie weggeschickt hatte, stieg er auf einen Berg, um in der Einsamkeit zu beten. Spät am Abend war er immer noch allein auf dem Berg. Das Boot aber war schon viele Stadien vom Land entfernt und wurde von den Wellen hin und her geworfen; denn sie hatten Gegenwind.
In der vierten Nachtwache kam Jesus zu ihnen; er ging auf dem See. Als ihn die Jünger über den See kommen sahen, erschraken sie, weil sie meinten, es sei ein Gespenst, und sie schrien vor Angst. Doch Jesus begann mit ihnen zu reden und sagte: Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht! Darauf erwiderte ihm Petrus: Herr, wenn du es bist, so befiehl, dass ich auf dem Wasser zu dir komme. Jesus sagte: Komm! Da stieg Petrus aus dem Boot und ging über das Wasser auf Jesus zu. Als er aber sah, wie heftig der Wind war, bekam er Angst und begann unterzugehen. Er schrie: Herr, rette mich! Jesus streckte sofort die Hand aus, ergriff ihn und sagte zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt? Und als sie ins Boot gestiegen waren, legte sich der Wind. Die Jünger im Boot aber fielen vor Jesus nieder und sagten: Wahrhaftig, du bist Gottes Sohn.

Das heutige Evangelium ist die Fortsetzung von der wunderbaren Brotvermehrung, wo mit fünf Broten 5000 Leute gespeist wurden. Und schon wieder betätigt sich der Jesus wunderlich, er geht zu Fuß über den See und der Petrus spaziert auch übers Wasser. Und darum wissen wir heute, dass der Jesus der Sohn Gottes war! Lustig ist auch der Anfang, weil wie und zum wem betet eine Falte des dreifaltigen Christengottes? Sagt er da etwa am Gebetsbeginn, "Im Namen des Vaters und des Heiligen Geistes", weil wenn er sagen täte "Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes", da würde er sich ja selber anbeten!

Aber solche strukturellen Gebetsüberlegungen innerhalb des einpersonigen, aber dreifaltigen Gottes nur nebenbei! Was erfreut heute den Herrn Schönborn in der Kronenzeitung und auf der Wiener Diözesanhomepage? Er freut sich über die untertags abgeführte Massenfütterung, das einsame Gebet und über den Unterschied dazwischen: "Was für ein eindrucksvoller Kontrast: den ganzen Tag mitten unter zahllosen Menschen. Die ganze Nacht allein im Gebet!"

Und er zitiert dazu den heiligen Chrysostomus, der über Jesus sagte: "Er lehrt uns, uns weder ständig unter die Leute zu mischen, noch die Menschen immer zu meiden, sondern beides in nützlicher Weise zu tun." Na, schau dir das an! Nie wären wir auf diese Idee gekommen, wenn es der Jesus nicht vorgemacht hätte! Und noch was weiß der Chrysostomus: "Dadurch lehrt uns Jesus, nie die Anerkennung der Leute zu suchen oder die Menschen an sich zu binden."
Das freut den Schönborn auch, weil es gelingt der katholischen Kirche ja immer weniger, die Anerkennung der Leute zu finden oder die Menschen an sich zu binden! Das hat schon der Jesus nicht haben wollen! Aber blöderweise hat die katholische Kirche mit Brachialgewalt dies jahrhundertelang trotzdem gemacht! Der Schönborn tut's nimmer! Wie denn auch? Allein in den letzten 15 Jahren sind 800.000 Österreicher aus der Kirche ausgetreten und die Besucher der Sonntagsmesse wurden um ein Viertel weniger! Und mit Zwang erreicht die Kirche heute gar nix mehr.

Was für eine Pointe präsentiert der Herr Bischof heute? Er schließt seine Predigt mit:
"Wenn es eng wird, wenn wir in Bedrängnis sind, in großen, drückenden Sorgen, dann kommt schon der Gedanke, Gott habe uns vergessen und verlassen. Wir fühlen uns in Notsituationen oft sehr von Gott alleingelassen. Jesus ist nicht greifbar, aber für uns da mit seinem Gebet. Und dann kommt immer wieder der Moment, in dem seine Gegenwart spürbar wird, wie damals, am Morgen, um die vierte Nachtwache, als Jesus über das Wasser zu ihnen kam und der Sturm sich legte. Ich höre Jesus zu mir wie zu Petrus sagen: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt? Ich bin ja da!"

Der Schönborn hatte zwar bisher nicht das Glück, dass er im Sturm über einen See fuhr und dann darauf warten, dass der Jesus kommt und ihn freihändig übers Wasser gehen lässt, derweilen er den Sturm abschaltet. Aber er kann sich das vorstellen, weil sein Freund Harvey, äh sein Freund Jesus ist ja immer bei ihm! Er vertraut eben auch bei kalter Luft auf die fiktive warme Luft in seinem Kopfe! Und hat seine Freude daran, die ihm gerne vergönnt sei!


372. Wort zum Sonntag, den 6. August 2017

Mt 17,1-9: In jener Zeit nahm Jesus Petrus, Jakobus und dessen Bruder Johannes beiseite und führte sie auf einen hohen Berg. Und er wurde vor ihren Augen verwandelt; sein Gesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden blendend weiß wie das Licht. Da erschienen plötzlich vor ihren Augen Mose und Elija und redeten mit Jesus. Und Petrus sagte zu ihm: Herr, es ist gut, dass wir hier sind. Wenn du willst, werde ich hier drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija. Noch während er redete, warf eine leuchtende Wolke ihren Schatten auf sie, und aus der Wolke rief eine Stimme: Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe; auf ihn sollt ihr hören. Als die Jünger das hörten, bekamen sie große Angst und warfen sich mit dem Gesicht zu Boden. Da trat Jesus zu ihnen, fasste sie an und sagte: Steht auf, habt keine Angst! Und als sie aufblickten, sahen sie nur noch Jesus. Während sie den Berg hinabstiegen, gebot ihnen Jesus: Erzählt niemand von dem, was ihr gesehen habt, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden ist.

Diese Bibelstelle hatten wir heuer schon, am 12. März wurde dieselbe Geschichte behandelt. Da diese Geschichte erst lange nach dem Tod von diesem Jesus erfunden wurde, aber zurzeit der Entstehung des Matthäus-Evangeliums möglicherweise noch Zeitzeugen gelebt haben könnten, steht ein Schweigebefehl im Text, die Jünger durften erst weitererzählen, wenn der Jesus tot war, weil dann konnte er nix mehr dementieren!

Zum blendend weißen Jesus gibt's hier jedes Mal ein altes Reklamebild:

Anmerkung: das weißer waschende Radion gibt's schon lange nimmer...

Schönborn sieht die Zugehörigkeit das "Alten Testamentes", also der jüdischen Lehre, zum Christentum durch die geschilderte Anwesenheit von alten jüdischen Klerikern, er schreibt: "Jesus und das Alte Testament gehören zusammen? Jesus kann nicht von der langen Vorgeschichte seines Volkes getrennt werden. Ich weiß, viele tun sich schwer mit dem Alten Testament. Manchen meinen sogar, Jesus habe einen anderen Gott verkündet als den des Alten Testaments. Nichts wäre falscher! Die Bücher des Alten Testaments sind wie der Resonanzkörper der Geige. Ohne ihn würden die Saiten, das Neue Testament, nicht klingen."

Ja, da stehen die großartigen Texte über mit Gotteshilfe brutal gewonnene mörderische Kriege gegen andere Völkerschaften, das göttliche Strafrecht, z.B. Todesstrafe für Homos oder Steinigung für Leute, die am Sabbat arbeiteten, kein Pfarrer predigt heute die grauslichen Geschichten, aber dafür macht der Text des "Neuen Testaments" klingeling?

