Jeden Sonntag predigen die Pfarrer in der Kirche über die im aktuellen Kirchenjahr vorgesehene Stelle in der Bibel. Sogar Menschen, die nie in die Kirche gehen, können diese Predigten in der Heiligen Kronenzeitung nachlesen, denn dort predigt Kardinal Schönborn eigenhändig. Auf der Homepage der Diözese Wien ist die Predigt ebenfalls zu finden.

Solche Sonntagspredigen reizen auch Atheisten. Zu den Bibeltexten fällt einem nämlich oft ganz was anderes ein als dem Herrn Schönborn. Darum wird auf ATHEISTEN-INFO fast immer auch ein Wort zum Sonntag losgelassen. Die Sonntagsworte Nr. 1 bis 50, die Sonntagsworten Nr. 51 bis 100, die Sonntagsworte Nr. 101 bis 150, die Sonntagsworte Nr. 151 bis 200, die Sonntagsworte Nr. 201 bis 250, die Sonntagsworte Nr. 251 bis 300, Sonntagsworte Nr. 301 bis 350 und Sonntagsworte Nr. 351 bis 400 können als PDF heruntergeladen werden.


438. Wort zum Sonntag am 23.9.2018

Mk 9,30-37: In jener Zeit zogen Jesus und seine Jünger durch Galiläa. Jesus wollte aber nicht, dass jemand davon erfuhr; denn er wollte seine Jünger über etwas belehren. Er sagte zu ihnen: Der Menschensohn wird den Menschen ausgeliefert, und sie werden ihn töten; doch drei Tage nach seinem Tod wird er auferstehen. Aber sie verstanden den Sinn seiner Worte nicht, scheuten sich jedoch, ihn zu fragen. Sie kamen nach Kafarnaum. Als er dann im Haus war, fragte er sie: Worüber habt ihr unterwegs gesprochen? Sie schwiegen, denn sie hatten unterwegs miteinander darüber gesprochen, wer von ihnen der Größte sei. Da setzte er sich, rief die Zwölf und sagte zu ihnen: Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein. Und er stellte ein Kind in ihre Mitte, nahm es in seine Arme und sagte zu ihnen: Wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt nicht nur mich auf, sondern den, der mich gesandt hat.

Der Wiener Oberhirte der katholischen Schafherde verbessert heute die Lage seiner Schafe! Denn er untertitelt seine heutige Predigt mit "Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, könnt ihr nicht in das Himmelreich kommen." Das kommt allerdings im heutigen Evangelium gar nicht vor, wie mit Googlehilfe schnell zu finden war, steht das bei Matthäus 18,3 und nicht bei Markus 9,37. Aber immerhin, vom Schaf zum Kind, das ist ein großer Sprung!

Und dann wird der Schönborn selbstkritisch
, auch er hält sich bisweilen für einen noch größeren Katholiken als er als Kardinal eh schon ist. Und es ist ja katholische Pflicht, sich kleiner zu heucheln, weil die Letzten werden die Ersten sein! Das steht auch noch bei Matthäus 19:30, bei Markus 10:31 und bei Lukas 13:30, das ist was ganz Wichtiges! Mach Dich klein, dann wirst du groß! Heucheln ist eben die große katholische Tugend!

Aber diese Spitzfindigkeiten nur nebenbei, worum geht's heute in der Schönbornpredigt sonst noch, er resümiert heute so:
"Warum aber stellt Jesus ein Kind in die Mitte? Ein Kind ist klein. Was sagt es uns über die echte Größe? Anderswo hat Jesus gesagt: 'Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, könnt ihr nicht in das Himmelreich kommen.' Kindern kann man nichts vormachen. Sie spüren, ob die Erwachsenen ehrlich und echt sind. Und Kinder machen uns nichts vor. Sie zeigen und sagen, was sie empfinden. Darum sind sie für uns Erwachsene ein heilsamer Spiegel. Vor ihnen hat nur echte Größe Bestand."

Er bestätigt somit das von meinemeinen nebenbei Gesagte, katholisches Kleinheucheln macht katholisch groß! Darum macht er auch Kinder größer, das geht für ihn recht einfach, er hat ja selber keine! So, das genügt als Resümee!


437. Wort zum Sonntag am 16.9.2018

Mk. 8,27-35: In jener Zeit ging Jesus mit seinen Jüngern in die Dörfer bei Cäsarea Philippi. Unterwegs fragte er die Jünger: Für wen halten mich die Menschen? Sie sagten zu ihm: Einige für Johannes den Täufer, andere für Elija, wieder andere für sonst einen von den Propheten. Da fragte er sie: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Simon Petrus antwortete ihm: Du bist der Messias! Doch er verbot ihnen, mit jemand über ihn zu sprechen. Dann begann er, sie darüber zu belehren, der Menschensohn müsse vieles erleiden und von den Ältesten, den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten verworfen werden; er werde getötet, aber nach drei Tagen werde er auferstehen. Und er redete ganz offen darüber. Da nahm ihn Petrus beiseite und machte ihm Vorwürfe. Jesus wandte sich um, sah seine Jünger an und wies Petrus mit den Worten zurecht: Weg mit dir, Satan, geh mir aus den Augen! Denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen. Er rief die Volksmenge und seine Jünger zu sich und sagte: Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen und um des Evangeliums willen verliert, wird es retten.

Wieder eine dieser typischen Bibelstellen, wo der Jesus seinen Jüngern ein Sprechverbot erteilt, weil zurzeit der Entstehung des Markus-Evangeliums haben ja noch Zeitzeugen gelebt und die hatten seinerzeit nix vom Messias Jesus gehört, weil das wurde ja erst nach seinem Tode erfunden, also musste es eine Geheimsache gewesen sein! Der Petrus wird heute zum Satan, weil er nicht begriffen haben konnte, wie die spätere Christenlehre, den Jesustod umdeuten wird: nämlich als geplanten Opfertod und nicht als Hinrichtung eines lästigen Predigers.

Kardinal Schönborn hat heute getitelt "Petrus und der Papst", weil ja dann in der späteren Christenfrühzeit die Geschichte erfunden wurde, der Oberapostel Petrus wäre als erster Bischof von Rom der Begründer des Papsttums gewesen.
Für den Wiener Bischof sind diese Märlein natürlich selbstverständliche Tatsachen, er schreibt, "Petrus ist im Jahr 67 unter Kaiser Nero in Rom gekreuzigt worden. Über seinem Grab wurde der Petersdom errichtet. Der Papst gilt als sein Nachfolger." Er hält auch fest, der Jesus habe dem Petrus den Auftrag gegeben, "weide meine Schafe". Die Christen waren ja keine emanzipierten Wesen, sondern dumme Viecher, die von Hirten geführt wurden. Die dafür notwendige tatsächliche Dummheit ist in heutigen Zeiten doch deutlich dünner geworden, die Hirten haben darum keine richtigen Herden mehr.

Schönborn schließt heute so: "Der Papst ist der Nachfolger des Apostels Petrus. Papst Franziskus ist sein 266. Nachfolger. Die Zeiten haben sich enorm verändert. Gilt immer noch, was Jesus damals, 'in den Dörfern bei Cäsarea Philippi', dem Petrus verheißen hat? Der Evangelist Matthäus überliefert ein Wort Jesu an Petrus, das Geschichte gemacht hat: 'Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreiches geben; was du auf Erden binden wirst, das wird im Himmel gebunden sein.' Gilt das immer noch, auch für den Papst? Und was heißt das praktisch? Ich sehe darin eine doppelte Botschaft. Einerseits hat der Papst eine einmalige Aufgabe, die er von Christus anvertraut bekommen hat. Andererseits ist er, genauso wie Petrus, ein 'ganz normaler' Mensch, mit seinen Stärken und Schwächen, seiner Größe und seinem Versagen. Papst Franziskus hat in den fünf Jahren seines Amtes weltweit die Herzen vieler Menschen berührt. Seine Einfachheit, seine Liebe zu den Armen, seine direkte Sprache beeindrucken viele, die sonst mit der Kirche wenig anfangen können. Inzwischen regt sich aber auch Kritik, vor allem aus den eigenen Reihen, bis hin zu Rücktrittsforderungen. Papst Franziskus bittet immer wieder: Betet für mich! Das tue ich gerne. Denn ich danke Gott jeden Tag, dass er uns diesen so glaubwürdigen Menschen als obersten Hirten geschenkt hat."

Wenn der Papst ein Politiker wäre, könnte man ihm Populismus vorwerfen, er redet oft geschickt, aber bisher hat eigentlich nichts getan, was bemerkenswert gewesen wäre, seine Reformversuche sind im Sande verlaufen. Wenn er sich nun von Missbrauchsverbrechen katholischer Kleriker - weil es nimmer anders geht - öffentlich distanziert, verändert er damit auch nix, weil verursacht wurde das ja durch den völlig hirnrissigen Zölibat, der nur funktionieren könnte, wenn sich die Kirche an die Jesusworte dazu halten täte: nämlich nur Asexuelle zu Priestern zu weihen, siehe dazu Jesus über die Ehelosigkeit in Mt 19,12: "Denn es sind etliche verschnitten, die sind aus Mutterleibe also geboren; und sind etliche verschnitten, die von Menschen verschnitten sind; und sind etliche verschnitten, die sich selbst verschnitten haben, um des Himmelreiches willen. Wer es fassen kann, der fasse es!"

Nur für den Personenkreis der "Verschnittenen" fand der Jesus die Ehelosigkeit als möglich. Darum wieder die hier schon oft aufgelisteten zwei Möglichkeiten für die katholische Kirche mit der priesterlichen Sexualität fertig zu werden: Möglichkeit 1: Kastration der Priester, Möglichkeit 2: Abschaffung des Zölibats und Zulassung der Homoehe. Dann wären die katholischen Klerikersexprobleme weitgehend gelöst! Aber da wird sich der vatikanische Franzl bestimmt nicht drübertrauen!


436. Wort zum Sonntag am 9.9.2018

Mk 7, 31-37: In jener Zeit verließ Jesus das Gebiet von Tyrus wieder und kam über Sidon an den See von Galiläa, mitten in das Gebiet der Dekapolis. Da brachte man einen Taubstummen zu Jesus und bat ihn, er möge ihn berühren. Er nahm ihn beiseite, von der Menge weg, legte ihm die Finger in die Ohren und berührte dann die Zunge des Mannes mit Speichel; danach blickte er zum Himmel auf, seufzte und sagte zu dem Taubstummen: Effata!, das heißt: Öffne dich! Sogleich öffneten sich seine Ohren, seine Zunge wurde von ihrer Fessel befreit, und er konnte richtig reden. Jesus verbot ihnen, jemand davon zu erzählen. Doch je mehr er es ihnen verbot, desto mehr machten sie es bekannt. Außer sich vor Staunen sagten sie: Er hat alles gut gemacht; er macht, dass die Tauben hören und die Stummen sprechen.

Der allwissende Jesusgott ist heute wieder einmal sehr nichtwissend, dass die Stummheit eines Tauben von der Taubheit kommt und nicht von einer gefesselten Zunge, soviel Logik müsste eigentlich auch damals jedem Durchschnittsmenschen zumutbar gewesen sein.

