Jeden Sonntag predigen die Pfarrer in der Kirche über die im aktuellen Kirchenjahr vorgesehene Stelle in der Bibel. Sogar Menschen, die nie in die Kirche gehen, können diese Predigten in der Heiligen Kronenzeitung nachlesen, denn dort predigt Kardinal Schönborn eigenhändig. Auf der Homepage der Diözese Wien ist die Predigt ebenfalls zu finden.

Solche Sonntagspredigen reizen auch Atheisten. Zu den Bibeltexten fällt einem nämlich oft ganz was anderes ein als dem Herrn Schönborn. Darum wird auf ATHEISTEN-INFO fast immer auch ein Wort zum Sonntag losgelassen. Die Sonntagsworte Nr. 1 bis 50, die Sonntagsworten Nr. 51 bis 100, die Sonntagsworte Nr. 101 bis 150, die Sonntagsworte Nr. 151 bis 200, die Sonntagsworte Nr. 201 bis 250 und die Sonntagsworte Nr. 251 bis 300 können als PDF heruntergeladen.


344. Wort zum Sonntag am 19. Februar 2017

Mt 5, 38-48: In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Auge für Auge und Zahn für Zahn. Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin. Und wenn dich einer vor Gericht bringen will, um dir das Hemd wegzunehmen, dann lass ihm auch den Mantel. Und wenn dich einer zwingen will, eine Meile mit ihm zu gehen, dann geh zwei mit ihm. Wer dich bittet, dem gib, und wer von dir borgen will, den weise nicht ab. Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel werdet; denn er lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten, und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. Wenn ihr nämlich nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn könnt ihr dafür erwarten? Tun das nicht auch die Zöllner? Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr damit Besonderes? Tun das nicht auch die Heiden? Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist.

Heute haben wir wieder einmal die Bibelstelle, die so gerne verkündet wird, an die sich aber in der ganzen Geschichte der katholischen Kirche noch niemals auch nur ein einziger Kleriker gehalten hat, "wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin"! Erst Ende Jänner d.J. wurde ein Weihbischof während einer Messe von einem Besucher abgewatscht, aber statt die andere Wange hinzuhalten, hat er seine Zähne zusammengeklaubt, der Watschengeber durfte ihn nicht nochmals abwatschen, sondern musste sich abführen lassen.

Was schreibt der Herr Kardinal Schönborn heute darüber? Er lobt zuerst einmal die aus der jüdischen Religion stammende These von "Auge für Auge und Zahn für Zahn", weil das als einschränkend für das Verlangen nach Rache zu verstehen sei, also für kein Kopfab fürs Auge und kein Augeweg für einen fehlenden Zahn! Das ist nachvollziehbar, aber was ist mit der anderen Wange? Er sinniert zuerst darüber, ob sein Jesus das wirklich so meinen kann und kommt dann zu einem relativierenden Ende:
"Was Jesus uns nahelegt, ist der persönliche Weg der Versöhnung. Wie oft könnten endlose Erbstreitereien vermieden werden, wenn die 'Spielregeln' Jesu eingehalten würden. Nirgendwo wird das deutlicher als beim Gebot der Feindesliebe: 'Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen.' Kein Zweifel: Es ist das schwierigste Gebot Jesu. Aber es ist der einzige Weg, wie die Spirale der Gewalt durchbrochen werden kann. Im Grunde ist es sehr einfach: Ich muss nur versuchen, im Anderen, der mir feindlich ist, nicht den Feind, sondern den Menschen zu sehen. Am ehesten wird mir das gelingen, wenn ich daran denke: Auch der Andere ist von Gott geliebt. Leicht ist dieser Weg nicht, aber sicher lohnend."

Also die andere Wange braucht man nicht hinzuhalten, man soll nur nicht zurückschlagen. Warum der Jesus dann nicht gepredigt hat, "wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann hau nicht zurück", das erklärt er allerdings nicht. Und die weiteren Jesus-Ausführungen über den Mantel, die zweite Meile und die Feindesliebe finden in der bischöflichen Sonntagspredigt keine Erwähnung. Dieses Erniederungsgehabe sollte wohl dem Downgrading der eigenen Person dienen, wer im Staub kriecht, der ist gut und eine Kirche aus Staubkriechern ist eine wunderbare Kirche. Aber spielen tun's das heute nicht einmal mehr ansatzweise und im katholischen Funktionärsstab hat das nie eine Rolle gespielt, der Franz von Assisi ist das berühmte katholische Beispiel für die Selbsterniedrigung, aber auch bei den Franziskanern fleht vor lauter Feindesliebe niemand um weitere Watschen...


343. Wort zum Sonntag am 12. Februar 2017

Mt 5,20-22a.27-28.33-34a.37: In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Darum sage ich euch: Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit größer ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst nicht töten; wer aber jemand tötet, soll dem Gericht verfallen sein. Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder auch nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein. Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst nicht die Ehe brechen. Ich aber sage euch: Wer eine Frau auch nur lüstern ansieht, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen. Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst keinen Meineid schwören, und: Du sollst halten, was du dem Herrn geschworen hast. Ich aber sage euch: Schwört überhaupt nicht. Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein; alles andere stammt vom Bösen.

Heute ist es wieder einmal interessant, was der Jesus nicht sagen darf, suchen wir uns einmal die Verse 20b bis 26, 29 bis 32 und 34b bis 36:
20b-26:
...und wer zu seinem Bruder sagt: Du Dummkopf!, soll dem Spruch des Hohen Rates verfallen sein; wer aber zu ihm sagt: Du (gottloser) Narr!, soll dem Feuer der Hölle verfallen sein. Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei einfällt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass deine Gabe dort vor dem Altar liegen; geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder, dann komm und opfere deine Gabe. Schließ ohne Zögern Frieden mit deinem Gegner, solange du mit ihm noch auf dem Weg zum Gericht bist. Sonst wird dich dein Gegner vor den Richter bringen und der Richter wird dich dem Gerichtsdiener übergeben und du wirst ins Gefängnis geworfen. Amen, das sage ich dir: Du kommst von dort nicht heraus, bis du den letzten Pfennig bezahlt hast.
29-32: Wenn dich dein rechtes Auge zum Bösen verführt, dann reiß es aus und wirf es weg! Denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verloren geht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird. Und wenn dich deine rechte Hand zum Bösen verführt, dann hau sie ab und wirf sie weg! Denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verloren geht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle kommt.  Ferner ist gesagt worden: Wer seine Frau aus der Ehe entlässt, muss ihr eine Scheidungsurkunde geben. Ich aber sage euch: Wer seine Frau entlässt, obwohl kein Fall von Unzucht vorliegt, liefert sie dem Ehebruch aus; und wer eine Frau heiratet, die aus der Ehe entlassen worden ist, begeht Ehebruch.
34b-36: ...weder beim Himmel, denn er ist Gottes Thron, noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel für seine Füße, noch bei Jerusalem, denn es ist die Stadt des großen Königs. Auch bei deinem Haupt sollst du nicht schwören; denn du kannst kein einziges Haar weiß oder schwarz machen.
Wie man sieht, darf heute der Jesus nicht einmal die Hälfte seines Textes aufsagen!

Schönborn konnte unter den beiden Varianten im Schott-Messbuch wählen, er nahm nicht die vollständige, Mt 5, 17-37, sondern die zensierte: Mt 5, 20-22a.27-28.33-34a.37. Warum? Weil die zensierte Version weit besser in die heutige Wirklichkeit passt!
Weil dem Feuer der Hölle ist heute keiner mehr verfallen,
die Kapitulation bei Meinungsverschiedenheiten kann man heute auch nimmer so recht empfehlen, weil die Katholiken ja nicht einmal mehr vor ihrer Kirche am Boden liegen
und das Augenausreißen und das Händeabhacken ist auch nimmer empfehlenswert,
mit Ehescheidungen hat die Kirche sowieso schon genug Probleme,
das Verbot des Schwörens wird nur von den Zeugen Jehovas praktiziert, vor Gericht ist immer noch der Text "bei Gott" zu schwören und mit der Bekräftigungsformel "so wahr mir Gott helfe" vorgesehen.

Und was sagt der Herr Kardinal Schönborn zum Rest der verbliebebnen biblischen Zeilen? Er empfiehlt, die zehn Gebote einzuhalten: "Du sollst nicht töten, du sollst nicht die Ehe brechen, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsch aussagen… Jesus erinnert ihn einfach an das, was wir alle gelernt haben (und hoffentlich nicht vergessen haben): die beiden Tafeln der Zehn Gebote Gottes. Wenn du dich an sie hältst, werden sie dich halten und dir den Weg zum ewigen Leben öffnen."

Wer tötet oder stiehlt oder Meineide schwört kommt heute ins Gefängnis, weil das neben vielen anderen Delikten im Strafgesetzbuch steht, dass diese Leute früher auch ins katholische Fegefeuer oder in die christliche Hölle kamen, sagt Schönborn nicht, weil sein Jesus kann doch nicht böser sein als der vorstellbare böseste rachsüchtige Mensch.

