Jeden Sonntag predigen die Pfarrer in der Kirche über die im aktuellen Kirchenjahr vorgesehene Stelle in der Bibel. Sogar Menschen, die nie in die Kirche gehen, können diese Predigten in der Heiligen Kronenzeitung nachlesen, denn dort predigt Kardinal Schönborn eigenhändig. Auf der Homepage der Diözese Wien ist die Predigt ebenfalls zu finden.

Solche Sonntagspredigen reizen auch Atheisten. Zu den Bibeltexten fällt einem nämlich oft ganz was anderes ein als dem Herrn Schönborn. Darum wird auf ATHEISTEN-INFO fast immer auch ein Wort zum Sonntag losgelassen. Die Sonntagsworte Nr. 1 bis 50, die Sonntagsworten Nr. 51 bis 100, die Sonntagsworte Nr. 101 bis 150, die Sonntagsworte Nr. 151 bis 200, die Sonntagsworte Nr. 201 bis 250, die Sonntagsworte Nr. 251 bis 300, die Sonntagsworte Nr. 301 bis 350, die Sonntagsworte Nr. 351 bis 400, die Sonntagsworte Nr. 401 bis 450 und die Sonntagsworte Nr. 451 bis 500 können als PDF heruntergeladen werden.


524. Wort zum Sonntag, den 19.1.2020

Jh. 1,29-34: Am Tag darauf sah er Jesus auf sich zukommen und sagte: Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt! Er ist es, von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann, der mir voraus ist, weil er vor mir war. Auch ich kannte ihn nicht; aber ich bin gekommen und taufe mit Wasser, damit er Israel offenbart wird. Und Johannes bezeugte: Ich sah, dass der Geist vom Himmel herabkam wie eine Taube und auf ihm blieb. Auch ich kannte ihn nicht; aber er, der mich gesandt hat, mit Wasser zu taufen, er hat mir gesagt: Auf wen du den Geist herabkommen und auf ihm bleiben siehst, der ist es, der mit dem Heiligen Geist tauft. Und ich habe es gesehen und bezeugt: Dieser ist der Sohn Gottes.

Heute darf wieder der bekannte Prediger Johannes den weniger bekannten Prediger Jeschua ben Josef, später unter dem lateinisierten Namen Jesus zum Gottessohn befördert, lobpreisen. Heute nimmt der Jesus die Sünden der Welt hinweg. da hat er wohl ein bisschen schlampig gearbeitet, weil die Welt ist immer noch voller Sünder und Sünden. Und der Johannes gibt auch gleich die Gottesabkunft des Jesus bekannt! Da er zu der Zeit wo das Johannes-Evangelium entstand, schon seit Jahrzehnten tot war, konnte er sich gegen diesen propagandistischen Trick nimmer wehren.

Wie sieht heute der Herr Bischof von Wien diese angeblichen Leistungen des Jesus? Er schreibt zuerst über den Messias, der von den Juden erwartet wurde, um das auserwählte Volk aus dem irdischen Jammertal zu befreien, dann erwähnt er Mozarts "Agnus Dei" aus der Krönungsmesse, "Christus, das Lamm Gottes!" und schließt schließlich so: "Hat Johannes geahnt, dass Jesus nicht der große politische Befreier sein wird, den viele sich vom Messias erhofften? Seinen Sieg wird er nicht durch Waffen erringen, sondern durch das Opfer seines Lebens am Kreuz. Jesus wurde zu der Zeit gekreuzigt, als im Tempel in Jerusalem die Lämmer für das jüdische Osterfest geschlachtet wurden. Wie geht es uns, wenn wir den Gesang des 'Agnus Dei', die Worte 'Seht, das Lamm Gottes' hören? Kann besser und tiefer gesagt werden, wer Jesus wirklich war? Hat deshalb Mozart das 'Agnus Dei' mit solch unvergleichlich schöner Zartheit komponiert?"