Aber das nur nebenbei. Bischof Schönborn wird gleich ziemlich zu Beginn unfreiwillig komisch, er schreibt: "Taub und stumm, nicht hören und nicht sehen können: Ich kann es mir nicht vorstellen, wie es einem Taubstummen geht." In der Kronenzeitung steht "sprechen" statt "sehen", dort hat man den Fehler gesehen und umgebessert, auf der Diözesan-Site steht es am Sonntagvormittag immer noch falsch dort. Es gibt allerdings wirklich Taubblinde, für diese ist die Betreuung ungleich schwieriger, weil es nur Kontakt über den Tastsinn gibt. Als Schriftstellerin berühmt wurde die amerikanische Taubblinde Helen Keller, meinereiner kann sich noch an deren vor Jahrzehnten gelesene Biografie erinnern.

Aber auch das nur nebenbei, worum geht's heute dem Herrn Kardinal? Gehen wir gleich zu seinem Resümee: "Bei jeder Taufe eines Kindes wird wiederholt, was Jesus an diesem Taubstummen getan hat: 'Öffne dich!' wird dem Kind gesagt, und Ohren und Mund werden berührt. Aber das allein genügt nicht. 'Öffne dich!' - das bleibt eine lebenslange Aufgabe. In unserer digitalen Welt sind wir von einer neuen Taubstummheit bedroht. Wer hört noch zu? Wer spricht noch mit dem anderen? Alle schauen nur auf ihr Handy, kein Blick für die Menschen um uns. Nur durch echtes Zuhören kann der andere sich öffnen und zu reden beginnen. Jetzt ist Schulbeginn. Hören die Eltern zu, was die Kinder in der Schule erleben? Wie unersetzlich ist es, in der Ehe, der Partnerschaft, der Familie, richtig miteinander zu reden. Wo nicht zugehört wird, wo keine Zeit mehr für das Gespräch ist, da drohen wir zu verstummen, da werden wir taub für den anderen, da werden wir einsam mitten unter den Menschen. Wie sehr brauchen wir da, dass Jesus uns sagt: 'Effata, öffne dich'!"

Ja, damit hat meinereiner ein Problem, meinereiner neigt sehr zur Geschwätzigkeit, schon in der Schule gab's dafür die Therapien des Eckenstehens und Nachsitzens, wenn man den Schnabel dauernd offen hatte. Heute gibt's hier schon die 436. Sonntagspredigt, das kommt davon! Aber das ist vermutlich unheilbar. Zur obigen Schönborn-Lehre kann angemerkt werden, dass auch ein predigender Bischof eher kein Zuhörer, sondern ein Verkünder ist, jedoch einer, der heutzutage ständig Zuhörer verliert, von 2003 bis 2016 sind die sonntäglichen Kirchenbesucher nach kircheneigner Zählung von etwa 870.000 auf 570.000, also um rund 35 % zurückgegangen, der Mitgliederbestand sank nur um elf Prozent, Kirchenaustritte sind also die langsame Folge des steigenden religiösen Desinteresses, dagegen hilft kein "Effata". Aber vielleicht predigt der Schönborn einmal über diese sich ausweitende religiöse Taubheit?

PS:
Am Abend des 12.9.2018 wurde nochmals ein Blick auf die Diözesan-Site mit der Sonntagspredigt vom Schönborn geworfen, hier der Screenshot davon:

In der Diözese hat also noch niemand - weder von der Diözese, noch von den Besuchern der Site, denen das aufgefallen sein könnte - diesen völligen Blödsinn bemerkt: Ein Taubstummer ist nicht blind, er kann sehen! Wenn er sehen auch nicht kann, dann hieße der Fachausdruck "Taubblinder" und davon ist im obigen Evangelium keine Rede! Die Kronenzeitung hat den Schreibfehler bemerkt und umgebessert, aber anscheinend nicht an die Diözese weitergemeldet. Oder denen dort war das wurscht, weil es eh nicht sehr viele Sitebesucher gibt. Schließlich sind die aktiven katholischen Gläubigen in der Regel Pensionisten und die haben ja nicht unbedingt einen Internetzugang...


435. Wort zum Sonntag am 2.9.2018

Mk. 7,1-8.14-15.21-23: In jener Zeit hielten sich die Pharisäer und einige Schriftgelehrte, die aus Jerusalem gekommen waren, bei Jesus auf. Sie sahen, dass einige seiner Jünger ihr Brot mit unreinen, das heißt mit ungewaschenen Händen aßen. Die Pharisäer essen nämlich wie alle Juden nur, wenn sie vorher mit einer Hand voll Wasser die Hände gewaschen haben, wie es die Überlieferung der Alten vorschreibt. Auch wenn sie vom Markt kommen, essen sie nicht, ohne sich vorher zu waschen. Noch viele andere überlieferte Vorschriften halten sie ein, wie das Abspülen von Bechern, Krügen und Kesseln. Die Pharisäer und die Schriftgelehrten fragten ihn also: Warum halten sich deine Jünger nicht an die Überlieferung der Alten, sondern essen ihr Brot mit unreinen Händen? Er antwortete ihnen: Der Prophet Jesaja hatte Recht mit dem, was er über euch Heuchler sagte: Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, sein Herz aber ist weit weg von mir. Es ist sinnlos, wie sie mich verehren; was sie lehren, sind Satzungen von Menschen. Ihr gebt Gottes Gebot preis und haltet euch an die Überlieferung der Menschen. Dann rief er die Leute wieder zu sich und sagte: Hört mir alle zu und begreift, was ich sage: Nichts, was von außen in den Menschen hineinkommt, kann ihn unrein machen, sondern was aus dem Menschen herauskommt, das macht ihn unrein. Denn von innen, aus dem Herzen der Menschen, kommen die bösen Gedanken, Unzucht, Diebstahl, Mord, Ehebruch, Habgier, Bosheit, Hinterlist, Ausschweifung, Neid, Verleumdung, Hochmut und Unvernunft. All dieses Böse kommt von innen und macht den Menschen unrein.

Dass man sich vorm Essen die Hände wäscht, ist eine vernünftige hygienische Vorgangsweise. In alten Zeiten wurden solche Sachen zu göttlichen Vorschriften erhoben, um das allgemein durchzusetzen. Meinereiner kann sich erinnern, in der Volksschule den Spruch gelernt zu haben: "Nach dem Klo und vor dem Essen, Händewaschen nicht vergessen!" Der Jesus ist dagegen, weil er hat als allwissender Gottessohn offenbar gar nicht verstanden, was für einen Sinn es hat, mit reinen Händen nach den Speisen zu greifen, er hält das für ein bloßes Ritual. Wahrscheinlich hat er auch nix dagegen gehabt, sich am Arsch zu kratzen und dann die Finger in den Mund zu stecken. Aber dafür vergleicht er dann das Waschen der Hände und das Reinigen von Geschirr mit der Unreinheit von Sünden, wie gesagt der allwissende Jesus hat es nicht einmal ansatzweise begriffen, was für einen Sinn reine Hände beim Essen haben.

Der Herr Bischof Schönborn sieht das überraschenderweise auch so, er leitet ein mit: "Hände waschen, Geschirr spülen, auf Sauberkeit achten, das ist höchst sinnvoll und empfehlenswert. Alle Reinigungsvorschriften, die es im Judentum (und auch im Islam) gibt, haben eine ganz praktische Bedeutung. Sie dienen der Hygiene und damit der Gesundheit." Und dann muss er fragen: "Ist Jesus gegen die Sauberkeit? Will er, dass seine Jünger schmutzig und schlampig daherkommen? Oder ist es ihm egal, ob er und seine Anhänger sich durch mangelnde Hygiene anstecken und allen möglichen Infektionen und Krankheiten aussetzen?"

Wie versucht er, die Kurve zu kratzen? Er erklärt den damaligen Unterschied zwischen rein und unrein aus der damaligen religiösen Praxis, "Rein und unrein sind religiöse Begriffe. Sie haben zuerst mit dem Gottesdienst zu tun. Wer unrein ist, darf nicht in den Tempel, ist vom Gottesdienst ausgeschlossen, darf auch mit anderen keinen Kontakt haben, damit nicht auch sie unrein werden." Dass die hygienischen Gebote und die religiösen Begriffe gleichgesetzt wurden, um Reinlichheit im Alltag durchzusetzen, versteht er offenbar genauso wenig wie der Jesus, der seine Jünger mit dreckigen Fingern essen lässt.

Der Herr Kardinal schließt mit:
"Hygiene des Herzens, so könnten wir die Haltung Jesu nennen. In der Menschheitsgeschichte wurde noch nie so viel auf peinliche Sauberkeit geachtet. Alles muss steril verpackt und sterilisiert sein. Aber wie viel Unreines in unseren Herzen seinen Schmutz verbreitet, darauf wird viel weniger geachtet. Vor Gott zählt nicht das Deodorant, sondern nur die Lauterkeit und Güte des Herzens. Und die darf ruhig ansteckend sein."

Und mit dreckigen Fingern aus dreckigem Geschirr zu essen und sich dabei mit irgendwas zu infizieren, das ist egal, das dazuzuschreiben, hat der Herr Schönborn vergessen. Oder er hat bloß nicht verstanden, warum diese rituelle Reinigungen vorgeschrieben worden waren, darum Herr Bischof hier nochmals der o.a. Spruch aus der Volksschule:

"Nach dem Klo und vor dem Essen, Händewaschen nicht vergessen!"


434. Wort zum Sonntag am 26.8.2018

Joh. 6, 60-69: In jener Zeit sagten viele der Jünger Jesu, die ihm zuhörten: Was er sagt, ist unerträglich. Wer kann das anhören? Jesus erkannte, dass seine Jünger darüber murrten, und fragte sie: Daran nehmt ihr Anstoß? Was werdet ihr sagen, wenn ihr den Menschensohn hinaufsteigen seht, dorthin, wo er vorher war? Der Geist ist es, der lebendig macht; das Fleisch nützt nichts. Die Worte, die ich zu euch gesprochen habe, sind Geist und sind Leben. Aber es gibt unter euch einige, die nicht glauben. Jesus wusste nämlich von Anfang an, welche es waren, die nicht glaubten, und wer ihn verraten würde. Und er sagte: Deshalb habe ich zu euch gesagt: Niemand kann zu mir kommen, wenn es ihm nicht vom Vater gegeben ist. Daraufhin zogen sich viele Jünger zurück und wanderten nicht mehr mit ihm umher. Da fragte Jesus die Zwölf: Wollt auch ihr weggehen? Simon Petrus antwortete ihm: Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens. Wir sind zum Glauben gekommen und haben erkannt: Du bist der Heilige Gottes.

Warum ist der jetzt als Gottessohn verkündete Jesus beim Oberapostel Petrus nur der "Heilige Gottes"? Und das noch dazu beim Evangelisten der am allerweitesten von einem möglichen realen Jesus weg war!