Und worüber freut sich der Schönborn? Dass der Jesus "der Sohn des lebendigen Gottes" ist. Was für einen sachlichen Betrachter die Frage aufwirft: Warum ist der alte Gottvater nicht sohnlos geblieben und hat sich nicht selber um die Erlösung der Menschen gekümmert? Dass der Altgott einen Junggott zeugen musste, damit sich der für die Sünden der Menschen opfert, ist eine seltsame Methode, da dies ja praktisch eine Opferung von Gottsohn an Gottvater gewesen sein müsste, wozu wieder einmal dieser alte Witz wiederholt werden kann:


Am meisten freut sich der Herr Bischof von Wien daüber: "Was damals auf dem hohen Berg geschah, war kein isoliertes, seltsames Einzelereignis. Es geht vielmehr um das Ziel jedes Menschen. Das wunderbare Licht, das von Jesus ausstrahlte, ist jenes Licht, von dem immer wieder Menschen berichten, die schon kurze Zeit klinisch tot waren und wieder zurückkamen. Übereinstimmend sagen viele, die schon an der Schwelle zum Ewigen Leben waren, dass sie ein unbeschreiblich beglückendes Licht erlebt haben. Manche sagen, sie hätten ihr ganzes Leben wie in einem Film gesehen, hätten tiefen Schmerz empfunden über das, was sie verabsäumt hatten. Aber die Sehnsucht nach diesem Licht bleibt ihnen. Ist es das Licht des Himmels?"

Nein, ist es nicht! Wie ja bekannt, weiß meinereiner zu allem irgendwas und darum weiß meinereiner auch über Nahtoderfahrungen mehr als der Herr Kardinal in Wien:

Ratten-Experiment erklärt Nahtod-Erfahrungen

Ein typisches Nahtod-Erlebnis: Licht am Ende eines dunklen Tunnels. Manche sehen ein helles Licht, andere erleben Stationen ihres Lebens noch einmal im Schnelldurchlauf: Viele Menschen, die kurzzeitig klinisch tot waren, dann aber gerettet wurden, berichten von intensiven Nahtod-Erfahrungen. Woher diese Gefühls- und Sinneseindrücke kommen und wie sie sich biologisch erklären lassen, war bisher allerdings umstritten. Ein Experiment von US-Forschern an Ratten belegt nun: Diesen Erfahrungen liegt tatsächlich ein messbarer neurologischer Effekt zugrunde. Nach einem Herzstillstand erlebt das Gehirn eine kurze Phase extrem koordinierter Aktivität, die sogar stärker ist als im wachen Zustand.
Ob in Form von Halluzinationen, Träumen oder während intensiver Meditation: Bilder und intensive Erfahrungen und Eindrücke können wir auch dann erleben, wenn die Außenwelt kaum mehr in unser Bewusstsein durchdringt. Seit Jahrhunderten berichten Menschen immer wieder von besonders intensiven Visionen während Nahtod-Ereignissen - beispielsweise während eines kurzzeitigen Herzstillstands. Diese Nahtoderfahrungen sind weltweit aus allen Kulturen bekannt und werden meist als extrem lebensecht und fast schon 'realer als real' beschrieben.
Ratten wurden Elektroden in die Schädeldecke implantiert, dann künstlich Herzstillstände herbeigeführt. Die Auswertung der Daten ergab Überraschendes: Etwa zehn Sekunden nach dem Herzstillstand begann plötzlich die Intensität einiger Gammawellen im Gehirn stark anzusteigen. Diese Hirnströme der Frequenz zwischen 25 und 55 Hertz erreichten sogar Werte, die deutlich über denen im wachen Zustand lagen. Gleichzeitig nahm auch die Synchronizität der Gammawellen stark zu - ein Zustand, der mehr als 15 Sekunden lang anhielt. Nach Ansicht der Forscher deuten ihre Beobachtungen daraufhin, dass das Gehirn direkt nach dem Herzstillstand durchaus noch zu organisierter elektrischer Aktivität fähig ist - und dass diese Aktivität entscheidende Merkmale einer bewussten Verarbeitung von Informationen aufweist. Die intensiven Nahtoderfahrungen Sterbender können daher durchaus durch diesen kurzzeitigen Aktivitätspuls des Gehirns ausgelöst werden.

Wieder nix mit einem göttlichen Wunder.
Das war's für heute, amen


371. Wort zum Sonntag, den 30. Juli 2017

Mt 13, 44-46: In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Schatz, der in einem Acker vergraben war. Ein Mann entdeckte ihn, grub ihn aber wieder ein. Und in seiner Freude verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte den Acker. Auch ist es mit dem Himmelreich wie mit einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte. Als er eine besonders wertvolle Perle fand, verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte sie.

Was soll einer wie meinereiner dazu sagen? Mir sind Perlen schlichtweg wurscht! Amen.


370. Wort zum Sonntag, den 23. Juli 2017

Mt 13, 24-30: In jener Zeit erzählte Jesus der Menge das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Mann, der guten Samen auf seinen Acker säte. Während nun die Leute schliefen, kam sein Feind, säte Unkraut unter den Weizen und ging wieder weg. Als die Saat aufging und sich die Ähren bildeten, kam auch das Unkraut zum Vorschein. Da gingen die Knechte zum Gutsherrn und sagten: Herr, hast du nicht guten Weizen auf deinen Acker gesät? Woher kommt dann das Unkraut? Er antwortete: Das hat ein Feind von mir getan. Da sagten die Knechte zu ihm: Sollen wir gehen und es ausreißen? Er entgegnete: Nein, sonst reißt ihr zusammen mit dem Unkraut auch den Weizen aus. Lasst beides wachsen bis zur Ernte. Wenn dann die Zeit der Ernte da ist, werde ich zu den Arbeitern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündeln, um es zu verbrennen; den Weizen aber bringt in meine Scheune.

Ojeh, heute hat der Schönborn wieder ein Problem! Das Gleichnis besagt, bei der "Ernte", also beim christlichen "Jüngsten Gericht" wird die Spreu vom Weizen getrennt und die "Spreu", also die Sünder und die Ungläubigen, werden ins Feuer geworfen, der Weizen, das sind die anderen, die braven Christen, kommen in die Scheune vom Jesus, also in den Himmel. So was darf der Jesus doch heutzutage gar nimmer tun! Er muss alle Menschen lieben, das Unkraut, die Spreu und den Weizen!

Wie kratzt der Herr Bischof heute diese gefährliche Kurve, damit er vom absolut bösartigen Rachegott wieder zum liebevollen Jesus kommt?

Der Herr Kardinal fragt zuerst einmal:
"Wie kann das gemeint sein? Soll all das üble Unkraut dieser Welt ungehindert wachsen dürfen? Soll das Böse nicht mehr bekämpft werden? Soll auf allen Widerstand gegen das Übel verzichtet werden? Braucht es keine Polizei mehr? Kein Strafmandat im Verkehr? Keine Prozesse gegen Übeltäter? Sollen Eltern ihren Kindern alles durchgehen lassen? Ihnen keine Grenzen setzen? Auf die Mühe der Erziehung verzichten? Wohin eine solche fahrlässige Haltung hinführt, erleben wir ja überall in unserer Welt."

Aha, der Jesus warnt bloß vor einfachen Lösungen, vorm "Ausreißen"! Und Schönborn hat auch ein Beispiel dazu: "Der 'Islamische Staat' (IS) ist ein schreckliches Beispiel eines Versuchs, radikal alles auszureißen, was man für die Ursache aller Übel hält. Man möchte einen idealen Gottesstaat errichten, in dem alles ganz nach Gottes Willen gehen soll. Und dafür nimmt man allen Horror in Kauf, vernichtet, tötet, mordet und zerstört hemmungslos alles, was dem Plan im Weg steht."

Und wie schaut die Jesuslösung besehen mit der Schönbornbrille aus? Denn schließlich hörte sich die obige Beschreibung der IS-Methode nicht anders an als das, was die katholische Kirche in mittelalterlichen Zeiten getan hat.

Die im Evangelium geschilderte Jesuslösung, ins Feuer mit den Sündern, kommt beim Schönborn gar nimmer vor, denn er schließt seine Predigt mit:
"Schlägt Jesus eine Lösung vor? Ich glaube, er ermutigt einfach zur Geduld. 'Lasst beides wachsen bis zur Ernte!' Natürlich erklärt Jesus nicht das Unkraut für etwas Gutes. Aber wer alle Übel gleich und ganz ausrotten will, schafft, wie die Erfahrung zeigt, oft neues Leid und richtet manchmal mehr Schaden an als Nutzen. Vielleicht lädt Jesus uns dazu ein, auf uns selber zu schauen: In mir gibt es nicht nur Gutes. Auch manches Unkraut wuchert im Garten meines Lebens. Ich selber schaffe es nicht, alle schlechten Seiten in mir zu überwinden. Gott hat Geduld mit mir. Und ich brauche Geduld mit mir selber. Sollte ich da nicht mehr Geduld mit anderen haben, statt von einer 'sauberen Lösung' zu träumen?"