Der Wiener Bischof führt dann weiter aus, dass der Jesus sozusagen vor "Hasspostings" warnt, weil das Zürnen eine Vorstufe vom Töten ist. Dann wiederholt er, dass der Ehebruch schon beim Hinschauen passiert und schließlich ist er betrübt, weil trotz des biblischen Schwörverbotes in der katholischen Kirche immer noch Amtseide abgelegt werden: "Warum schwören wir? Weil wir einander nicht vertrauen. Weil unsere Worte so oft nicht wirklich ehrlich sind. Wie gut tut es, wenn wir uns auf das Wort des anderen verlassen können, auf sein klares Ja oder Nein. Alle diese Weisungen Jesu sind anspruchsvoll. Aber sie stimmen einfach, ohne Wenn und Aber!"

Und? Warum soll dann weiterhin ein Kruzifix am Richtertisch stehen und gemäß §1 des Gesetzes vom 3. Mai 1868 zur Regelung des Verfahrens bei den Eidesablegungen vor Gericht diese Eidesformel gesprochen werden: "Ich schwöre bei Gott dem Allmächtigen und Allwissenden einen reinen Eid, dass ich über Alles, worüber ich von dem Gerichte befragt worden bin (werde befragt werden), die reine und volle Wahrheit und nichts als die Wahrheit ausgesagt habe (aussagen werde); so wahr mir Gott helfe!"
Und im § 3 steht: "Vor der Eidesablegung hat der Richter den Schwurpflichtigen in einer dessen Bildungsgrade und Fassungskraft angemessenen Weise an die Heiligkeit des Eides vom religiösen Standpunkte, an die Wichtigkeit des Eides für die Rechtsordnung, an die zeitlichen und ewigen Strafen des Meineides zu erinnern und demselben zu bedeuten, dass der Eid im Sinne des Gerichtes, daher ohne allen Vorbehalt und ohne Zweideutigkeit, abzulegen sei."

So ein trottelhafter Schwachsinn steht im 21. Jahrhundert in einem nach wie vor gültigen knapp 150 Jahre alten Gesetz! Und dass das immer noch so ist, dafür ist die katholische Kirche verantwortlich! Und natürlich sind auch die kirchenhörigen Politikern verantwortlich, die es nicht wagen, einen Sprung vom 19. ins 21. Jahrhundert zu machen! Obwohl der Christengott das Schwören dezitiert verboten hat, das Schwören stammt laut Bibel sogar vom Bösen!


342. Wort zum Sonntag am 5. Februar 2017

Mt 5,13-16: In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen? Es taugt zu nichts mehr; es wird weggeworfen und von den Leuten zertreten. Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf dem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben. Man zündet auch nicht ein Licht an und stülpt ein Gefäß darüber, sondern man stellt es auf den Leuchter; dann leuchtet es allen im Haus. So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.

Salz kann seinen Geschmack nicht verlieren, es besteht hauptsächlich aus Natriumchlorid, das ist wasserlöslich, aber verliert dadurch nicht seinen Geschmack, weil sonst könnten wir ja keine Suppe damit salzen. Salz kommt als Steinsalz vor und gelöst im Meerwasser, den Geschmack verliert es versteinert oder gelöst auch in Millionen Jahren nicht. Da Salz in früheren Zeiten ein recht teures Gut war, kann es allerdings dabei auch Betrugshandlungen gegeben haben, also "gestrecktes Salz", wo sich dann Händler wohl damit herausredeten, es sei "lau" geworden. Aber der Jesus hatte natürlich von NaCl keine Ahnung, weil bekanntlich alle Götter so allwissend sind wie ihre Erfinder.

Aber das nur nebenbei. Wie salzt der Herr Bischof Schönborn seine Predigt? Er deutet Salz und Licht so: "Beides, Salz und Licht, haben eines gemeinsam: Sie sind klein und haben dennoch eine große Wirkung. Eine Prise Salz ist winzig im Vergleich zur Speise, aber sie macht den Unterschied aus, ob das Essen schmeckt oder ohne Geschmack ist. Eine Kerze ist klein, aber ihr Licht erleuchtet einen ganzen dunklen Raum. Was will Jesus damit sagen? Zuerst wohl das: Schreckt euch nicht, wenn ihr nur wenige seid. Ihr habt eine große Wirkung! Ein Zweites fällt auf: Jesus macht keinen moralischen Appell, von der Art: Bemüht euch, ein leuchtendes Vorbild für die anderen zu sein! Er sagt schlicht: Ihr seid das Salz der Erde, das Licht der Welt."

Da freut er sich, der Herr Kardinal, weil er ist auch ein Salz und ein Licht! Und braucht sich nicht einmal bemühen! Dass die katholische Kirche durch die Jahrhunderte Abermillionen von Menschen in geistiger Finsternis hielt und ihnen das Leben versalzt hat, darauf kommt ein Kleriker natürlich nicht, weil er predigt ja schon länger keine ewige Verdammnis mehr, mit der er und seine Kollegen bis tief ins 20. Jahrhundert einfache Menschen terrorisiert hatten. Zu meiner Schulzeit war es eine katholische Selbstverständlichkeit, dass z.B. meinereiner vom HErrn ins ewige Höllenfeuer geschmissen würde. Da mir jedoch schon in der Kindheit ein säkulares Licht im säkularen Elternhaus leuchtete, konnte ich das trübe Kirchenlicht unter den Scheffel stellen.

Wie resümiert der Herr Bischof heute?
"Wer nur für sich selber lebt, der leuchtet nicht und dessen Leben ist für niemanden ein Gewinn. Deshalb fügt Jesus zwei Warnungen an seine beiden Bildworte hinzu. Salz, das schal, geschmacklos geworden ist, kann man nur mehr wegwerfen. Es nützt zu nichts mehr. Ein Licht, über das man einen Topf stülpt, ist völlig nutzlos, es hat seinen Zweck verfehlt. Wenn du nur für dich selber da sein willst, ist dein Leben fad wie schal gewordenes Salz, es strahlt nicht aus und bleibt traurig isoliert. Aber Jesu Worte enthalten auch eine ganz große Ermutigung, auf die zu hören sich lohnt: Dein Leben hat Licht und Kraft in sich! Gott hat sein Leben in dich hineingelegt. Er gibt dir die Fähigkeit, das Leben anderer Menschen zu bereichern. In dir steckt so viel, was anderen helfen kann. Sei, was du bist: Salz und Licht für die Menschen um dich!"

Ja, meinereiner lebt nur zu seinem Spaßvergnügen und macht z.B. diese Homepage, weil meinereiner eine Wut auf Religionen und den Schaden, den sie stiften, hat. Ein bisschen versalzen tu ich die Kirchensuppe wohl auch, dass Salz nicht schal werden kann, weiß der Herr Bischof nicht, da glaubt er seinem Jesus, der das auch nicht weiß. Natürlich ist meine Lichtverbreitung nicht weltbewegend, aber im Jänner 2017 waren es doch über 40.000 Besucher, die auf meiner Homepage was fanden. Achja, Gott hat sein Leben in mich hineingelegt? Da hat er aber viel Arbeit, weil dann muss er ja in alle Menschen sein Leben hineinlegen! Und wenn man dann noch rechnet, dass es in den 100 Milliarden Galaxien haufenweise noch weiteres intelligentes Leben geben wird, dann ist der katholische Gott wohl ziemlich zerstückelt. Aber er hilft ja laut Schönborn damit auch einem Atheisten bei der Welterleuchtung. Ist doch nett vom katholischen Gott! "Sei, was du bist: Salz und Licht für die Menschen um dich!" Mach ich gern, amen!


341. Wort zum Sonntag am 29. Jänner 2017

Mt 5,1-12a: In jener Zeit, als Jesus die vielen Menschen sah, die ihm folgten, stieg er auf einen Berg. Er setzte sich, und seine Jünger traten zu ihm. Dann begann er zu reden und lehrte sie. Er sagte: Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich. Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden. Selig, die keine Gewalt anwenden; denn sie werden das Land erben. Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden satt werden. Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden. Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen. Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden. Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das Himmelreich. Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet. Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein.

Was kommt da wieder einleitend? Na klar, die Geschichte von der Bibelfälschung. Die kennen zwar die regelmäßigen Besucher dieser Site eh selber schon auswendig, aber das ist so ein schöner Ausdruck der christlichen Heuchelei, das muss immer wieder angeführt werden! Denn im griechischen Originaltext heißt in Lateinschrift der Vers 3: "Makarioi hoi ptochoi to pneumati, hoti auton estin he basileia ton ouranon" Und wie schon so oft hier wieder die richtige Übersetzung des richtigen Bibeltextes: das heißt "Selig die Armen im Geiste, denn ihrer ist das Himmelreich" und nicht "selig, die arm sind vor Gott...". Denn "makarioi" heißt "selig", "ptochoi" heißt "arm" und "to pneumati" heißt nicht "vor Gott", sondern "im Geist". Die katholische Kirche sprach bis zum 2. Vatikaum in den 1960er-Jahren lateinisch, in der jahrhundertelang verwendeten Lateinübersetzung hieß der obige Vers "Beati pauperes spiritu quoniam ipsorum est regnum caelorum". Die " vor Gott arm sind, hätten heißen müssen "Beati pauperes coram deo quoniam ipsorum est regnum caelorum". Aber es ist inzwischen christliches Gebot, den Jesus nimmer verraten zu lassen, dass die wichtigsten Seligen "arm im Geiste" sind!