Aber das nur nebenbei. Einleitend freut sich der Herr Schönborn heute irgendwie, dass schon seinerzeit beim Jesus Leute aus der Kirche ausgetreten sind, dies also keine neue Zeiterscheinung ist. Ganz sachlich stellt er fest: "Nach einer Zeit des Erfolgs kommt für Jesus eine Zeit des Misserfolgs. Am Anfang liefen ihm die Menschen in Scharen zu. Jetzt wenden sich viele wieder von ihm ab." Heute ist das in unseren Breiten so: einen Zulauf in Scharen gibt's nimmer, seit die Leute der Kirche nimmer zulaufen müssen, die Abwendung hat sich etabliert, seit sowas keine gesellschaftlichen Nachteile mehr befürchten lässt.

Schönborn rühmt jedenfalls die jesuitische Glaubensfreiheit und die heutigen Verhältnisse:
"Das heutige Evangelium ist ein großes Lehrstück über die Freiheit. Der Glaube kann nur frei gelebt werden. Zum Glauben kann niemand gezwungen werden, wie auch niemand zur Liebe genötigt werden kann. Eine Zwangsmitgliedschaft darf es unter den Jüngern Jesu nicht geben. Es tut weh, dass so viele Menschen die Kirche verlassen und ihren Austritt vor den staatlichen Stellen erklären. Aber viel schlimmer wäre es, wenn es einen öffentlichen Zwang gäbe, zur Kirche gehören zu müssen. Das hat es früher in unserem Land gegeben, und das soll es nie mehr wieder geben."
Ja, die Trauben des Glaubensdiktates hängen heute ziemlich hoch, die kann auch ein Fuchs wie der Schönborn nimmer erwischen!

Und er schließt mit:
"Wollt auch ihr weggehen? Diese Frage Jesu richtet sich an jeden Menschen. Sie ist eine Einladung, sich frei für den Glauben an Jesus zu entscheiden. Auf die Frage Jesu gibt Petrus eine eigenartige Antwort: 'Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.' Meint er damit: Wir haben nichts Besseres gefunden als dich? Das klingt nicht sehr höflich. Aber eigentlich finde ich mich in dieser Antwort selber wieder. Auch ich kann zu Jesus sagen: Ich habe wirklich nichts Besseres gefunden, keinen Besseren als dich. Deine Worte sind unvergleichlich, so voller Leben. Sie halten, was sie versprechen. Sie stimmen fürs Leben und fürs Sterben. Aber eines ist mir auch klar geworden: Dass ich bei dir geblieben bin, dass ich an dich glauben kann, das ist nicht mein Verdienst, sondern dein großes Geschenk! Ich kann dafür nur immer wieder danken."

Ja, natürlich könnte man was Schlechteres finden als den Jesus, ja, man könnte sogar einen schlechteren Jesus finden als den katholischen! Meinereiner musste in seiner Jugend noch ohne Religionsfreiheit leben, 12 Jahre lang am Religionsunterricht teilnehmen, jede Woche zwei Stunden lang Hände falten und Goschen halten! Das Bessere folgte danach, Kirchenaustritt! Und heute die bessere Welt, in der zunehmend mehr Religionsfreiheit in der Form von Freiheit von Religion gelebt wird!


433. Wort zum Sonntag am 19.8.2018

Joh. 6,51-58: In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, ich gebe es hin für das Leben der Welt. Da stritten sich die Juden und sagten: Wie kann er uns sein Fleisch zu essen geben? Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, das sage ich euch: Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag. Denn mein Fleisch ist wirklich eine Speise, und mein Blut ist wirklich ein Trank. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir, und ich bleibe in ihm. Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und wie ich durch den Vater lebe, so wird jeder, der mich isst, durch mich leben. Dies ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Mit ihm ist es nicht wie mit dem Brot, das die Väter gegessen haben; sie sind gestorben. Wer aber dieses Brot isst, wird leben in Ewigkeit.

Das ist irgendwie eine Umkehrung religiöser Bräuche. Es war bei den Religionen der Vorzeit üblich gewesen, die Götter durch Opferungen umzustimmen, das reichte sogar bis zu Menschenopfern. Ein heißer Sommer, der Ernten verdorren lässt, hätte seinerzeit nicht zu Freudenkundgebungen über den herrlichen Sonnenschein geführt, wie er jetzt von den Wettervollidioten in Radion und TV dauernd zu hören ist, sondern man hätte den Regengott angefleht, endlich zu regnen und den Sonnengott, weniger Hitze zu senden, beiden Göttern hätte man Opferungen dargebracht, auch mit Fleisch und Blut!

Der Jesus macht's nun umgekehrt, er opfert sein Fleisch und Blut den Menschen! Und wer das frisst und sauft, der lebt in Ewigkeit! Achja, glauben muss man diese haarsträubende Geschichte natürlich auch! Meinereiner hat den Leib des HErrn nimmer gefressen, seit es klar wurde, dass die österliche Beichte & Kommunion keine verpflichtende schulische Veranstaltung ist, als das begriffen wurde, war meinereiner zwölf oder dreizehn Jahre alt. Blut zum Saufen hat's dabei die ganze Zeit nicht gegeben und das Blut saufen in der katholischen Kirche bis heute nur die Geistlichen in der Form von Messwein, man hält sich also gar nicht an das Wort Jesu.

Der Herr Bischof Schönborn glaubt natürlich an das durch das Verzerren von Hostien entstehende ewige Leben und predigt darüber. Aber nicht direkt voller Freude, weil der obige Bibeltext liest sich ja kannibalisch, darum fragt der Schönborn sogar, "wie soll Menschenfleisch gegessen werden?" Und er erklärt dann, dass Katholiken und Protestanten deswegen bis heute verschiedene Meinungen haben, für die Protestanten sind die Hostien Symbole für das "letzte Abendmahl", für die Katholiken sind sie der Leib Christi.

Schönborn weiß natürlich, die katholische Lehre ist die richtige zu sein hat, denn: "Eines ist sicher: Jesus hat keinen Zweifel daran gelassen, dass wir sein Fleisch essen, sein Blut trinken sollen: 'Denn mein Fleisch ist wirklich eine Speise, und mein Blut ist wirklich ein Trank'."

Und dann weicht er dem Thema aus: "Aber wie hat es Jesus selber gemeint, das Essen seines Fleisches, das Trinken seines Blutes? Mir hilft da das Wort 'Kommunion'. So nennen wir ja den Empfang des heiligen Brotes in der Feier der Messe. 'Kommunion' hat mit 'Kommunizieren' zu tun, mit Begegnung, Gemeinschaft, Austausch. Unsere Kommunikation ist heute oft äußerst oberflächlich, per SMS, Twitter, Facebook.
Selten wird es ein wirklicher, tiefer Austausch. Jesus will mit uns so kommunizieren, dass er in uns bleibt und wir in ihm, also mit Fleisch und Blut, lebendig, echt und tief. Er will uns nicht nur fromme Worte sagen, sondern sich selber schenken. Wer so mit ihm kommuniziert, empfängt wirkliches, volles Leben, eben ihn selber, den lebendigen Jesus. Das ist der Sinn der Kommunion."

Der Herr Kardinal sieht die Kommunion sozusagen als eine Art Organaustausch, sich das Ganze als Gehirnschädigung vorzustellen, wäre aber wohl die einfachere Darstellung. Und: wie viele Mitglieder der katholischen Kirche werden das tatsächlich so sehen, wie es der Bischof von Wien hier schilderte? Nu, ein paar wird's schon geben...


Da hat meinereiner doch glatt darauf vergessen, dass am Mittwoch ein Feiertag war! Weil als Pensionist hat unsereiner ja jeden Tag einen Feiertag! Darum hier die am 19.8. nachgeholte Predigt zum 15.8.2018!

432. Wort zum Feiertag "Maria Himmelfahrt" am 15.8.2018

Lk 1, 39-56: In jenen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa. Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabeth. Als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabeth vom Heiligen Geist erfüllt und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ. Da sagte Maria: Meine Seele preist die Größe des Herrn, und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter. Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter. Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, und sein Name ist heilig. Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten. Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind; er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen. Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehen. Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen, das er unsern Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig. Und Maria blieb etwa drei Monate bei ihr; dann kehrte sie nach Hause zurück.

Der Schönborn hüpft natürlich heute auch voller Freude über seine himmlische Maria, mit Frauen darf er ja nix, aber die Gottesmutter Maria darf er in höchsten Tönen platonisch lieben! Er titelte seine Predigt mit "Wie man lebt, so stirbt man". Das kann durchaus zutreffen! Wenn z.B. wer als Autoraser lebt, dann kann er auch als Autoraser sterben. Oder ein eifriger Alkoholiker an seiner Leberzirrhose und ein starker Raucher an Lungenkrebs. Aber so hat er das natürlich nicht gemeint, er predigt über das Rätsel des Lebens und des Sterbens: "Wie das Leben, so bleibt auch der Tod ein großes Rätsel, ein Geheimnis. Niemand kann es ganz erklären. Wie oft ist der Tod für uns ein unlösbares Fragezeichen. Wir alle müssen sterben, aber warum, wann, wie, darauf haben wir keine fertige Antwort."

Es ist tatsächlich ein obskurer Spaß, nach dem eigenen Dasein zu fragen. Denn damit wir als die konkrete Person, die wir sind, existieren, muss vom Urschleim bis zu unserer Zeugung alles haargenau in dieser Vorfahrenreihe abgelaufen sein! Man kann also fast sagen, dass jedes Ich dieses konkrete Ich geworden ist, hat bei der nahezu unendlichen Zahl des Ablaufs der Möglichkeiten, eine Wahrscheinlichkeit von minus unendlich plus eins. Aber wenn man lebt, dann lebt man eben. Und sterben tun wir alle. Dann sind wir wieder dort, wo wir vor dem Eintritt in die Welt waren: in Nichtexistenz. Und das ist kein Rätsel und kein Geheimnis, das ist eine materielle Tatsache.

Mit solch realistischen Gedanken befasst sich ein Bischof natürlich nicht, ihm geht's um seine Maria, er schließt mit: "Maria gibt selber Einblick in das, was ihr im Leben am kostbarsten ist: 'Meine Seele preist die Größe des Herrn.' Ihr Herz ist voll Dankbarkeit. Da ist keine Eitelkeit, kein Stolz, keine Wichtigtuerei. Sie hat ein tiefes Bewusstsein, dass Gott an ihr Großes tut. Dafür, so weiß sie, werden alle Generationen sie lieben und verehren. Wie man lebt, so stirbt man. Auf Maria trifft dieses Sprichwort wirklich zu. Ihr Leben, reich an Prüfungen und Leid, war trotzdem ganz erfüllt. Und so war auch ihr Heimgang wirklich eine 'Himmelfahrt'."

Und damit endete die bischöfliche Märchenstunde vom 15.8.2018, was soll man dazu noch sagen? Religionen sind eben was Phantastisches! Im Sinne von Absonderlichem...