Und? Sind dann am "Jüngsten Tag" alle durch Geduldigkeit "sauber" geworden? Was ist mit dem Satz des Jesus: "Wenn dann die Zeit der Ernte da ist, werde ich zu den Arbeitern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündeln, um es zu verbrennen; den Weizen aber bringt in meine Scheune." Steht dieser Satz nicht in der Bibel? Die Aussage des obigen Evangeliums ist es offenbar: Macht keinen IS, der alle Ungläubigen und sonstigen Sünder aus dem Leben reißt, sondern wartet damit, weil der HErr sagt am Ende aller Tage, ins Feuer mit diesen Leuten! Das traut sich der Herr Erzbischof und Kardinal nimmer laut zu sagen, das steht wohl nur heimlich in der Christenbibel!

So schaut die christliche Endlösung der Sünderfrage in kirchenbildlicher Darstellung aus:


Aber das darf nimmer sein, Augen zu und blind durchs Evangelium und die Sonntagspredigt! Unsereiner ist davon belustigt, wie der jahrhundertelang gepredigte unvorstellbar bösartige katholische Foltergott heutzutage kastriert wird. Und egal war unsereinem das sowieso immer, Gottesfurcht haben nur Gläubige und denen wird diese in der heutigen Zeit auch weggepredigt, was dem Säkularismus sicher hilft, die Christenreligion wird dadurch immer mehr zu einem "woas brauch i dees..."


369. Wort zum Sonntag, den 16. Juli 2017

Mt 13, 1-9: An jenem Tag verließ Jesus das Haus und setzte sich an das Ufer des Sees. Da versammelte sich eine große Menschenmenge um ihn. Er stieg deshalb in ein Boot und setzte sich; die Leute aber standen am Ufer. Und er sprach lange zu ihnen in Form von Gleichnissen. Er sagte: Ein Sämann ging aufs Feld, um zu säen. Als er säte, fiel ein Teil der Körner auf den Weg, und die Vögel kamen und fraßen sie. Ein anderer Teil fiel auf felsigen Boden, wo es nur wenig Erde gab, und ging sofort auf, weil das Erdreich nicht tief war; als aber die Sonne hochstieg, wurde die Saat versengt und verdorrte, weil sie keine Wurzeln hatte. Wieder ein anderer Teil fiel in die Dornen, und die Dornen wuchsen und erstickten die Saat. Ein anderer Teil schließlich fiel auf guten Boden und brachte Frucht, teils hundertfach, teils sechzigfach, teils dreißigfach. Wer Ohren hat, der höre!

Dieses Gleichnis versteht der Herr Kardinal Schönborn auf ganz neue Weise! Er meint, es handle sich darum, zu spenden, großzügig zu sein! Wenn wir aber in der Bibel weiterlesen, dann finden wir nach einem Zwischentext über die Nützlichkeit von Gleichnissen die Verse Mt 13,18-23: "Hört also, was das Gleichnis vom Sämann bedeutet. Immer wenn ein Mensch das Wort vom Reich hört und es nicht versteht, kommt der Böse und nimmt alles weg, was diesem Menschen ins Herz gesät wurde; hier ist der Samen auf den Weg gefallen. Auf felsigen Boden ist der Samen bei dem gefallen, der das Wort hört und sofort freudig aufnimmt, aber keine Wurzeln hat, sondern unbeständig ist; sobald er um des Wortes willen bedrängt oder verfolgt wird, kommt er zu Fall. In die Dornen ist der Samen bei dem gefallen, der das Wort zwar hört, aber dann ersticken es die Sorgen dieser Welt und der trügerische Reichtum und es bringt keine Frucht. Auf guten Boden ist der Samen bei dem gesät, der das Wort hört und es auch versteht; er bringt dann Frucht, hundertfach oder sechzigfach oder dreißigfach."
Es geht also um die Aussaat des Glaubens und nicht um die Aussaat von Spenden!

Aber Schönborn predigt:
"Denkt daran: 'Wer kärglich sät, wird auch kärglich ernten. Wer reichlich sät, wird auch reichlich ernten.' Mit diesen Worten ermutigt Paulus seine Christengemeinde in Korinth zum großzügigen Spenden. Alle, die Spenden sammeln, wissen, wie wichtig es ist, Spender zu motivieren, sie zu ermutigen, in die Tasche zu greifen, um durch ihre Gabe anderen zu helfen." Wenn meinemeiner beim Lesen des Evangeliums sofort klar ist, dass der Sämann Samen für den Glauben ausstreut, wie kommt dann der Schönborn dazu, zu glauben, der Sämann streut den Samen aus, damit er Frucht bringe, die gespendet werden kann??? Hat der Wiener Bischof Alzheimer?

Aber eine Hirntomographie kann hier nicht gemacht werden, darum sei auf das eingegangen, was heute in der Kronenzeitung zum Spendensammeln gepredigt wird, Schönborn schreibt weiter über den Apostel Paulus: "Er wusste aus Erfahrung: Die Reichen sind oft knauseriger als die Ärmeren. Alle spricht er an und bittet sie: 'Jeder gebe, wie er es sich in seinem Herzen vorgenommen hat, nicht verdrossen und nicht unter Zwang: den Gott liebt einen fröhlichen Geber.' Denn Gott selber ist der Großzügigste aller Geber: 'In seiner Macht kann Gott alle Gaben über euch ausschütten, sodass euch allezeit in allem alles Nötige ausreichend zur Verfügung steht, und ihr noch genug habt, um allen Gutes zu tun.' Die Natur selber lehrt uns, großzügig zu sein. Gott hat die Natur so geschaffen, dass sie selbstlos spendet und reichlich gibt: 'Gott, der Samen gibt für die Aussaat und Brot zur Nahrung, wird auch euch das Saatgut geben und die Saat aufgehen lassen; er wird die Früchte eurer Gerechtigkeit wachsen lassen. In allem werdet ihr reich genug sein, um selbstlos schenken zu können.' Mit solchen und ähnlichen Argumenten versucht der Apostel Paulus die Spendenfreudigkeit seiner Gemeinde von Korinth zu wecken. Er ist überzeugt: Großzügigkeit lohnt sich (..)."

Lustig ist besonders der Satz: "Gott hat die Natur so geschaffen, dass sie selbstlos spendet und reichlich gibt." Darum hat Gott den Hasen erschaffen, damit der Fuchs was zum Fressen hat und auch den Hamburger, damit sich speziell die Amerikaner fett fressen können. Der Hase lässt sich selbstlos vom Fuchs fressen und das Fleisch im Hamburger ist stolz darauf, Junkfood geworden zu sein! So weise hat Gott die Natur eingerichtet!

Aber das genügt! Zuerst versteht der Herr Bischof seine Bibel nicht und dann sieht er die Natur als göttlich geschöpften selbstlosen Spender. Soviel Unsinn genügt! Nur noch eine Warnung: spendet ja nix für die katholische Kirche und für die ihr anhängenden Einrichtungen, weil die katholische Kirche selber ist der sparsamste Spender, sie erntet viel lieber und in ihren Scheunen liegt mehr Reichtum als bei den Großkonzernen! Amen!


368. Wort zum Sonntag, den 9. Juli 2017

Mt 11,25-30: In jener Zeit sprach Jesus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen. Mir ist von meinem Vater alles übergeben worden; niemand kennt den Sohn, nur der Vater, und niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will. Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele. Denn mein Joch drückt nicht, und meine Last ist leicht.

In den Versen vor dem heutigen Evangelium droht der Jesus den Städten Chorazin, Betsaida und Kafarnaum, weil sich diese trotz der Wunder, die er dort begangen hätte, nicht bekehrt haben, ihnen werde es am Tage des Gerichtes schlimmer ergehen als Sodom (das wurde bekanntlich vom Vatergott in Feuer und Schwefel begraben). Und nach diesen Verdammungsdrohungen ist dem Jesus leichter und er verspricht ein leichtes Joch, das seine Anhänger zu tragen hätten.

