Jeden Sonntag predigen die Pfarrer in der Kirche über die im aktuellen Kirchenjahr vorgesehene Stelle in der Bibel. Sogar Menschen, die nie in die Kirche gehen, können diese Predigten in der Heiligen Kronenzeitung nachlesen, denn dort predigt Kardinal Schönborn eigenhändig. Auf der Homepage der Diözese Wien ist die Predigt ebenfalls zu finden.

Solche Sonntagspredigen reizen auch Atheisten. Zu den Bibeltexten fällt einem nämlich oft ganz was anderes ein als dem Herrn Schönborn. Darum wird auf ATHEISTEN-INFO fast immer auch ein Wort zum Sonntag losgelassen. Die Sonntagsworte Nr. 1 bis 50, die Sonntagsworten Nr. 51 bis 100, die Sonntagsworte Nr. 101 bis 150, die Sonntagsworte Nr. 151 bis 200, die Sonntagsworte Nr. 201 bis 250, die Sonntagsworte Nr. 251 bis 300, die Sonntagsworte Nr. 301 bis 350, die Sonntagsworte Nr. 351 bis 400 und die Sonntagsworte Nr. 401 bis 450 können als PDF heruntergeladen werden.


491. Wort zum Sonntag, den 14.7.2019

Lk 10,25-37: Und siehe, ein Gesetzeslehrer stand auf, um Jesus auf die Probe zu stellen, und fragte ihn: Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu erben? Jesus sagte zu ihm: Was steht im Gesetz geschrieben? Was liest du? Er antwortete: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und deiner ganzen Seele, mit deiner ganzen Kraft und deinem ganzen Denken, und deinen Nächsten wie dich selbst. Jesus sagte zu ihm: Du hast richtig geantwortet. Handle danach und du wirst leben! Der Gesetzeslehrer wollte sich rechtfertigen und sagte zu Jesus: Und wer ist mein Nächster? Darauf antwortete ihm Jesus: Ein Mann ging von Jerusalem nach Jericho hinab und wurde von Räubern überfallen. Sie plünderten ihn aus und schlugen ihn nieder; dann gingen sie weg und ließen ihn halbtot liegen. Zufällig kam ein Priester denselben Weg herab; er sah ihn und ging vorüber. Ebenso kam auch ein Levit zu der Stelle; er sah ihn und ging vorüber. Ein Samariter aber, der auf der Reise war, kam zu ihm; er sah ihn und hatte Mitleid, ging zu ihm hin, goss Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie. Dann hob er ihn auf sein eigenes Reittier, brachte ihn zu einer Herberge und sorgte für ihn. Und am nächsten Tag holte er zwei Denare hervor, gab sie dem Wirt und sagte: Sorge für ihn, und wenn du mehr für ihn brauchst, werde ich es dir bezahlen, wenn ich wiederkomme. Wer von diesen dreien meinst du, ist dem der Nächste geworden, der von den Räubern überfallen wurde? Der Gesetzeslehrer antwortete: Der barmherzig an ihm gehandelt hat. Da sagte Jesus zu ihm: Dann geh und handle du genauso!

Ja, das ist heute ein ganz einfache Geschichte! Ein Samariter war ein Angehöriger einer Gruppe, die sich im 5. Jahrhundert v.u.Z. von der jüdischen Tradition abgewandt hatte und als ethisch-religiöse Minderheit unabhängig von Israel lebte. Aber wenn ein Israelit von Räubern so behandelte wurde, dann darf ihm auch ein nicht zu den Israeliten gehöriger Samariter helfen! Die Geschichte würde natürlich mehr Sinn machen, wenn der Samariter überfallen worden wäre und der Mann, der von Jerusalem nach Jericho ging, ihm geholfen hätte. Da hätte es sich verständlicher darstellen lassen, dass der Überfallene dein Nächster ist, weil er Hilfe braucht, auch wenn er nicht zur eigenen Gemeinschaft gehört.

Aber das nur nebenbei. Was schreibt der Herr Bischof von Wien dazu? Ihm geht's um das ewige Leben! Nächstenhilfe hilft zum ewigen Leben.
Aber wo endet die Nächstenliebe? Da hat der Schönborn natürlich aktuelle Bezüge! Er schreibt: "Wer ist mein Nächster? Dahinter steckt die Schutzbehauptung: Ich kann doch nicht die ganze Welt lieben! Ich habe schon genug damit zu tun, mich um meine Familie zu kümmern! Soll ich auch noch alle Ausländer lieben? Und alle, die irgendwo auf der Welt Hunger haben? Wer ist denn mein Nächster?"

Da haben wir tatsächlich einen aktuellen gesellschaftlichen Widerspruch, den der Schönborn natürlich nicht sieht! Im realen Neoliberalismus geht's darum, dass die Ausbeuterklasse auf Kosten der arbeitenden Bevölkerung ihre Profite steigert, ein Geschehen gegen das keine politische Partei konkret was Wahrnehmbares tut, die Einkommen der breiten Volksmasse stagnieren oder sinken seit Jahren. Diesen Leuten dann aber aufzunötigen, sie hätten sich um die Not der ganzen Welt zu kümmern, während sie selber erleben, dass sich um ihre Probleme praktisch kaum noch wer kümmert, das kann nicht funktionieren. Es war daher wenig überraschend, dass 2015 bei einer Umfrage im Dezember 85 % der Österreicher den Migrantenzustrom dieses Jahres ablehnten. Das war natürlich nicht im Sinne der Nächstenlieber, weil nach derem weltfremden Denken, hatte man sich um alle irgendwo auftauchenden Notleidenden oder nach besseren Lebensumständen Suchenden zu kümmern, egal welche Probleme man selber hatte und welche Probleme durch diese Migrationsbewegungen entstanden.

Politisch führte das 2017 dazu, dass die Grünen aus dem Parlament flogen, ihnen waren die Österreicher egal gewesen, weil man sich als Weltenretter selber viel besser und moralisch vermeintlich viel weiter oben inszenieren konnte. Und speziell führte das dazu, dass die christliche ÖVP die Wahl gewann, weil der Sebastian Kurz die Missstimmung im Volke wahrnahm und unsamariterisch handelte, er liebte sozusagen die Leute, denen er zugehörte und nicht irgendwelche islamische Zuwanderer. Der Kurz kommt nicht in den Himmel, aber Bundeskanzler ist er geworden.

Aber auch das wieder einmal nur nebenbei, wie schließt heute der Schönborn?
Er schreibt: "Wem gegenüber verhältst du dich als Nächster? Wer immer sich heute wie der Barmherzige Samariter benimmt, stellt nicht theoretische Fragen, sondern packt an, springt ein, hilft dort, wo ein Mensch in Not ist. Jesu Schlussfolgerung: 'Geh und handle genauso.' Großer Dank gilt all den guten Samaritern, die ohne viel zu fragen einfach helfen, wo sie auf Menschen stoßen, die Hilfe brauchen. Denn jeder von uns kann einmal ein solcher Mensch in Not sein."