431. Wort zum Sonntag am 12.8.2018

Joh. 6, 41-51: In jener Zeit murrten die Juden gegen Jesus, weil er gesagt hatte: Ich bin das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist Und sie sagten: Ist das nicht Jesus, der Sohn Josefs, dessen Vater und Mutter wir kennen? Wie kann er jetzt sagen: Ich bin vom Himmel herabgekommen? Jesus sagte zu ihnen: Murrt nicht! Niemand kann zu mir kommen, wenn nicht der Vater, der mich gesandt hat, ihn zu mir führt; und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag. Bei den Propheten heißt es: Und alle werden Schüler Gottes sein. Jeder, der auf den Vater hört und seine Lehre annimmt, wird zu mir kommen. Niemand hat den Vater gesehen außer dem, der von Gott ist; nur er hat den Vater gesehen. Amen, amen, ich sage euch: Wer glaubt, hat das ewige Leben. Ich bin das Brot des Lebens. Eure Väter haben in der Wüste das Manna gegessen und sind gestorben. So aber ist es mit dem Brot, das vom Himmel herabkommt: Wenn jemand davon isst, wird er nicht sterben. Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, ich gebe es hin für das Leben der Welt.

Die Geschichte mit dem jesuischen Lebensbrot hatten wir ja schon letzten Sonntag, aber das ist eine sehr wichtige katholische Geschichte, weil auf katholisch ist es ja der Brauch, das lebendige Jesusbrot in Hostienform zu verspeisen. Früher war das eine seltene Angelegenheit, im fünften katholischen Kirchengebot hieß es: "du sollst das hochwürdigste Sakrament des Altars wenigstens einmal im Jahre, nämlich um die österliche Zeit, empfangen." Und dazu war die Beichte vorgeschrieben, den "Leib des Herrn" ohne Beichte zu verspeisen, war eine sehr schwere Sünde namens "Gottesraub". Aber da in den Sechzigerjahren nach dem 2. Vatikanum die Pflichtbeichte vor der Kommunion abgeschafft wurde, gehen ja manche der regelmäßigen Besucher der Sonntagsmesse jeden Sonntag "abspeisen" wie das früher volkstümlich geheißen hat. Denn lässliche Sünden kann man sich jetzt sozusagen selber vergeben, nur schwere Sünden müssten heutzutage vorher gebeichtet werden. Und was eine schwere Sünde ist, das beurteilen die Sünder selber.

Aber das nur nebenbei, was sagt der Herr Bischof Schönborn heute dazu? Er befasst sich vorerst damit, ob Götter Söhne haben können, weil im Islam ist der dortige Allah kinderlos und der jüdische Jehova, also der christliche Jesusvater, war ebenfalls ohne Weib und Kind. Der biblische Jesus wurde ja auch erst lange nach seinem Tod von seinen Anhängern zum Gottessohn befördert. Schönborn erklärt jedenfalls seinem Gläubigen, dass an Jesus zu glauben, eine Gabe Gottes sei. Meinemeinen hat kein Gott diese Gabe gegeben, darum geh ich nicht in die Kirche und verspeise keinen Jesus, aber ich verscheiß meine Lebenszeit ständig mit dieser depperten Homepage, statt mich mit was Unterhaltsameren zu beschäftigen.

Aber wie jeden Sonntag: wie resümiert der Herr Bischof von Wien heute?
Er schließt mit: "Dass er von Gott, vom Himmel gekommen ist, hat nur ein Ziel: uns Menschen das volle, unzerstörbare Leben zu bringen, das kein Tod uns nehmen kann, das ewige Leben. Deshalb nennt er sich selber 'das Brot des Lebens'. 'Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben.' Er selber, sein Fleisch, seine lebendige Gegenwart, ist dieses Lebensbrot."

Zu dumm, dass auch der Herr Schönborn als Toter dereinsten nicht einmal mehr dumm schauen kann, weil nach dem Tod kein ewiges Leben kommt. Denn ein Toter weiß ja schließlich nicht einmal, dass er gelebt hat.


430. Wort zum Sonntag am 5.8.2018

Joh. 6,24-35: In jener Zeit als die Leute sahen, dass weder Jesus noch seine Jünger dort waren, stiegen sie in die Boote, fuhren nach Kafarnaum und suchten Jesus. Als sie ihn am anderen Ufer des Sees fanden, fragten sie ihn: Rabbi, wann bist du hierher gekommen? Jesus antwortete ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ihr sucht mich nicht, weil ihr Zeichen gesehen habt, sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid. Müht euch nicht ab für die Speise, die verdirbt, sondern für die Speise, die für das ewige Leben bleibt und die der Menschensohn euch geben wird. Denn ihn hat Gott, der Vater, mit seinem Siegel beglaubigt. Da fragten sie ihn: Was müssen wir tun, um die Werke Gottes zu vollbringen? Jesus antwortete ihnen: Das ist das Werk Gottes, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat. Sie entgegneten ihm: Welches Zeichen tust du, damit wir es sehen und dir glauben? Was tust du? Unsere Väter haben das Manna in der Wüste gegessen, wie es in der Schrift heißt: Brot vom Himmel gab er ihnen zu essen. Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Nicht Mose hat euch das Brot vom Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahre Brot vom Himmel. Denn das Brot, das Gott gibt, kommt vom Himmel herab und gibt der Welt das Leben. Da baten sie ihn: Herr, gib uns immer dieses Brot! Jesus antwortete ihnen: Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.

Letzten Sonntag hat meinereiner ja auch das heutige Evangelium schon verwendet und die ganze Geschichte fertig erzählt, dass nämlich am Schluss der Story nur die zwölf Apostel übrig blieben. Schau'n wir darum gleich nach, was der Herr Bischof von Wien zum obigen Text predigt. Der Jesus hat laut Schönborn mit seiner Abfütterung der 5000 die weitere Wundersucht der Leute angestachelt, sie laufen ihm zuhauf nach und "Jesus erkannte, dass sie kommen würden, um ihn in ihre Gewalt zu bringen und zum König zu machen." Das war dem Jesus dann zuviel, als allmächtiger Gottessohn konnte er doch nicht soviel arbeiten!

Der bischöfliche Schlussabsatz lautet: "Aber ist es Jesus nicht zuerst darum gegangen, dass die Armen gesehen werden, dass den Notleidenden, den Hungernden geholfen wird, dass Kranke betreut und Flüchtlinge aufgenommen werden? Ja, das ist für Jesus entscheidend. Wer all das nicht tut, verfehlt das Entscheidende. Und dennoch erinnert Papst Franziskus immer wieder daran: Die Kirche ist keine NGO, obwohl sie weltweit sich für alle Notleidenden einsetzt. Aber dieser Einsatz hat ein Herz, eine Mitte, eine Quelle, aus der ihm die Kraft kommt, vor der Not nicht zu kapitulieren. Und diese Kraftquelle ist Jesus, der damals den Leuten in Kapharnaum gesagt hat: 'Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben'."

Ja, das wäre wohl eine teuflische Sache, wenn die katholische Kirche tatsächlich so wahrgenommen würde, dass alle, die zu ihr kommen, nie mehr hungern und dürsten werden! Weil für soziale Zwecke gibt die katholische Kirche nur fremdes Geld aus, keine eigenen Schätze! Erinnert sei dazu an die Geschichte über den aktuellen vatikanischen Franz und seine Hilfe für Notleidende! "Papst verdoppelte Vatikanspenden" hieß die Info vom November 2013 dazu. Darin wird dargestellt, dass nicht der Papst was verdoppelt hatte, sondern dafür von der Almosenverwaltung mehr fremdes Geld aufgestellt werden konnte, weil Kirchengeld hat es dafür noch nie gegeben!

Ein bisschen googeln in Sachen päpstlicher Almosenverwaltung führte zu einer Meldung, dass im Februar 2015 der Papst 300 Regenschirme an Obdachlose verteilen hatte lassen. Und im Oktober 2015 wurde für 34 Obdachlose ein Schlafsaal in der Ordenszentrale der Jesuiten eingerichtet! Und 2014 waren es 1,5 Millionen Euro, die an 8.000 bedürftige Antragsteller verteilt wurden, das waren 187,50 pro Kopf, das hat das Leiden dieser Menschen bestimmt enorm gemildert! Es gab insgesamt 181 Treffer bei Google, aber es waren immer wieder dieselben, von der Verdoppelung 2013 bis zu den 300 Regenschirmen, auch ein paar atheisten-info-Meldungen waren darunter...


429. Wort zum Sonntag am 29.7.2018

Joh. 6,1-15: In jener Zeit ging Jesus an das andere Ufer des Sees von Galiläa, der auch See von Tiberias heißt. Eine große Menschenmenge folgte ihm, weil sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken tat. Jesus stieg auf den Berg und setzte sich dort mit seinen Jüngern nieder. Das Pascha, das Fest der Juden, war nahe. Als Jesus aufblickte und sah, dass so viele Menschen zu ihm kamen, fragte er Philippus: Wo sollen wir Brot kaufen, damit diese Leute zu essen haben? Das sagte er aber nur, um ihn auf die Probe zu stellen; denn er selbst wusste, was er tun wollte. Philippus antwortete ihm: Brot für zweihundert Denare reicht nicht aus, wenn jeder von ihnen auch nur ein kleines Stück bekommen soll. Einer seiner Jünger, Andreas, der Bruder des Simon Petrus, sagte zu ihm: Hier ist ein kleiner Junge, der hat fünf Gerstenbrote und zwei Fische; doch was ist das für so viele! Jesus sagte: Lasst die Leute sich setzen! Es gab dort nämlich viel Gras. Da setzten sie sich; es waren etwa fünftausend Männer. Dann nahm Jesus die Brote, sprach das Dankgebet und teilte an die Leute aus, so viel sie wollten; ebenso machte er es mit den Fischen. Als die Menge satt war, sagte er zu seinen Jüngern: Sammelt die übrig gebliebenen Brotstücke, damit nichts verdirbt. Sie sammelten und füllten zwölf Körbe mit den Stücken, die von den fünf Gerstenbroten nach dem Essen übrig waren. Als die Menschen das Zeichen sahen, das er getan hatte, sagten sie: Das ist wirklich der Prophet, der in die Welt kommen soll. Da erkannte Jesus, dass sie kommen würden, um ihn in ihre Gewalt zu bringen und zum König zu machen. Daher zog er sich wieder auf den Berg zurück, er allein.

Na was, da hat der alte Jehova, der Gott seines von ihm selbst auserwählten Judenvolkes, seinen Sohn zu diesem, seinem Volk geschickt und der Sohn macht dann dort das Wunder von der wundersamen Brotvermehrung, füttert mit fünf Broten und zwei Fischen 5000 Männer (und ihre Familien wie es in Mt. 14,21 heißt) und hat danach noch einen 12körbigen Brotüberschuss! Und dann fürchtet sich der Jesus vorm auserwählten Volk seines Vaters und flüchtet ganz allein in die Berge! Schau'n wir einmal nach, was er dort dann allein in den Bergen macht!