So was freut natürlich auch einen Erzbischof, weil da hat er einen Jesus, der lieb ist! Auch wenn er fünf Verse weiter oben die Nichtjesusjochträger noch mit Feuer und Schwefel bedroht hat. Der Schönborn tut nun so, als wäre sein Jesus von Enttäuschungen wie den vergeblichen Bekehrungspredigten in Chorazin, Betsaida und Kafarnaum nicht frustriert worden, er schreibt ganz fröhlich: "Ich glaube, da liegt der Schlüssel zum Verstehen, warum Jesus über seine Misserfolge nicht bitter geworden ist. Das Geheimnis seiner Freude liegt in seinem Herzen: 'Lernt von mir, denn ich bin gütig und von Herzen demütig'." Aha, den drei Städten hat er ein neues und noch schlimmeres Sodom und Gomorra angekündigt - aber selber hält sich der Jesus für gütig und demütig.

Hier ein altes frommes Bild von der Zerstörung der beiden Städte:

So was wird in schlimmerer Form auch Chorazin, Betsaida und Kafarnaum passieren, weil diese Städte den Jesus frustriert haben...

In der Folge geht dann der Bischof von Wien dem Jesusspruch nach, Gott hätte die Religion vor den Weisen und Klugen verborgen, aber den Unmündigen geoffenbart, er stellt also die Tatsache dar, dass Bildung der Religion schadet und er freut sich auf folgende Weise darüber:
"Nicht die Bildung hält Menschen von Jesus ab, sondern die Einbildung. Wer von sich selbst so überzeugt ist, dass er die anderen verachtet, der wird schwer Zugang finden zu Jesus. Gott selber öffnet die Herzen für das, was Jesus will. Aber er öffnet die Herzen, die ehrlich suchen. Und verschließt die Herzen, die nur für sich selber leben und nur um sich selber kreisen." Aha, wenn wer den Jesus sucht, dann öffnet der Vater das Sucherherz. Wer aber so eingebildet ist, dass diese ganze Göttermär als abstruse Geschichte wahrgenommen und ignoriert wird, dem macht der Vatergott das Herz zu!

Da verwechselt der Herr Kardinal wieder einmal durchgehend Ursache und Wirkung! Er schließt mit: "Jesus hat alles Gute, aber auch alles Negative, das er erlebt hat, aus Gottes Hand angenommen. Und darin hat er seinen Herzensfrieden gefunden. Und deshalb kann er alle, die Not und Leid zu tragen haben, einladen, bei ihm Frieden zu suchen: 'Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen.' Alleine werden wir mit den Enttäuschungen des Lebens nicht fertig. Mit Jesus kommen Frieden und Freude ins Leben."

Also mit den Enttäuschungen des Lebens und das waren etliche, zum Teil selbstverschuldete, zum Teil erlittene, ist meinereiner derweilen noch fertiggeworden, ohne dass dazu ein Jesus benötigt wurde, auf so eine Idee kommt eben nur wer, der entsprechend religiös konditioniert wurde und es nicht schafft, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen. Kann schon sein, dass religiöse Einbildung auch eine Hilfe ist, aber damit das wirkt, braucht man eben die entsprechende Einfalt. Und die hat nicht jeder. Und die sie haben, die werden von Jahr zu Jahr weniger...


367. Wort zum Sonntag, den 2. Juli 2017

Mt 10,37-42: In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Aposteln: Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig, und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig. Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mit nachfolgt, ist meiner nicht würdig. Wer das Leben gewinnen will, wird es verlieren; wer aber das Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen. Wer euch aufnimmt, der nimmt mich auf, und wer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat. Wer einen Propheten aufnimmt, weil er ein Prophet ist, wird den Lohn eines Propheten erhalten. Wer einen Gerechten aufnimmt, weil er ein Gerechter ist, wird den Lohn eines Gerechten erhalten. Und wer einem von diesen Kleinen auch nur einen Becher frisches Wasser zu trinken gibt, weil es ein Jünger ist - amen, ich sage euch: Er wird gewiss nicht um seinen Lohn kommen

Heute haben wir wieder einmal einen strengen Jesustext: Wer ihn nicht mehr liebt als alle und alles andere, wer kein Kreuz zu tragen hat, der ist als Jesus-Jünger ungeeignet! Um Karriere zu machen stirbt man am Besten für den Jesus. Dummerweise kann diese Art der Karriere allerdings erst nach dem Tode in Gange kommen, realer Weise könnte man dann vielleicht Seliger oder gar Heiliger werden, was aber einem Toten wurscht sein muss. Andere Jesusjünger machen im Leben Karriere, sie werden vielleicht Bischof und Kardinal und schreiben Sonntagspredigten auf der Diözesan-Homepage und in der Kronenzeitung, weil sie den Jesus so lieben.

Was mit denen geschehen soll, die dem Jesus nicht nachfolgen, steht nicht im Evangelium, das die Fortsetzung des Evangeliums vom letzten Sonntag ist, es fehlen dazwischen allerdings drei Verse (Mt 10,34-36): "Denkt nicht, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen. Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Denn ich bin gekommen, um den Sohn mit seinem Vater zu entzweien und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter; und die Hausgenossen eines Menschen werden seine Feinde sein." So grausliche Drohungen lässt man heutzutage vorsichtshalber weg. Da mit dem Vers 42 das Matthäus-Kapitel 10 endet, bleibt die konkrete Strafe für alle Jesus-Verweigerer ungenannt.

Schauen wir uns an, was der Herr Schönborn heute tut, um den lieben Jesus lieber zu machen, als er sich selber macht. Er tut es nicht, er bestätigt, dass ein lieber Jesusjünger den Jesus mehr zu lieben hat als irgendwelche nahe Familienangehörige: "Es gibt eine Rangordnung. An erster Stelle soll die Liebe zu Gott, die Liebe zu Jesus stehen. Dann erst kommt alles andere." Warum? Weil es in Familien Konflikte gibt! Schönborn: "Nirgendwo gibt es so tiefe Wunden wie in der Familie, und nirgendwo sehnt man sich so sehr nach Frieden wie in der Familie." Da tut er sich klarerweise mit dem Jesus leichter, weil ein Phantom kann man bedingungslos lieb haben, aber warum soll man das tun?

Der offiziell pflichtgemäß frau- und kinderlose Bischof weiß das genau: "Deshalb sind die Worte Jesu eine so entscheidende Wegweisung: In der Familie soll Gott an erster Stelle stehen. Sonst werden die Eltern zu Tyrannen und die Kinder zu Götzen. Die Eltern sollen geehrt werden, obwohl sie Fehler haben. Aber sie sind auch nur Menschen. Und die Kinder sollen geliebt werden. Aber sie sind nicht das Eigentum der Eltern. Wenn wir Gott an die erste Stelle setzen, dann können wir uns gegenseitig viel besser annehmen, so wie wir sind. Weil wir dann wissen, dass Gott uns annimmt, so wie wir sind. Und uns sogar liebt, so wie wir sind. Dann werden wir es auch schaffen, uns selber nicht zum Mittelpunkt der Welt zu machen. Denn die meisten Wunden in der Familie entstehen dadurch, dass wir uns selber für wichtiger halten als alle anderen."

Auwei, auwei, da fährt der Herr Schönborn aber am Thema des Evangeliums völlig vorbei! Denn im Evangelium steht das Gegenteil vom Schönborn-Satz: "Weil wir dann wissen, dass Gott uns annimmt, so wie wir sind. Und uns sogar liebt, so wie wir sind." Auch ein Kardinal sollte den Bibeltext lesen, bevor er ihn interpretiert! Es geht nicht darum, wie sich Eltern und Kinder gegenseitig annehmen sollen und jeder so ist wie er ist, sondern dass jeder so sein muss, dass er jesuswürdig ist! Und ein Kreuz muss auch noch getragen werden, das ist ganz was anderes als gegenseitige Toleranz! Herr Kardinal, Sie verstehen die Worte Ihres Gottes miss! Aber keine Sorge, das macht nix, weil der Jesus hat kein Internet und liest keine Kronenzeitung, weil er ist nicht einmal!