Menschen zu helfen, die Hilfe brauchen, ist im Lebensalltag wohl nichts, vor dem Leute massenhaft davonlaufen. Aber es bedeutet nicht, dass sich Menschen deswegen aufopfern, sich selbst also erniedrigen müssen. Die Erkenntnis von Karl Marx, dass das Sein das Bewusstsein bestimmt, ist auch in diesem Bereich klar erkennbar, nicht eine von oben verkündete Moral, sondern die Widersprüche im Dasein bestimmen die Verhaltensweisen! Aber mit dem realen Dasein der Menschen in seiner prägenden Gesamtheit befassen sich heute weder Politiker noch Bischöfe...


490. Wort zum Sonntag, den 7.7.2019

Lk 10,1-9: Danach suchte der Herr zweiundsiebzig andere aus und sandte sie zu zweit vor sich her in alle Städte und Ortschaften, in die er selbst gehen wollte. Er sagte zu ihnen: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden! Geht! Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. Nehmt keinen Geldbeutel mit, keine Vorratstasche und keine Schuhe! Grüßt niemanden auf dem Weg! Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als Erstes: Friede diesem Haus! Und wenn dort ein Sohn des Friedens wohnt, wird euer Friede auf ihm ruhen; andernfalls wird er zu euch zurückkehren. Bleibt in diesem Haus, esst und trinkt, was man euch anbietet; denn wer arbeitet, ist seines Lohnes wert. Zieht nicht von einem Haus in ein anderes! Wenn ihr in eine Stadt kommt und man euch aufnimmt, so esst, was man euch vorsetzt. Heilt die Kranken, die dort sind, und sagt ihnen: Das Reich Gottes ist euch nahe!

Was passiert, wenn die Leute nicht auf das nahe Gottesreich warten? Lesen wir die nächsten drei Verse weiter! Lk 10,10-12: "Wenn ihr aber in eine Stadt kommt, in der man euch nicht aufnimmt, dann stellt euch auf die Straße und ruft: Selbst den Staub eurer Stadt, der an unseren Füßen klebt, lassen wir euch zurück; doch das sollt ihr wissen: Das Reich Gottes ist nahe. Ich sage euch: Sodom wird es an jenem Tag nicht so schlimm ergehen wie dieser Stadt."

Sowas wird heute nimmer gepredigt, der liebe Jesus darf heute nimmer mit Sodom drohen, der Sünderstadt, die der HErr laut Bibel zusammen mit der Sünderstadt Gomorrha in einem Regen aus Feuer und Schwefel begraben und vernichtet hat, wen das Reich Gottes nicht interessiert, der wird grauslich vertilgt:

Im Schott, dem katholischen Messbuch, stehen für jeden Tag die Bibelstellen des Evangeliums, heute stehen dort zwei Varianten, die eine mit den hier oben zusätzlich angeführten Zeilen und dem Bericht über die Rückkehr der Ausgesandten, die andere unter der Überschrift "Oder Kurzfassung:" so wie hier oben.

Der Herr Bischof Schönborn hat also die zensurierte Kurzfassung genommen, damit er den lieben Jesus nicht bösartig darstellen muss. Was predigt er heute konkret? Er befasst sich mit dem Thema Personalmangel! Pflegenotstand und Facharbeitermangel! Dann meint er zu den von Jesus ausgesandten 72, dass es damals schon den Mangelberuf des Hirten gegeben hätte.

Also Mangel an Menschen, die Jesus den Weg bereiten, konkret schreibt er: "Denn Jesus hat erlebt, welchen Hunger, welche Sehnsucht so viele Menschen hatten, die zu ihm in Scharen kamen, ihn hören wollten, seine Nähe suchten. Um solche Mitarbeiter geht es Jesus."

Dass es heute zuwenig solche Jesusmitarbeiter gibt, hat allerdings andere Ursachen: Der Zölibat siebt mögliche Mitarbeiter weg und der Hunger und die Sehnsucht nach dem Jesus hat sich auch minimalisiert. Weil Religion schon länger nimmer gesellschaftliche Pflicht ist, es gibt z.B. in Österreich die rechtliche Religionsfreiheit seit 1868, also seit 151 Jahren:
Die Religionsfreiheit steht im Artikel 14 des Staatsgrundsgesetzes:
(1) Die volle Glaubens- und Gewissensfreiheit ist jedermann gewährleistet.
(2) Der Genuss der bürgerlichen und politischen Rechte ist von dem Religionsbekenntnisse unabhängig; doch darf den staatsbürgerlichen Pflichten durch das Religionsbekenntnis kein Abbruch geschehen.
(3) Niemand kann zu einer kirchlichen Handlung oder zur Teilnahme an einer kirchlichen Feierlichkeit gezwungen werden, in sofern er nicht der nach dem Gesetze hiezu berechtigten Gewalt eines anderen untersteht.

Aber wirklich praktiziert wird die Religionsfreiheit erst seit einigen Jahrzehnten, seit die gesellschaftliche Macht der katholischen Kirche soweit gesunken ist, dass sich mehr Bürger trauen, sie auch zum Kirchenaustritt in Anspruch zu nehmen, ohne sich zu fürchten, dass das gesellschaftlich, beruflich oder den Kindern in der Schule schaden könnte.

Wie fasst Schönborn heute zusammen?
Er nimmt den Satz des Evangeliums, "Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe" als Pointe und schreibt im letzten Absatz über die Wölfe: "In jedem von uns steckt ein Wolf: unser Egoismus, unsere Härte, unser Stolz. Und oft benehmen wir uns anderen gegenüber wie reißende Wölfe. Wer den Weg mit Jesus geht, kämpft darum, Güte und Geduld, Verständnis und Verzeihen im eigenen Leben stärker werden zu lassen, nach dem Vorbild Jesu. Er ist das Lamm Gottes mitten unter uns, die wir uns oft wie Wölfe verhalten. Er will die Herzen gewinnen. Und das geht nur durch die Güte. Hoffen und beten wir, dass die Güte bei uns nie zur Mangelware wird."

Ja, früher als die katholische Kirche ihre Gegner und Kritiker wölfisch niederreißen konnte, da ging's der Kirche gut, da mussten die Leute katholizieren, jetzt müssen sie nimmer und darum tun sie es auch immer weniger und kein Bischof kann dagegen noch was machen! Das ist doch schön! Amen.