Was heute das Problem hat, dass die Armen im Geiste schon länger nimmer die Mehrheit in der Bevölkerung haben. Das galt in der hohen katholischen Zeit, wo jeder katholisch sein musste und kaum einer lesen konnte, aber heute geht das schon von den bildungsmäßigen Voraussetzungen schwer, die jungen Leute, die Probleme beim sinnerfassenden Lesen haben, haben weit überwiegend auch einen islamischen Migrationshintergrund, der aus islamischen Traditionen die Bildungsferne sichert, aber es hilft der r.k. Kirche wenig, wenn die Zahl der gläubigen Muslime steigt.

Aber auch das nur nebenbei, welche Welt hat sich denn der Jesus erhofft? Er gibt laut Schönborn eine Botschaft an die Gutmenschen aus: "Jesus zieht es zu den Armen hin. Er übersieht sie nicht. Sie sind seine Bevorzugten. Aber was bietet er ihnen? Trost? Vertröstung? Einmal wird es euch besser gehen? Was bringt ein solches Wort den wirklich Armen? Jesus hat die Welt revolutioniert. Jetzt gilt nicht mehr: Wer arm ist, hat Pech gehabt! Sondern: Wer arm ist, dem gehört Gottes ganze Zuwendung. Jesu Ankündigung hat weltweit zahllose Menschen berührt, ihr Herz und ihre Phantasie bewegt, die Armen anders zu sehen, ihnen zu helfen, sie als Geschwister zu sehen und nicht von ihrer Not wegzusehen. Das macht glücklich."

Ja, und seither geht es den Armen überall gut, weil gute Menschen glücklich sind, wenn sie Almosen verteilen können?! Aber dazu brauchen wir wieder einmal Dom Helder Camarra, Befreiungstheologe und bis 1985 Erzbischof von Olinda und Recife in Brasilien , der sagte dereinsten: "Wenn ich den Armen Essen gebe, nennen sie mich einen Heiligen. Wenn ich frage, warum sie arm sind, nennen sie mich einen Kommunisten".

Aber in diese Richtung hat der Jesus nie was gesagt, in seinem sehr berühmten Gleichnis vom reichen Prasser und dem armen Lazarus, Lk 16,19-21, heißt es:
"Es war einmal ein reicher Mann, der sich in Purpur und feines Leinen kleidete und Tag für Tag herrlich und in Freuden lebte. Vor der Tür des Reichen aber lag ein armer Mann namens Lazarus, dessen Leib voller Geschwüre war. Er hätte gern seinen Hunger mit dem gestillt, was vom Tisch des Reichen herunterfiel. Stattdessen kamen die Hunde und leckten an seinen Geschwüren."

Die Gesellschaft zu verändern, auf dass niemand mehr vor der Tür liegen und auf die Abfälle der Reichen und der Gutmenschen warten muss, es also Rechte statt Barmherzigkeit gibt, das hat der Jesus nicht gepredigt. Und dieser schließt seine heutige Predigt mit der Botschaft, die bei Reichen und Mächtigen so gut angekommen ist: "Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein." Weil das zahlt dann Gott und auf Erden kann alles so bleiben wie es ist. Also am Niveau der Klostersuppe...


340. Wort zum Sonntag am 22. Jänner 2017

Mt 4,12-23: Als Jesus hörte, dass man Johannes ins Gefängnis geworfen hatte, zog er sich nach Galiläa zurück. Er verließ Nazaret, um in Kafarnaum zu wohnen, das am See liegt, im Gebiet von Sebulon und Naftali. Denn es sollte sich erfüllen, was durch den Propheten Jesaja gesagt worden ist: Das Land Sebulon und das Land Naftali, die Straße am Meer, das Gebiet jenseits des Jordan, das heidnische Galiläa: das Volk, das im Dunkel lebte, hat ein helles Licht gesehen; denen, die im Schattenreich des Todes wohnten, ist ein Licht erschienen. Von da an begann Jesus zu verkünden: Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe. Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er zwei Brüder, Simon, genannt Petrus, und seinen Bruder Andreas; sie warfen ihre Netze in den See, denn sie waren Fischer. Da sagte er zu ihnen: Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen. Sofort ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm. Als er weiterging, sah er zwei andere Brüder, Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes; sie waren mit ihrem Vater Zebedäus im Boot und richteten ihre Netze her. Er rief sie, und sogleich verließen sie das Boot und ihren Vater und folgten Jesus. Er zog in ganz Galiläa umher, lehrte in den Synagogen, verkündete das Evangelium vom Reich und heilte im Volk alle Krankheiten und Leiden.

Schönborn titelt seine Sonntagspredigt mit "Menschenfischer" und freut sich darüber, weil er vermutlich glaubt, er würde noch Menschenfische fangen können. Heute geht's gleich zu Schönborns Resümee, er stellt dort kühne Behauptungen auf: "(..) Und wie sah das aus, als diese schnell wachsende Anhängerschar mit Jesus von Dorf zu Dorf zog, großes Aufsehen erregte, weil Jesus so viele Kranke heilte, weil unglaubliche Wunder geschahen? Alle diese Einzelheiten stehen nicht im Evangelium. Nur das Wichtigste wird festgehalten. Es ist das Wort, das Jesus seinen allerersten Anhängern sagte: 'Ich werde euch zu Menschenfischern machen.' Ihren bisherigen Beruf haben sie aufgegeben. Ihr neuer Beruf wird sie weit hinaus in die Welt führen. Sie werden überall Menschen 'fischen'. Viele werden durch sie zu Jüngern Jesu werden. Und so kam es wirklich. Was damals ganz klein am See von Galiläa begann, wurde die weltweit größte Religionsgemeinschaft, die der Christen."

Die extrem kühne Behauptung Schönborns ist klarerweise diese: "Was damals ganz klein am See von Galiläa begann, wurde die weltweit größte Religionsgemeinschaft, die der Christen." Da zogen also damals die Jesusjünger durchs Land und von Land zu Land und um die Welt und schufen die größte Religionsgemeinschaft? Haben dabei keine irdischen Mächte geholfen? Nur die Menschenfischer haben gefischt? Geht's noch dümmer?

Erinnern wir uns an das Jahr 380 und das Dreikaiseredikt "Cunctos populos"
vom 28. Februar, verfasst in Thessaloniki von den römischen Kaisern Theodosius I., Gratian und Valentinian II.: "Alle Völker, über die wir ein mildes und maßvolles Regiment führen, sollen sich, so ist unser Wille, zu der Religion bekehren, die der göttliche Apostel Petrus den Römern überliefert hat, wie es der von ihm kundgemachte Glaube bis zum heutigen Tage dartut und zu dem sich der Pontifex Damasus klar bekennt wie auch Bischof Petrus von Alexandrien, ein Mann von apostolischer Heiligkeit; das bedeutet, dass wir gemäß apostolischer Weisung und evangelischer Lehre eine Gottheit des Vaters, Sohnes und Heiligen Geistes in gleicher Majestät und heiliger Dreifaltigkeit glauben. Nur diejenigen, die diesem Gesetz folgen, sollen, so gebieten wir, katholische Christen heißen dürfen; die übrigen, die wir für wahrhaft toll und wahnsinnig erklären, haben die Schande ketzerischer Lehre zu tragen. Auch dürfen ihre Versammlungsstätten nicht als Kirchen bezeichnet werden. Endlich soll sie vorab die göttliche Vergeltung, dann aber auch unsere Strafgerechtigkeit ereilen, die uns durch himmlisches Urteil übertragen worden ist."

Diese drei "Menschenfischer" haben die im Römischen Reich damals institutionalisierte Religionsfreiheit abgeschafft, alle Nichtchristen wurden für toll und wahnsinnig erklärt und in den Jahrhunderten danach zogen die katholischen Fischereiflotten bewaffnet durch und schließlich um die Welt und zwangen die Völker ins Christentum. Wenn die "Menschenfischer" des Jesus weitergefischt hätten, ohne dass die katholische Kirche weltliche Mächte in ihre Dienste spannen hätte können, kein Mensch wüsste heute noch was vom Christentum und die Menschheit wäre in ihrer evolutionären Entwicklung um tausend Jahre weiter! Als es nach langen theoretischen Erörterungen darum ging, heutzutage tatsächlich katholische Jünger zum Menschenfischen auszusenden, merkte man nach einigen missglückten kleinen Proben: das wird nix, da sind keine Fische, die an der r.k. Angel hängen bleiben, der für 2012 geplante Großfischfangversuch wurde nicht einmal abgesagt, er fand einfach nicht statt...


339. Wort zum Sonntag am 15. Jänner 2017

Jh. 1,29-34: In jener Zeit sah Johannes der Täufer Jesus auf sich zukommen und sagte: Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt. Er ist es, von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann, der mir voraus ist, weil er vor mir war. Auch ich kannte ihn nicht; aber ich bin gekommen und taufe mit Wasser, um Israel mit ihm bekannt zu machen. Und Johannes bezeugte: Ich sah, dass der Geist vom Himmel herabkam wie eine Taube und auf ihm blieb. Auch ich kannte ihn nicht; aber er, der mich gesandt hat, mit Wasser zu taufen, er hat mir gesagt: Auf wen du den Geist herabkommen siehst und auf wem er bleibt, der ist es, der mit dem Heiligen Geist tauft. Das habe ich gesehen, und ich bezeuge: Er ist der Sohn Gottes.