Ja, der Mozart war eben ein großer Komponist! Hier darum ein YouTube-Clip mit dem Agnus Dei aus der Krönungsmesse:


Und ist das so wie es der Schönborn schreibt? Ein Jesus von unvergleichlich schöner Zartheit?
Nebenbei noch: Für einen unsterblichen und allmächtigen Gottessohn ist es doch wohl kein Problem, gekreuzigt zu werden und wieder auf zu erstehen. das Problem kann nur sein, dass es eben keine unsterblichen und allmächtigen Göttersöhne gibt und daher das "Lamm Gottes" für die Menschheit nichts geleistet hat, sondern durch die Installierung der ganzen Geschichte der Menschheit ein Riesenschaden zugefügt wurde, 1000 Jahre finsteres Mittelalter und danach ein Jahrhunderte langer Befreiungskampf zwecks Rückkehr zur schon im Altertum gut entwickelten Vernunft.

Aber heute sind wir ja schon deutlich besser dran, wie sich z.B. dieser Tage zeigte, wo in der Tageszeitung DIE PRESSE ein Artikel eines evangelischen Theologen mit dem Titel "Diese Regierung neigt zur Religionsfeindlichkeit" erschien.
Schaut Euch das an und lest dazu auch die Leserkommentare!


523. Wort zum Sonntag, den 12.1.2020

Mt 3,13-17: Zu dieser Zeit kam Jesus von Galiläa an den Jordan zu Johannes, um sich von ihm taufen zu lassen. Johannes aber wollte es nicht zulassen und sagte zu ihm: Ich müsste von dir getauft werden und du kommst zu mir? Jesus antwortete ihm: Lass es nur zu! Denn so können wir die Gerechtigkeit ganz erfüllen. Da gab Johannes nach. Als Jesus getauft war, stieg er sogleich aus dem Wasser herauf. Und siehe, da öffnete sich der Himmel und er sah den Geist Gottes wie eine Taube auf sich herabkommen. Und siehe, eine Stimme aus dem Himmel sprach: Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe.

Johannes der Täufer war in der damaligen Zeit eine bekannte Gestalt, darum haben die Evangelisten ihn dem Jesus zu- und dabei untergeordnet. Aber mit solchen Sachen befasst sich natürlich ein Kardinal nie. Er hat heute aber ein interessantes Thema, zuerst schreibt er, es bestehe Einmütigkeit: "Die Taufe verbindet uns mit Jesus Christus zu einer tiefen Lebensgemeinschaft." Das wird wohl heute im realen katholischen Wesen eher auf kleine Randgruppen in der r.k. Kirche zutreffen, aber Schönborn schreibt heute über die Wiener Baptisten, die ihn zu ihrer 150-Jahr-Feier der Gründung eingeladen hatten. Er beschreibt die Baptisten als Anhänger der Reformation, denen der Luther zu wenig radikal war und er wird dazu ganz konkret: "Eines ihrer Kennzeichen war und ist bis heute die Ablehnung der Kindertaufe. Denn sie nahmen das Wort Jesu wörtlich: 'Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet.' Glauben kann nur, wer sich selber frei für den Glauben entscheidet."

Ja, die Erwachsenentaufe wäre eine gute Methode zur Auflösung der katholischen Kirche, weil ihre Mitgliedersubstanz rettet sie ja heutzutage durch die Tradition der Babytaufe, die ein noch oft gepflegter Brauch ist. Das Baby kann nicht um seine Zustimmung gefragt werden, aber wenn das Baby erwachsen ist, dann muss es den Kirchenbeitrag zahlen!

Schönborn schreibt dazu, "alle traditionellen Kirchen, ob katholisch, orthodox oder protestantisch, kennen und praktizieren die Kindertaufe. Die 'Freikirchen', Baptisten, Pfingstgemeinden, halten die Erwachsenentaufe für den Weg, der Jesu Willen entspricht. Wer hat Recht?"

Und in seinem Schlussabsatz fasst er dann zusammen: "Warum ich die Kindertaufe für sinnvoll halte? Ich wurde schon zwei Tage nach meiner Geburt getauft. Es ist schön zu wissen, dass von so früh an Gott durch die Taufe zu mir gesagt hat: Du bist mein geliebtes Kind! Es braucht manchmal ein Leben lang, um wenigstens zu ahnen, wie sehr wir als Gottes Kinder von ihm geliebt werden. Oft wird das erst in reiferen Jahren bewusst. Dann ist es stimmig, das eigene Leben ganz in Jesu Hand zu legen, wie er es am Jordan bei seiner Taufe Gott seinem Vater gegenüber getan hat."