Der Jesus versteckt sich ein Weilchen, im Vers Jh. 6,25 finden sie ihn wieder, der Jesus hält ihnen dann vor, sie suchten ihn deswegen, weil er sie gut gefüttert hat und findet das als falsch, denn "müht euch nicht ab für die Speise, die verdirbt, sondern für die Speise, die für das ewige Leben bleibt und die der Menschensohn euch geben wird. Denn ihn hat Gott, der Vater, mit seinem Siegel beglaubigt." Dann palavert er eine Weile über das himmlische Brot des Lebens und erklärt schließlich: "Ich bin das Brot des Lebens, wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben." Deswegen fangen seine Jünger mit ihm zu streiten an, weil er ja bloß der Sohn von Maria und Josef sei und kein himmlisches Brot des Lebens, alle laufen fort bis auf die späteren zwölf Apostel.

Also war die wunderbare Brotvermehrung eigentlich eine Jüngervertreibung. Aber das nur nebenbei, was meint der Herr Bischof von Wien zur Abspeisung der 5000 Männer? Er schreibt, "manchmal glauben wir, wir müssten auf ein Wunder warten, statt selber das Problem anzugehen" und bietet dann zwei Alternativen zur Brotvermehrung, zuerst den Vorschlag der Apostel, die vielen Leute wegzuschicken, dann die befreiungstheologische Interpretation der obigen Bibelstelle, die er als von "modernen" Predigern stammende charakterisiert: "Sie meinen, Jesus habe zu den vielen Menschen so herzbewegend von der Nächstenliebe und vom Teilen gesprochen, dass alle ihren Proviant geteilt hätten, und siehe da, es reichte reichlich für alle. Das Wunder wäre also einfach die gelebte Nächstenliebe gewesen."

Sowas ist dem Schönborn natürlich nicht recht, er ist für das Wunder und nicht für eine Solidaritätsaktion und schließt mit: "Was aber bedeutet das Wunder Jesu für unseren Alltag? Für mich sind es drei Dinge, die ich daraus lerne: Zuerst mein tägliches Staunen darüber, dass wir zu essen haben. Wenn ich unsere übervollen Brotläden sehe, kann ich nur Gott danken, dass es das tägliche Brot gibt. Zweitens erinnert mich das Dankgebet, das Jesus sprach, an unser Tischgebet. Alles was wir haben, ist Gabe des Schöpfers. Wie können wir nur vergessen, Gott dafür zu danken! Möge uns nicht eines Tages der Hunger lehren, dass das tägliche Brot keine Selbstverständlichkeit ist. Und drittens zeigt der kleine Junge, der die fünf Brote und die zwei Fische hatte, dass das Teilen der Anfang von einem Wunder sein kann, wenn wir es nur wagen, von Herzen das zu geben, was wir haben."

Er baut also alles ein, die göttliche Hilfe für die übervollen Brotläden, sonstige Schöpfergaben und schließlich die Solidarität in Form des kleinen Jungen. Dass die Menschheit von menschlicher Arbeit lebt und nicht von göttlichen Wundern, wird man einem Kardinal nicht erklären können! Er selber bäckt ja kein Brot, verdient aber wohl viel mehr als jeder Bäckermeister (soweit es sowas heute überhaupt noch gibt, Brotfabriken verdienen wohl mehr als ein Erzbischof). In der BRD hat 2018 ein Erzbischof ein vom Staat bezahltes Monatseinkommen von 13.627.52 Euro. Die österreichische Bischofslöhne waren nicht zu ergoogeln, hier muss die Kirche die leitenden Funktionäre selber zahlen und es ist offenbar eine Geheimsache, wie viele Menschen ein Kardinal und Erzbischof damit speisen könnte! Für die Bewirtung von 5000 Männern einmal im Monat mit Würstl und Bier hätte man etwa Selbstkosten von um die drei Euro pro Mann, also 15.000 Euro! Das schafft auch ein deutscher Erzbischof nicht! Der Schönborn wird aber wohl seinem Jesus fürs Monatseinkommen auch dankende Tischgebete schicken! Und füttern braucht ein familienloser Bischof ja niemanden, das hat auch der Jesus nicht als Dauereinrichtung gemacht, sondern das ist bloß eine biblische Geschichte ohne Wiederholungen. Amen.


428. Wort zum Sonntag am 22.7.2018

Mk 6,30-34: Die Apostel versammelten sich wieder bei Jesus und berichteten ihm alles, was sie getan und gelehrt hatten. Da sagte er zu ihnen: Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und ruht ein wenig aus. Denn sie fanden nicht einmal Zeit zum Essen, so zahlreich waren die Leute, die kamen und gingen. Sie fuhren also mit dem Boot in eine einsame Gegend, um allein zu sein. Aber man sah sie abfahren, und viele erfuhren davon; sie liefen zu Fuß aus allen Städten dorthin und kamen noch vor ihnen an. Als er ausstieg und die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und er lehrte sie lange.

Also ein bisschen allwissend könnte der Gottessohn als zweite Falte des allwissenden dreifaltigen Gottes schon sein, dann würde er nicht mit dem Boot vor seinem Publikum davonfahren und das Publikum wäre schneller an seinem Zielort als er mit seinen Jüngern.

Aber das nur nebenbei. Bischof Schönborn titelte heute seine Predigt mit "... und ruht ein wenig aus!" Denn auch Gottessöhne und Apostel haben Urlaubsanspruch! Denn "jeder Mensch braucht Pausen. Keiner kann ständig in vollem Einsatz sein".

Und die bischöfliche Zusammenfassung lautet heute so: "Umso eindrucksvoller ist die Haltung Jesu in dieser Situation. Er klagt nicht darüber, dass die Leute ihn und seine Jünger nicht in Ruhe lassen. Keine Spur von Verärgerung, dass es nichts geworden ist mit der so notwendigen und wohlverdienten Erholung. Für Jesus sind die vielen Menschen kein Störfaktor. Er schaut nicht auf sich und seinen 'Urlaub', er sieht die Menschen, ihre Not, ihre Sehnsucht. Sein Mitleid mit ihnen ist stärker als sein Wunsch nach Ruhe. Er nimmt sich Zeit für sie. Er gibt ihnen, was sie mehr brauchen als Brot: sein Wort, seine Ermutigung. Er gibt ihnen Orientierung für ihr Leben. Die Freude, für die Menschen da zu sein, ist für ihn eine Kraftquelle. So ruht er sich aus!"

Ja, der Jesus tut als Hirte was für seine Schafe! Im realen Leben schert man den Schafen das Fell und irgendwann werden sie zu Schafsfleisch verarbeitet. Aber das kommt in der biblischen Schafe&Hirten-Symbolik nie vor. Und der Kirchengeschichte kam das natürlich vor, die katholische Kirche war schließlich eine feudale Einrichtung!

Schauen wir ein bisschen in der Geschichte nach. Dazu wurde ergoogelt:
"Neben dem Adel stand den Bauern mit der Kirche eine weitere Macht gegenüber, die auch im wirtschaftlichen Sinne über großen Einfluss verfügte. Der Landbesitz des Klerus war immens und führte für die Kirche und einzelne Klöster ebenfalls zur Installation der Grundherrschaft über die Bauern. (..) Die Auswirkungen der Grundherrschaft der Kirche und Klöster unterschied sich prinzipiell in nichts von der weltlichen Herrschaft, sodass es für die Bauern keinen Vorteil bedeutete, unter ihrer Führung zu stehen. (..) Der durchaus auch artikulierte Verdruss der Bauern über ihre desolate Situation wurde seitens der Kirche mit dem Verweis auf das Jenseits unterdrückt, wo sie dann den Lohn für ihre irdischen Mühen erhalten sollten. (..)
Des Weiteren waren die Bauern dem Klerus auch insofern verpflichtet, als sie ihm den 'Zehnt' von den Erträgen ihrer Scholle schuldeten. (..) Zunächst wurde diese Abgabe zu jeweils einem Viertel an den Bischof, das Bistum, den Pfarrer und die Armen verteilt. Ab dem 10. Jahrhundert erhielten der Pfarrer ein Drittel und der Bischof zwei Drittel. Die Mittel, die dem Bischof zuflossen, waren für den Unterhalt des Bistums und die Armenfürsorge gedacht. Da die Armen allerdings nunmehr nur indirekt von der Abgabe des Zehnt profitierten und nicht mehr direkt bedacht wurden, waren sie nun in noch höherem Maße als zuvor in der Rolle von Bittstellern, von der Gnade des Bischofs abhängig und in gewisser Weise auch seiner Willkür unterworfen. (..)"

Ja, das war durch die Jahrhunderte so! Die kirchlichen Hirten scherten ihre Schafe! Heute zahlen die kirchlichen Schafe nur noch den Kirchenbeitrag und den kann man sich durch den Weg auf die BH oder den Magistrat auch schnell einsparen! Die Zeiten haben sich gebessert!


427. Wort zum Sonntag am 15.7.2018

Mk 6,7-13: In jener Zeit rief Jesus die Zwölf zu sich und sandte sie aus, jeweils zwei zusammen. Er gab ihnen die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben, und er gebot ihnen, außer einem Wanderstab nichts auf den Weg mitzunehmen, kein Brot, keine Vorratstasche, kein Geld im Gürtel, kein zweites Hemd und an den Füßen nur Sandalen. Und er sagte zu ihnen: Bleibt in dem Haus, in dem ihr einkehrt, bis ihr den Ort wieder verlasst. Wenn man euch aber in einem Ort nicht aufnimmt und euch nicht hören will, dann geht weiter, und schüttelt den Staub von euren Füßen, zum Zeugnis gegen sie. Die Zwölf machten sich auf den Weg und riefen die Menschen zur Umkehr auf. Sie trieben viele Dämonen aus und salbten viele Kranke mit Öl und heilten sie.

Die wunderheilenden Aposteln wurden offenbar von den Wundergeheilten durchgefüttert, wo sie nicht gefüttert wurden, mussten sie mittels Staubabschütteln gegen die nichtfütternden Nichtumkehrer ein negatives Zeichen setzen.

Der Herr Bischof von Wien stellt dazu ganz allgemein fest, dass der Jesus nur seine Apostel auf diese Weise ausgesandt und nicht alle Christen. Dabei hat ja der Schönborn längere Zeit davon geredet, dass man zwecks Glaubensverbreitung alle aktiven Christen auf die übrige Menschheit loslassen sollte. 2010 wurde dazu sogar eine Homepage namens "Apostelgeschichte" eingerichtet, Apostel wurden allerdings dann keine ausgebildet und der letzte wesentliche Eintrag dort ist von 2012. Pläne wie Hausbesuche oder Gründung von neuen Gemeinden wurden nicht verwirklicht. Wohl wegen Personalmangels.

Aber kommen wir gleich zum bischöflichen Schlussabsatz: "Einmal kommt der Tag, wo ich nichts mitnehmen kann auf den (letzten) Weg. Für die letzte Reise zählt nur das Gepäck des Guten, das ich im Leben getan habe. Alles andere muss zurückbleiben. So gesehen bekommt der Sendungsauftrag Jesu an seine ersten zwölf Gefährten einen positiven Sinn. Sie haben damals wirklich freiwillig alles verlassen und sich ganz Gottes Vorsehung anvertraut. Bis heute wirkt ihr Vorbild nach und hilft auch in unserer Zeit, umzudenken, umzukehren, frei zu werden vom Hängen an Dingen, die wir doch alle einmal loslassen müssen."