Dass die Nutzung des Johannes für die Jesuspropaganda darin lag, dass "Johannes der Täufer" ein berühmter Prediger war, wurde hier ja eh schon sehr häufig angeführt, der Jesus wird ja in den erhalten gebliebenen damaligen geschichtlichen Unterlagen gar nicht erwähnt. Also muss der Johannes auch den Zeugen für den göttlichen Jesus machen! Und da das Evangelium des Evangelisten Johannes ja erst rund hundert Jahre nach der Jesuszeit geschrieben wurde, sind dort auch diverse Weiterentwicklungen der Lehren der Jesussekte eingebaut.

Warum nur der Johannes einen Geist herabschweben sah, der sich auf den Jesus setzte, müsste auch für Gottgläubige schwer nachvollziehbar sein. In der Bibel werden einerseits Wundergeschichten vom Jesus als Belege für seine Göttlichkeit erzählt, andererseits gibt es keinerlei wirklich Aufsehen erregende Auftritte, der Jesus hätte ja z.B. nach seiner Auferstehung allen Juden erscheinen können und nicht nur seinen Jüngern, sowas wäre danach bestimmt sogar in den Staatsakten des römischen Statthalters Pontius Pilatus gestanden! Dummerweise ist der Jesus nicht auferstanden und niemandem erschienen, damit hatte ja schon der Apostel Paulus seine Probleme, siehe 1. Korinther-Brief, 15, 12-14: "Wenn aber Christus gepredigt wird, dass er von den Toten auferstanden ist, wie sagen dann einige unter euch: Es gibt keine Auferstehung der Toten? Gibt es keine Auferstehung der Toten, so ist auch Christus nicht auferstanden. Ist aber Christus nicht auferstanden, so ist unsre Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich." Damit wäre schon alles über den Christenglauben gesagt, er ist vergeblich.

Aber das wieder einmal nur nebenbei, was beschäftigt heute den Herrn Bischof von Wien?
Er freut sich über die "Krönungsmesse" von Mozart, speziell über das Sopran-Solo des "Agnus Dei", er schreibt: "Die Zartheit dieser Klänge ist etwas Einmaliges: Agnus Dei, qui tollis peccata mundi, miserere nobis. Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt, erbarme dich unser." Falls jemand oder jefraud einmalig zarte Töne hören will, hier ein YouTube-Clip mit dreieinhalb Minuten Chorgesang samt Noten und Text:


Und wer sich weniger für Gotteslämmer interessiert, der kann sich einen der Big Hits Mozarts hier anhören und ansehen, "Die kleine Nachtmusik":


Aber auch das nur nebenbei! Für Schönborn ist natürlich der Satz "Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt", die Hauptsache.
Dazu müsste er allerdings sofort fragen, wieso es dann die letzten 2000 Jahre auf der Welt nur so gewimmelt hat und immer noch wimmelt von Sünden, wenn das "Lamm Gottes", also der Jesus, die Sünden hinweggenommen hätte? Allein für die Sünden der katholischen Kirche in dieser Zeit gäbe es viel zuwenig Lämmer auf der Welt!

Schönborn weiß es darum vorsichtshalber auch nicht genau, was das heißen soll:
"Ich glaube, wir können nur ahnen, was das bedeutet." Was ahnt er? Er predigt von der Liebe: "Als er unschuldig am Kreuz starb, wie ein wehrloses Lamm, da ist die Macht des Bösen gebrochen worden. Da hat er wirklich dem Guten zum Durchbruch verholfen. Seither ist Versöhnung möglich, hat das Böse nicht das letzte Wort. Seither wissen wir, dass Hass durch noch mehr Liebe überwunden werden kann."

Als meinereiner in den 1950/60er Jahren in die Schule ging, da herrschte noch die katholische Verdammung für Sünder und Ungläubige, Liebe zum Jesus wurde befohlen, wer den Jesus nicht liebte, kam in die Hölle. Hass durch Liebe zu überwinden, wie soll das funktionieren? Na, vielleicht fährt der Herr Kardinal in den Islamischen Staat und liebt dort alle Jihadisten. Und um das zu beweisen, nimmt er sich Sprenggürtel mit und sprengt voller Liebe zum Hass bei einer Sonntagsmesse den Stephansdom in die Luft. Dann liebten ihn zumindest alle Jihadisten. Aber vielleicht hat da jemand bessere Vorschläge, der Wiener Bischof redet zwar andauend von der Liebe, aber konkrete Beispiele wie das funktioniern soll, beschreibt er nie!

So, das war's für heute!


338. Wort zum Sonntag am 8. Jänner 2017

Mt 3,13-17: In jener Zeit kam Jesus von Galiläa an den Jordan zu Johannes, um sich von ihm taufen zu lassen. Johannes aber wollte es nicht zulassen und sagte zu ihm: Ich müsste von dir getauft werden, und du kommst zu mir? Jesus antwortete ihm: Lass es nur zu! Denn nur so können wir die Gerechtigkeit, die Gott fordert, ganz erfüllen. Da gab Johannes nach. Kaum war Jesus getauft und aus dem Wasser gestiegen, da öffnete sich der Himmel, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube auf sich herabkommen. Und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe.

Heute haben wir ein kurzes Evangelium, es ist eines von denen, in welchem der damals recht bekannte Prediger Johannes heruntergemacht wird, damit dieser Jesus hochgelobt werden kann. Der Johannes konnte sich nimmer helfen, weil er war zurzeit der Verkündigung der Jesuslehre ja schon tot, sein Leben und Sterben war allerdings durch den jüdischen Geschichtsschreiber Flavius Josephus - im Gegensatz zum Jesus - tatsächlich erfasst worden.

Für Bischof Schönborn ist natürlich alles so, wie es in der Bibel steht, da ist der Johannes kein Endzeitprediger, der seine jüdischen Glaubensgenossen vorm Weltenende warnt und sie zur Umkehr und Buße aufruft, nein, er verkündet den Jesus, den der echte Johannes vielleicht nicht einmal gekannt hat.

Schönborn wundert sich pflichtgemäß jedes Mal, wenn dieses Evangelium auf der Tagesordnung steht: "Jesus hat sich eingereiht in die lange Menschenschlange, die darauf wartet, von Johannes getauft zu werden. (..) Was macht Jesus mitten unter diesen Leuten? Er ist doch kein Sünder, der umkehren muss. Im Gegenteil: Er soll doch die Menschen von ihren Sünden befreien. Johannes kann es nicht fassen. Er wehrt sich, Jesus wie einen gewöhnlichen Sünder zu taufen."

Der Herr Kardinal weiß aber aufgrund der heutigen Christenlehre, die keine höllische Verdammung mehr kennt, warum der Jesus sich zu den Sündern stellt! Die Bischofspredigt schließt mit: "Statt zu warten, bis wir uns bessern und uns Ihm wieder nähern, kommt er uns entgegen. Genau darum geht es ja zu Weihnachten. Gott kommt zu uns! Er wird Mensch unter uns Menschen. Als Jesus mit dreißig Jahren sein öffentliches Wirken beginnt, geht er zuerst zu Johannes, wie ein Sünder unter den Sündern. Und so macht er es bis heute: Er kommt uns zuvor. Er kommt uns entgegen. Er hat uns gern, auch wenn wir sehr unvollkommen sind. Staunend stellen wir fest: 'Du kommst zu mir?'"

Und was macht dann der Schönborn, wenn der Jesus jedes Jahr zu Weihnachten zu ihm kommt? Tauft er ihn dann immer? Nein, wahrscheinlich nicht, aber er freut sich über seinen weichgekochten Gott, der niemanden mehr ins ewige Feuer schmeißt, sondern alle Sünder lieb hat! Es ist immerhin bemerkenswert, dass praktisch niemand von den führenden Klerikern bemerkt, dass diese so leicht streichfähige Liebe des Jesus zu allen Unvollkommenen der Kirche schadet und kaum was nichts nützt. Weil wenn der Jesus eh alle lieb hat, dann braucht ja keiner mehr vor dem einst so gefürchteten Verdammer Angst haben und keiner braucht sich mehr um die Religion zu kümmern. Weil es kommen eh alle in den Himmel, egal ob sie brav sind. Mit dem Verschwinden der letzten Reste von Gottesfurcht, verschwindet auch eine Grundlage der Religion.

Puh, für das kurze Evangelium war das wieder eine verdammt lange Predigt! Meinereiner straft sich ständig durch seine Geschwätzigkeit!