PS: Wieviele Hundertschaften Jesusjünger im Sinne des heutigen Evangeliums wird es im zivilen Bereich der österreichischen katholischen Kirche geben? Zwei? Drei? Oder gar zwölf?


366. Wort zum Sonntag, den 25. Juni 2017

Mt. 10,26-33: In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Aposteln: Fürchtet euch nicht vor den Menschen! Denn nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird. Was ich euch im Dunkeln sage, davon redet am hellen Tag, und was man euch ins Ohr flüstert, das verkündet von den Dächern. Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können, sondern fürchtet euch vor dem, der Seele und Leib ins Verderben der Hölle stürzen kann. Verkauft man nicht zwei Spatzen für ein paar Pfennig? Und doch fällt keiner von ihnen zur Erde ohne den Willen eures Vaters. Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt. Fürchtet euch also nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen. Wer sich nun vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen. Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, den werde auch ich vor meinem Vater im Himmel verleugnen.

Aha, wenn das die Polizei wüsste! Dann brauchte sie nicht dauernd nach Straftätern suchen, weil es wird ja eh alles enthüllt! Und wenn Euch wer umbringt, ist das auch egal, weil Ihr müsst ja nur auf eure Seele achten! Und die Sperlinge fallen nur mit dem Willen vom Jesus seinem Vater vom Baum, selbiges tun auch die gezählten Haare, die vom Kopf fallen. Hab mich daher gleich gekämmt, die ausgekämmten Haare ausgebreitet und gezählt: jetzt wissen wir es beide, der Vater vom Jesus und ich: es waren 34 Haare! Spatzen hab ich aber heute noch keine vom Baum fallen gesehen und auch sonst niemanden! Und dann kommt die wesentliche Wahrheit des christkatholischen Glaubens, zum Vater vom Jesus in den Himmel kommen nur die, welche sich zum Sohn bekennen, wer aber den Jesus verleugnet, den liebt der Jesus nicht und lässt ihn auch nicht in den Himmel!

Das ist wieder ein Problem für einen katholischen Bischof des 21. Jahrhunderts, weil der heutige Jesus liebt ja alle Menschen! Da muss sich der Schönborn wieder einmal am Bibeltext vorsichtig vorbeischleichen! Wie macht er das?

Er bekräftigt zuerst einmal (wie die KPÖ bei einer Gemeinderatswahl in Graz): "Fürchtet Euch nicht!" Und predigt dann von drei Furchten:

1. die Furcht davor, dass was bekannt wird, was lieber unbekannt bleiben soll - Schönborn formuliert das so: "Nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird. Niemand wünscht sich, dass alles über Ihn bekannt wird. Jeder hütet sein Verborgenstes. Es gibt eine Privatsphäre, die wir zu Recht bewahrt und nicht 'von den Dächern' verkündet wissen wollen" und meint dann , Jesus spräche hier von einer anderen Furcht, von der "Angst, zu dem zu stehen, was wir glauben und wovon wir überzeugt sind. Er meint, die Feigheit für die Wahrheit einzutreten, wenn sie unangenehm ist und mir vielleicht Nachteile bringt." Da gibt's vielleicht noch ein anderes Problem: dass nämlich auch viele zahlende katholische Kirchenmitglieder nicht überzeugt an die ganze katholische Wahrheit glauben und es daher vermeiden, öffentlich als seltsamer Katholo-Fundi Aufmerksamkeit zu erregen.
PS: Warum hat seinerzeit der Papst angeordnet, dass klerikale Kinderschändungen zu vertuschen sind? Hat der Papst dem Jesus nicht geglaubt?

2. die Furcht davor, wegen des Glaubens verfolgt zu werden, Schönborn: "Die zweite Furcht schließt an der ersten an. In vielen Teilen der Welt ist es heute höchst gefährlich, sich zum christlichen Glauben zu bekennen. Das kann einem das Leben kosten. 'Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten können.' Die Sorge um den Leib treibt uns heute heftig um. 'Das Wichtigste ist die Gesundheit', wird so oft gesagt. Und immer antworte ich: das zweitwichtigste!" Atheisten werden in vielen Teilen der Welt verfolgt, speziell in den Teilen wo religiöse Fundis die Allmacht haben. In Europa werden Atheisten schon länger nicht mehr am Scheiterhaufen verbrannt, das wurde der katholischen Kirche schon abgewöhnt. Für unsereinen ist der Leib natürlich wichtiger als die Fiktion von einer unsterblichen Seele, unsere von der katholischen Kirche ermordeten Gesinnungsfreunde hätten gerne weiter gelebt...

3. Furcht vor Erniedrigung: Schönborn: "Die dritte Furcht ist weit verbreitet und ein großes Leid: Wenn jemand sich für wertlos hält. Viele empfinden sich als nicht liebenswert, fühlen sich nicht gemocht und geschätzt. Ihnen sagt Jesus: Gott kümmert sich sogar um die Spatzen! 'Fürchtet euch nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen'!" Ja, es gibt immer mehr Leute, die sich ignoriert sehen, um deren Sorgen und Ängste sich niemand kümmert, die wählen dann z.B. zornerfüllt die FPÖ, wie man bei der Stichwahl des Bundespräsidenten gesehen hat, wo 85 % der Arbeiter den FPÖ-Hofer gewählt haben, weil sich um sie keiner mehr kümmert, seit 20 Jahren gibt's keine Lohnerhöhungen mehr, aber der Arbeitsdruck steigt ständig, die arbeiteten Menschen haben nämlich möglichst wertlos zu sein, damit die Profite steigen. Das steht bekanntlich schon in der Bibel: Matthäus 25, 29: "Denn wer da hat, dem wird gegeben, dass er die Fülle habe; wer aber nicht hat, dem wird auch das genommen, was er hat."

Achja, was sagt der Herr Bischof zur Verdammnis der Jesusleugner? Als tiefste Furcht führt er an: "von Gott abgelehnt zu sein, vor ihm nichts zu gelten." Und weiter unten heißt es: "Jesus sagt deshalb sehr krass und direkt: Nur die Hölle sollen wir fürchten. Der leibliche Tod ist nicht das größte Übel. Viel schlimm ist die seelische Verwilderung, ja der Tod der Seele." Vom "Tod der Seele" steht nix in der Bibel, das hat sich der Herr Kardinal ausgedacht, um nicht vom ewigen Feuer in der Hölle reden zu müssen. Aber das bügelt er in seinem Schlusssatz weg, zumindest versucht er es: "Viele Ängste begleiten uns durchs ganze Leben. Wir dürfen sie ehrlich anschauen und sie uns eingestehen. Jesus sagt uns nicht: Es wird euch nichts passieren! Sondern: Ihr seid vor Gott wertvoll. Also fürchtet euch nicht!"

Aha, er sagt also gar nix mehr davon, dass Jesus-Verleugner im Himmel verleugnet werden. Und er verkündet, dass Ihr eh alle vor Gott wertvoll seid. Zu dumm, dass in der Bibel das genaue Gegenteil steht! Aber unsereinem ist das von Herzen egal und die bibelzensierenden dialektischen Schönbornwendungen haben einen gewissen Unterhaltungswert...


365. Wort zum Sonntag, den 18. Juni 2017

Mt 9,36-10,8: In jener Zeit, als Jesus die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren müde und erschöpft wie Schafe, die keinen Hirten haben. Da sagte er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden. Dann rief er seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben und alle Krankheiten und Leiden zu heilen. Die Namen der zwölf Apostel sind: an erster Stelle Simon, genannt Petrus, und sein Bruder Andreas, dann Jakobus, der Sohn des Zebedäus, und sein Bruder Johannes, Philippus und Bartholomäus, Thomas und Matthäus, der Zöllner, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Thaddäus, Simon Kananäus und Judas Iskariot, der ihn später verraten hat. Diese Zwölf sandte Jesus aus und gebot ihnen: Geht nicht zu den Heiden, und betretet keine Stadt der Samariter, sondern geht zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel. Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe. Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus! Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben.