489. Wort zum Sonntag, den 30.6.2019

Lk 9,51-62: Es geschah aber: Als sich die Tage erfüllten, dass er hinweggenommen werden sollte, fasste Jesus den festen Entschluss, nach Jerusalem zu gehen. Und er schickte Boten vor sich her. Diese gingen und kamen in ein Dorf der Samariter und wollten eine Unterkunft für ihn besorgen. Aber man nahm ihn nicht auf, weil er auf dem Weg nach Jerusalem war. Als die Jünger Jakobus und Johannes das sahen, sagten sie: Herr, sollen wir sagen, dass Feuer vom Himmel fällt und sie verzehrt? Da wandte er sich um und wies sie zurecht. Und sie gingen in ein anderes Dorf. Als sie auf dem Weg weiterzogen, sagte ein Mann zu Jesus: Ich will dir nachfolgen, wohin du auch gehst. Jesus antwortete ihm: Die Füchse haben Höhlen und die Vögel des Himmels Nester; der Menschensohn aber hat keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen kann. Zu einem anderen sagte er: Folge mir nach! Der erwiderte: Lass mich zuerst weggehen und meinen Vater begraben! Jesus sagte zu ihm: Lass die Toten ihre Toten begraben; du aber geh und verkünde das Reich Gottes! Wieder ein anderer sagte: Ich will dir nachfolgen, Herr. Zuvor aber lass mich Abschied nehmen von denen, die in meinem Hause sind. Jesus erwiderte ihm: Keiner, der die Hand an den Pflug gelegt hat und nochmals zurückblickt, taugt für das Reich Gottes.

Heute belehrt der Herr Jesus Möchtegernjünger, dass sie sofort mitzumarschieren hätten und keine Väter zu begraben oder sich von irgendwem zu verabschieden. Ganz schöner exzentrischer Despot dieser rücksichtslose Jesus, nix zu hören davon, dass man seinen Nächsten lieben müsste oder wenigstens sollte!

Und wer nicht sofort mitmarschiert, taugt nicht fürs Gottesreich! Mein Lieber, da wird das Gottesreich aber dünn besiedelt sein! Und der Herr Bischof Schönborn wird sich da heute abmühen müssen mit seinem Jesus! Ist er eh immer entsprechend pflichtbewusst als dem Jesus Nachfolgernder eifrig losmarschiert?

Der Herr Schönborn kritisiert heute seinen Jesus! Er schreibt: "Heutzutage würde man einen 'Meister', der seinen Anhängern solche Bedingungen stellt, verdächtigen, eine Sekte zu gründen. Verlangt Jesus von seinen Jüngern, alle natürlichen Bindungen abzubrechen, um nur mehr völlig ihm zu gehorchen?"

Und dann heuchelt er sogleich die Kurve, er geht nicht darauf ein, dass laut Jesus die Nichtsofortmitmarschierer fürs Gottesreich nicht taugen, sondern rundet nach unten ab: "Auffallend ist freilich, dass der Evangelist Lukas von keinem der drei Kandidaten berichtet, wie sie sich schließlich entschieden haben. Das zeigt, dass Jesus kein Sektenanführer war. Im Gegenteil: Er drängt keinen, sich ihm anzuschließen. Er lässt jedem die Freiheit. Er ist so ehrlich, allen offen zu sagen, dass sein Weg nicht leicht ist: Entscheide dich in aller Freiheit!"

Dass er allen dreien die Tauglichkeit fürs Gottesreich entzieht, erwähnt der Herr Kardinal von Wien nicht! Heute ist ja die Rekrutierung des Mitgliedernachwuchses viel einfacher, die Babytaufe ist immer noch eine verbreitete Tradition, kein Baby kann gefragt werden, ob es gerne katholisch sein würde, die Entscheidung fällt oft erst dann, wenn die herangewachsenen Jungkatholiken den Kirchenbeitrag zahlen müssen, da gibt's dann oft den Kirchenaustritt! Eingetreten sind diese Leute nicht selber, sie wurden in die Kirche eingetreten!

Und wie resümiert der Schönborn heute, er macht sich wieder einmal klein:
"Das heutige Evangelium stellt mir vor allem eine persönliche Frage: Wie sieht es mit meiner eigenen Nachfolge Jesu aus? Bin ich bereit, mich voll und ganz auf seinen Weg einzulassen, ohne Zwang, aus freiem Entschluss, mit ganzem Herzen? Wie ernst habe ich bisher meinen Glauben genommen? Wie echt ist mein Christsein? Mich tröstet, dass auch große Heilige das Gefühl hatten, im Christsein eigentlich noch Anfänger zu sein."

Der Schönborn ist ein hauptberuflicher Christ, er wird für sein bischöfliches Christsein von der katholischen Kirche bezahlt, im Internet konnte dazu nichts Genaues ergoogelt werden, Kardinäle sollen inklusive der Zulagen aus Rom monatlich bis zu 10.000 Euro verdienen können. Außerdem gibt es die Mensalgüter der Diözesen, deren sich ein Bischof bedienen kann, den Wiener Mensalgütern wurde 2013 ein Wert 152 Mio. Euro zugeordnet, siehe Heute-Artikel, "Schönborn unter 100 reichsten Österreichern".


488. Wort zum Sonntag, den 23.6.2019

Lk 9,18-24: Und es geschah: Jesus betete für sich allein und die Jünger waren bei ihm. Da fragte er sie: Für wen halten mich die Leute? Sie antworteten: Einige für Johannes den Täufer, andere für Elija; wieder andere sagen: Einer der alten Propheten ist auferstanden. Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Petrus antwortete: Für den Christus Gottes. Doch er befahl ihnen und wies sie an, es niemandem zu sagen. Und er sagte: Der Menschensohn muss vieles erleiden und von den Ältesten, den Hohepriestern und den Schriftgelehrten verworfen werden; er muss getötet und am dritten Tage auferweckt werden. Zu allen sagte er: Wenn einer hinter mir hergehen will, verleugne er sich selbst, nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, der wird es retten.

Da können wir uns wieder freuen, wir Religionsfreien, wir brauchen das Christenkreuz nicht tragen! Aber mich erinnert da wieder an schauderhafte Zeiten meiner Kindheit und Jugend, als in Österreich in weiten Gebieten im gelebten Alltag noch keine Religionsfreiheit existierte und die katholische Allmacht die Gesellschaft noch dominierte. Man wurde sonntags zwar nimmer zwangsweise in die Kirche geschleift, aber Kirchenaustritte oder ungetaufte Kinder, das gab's damals in großen Teilen Österreich real noch nicht! Reste davon durfte ich noch in den 1970ern und 1980ern erleben, wo mir von guten Christen vorgehalten wurde, es ginge nicht an, die eigenen Kinder nicht taufen zu lassen!

Aber es ging an!
Und heute geht sowas wie ungetaufter Nachwuchs niemandem mehr was an!

Was sagt der Herr Bischof von Wien heute zum biblisch geforderten Opfertod für den Glauben? Er sieht die vom Jesus geforderte Selbstverleugnung als was Vergangenes, denn er schreibt. "Ich erinnere mich gut an die Zeit nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil, wo immer mehr Stimmen zu hören waren, die die traditionelle Frömmigkeit der Selbstverleugnung in Frage stellten. Selbstverwirklichung wurde das Leitwort, nicht Selbstverleugnung. Letztere klingt so negativ. Sollen wir wirklich 'Nein' zu uns selber sagen? Gott sagt doch Ja zu uns. In einer Welt, in der so vieles und so viele zu uns Nein sagen, schenkt Gott uns sein volles Ja. Er nimmt uns an, wo uns von anderen so viel Ablehnung begegnet."