337. Wort zum Feiertag am 6. Jänner 2017

Mt. 2,1-12: Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Bethlehem in Judäa geboren worden war, kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem und fragten: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen. Als König Herodes das hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem. Er ließ alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes zusammenkommen und erkundigte sich bei ihnen, wo der Messias geboren werden solle. Sie antworteten ihm: In Bethlehem in Judäa; denn so steht es bei dem Propheten: Du, Bethlehem im Gebiet von Juda, bist keineswegs die unbedeutendste unter den führenden Städten von Juda; denn aus dir wird ein Fürst hervorgehen, der Hirt meines Volkes Israel. Danach rief Herodes die Sterndeuter heimlich zu sich und ließ sich von ihnen genau sagen, wann der Stern erschienen war. Dann schickte er sie nach Bethlehem und sagte: Geht und forscht sorgfältig nach, wo das Kind ist; und wenn ihr es gefunden habt, berichtet mir, damit auch ich hingehe und ihm huldige. Nach diesen Worten des Königs machten sie sich auf den Weg. Und der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war; dort blieb er stehen. Als sie den Stern sahen, wurden sie von sehr großer Freude erfüllt. Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm. Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben dar. Weil ihnen aber im Traum geboten wurde, nicht zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem anderen Weg heim in ihr Land.

Die Mär von den heiligen drei Königen ist eine biblische Geschichte mit anhaltenden Folgen, immer noch belästigen als Könige verkleidete Kinder am 6. Jänner die Bevölkerung, um Geld für die Mildtätigkeit der katholischen Kirche zu sammeln. Weil eigenes Geld hat die Kirche ja keins, von den 120 Milliarden Euro an österr. kirchlichen Grundbesitz wird niemals auch nur ein Cent ausgegeben. Weil sonst könnten ja die kindlichen Könige von Bedürftigen zu Bedürftigen wandern und ihnen Kirchengeld schenken. Aber da kommt früher der Komet!

Aber nun noch der jährliche Witz dazu: ob es diese Dreikönige wirklich gegeben hat, ist ungewiss, gesichert ist nur: sie sind in Köln bestattet worden:

Außer ein paar Knochen unbekannter Herkunft, mit denen ein gewitzter Reliquienhändler irgendwann irgendwen anschmierte, hat es von den weisen Morgenländern auf Erden nie was gegeben, in den Evangelien kommen sie nur bei Matthäus vor. Außerdem steht nichts von drei Männern in der Bibel und auch nichts von Königen, dort sind es Sterndeuter, also wandernde Wahrsager, Jahrmarktsgaukler. Die Geschichte mit den Heiligen Drei Königen namens Caspar, Melchior und Balthasar wurde erst im sechsten Jahrhundert erfunden.

Aber das nur nebenbei! Worüber freut sich der Herr Bischof von Wien? Er freut sich über die "mutige Suche nach Gott". Weil einen Gott zu suchen, dazu muss man nicht einfältig, sondern mutig sein! Das mit "einfältig" hat der Schönborn natürlich nicht geschrieben, aber unsereiner hält das für die wesentliche Voraussetzung für Gottsucher. Oder zumindest eine elementare frühkindliche Gehirnwäsche, die unheilbar geblieben ist.

Aber, heut' g'freits mia nimma, schau ma glei de bischöfliche Schlusspointe an: "Um Jesus zu finden, muss man sich auf den Weg machen. Für die Hirten war der Weg kurz, das Hirtenfeld ist nahe bei Bethlehem. Oft genügen ein paar Schritte, um Jesus nahe zu kommen. Ein gutes Wort, ein wohlwollender Blick, eine ausgestreckte Hand dem Nächsten gegenüber, kann uns zur Freude einer Begegnung mit Jesus werden. Die Sterndeuter hatten einen sehr weiten Weg. Manche Menschen müssen lange suchen, um Gott in Jesus zu finden. Umso größer ist die Freude des Findens. Und umso bewundernswerter ist der Mut, sich auf diesen weiten Weg zu machen. Ein Vorbild für alle, die in ihrem Leben Gott suchen. Sie werden nicht enttäuscht."

Ja und? Wer sucht heute noch Götter? Kenne keinen einzigen Gottsucher. 'tschuldigung, doch einen kenn ich! Der ist in jungen Jahren ein Linksextremist gewesen und als die Weltrevolution nicht kam, fing er zum Saufen an und wurde zum Muslim. Der Islam unterstützte seine Entziehungskur und mit Allah an seiner Seite wurde aus einem kleinen Linken ein großer Muslim, Allah ist schließlich noch größer als Jesus, weil der Allah kämpft wenigstens noch für die Weltrevolution, auch wenn's nur die islamische Weltrevolution ist...


336. Wort zum Sonn- und Feiertag am 1. Jänner 2017

Lk 2,16-21: So eilten sie hin und fanden Maria und Josef und das Kind, das in der Krippe lag. Als sie es sahen, erzählten sie, was ihnen über dieses Kind gesagt worden war. Und alle, die es hörten, staunten über die Worte der Hirten. Maria aber bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte darüber nach. Die Hirten kehrten zurück, rühmten Gott und priesen ihn für das, was sie gehört und gesehen hatten; denn alles war so gewesen, wie es ihnen gesagt worden war. Als acht Tage vorüber waren und das Kind beschnitten werden sollte, gab man ihm den Namen Jesus, den der Engel genannt hatte, noch ehe das Kind im Schoß seiner Mutter empfangen wurde.

Warum muss die Maria was aufbewahren und darüber nachdenken? Ihr war ja laut Bibel eh schon alles am Tag "Maria Verkündigung" mitgeteilt und erklärt worden! Siehe Lukas 1,26-38! In den Sonntagsworten Nr. 333 hätte der Neugeborene laut Matthäus 1,18-24 noch den Namen "Immanuel" zu haben gehabt, die Evangelisten waren sich anscheinend nicht ganz einig.

Aber das nur nebenbei. In der katholischen Kirche ist am 1. Jänner der "Weltfriedenstag", seinerzeit als es noch zwei Weltmächte gab, hatte der östlich orientiert "Weltfriedensrat" (gegründet 1950) den "Weltfriedenstag" auf den 1. September gelegt, weil an diesem Tag der Zweite Weltkrieg begonnen worden war, dieser Tag wurde überraschenderweise ab 1957 auch in der BRD so bezeichnet, die katholische Kirche legt ihn 1966 auf den 1.1.

Und darum ist heute Schönborn für den Frieden und er weiß auch woher dieser zu kommen hat, "wie sollte Frieden zwischen Menschen und Völkern gelingen, wenn nicht durch dieses 'Mehr' an Liebe und Güte? Dieses ,Mehr’ kommt von Gott."

Ja und warum nutzt das dann nix?
Hätte das göttliche Mehr an Liebe und Güte nicht noch viel mehr sein müssen? Oder kümmern sich Götter mangels Existenz gar nicht darum? Schönborn zitiert vorsichtshalber auch noch die Mutter Teresa: "In unseren Familien haben wir keine Bomben und Waffen nötig und brauchen nicht zu zerstören, um Frieden zu bringen, sondern wir müssen nur zusammen sein und einander lieben … Und so werden wir alles Böse, das es in der Welt gibt, überwinden können." Gerade in Familien geht es oft gewalttätig zu, Mord und Totschlag sind überwiegend Beziehungstaten! Denn "einander lieben" ist ein möglicher Zustand, aber nix was man sozusagen verordnen oder befehlen kann. So steht z.B. in der Bibel der Jesus-Satz "liebet Euer Feinde", aber die katholische Kirche hat in ihrer ganzen Geschichte noch niemals einen ihrer Feinde geliebt, ganz einfach: weil das "liebet Euer Feinde" psychologisch gesehen einfach ein Unsinn ist!

Wen man mag, wen man nicht mag, wer einem wichtig und wer einem gleichgültig ist, das ergibt sich aus den Lebensverhältnissen und nicht aus Heuchlerphrasen! Und Krieg und Frieden ergeben sich aus Interessenskonflikten und Machtgelüsten. Im Nahen Osten geht es so kriegerisch zu, weil die USA dieses Gebiet vollständig unter ihre Herrschaft bringen wollten!

Der Wiener Bischof schließt jedenfalls mit: "Bis heute ist der Weg der Hirten, die zur Krippe eilen, für Menschen in der ganzen Welt der Weg des Friedens: Jesus finden! Denn in Jesus ist Gott bei uns. Er ist so wehrlos und gewaltfrei zu uns gekommen, dass er sich im kleinen Kind in der Krippe finden lässt."

Und darum war dann die Geschichte der katholischen Kirche so eine friedliche, dass Karlheinz Deschner bloß zehn Bände über die "Kriminalgeschichte des Christentums" schreiben musste:

Die katholische Kirche hat heute die weltliche Macht (fast) nimmer, mit der sie früher die Menschen psychisch und physisch terrorisieren konnte! Darum ist jetzt nur noch das honigtriefende Heucheln die Grundlage dieser Kirche!


335. Wort zum Sonn- und Feiertag am 25. Dezember 2016

Joh 1,1-18: Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Im Anfang war es bei Gott. Alles ist durch das Wort geworden, und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfasst. Es trat ein Mensch auf, der von Gott gesandt war; sein Name war Johannes. Er kam als Zeuge, um Zeugnis abzulegen für das Licht, damit alle durch ihn zum Glauben kommen. Er war nicht selbst das Licht, er sollte nur Zeugnis ablegen für das Licht. Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt. Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf. Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches, nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind. Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt, und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit. Johannes legte Zeugnis für ihn ab und rief: Dieser war es, über den ich gesagt habe: Er, der nach mir kommt, ist mir voraus, weil er vor mir war. Aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, Gnade über Gnade. Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben, die Gnade und die Wahrheit kamen durch Jesus Christus. Niemand hat Gott je gesehen. Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht.