Ab heute ist das Evangelium wieder vom Jahresevangelisten Matthäus, in der Osterzeit ist immer der am weitesten von einem möglichen Prediger namens Jeschua ben Josef - lateinisiert als Jesus bekannt geworden - entfernte Johannes zuständig, weil dessen Evangelium wurde erst im 2. Jahrhundert verfasst und da konnte kein etwaiger Zeitzeuge mehr gelebt haben und irgendwas besser wissen. Aber das nur nebenbei, weil eben meinereinem immer was Nebenbeiliches einfällt!

Heute geht's wieder um die Hirten. Und was sagt dazu meinereiner wiederum: Hirten hüten ihre Tiere nicht aus Barmherzigkeit und Tierliebe, sondern um ihnen das Fell über die Ohren zu ziehen und ihr Fleisch zu verwerten!

Das hat in der katholischen Kirche durch die Jahrhunderte vortrefflich funktioniert, den bildungslos gehaltenen Menschen erzählte man vom Jesus und vom Himmel und vor allem von der Hölle, in welcher alle, die dem Jesus nicht folgten, in Ewigkeit heulend und zähneknirschend im Höllenfeuer zu sitzen hätten. Da hatten die Hirten leichtes Spiel und die Schafe blieben dumme Schafe, die man nahezu grenzenlos ausnutzen konnte. Irgendwann ging das dann doch nimmer, es gab Widerstand gegen das katholische Terrorregime und die Schafe wurden zu Böcken. Dreißig Jahre tobte im 17. Jahrhundert der Religionskrieg, dann war die Welt in Katholiken und Protestanten geteilt, jedoch war das katholische Monopol weg und die Menschheit konnte sich nach tausendjähriger Pause wieder weiter entwickeln. Im 21. Jahrhundert tendiert die Zahl der ein bedienungsloses Schafsdasein Führenden sogar in der katholischen Kirche in Richtung null.

Lustig ist oben der klare Jesus-Befehl: "Geht nicht zu den Heiden, und betretet keine Stadt der Samariter, sondern geht zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel. Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe." Der mögliche historische Jesus war also ein Endzeitprophet, er hatte seinen Jüngern ja mehrfach den Weltuntergang und den Einzug ins himmlische Paradies versprochen! In Matthäus 24, 29-31 heißt es: "Sofort nach den Tagen der großen Not wird sich die Sonne verfinstern und der Mond wird nicht mehr scheinen; die Sterne werden vom Himmel fallen und die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden. Danach wird das Zeichen des Menschensohnes am Himmel erscheinen; dann werden alle Völker der Erde jammern und klagen und sie werden den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf den Wolken des Himmels kommen sehen. Er wird seine Engel unter lautem Posaunenschall aussenden und sie werden die von ihm Auserwählten aus allen vier Windrichtungen zusammenführen, von einem Ende des Himmels bis zum andern". Und wann das geschehen soll, das steht in Mt 24:34: "Amen, ich sage euch: Diese Generation wird nicht vergehen, bis das alles eintrifft".

Gesichert ist, dass von "dieser Generation" mit ziemlicher Sicherheit keiner mehr gelebt hat, als Johannes, der letzte Evangelist, seine Schrift verfasste. Der Jesus hat seine Jünger also einerseits angelogen und andererseits hat er ihnen verboten, Nichtjuden missionarisch zu belästigen.

Aber schauen wir jetzt in die Schönborn-Predigt, was sagt er dazu, dass der Jesus seine Apostel nur zu den "Kindern Israels" ausgesandt hat? Er macht das recht einfach, er argumentiert, dass die vorhandenen Kräfte sparsam eingesetzt werden müssten, der Befehl "geht zu allen Völkern" sei erst später gefolgt. Mt 28,19: "Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern, tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes". Jedoch steht in Mt 15,24 , dass Jesus einer heidnischen Bittstellerin antwortete: "Ich bin nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt." Klar, der Originaljesus hat ja davon nix wissen können, dass ihn Juden nach seinem Tod weiterhin ignorieren, Heiden sich aber missionieren lassen würden.

Der Text mit dem Auftrag zu allen Völkern zu gehen, hat der Originaljesus nicht gekannt. Dieser hat sich in dieser Form erst bis ins vierte Jahrhundert entwickelt, die Texte der Evangelien stammen nicht aus dem jüdischen Bereich, sie waren alle in altgriechischer Sprache geschrieben, darum musste der Jesus die Weltmission angeordnet haben.

Schönborn jammert über Personalmangel bei der Nothilfe und schließt mit: "Jesu Plan ist bewundernswert aufgegangen. Aus den ersten zwölf wurden zwei Milliarden. Nicht alle engagieren sich voll und ganz für das 'Reich Gottes', wie Jesus es nennt, für eine Welt, in der Gottes Liebe und Barmherzigkeit gelebt wird. Aber niemand kann leugnen, dass in der ganzen Welt unendlich viel Gutes getan wird, meist im Kleinen, kaum bemerkt und doch wirksam, ja oft lebensrettend. Jesus hatte nicht nur Mitleid mit der Not der Menschen. Er hat auch eine Strategie entwickelt, wie dieses Mitleid in Taten umgesetzt werden kann. Und er sucht ständig neue Mitarbeiter für seinen Plan."

Von der katholischen Liebe und Barmherzigkeit haben die Menschen durch die Jahrhunderte nicht viel wahrnehmen können, da gab's bloß so eine Art Klostersuppensozialismus, die Armen wurden maximal ein bisschen vorm Verrecken geschützt, die Reichen standen in der Gunst Gottes weit oben, denn Gott hatte die Welt ja so geordnet, auch die Herrscher wurden von Gott eingesetzt. Heutzutage setzt die katholische Kirche auf den Ausbau ihrer Sozialdienstleistungsbetriebe, das kostet sie keinen Cent, weil das ja ausschließlich aus öffentlichen Mitteln, Nutzerbeiträgen und fallweise ein bisschen Spendengeld finanziert wird. Aber man kann so tun, als würden diese Einrichtungen aus katholischer Nächstenliebe betrieben.

Freuen wir uns wieder einmal, dass wir in einer säkularen Welt leben, dass die christlichen Parteien trotz aller Bemühungen derweilen den erkämpften Sozialstaat noch nicht entscheidend schwächen konnten und bleiben wir wachsam. Z.B. gegen den von den Ausbeutern geplanten Zwölfstundentag und die Sechzigstundenwoche.


364. Wort zum Feiertag am 15. Juni 2017

Joh 6,51-58: In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, ich gebe es hin für das Leben der Welt. Da stritten sich die Juden und sagten: Wie kann er uns sein Fleisch zu essen geben? Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, das sage ich euch: Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag. Denn mein Fleisch ist wirklich Speise, und mein Blut ist wirklich Trank. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir, und ich bleibe in ihm. Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und wie ich durch den Vater lebe, so wird jeder, der mich isst, durch mich leben. Dies ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Mit ihm ist es nicht wie mit dem Brot, das die Väter gegessen haben; sie sind gestorben. Wer aber dieses Brot isst, wird leben in Ewigkeit.

Das Fronleichnamsfest wurde im 13. Jahrhundert erfunden, der Name kommt vom mittelhochdeutschen "vrone licham" für "des Herren Leib", Offiziell heißt es "Hochfest des Leibes und Blutes Christi". Für die Einführung des Festes besteht ein Zusammenhang mit der 1215 zum katholischen Dogma erhobenen "Transsubstantiationslehre" mit welcher festgelegt wurde, dass in der katholischen Messe die Wandlung von Brot und Wein in den Leib und das Blut Jesu Christi erfolgt. Der Priester spricht, "nehmet und esset alle davon: das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird, nehmet und trinket alle daraus: das ist der Kelch Blutes, das für euch und für alle vergossen wird zur Vergebung der Sünden, tut dies zu meinem Angedenken" und auf katholisch gilt seither, dass dieser Zauberspruch die Hostien (und den Messwein, den der Priester allerdings alleine trinkt) zum echten Leib und Blut Christi werden, die Kommuniongeher quasi nur deswegen nicht zu Kannibalen werden, weil sie keinen Menschen, sondern einen Gott verspeisen.
1959 wurde Fronleichnam zu einer "frommen Übung" degradiert und heute ist der Fronleichnamsaufmarsch in katholischen Gegenden hauptsächlich eine Attraktion für den Fremdenverkehr, man zieht durch die Gegend und trägt dabei das sogenannte "Allerheiligste" spazieren, also eine Hostie in einer Monstranz (vom lat. "monstrare" = "zeigen").

