Jeden Sonntag predigen die Pfarrer in der Kirche über die im aktuellen Kirchenjahr vorgesehene Stelle in der Bibel. Sogar Menschen, die nie in die Kirche gehen, können diese Predigten in der Heiligen Kronenzeitung nachlesen, denn dort predigt Kardinal Schönborn eigenhändig. Auf der Homepage der Diözese Wien ist die Predigt ebenfalls zu finden.

Solche Sonntagspredigen reizen auch Atheisten. Zu den Bibeltexten fällt einem nämlich oft ganz was anderes ein als dem Herrn Schönborn. Darum wird auf ATHEISTEN-INFO fast immer auch ein Wort zum Sonntag losgelassen. Die Sonntagsworte Nr. 1 bis 50, die Sonntagsworten Nr. 51 bis 100, die Sonntagsworte Nr. 101 bis 150, die Sonntagsworte Nr. 151 bis 200, die Sonntagsworte Nr. 201 bis 250, die Sonntagsworte Nr. 251 bis 300, Sonntagsworte Nr. 301 bis 350 und Sonntagsworte Nr. 351 bis 400 können als PDF heruntergeladen werden.


459. Wort zum Feiertag am 13.1.2019

Lk 3,15-16.21-22: Das Volk war voll Erwartung und alle überlegten im Herzen, ob Johannes nicht vielleicht selbst der Christus sei. Doch Johannes gab ihnen allen zur Antwort: Ich taufe euch mit Wasser. Es kommt aber einer, der stärker ist als ich, und ich bin es nicht wert, ihm die Riemen der Sandalen zu lösen. Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen. Es geschah aber, dass sich zusammen mit dem ganzen Volk auch Jesus taufen ließ. Und während er betete, öffnete sich der Himmel und der Heilige Geist kam sichtbar in Gestalt einer Taube auf ihn herab und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden.

Heute muss wie so oft der damals recht bekannte Prediger Johannes der Täufer sozusagen als eine Art Zeitzeuge für diesen Jeschua ben Josef herhalten, der zwar auch tot, aber weit weniger bekannt war. Und sogar der alte Jehova, der Gott der Juden ließ mittels des Heiligen Geist-Täuberichs bekannt geben, dass der Jesus sein wohlgefälliger Sohn wäre. Das soll angeblich das "ganze Volk" gesehen haben, aber außerhalb der Bibel weiß keine zeitgenössische Quelle irgendwas von dieser nachträglich als "Jesus" berühmt gewordenen Figur.

Aber das wie immer nur nebenbei. Der Herr Bischof Schönborn stellt heute die Frage, "warum sollen wir Kinder taufen?" Warum das von der katholischen Kirche über die Jahrhunderte zwangstradiert wurde, ist ja klar: Babys können sich dagegen nicht wehren und kirchenrechtlich ist die katholische Taufe nicht widerrufbar, ein Getaufter bleibt auf ewig katholisch! Allerdings gilt das Kirchenrecht inzwischen im zivilen Rechtsstaat nicht mehr und jeder Katholik kann aus der Kirche austreten.

Aber ohne Babytaufe hätte man heute wohl eine weitaus geringere Rate an Nachwuchs! Es gibt schließlich die früher so verbreitete familiäre Religiosität praktisch nimmer, fast keine Oma predigt heutzutage den Enkeln den katholischen Glauben, den staatlichen katholischen Religionsunterricht gibt's nur für Kinder, die katholischen getauft sind, warum sollte sich da eine wahrnehmbare Masse von Heranwachsenden oder Erwachsenen katholisch taufen lassen? Darum werden eben willenslose Neugeborene zwangsweise katholisch gemacht!

Schönborn versucht, den Eltern tiefe Gläubigkeit als Motiv für die Kindstaufe zu unterstellen
, er sieht das Motiv für solche Taufen so: "Warum lassen so viele Eltern ihr Kind taufen? Vielleicht werden sie nicht immer eine genaue Antwort auf diese Frage geben können. Aber eines werden vermutlich doch alle irgendwie bejahen können: dass durch die Taufe Gott zu ihrem Kind sagt: Du bist mein geliebter Sohn, meine geliebte Tochter! Der Sinn der Taufe ist vor allem dies: dass Gott diesen Menschen bedingungslos annimmt und bejaht."

Aha, jetzt werden alle Kinder dem Jesus gleich, alle sind Gotteskinder? Kann mir nicht vorstellen, dass Eltern auf so seltsame Ideen kommen! Kinder werden getauft, weil es so der Brauch ist! Aber so sieht der Wiener Bischof das nur indirekt, er schreibt: "Was bewegt so viele Menschen in unserem Land, die Taufe für ihre Kinder zu erbitten? Ist es einfach Tradition? Gehört das eben dazu, dass Kinder getauft werden? Auch Eltern, die selber aus der Kirche ausgetreten sind, wünschen sich oft, dass doch ihre Kinder getauft werden."

Nein, die wünschen sich das nicht, die befürchten, dass ungetaufte Kinder in einem Land mit einer großen katholischen Kirche ein Makel tragen! Speziell dass konfessionslose Kinder schulische Nachteile haben könnten! Was ja partiell wirklich so sein kann! Etwa in tiefschwarzen ländlichen Gegenden! Aber das wird immer besser! Von 2000 bis 2018 ist der Anteil katholischer Kirchenmitglieder in Österreich um ein knappes Viertel gesunken, die Zahl der praktizierenden Katholiken ist um ein Drittel zurückgegangen. Vor den rund elf Prozent der noch praktizierenden Katholiken braucht sich niemand mehr fürchten!

Wie schließt heute der Herr Schönborn seine Predigt? Er macht das so:
"Das Leben des Kindes soll von Anfang an unter diesem guten Vorzeichen stehen: Du bist Gottes Geschöpf, du bist Gottes geliebtes Kind! Es ist schön, wenn Menschen das als Erwachsene entdecken und sich deshalb taufen lassen. Aber es ist auch ein guter Brauch, eine sinnvolle Praxis, dass Kinder schon von klein auf durch die Taufe von ihren Eltern zu Jesus gebracht werden, damit sie immer wissen: Du bist Gottes geliebtes Kind!"