Am Anfang war der Urknall und nicht das Wort. Das Wort gab es erst als sich unter den Primaten evolutionär die Hominiden entwickelten, die aus tierischen Lauten eine Sprache entwickelten. Dann gab es das Wort und das Wort diente u.a. auch dazu, Erfahrungen auszutauschen, aber auch Erklärungen für Unverständliches zu finden. Das führte leider auch zur Erfindung der Götter, denn Geschehen, dass die Menschen nicht beherrschen konnten, wurde höheren Mächten zugeordnet. Der Sonnengott ritt deshalb über den Himmel und der Donnergott schmiss mit Blitzen usw. Der Christengott war dann eine dreifaltige Erweiterung des alten Judengottes, die Menschheit hatte das schreckliche Pech, dass durch die zwangsweise Einführung des Christentums als römische Staatsreligion die ganze Welt diesem furchtbaren Diktat unterworfen wurde und es bis tief ins 20. Jahrhundert dauerte, dass die Menschheit sich endgültig aus diesem Diktat langsam zu befreien begann.

Ein Bischof Schönborn kann heute niemanden dazu zwingen, seinen Weltsichten folgen zu müssen und es ist auch möglich seine seltsamen Ansichten öffentlich zu kritisieren, ohne auf den Scheiterhaufen oder zumindest wegen Blasphemie ins Zuchthaus zu wandern! Und dass ihm und seinesgleichen das Publikum immer mehr davonläuft, das freut unsereinen!

Aber das nur nebenbei. Worüber freut sich heute der Herr Bischof? Er titelt "Weinachten geht weiter", weil er hat ja gestern auch schon herumgeweihnachtet. Heute schreibt er u.a.: "Die Klammer, die den Heiligen Abend und den Weihnachtstag verbindet, ist das, was in der Mitte des heutigen Evangeliums steht: 'Das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.' Das wird für immer die wirkliche Bedeutung des Weihnachtsfestes bleiben, die tiefe Quelle, aus der die Freude dieses Festes entspringt. Da mag sich noch so viel Weihnachtsrummel darüber lagern. Kein Kitsch kann letztlich diese Quelle zuschütten. 'Das Wort ist Fleisch geworden', das heißt doch: Gott ist Mensch geworden! In der Armseligkeit des Stalles von Bethlehem ist Gott selber zu uns gekommen. Er ist sich nicht zu gut, unser Elend als seinen Wohnort zu wählen."

Da nach Christenlehre der liebe Christengott der Schöpfer der Welt und aller Weltinhalte ist, muss dieser Gott natürlich auch der Schöpfer des von Schönborn angeführten Elends sein. Das darf ein Kleriker natürlich nicht sehen, der darf nur das arme Gottessohnbaby in der armseligen Krippe als ein Solidaritätszeichen des bösen Elendschöpfers sehen, allerdings ohne einen solchen Zusammenhang herzustellen. Er präsentiert damit jedoch unfreiwillig die große Dummheit solcher religiöser Lehren, die auch mit ihren großen Göttern nichts gegen das reale Elend ausrichten können. Außer dass sie ihren eigenes Kirchengeld gut hüten und die anderen Leute um barmherzige Spenden anwinseln und dass sie davon reden können, dass die Toten alle glücklich im Himmel sein werden, weil christliche Verdammung ist ja inzwischen theologisch verboten, nix mehr mit Heulen, nix mehr mit Zähneknirschen im ewigen Höllenfeuer.

Schönborn baut das in seinen Schlussabsatz ein: "Die Weihnachtsbotschaft endet nicht heute. Denn 'das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt'. Gott bleibt bei uns wohnen. Er hat sein Zelt nicht abgebrochen. Er bleibt Mensch unter uns Menschen. Er löscht sein Licht nicht aus, wie die Weihnachtsbeleuchtung abgedreht wird. In unserem Alltag bleibt er gegenwärtig als der 'Gott mit uns'. ‚Aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, Gnade über Gnade.‘ Weihnachten geht weiter. Wir müssen es nur achtsam wahrnehmen!"

Ja, dann seid achtsam! Und meinereiner verscheißt schon wieder seine kostbare Lebenszeit mit solch treuherziger klerikaler Einfalt! Ist das nicht schrecklich?


334. Wort zum Sonntag am 24. Dezember 2016

Lk 2,1-14: In jenen Tagen erließ Kaiser Augustus den Befehl, alle Bewohner des Reiches in Steuerlisten einzutragen. Dies geschah zum ersten Mal; damals war Quirinius Statthalter von Syrien. Da ging jeder in seine Stadt, um sich eintragen zu lassen. So zog auch Josef von der Stadt Nazaret in Galiläa hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Bethlehem heißt; denn er war aus dem Haus und Geschlecht Davids. Er wollte sich eintragen lassen mit Maria, seiner Verlobten, die ein Kind erwartete. Als sie dort waren, kam für Maria die Zeit ihrer Niederkunft, und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war. In jener Gegend lagerten Hirten auf freiem Feld und hielten Nachtwache bei ihrer Herde. Da trat der Engel des Herrn zu ihnen, und der Glanz des Herrn umstrahlte sie. Sie fürchteten sich sehr, der Engel aber sagte zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteil werden soll: Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Messias, der Herr. Und das soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt. Und plötzlich war bei dem Engel ein großes himmlisches Heer, das Gott lobte und sprach: Verherrlicht ist Gott in der Höhe, und auf Erden ist Friede bei den Menschen seiner Gnade.

Ja, heute darf sich einer, dem selber die Vaterschaft strengstens verboten ist, über eine Geburt freuen! Der Herr Kardinal Schönborn ist wie jedes Jahr auch 2016 ganz begeistert, dass die Maria ihr uneheliches Kind auch heuer gebiert!

Nehmen wir an seiner Freude teil! Vorbeugend vor der Freude schreibt er über die Konflikte in der heutigen und der damaligen Welt und dass der neue Gott auf der Flucht in einem Stall ganz arm geboren wird, aber dann, da kommt ja sein Gott wieder einmal auf Erden nieder: "Doch genau über dieser Not von Bethlehem tut sich der Himmel auf. Den Hirten, die Nachtwache halten bei ihren Herden, leuchtet helles Licht auf. 'Die Herrlichkeit des Herrn' zeigt sich ihnen. Nicht in weltlichem Prunk und irdischer Macht, sondern als eine Freude, die in ihren dunklen Alltag hineinstrahlt. 'Ich verkünde euch eine ganz große Freude: Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Messias, Christus, der Herr'."

Zu schade, dass der Jesus nicht selber jedes Jahr den Menschen erscheint. Weil dann würden außer Bischöfen und anderen Klerikern auch religiös unbekümmerte Zivilisten daran glauben. So haben wir auch heuer wieder einmal nur einen Märchenerzähler, der sich selbst begeistern muss, weil er den Jesus ja auch nicht selber kennt. Schönborns letzter Satz: "Gott ist in dem armen Kind in der Krippe unter uns erschienen. Wer ihn dort sucht, über dem wird der Himmel heute Nacht offen stehen." Und? Wer sucht den Jesus in der Krippe? Aha, das soll ein Gleichnis sein! Alle die zu Weihnachten arme Kinder in einer Krippe finden, haben einen über ihnen offen stehenden Himmel gefunden! All die armen Kinder, die katholisch gehirngewaschen, in Kinderheimen gedroschen, von Klerikern geschändet wurden, an die denkt der Herr Bischof heute wohl eher nicht. Da schaut er lieber still mit offenem Mund in seinen offenen Himmel...


333. Wort zum Sonntag am 18. Dezember 2016

Am 19.12. ergänzt, siehe am Ende der Nr. 333

Mt. 1,18-24: Mit der Geburt Jesu Christi war es so: Maria, seine Mutter, war mit Josef verlobt; noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte sich, dass sie ein Kind erwartete - durch das Wirken des Heiligen Geistes. Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, beschloss, sich in aller Stille von ihr zu trennen. Während er noch darüber nachdachte, erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sagte: Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist. Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen. Dies alles ist geschehen, damit sich erfüllte, was der Herr durch den Propheten gesagt hat: Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, einen Sohn wird sie gebären, und man wird ihm den Namen Immanuel geben, das heißt übersetzt: Gott ist mit uns. Als Josef erwachte, tat er, was der Engel des Herrn ihm befohlen hatte, und nahm seine Frau zu sich.

Einen eklatanten biblischen Widerspruch zur christlichen Lehre liefert heute der Herr Bischof von Wien in seiner Predigt ab: "Das Matthäusevangelium beginnt mit der 'Genealogie' Jesu, den Generationen seit Abraham, seit David, mit all den Vorfahren Jesu." Und das liest sich dort so: "Mt 1,1 Stammbaum Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams: Mt 1,2 Abraham war der Vater von Isaak, Isaak von Jakob, Jakob von Juda und seinen Brüdern. (..) Mt 1,16 Jakob war der Vater von Josef, dem Mann Marias, von ihr wurde Jesus geboren, der Christus genannt wird."