Ja, lieber Schönborn, mit dem 2. Vatikanum hat die r.k. Kirche vorsichtige Schritte ins 20. Jahrhundert versucht, bis dahin war man dem Vormodernismus verbunden und eine freie Geisteswelt war des Teufels gewesen! Aber das hatte wohl keine Zukunft mehr, man strich darum schön langsam die bösen Bibeltexte aus den Predigten und der liebe Jesus hat nun alle Menschen zu lieben und zu retten. Was ja egal ist, weil als fiktive Figur hatte er den Menschen ja nur psychisch was antun können.

Aber schauen wir uns das Resümee der Bischofspredigt an, er muss sich ja aus einem Widerspruch herauswinden. Er macht das nicht ungeschickt, findet eine Art Brücke und schließt so: "Wie also sollen wir Jesus verstehen, wenn er so klar sagt: Wer mir nachfolgen will, der verleugne sich selbst? Ich glaube, Jesus selber gibt uns den Schlüssel zur Antwort. Er weist auf ein Grundgesetz des Lebens hin. Es lautet: "Wer sein Leben retten will, wird es verlieren." Das heißt doch: Wenn du dieses Leben nur für dich leben willst, wird es dir zwischen den Fingern zerrinnen! Nur ein Leben, das sich schenkt, ist lebendig, denn das Leben lebt vom Geben. Wer sich selbst zum Mittelpunkt macht, bleibt alleine. Wer sein Leben mit anderen teilt, dem strömt das Leben zu. Dazu gehört auch das Teilen von Leid und Not. Selbstverleugnung heißt Augen, Ohren und Herz öffnen für die anderen. Das hat Jesus getan, bis zur völligen Hingabe seines Lebens für uns. Dazu lädt er uns ein. Und dieser Weg macht glücklich."

Also spendet für die Caritas oder so! Das ist aber auch nur noch ein ganz winzig kleiner Nebenschauplatz, weil Almosen spielen heute praktisch kaum noch eine Rolle. Als die Welt noch unter der katholischen Knute stand, war das viel wichtiger, weil es gab ja noch keinen Sozialstaat! Der musste von der Arbeiterbewegung gegen Kirchen und Christenparteien erkämpft werden! Heute haben wir soziale Rechte und sind kaum noch auf Mildtätigkeiten angewiesen! Das zeigt sich ja auch jedes Jahr bei dem Zirkus der im Fernsehen zu "Licht ins Dunkel" gemacht wird. Heuer werden sich vielleicht die staatlichen Sozialausgaben (Krankenkassen. Pensionen, Kindergelder und andere Sozialdiestleistungen) auf 130 Milliarden Euro belaufen, "Licht ins Dunkel" sammelt wohl wieder etwa neun Millionen, also einen Pfifferling! Aber die Katholiken, die sollten mit offenen Augen, Ohren und Herzen teilen, spenden, helfen! Der Schönborn jubelt nicht über die staatliche soziale Sicherheit, sondern über praktisch überflüssige mittelalterliche Mildtätigkeiten!

Und die Kirche tut ja das, was der Bischof von Memschen fordert, selber gar nicht, sie teilt nicht und ist eine der superreichen Organisationen unserer Welt, siehe dazu eine Auflistung des SPIEGEL über das Finanzvermögen der kath. Kirche der deutschen Diözesen:

Das Undercoververmögen beläuft sich bloß auf 17 Milliarden Euro, der Spiegelartikel hat keinerlei kirchliche Reaktionen hervorgerufen! Und das ist nur das Finanzvermögen, gar nicht zu reden vom immensen Immobilenbesitz! Weiterlesen auf der SPIEGEL-Site!

PS: Kardinal Schönborn hatte seine Predigt mit "...der verleugne sicht selbst..." übertitelt - beim  Kirchenvermögen macht das die Kirche! Es funktioniert halt nicht immer komplett flächendeckend...


487. Wort zum Feiertag Fronleichnam am 20.6.2019

Lk 9,11b - 17: In jener Zeit redete Jesus zum Volk vom Reich Gottes und machte gesund, die der Heilung bedurften. Als der Tag zur Neige ging, kamen die Zwölf und sagten zu ihm: Schick die Leute weg, damit sie in die umliegenden Dörfer und Gehöfte gehen, dort Unterkunft finden und etwas zu essen bekommen; denn wir sind hier an einem abgelegenen Ort. Er antwortete ihnen: Gebt ihr ihnen zu essen! Sie sagten: Wir haben nicht mehr als fünf Brote und zwei Fische; wir müssten erst weggehen und für dieses ganze Volk etwas zu essen kaufen. Es waren nämlich etwa fünftausend Männer. Er aber sagte zu seinen Jüngern: Lasst sie sich in Gruppen zu ungefähr fünfzig lagern! Die Jünger taten so und veranlassten, dass sich alle lagerten. Jesus aber nahm die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf, sprach den Lobpreis und brach sie; dann gab er sie den Jüngern, damit sie diese an die Leute austeilten. Und alle aßen und wurden satt. Als man die übrig gebliebenen Brotstücke einsammelte, waren es zwölf Körbe voll.

Heute werden wieder einmal die Fünftausend mittels der wunderbaren Brotvermehrung gefüttert. Wie man immer wieder hört und liest gäbe es heute auf der Welt immer wieder mehr als fünftausend Leute, die hungrig sind und nirgendwo taucht ein Jesus auf und füttert sie per Brotwunder. Dabei hat er ja eh nix zu tun, im christlichen Glaubensbekenntnis heißt es, der gekreuzigte Jesus sei "aufgefahren in den Himmel, er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten". Er sitzt also joblos im Himmel herum, statt sich um irdische Not zu kümmern! Jetzt wartet er schon fast 2000 Jahre darauf, zu kommen die Lebenden und die Toten zu richten! Warum kommt er nicht und füttert hungrige und darbende Lebende?

Das wieder nebenbei mit einer ganz einfachen Antwort: es gibt keinen Jesus, der in den Himmel aufgefahren ist, um dort zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters zu sitzen, weil den gibt's blöderweise auch nicht!

Was sagt der Bischof Schönborn am Fronleichnamstag? Er redet vom Leib Christi, das ist "das Kostbarste, was man sich vorstellen kann", ein Stück geschmacksfreies Teiggebäck wird in einer Monstranz spazieren getragen und das ist das Kostbarste, weil ein Priester gesagt hat "das ist mein Leib" und damit den Teig in den Leib Christi verwandelt hat. Diese Spaziertragerei am Fronleichnamstag findet kaum noch irgendein Interesse, hier ein schon älterer Screenshot von einer solchen Prozession:


Wie schließt Schönborn heute? Er schreibt: "Heiliges Brot: Das weiße Brot in der Monstranz ist der Leib Jesu selber. Jesus wollte sein Leben mit den Menschen teilen, wie er das Brot mit ihnen geteilt hat. Deshalb hat er Brot zu seinem Leib gemacht, damit er selber uns zur Nahrung wird. Dieses lebendige Brot, Jesus selber, zu verehren, das ist der Sinn der vielen Prozessionen, die heute im ganzen Land gefeiert werden."