Alle Leute müssen alles loslassen, wenn sie in die Grube fahren. Ganz egal ob sie für'n Jesus waren oder nicht. Meinereiner kann seinen good old Rock'n'roll nicht ins Grab mitnehmen, der Schönborn muss seinen Jesus sein lassen, weil ein totes Hirn kann nicht nur nicht an Jerry Lee Lewis und Bill Haley oder sonst was denken, sondern auch nicht an irgendwelche Götter...

Aber machen wir einen schönen Schluss und lassen wir Bill Haley und seine Comets ein bisschen musizieren
, When the saints play rock'n'roll ist eine dazu passende Nummer, 1979 in England auf der vorletzten Tournee Bill Haleys vor seinem Tod 1981:

Bill Haley lebt schon seit fast 40 Jahren nicht mehr, aber er rockt noch immer!


426. Wort zum Sonntag am 8.7.2018

Mk 6,1b-6: Jesus kam in seine Heimatstadt; seine Jünger begleiteten ihn. Am Sabbat lehrte er in der Synagoge. Und die vielen Menschen, die ihm zuhörten, staunten und sagten: Woher hat er das alles? Was ist das für eine Weisheit, die ihm gegeben ist! Und was sind das für Wunder, die durch ihn geschehen! Ist das nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria und der Bruder von Jakobus, Joses, Judas und Simon? Leben nicht seine Schwestern hier unter uns? Und sie nahmen Anstoß an ihm und lehnten ihn ab. Da sagte Jesus zu ihnen: Nirgends hat ein Prophet so wenig Ansehen wie in seiner Heimat, bei seinen Verwandten und in seiner Familie. Und er konnte dort kein Wunder tun; nur einigen Kranken legte er die Hände auf und heilte sie. Und er wunderte sich über ihren Unglauben. Jesus zog durch die benachbarten Dörfer und lehrte.

Es ist ja klar! Die damaligen Wundertäter lebten davon, dass sie ihre Wunder irgendwo anders getätigt hätten! Es gab ja noch keinerlei Medien, wenn solche Geschichten von Wundern weit weg erzählt wurden, konnten die Zuhörer das nicht nachprüfen, schließlich gab's ja weder Google noch Wikipedia. Wenn eine wandernde Wundertätertruppe erzählte, in Hadschitradschi hinter den sieben Bergen habe der Prediger sieben Wunder getan, dann war das eben so und wenn man nun in Aufischnaufi war, da gab's eben keine Wunderheilungen, weil die Kranken zuwenig krank waren oder zu wenig gläubig, aber wenn der Trupp siebenmal ums Eck weiterzog nach Lachibachi im Tale, dann erzählte man dort von den Wundern in Aufischaufi! Wenn der Wunderheiler aber wieder einmal nach Da-I-Sitzi kam, seinen Heimatort, dann gab's dort natürlich keine Wunder und jedes Mal, wenn er heimkam, gab's keine! Die Wunder waren ewig weit weg!

Hic Rhodos, hic salta! So heißt die alte griechische Wahrheit dazu, aber in seiner Heimat hatte ein Prophet und Wunderheiler kein Ansehen, weil gesprungen ist er bloß in Rhodos und nie daheim!

Aber das nur nebenbei! Wie bejammert der Herr Bischof von Wien den Jesusunglauben in seinem Heimatdorf?
Er bedauert den armen Jesus, der in seinem Heimatort schmerzliche Erfahrungen macht und schließt mit: "Zwei Gedanken bewegen mich bei diesem Evangelium. Warum tun wir uns oft so schwer, Menschen anzunehmen, wenn sie anders sind als wir es uns erwarten? Wenn jemand aus den gewohnten Bahnen ausbricht, stößt er oft gerade in der eigenen Familie auf großes Unverständnis. Als ich mit achtzehn Jahren ins Kloster ging, hat das in der Familie (nicht bei allen!) auch heftigen Widerstand ausgelöst. Bis heute scheiden sich an Jesus die Geister. Manchmal habe ich den Eindruck, dass unser 'christliches Abendland' heute dem Nazareth von damals ähnlich ist. Man beruft sich auf 'christliche Werte', aber ist Jesus wirklich bei uns willkommen? Wundert er sich über unseren Unglauben?"

Das hat sich in den heutigen Zeit stark verbessert! Wer geht heute schon ins Kloster und betrübt damit seine Familie? 2016 gab's in Österreich dreizehn Männer, die ihren Familien das Leid zufügten, Mönche zu werden, zehn Jahre früher waren das noch 42 gewesen.
Dass der Jesus in Österreich besonders willkommen wäre, ist nicht feststellbar, laut vom STANDARD durchgeführten Umfragen von 2014 und 2018 ist z.B. der Glaube an die Auferstehung vom Jesus von 31 % auf 20 % zurückgegangen:


Innerhalb von vier Jahren sind die gefragten Glaubenswerte im Durchschnitt von einem guten Drittel auf ein knappes Viertel gesunken, der Jesusglaube ist im flotten Niedergang. Auf christliche Werte berufen sich hauptsächlich die christlichen Parteien - jetzt kommt wieder einmal der alte Gag dazu - denn der christliche Wert der christlichen Parteien wie ÖVP & FPÖ lautet so: Mt 25, 29: "Denn wer da hat, dem wird gegeben werden, und er wird die Fülle haben; wer aber nicht hat, dem wird auch, was er hat, genommen werden."


425. Wort zum Sonntag am 1.7.2018

Mk 5,21-24.35b-43: In jener Zeit fuhr Jesus im Boot wieder ans andere Ufer hinüber, und eine große Menschenmenge versammelte sich um ihn. Während er noch am See war, kam ein Synagogenvorsteher namens Jaïrus zu ihm. Als er Jesus sah, fiel er ihm zu Füßen und flehte ihn um Hilfe an; er sagte: Meine Tochter liegt im Sterben. Komm und leg ihr die Hände auf, damit sie wieder gesund wird und am Leben bleibt. Da ging Jesus mit ihm. Viele Menschen folgten ihm und drängten sich um ihn. Unterwegs kamen Leute, die zum Haus des Synagogenvorstehers gehörten, und sagten zu Jairus: Deine Tochter ist gestorben. Warum bemühst du den Meister noch länger? Jesus, der diese Worte gehört hatte, sagte zu dem Synagogenvorsteher: Sei ohne Furcht; glaube nur! Und er ließ keinen mitkommen außer Petrus, Jakobus und Johannes, den Bruder des Jakobus. Sie gingen zum Haus des Synagogenvorstehers. Als Jesus den Lärm bemerkte und hörte, wie die Leute laut weinten und jammerten, trat er ein und sagte zu ihnen: Warum schreit und weint ihr? Das Kind ist nicht gestorben, es schläft nur. Da lachten sie ihn aus. Er aber schickte alle hinaus und nahm außer seinen Begleitern nur die Eltern mit in den Raum, in dem das Kind lag. Er fasste das Kind an der Hand und sagte zu ihm: Talita kum!, das heißt übersetzt: Mädchen, ich sage dir, steh auf! Sofort stand das Mädchen auf und ging umher. Es war zwölf Jahre alt. Die Leute gerieten außer sich vor Entsetzen. Doch er schärfte ihnen ein, niemand dürfe etwas davon erfahren; dann sagte er, man solle dem Mädchen etwas zu essen geben.

Heute haben wir eine Auferstehung. Der Jesus ist also laut Bibel nicht nur selber auferstanden, er hat hin und wieder auch andere Tote auferstehen lassen. Warum die Leute deswegen in Entsetzen gerieten, ist unklar, sie sollten sich doch wohl eher gefreut haben. Dass in der Bibel steht, der Jesus habe verboten, über diese Auferstehung zu reden, ergibt sich natürlich aus der Realität: da ja die ganze Wundergeschichte auch nur eine biblische Sage war und es zu Zeiten des Markus noch Zeitzeugen hätte geben können, die nie was davon gehört hatten, dass Jesus die Tochter des Synagogenvorstehers auferstehen haben ließ, darum durften die Betroffenen nicht darüber reden. Was natürlich zusätzlicher Unsinn war: man hätte das Mädchen dann ja sein ganzes Leben lang verstecken müssen. Aber solche Dummheiten stehen ja des öfteren in der Bibel!

Das nur nebenbei, was meint der Herr Schönborn heute dazu?
Er sucht gleich eine Verbindung zum Heute: "Immer noch wird Jesus gebeten, Kranke zu heilen. Auch dort, wo die Medizin unglaubliche Fortschritte gemacht hat, flehen Menschen um Heilung, für sich und für andere. Es ist kein Entweder-Oder, Medizin oder Gebet um Heilung. Das weiß schon die Bibel. Heilung ist immer Werk Gottes und Werk der Menschen."

Bekanntlich fällt auch kein Sperling vom Baum und kein Haar vom Kopf, ohne dass der HErr es will, siehe Matthäus 10, 29-30, darum muss es der HErr dann ja logischerweise auch wollen, dass Menschen krank werden. Warum will der liebe Gott das? Damit man ihm dann für die Heilung danken kann? Weil die Heilung immer auch Gottes Werk ist?

Der Kardinal setzt sich natürlich nicht mit göttlicher Krankmachung auseinander, er ist jedoch von der göttlichen Heilkraft überzeugt: "Heilung ist immer Werk Gottes und Werk der Menschen. Wenn eine Diagnose stimmt, wenn das passende Medikament verschrieben und auch genommen wird, wenn eine Operation gelingt, so ist das alles ein Zeichen guten ärztlichen Könnens. Aber ist es nicht zugleich Gottes Werk, der dem Arzt die richtige Erkenntnis, dem Chirurgen die ruhige Hand, dem Patienten die selbstheilenden Kräfte des eigenen Körpers verleiht? Wie oft werde ich gebeten, vor einer Operation zu beten und zu segnen! Und wenn Heilung gelingt, ist es doch richtig, dem Arzt zu danken, aber nicht weniger Gott, von dem wir alles haben, die Heilkräfte der Natur, das Wissen des Arztes und das Gelingen seiner Therapie. Auf jeden Fall sollten wir keine Heilung als etwas Selbstverständliches betrachten."

Geht's noch dümmer? Nein, wohl nimmer! Denn schließlich hat der Gott ja laut Christenlehre alles geschöpft: Menschen und Bakterien und Viren, Erdbeben und Glatteis. Und wenn wer hinfällt, sich schwer verletzt und im Spital wieder zusammengeflickt wird, dann soll man Gott dafür danken? Der hätte sich als allwissender Schöpfer besser vorher ums Glatteis kümmern sollen.

Aber solche Bibelstellen und solche Sonntagspredigten sind eben wahrhaft herrliche Es-gibt-keine-Götter Beweise!