Lustig, wie so ein Bischof die Welt sieht! Nicht etwa aus dem Blickwinkel von Gebräuchen, Traditionen, wirklichen und vermeintlichen Sachzwängen, sondern ausschließlich religiös-ideologisch! Heutzutage ist es so, dass die Getauften im Heranwachsen weit überwiegend an keinen religiösen Vorstellungen interessiert sind, sie sind nicht einmal gegen Religionen, Religion ist ihnen einfach egal, woas brauch I dees? Amen.


458. Wort zum Feiertag am 6.1.2019

Mt 2,1-12: Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Bethlehem in Judäa geboren worden war, siehe, da kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem und fragten: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen. Als König Herodes das hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem. Er ließ alle Hohepriester und Schriftgelehrten des Volkes zusammenkommen und erkundigte sich bei ihnen, wo der Christus geboren werden solle. Sie antworteten ihm: in Bethlehem in Judäa; denn so steht es geschrieben bei dem Propheten: Du, Bethlehem im Gebiet von Juda, bist keineswegs die unbedeutendste unter den führenden Städten von Juda; denn aus dir wird ein Fürst hervorgehen, der Hirt meines Volkes Israel. Danach rief Herodes die Sterndeuter heimlich zu sich und ließ sich von ihnen genau sagen, wann der Stern erschienen war. Dann schickte er sie nach Bethlehem und sagte: Geht und forscht sorgfältig nach dem Kind; und wenn ihr es gefunden habt, berichtet mir, damit auch ich hingehe und ihm huldige! Nach diesen Worten des Königs machten sie sich auf den Weg. Und siehe, der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war; dort blieb er stehen. Als sie den Stern sahen, wurden sie von sehr großer Freude erfüllt. Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm. Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben dar. Weil ihnen aber im Traum geboten wurde, nicht zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem anderen Weg heim in ihr Land.

Was ist ein "Christus"? Wikipedia weiß alles: "Christus - latinisierte Form von altgriechisch Χριστός Christos ‚der Gesalbte‘." In der Originalsprache des Jeschua ben Josef hieß der "Gesalbte" auf aramäisch "Meschiah", auf hebräisch "Maschiach", in der damaligen griechischen Weltsprache "Μεσσίας Messías". Und die Bedeutung des "Gesalbten" war, dass so einer der rechtmäßige, von Gott eingesetzte König der Juden war. Der Prophet Jesaja prophezeite ca. zwischen 740 und 701 v.u.Z., er verhieß den Juden eine endzeitliche Wende zu universalem Frieden, Gerechtigkeit und Heil und einen Messias als gerechten Richter und Retter der Armen. Genau wird das im Buch Jesaja, Kapitel 11, Vers 1 - 10 beschrieben. Dem Jesus wurde diese Eigenschaft eben aufgrund dieser Prophetensprüche zugewiesen. Genutzt hat's nichts, die Juden folgten dem Jeschua ben Josef nicht, die Christenlehre wurde auf griechisch niedergeschrieben und 380 auf römisch durch das Dreikaiseredikt zur alleinigen und alle verpflichtenden Staatsreligion gemacht.

Hier das Edikt:
"Alle Völker, über die wir ein mildes und maßvolles Regiment führen sollen sich, so ist unser Wille, zu der Religion bekehren, die der göttliche Apostel Petrus den Römern überliefert hat, wie es der von ihm kundgemachte Glaube bis zum heutigen Tage dartut und zu dem sich der Pontifex Damasus klar bekennt wie auch Bischof Petrus von Alexandrien, ein Mann von apostolischer Heiligkeit; das bedeutet, dass wir gemäß apostolischer Weisung und evangelischer Lehre eine Gottheit des Vaters, Sohnes und Heiligen Geistes in gleicher Majestät und heiliger Dreifaltigkeit glauben. Nur diejenigen, die diesem Gesetz folgen, sollen, so gebieten wir, katholische Christen heißen dürfen; die übrigen, die wir für wahrhaft toll und wahnsinnig erklären, haben die Schande ketzerischer Lehre zu tragen. Auch dürfen ihre Versammlungsstätten nicht als Kirchen bezeichnet werden. Endlich soll sie vorab die göttliche Vergeltung, dann aber auch unsere Strafgerechtigkeit ereilen, die uns durch himmlisches Urteil übertragen worden ist."

Auf diese Art wurde die damalige Welt katholisch gemacht, wer nicht wollte, sollte der irdischen "Strafgerechtigkeit" verfallen. Darüber predigt ein Kardinal wohl in aller Ewigkeit nicht. Ein Schönborn redet lieber vom Stern über Bethlehem, der die Welt erleuchtet hätte. Er führt dazu als Beispiel seinen Auftritt in einem Gefängnis vor, wo Häftlinge auch nach einem Stern suchten, er kommt dann zu seinem Stern, "ich habe mich gefragt, welcher Stern mich geleitet hat, früh im Leben den Weg nach Bethlehem, zu Jesus, gefunden zu haben." Das kann man ihm leicht sagen, er wurde eben als Kleinkind entsprechend gehirngewaschen und hat sich mit dieser Familientradition niemals auch nur ansatzweise kritisch auseinandergesetzt.

Der Herr Bischof schließt mit: "Noch ein Wort aus dieser Feier hat mich berührt: 'Wer sich auf den Weg nach Bethlehem macht, wird erfahren, dass es viele kleine Schritte sind, die einen dem Ziel näher bringen.' Staunend und dankbar kann ich im Rückblick sagen: Da ist Einer, der meine Schritte gelenkt hat, der mir geholfen hat, den Weg wieder zu finden, wenn ich von ihm abgekommen bin. Die Sterndeuter aus dem Osten wurden 'von sehr großer Freude erfüllt', als sie den Stern wieder sahen. Etwas von dieser Freude durften auch wir in dieser Weihnachtsfeier erleben."