Wieso hüpft dann der Jesus nie aus seiner Monstranz und füttert ein paar Hungernde? Damit könnte er seine Religion wahrlich populär machen! Nu, er tut's ja nicht, weil er nicht will, sondern weil in keiner Hostie ein Jesus sitzt, sondern nur ein Glaube, den immer weniger Leute für wahr halten...


486. Wort zum Sonntag, den 16.6.2019

Joh. 16, 12-15: In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in der ganzen Wahrheit leiten. Denn er wird nicht aus sich selbst heraus reden, sondern er wird reden, was er hört, und euch verkünden, was kommen wird. Er wird mich verherrlichen; denn er wird von dem, was mein ist, nehmen und es euch verkünden. Alles, was der Vater hat, ist mein; darum habe ich gesagt: Er nimmt von dem, was mein ist, und wird es euch verkünden.

Heute ist der sogenannte "Dreifaltigkeits-Sonntag", da hat die dritte Gottesfalte, der Heilige Geist einen seiner seltenen biblischen Auftritte. Der Herr Kardinal Schönborn schreibt heute über das Kreuzzeichen, bzw. den Gebetsspruch dazu, "Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, amen". Laut Schönborn ist das Kreuzzeichen ein schlichter Gebetsausdruck, man bekreuzigt sich. Christen sind diese Worte vertraut, darum kann der Herr Bischof dazu zusammenfassen: diese "sprechen das Innerste und Wichtigste unseres Glaubens aus, auch wenn wir oft nicht bewusst daran denken. Sie benennen das Geheimnis Gottes, der Einer ist und doch in drei Personen existiert: Vater, Sohn und Heiliger Geist."

Und: Der Dreifaltigkeits-Sonntag "feiert ausdrücklich, was das Herz des christlichen Glaubens ist: dass Gott kein einsamer Monarch, keine unerreichbar ferne Majestät ist, sondern in sich selbst Gemeinschaft, Austausch, Leben, Liebe, Einladung und Heimat."

Ja, der christlich-göttliche Monarch ist nicht einsam und nicht zweisam, sondern dreisam! Er lebt in sich selber in dreifaltiger Gemeinschaft! Da können sich die drei Götterfalten in sich selbst austauschen, in gemeinsamer Liebe und Heimat gegenseitig einladen und leben. Was für ein schönes dreifaltiges Dasein, da können sie sogar miteinander Dreierschnapsen oder Preferanzen!

Hier dazu ein Wikipedia-Bild mit den in großen Teilen Österreichs populären sogenannten doppeldeutschen Preferanzkarten, "doppel" heißen sie, weil alle Bilder doppelt sind, man kann die Karten nicht verkehrt aufstecken, deutsch ist falsch, weil es Schweizer Figuren sind, vom Tell bis zum Geszler, die Bezeichnung grenzt sie von den französischen Karten ab:


Die kann man natürlich auch nehmen, Schnapskarten mit französchem Bild (Wiikipedia)


Die Kartenbilder sind natürlich auch doppelt, aber im Namen kommt das nicht vor, weil von den Doppeldeutschen gibt's auch heute noch die einfache Variante - verbreitet z.B. in Tschechien (Abbildung nicht Wikipedia, sondern selber gemacht):


Ja, der dreifaltige Gott hat es schön, denn er lebt in einer Gottesperson in und mit drei gesinnungsgleichen Falten und kann dabei wie hier zu sehen ist, bestimmt auch drei verschiedene Spielkartensätze verwenden!

Aber das natürlich wieder einmal nur als kleiner Verfremdungsscherz ganz nebenbei
, wie schließt der Herr Bischof von Wien heute seine Predigt? Ganz bestimmt nicht schnapsend oder preferanzend!

Nein, er schreibt: "Jesus spricht vom Heiligen Geist und seinem Wirken. Wir sagen, dass uns 'ein Licht aufgeht', wenn uns etwas einleuchtet. Manchmal geht uns auch über Gott ein Licht auf. Dann ahnen wir etwas mehr von seinem Geheimnis. Dieses Licht ist vor allem Jesus selber. Jesus sagt im heutigen Evangelium vom Heiligen Geist: 'Er wird mich verherrlichen.' Ich verstehe das so: Wenn in einem Menschen eine lebendige Beziehung zu Jesus erwacht, dann ist das das innere Wirken des Heiligen Geistes. Wir werden in diesem Leben Gott nie ganz begreifen. Aber wir dürfen oft seine Nähe spüren. Und dem Gott vertrauen, der Einer ist, Vater, Sohn und Heiliger Geist."

Also, wenn meinereiner Heiliger Geist wäre, dann täte er sich gegen die Diskriminierung durch den Jesus beschweren, er täte zum Vatergott sagen: Wir drei sind doch gleichberechtigte Gottesfalten in einer Person, was soll der Quatsch, dass meinereiner den Jesus verherrlichen muss, das soll er ruhig selber machen und meinereiner muss mehr biblische Rechte zum Selbstverherrlichen bekommen, da soll dann der Jesus dafür sorgen, dass auch zum Heiligen Geist lebendige Beziehungen erwachen! Sonst könnt's allein Zweierschnapsen! Und das ist viel fader als Dreierschnapsen oder Preferanzen! Amen.


485. Wort zum Feiertag am 10.6.2019

Joh 3, 16–21: Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird. Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er nicht an den Namen des einzigen Sohnes Gottes geglaubt hat. Denn darin besteht das Gericht: Das Licht kam in die Welt, doch die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht; denn ihre Taten waren böse. Jeder, der Böses tut, hasst das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Taten nicht aufgedeckt werden. Wer aber die Wahrheit tut, kommt zum Licht, damit offenbar wird, dass seine Taten in Gott vollbracht sind.

Heute haben wir einen katholischen Feiertag, aber keine Predigt vom Bischof Schönborn, weil am Ostermontag und am Pfingstmontag gibt's ja keine Kronenzeitung und da nimmt sich der Schönborn auch frei. Meinereiner hat als alter Mann ja das ganze Jahr frei, da macht's zeitmäßig nix aus, auch am Pfingstmontag religiös zu blödeln!

Heute haben wir wieder die groteske Stelle in der Bibel, wo mitgeteilt wird, dass der Jesus nicht auf die Welt gesandt wurde, um die Welt zu richten. Das würde recht gut zum heutig verkündeten Jesus passen, der nimmer verdammen darf, weil er alle Menschen zu lieben und zu retten hat. Aber dann geht oben der Text weiter, der Jesus richtet die Welt nicht, weil eh alle, die nicht an ihn glauben sozusagen deswegen vollautomatisch schon gerichtet sind.