Also überzeugend klingt das nicht! Ein SPÖler, ÖVPler oder FPÖler kann ja seinen Kindern auch nicht bei der Geburt ein Parteibuch ausstellen lassen und damit deren Leben in die Hand der jeweiligen Parteiführung legen! Und wie viele Promille der babygetauften Mitglieder der katholischen Kirche werden der Ansicht sein, es sei stimmig, das eigene Leben ganz in Jesu Hand zu legen? So verrückt ist doch heutzutage kaum noch wer! Ein Kardinal wird da eine Ausnahme sein können, der Schönborn wird jetzt am 22.1. 75 Jahre alt und erreicht damit das bischöfliche Pensionsalter, er hat im Vatikan bereits um den Ruhestand angesucht, am 11.1. wurde in Zeit im Bild berichtet, dass der Vatikan ihn nicht in Pension gehen lassen will und er vielleicht bis 80 arbeiten muss.


Nu, wenn's bei der SPÖ auch einen Babyparteibeitritt gäbe und der Schönborn kein Geistlicher, sondern ein SPÖ-Beigetretener gewesen wäre, dann wäre er jetzt schon zumindest 15 Jahre in Pension! Aber die katholische Kirche ist eben eine unsoziale Einrichtung auf Erden, weil als Toter ist dann der Schönborn eh ewig im Himmel, denn wer's glaubt, wird selig, zumindest kann er sich's so lang er lebt einbilden...


522. Wort zum Feiertag am 6.1.2020

Mt 2, 1–12: Da Jesus geboren war zu Bethlehem in Judäa zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise aus dem Morgenland nach Jerusalem und sprachen: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, ihn anzubeten. Als das der König Herodes hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem und er ließ zusammenkommen alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes und erforschte von ihnen, wo der Christus geboren werden sollte. Und sie sagten ihm: In Bethlehem in Judäa; denn so steht geschrieben durch den Propheten (Micha 5,1): »Und du, Bethlehem im Lande Juda, bist mitnichten die kleinste unter den Fürsten Judas; denn aus dir wird kommen der Fürst, der mein Volk Israel weiden soll.« Da rief Herodes die Weisen heimlich zu sich und erkundete genau von ihnen, wann der Stern erschienen wäre, und schickte sie nach Bethlehem und sprach: Zieht hin und forscht fleißig nach dem Kindlein; und wenn ihr's findet, so sagt mir's wieder, dass auch ich komme und es anbete. Als sie nun den König gehört hatten, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, ging vor ihnen her, bis er über dem Ort stand, wo das Kindlein war. Da sie den Stern sahen, wurden sie hocherfreut und gingen in das Haus und sahen das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an und taten ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe. Und da ihnen im Traum befohlen wurde, nicht wieder zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem andern Weg wieder in ihr Land.

Ja, heute ist Heilig'ndreikini' und der Herr Kardinal Schönborn predigt heute wieder nix, weil er gestern seine Sonntagspredigt hielt, aber er ist ja nach seinem Lungeninfarkt von Anfang Dezember auch gesundheitlich noch angeschlagen. Meinereiner hält montags, wenn ein kirchlicher Feiertag ist, auch Montagspredigten! Das nur, äh, na was? Nur nebenbei!

Der Feiertag heißt in Österreich "Dreikönigstag", in der Bibel ist die Rede, bzw. die Schreibe von den "Weisen aus dem Morgenland". Die Weisen sind so weise, dass ihnen wegen der Jesusgeburt sozusagen ein sternenförmiges Licht aufgegangen ist, das sie in Richtung Jesus, dem neugeborenen Judenkönig führte. Die Menschheit hatte dann das Pech, dass die Juden nicht an diesen neuen König glaubten, aber 380 Jahre später die damaligen römischen Herrscher glaubten, wenn sie die damals im römischen Reich herrschende Religionsfreiheit abschafften und dem Volke das Christentum als alleinige Religion verordneten, weil das die Betroffenen gefügiger machen könnte, weil die Christenlehre lehrte, dass all die Mühseligen und Beladenen im Jenseits als Ausgleich fürs miese irdische Dasein das ewige Leben im Paradies erhielten.