424. Wort zum Sonntag am 24.6.2018

1,57-66.80: Für Elisabeth kam die Zeit der Niederkunft, und sie brachte einen Sohn zur Welt. Ihre Nachbarn und Verwandten hörten, welch großes Erbarmen der Herr ihr erwiesen hatte, und freuten sich mit ihr. Am achten Tag kamen sie zur Beschneidung des Kindes und wollten ihm den Namen seines Vaters Zacharias geben. Seine Mutter aber widersprach ihnen und sagte: Nein, er soll Johannes heißen. Sie antworteten ihr: Es gibt doch niemand in deiner Verwandtschaft, der so heißt. Da fragten sie seinen Vater durch Zeichen, welchen Namen das Kind haben solle. Er verlangte ein Schreibtäfelchen und schrieb zum Erstaunen aller darauf: Sein Name ist Johannes. Im gleichen Augenblick konnte er Mund und Zunge wieder gebrauchen, und er redete und pries Gott. Und alle, die in jener Gegend wohnten, erschraken, und man sprach von all diesen Dingen im ganzen Bergland von Judäa. Alle, die davon hörten, machten sich Gedanken darüber und sagten: Was wird wohl aus diesem Kind werden? Denn es war deutlich, dass die Hand des Herrn mit ihm war. Das Kind wuchs heran, und sein Geist wurde stark. Und Johannes lebte in der Wüste bis zu dem Tag, an dem er den Auftrag erhielt, in Israel aufzutreten.

Aha, heute ist der Geburtstag vom Johannes dem Täufer, einem in der damaligen Zeit berühmten jüdischen Prediger, den die Bibelschreiber dazu benutzten, ihn als Jesus-Ankündiger einzusetzen. Weil der Jesus wurde ja erst lange nach seinem Tod berühmt! Darum muss natürlich auch die Geburt des Johannes schon wunderbegleitet gewesen sein!

Machen wir's kurz, was sagt der Herr Kardinal Schönborn dazu? Er verallgemeinert seinen Gott: "Bei jedem Menschenkind, das sein Leben auf Erden beginnt, ist eines sicher: Die Hand Gottes wird mit ihm sein! Nicht immer ist das so deutlich sichtbar wie bei Johannes oder gar bei Jesus."

Aijaijai! Da hat der liebe Gott einen Haufen Arbeit und braucht eine Menge Hände! Wieso es dann trotzdem Unglück gibt, sagt der Herr Bischof natürlich nicht. Vermutlich braucht der Herr Gott zeitweise seine Hände anderswo! Schließlich in einem 100 Milliarden Galaxien großen Universum wird's ja eine Menge Planeten geben, wo er sich händisch um die Leute kümmern muss.

Aber der Bischof ist sich ganz sicher und schließt mit: "Aber bei jedem Kind, das zur Welt kommt, bewegt die Eltern, die Familie, die Bekannten die Frage: Was wird wohl aus diesem Kind werden? Und bei jedem Menschenkind, das sein Leben auf Erden beginnt, ist eines sicher: Die Hand Gottes wird mit ihm sein! Nicht immer wird das so deutlich sichtbar sein wie bei Johannes oder gar bei Jesus. Aber jedes Kind ist und bleibt ein Kind Gottes. Und wie immer sein Leben aussehen wird, Gottes Hand wird es nicht fallen lassen. Daran zu erinnern, es vielen Menschen zu sagen und zu zeigen, wurde zum Lebensauftrag des Johannes. Er hat ihn treu erfüllt, bis zum Tod, und so Jesus den Weg bereitet."

Dass der Johannes dem Jesus den Weg bereiten musste, ist schon eine seltsame Geschichte, als zweite Falte des dreifaltigen Christengottes war der Jesus schließlich auch als Mensch ein Allmächtiger, der hätte sich doch selber viel besser verkünden können! Aber dummerweise ist die Sage vom Gottessohn ja eine nachträgliche biblische Erfindung zum Prediger Jeschua ben Josef gewesen.

"Und wie immer sein Leben aussehen wird, Gottes Hand wird es nicht fallen lassen". Glaubt er das wirklich, der Herr Schönborn? Meinereiner hat in seinem Leben oft miterleben müssen, dass Menschen in keiner Gotteshand waren und schwere und schwerste Schicksalsschläge erlitten, wenn seinerzeitige Jugendfreunde mit 17, 18 oder 28 Jahren tödlich verunglückten: wo war da die angebliche Gotteshand? Keiner dieser selbsterlebten Fälle hatte einen Grund darin, dass sie der HErr so schwer strafen oder dass sie der HErr mit einem frühen Aufstieg in den Christenhimmel belohnen hätte müssen! Die heutige Bibelstelle beweist jedenfalls wieder einmal mit aller Deutlichkeit: Götter gibt's nur in manchen Menschenhirnen. Amen!


423. Wort zum Sonntag am 17.6.2018

Mk 4,26-34: In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mann Samen auf seinen Acker sät; dann schläft er und steht wieder auf, es wird Nacht und wird Tag, der Samen keimt und wächst, und der Mann weiß nicht, wie. Die Erde bringt von selbst ihre Frucht, zuerst den Halm, dann die Ähre, dann das volle Korn in der Ähre. Sobald aber die Frucht reif ist, legt er die Sichel an; denn die Zeit der Ernte ist da. Er sagte: Womit sollen wir das Reich Gottes vergleichen, mit welchem Gleichnis sollen wir es beschreiben? Es gleicht einem Senfkorn. Dieses ist das kleinste von allen Samenkörnern, die man in die Erde sät. Ist es aber gesät, dann geht es auf und wird größer als alle anderen Gewächse und treibt große Zweige, so dass in seinem Schatten die Vögel des Himmels nisten können. Durch viele solche Gleichnisse verkündete er ihnen das Wort, so wie sie es aufnehmen konnten. Er redete nur in Gleichnissen zu ihnen; seinen Jüngern aber erklärte er alles, wenn er mit ihnen allein war.

Aha, das Reich Gottes ist eine große Staude, die aus einem kleinen Samenkorn wächst. Darum stellt der Herr Bischof Schönborn heute fest: "Womit sollen wir das Reich Gottes vergleichen? Mit welchem Gleichnis sollen wir es beschreiben? Jesus stellt diese Frage und antwortet darauf mit allen möglichen Bildern, Vergleichen aus der Natur, der Landwirtschaft, dem Geschäftsleben, praktisch aus allen Lebensbereichen. Aber nie gibt er eine genaue Definition, nirgendwo sagt er: Das Reich Gottes ist das und das. Aber was ist es wirklich?"

Ja, was ist das Reich Gottes wirklich? Ganz einfach! Eine alte Sage aus der Zeit als die Menschheit noch unwissend glaubte, auf einer vom Firmament überwölbten Erdenscheibe zu leben. Die durch die für alle verpflichtende christliche Staatsreligion im Römischen Reich entstand die entsetzliche Situation, dass errungenes menschliches Wissen in die Vergessenheit versenkt wurde, tausend Jahre finstere christliche Dummheit die Welt beherrschte, bis die Aufklärung an Kultur und Wissen des Altertums anknüpfen konnte und die Wissenschaft sich weiterentwickeln durfte. Leider blieb aber die Macht der Kirche trotzdem aufrecht, bis tief ins 20. Jahrhundert kämpfte die katholische Kirche für den wissenslosen Vormodernismus.

Heute ist es den meisten Menschen in unserer Breite einfach egal, was das "Reich Gottes" sein soll, ob eine Senfstaude oder was anderes. Der Schönborn bekennt sich jedenfalls zum Reich Gottes, schließlich betet er ja dauernd im Vaterunser "dein Reich komme". Und er definiert auch das göttliche Herrschaftssystem: "Die ganze Erde ist Gottes Reich, seine Herrschaft erstreckt sich sogar über Himmel und Erde, denn alles ist sein Eigentum."

Aha, 100 Milliarden Galaxien sind also Gottes Eigentum, warum hat der Christengott nicht nur die Erde und ein bisschen Himmel darüber geschöpft, wie es in der Bibel beschrieben wird, sondern was unendlich Größeres? Ganz einfach! Weil der biblische Gott genauso wissenslos war wie die damaligen Menschen, die sich diesen Gott erschaffen hatten, um sich damit Unerklärbares zu erklären! In Wirklichkeit wurde damit natürlich gar nichts erklärt!

Warum haben wir nicht "Gottes Reich", wenn Gott Himmel und Erde erschaffen hat? Schönborn sagt dazu: "Ist Gott etwa nicht 'der Herr des Himmels und der Erde'? Hat er die Herrschaft über seine Schöpfung verloren? Muss er sie erst wiedergewinnen? Oder ist es so, dass wir uns seiner Herrschaft entzogen haben? Ist sein Reich bei uns noch nicht angekommen? Genau das ist ja die schmerzliche Erfahrung, die wir alle kennen. Alles andere herrscht und beherrscht unsere Welt, nur nicht Gott! Das Geld ist König. Die Mächtigen dieser Welt herrschen. Kriege, Machtspiele, Waffengewalt haben das Sagen. Und in unseren eigenen Herzen herrschen Egoismus, Streit, Neid, Eifersucht, nur nicht der Wille und das Reich Gottes!"

Ja, das waren noch Zeiten, wo die Welt das katholische Gottesreich war! Da gab's keine Mächtigen, keine Feudalherrschaft, keine Geldherrschaft, keine Machtspiele, keine Kriege, keinen Egoismus, keinen Streit, keinen Neid und keine Eifersucht! Oder? War das damals nicht ein fortdauerndes Entsetzen? Den Menschen wurde mit der ewigen Verdammnis gedroht, wenn sie sich der Kirche nicht unterwarfen, die Kirche war ein ausbeuterisches Feudalsystem, das die Welt dem Christentum zu unterwerfen trachtete, was in großem Ausmaß gelang, es war die schlimmste Zeit der Menschheit! Es herrschten Dummheit, Hunger, Not, Elend, Gewalt, Krieg. Das war das Reich Gottes, das zwar noch nicht ganz weg ist, aber im Sinkflug.

Sowas hat der Herr Kardinal von Wien natürlich historisch nicht wahrgenommen, er schließt heute mit:
"Gott ist am Werk, und allmählich wächst, was er ausgesät hat, bis zur Ernte am Ende unseres Lebens. Und: Manchmal scheint Gott in unserem Leben einen so kleinen Platz zu haben wie ein winziges Senfkörnlein. Aber wenn wir ihm Raum geben, wächst dieses Samenkorn zu einem großen Strauch, der vielen anderen Platz im Schatten gibt. So also kommt das Reich Gottes in unser eigenes Leben, mitten in dieser Welt!"

So ein Pech aber auch, dass es in den entwickelten Gebieten immer weniger Leute gibt, bei denen Senfkörner zu großen Sträuchern wachsen. Warum sollten heute die Menschen einem Gottesreich Raum geben? Damit sie am Lebensende den Himmel ernten und nicht in der Hölle landen? Das lehrt die Kirche ja gar nimmer. Und in den Staaten mit funktionierendem Sozialsystem bleibt auch Gott außen vor, weil es gibt für das Meiste, das uns belasten kann, helfende Einrichtungen. Helfende Götter hat es nie gegeben, es gab maximal Placeboeffekte bei Leuten, die sich sowas eingebildet haben. Amen.