Was somit heißt, der väterliche Stammbaum geht vom Abraham bis zum Josef. Aber laut Christenlehre war der Jesus nicht der Sohn vom Josef, sondern von Gottvater Jehova. Bei Lukas gibt es auch so einen Stammbaum, allerdings mit anderen Namen. Der Lukas-Stammbaum beginnt mit Lk 3,23 "Jesus war etwa dreißig Jahre alt, als er zum ersten Mal öffentlich auftrat. Man hielt ihn für den Sohn Josefs. Die Vorfahren Josefs waren: (..)" Warum der Stammbaum vom Josef bloß deshalb angeführt wird, weil man Jesus für dessen Sohn hielt, damit haben sich die Theologen vorsichtshalber nicht befasst. Und Schönborn befasst sich auch nicht damit.

Aber das sind eben so die kleinen biblischen Kuriositäten! Was erfreut heute den Herrn Schönborn? Na das ist klar, nächsten Sonntag wird wieder einmal der Jesus geboren! Und speziell erfreut ihn eine Prophezeiung des Propheten Jesaja, der angekündigt hatte: "Siehe, die Jungfrau wird empfangen und einen Sohn gebären, und sie werden ihm den Namen Immanuel geben, das heißt übersetzt: Gott mit uns."

Die Erfüllung dieser Prophezeiung war nicht sehr kompliziert, man brauchte dazu ja nur von einer Jungfrauengeburt erzählen! Warum der Jesus nicht Immanuel heißt, darüber erzählt der Herr Kardinal allerdings nix. Der Name "Jesus" ist die lateinisierte Form des jüdischen Namens "Jehoschua", Kurzform Jeschua, dessen Bedeutung nicht sicher geklärt ist, die verbreiteste Erklärung ist, das Wort nach den Silben in jeho und schua zu trennen, der erste Teil ist ein Kürzel für "Jehova", also "Gott" und der zweite Teil bedeutet "um Hilfe rufen", Jesus heißt daher vermutlich "Gott um Hilfe rufen". Warum das dasselbe sein soll wie Immanuel wird in der bischöflichen Sonntagspredigt ebenfalls nicht enträtselt. Das in der christlichen Bibel verwendete griechische Wort "parthenos" für das hebräische "almah" ist eine falsche Übersetzung, weil "almah" meint bloß eine junge, unverheiratete Frau, "parthenos" jedoch biologische Jungfräulichkeit

Aber es ist ja eh egal, meinereiner hat heute wieder ein bisschen gegoogelt, um Weisheiten unters Volk zu bringen, die ein Bischof lieber nicht anrührt, weil er sonst ein biblisches Durcheinander verursachen würde. Schauen wir zum Predigtschluss vom Schönborn, damit meinereiner auch zum Ende kommt.

Schönborn: "Ich denke, das heutige Evangelium gibt uns eine ganz persönliche Hilfe, Jesus im eigenen Leben einen Platz zu geben. Denn es zeigt uns, wie Jesus im Leben der ersten beiden Menschen 'angekommen' ist, die ja mit ihm zu tun hatten: im Leben seiner Eltern! Wie es Maria erging, die seine Mutter wurde. Und wie es Josef erlebte, der nicht sein Erzeuger war und doch sein Vater wurde. Beide haben dieses Kind als unerwartetes Geschenk empfangen. Sie haben sich darauf eingelassen, obwohl es gar nicht ihren eigenen Plänen entsprach. Gott hat sie überrascht, und daraus wurde das große Geschenk für ihr Leben. Ist das nicht der tiefere Sinn aller Weihnachtsgeschenke: Jesus selber? Der 'Gott mit uns'!"

Das wäre wunderbar für die katholische Kirche, wenn all ihre Kirchenmitglieder weihnachtlich mit Jesus schwanger wären! Und die Weihnachtsgeschenke sind dann so eine Art geschenkte Jesüsser, auch wenn "Jesus" NICHT "Gott mit uns" bedeutet.

Ist aber auch wurscht! Weihnachtsgeschenke sind ja auch keine christliche Erfindung, sondern haben schon in alten Zeiten eine Rolle gespielt. Die Wintersonnenwende brachte langsam wieder weniger Nacht und mehr Tag und das war speziell in den alten Zeiten ein Grund für Freude und für Feiern, bereits in Stonehenge konnte man diese Wende messen!

Hier ein Screenshot von der Site www.wissen.de:


Und weil das ein urzeitliches Fest war, darum wurde der Jesus ungefähr zu dieser Zeit geboren und ca. zu Frühlingsbeginn folgten Kreuzigung und zum Frühling passend die Auferstehung, man wusste wie man Ereignisse in der Natur (und die vorchristlichen Naturgeister) christlich eingemeinden konnte! Aber ansonsten wusste man nicht sehr viel und das hat sich in religiösen Kreisen bis heute nicht entscheidend gebessert...

Nachtrag vom 19.12.: "Eine Jungfrau wird schwanger und Jesus ist Immanuel"
In Sachen Jungfraugeburt und Immanuel ging am 19.12. ein Hinweis ein: auf der Site irrfahrer.de werden die dazupassenden biblischen Zusammenhänge erklärt: Worauf sich der Evangelist diesbezüglich beruft, hat mit Jesus gar nichts zu tun!


332. Wort zum Sonntag am 11. Dezember 2016

Mt. 11,2-11: In jener Zeit hörte Johannes im Gefängnis von den Taten Christi. Da schickte er seine Jünger zu ihm und ließ ihn fragen: Bist du der, der kommen soll, oder müssen wir auf einen andern warten? Jesus antwortete ihnen: Geht und berichtet Johannes, was ihr hört und seht: Blinde sehen wieder, und Lahme gehen; Aussätzige werden rein, und Taube hören; Tote stehen auf, und den Armen wird das Evangelium verkündet. Selig ist, wer an mir keinen Anstoß nimmt. Als sie gegangen waren, begann Jesus zu der Menge über Johannes zu reden; er sagte: Was habt ihr denn sehen wollen, als ihr in die Wüste hinausgegangen seid? Ein Schilfrohr, das im Wind schwankt? Oder was habt ihr sehen wollen, als ihr hinausgegangen seid? Einen Mann in feiner Kleidung? Leute, die fein gekleidet sind, findet man in den Palästen der Könige. Oder wozu seid ihr hinausgegangen? Um einen Propheten zu sehen? Ja, ich sage euch: Ihr habt sogar mehr gesehen als einen Propheten. Er ist der, von dem es in der Schrift heißt: Ich sende meinen Boten vor dir her; er soll den Weg für dich bahnen. Amen, das sage ich euch: Unter allen Menschen hat es keinen größeren gegeben als Johannes den Täufer; doch der Kleinste im Himmelreich ist größer als er.

Wir haben jetzt ein neues Kirchenjahr, der Standardprediger bis Ende November 2017 ist der Matthäus. Aber das nur nebenbei.

Wieder einmal wird der seinerzeit berühmte Prediger Johannes in der Bibel herabgewürdigt um den Jesus hochzuheben
, er wird der größte Mensch, weil er den Sohn Gottes ankündigt, aber auch der größte Mensch ist in der Himmelhierarchie nur ein kleines Arschloch. Damit wird wieder einmal Reklame dafür gemacht, dass das Erdenleben nix ist und das Himmelsleben das Richtige. Blöderweise muss man dafür allerdings tot sein. Aber die Christenreligion erlangte ihren Status als römische Staatsreligion wohl gerade davon: die Mühseligen und Beladenen, die Ausgebeuteten und die Sklaven erhalten das Himmelreich! Da brauchte man keine Spartacus-Aufstände mehr zu fürchten! (Poster zur TV-Serie "Spartacus", 2010-13)

Was plagt heute den Herrn Bischof von Wien? Laut Überschrift seiner Predigt, plagt ihn der Zweifel! Aber er zweifelt ganz vorsichtig, nicht dass er denkt, er hätte den falschen Beruf gewählt, weil's ja eh gar keine Götter gibt, weder einfaltige, noch dreifaltige, weder ägyptische, noch aztekische, noch christliche. Er schildert seine Zweifel so: "Zweifel kann plagen. Zweifel an einer Entscheidung. War sie richtig? Zweifel an einer Person. Ist sie zuverlässig? Zweifel an Gott. Hat er mich verlassen. Habe ich mich getäuscht? Hat Gott mich enttäuscht? Wenn solche Zweifel in unserer Seele aufkommen, kann das wie ein nagender Schmerz sein."

Dann freut er sich über den Mut und die Popularität des Predigers Johannes und dann verleumdet er ihn: "Aber alles Bemühen des Johannes galt nur einem: dem, der nach ihm kommen sollte. Ihm wollte er den Weg bereiten. Denn er werde der wahre Befreier, der Messias sein. Johannes sah sich als Wegbereiter für Jesus." Historisch betrachtet hat der Johannes den Jesus vielleicht gar nicht gekannt oder eben als einen anderen Prediger wahrgenommen, der allerdings weit weniger Gefolgschaft um sich scharen konnte. Im Lande bekannt wurde der Jesus schließlich erst Jahre nach seinem Tod und weltberühmt und weltberüchtigt Jahrhunderte später. Der Johannes hat keinem Jesus irgendeine Art von Weg bereitet, er wurde bloß hinterher vereinnahmt, er war ja schon länger tot als der Jesus und beide konnten sich nicht mehr gegen die über sie später verbreiteten Sagen und Märchen wehren.