Aber das auch nur nebenbei. In der heutigen biblischen Geschichte geht's auch um den Herodes, der keinen neuen Judenkönig brauchen kann. In der Bibel geht das dann auf Mt 2,16 so weiter: " Als Herodes merkte, dass ihn die Sterndeuter getäuscht hatten, wurde er sehr zornig und er ließ in Bethlehem und der ganzen Umgebung alle Knaben bis zum Alter von zwei Jahren töten, genau der Zeit entsprechend, die er von den Sterndeutern erfahren hatte." Und der Jesus und sein Vater, was machen diese beiden allwissenden und allmächtigen Götter? Sie scheißen sich nicht um den Kindermassenmord.

So geht's eben zu in der Bibel!
Heute gehen die tatsächlich noch gläubigen Katholiken in die Kirche, hier ein Screenshot von Domradio.de vom Einzug in den Kölner Dom:


Und noch ein Bild und der dazu passende alte Witz: Ob's die Heiligen drei Könige wirklich gegeben hat, ist historisch nicht nachweisbar, aber dass die drei im Kölner Dom bestattet wurden, ist sicher:

Weil das sieht man an diesem prächtigen Grabmal (wieder Domradio-Screenshot von der Dreikönigsmesse)

Und noch ein dritter Shot:

Der Erzbischof Wölki predigte dort live im Internet über die drei Weisen aus dem Morgenland, er tönte dabei angemessen märchenerzählend...


521. Wort zum Sonntag, den 5.1.2020

Anmerkung: Am 1.1. hat der Schönborn auch gepredigt, das wurde hier ignoriert, weil der Neujahrstag ein säkularer Feiertag ist!

Jh. 1,1-18: Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott. Dieses war im Anfang bei Gott. Alles ist durch das Wort geworden und ohne es wurde nichts, was geworden ist. In ihm war Leben und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht erfasst. Ein Mensch trat auf, von Gott gesandt; sein Name war Johannes. Er kam als Zeuge, um Zeugnis abzulegen für das Licht, damit alle durch ihn zum Glauben kommen. Er war nicht selbst das Licht, er sollte nur Zeugnis ablegen für das Licht. Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt. Er war in der Welt und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf. Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches, nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind. Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt und wir haben seine Herrlichkeit geschaut, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit. Johannes legt Zeugnis für ihn ab und ruft: Dieser war es, über den ich gesagt habe: Er, der nach mir kommt, ist mir voraus, weil er vor mir war. Aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, Gnade über Gnade. Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben, die Gnade und die Wahrheit kamen durch Jesus Christus. Niemand hat Gott je gesehen. Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht.

Heute ist der Anfang des Johannes-Evangeliums die biblische Botschaft, da war das Wort die Ursache für alles und Gott war das Wort. Vermutlich ist damit der Bibelbeginn "Es werde Licht" gemeint, Genesis 1, 1-3: "Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde, die Erde aber war wüst und wirr, Finsternis lag über der Urflut und Gottes Geist schwebte über dem Wasser. Gott sprach: Es werde Licht. Und es wurde Licht." Wüst und leer - tohu wa bohu - war die Erde, wir wissen daraus, dass der Gott keine Ahnung von der Entstehung des Universums und der Welt hatte. Aber das ist ja klar, dass Götter zwangsläufig immer so wissenslos wie ihre Schöpfer sein mussten.

Aber das - wie ständig üblich - nur nebenbei!
Schönborn zitiert dazu Hermann Hesse: "jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben". Was das heißen soll, bleibt unklar, der Schönborn erklärt das mit dem "unvergleichlichen Zauber aus der Geburt des Kindes im Stall von Bethlehem". Der unvergleichliche Zauber ist allerdings nur was für religiöse Leute, die sich sowas eben einbilden. Dann möchte der Herr Kardinal wissen, "warum berührt Weihnachten mehr als alle anderen Feste?"  Die Kinder berührt es wohl wegen des alten Brauches, Geschenke zu bekommen, dass sich die Leute zur Wintersonnenwende beschenkt haben, ist sicherlich schon ein sehr alter Brauch, der vom Christentum dann übernommen wurde, man hat ja auch den 25. Dezember, den Tag der unbesiegbaren Sonne, aus der heidnischen römischen Religion dem Christengott zugewiesen.