422. Wort zum Sonntag am 10.6.2018

Mk: 3,20-35: In jener Zeit ging Jesus in ein Haus, und wieder kamen so viele Menschen zusammen, dass er und die Jünger nicht einmal mehr essen konnten. Als seine Angehörigen davon hörten, machten sie sich auf den Weg, um ihn mit Gewalt zurückzuholen; denn sie sagten: Er ist von Sinnen. Die Schriftgelehrten, die von Jerusalem herabgekommen waren, sagten: Er ist von Beelzebub besessen; mit Hilfe des Anführers der Dämonen treibt er die Dämonen aus. Da rief er sie zu sich und belehrte sie in Form von Gleichnissen: Wie kann der Satan den Satan austreiben? Wenn ein Reich in sich gespalten ist, kann es keinen Bestand haben. Wenn eine Familie in sich gespalten ist, kann sie keinen Bestand haben. Und wenn sich der Satan gegen sich selbst erhebt und mit sich selbst im Streit liegt, kann er keinen Bestand haben, sondern es ist um ihn geschehen. Es kann aber auch keiner in das Haus eines starken Mannes einbrechen und ihm den Hausrat rauben, wenn er den Mann nicht vorher fesselt; erst dann kann er sein Haus plündern. Amen, das sage ich euch: Alle Vergehen und Lästerungen werden den Menschen vergeben werden, so viel sie auch lästern mögen; wer aber den Heiligen Geist lästert, der findet in Ewigkeit keine Vergebung, sondern seine Sünde wird ewig an ihm haften. Sie hatten nämlich gesagt: Er ist von einem unreinen Geist besessen. Da kamen seine Mutter und seine Brüder; sie blieben vor dem Haus stehen und ließen ihn herausrufen. Es saßen viele Leute um ihn herum, und man sagte zu ihm: Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und fragen nach dir. Er erwiderte: Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Brüder? Und er blickte auf die Menschen, die im Kreis um ihn herumsaßen, und sagte: Das hier sind meine Mutter und meine Brüder. Wer den Willen Gottes erfüllt, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.

Das ist heute eine recht seltsame Geschichte, hört sich aber doch irgendwie realistisch an: die Angehörigen machen sich Sorgen um Sohn und Bruder, der verrückt geworden sein könnte. Der Predigtinhalt hört sich auch recht verrückt an, alles wird vergeben, nur die Lästerung des Heiligen Geistes nicht? Wer genau der heilige Geist ist und warum der nicht gelästert werden darf und alles andere schon, findet keine Erwähnung. Dafür haben Maria & Josef nicht nur den Gottessohn Jeschua, sondern mehrere Söhne. Wie wird das mit der ewigen Jungfernschaft von der Maria funktioniert haben?

Aber das nur nebenbei, was macht der Herr Schönborn aus dem Text? Er fängt recht realistisch an: "Er ist verrückt geworden! Es reicht! Wir müssen ihn zur Vernunft bringen! So oder ähnlich haben die Angehörigen Jesu wohl miteinander geredet. Wie gut können wir sie verstehen. Jesus hat alles verlassen. Er hat seinen Beruf liegen und stehen gelassen. Er hat seine Mutter einfach alleine zurückgelassen. Seine Verwandtschaft ist empört. Hat Jesus einen religiösen Wahn?"

Aber der Herr Bischof hat natürlich Erklärungen dafür, er muss ja seinen Jesus wieder zurechtbiegen: "Für die einen ist Jesus verrückt. Für die anderen ist er besessen. Warum löst Jesus solchen Widerspruch aus? Worum geht es ihm wirklich? Jesus gibt darauf eine klare, einfache Antwort: Er tut den Willen Gottes! Nur darum geht es ihm. Und er will, dass auch wir den Willen Gottes tun!"

Nu, ist dann nicht der Jesus verrückt, sondern sein Vater? Das verstärkt der Herr Kardinal noch einmal: "Jesus geht es in seinem ganzen Leben leidenschaftlich nur um dieses Eine: Nicht seinem eigenen Willen will er folgen, sondern ganz und gar dem Willen Gottes, den er seinen Vater nennt. So hat Jesus uns zu beten gelehrt: 'Vater unser, … dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden'."

Und was ist dann mit der heiligen Dreifaltigkeit? Jesus ist die zweite Falte und muss seinen eigenen Willen unterdrücken und dem Willen der ersten Falte folgen? Wie redet sich der Schönborn aus diesem Wirbel heraus? Wenn der dreifaltige Gott ein Gott in drei Personen ist, dann muss er doch auch als ein Gott auftreten und nicht als innere Hierarchie!

Dazu steht aber nix im bischöflichen Predigttext, denn er schließt so: "Wie aber erkennt Jesus, was Gottes Willen ist? Und wie erkenne ich das in meinem Leben? Jesus hat dazu zwei Wege: Erstens spricht er viel mit Gott. Er betet, um mit Gott vertraut zu sein und seinen Willen zu spüren. Und zweitens hat Jesus uns die 'goldene Regel' gegeben: 'Was du willst, das man dir tut, das tue auch den anderen.' Wer offen ist für Gottes Willen, ist auch offen für die Not der anderen. Genau das hat Jesus vorgelebt. Er hat nicht für sich gelebt, sondern für uns, bis zur Hingabe seines Lebens."

Somit haben der Jesus und der Schönborn eine ähnliche Position! Beide müssen Gottes Willen erkennen! Aber der Schönborn wird deswegen zu keiner göttlichen Unterfalte! Die Regel "Was du willst, das man dir tut, das tue auch den anderen" stammt nicht vom Jesus, das gab's schon lange vorm Christentum in China, Indien, Persien, Altägypten, Griechenland und anderswo. Dass der Jesus zwecks Hingabe seines Lebens für uns gelebt habe, ist die Hauptsage der Christenlehre und für einen allmächtigen Gottessohn ist sowas kein Kunststück. Da der Jesus natürlich kein Gottessohn war, schließlich gibt es keine Götter auch keine dreifaltigen, hat diese Gestalt eben was erlitten, was unzählige Menschen später durch das Christentum erlitten haben, weil sie ihren Willen nicht dem Christendiktat untergeordnet haben. Aber darüber redet natürlich kein Kardinal und über die Brüder vom Jesus redet er auch nicht, auch zum unlästerbaren heiligen Geist fällt ihm nix ein...


421. Wort zum Sonntag am 3.6.2018

Mk 2,23 - 3,6: An einem Sabbat ging Jesus durch die Kornfelder, und unterwegs rissen seine Jünger Ähren ab. Da sagten die Pharisäer zu ihm: Sieh dir an, was sie tun! Das ist doch am Sabbat verboten. Er antwortete: Habt ihr nie gelesen, was David getan hat, als er und seine Begleiter hungrig waren und nichts zu essen hatten - wie er zur Zeit des Hohenpriesters Abjatar in das Haus Gottes ging und die heiligen Brote aß, die außer den Priestern niemand essen darf, und auch seinen Begleitern davon gab? Und Jesus fügte hinzu: Der Sabbat ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den Sabbat. Deshalb ist der Menschensohn Herr auch über den Sabbat. Als er ein andermal in eine Synagoge ging, saß dort ein Mann, dessen Hand verdorrt war. Und sie gaben acht, ob Jesus ihn am Sabbat heilen werde; sie suchten nämlich einen Grund zur Anklage gegen ihn. Da sagte er zu dem Mann mit der verdorrten Hand: Steh auf und stell dich in die Mitte! Und zu den anderen sagte er: Was ist am Sabbat erlaubt: Gutes zu tun oder Böses, ein Leben zu retten oder es zu vernichten? Sie aber schwiegen. Und er sah sie der Reihe nach an, voll Zorn und Trauer über ihr verstocktes Herz, und sagte zu dem Mann: Streck deine Hand aus! Er streckte sie aus, und seine Hand war wieder gesund. Da gingen die Pharisäer hinaus uns fassten zusammen mit den Anhängern des Herodes den Beschluss, Jesus umzubringen.

Das mit dem Sabbat gilt auch heute noch bei den ultraorthodoxen Juden, da gab's in Israel z.B. lange Zeit heftige Auseinandersetzungen über das Fahren mit dem Auto am Sabbat, Ultraorthodoxe fingen an, fahrende Autos zu steinigen. Der Staat reagierte auf diese Fanatiker dann pragmatisch: in den von den Sabbatfanatikern bewohnten Vierteln wurde für den Sabbat ein Fahrverbot verhängt. In der heutigen Bibelstelle klingt die Zeile "Der Sabbat ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den Sabbat" überraschend modern. Aber in den alten Zeiten, wo die gesellschaftlichen Regeln alle gottverfügt waren, da hatte der siebte Tag als Ruhetag auch eine absurde Ruhepflicht. In meiner Jugend gab es davon auch in der katholischen Kirche noch Spuren, es galt z.B. als sündhaft, sonntags Fußball zu spielen. Warum heute dieses Evangelium verkündet wird, ist vom Jahreslauf her recht seltsam, weil bis zur nächsten Kreuzigung vom Jesus dauert es noch bis Ostern 2019!

Wie geht der Herr Schönborn mit dem obigen Text um? Er ist natürlich mit dem Jesus einer Meinung: "Was ursprünglich als Schutz gedacht war, wurde durch allzuviele Gebote und Verbote allmählich zu einem engen Korsett. Der Sabbat sollte ein Tag der Freiheit vom harten Joch der Arbeit sein. Stattdessen drohte er zu einem neuen Joch zu werden."

Das heutige Evangelium bietet dem Wiener Bischof eine schöne Pointe an, er schließt mit: "Ist denn das Gesetz, das ihr selber gemacht habt, wichtiger als das Wohl des Menschen? Die Leidenschaft Jesu gilt dem Wohl von uns Menschen. Darin ist Jesus ganz menschlich. Und so zeigt er uns, dass Gott selber menschlich zu uns ist und will, dass auch wir menschlicher werden."

Ja, der heutige Jesus darf ja niemanden mehr verdammen, kein Höllenfeuer mit Heulen und Zähneknirschen mehr für Sünder und Ungläubige! Der Jesus ist nur noch fürs Menschenwohl zuständig! Zu schade, dass er nimmer herumläuft und Kranke heilt! Nicht einmal in Lourdes passieren Wunderheilungen! Aber dafür ist die Medizin deutlich besser geworden! Bekanntlich hat Gott Ende der Siebzigerjahre den homosexuellen Sündern als Strafe die Immunschwächekrankheit HIV/Aids geschickt und heute ist diese Krankheit kein Todesurteil mehr, da wird der HErr sich wieder was Neues einfallen lassen müssen! Aber wenn sowas passiert, dann wird man wohl dem lieben Jesus und seinem guten Vater keine Aussendung einer Strafe mehr nachsagen, weil wir haben nun ja nur noch liebe und gute Götter! Um die sich immer weniger Leute kümmern, weil die Gottesfurcht heute was Archaisches ist. Ein guter Gott ist glaubensmäßig keine Verbesserung, weil wenn der gute Gott eh zu allen gut ist, dann ist es ja egal, ob man glaubt oder nicht...


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