Es ist jedenfalls schön, dass die Suche nach diesem Leuchtstern im Volke unaufhaltsam verschwindet - kaum irgendwo werden noch kleine Kinder, kaum dass sie windelfrei sind, religiös indoktriniert, der gesellschaftliche Druck, katholisch sein zu müssen, ist in den letzten Jahrzehnten auch verschwunden, Leute, die freiwillig und aus sich religiös sind oder werden, sind Ausnahmen. Und kein Prediger kann dagegen noch was tun. Amen (das ist das Bekräftigungswort am Ende von Gebeten und bedeutet: "So ist es!").


457. Wort zum Feiertag am 1.1.2019

Lk 2,16-21: So eilten die Hirten hin und fanden Maria und Josef und das Kind, das in der Krippe lag. Als sie es sahen, erzählten sie von dem Wort, das ihnen über dieses Kind gesagt worden war. Und alle, die es hörten, staunten über das, was ihnen von den Hirten erzählt wurde. Maria aber bewahrte alle diese Worte und erwog sie in ihrem Herzen. Die Hirten kehrten zurück, rühmten Gott und priesen ihn für alles, was sie gehört und gesehen hatten, so wie es ihnen gesagt worden war. Als acht Tage vorüber waren und das Kind beschnitten werden sollte, gab man ihm den Namen Jesus, den der Engel genannt hatte, bevor das Kind im Mutterleib empfangen war.

Heute ist der Bibeltext die Fortsetzung vom Evangelium, das für die sog. Christmette (diese wird am 24.12. um die Mitternachtszeit gefeiert) zuständig war, dort wird zuerst über die Niederkunft Marias und die Geburt vom Jesus berichtet, dann heißt es. "In jener Gegend lagerten Hirten auf freiem Feld und hielten Nachtwache bei ihrer Herde. Da trat der Engel des Herrn zu ihnen, und der Glanz des Herrn umstrahlte sie. Sie fürchteten sich sehr, der Engel aber sagte zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteil werden soll: Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Messias, der Herr. Und das soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt. Und plötzlich war bei dem Engel ein großes himmlisches Heer, das Gott lobte und sprach: Verherrlicht ist Gott in der Höhe, und auf Erden ist Friede bei den Menschen seiner Gnade."

Damit soll der obige Text vom Zusammenhang her verständlich werden. Es ist wieder lustig, dass die Maria anscheinend wieder einmal nicht weiß, wer ihr Kind ist und sich das nun von den Hirten erklären lassen muss. Und Jesus kann das Kind nicht genannt worden sein, weil die Jesusfamilie hat aramäisch und nicht lateinisch gesprochen, der Jesus hat im Original Jeschua geheißen.

Aber das wieder nur nebenbei, was erzählt uns heute der Herr Bischof von Wien? Er redet vom katholischen Weltfriedenstag, der am 1. Jänner gelegt wurde, es gibt noch andere Weltfriedenstage, in der BRD ist das wegen des Beginns des 2. Weltkrieges der 1.9., die UNO hat den Weltfriedenstag auf den 21.9. platziert. Im Global Peace Index belegte Österreich 2017 hinter Island, Neuseeland und Portugal den vierten Platz in der Friedensliste. Aber auch das nur nebenbei!

Schönborn wünscht jedenfalls allen überall Frieden, von die Kriegsgebieten bis zu den Familien. Dann kommt die heurige päpstliche Friedensbotschaft, er schreibt, "Papst Franziskus hat in seiner Botschaft zum heutigen Weltfriedenstag die Rolle der Politik angesprochen, um dem Frieden zu dienen. Gute Politik ist ein Segen für die Menschen. Schlechte, korrupte, egoistische Politik kann ein Land in den Ruin treiben. Ein Klima des Misstrauens, der gegenseitigen Beschuldigungen, der Vorurteile und der Vorverurteilungen fördert nicht den Frieden. Eine besondere Gefahr für den Frieden ist es, zu glauben, dass wir selber nichts für den Frieden tun können. Dann wird auf 'die da oben' geschimpft, aber selber nichts getan, um ein Stück Frieden zu schaffen. Es stimmt schon, dass einen vielfach ein Gefühl der Ohnmacht packt angesichts der Mächte, die das Spiel von Politik, Wirtschaft und Finanzen weltweit bestimmen. (..)"

Wozu man anmerken kann: Der Friede ist ja kein absoluter Wert. Manchmal ist Unfriede notwendig, wenn Friede nur noch Unterwerfung bedeutet. Was sich z.B. konkret in Österreich zeigt: der Rechnungshof  stellte 2018 fest, dass es in den letzten 20 Jahren praktisch keine Reallohnerhöhungen mehr gegeben hat. Das hängt vor allem mit der Friedlichkeit der österreichischen Sozialdemokratie und der Friedlichkeit der Gewerkschaften zusammen, hierzulande kann die Ausbeuterklasse ihre Reichtümer ganz friedlich vermehren! Der Schönborn versteht das völlig falsch, er meint anscheinend, es wäre Friedensmangel, wenn die Menschen ohnmächtig weltweit dem Spiel von Politik, Wirtschaft und Finanzen gegenüberstehen. In Frankreich haben die Gelbwesten vorgeführt, dass dagegen Unfriede helfen kann!

Wie schließt heute der Schönborn?
So: "Überall gibt es kleine Zeichen der Hoffnung. Und was macht Maria? Sie bewahrt alles im Herzen und denkt darüber nach. Es gibt so viel zum Staunen und zum Danken. Dankbarkeit ist konkrete Friedensarbeit. Die guten Dinge erinnern und bedenken, das öffnet das Herz für Gott und für den Nächsten. Bauen wir aktiv mit an einem friedlichen Jahr 2019!"