Aber auch das nur nebenbei, kommen wir zum Schönborn-Resümee:
"Was wird aus diesem Kind? Es gibt nicht nur den Zauber des Anfangs, sondern die Mühen des Weges. Und die Finsternis. Es gibt das Nein der Welt gegen das Licht. Wird die Finsternis siegen? Wird der Zauber des Anfangs in einen Schrecken des Endes münden? Dagegen steht das starke Trostwort des heutigen Evangeliums: 'Aus seiner, aus Jesu Fülle, haben wir alle empfangen, Gnade über Gnade.' Damit können wir getrost ins neue Jahr gehen!"

Ja, das anno 380 als römische Staatsreligion den Menschen aufgezwungene Christentum hat über die menschliche Entwicklungsgeschichte 1000 Jahre Finsternis gelegt, die Wissenserkenntnisse des Altertums wurden entsorgt, die heilige christliche Einfalt war allgemeine Menschenpflicht. Aus dem Scheißmittelalter herauszukommen, bedurfte Jahrhunderte langen Bemühungen und Anstrengungen der menschlichen Vernunft! Jetzt gibt es keine christliche Finsternispflicht mehr, das Menschenwort ist wieder frei geworden! Niemand kann mehr dazu gezwungen werden, den Jesus zu empfangen! Damit können wir mit Zuversicht ins neue Jahr gehen! Amen, so ist es!


520. Wort zum Sonntag, den 29.12.2019

Mt 2,13-15.19-23: Als die Sterndeuter wieder gegangen waren, siehe, da erschien dem Josef im Traum ein Engel des Herrn und sagte: Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter und flieh nach Ägypten; dort bleibe, bis ich dir etwas anderes auftrage; denn Herodes wird das Kind suchen, um es zu töten. Da stand Josef auf und floh in der Nacht mit dem Kind und dessen Mutter nach Ägypten. Dort blieb er bis zum Tod des Herodes. Denn es sollte sich erfüllen, was der Herr durch den Propheten gesagt hat: Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen. Als Herodes gestorben war, siehe, da erschien dem Josef in Ägypten ein Engel des Herrn im Traum und sagte: Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter und zieh in das Land Israel; denn die Leute, die dem Kind nach dem Leben getrachtet haben, sind tot. Da stand er auf und zog mit dem Kind und dessen Mutter in das Land Israel. Als er aber hörte, dass in Judäa Archelaus anstelle seines Vaters Herodes regierte, fürchtete er sich, dorthin zu gehen. Und weil er im Traum einen Befehl erhalten hatte, zog er in das Gebiet von Galiläa und ließ sich in einer Stadt namens Nazaret nieder. Denn es sollte sich erfüllen, was durch die Propheten gesagt worden ist: Er wird Nazoräer genannt werden.

Alte Texte in die Jesusgeschichten einzubauen, war ein einfacher Schachzug, so eine Art automatisierte Erfüllung von Prophezeiungen, wenn der Prophet Hosea im Kapitel 11,1 geschrieben hatte "Als Israel jung war, gewann ich ihn lieb, ich rief meinen Sohn aus Ägypten", dann musste der Sohn vom Gott eben auch in Ägypten gewesen sein und von dort zurückgerufen werden können. Und wenn er laut Propheten Nazoräer genannt werden sollte, dann muss er eben in Nazaret gewohnt haben.

Aber das wie immer nur nebenbei. Der Schönborn schreibt darüber, dass bei den koptischen Christen diese Geschichte recht wichtig ist, das Flüchtlingsschicksal der heiligen Jesus-Familie das Glaubensleben der Kopten sehr geprägt habe. Damit kann der Herr Bischof was anfangen, er schließt seine Predigt so: "Die koptischen Christen sehen in diesen vielen Aufenthalten einen tiefen Sinn für ihren Glauben. Sie sind stolz und dankbar, dass Jesus mit Maria und Josef zu ihnen gekommen ist. Die Heilige Flüchtlingsfamilie hat durch ihre Anwesenheit an so vielen Orten ihre Heimat Ägypten geheiligt. Besucht heute die Heilige Familie auch unsere Heimat durch so manche Flüchtlingsfamilien in unserer Mitte?"