Meinereiner hat nie an den Jesus geglaubt, weil er in einer religionsfreien Familie geboren wurde, aber damals gab's die Religionsfreiheit zwar in der Verfassung, in der realen Welt jedoch in vielen Gegenden noch nicht:
dort verließen wegen der gesellschaftlichen katholischen Allmacht auch religionsfreie Menschen die Kirche nicht und ließen auch ihre Kinder taufen. So war auch meinereiner katholisch und musste vom Vater entsprechend instruiert den Religionsunterricht besuchen: Religion ist unglaubbarer Unsinn, aber ich soll dazu den Mund halten und das tun, was auch die anderen tun müssen. Als dann die Beichtpflicht kam, instruierte mich mein Vater wieder konkret: was ich dem Pfaffen erzählte, wäre völlig wurscht, ich sollte beispielsweise sagen, ich hätte der Mutter nicht gefolgt, in der Schule gerauft, auf das Abendgebet vergessen, heimlich Zucker genascht usw., dann würde ich wahrscheinlich drei Vaterunser als Buße bekommen, dazu sollte ich mich irgendwo in eine Ecke der Kirche stellen und mit dem Gesicht zur Wand langsam bis dreißig zählen und dann heimgehen. Ich hab seinerzeit zwölf Jahre lange Hände falten, Goschen halten, lügen und heucheln müssen, die Scheißreligion inspiriert mich daher auch mehr als 50 Jahre später immer noch zur damals unterbundenen und nunmehr freien Gegenrede! Dass ich vom Jesus schon gerichtet bin, ist ein Ausdruck der vermeintlichen religiösen Allmacht, dem Jesus gebricht es allerdings an einer realen göttlichen Existenz, alle Götter waren und sind bloß menschlicher Mummenschanz! Kein Jesus richtet mich, aber meinereiner richtet die Religionen!

Wer sowas wie oben im Evangelium wirklich glaubt, der ist nicht unbedingt selber daran schuld, sondern wurde wahrscheinlich schon per kleinkindlicher Gehirnwäsche im Elternhaus dazu verformt und hat es nie geschafft, darüber auch nur zweifelnd nachzudenken zu versuchen...


484. Wort zum Sonntag, den 9.6.2019

APOSTELGESCHICHTE 2,1-11: Als der Tag des Pfingstfestes gekommen war, waren alle zusammen am selben Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Und alle wurden vom Heiligen Geist erfüllt und begannen, in anderen Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab. In Jerusalem aber wohnten Juden, fromme Männer aus allen Völkern unter dem Himmel. Als sich das Getöse erhob, strömte die Menge zusammen und war ganz bestürzt; denn jeder hörte sie in seiner Sprache reden. Sie waren fassungslos vor Staunen und sagten: Seht! Sind das nicht alles Galiläer, die hier reden? Wieso kann sie jeder von uns in seiner Muttersprache hören: Parther, Meder und Elamiter, Bewohner von Mesopotamien, Judäa und Kappadokien, von Pontus und der Provinz Asien, von Phrygien und Pamphylien, von Ägypten und dem Gebiet Libyens nach Kyrene hin, auch die Römer, die sich hier aufhalten, Juden und Proselyten, Kreter und Araber - wir hören sie in unseren Sprachen Gottes große Taten verkünden.

Heute fängt der Herr Kardinal Schönborn seine Predigt gleich mit einer unverschämten Überschrift an: "Heute gilt immer noch, dass die Zehn Gebote Gottes, die Mose am Sinai erhielt, die Grundregeln des menschlichen Lebens darstellen."
Aha, das sind Grundregeln des menschlichen Lebens: "Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben. Du sollst den Namen Gottes nicht verunehren. Du sollst den Tag des Herrn heiligen."
Dann gibt's in den zehn Geboten noch weltlich bezogene Grundregeln: "Du sollst Vater und Mutter ehren. Du sollst nicht morden. Du sollst nicht ehebrechen. Du sollst nicht stehlen. Du sollst nicht falsch gegen deinen Nächsten aussagen. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Gut."

Die zehn Gebote sind ein verkürzter Auszug aus dem 2. Buch Mose, Kapitel 20, dort geht es mit den Geboten jedoch in den nachfolgenden Kapiteln weiter, der Moses verkündete insgesamt 613 Vorschriften, zusammen umfassten diese die Bereiche, die heute im Strafgesetzbuch und im bürgerlichen Gesetzbuch stehen, plus Vorschriften über den Ablauf religiöser Rituale.

Aber Genaueres zu den Geboten kann auf dieser Site in der PDF "Wir lernen aus der Bibel" nachgelesen werden! Dort ist zu diesem Thema sachlich mehr zu erfahren als in allen Schönbornpredigten!

Dass sich die Masse der Menschen schon längst nimmer um diese gottbezüglichen Grundregeln kümmert, kommt natürlich in der Predigt des Herrn Bischofs nicht vor, so heiligen um die 90 % der Mitglieder der katholischen Kirche den Tag des Herrn nimmer, kruzifixnuamoi, auch die Verunehrung des Gottesnamens ist Alltag, Jessasmarandjosef! Und diverse Alltagsnebengötter haben die Leute üblicherweise auch, üblicherweise solche, die wichtiger sind als der längst ignorierte katholische Grundregelgott.

Wir zu sehen haben wir heute einen längeren "Das nur nebenbei"-Text! Konnte wieder einmal meine Tinte nicht halten! Was predigt heute der Herr Schönborn konkret? Er erklärt, dass Pfingsten bei den Juden ein Erntedankfest für den dort frühzeitiger als bei uns eingebrachten ersten Weizen war, die alten Juden dankten ihrem Gott für den Weizen und die göttlichen Gebote. dann erklärt er, dass das Leben Jesu stark geprägt vom Rhythmus der jüdischen Feste war. Weiters auch kein Wunder, er war ja ein jüdischer Prediger, zum Erfinder des Christentums wurde er ja erst nach seinem Tode umgestaltet.

Und dann geht's beim Schönborn um den auf die Köpfe niederbrausende dritte Falte des dreifaltigen Christengottes, um den Heiligen Geist, der so eine Art Nebenrolle in der Dreifaltigkeit spielt, er hat weder die Welt erschaffen, noch trat er als irdischer Wanderprediger und hingerichtete und auferstandene Gottesfalte auf, er durfte bloß zu Pfingsten auf den Köpfen mehrsprachige Feuerzungen leuchten lassen. Später hat er das nie wieder gemacht und darum fehlt es heute so sehr an der katholischen Erleuchtung.

Schönborn schließt mit: "Die ganze Schöpfung und ihre Geheimnisse sind erfüllt und getragen vom Schöpfergeist Gottes. Weiters: Heute gilt immer noch, dass die Zehn Gebote Gottes, die Mose am Sinai erhielt, die Grundregeln des menschlichen Lebens darstellen. Der Buchstabe der Gebote allein genügt freilich nicht. Das wusste schon Mose. Deshalb brauchen wir den Geist Gottes, der in den Herzen, im Gewissen der Menschen den richtigen Weg zeigt. Der Geist Gottes ist der große Erneuerer, der neue Kraft, neuen Aufbruch schenkt, oft gerade dann, wenn alles alt und morsch zu sein scheint. Die Hoffnung auf den Heiligen Geist, den wir alle so sehr brauchen, teilen wir mit den Juden, unseren Vorfahren im Glauben."