In Österreich brauchen wir nicht an einem friedlichen Land bauen, auf Platz 4 in der Weltfriedensliste sind wir eh schon ein sehr friedliches Land. Es wäre sicherlich hilfreich, wenn man die Rechte der arbeitenden Menschen weniger friedlich vertreten würde, sich also nach ein kleinwenig Streik nicht mit 0,3 % Realnettolohnerhöhungen zufrieden geben oder kampflos in Frauenbranchen Reallohnkürzungen hinnehmen. Auf so einen Frieden gehört geschissen! Amen!


456. Wort zum Sonntag, den 30.12.2018

Lk 2,41-52: Die Eltern Jesu gingen jedes Jahr zum Paschafest nach Jerusalem. Als er zwölf Jahre alt geworden war, zogen sie wieder hinauf, wie es dem Festbrauch entsprach. Nachdem die Festtage zu Ende waren, machten sie sich auf den Heimweg. Der Knabe Jesus aber blieb in Jerusalem, ohne dass seine Eltern es merkten. Sie meinten, er sei in der Pilgergruppe, und reisten eine Tagesstrecke weit; dann suchten sie ihn bei den Verwandten und Bekannten. Als sie ihn nicht fanden, kehrten sie nach Jerusalem zurück und suchten nach ihm. Da geschah es, nach drei Tagen fanden sie ihn im Tempel; er saß mitten unter den Lehrern, hörte ihnen zu und stellte Fragen. Alle, die ihn hörten, waren erstaunt über sein Verständnis und über seine Antworten. Als seine Eltern ihn sahen, waren sie voll Staunen und seine Mutter sagte zu ihm: Kind, warum hast du uns das angetan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht. Da sagte er zu ihnen: Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meinem Vater gehört? Doch sie verstanden das Wort nicht, das er zu ihnen gesagt hatte. Dann kehrte er mit ihnen nach Nazaret zurück und war ihnen gehorsam. Seine Mutter bewahrte all die Worte in ihrem Herzen. Jesus aber wuchs heran und seine Weisheit nahm zu und er fand Gefallen bei Gott und den Menschen.

Der Josef und die Maria hatten wohl schon als jüngere Leute mit der Demenz ziemliche Probleme! Sie konnten sich nicht mehr an die "Verkündigung" erinnern! In Lukas 1,26-38 heißt es: "(..) der Engel Gabriel wurde von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria. Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe. Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen und seine Herrschaft wird kein Ende haben. Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne? Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden."

Und als der Jesus zwölf Jahre alt ist, im Tempel dort Lehrer belehrt und sich auf seinen Vater beruft, der ihn laut der obigen Engelsbotschaft mittels heiligem Geist mit der Maria gezeugt hat, weiß sie nix mehr von der Engelsbotschaft.
Und der Evangelist Lukas weiß auch nix mehr davon, obwohl er selber darüber geschrieben hat! Der Herr Kardinal Schönborn schreibt heute natürlich auch nix darüber!

Dafür erklärt er, warum er Verständnis für den 12-jährigen Ausreißer Jesus hat, denn auch er habe "in diesem Alter ein starkes religiöses 'Erwachen' erlebt. Es zog mich hin zur Kirche, ich begann zu ministrieren, und ich fühlte mich wie zu Hause im 'Gotteshaus'. So kann ich mir vorstellen, dass es Jesus innerlich hinzog, im Tempel zu sein und zu bleiben. (...)
Bis in die letzten Tage seines Lebens hat Jesus den Tempel in Jerusalem leidenschaftlich geliebt. Hier wusste er sich an seinem richtigen Platz. Hier hat er oft und oft zu den Menschen von Gott gesprochen, den er einfach seinen Vater nannte."

Ja, wenn der Jesus der Sohn von Gottvater war, wie sollte er ihn sonst nennen? Das ist doch der Kern der Christenlehre, dass es den dreifaltigen Gott aus Gott Vater, Gott Sohn und Gott Heiliger Geist gibt! Auch wenn das purer Unsinn ist, weil ein nichtexistenter Gottvater hat natürlich auch keinen Sohn und keinen heiligen Geist! Aber von der Christenlehre aus betrachtet, nennt der Jesus seinen Vater nicht "einfach" seinen Vater, sondern gibt eben einen grundsätzlichen Glaubenssatz wieder!

Der Herr Bischof erklärt weiter: "Jesus war seinen Eltern gehorsam. Aber da gab es eine andere Stimme in ihm. Und die Stimme rief ihn, und sie zog ihn hin, hinein in den Tempel, ins Haus Gottes. Es war die Stimme seines Vaters. Sie wird sein ganzes Leben bestimmen. Mehr als seinen Eltern musste er dieser Stimme gehorchen. Für seine Eltern war es schwer, das zu verstehen und anzunehmen."

Was wieder Anlass ist, zu fragen, warum die Maria sich nimmer an die Verkündigung ihrer gottesmütterlichen Mutterschaft erinnert.

Erklärt wird das vom Schönborn nicht, er schließt mit folgenden Worten:
"Heute ist das Fest der Heiligen Familie. Daher wage ich es, zwei Bitten an die Familien zu richten. Die erste: Jedes Kind und jeder junge Mensch hat eine 'religiöse Ader'. Sie kann sich entfalten oder verkümmern. Sie ist eine Kostbarkeit, die die Eltern nicht behindern dürfen. Sie braucht aber auch Selbständigkeit, die die Eltern respektieren sollen. Viele junge Menschen machen in der Pubertät eine 'religiöse Pause', gehen nicht mehr zur Kirche. Sie müssen ihren eigenen, persönlichen Weg mit Gott finden. Und Gott geht mit ihnen, darauf dürfen die Eltern vertrauen. Die zweite Bitte: dass Eltern oder Großeltern mit ihren Kindern oder Enkeln gelegentlich einfach so in die Kirche gehen, ins stille Gotteshaus. Früh sollen wir erleben: Hier ist das Haus unseres Vaters. Hier ist es gut sein."

Ist das nicht köstlich! Jeder Mensch hätte eine religiöse Ader?