Der Jesus lässt jedenfalls dem Johannes ausrichten, er brauche nicht mehr zu zweifeln, denn er, der Jesus, sei der, den er verkündigt habe. Schönborn führt dann noch eine andere Lehre an, er schreibt, "der Islam geht davon aus, dass Jesus zwar ein großer Prophet war, aber eben doch nicht 'der da kommen soll'. Erst mit dem Koran und Mohammed sei dann die endgültige Antwort Gottes gegeben worden."

Ja, den Mohammed, den haben wir gebraucht! Da diese Mohammed-Sage ein paar Jahrhunderte jünger ist als die Jesus-Sage, ist die Entwicklung dieser Religion in der realen Welt immer noch um ein paar Jahrhundert hinter unserer Zeit zurück, im Islam schreibt man schließlich erst das Jahr 1438, das Mittelalter ist dort also noch nicht vorbei, man braucht dazu ja nur z.B. Blicke nach Saudi Arabien oder in den Iran werfen, der zurzeit im Niederbrechen befindliche "Islamische Staat" war der klerikalfaschistische Versuch einer Wiedergeburt des gänzlich barbarischen Originals.

Wie zweifelt der Herr Kardinal Schönborn seine heutige Predigt fertig?
Er schließt mit: "Hat Jesus dem zweifelnden Johannes eine befriedigende Antwort gegeben? Es ist dieselbe Antwort, die er auch auf unsere Zweifel gibt: 'Geht und berichtet dem Johannes, was ihr seht und hört!' 'Sehen, was Jesus tut, und hören, was Jesus sagt, ist der einzige Weg, der zum Glauben führt' (Adolf Schlatter). Hinschauen, hinhören! Jesus löst unsere Zweifel nicht durch irgendwelche Schauwunder. Aber wer sich auf ihn und seinen Weg einlässt, dessen Zweifel werden sich lösen wie der Nebel in der Sonne."

Da hat er völlig recht! Wer nix anderes sieht und hört als den Jesus und seine Worte, der hat seine Welt so blick- und schallsicher vernagelt, dass er keine Zweifel bekommen kann. Beim Schönborn zahlten sich Zweifel sowieso nimmer aus, in fünf Jahren geht er in Pension. Ob es danach weiterhin eine erzbischöfliche Kronenzeitungssonntagspredigt geben wird? Aber vielleicht geht meine Homepage auch in Pension, steuere schließlich auch schon auf meinen Siebziger zu, wäre also alt genug, mir nicht mehr diesen täglichen homepagigen Atheistenpredigtdienst anzutun und nur noch ein ganztägig fauler Hedonist zu sein...


331. Wort zum Feiertag am 8. Dezember 2016

Genesis 3,9-15.20: Nachdem Adam vom Baum gegessen hatte, rief Gott, der Herr, ihm zu und sprach: Wo bist du? Er antwortete: Ich habe dich im Garten kommen hören; da geriet ich in Furcht, weil ich nackt bin, und versteckte mich. Darauf fragte er: Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist? Hast du von dem Baum gegessen, von dem zu essen ich dir verboten habe? Adam antwortete: Die Frau, die du mir beigesellt hast, sie hat mir von dem Baum gegeben, und so habe ich gegessen. Gott, der Herr, sprach zu der Frau: Was hast du da getan? Die Frau antwortete: Die Schlange hat mich verführt, und so habe ich gegessen. Da sprach Gott, der Herr, zur Schlange: Weil du das getan hast, bist du verflucht unter allem Vieh und allen Tieren des Feldes. Auf dem Bauch sollst du kriechen und Staub fressen alle Tage deines Lebens. Feindschaft setze ich zwischen dich und die Frau, zwischen deinen Nachwuchs und ihren Nachwuchs. Er trifft dich am Kopf, und du triffst ihn an der Ferse. Adam nannte seine Frau Eva - Leben -, denn sie wurde die Mutter aller Lebendigen.

Heute wäre als Tagesevangelium eigentlich Lukas 1,26-38 dran, wo es darum geht, dass der Erzengel Gabriel von Gott nach Nazaret zu einer Jungfrau namens Maria gesandt wird, um ihr zu verkünden: "Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden." Was irgendwie seltsam ist, weil der heutige Feiertag heißt "Maria Empfängnis", bedeutet aber nicht, dass am 8.12. das im Lukas-Evangelium angeführte Kind Jesus von der Maria empfangen worden wäre, sondern dass der Maria ihre Mutter Anna die Maria mittels Geschlechtsverkehrs mit ihrem Ehemann Joachim empfangen hätte. Papst Pius IX. hat 1854 das Dogma der "unbefleckten Empfängnis" verkündete, damit war nicht gemeint, dass die Anna und der Joachim beim Vögeln nicht gepatzt hätten, sondern dass die Maria als einziger Mensch ohne "Erbsünde" geborenen wäre.

Darauf bezieht sich der obige Bibeltext, die "1. Lesung" in der heutigen Feiertagsmesse. Denn die berühmte "Erbsünde" stammt daher, dass Gottvater nachdem er die Welt und allerlei Pflanzen und Tiere geschöpft hatte, den ersten Menschen aus Lehm formte, ihm eine Seele einhauchte und ihn Adam nannte, dann bastelte er ihm auch noch eine Frau namens Eva und gab den beiden ein einziges Gebot, sie dürften nicht vom "Baum der Erkenntnis" essen. Wie oben zu lesen ist, wurde das Gebot nicht befolgt, darum sind wir alle jetzt nimmer im Paradies. Da Adam und Eva im Paradies gar keine Kinder hatten, wären die beiden dort vermutlich immer noch alleine und nackt, weil sie keinerlei Erkenntnisse hätten.

So aber konnte sich die Menschheit vermehren, dazulernen und heute ist dieser alberne Text wohl auch für die allermeisten Christen (außer für die Evangelikalen) nur noch eine absurde Geschichte, entstanden in einer Zeit wo die göttliche und menschliche Allwissenheit noch auf einem ganz tiefen Niveau war - da konnte auch ein Schöpfergott nicht mehr wissen als die Leute, die ihn geschöpft haben.

Aber was sagt heute der Herr Bischof in Wien zur Paradiesvertreibung? Er müsste an sich mit dem Problem befassen, dass für die Sünde von Adam & Eva sämtliche Menschen eine angeborene Erbsünde erhalten haben täten. Weil der Christengott straft nicht nur Sünder, sondern er schafft sie strafweise! Mit solchen theologischen Verrücktheiten befasst sich Schönborn natürlich nicht, er weicht ja seit Jahren jedem biblischen Widerspruch und jeder absurden Seltsamkeit stillschweigend aus.

Was macht er also? Erfreut sich über die erbsündenfreie Maria! Und darüber, dass "das Leben, das mit unserer Empfängnis begonnen hat, in Ewigkeit nicht enden wird." Das glaubt er und er glaubt auch, dass der "Großteil der Menschheit" auch glaubt. In Österreich ist dieser Glaube kein großteiliger mehr, 40 % glaubten 2012 noch daran und da sind die Seelenwanderer auch dabei.

Dann stellt der Herr Kardinal eine seltsame Frage: "Warum feiern wir nicht den Tag oder die Nacht unserer Empfängnis? Warum reden die Eltern so selten von dem, was doch lebensentscheidend ist für ihre Kinder? Schämen sie sich, ihren Kindern zu erzählen, wann sie entstanden sind?" Mein lieber Schönborn, der Tag oder die Nacht der Empfängnis ist eben nicht so leicht festzustellen, dass man neun Monate später sagen könnte, ob's der Samstag oder der Dienstag war. Beim Kirchenkalender ist das einfacher, da wird die Maria am 8. Dezember gezeugt und am 8. September geboren und der Jesus am 25.12., empfangen wurde er am 25.3., aber das mit den neun Monaten ist kein fester Wert, der Durchschnitt liegt bei 8,8 Monaten. Das könnte auch ein Mann googeln, der einem sexuellen Schwanzbenutzungsverbot unterliegt.

Heut bin ich wieder geschwätzig, fix nu amoi! Wie geht's bischöflich weiter? Nehmen wir gleich das Ende: "Die Geschichte vom Anfang der Bibel kann uns helfen, das besser zu verstehen. Adam und Eva, so wird es symbolisch dargestellt, haben sich verführen lassen. Wir alle sind, bildlich gesprochen, Kinder Adams, Nachkommen der Eva. Alle leiden wir an einer endlosen Geschichte des Bemühens und Versagens, der Sünde und schließlich des Todes. Mit Maria beginnt eine neue Geschichte, ohne die alten Wunden und Makel, unbefleckt von allem Bösen. Maria ist Gottes "Neustart" in einer allzu belasteten alten Geschichte. Wie sehr brauchen wir einen solchen hoffnungsvollen Neuanfang!"

Aha, Evangelikaler ist der Schönborn keiner, weil Adam & Eva, die Ursünde etc. sind lauter Symbolikeiten. Dass die Menschen aus dem Tierreich stammen und nicht aus von Gott geformtem Lehm, das hat er schließlich in der Schule gelernt und weiß es daher besser als die Bibel. Und was meint er mit seinem Schlusssatz? Sollen wir auch alle unbefleckt neu starten? Gemma beicht'n und sündig'n ma nimma?


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