Aber das wieder nur nebenbei. Was erzählt heut der Wiener Bischof den Lesern der Kronenzeitung? Er freut sich natürlich über die Fronleichnamsprozessionen!
Hier ein ORF-Screenshot von einem Fronleichnamsumzug in Wien...

... die Volksmassen lockt das nimmer auf die Straße

Und Schönborn erklärt dem Publikum den Ablauf so einer Prozession, die das aus eigenem Mitwirken kennen werden schließlich von Jahr zu Jahr weniger. Und er erklärt auch den religiösen Sinn davon: "Fronleichnam ist das Fest der Freude darüber, dass Gott im heiligen Brot den Menschen so nahe ist. Die Prozessionen mit der Monstranz und der Hostie waren daher immer auch ein Bekenntnis des Glaubens. Nicht irgendein Stück Brot wird da verehrt, sondern Jesus selber, der in der Gestalt des Brotes unter uns gegenwärtig ist."

Und dann nutzt er im Schlussabsatz Fronleichnam zu einer Botschaft an die Protestanten, die ja bekanntlich keinen Jesus verspeisen, sondern dies im Sinne des Schlussspruches bei der Wandlung zum Angedenken tun, Schönborn: "Ich sehe in der Fronleichnamsprozession vor allem ein Angebot und einen Segen. Jesus im heiligen Brot kommt nicht mit Gewalt und Macht. Wehrlos wie ein Stückchen Brot bietet er allen Menschen seine Liebe, seine Hilfe und seinen Trost an. Mich berührt es immer ganz tief, Jesus als den zu erleben, der alle Menschen segnet, keinen ausschließt. Während ich auf die kleine weiße Hostie in der Monstranz blicke, danke ich Jesus, dass er so still und schlicht da ist, für alle, die mitgehen, und für alle, die am Wegrand stehen. Ich glaube, mit dieser Sicht könnte auch Luther heute, 500 Jahre später, einverstanden sein."

Und wie die katholische Kirche noch allmächtig war, da durften alle Menschen mitmarschieren, siehe hier dieses Bild aus der klerikalfaschistischen Zeit ab 1933/34 in Österreich:

Jetzt muss niemand mehr, Fronleinnam ist heute ein Fest des Zwickeltages mit einem langen Wochenende!

Und wie früher die Menschen wegen solcher katholischer Bräuche drangsaliert wurden, das juckt einen katholischen Kardinal im 21. Jahrhundert nicht mehr, die katholische Kirche war ja immer heilig, weil ihr Jesus in Brotform immer verfügbar war. Oder so irgendwie...


PS: Zum ewigen Leben durch das ewige Jesusbrot hat der Herr Kardinal keine Silbe geschrieben...

Nachtrag vom 16.6.: Im ORF-Bericht zur Linzer Fronleichnamsprozession in der Sendung OÖ HEUTE gab's einen kurzen Blick von oben, hier der TV-Screenshot:

Man sieht: einen kurzen Prozessionszug mit gut geschätzt etwa siebzig Teilnehmern, nahezu keine Zuschauer - der katholische Glaube begeistert die Massen offenbar nimmer so sehr...


363. Wort zum Sonntag, den 11. Juni 2017

Joh 3,16-18: In jener Zeit sprach Jesus zu Nikodemus: Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird.. Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er an den Namen des einzigen Sohnes Gottes nicht geglaubt hat.



Aha, zuerst hat also der Christengott die Welt geschaffen, dann hat er die Menschen geschaffen, dann hat er sie wegen einer Lappalie aus dem Paradies vertrieben und ihnen die Erbsünde eingepflanzt, zwischendurch einmal per Sintflut alle ersäuft und dann musste er auch noch mit Hilfe einer unbefleckten Jungfrau seinen einzigen Sohn erschaffen, den er dann per Kreuzigung hingegeben hat, damit jeder, der an ihn glaubt, das ewige Leben hat! Ganz schöner Aufwand!

Und wer wird nun gerettet?
Die meisten Christenkirchen lehren heute, dass der Jesus eh alle Menschen liebt. In der Bibel steht aber immer noch, dass diese Liebe nicht vorhanden ist, wenn die Betreffenden nicht an den Jesus glauben. Weil diesejenigen sind bereits gerichtet, weil sie an den Namen des einzigen Sohnes Gottes nicht geglaubt haben! Und die Gerichteten bekommen natürlich kein ewiges Leben! Von der Höllenverdammnis ist an dieser Stelle allerdings keine Rede, die Gerichteten gehen bloß zugrunde. Was meinereinen an einen alten Witz erinnert: "Jeder Raucher stirbt! Und auch alle andern Leute sterben auch!" Das ist die volle Wahrheit!

So, was erzählt uns heute der Herr Kardinal Schönborn? Er schreibt über Marterln und Wegkreuze und den "Gnadenstuhl", laut Wikipedia ist "das ein Bildtypus der christlichen Kunst zur Darstellung der Trinität (Dreifaltigkeit): Gott der Vater hält das Kreuz (Kruzifix) mit dem toten Christus in beiden Händen, während die Taube als Symbol des Heiligen Geistes darüber schwebt".

Schaut etwa so aus:

(Wikimedia-Bild)

Und die Bezeichnung "Gnadenstuhl" erklärt Schönborn durch den Satz aus dem heutigen Evangelium: "Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird. Der Thron Gottes ist kein Richterstuhl, sondern eine Quelle der Gnade. Gott richtet nicht unsere Fehler und unser Versagen, sondern gibt uns Jesus als unseren Retter." Dann kommt wieder die übliche Phrase von der Gottesliebe: "Damit gibt uns Jesus auch den Sinn seines Leidens an. Er zeigt uns, warum das Kreuz das Zeichen seiner Liebe ist. Der 'Gnadenstuhl' (..) soll uns daran erinnern, wie sehr das Kreuz Beweis der Liebe Gottes ist. Der 'Gnadenstuhl' sagt im Bild, was dieses Hingabe bedeutet: Gott gibt uns alles. Mehr als seinen geliebten Sohn kann er uns nicht schenken. Und er tut es, weil er 'die Welt so sehr liebt'."

Und? Gott richtet nicht?!? Was ist aber mit denen, die schon gerichtet sind, weil sie nicht an den Jesus glauben? Der Herr Bischof schließt mit "Wir dürfen vertrauen, dass Gott uns wohlgesonnen ist. Er will uns Leben schenken, Heil, nicht Unheil. Er bittet uns geradezu, ihm zu vertrauen, ihm zu glauben."

Keine Silbe sagt er zu den gerichteten Nichtjesusgläubigen, er tut einfach so, als stünde der Satz, "wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er an den Namen des einzigen Sohnes Gottes nicht geglaubt hat", gar nicht im Evangelium! Unsereinem kann das ja wurscht sein, weil wir sterben ja auch ohne Jesus. So wie alle anderen, die Raucher, die Nichtraucher und die Bischöfe!


362. Wort zum Sonntag, den 4. Juni 2017

Joh. 20,19-23: Am Abend des ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen hatten, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, dass sie den Herrn sahen. Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert.

Schönborn titelt heute seine Predigt mit "Ein Fest, das Grenzen öffnet". Der Jesus predigt jedoch, dass er seinen Jüngern befiehlt, Grenzen zu ziehen: Zwischen den durch Vergebung sündenfrei Gewordenen und den vergebungslos Gebliebenen. Das war bis vor wenigen Jahrzehnten die christliche Hauptbotschaft: Himmel & Hölle! Und was jetzt kommt, können eh alle Leser der Sonntagspredigten von meinereiner schon auswendig. Der Jesus von heute liebt alle Leute und vergibt ihnen deswegen sowieso. Durch die Jahrhunderte war es die entscheidende katholische Botschaft gewesen: beichtet und bereut eure Sünden, dann kommt ihr in den Himmel! Wenn das nicht gemacht wird, heult und zähneknirscht ihr in Ewigkeit im Höllenfeuer! Aber wo kommen heute - dank des alllieben Jesus - sowieso alle, alle, alle hin?