Aber nein doch! Jeder Mensch kommt religionslos auf die Welt!
Wenn Kinder religiös nicht abgerichtet werden, haben sie auch keine "religiöse Ader"! Wenn Kinder gezwungen wurden, z.B. mit der Oma sonntags zur Kirche gehen zu müssen, dann werden sie in der Regel spätestens mit der Pubertät versuchen, davon loszukommen!

Der alte Fledermauswitz dazu gilt auch längst schon für die katholische Kirche, man kann ihn also auch auf katholisch erzählen: Ein Pfarrer hat Probleme mit den Fledermäusen im Kirchturm, nicht und nicht bringt er sie an! Dann fällt ihm ein, wie es in der kirchlichen Realität zugeht! Darum tauft er der Fledermäuse, dann spendet er ihnen die Firmung und danach sah er in seinem Kirchturm nie wieder eine Fledermaus. Und die von Schönborn angeführte religiöse Pause in der Pubertät dauert heute in der Regel das ganze Leben an! Amen!


455. Wort zum Weihnachtstag, den 25.12.2018

Joh 1,1-18: Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott. Dieses war im Anfang bei Gott. Alles ist durch das Wort geworden und ohne es wurde nichts, was geworden ist. In ihm war Leben und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht erfasst. Ein Mensch trat auf, von Gott gesandt; sein Name war Johannes. Er kam als Zeuge, um Zeugnis abzulegen für das Licht, damit alle durch ihn zum Glauben kommen. Er war nicht selbst das Licht, er sollte nur Zeugnis ablegen für das Licht. Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt. Er war in der Welt und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf. Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches, nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind. Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt und wir haben seine Herrlichkeit geschaut, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit. Johannes legt Zeugnis für ihn ab und ruft: Dieser war es, über den ich gesagt habe: Er, der nach mir kommt, ist mir voraus, weil er vor mir war. Aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, Gnade über Gnade. Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben, die Gnade und die Wahrheit kamen durch Jesus Christus. Niemand hat Gott je gesehen. Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht.

Das Evangelium beginnt heute grammatikalisch mit einem ziemlichen Kauderwelsch, das Wort war also zuerst und bei Gott und Gott war das Wort, das bei Gott war und das von Anfang an. Dazu fällt meinemeinen ein Spruch über die Welterschaffung aus der Volksschulzeit ein: "Der Herr sprach, es werde Licht, doch Petrus fand den Schalter nicht!"

Und der arme Johannes wird heute wieder also Jesusverkünder verwendet, weil er war ja ein bekannter Prediger gewesen und darum wurde er in Jahrzehnte später entstandenen Evangelien häufig zum Jesusverkünder umgeformt, weil der Johannes war wohl in mündlicher Überlieferung vielen Leuten bekannt und konnte darum für den viel weniger bekannt gewesenen Prediger Jeschua ben Josef, nun Jesus Christus genannt, sozusagen zu einem Zeitzeugen gemacht werden. Johannes der Täufer wurde noch zu Lebzeiten vom Jesus hingerichtet, das nach "Johannes" benannte Evangelium entstand erst um die Wende von 1. zum 2. Jahrhundert und ist darum das von möglichen Jesus-Realitäten am weitesten abgehobene, es entstand um die 70 Jahren nach dem Tod des Täufers und des Jesus, Zeitzeugen können da kaum noch welche gelebt haben.

Aber schauen wir nach, was der Herr Schönborn heute über das Wort das bei Gott und Gott der das Wort war und Fleisch wurde und unter uns gewohnt hat erzählen möchte! Er erklärt uns seinen Gott: "Wir können uns die Ewigkeit nicht vorstellen. In unserer Erfahrung ist alles an Raum und Zeit gebunden. Alles hat einen Beginn und ein Ende, Gott aber ist ewig. Er ist Anfang von allem, Ursprung, Urgrund, aber er ist nicht einsam und alleine." Also Gott hat's immer gegeben, ohne Anfang, dann wurde ihm fad und er sprach "es werde Licht" und der Urknall knallte los. Und dann schreibt er: "Im Anfang der Welt, am Ursprung der Schöpfung, steht nicht ein sinnloses Chaos, sondern eine alles tragende Vernunft, ein Sinn, eine Ordnung, Gottes Wort." Und er glaubt das wahrscheinlich wirklich, dass die Erklärung unserer komplexen Welt durch einen noch komplexeren ewigen Schöpfer möglich wäre. Blöderweise bleibt aber dieser Gott selber gänzlich unerklärbar.

Aber das wissen wir eh. Wie resümiert der Herr Bischof heute, er schließt so:
"Heute finden zahllose Menschen keine Aufnahme, als Flüchtlinge, als Arbeitsuchende, als Arme und Fremde. In diesen Menschen wird Gott die Aufnahme verweigert. Aber Gott hat trotzdem einen Weg zu uns Menschen gefunden: Denn 'das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt'. Was wir gestern Abend von Jesu Geburt gehört haben, wird heute auf seine tiefste Bedeutung hin ausgeleuchtet. Das kleine Kind im Stall von Bethlehem ist Gott selber, Gottes ewiges Wort, das Mensch wurde, unser Bruder, unser Freund."

Im christlichen Glaubensbekenntnis steht abschließend über diesen Bruder und Freund, "er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten." Denn nach der Christenlehre wird der Mensch nach dem Tode so ewig wie Gott, er kann dann ewig in der Hölle sein oder (nach Verbüßung zeitlich begrenzter Fegefeuerstrafen) ewig im Himmel. So einen Unsinn muss ein Kardinal natürlich offiziell glauben! Von der Hölle redet er nimmer und so wird heute sein Gott wieder einmal zu seinem Freund, er leidet am Harvey-Syndrom, er hat einen unsichtbaren Freund! Wie im Theaterstück "Mein Freund Harvey" von Mary Chase, wo ein zwei Meter großer, unsichtbarer, weißer Hase diesen Freund verkörpert, verfilmt in den 1950ern mit James Stewart, hier die beiden auf einem damaligen Gemälde:


Man kann auch mit Donald Duck in persönlicher Freundschaft leben, weil einbilden kann sich jeder irgendwas, muss man aber nicht, wir dürfen selber denken und selber leben, ohne Jesus, Wotan, Teutates, Allah, Quetzalcoatl oder Harvey. Amen.