Die gültigen Grundregeln aus den zehn Geboten stehen im Strafgesetzbuch, du sollst nicht morden, nicht stehlen und nicht falsch aussagen, der Rest ist nicht strafbar und daher auch keine Grundregel. Die Grundregel fürs Zusammenleben lautet heute: "Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu!" Einen Gott oder einen Heiligen Geist braucht man dafür nicht, weil diese Regel zutiefst vernünftig ist! Was man von den zehn Geboten nicht sagen kann, die Götterparagraphen sind Ausdruck archaischer Unvernunft! Die katholische Kirche ist, wie der Beobachter ja wohl deutlich genug wahrzunehmen vermag, alt und morsch. Und kein heiliger Geist wird daran was ändern, weil den gibt's schließlich genauso wenig wie die beiden anderen Falten des dreifaltigen Christengottes. Amen.


483. Wort zum Sonntag, den 2.6.2019

Joh 17, 20-26: In jener Zeit erhob Jesus seine Augen zum Himmel und betete: Heiliger Vater, ich bitte nicht nur für diese hier, sondern auch für alle, die durch ihr Wort an mich glauben. Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast. Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast; denn sie sollen eins sein, wie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir. So sollen sie vollendet sein in der Einheit, damit die Welt erkennt, dass du mich gesandt hast und die Meinen ebenso geliebt hast wie mich. Vater, ich will, dass alle, die du mir gegeben hast, dort bei mir sind, wo ich bin. Sie sollen meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast, weil du mich schon geliebt hast vor der Erschaffung der Welt. Gerechter Vater, die Welt hat dich nicht erkannt, ich aber habe dich erkannt und sie haben erkannt, dass du mich gesandt hast. Ich habe ihnen deinen Namen bekannt gemacht und werde ihn bekannt machen, damit die Liebe, mit der du mich geliebt hast, in ihnen ist und damit ich in ihnen bin.

Heute hat mir der Herr Bischof gleich eine Zusatzarbeit angehängt, weil auf seiner Sonntagspredigtseite das Evangelium nicht eingebaut war. Aber das nur nebenbei! Heute verquickt der Jesus gleich alle seinen Gläubigen in eine göttliche Einheitsmasse. Zu dumm, dass das die Verquickten nie bemerkt haben!

Aber der Herr Schönborn wird an diesen lieben Verquickungen natürlich seine Freude haben! Er schreibt: "Einigkeit und Frieden, das wünscht sich jeder, der ein Werk aufgebaut, eine Gemeinschaft um sich geschart hat. Nach seinem Weggang mögen die Erben, die Nachfolger, den Geist der Einheit bewahren, sich nicht in Erbstreitigkeiten, in Rivalitäten, eitlen Konflikten auseinanderleben, sich am Ende gar gegenseitig bekriegen."

Aber dann denkt er religionsgeschichtlich: "Alle sollen eins werden! Ist seine Bitte erhört worden? Sind seine Jünger eins und einmütig geblieben? Die Geschichte des Christentums spricht leider eine andere Sprache. Von Anfang an gab es Spaltungen, Richtungskämpfe, verschiedene Auslegungen dessen, was Jesus wirklich gewollt hat. Das konnte bis zu Religionskriegen führen, zu blutigen gegenseitigen Verfolgungen, oft im Namen Christi, eher selten im Geist Christi."

Dann schildert er diverse Einheitlichkeiten, von Räuberbanden bis zu den politischen Parteien und den Familien. Er schließt dann so: "Wie also sieht die Einheit aus, um die Jesus gebetet hat und wohl noch immer betet? Jesus hat immer die Einheit mit Gottes Willen gesucht und gelebt. Wenn zwei Menschen gemeinsam durchs Leben gegangen sind, können sie uns am ehesten zeigen, wie dieses Einssein gelingt: viel Geduld, viel Rücksichtnahme, viel Verzicht, gegenseitige Wertschätzung und vor allem: sich selbst nicht zum Mittelpunkt machen. Man nennt das einfach Liebe!"

Dass die zweite Falte des dreifaltigen Christengottes mit den beiden anderen Falten eine Einheit bildet, ist ja klar, weil das ist Christenlehre: die Wesenseinheit Gottes in drei Personen, das hat sich laut Wikipedia zwischen 325 (Erstes Konzil von Nicäa) und 675 (Synode von Toledo) entwickelt.

Schönborn schildert als Beispiel dieser von Jesus erbetenen Einheit offenbar die Ehe. Ob er selber mit jemanden gemeinsam mit Geduld, Rücksichtnahme, Verzicht, Wertschätzung liebevoll durchs Leben geht, verrät er nicht. Aber die Beschreibung passt zu seinem Predigtstil: er ist ja immer fürs Sichselberkleinmachen. Und er sieht eine erfolgreiche Partnerschaft offenbar in Form von zwei Leuten, die sich in hingebungsvoller Liebe voreinander kleinmachen. Im Mittelpunkt steht dann wohl jeweils der gerade Kleinste der beiden...


482. Wort zum Feiertag am 30.5.2019

Apostelgeschichte 1, 1-11: Im ersten Buch, lieber Theophilus, habe ich über alles berichtet, was Jesus getan und gelehrt hat, bis zu dem Tag, an dem er in den Himmel aufgenommen wurde. Vorher hat er durch den Heiligen Geist den Aposteln, die er sich erwählt hatte, Anweisungen gegeben. Ihnen hat er nach seinem Leiden durch viele Beweise gezeigt, dass er lebt; vierzig Tage hindurch ist er ihnen erschienen und hat vom Reich Gottes gesprochen. Beim gemeinsamen Mahl gebot er ihnen: Geht nicht weg von Jerusalem, sondern wartet auf die Verheißung des Vaters, die ihr von mir vernommen habt. Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber werdet schon in wenigen Tagen mit dem Heiligen Geist getauft. Als sie nun beisammen waren, fragten sie ihn: Herr, stellst du in dieser Zeit das Reich für Israel wieder her? Er sagte zu ihnen: Euch steht es nicht zu, Zeiten und Fristen zu erfahren, die der Vater in seiner Macht festgesetzt hat. Aber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch herabkommen wird; und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an die Grenzen der Erde. Als er das gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken. Während sie unverwandt ihm nach zum Himmel emporschauten, standen plötzlich zwei Männer in weißen Gewändern bei ihnen und sagten: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und schaut zum Himmel empor? Dieser Jesus, der von euch ging und in den Himmel aufgenommen wurde, wird ebenso wiederkommen, wie ihr ihn habt zum Himmel hingehen sehen.