Im letzten Satz versucht der Schönborn einen Zeitbezug. Was wohl nicht so gut funktionieren wird, weil die Migranten doch eher einzelne Muslime als ganze heilige Familien sind. Europa hat die biblische heilige Familie nicht besucht, trotzdem ist diese Religion bei uns immer noch vorhanden - weil sie 380 zur römischen Staatsreligion und dann in ganz Europa zur Pflicht gemacht wurde! Ein Recht zur religiösen Auswahl gab's nicht!


519. Wort zum Feiertag am 26.12.2019

Mt 10, 17–22: In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Nehmt euch vor den Menschen in Acht! Denn sie werden euch an die Gerichte ausliefern und in ihren Synagogen auspeitschen. Ihr werdet um meinetwillen vor Statthalter und Könige geführt werden, ihnen und den Heiden zum Zeugnis. Wenn sie euch aber ausliefern, macht euch keine Sorgen, wie und was ihr reden sollt; denn es wird euch in jener Stunde eingegeben, was ihr sagen sollt. Nicht ihr werdet dann reden, sondern der Geist eures Vaters wird durch euch reden. Der Bruder wird den Bruder dem Tod ausliefern und der Vater das Kind und Kinder werden sich gegen die Eltern auflehnen und sie in den Tod schicken. Und ihr werdet um meines Namens willen von allen gehasst werden; wer aber bis zum Ende standhaft bleibt, der wird gerettet.

Zu Weihnachten ist meinereiner ein fleißiger Atheist! Am 24., am 25. und am 26.12. gibt's 2019 atheistische Worte zu biblischen Texten! Der Herr Schönborn hat bloß am 25.12. was gepredigt, sonst hat er sich zu Weihnachten predigtmäßig freigenommen!

Heute erzählt der Jesus von drohenden Christenverfolgungen. Im Römischen Reich gab's Religionsfreiheit für Religionen, die bei den diversen im Reiche lebenden Völkerschaften Tradition waren, sie mussten zwar den römischen Göttern Opfer bringen, aber die eigenen durften sie weiter verehren. Probleme konnten neue Religionen wegen der Konkurrenz bekommen, was auch der jüdischen Sekte des Jesus passierte. Wer trotzdem standhaft blieb, bekam seinen Platz im Himmel, Christenverfolgungen waren allerdings eine Randerscheinung. Heute ist der "Stefanitag", benannt nach dem heiligen Stephanus, der gemäß der Apostelgeschichte ein christlicher Diakon war, er wurde von Juden wegen "Reden wider die heiligen Stätten und das Gesetz" angeklagt, speziell auch weil er den universellen Anspruch des Christentums verkündet hätte, er wurde schließlich wegen Gotteslästerung gesteinigt, weil er den Himmel offen und den Jesus rechts neben Gott stehen sah, er gilt als der erste Märtyrer des christlichen Glaubens.

Aber das nur nebenbei, was der Schönborn dazu sagen täte, ist mangels Schönbornpredigt unbekannt, aber googeln wir einmal "Schönborn Stephanus"! Ja vom 26.12.2018 war eine Schönbornpredigt auf der Site der Diözese zu finden, also ist doch was zum Zitieren vorhanden! Schönborn predigte damals vor Amtskollegen des Stephanus, also heutigen Diakonen, es ging um die Glaubwürdigkeit und seine Rede endete so: "Die Glaubwürdigkeit geschieht nicht durch die großen öffentlichen Erklärungen. Die Glaubwürdigkeit geschieht im Alltag, im täglichen Dienst. Da möchte ich doch eine Lanze brechen für die vielen Schwestern und Brüder in den Gemeinden, in den sozialen Einrichtungen, die Tag für Tag ihren stillen Dienst der Nächstenliebe tun, für euren Dienst als Diakone. Das ist die wahre Glaubwürdigkeit. Das wird nicht plakativ, öffentlich kundgetan. Muss es auch nicht. Es muss nicht von allen gesehen werden, was Gutes geschieht. Aber es ist wichtig, dass es geschieht. Und wir müssen uns nicht zuerst darum kümmern, ob die Kirche glaubwürdig ist, sondern ob wir glaubwürdig leben, ob wir glaubwürdig das Evangelium leben. So stelle ich am Schluss dieses Wort hin, das der heilige Franziskus gesagt hat, und das gilt für uns alle: Verkündet allen Menschen das Evangelium, wenn notwendig auch mit Worten!"