PS:
Am Stephanietag am 26.12. hat der Schönborn wieder nix gepredigt, aber heute macht meinereiner keine Überstunden!


454. Wort zum Vorweihnachtstag, den 24.12.2018

Mt 1,1 25: Stammbaum Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams: Abraham war der Vater von Isaak, / Isaak von Jakob, / Jakob von Juda und seinen Brüdern. Juda war der Vater von Perez und Serach; ihre Mutter war Tamar. / Perez war der Vater von Hezron, / Hezron von Aram, Aram von Amminadab, / Amminadab von Nachschon, / Nachschon von Salmon. Salmon war der Vater von Boas; dessen Mutter war Rahab. / Boas war der Vater von Obed; dessen Mutter war Rut. / Obed war der Vater von Isai, Isai der Vater des Königs David. / David war der Vater von Salomo, dessen Mutter die Frau des Urija war. Salomo war der Vater von Rehabeam, / Rehabeam von Abija, / Abija von Asa, Asa von Joschafat, / Joschafat von Joram, / Joram von Usija. Usija war der Vater von Jotam, / Jotam von Ahas, / Ahas von Hiskija, Hiskija von Manasse, / Manasse von Amos, / Amos von Joschija. Joschija war der Vater von Jojachin und seinen Brüdern; das war zur Zeit der Babylonischen Gefangenschaft. Nach der Babylonischen Gefangenschaft war Jojachin der Vater von Schealtiël, / Schealtiël von Serubbabel, Serubbabel von Abihud, / Abihud von Eljakim, / Eljakim von Azor. Azor war der Vater von Zadok, / Zadok von Achim, / Achim von Eliud, Eliud von Eleasar, / Eleasar von Mattan, / Mattan von Jakob. Jakob war der Vater von Josef, dem Mann Marias; von ihr wurde Jesus geboren, der der Christus (der Messias) genannt wird. Im Ganzen sind es also von Abraham bis David 14 Generationen, von David bis zur Babylonischen Gefangenschaft 14 Generationen und von der Babylonischen Gefangenschaft bis zu Christus 14 Generationen. Mit der Geburt Jesu Christi war es so: Maria, seine Mutter, war mit Josef verlobt; noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte sich, dass sie ein Kind erwartete - durch das Wirken des Heiligen Geistes. Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, beschloss, sich in aller Stille von ihr zu trennen. Während er noch darüber nachdachte, erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sagte: Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist. Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen. Dies alles ist geschehen, damit sich erfüllte, was der Herr durch den Propheten gesagt hat: Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, einen Sohn wird sie gebären, und man wird ihm den Namen Immanuel geben, das heißt übersetzt: Gott ist mit uns. Als Josef erwachte, tat er, was der Engel des Herrn ihm befohlen hatte, und nahm seine Frau zu sich. Er erkannte sie aber nicht, bis sie ihren Sohn gebar. Und er gab ihm den Namen Jesus.

Der Schönborn predigt heute, am sogenannten "Heiligen Abend", schon wieder nicht, auf der Homepage der Wiener Diözese ist nix zu finden. Aber meinereiner ist halt fleißiger, der predigt auch heute. Allerdings nicht sehr viel, sondern nur kurz, aber konkret, über den obigen Stammbaum vom Jesus!

Denn bekanntlich lehrt das Christentum, dass dieser Jesus der Sohn Gottes wäre.
Der Stammbaum im Matthäus-Evangelium bringt das allerdings nicht zum Ausdruck, weil da müsste er ja so lauten: Stammbaum Jesus: Gottvater zeugte mittels des Heiligen Geistes, der über die Jungfrau Maria kam, seinen Sohn Jesus. Ende.

Der obige Stammbaum geht beim Urvater Abraham los und endet dann beim Josef, dem Mann Marias, der seine Maria nicht "erkannte" ("erkennen" war damals die hochsprachliche Umschreibung für "ficken"). Wieso soll das dann der Stammbaum vom Jesus sein? Der Josef ist ja gar nicht sein Vater! Er war gemäß Christenlehre der Ziehvater des außerehelich gezeugten Jesus! Früher in christlichen Zeiten hat man sowas einen "Bastard" oder "Bankert" genannt!

Siehe dazu Wikipedia:
"Bastard ist eine alte Bezeichnung für ein uneheliches Kind, ursprünglich ein fester Terminus des Feudalwesens zur Bezeichnung für das von einem Adligen in außerehelicher Verbindung gezeugte, aber von ihm rechtlich anerkannte Kind. Wenn die Bestätigung des Vaters fehlte oder dieser nicht adlig war, nannte man ein uneheliches Kind Bankert oder Kegel. Der Ausdruck Bastard wurde später auch als Schimpfwort benutzt."

Und mit diesen unbiblischen Weisheiten wird die heutige Weihnachtspredigt beendet!


453. Wort zum Sonntag, den 23.12.2018

Lk 1,39-45: In diesen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa. Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabeth. Und es geschah, als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabeth vom Heiligen Geist erfüllt und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du unter den Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? Denn siehe, in dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. Und selig, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.

Die obige Elisabeth wird dann die Mutter von Johannes den Täufer, der in den Evangelien eine wichtige Rolle spielt, weil er in der damaligen Bevölkerung recht bekannt war und darum von der neuen Jesussekte gerne als Jesusverkünder verwendet wurde. Darum darf er im heutigen Evangelium auch voller Freude im Mutterleibe hüpfen.