In den Himmel!

Pfingsten ist der Feiertag der kleinsten Falte des dreifaltigen Gottes, des Heiligen Geistes, der zu Pfingsten über die Menschen kommt! Schönborn erwähnt, woher das Pfingstfest kommt, es stammt vom jüdischen Fest "Schawuot", das 50 Tage nach "Pessach" (Ostern) gefeiert wurde. Wozu meinereiner gegoogelt hat: Seine Bedeutung hatte dieses Fest als erstes Erntedankfest, weil im Nahen Osten um diese Zeit der erste Weizen reif wird, es war also das Fest der ersten Früchte des Jahres. Diese Funktion konnte natürlich in Europa nicht erhalten bleiben, weil da dauert es noch ein bisschen bis die Fluren heurige Früchte bringen. In der Christenlehre dauerte es ziemlich lange bis 675 auf der Synode von Toledo die Gottesfalte "Heiliger Geist" endgültig fix in der Glaubenslehre verankert wurde. Aber das nur nebenbei.

Der Wiener Bischof schreibt dann über die diversen christlichen Gemeinschaften auf der Welt, die miteinander geschwisterlich verbunden wären, und schließt mit:
"An nichts kann man deutlicher den Heiligen Geist erkennen, als wenn sich die Herzen öffnen und die Türen des Verstehens aufgehen. Seit Pfingsten haben unzählige Menschen die Erfahrung gemacht, dass sie einen Zugang zu Gott gefunden haben. Und dass Grenzen des Hasses überwunden werden und dass Türen der Versöhnung aufgehen. Das wirkt der Heilige Geist. Das könnte auch heuer geschehen, an diesem langen Pfingstwochenende."

Leider führt er dann nicht einmal ein einziges Beispiel aus der unzähligen Menschenmenge dafür an, dass der heilige Geist den Zugang zu Gott finden lässt und Türen zur Versöhnung aufmacht. Ja, klar, woher soll er solche Beispiele auch nehmen! Anhauchen lassen sich heutzutage Polizisten, wenn sie dann Weingeist oder anderes Alkoholisches wahrnehmen, gibt's für Fahrzeuglenker den Alkotest.

Zum obigen Schlussvers des heutigen Evangeliums schreibt Schönborn keine Zeile. Dabei steht im katholischen Katechismus unter den Kirchengeboten immer noch der Satz "Du sollst deine Sünden jährlich wenigstens einmal beichten". Da man am 2. Vatikanum beschlossen hatte, dass die Beichte nicht mehr die Voraussetzung für die Kommunion ist, gehen praktisch auch die Leute aus der ständig schrumpfenden Menge der praktizierenden Katholiken nimmer beichten und es ist daher für die Priester egal, ob's sie Sünden vergeben oder nicht, weil sie werden nur noch ganz selten um Vergebung von Sünden gefragt. Im Internet haben zwar alle Pfarren eine Homepage, dort sind jedoch keine Beichttermine mehr zu finden. Der Jesus liebt ja eh alle...


361. Wort zum Sonntag, den 28. Mai 2017

Joh. 17,1-11a: In jener Zeit erhob Jesus seine Augen zum Himmel und sprach: Vater, die Stunde ist da. Verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrlicht. Denn du hast ihm Macht über alle Menschen gegeben, damit er allen, die du ihm gegeben hast, ewiges Leben schenkt. Das ist das ewige Leben: dich, den einzigen wahren Gott, zu erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast. Ich habe dich auf der Erde verherrlicht und das Werk zu Ende geführt, das du mir aufgetragen hast. Vater, verherrliche du mich jetzt bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, bevor die Welt war. Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Sie gehörten dir, und du hast sie mir gegeben, und sie haben an deinem Wort festgehalten. Sie haben jetzt erkannt, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir ist. Denn die Worte, die du mir gegeben hast, gab ich ihnen, und sie haben sie angenommen. Sie haben wirklich erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und sie sind zu dem Glauben gekommen, dass du mich gesandt hast. Für sie bitte ich; nicht für die Welt bitte ich, sondern für alle, die du mir gegeben hast; denn sie gehören dir. Alles, was mein ist, ist dein, und was dein ist, ist mein; in ihnen bin ich verherrlicht. Ich bin nicht mehr in der Welt, aber sie sind in der Welt, und ich gehe zu dir.

Haben die beiden führenden Falten des dreifaltigen Christengottes Minderwertigkeitskomplexe? Schaut so aus! Weil warum müssten sich die beiden allmächtigen und allwissenden Gottesfalten gegenseitig verherrlichen? Oh, was für ein herrlicher Sohn! Oh, was für ein herrlicher Vater! Da wird die dritte Gottesfalte, der Heilige Geist, aber deprimiert gewesen sein!

Die Jesuspredigt von den Gottesworten, die von den Menschen angenommen worden wären, geht ziemlich weit an der Wirklichkeit vorbei. Die Christen waren eine aus dem Jüdischen stammende Sekte, die im griechischen und später im römischen Bereich eine gewisse Verbreitung fand. Dass sie allerdings zur römischen Staats- und später zur Weltreligion wurde, hatte sie nicht den verkündeten Jesusworten zu verdanken, sondern der Einführung als römische Staatsreligion im Jahre 380. Offenbar hatten die damaligen Herrschenden erkannt, dass diese Religion, die den Mühseligen und Beladenen ein Himmelreich nach dem Tode versprach, ein sehr brauchbares Herrschaftsmittel war. Das Ganze wurde dann mittels Gewalt zu einem System einer gewaltigen Weltherrschaft, die Welt litt Jahrhunderte daran, erst mit dem Beginn der europäischen Aufklärung wurde zum geistigen Status zurückgekehrt, der schon im Altertum erreicht worden war.

Jetzt sind wir soweit, dass diese Terrorherrschaft verschwindet, der dreifaltige Christengott wird nimmer verherrlicht, ja, es wird sogar nicht einmal mehr darüber gelacht: die Christenreligion wird den Menschen immer egaler und keine Kirche kann dagegen noch was tun! Und sie tut ja auch das ihre, dass das so bleibt! Denn der dereinsten allmächtige Gott verliert nicht nur in der Realwelt seine Allmacht, sondern er wird kirchlich immer mehr entschärft!

Zum Beispiel auch vom Bischof von Wien, was tut dieser? Er ist entzückt von seinen herrlichen Göttern und von dem herrlichen Jesusgebet! Aber das können wir ignorieren, kommen will gleich zum Schönborn-Resümee: "Gottes Plan ist, dass es uns Menschen gut geht. Gott will, dass wir leben, nicht nur jetzt, sondern für immer, auf ewig. Jesus will, dass wir das begreifen. Er bittet Gott, seinen Vater, dass wir erkennen, wie kostbar wir ihm sind. Das zu zeigen war sein Auftrag: 'Ich habe das Werk zu Ende geführt, das du mir aufgetragen hast!' Jesus hat ganz für dieses Anliegen gelebt. Dafür hat er alles gegeben. Dafür ist er gestorben: 'Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart.' Mit anderen Worten: Ich habe den Menschen zeigen dürfen, wie sehr du sie liebst. So betet Jesus letztlich darum, dass alle Menschen erkennen: Gott ist die Liebe."

Wie üblich: der Gott liebt eh alle, vom früher so eifrig verkündeten ewigen Heulen und Zähneknirschen im Höllenfeuer darf ja heute keine Rede mehr sein, jeden Sonntag kommen alle, alle, alle in den Himmel, weil Gott nur noch die Liebe ist, alles andere wird ihm untersagt!

Darum hier heute wieder einmal die schöne Verkündigung übers Fegefeuer durch den berühmtesten aller katholischen Prediger, Abraham a Santa Clara, er hat damals noch gewusst, was für ein böses Untier sein Gott zu sein hätte:



Der obige Text könnte aus einem Verhörhandbuch der GESTAPO stammen. Aber das war vom Prinzip her der Predigtstandard bis in die Zeit nach dem 2. Vatikanum, dann wurde der Christengott entkernt. Wenn der Santa Clara heute noch predigen täte, der bekäme ein katholisch-christliches Berufsverbot, weil er den lieben Gott so derart bösartig verleumdet!


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