Ja, die Nächstenliebe, derer berühmt sich die katholische Kirche gerne! Die katholische Kirche ist zwar die wohl reichste religiöse Einrichtung der Welt, aber von ihren Multimilliardenvermögen hat sie nie was an irgendwelche Nächste verteilt, dazu wird ausschließlich Geld der Kirchenmitglieder verwendet. Die sollen gefälligst glaubwürdig leben und darum in die Tasche greifen, nach der obigen Schlusspointe soll die Glaubwürdigkeit durch Taten verkündet werden.

Wir leben in einem sehr gut funktionierenden Sozialstaat
, die Menschen haben ihre Sozialversicherungen, die sie bei Bedarf entsprechend versorgen, Krankenversicherung, Pensionsversicherung, Unfallversicherung, Sozialhilfe usw. sind soziale Pflichten, welche die sozialen Rechte sichern! Das Geheul über die nächstenliebend verabreichten Almosen ist überflüssiger Quark.

Für Gesundheitsversorgung, Invalidität, Altersversorgung, Arbeitslosigkeit, Familie und Kinder, Wohnen und sonstige soziale Hilfen beliefen sich 2018 die Ausgaben auf knapp 112 Milliarden Euro, das waren 29 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, die Weihnachtsaktion "Licht ins Dunkel" erbrachte hochgerühmte 9,2 Millionen Spenden-Euro, also 0,00823 % der öffentlichen Sozialausgaben. Dieser ganze Almosenquatsch ist somit nicht einmal leere Luft! Amen!


518. Wort zum Feiertag am 25.12.2019

Lk 2,1 – 14 In jenen Tagen erließ Kaiser Augustus den Befehl, alle Bewohner des Reiches in Steuerlisten einzutragen. Dies geschah zum ersten Mal; damals war Quirinius Statthalter von Syrien. Da ging jeder in seine Stadt, um sich eintragen zu lassen. So zog auch Josef von der Stadt Nazaret in Galiläa hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Bethlehem heißt; denn er war aus dem Haus und Geschlecht Davids. Er wollte sich eintragen lassen mit Maria, seiner Verlobten, die ein Kind erwartete. Als sie dort waren, kam für Maria die Zeit ihrer Niederkunft, und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war. In jener Gegend lagerten Hirten auf freiem Feld und hielten Nachtwache bei ihrer Herde. Da trat der Engel des Herrn zu ihnen und der Glanz des Herrn umstrahlte sie. Sie fürchteten sich sehr, der Engel aber sagte zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteil werden soll: Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Messias, der Herr. Und das soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt. Und plötzlich war bei dem Engel ein großes himmlisches Heer, das Gott lobte und sprach: Verherrlicht ist Gott in der Höhe / und auf Erden ist Friede / bei den Menschen seiner Gnade.

Heute haben wir wieder, dass der jüdische Messias aus dem Hause Davids zu sein hatte, in Wikipedia steht unter dem Stichwort "Messias": "So wird in der Bibel vor allem der rechtmäßige, von Gott eingesetzte König der Israeliten bezeichnet, dessen Thron laut Jer 33,17 auf Ewigkeit immer von einem Nachfolger Davids besetzt sein sollte. (auch 2 Sam 7,13) Daraus entstand seit dem ersten Propheten Jesaja (~740 v. Chr.) und besonders seit dem Ende des israelitischen Königtums (586 v. Chr.) die Erwartung eines künftigen Messias, der Jehovas Willen endgültig verwirklichen, alle Juden zusammenführen, von Fremdherrschaft befreien, ein Reich der Gerechtigkeit und Freiheit herbeiführen werde."