Was macht heute der Schönborn? Er freut sich über die bekannteste Frau in der Menschheitsgeschichte, über seine heilige Muttergottes Maria. Bekannt wurde die Maria ausschließlich durch die christkatholische Propaganda, die ja dereinsten fast die gesamte Welt erreichte. Freut Euch heute, dass die katholische Verkündigung nun schon längere Zeit nimmer so einen verpflichtenden Durchschlag hat, hätte darf uns diese sagenhafte Maria auch von Herzen egal sein, ohne dass das Folgen hat.

Für einen Bischof ist sie natürlich immer noch die einzige Frau, die er lieben darf und sogar lieben muss! Aber machen wir's kurz, wie lautet beim Schönborn die heutige Predigtpointe? Sie lautet so: "Kann denn Gott eine Mutter haben? Kann eine Mutter Gott gebären? (..) Die beiden Frauen, die einander umarmen, die beide ihr Kind unter dem Herzen tragen, sind für mich ein starkes Zeichen für das, worum es zu Weihnachten geht: Wir alle verdanken unser Leben jener Frau, die unsere Mutter war und bleibt. Marias Kind, Jesus, dessen Geburt wir morgen feiern, ist Gottes Sohn und Menschenkind zugleich. So nahe ist uns Gott, dass er wie wir als Kind zur Welt kommt."

Dabei hätte sich der Jesus die ganze Arbeit nicht machen müssen, als allmächtiges Drittel des dreifaltigen Gottes hatte sich die Jesusfalte ja wohl auch ohne Befruchtung einer jungfräulichen Frau durch den Heiligen Geist und der danach folgenden weihnachtlichen Geburt als Mensch unter Menschen zeigen können. Da es jedoch keine Götter gibt und auch keine jungfraugeborenen Göttersöhne, ist das ja alles bloß eine religiöse Sage. Und Weihnachten gibt's nicht wegen der Jesusgeburt, sind wegen der Wintersonnenwende!

Schon in Stonehenge hat man ein Fest gefeiert, weil die Tage wieder länger wurden, die Stonehenge-Steine waren dafür der Kalender! Und bei den Römern gab's am 25.12. das Fest der unbesiegbaren Sonne (Sol Invictus), das vom Christentum geklaut und als Jesusgeburtstag verwendet wurde! Denn in damaligen Zeiten waren die finsteren Wintertage was sehr Schlimmes gewesen und die Rückkehr von mehr Tageslicht von essentieller Wichtigkeit.

Zu Stonehenge hier ein Screenshot von der Site www.wissen.de:


Wir heute drehen bloß das Licht auf, wenn die Sonne später auf und früher untergeht, eine unbesiegbare Sonne und einen Wintersonnenwende-Kalender brauch wir nimmer so dringend wie die alten Völker. Und schon längst ist Weihnachten weit überwiegend ein Familienfest, der Jesus wird dafür nimmer benötigt!


452. Wort zum Sonntag, den 16.12.2018

Lk 3,10-18: Da fragten die Scharen Johannes den Täufer: Was sollen wir also tun? Er antwortete ihnen: Wer zwei Gewänder hat, der gebe eines davon dem, der keines hat, und wer zu essen hat, der handle ebenso! Es kamen auch Zöllner, um sich taufen zu lassen, und fragten ihn: Meister, was sollen wir tun? Er sagte zu ihnen: Verlangt nicht mehr, als festgesetzt ist! Auch Soldaten fragten ihn: Was sollen denn wir tun? Und er sagte zu ihnen: Misshandelt niemanden, erpresst niemanden, begnügt euch mit eurem Sold! Das Volk war voll Erwartung und alle überlegten im Herzen, ob Johannes nicht vielleicht selbst der Christus sei. Doch Johannes gab ihnen allen zur Antwort: Ich taufe euch mit Wasser. Es kommt aber einer, der stärker ist als ich, und ich bin es nicht wert, ihm die Riemen der Sandalen zu lösen. Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen. Schon hält er die Schaufel in der Hand, um seine Tenne zu reinigen und den Weizen in seine Scheune zu sammeln; die Spreu aber wird er in nie erlöschendem Feuer verbrennen. Mit diesen und vielen anderen Worten ermahnte er das Volk und verkündete die frohe Botschaft.

Der Prediger Johannes kommt in der Bibel wohl deswegen immer wieder vor, weil er im Volke bekannt war und darum die Jesussekte, die Jahre später aktiv wurde, sozusagen einen Zeitzeugen für ihre Jesuspropaganda anführen konnte.

Der obige Text spiegelt die sozialen Verhältnisse in alten Zeiten wieder, da war das Einzige was die untersten Schichten zu erwarten hatten, freiwillig gegebene Almosen. Die Religionen brachten nirgendwo mehr auf die Beine als das, es war die im 19. Jahrhundert entstandene Arbeiterbewegung, die dann schließlich aus milden Gaben festgeschriebene Sozialrechte machte. Und auch heute ist es noch so, dass christliche Parteien diesen Sozialrechten kritisch gegenüberstehen und sie zu reduzieren trachten!

Was meint heute der Herr Kardinal Schönborn zu den obigen Bibelzeilen? Er erzählt vom heutigen dritten Adventsonntag, der heißt lateinisch "Gaudete", das bedeutet "freut Euch"! Und freuen sollen sich die Leute, weil der Herr ist nah, er wird ja jedes Jahr zu Weihnachten neu geboren und darum müssen sich gläubige Christen vier Wochen davor darüber zu freuen anfangen!

Und dann predigt der Wiener Bischof über Johannes den Täufer, der in seinen Predigten ein großer Verdammer war, die bösen Sünder kamen ins ewige Feuer, Schönborn bekräftigt die Schlusszeilen des heutigen Evangeliums mit einem anderen Johanneszitat: "Ihr Schlangenbrut, wer hat euch denn gelehrt, dass ihr dem kommenden Zorngericht entrinnen könnt? Bringt Früchte hervor, die eure Umkehr zeigen … Schon ist die Axt an die Wurzel der Bäume gelegt; jeder Baum, der keine gute Frucht hervorbringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen."