Auweiauwei, heut' hat meinereiner - hauptberuflich Pensionist - drauf vergessen, dass heute ein Feiertag ist. Der Feiertag heißt "Christi Himmelfahrt" und ist im Volke deswegen beliebt, weil man mit einem Tag Urlaub am Freitag, vier Tage hintereinander frei hat. Meinereiner hat 365 Tage im Jahr frei, da fällt sowas nicht unbedingt auf!

Die Jesuswelt war recht klein, er schickt seine Jünger nach Judäa und Samarien und meinte, dahinter käme gleich das Ende der damaligen Erdenscheibe! In unsere Breiten hat er seine Prediger gar nicht geschickt, da wurden sie erst vom Römerreich ausgesandt, das 380 die praktische Christenreligion zur Staatsreligion gemacht hat, weil diese den Mühseligen und Beladenen ein wunderschönes Leben nach dem Tode versprach, was die Ausnützung der Leute auf Erden stark verbilligte und den Widerstand dagegen stark dezimierte!

Aber das wie üblich nur nebenbei! Was für Geschichtchen erzählt heute der Herr Bischof Schönborn zur Sage von der Himmelfahrt des Predigers Jeschua ben Josef, der selber zu Lebzeiten nichts davon gewusst hatte, dass er ein unsterblicher Gottessohn und die zweite Falte eines dreifaltigen Gottes wäre. Also der Schönborn freut sich darüber, dass er beim Jesus im Himmel eine Wohnung bekommt und der Jesus außerdem trotz Himmelfahrt beim Schönborn und den anderen Leuten bleibt, die an diese Sage glauben, weil er ja versprochen hätte: "Seht, ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt." Der Jesus hat natürlich selber davon auch nix gewusst, das wurde ihm erst viele Jahre später zugedichtet.

Dann erinnert sich der Bischof an das Sterben seines Vaters und ist fest davon überzeugt, dass er ihn im Jenseits wieder treffen wird. Nachprüfen wird er das natürlich nicht können, weil tote Schönborns junior & senior leben eben auch nur von der Geburt bis zum Tod und nicht ewig im Himmel (oder in der Hölle).

Über Jesus sagt er im Schlussabsatz: "Er hat uns seine Hilfe versprochen, seine Kraft. Er nennt sie den Heiligen Geist. Und er traut uns zu, unser Leben und diese Welt zu gestalten, die Hände nicht in den Schoß zu legen, sondern uns aufzumachen und sein Werk weiterzuführen. So wurde aus dem Abschied ein Fest des Aufbruchs."

Also der heilige Geist ist beim Schönborn nimmer die dritte Gottesfalte? Sondern nur eine Benennung durch den Jesus? Aber das ist auch egal, bei der Befragung in Österreich 2018 über die wichtigsten christlichen Glaubensinhalte sagten nur 21 %, sie glaubten an ein Leben nach dem Tode, da ist im Volke nimmer viel übrig von der dem Jesus angedichteten Sage...


481. Wort zum Sonntag, den 26.5.2019

Joh. 14,23-29: Jesus sprach zu seinen Jüngern: Wenn jemand mich liebt, wird er mein Wort halten; mein Vater wird ihn lieben und wir werden zu ihm kommen und bei ihm Wohnung nehmen. Wer mich nicht liebt, hält meine Worte nicht. Und das Wort, das ihr hört, stammt nicht von mir, sondern vom Vater, der mich gesandt hat. Das habe ich zu euch gesagt, während ich noch bei euch bin. Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe. Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht, wie die Welt ihn gibt, gebe ich ihn euch. Euer Herz beunruhige sich nicht und verzage nicht. Ihr habt gehört, dass ich zu euch sagte: Ich gehe fort und komme wieder zu euch. Wenn ihr mich liebtet, würdet ihr euch freuen, dass ich zum Vater gehe; denn der Vater ist größer als ich. Jetzt schon habe ich es euch gesagt, bevor es geschieht, damit ihr, wenn es geschieht, zum Glauben kommt.

Der heutige Evangeliumstext stammt zwar vom Johannes und entstand um das Ende des 1. Jahrhunderts und ist deswegen am weitesten von einem realen Jesus weg, trotzdem widerspricht er der katholischen Lehre! Denn der dreifaltige Gott hat keine innere Hierarchie, Vater, Sohn und Heiliger Geist sind gleichberechtigte Götterfalten eines einheitlichen Gottes.

Aber das nur nebenbei! Der auferstandene Jesus droht allen mit seiner Wiederkehr, wie es ja auch im Glaubensbekenntnis steht, "...auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel, er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten...". Und wer dann im Zustand angetroffen wird, den Jesus nicht zu lieben, der darf sich dann gemäß Christenlehre im ewigen Höllenfeuer mit dem Heulen und Zähneknirschen befassen! Siehe z.B. Mt 13, 49-50: "So wird es am Ende der Weltzeit sein: Die Engel werden ausgehen und die Bösen aus der Mitte der Gerechten aussondern und sie in den Feuerofen werfen. Dort wird das Heulen und Zähneknirschen sein."

Aber solche Jesusreden fallen ja bekanntlich heute unter die biblische Zensur, sowas darf nimmer verwendet werden, was schreibt der Herr Bischof Schönborn heute von der Jesusliebe? Er titelte seine Predigt mit "Hoffnungsworte am Krankenbett" und beginnt mit: "Die Worte Jesu haben einen neuen Klang für mich seit meiner Prostata-Krebsdiagnose. Diese hat mich deutlich daran erinnert, dass ich (einmal) sterben werde".

Und darum macht es der Herr Schönborn wieder so, wie er es schon längere Zeit immer macht, er legt das Evangelium unmittelbar für seine Person aus. Und schließt darum seine Predigt so: "Jesus sagt zwar seinen Jüngern, dass er jetzt fortgehen, das heißt sterben werde. Aber er fügt gleich hinzu: 'Und ich komme wieder zu euch.' In diesen Tagen im Krankenhaus wurde das Wort Jesu für mich ganz anschaulich. Jeden Tag wurde mir die Heilige Kommunion gebracht. Immer wenn die Tür aufging und der Priester oder eine Seelsorgerin mit der Kommunion hereinkam, empfand ich es wie die Verwirklichung dessen, was Jesus versprochen hat. Er ist gestorben, ist auferstanden, zum Vater gegangen. Aber er kommt wieder zu uns, nicht nur flüchtig, einmal kurz auf Besuch, sondern Gott selber und Jesus kommen zu mir, um bei mir 'Wohnung zu nehmen'. Im Alltag fehlt es mir oft an Zeit. Im Krankenbett konnte ich diese Hoffnungsworte Jesu neu hören."

Ja und wenn der Herr Kardinal von Wien dereinsten heimgegangen sein wird zu seinen Vorfahren, dann wird er sich trotzdem nicht einmal darüber wundern können, dass er nun doch nicht beim Jesus wohnt. Denn ein Toter kann nix mehr wahrnehmen, weil er dann im selben Zustand wie vor seiner Geburt ist, er existiert nicht. Das ist die einzige sichere Wahrheit! Amen!


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