Seltsam, dass es plötzlich in einer katholischen Predigt wieder das ewige Höllenfeuer gibt, der böse Christengott also wieder als das absolut Bösartigste dargestellt wird, das denkmöglich ist. Man predigt sowas ja schon länger nimmer, weil man doch erkannt hat, dass ein ewiges Feuer doch sehr überzogen ist. Wenn man etwa den Hitler mit dem Christengott und seiner Hölle vergleicht, wäre ja der Hitler deutlich besser positioniert, er hat die Leute, die er verdammte zwar im KZ auch eine Weile gefoltert, sie aber letztlich umgebracht und nicht ewig gefoltert. Was natürlich ein blöder Vergleich ist, weil der Hitler war real und der verdammte verdammende Christengott und sein Höllenfeuer sind bloße Fiktionen.

Wie bekommt der Schönborn heute die Hölle aus seiner Predigt? Er kratzt die Kurve so, er stellt die Drohbotschaft ins Verhältnis zu den Forderungen des Johannes: "Nach dieser gewaltigen Bußpredigt würde ich eine Aufforderung zu großen Bußwerken erwarten, zu drastischen und dramatischen Veränderungen des Lebens. Stattdessen gibt der Bußprediger Johannes ganz einfach schlichte Hinweise, gar nichts Besonderes und Aufregendes. Was sollen wir tun? Teilen!"

Die Höllendrohung ist damit weg, weil wir sollen ja eh bloß ein bisschen teilen! Der Predigtschluss geht so: "Wie entgehen wir dem Gericht Gottes, das Johannes androht? Nicht durch außerordentliche Werke der Buße, sondern durch ganz einfache Änderungen unseres Verhaltens, durch das, was wir den schlichten, normalen Anstand nennen können. Der bringt die Freude, von der der heutige Sonntag spricht."

Teilen tun wir ja alle schon, indem wir Steuern und Beiträge zur Sozialversicherung entrichten, das bisschen an Almosen, das heute noch gesammelt und verteilt wird, ist proportional zu den öffentlichen Sozialpflichten und Sozialrechten gesehen nicht einmal ein Lercherlschas (= "Furz einer Lerche") ! Amen.


451. Wort zum Sonntag, den 9.12.2018

Gestern gab's in der Kronenzeitung Schönborns Sonntagspredigt zum Feiertag am 8.12., siehe unten, am 9.12. gab's keine Sonntagskrone und auf der Site der Diözsese Wien keine Sonntagspredigt vom Schönborn! Entweder hat sich der Herr Bischof heute freigenommen, weil er eh gestern schon gepredigt hat, oder die Betreuer der Site der Wiener Diözese haben auf die Online-Stellung vergessen!

Aber im Online-Messbuch gibt's natürlich auch am 9.12. ein Evangelium:
Lk 3, 1-6: Es war im fünfzehnten Jahr der Regierung des Kaisers Tiberius; Pontius Pilatus war Statthalter von Judäa, Herodes Tetrarch von Galiläa, sein Bruder Philippus Tetrarch von Ituräa und Trachonitis, Lysanias Tetrarch von Abilene Hohepriester waren Hannas und Kajaphas. Da erging in der Wüste das Wort Gottes an Johannes, den Sohn des Zacharias. Und er zog in die Gegend am Jordan und verkündigte dort überall Umkehr und Taufe zur Vergebung der Sünden. So erfüllte sich, was im Buch der Reden des Propheten Jesaja steht: Eine Stimme ruft in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg! Ebnet ihm die Straßen! Jede Schlucht soll aufgefüllt werden, jeder Berg und Hügel sich senken. Was krumm ist, soll gerade werden, was uneben ist, soll zum ebenen Weg werden. Und alle Menschen werden das Heil sehen, das von Gott kommt.

Und darum eine schönbornlose atheistische Sonntagspredigt von einem auch sonntags unermüdlich fleißigen Atheisten!

Heute gibt's sogar eine genau Zeitangabe, das 15. Tiberiusjahr war das Jahr 29 unserer Zeitrechnung. Im Messbuch ist der obige Text getitelt "Alle Menschen werden das Heil sehen, das von Gott kommt". Natürlich sind kein Gott und kein Heil gekommen, sondern die ursprünglich jüdische Sekte wurde zu einer griechischen Religion, die im Jahre 380 wohl aus ihrer inhaltlichen Zweckmäßigkeit zur Niederhaltung der Bevölkerung mittels der Versprechung der ewigen Seligkeit für alle Mühseligen und Beladenen durch das Dreikaiseredikt zur römischen Staatsreligion transferiert wurde.

Alle anderen Religionen wurden im Römischen Reich verboten, die bis dahin bestehende Religionsfreiheit also abgeschafft. Damit war der Weg frei für das katholische Unheil, welches das finstere Mittelalter hervorbrachte und sich im Kolonialzeitalter beinahe auf die ganze Welt ausbreitete.

Dann bildete sich als Gegenpol die Aufklärung
, deren Orientierung auf das Wissen des tausend lange Jahre katholisch verdammten Altertums zurückgreifen und damit die Entwicklung in die Neue Zeit einleiten konnte. Es dauerte noch Jahrhunderte bis wir nun im 21. Jahrhundert tatsächlich bei der Überwindung der katholischen Herrschaft deutlich wahrnehmbare Erfolge haben! Die weltliche katholische Macht ist weitgehend gebrochen, es gibt zwar immer noch viele als Babys zwangsgetaufte katholische Kirchenmitglieder, aber die Nachfrage nach religiösen Lehren und Diensten wird immer weniger! Ein Heil von Gott interessiert nur noch kleinere Teile der Bevölkerung, weil die Menschen ihr Heil längst im heutigen gesellschaftlichen und staatlichen Wesen in den meisten Belangen wirklich finden können und auf keine göttlichen Wunder mehr hilflos zu hoffen brauchen...
So, das war's für heute, ganz ohne Schönborn!


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