Welche Trottelei! Der Jesus war vorerst als der erwartete Messias deklariert worden, dazu musste sein Vater aus der Nachkommensreihe des König David stammen, dann wurde in der weiteren Entwicklung aus dem Messias ein Gottessohn und aus dem Vater Josef ein bloßer Nährvater, dass der Nährvater dann gar kein Nachkomme des David mehr sein brauchte, weil er mit dem Jesus ja gar nicht verwandt war, wurde aus den vorliegenden Bibeltexten aber nicht entfernt!

Aber dieser Widerspruch nur nebenbei, die Zusammensteller der Texte des Neuen Testaments waren offensichtlich zu dumm, solche grundlegenden Widersprüche überhaupt wahrzunehmen.

Was meint der Herr Bischof Schönborn dazu?
Er freut sich jedes Jahr darauf, in der kleinen Weihnachtsfeier seiner Hausgemeinschaft singen zu können: "Siehe, ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteil werden soll: Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Christus, der Herr". Sonst erwähnt er den David nicht, er schreibt über das Imperium Romanum des Augustus und dessen Untergang: "Des Kaisers Herrschaft ging mit dem Untergang des römischen Reiches zu Ende. Das neugeborene Kind in der Krippe sollte ein anderes Reich gründen, das nicht auf weltlicher Macht aufbaut, sondern auf der Kraft der Frohbotschaft. Nicht die Eroberung von Ländern, sondern die Änderung der Herzen war das Ziel Christi. Sie sollte den Frieden auf Erden bringen. Weihnachten lebt von dieser Hoffnung auf einen Frieden, den kein Kaiser schaffen kann, sondern nur das Kind in der Krippe."

Das Reich des Kindes in der Krippe wurde allerdings von keinem Kind in der Krippe geschaffen, sondern im Jahre 380 durch das Dreikaiseredikt! Denn damit wurde die im Imperium Romanum herrschende Religionsfreiheit abgeschafft und die Christenreligion als Pflichtreligion für alle eingeführt.

Hier das Edikt Cunctos populos: "Alle Völker, über die wir ein mildes und maßvolles Regiment führen, sollen sich, so ist unser Wille, zu der Religion bekehren, die der göttliche Apostel Petrus den Römern überliefert hat, wie es der von ihm kundgemachte Glaube bis zum heutigen Tage dartut und zu dem sich der Pontifex Damasus klar bekennt wie auch Bischof Petrus von Alexandrien, ein Mann von apostolischer Heiligkeit; das bedeutet, dass wir gemäß apostolischer Weisung und evangelischer Lehre eine Gottheit des Vaters, Sohnes und Heiligen Geistes in gleicher Majestät und heiliger Dreifaltigkeit glauben. Nur diejenigen, die diesem Gesetz folgen, sollen, so gebieten wir, katholische Christen heißen dürfen; die übrigen, die wir für wahrhaft toll und wahnsinnig erklären, haben die Schande ketzerischer Lehre zu tragen. Auch dürfen ihre Versammlungsstätten nicht als Kirchen bezeichnet werden. Endlich soll sie vorab die göttliche Vergeltung, dann aber auch unsere Strafgerechtigkeit ereilen, die uns durch himmlisches Urteil übertragen worden ist."

Die damalige herrschende römische Klasse hatte entdeckt: den Mühseligen und Beladenen das ewige Leben im Paradies zu versprechen und das Elend des Erdenlebens als notwendig zum Erwerb dieses Paradieses zu deklarieren, schuf ein sehr gut funktionierendes Herrschafts- und Ausbeutungssystem. Es dauerte 1000 Jahre bis es endlich gelang, damit beginnen zu können, diese schreckliche Diktatur langsam abzubauen. In unseren Zeiten erleben wir den Wiederaufbau der Religionsfreiheit!

So, das ist die wahre historische Wahrheit über das Weihnachtskind in der Weihnachtskrippe! Amen!


517. Wort zum 24.12.2019

Mt 1, 18–25: Mit der Geburt Jesu Christi war es so: Maria, seine Mutter, war mit Josef verlobt; noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte sich, dass sie ein Kind erwartete - durch das Wirken des Heiligen Geistes. Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, beschloss, sich in aller Stille von ihr zu trennen. Während er noch darüber nachdachte, erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sagte: Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist. Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen. Dies alles ist geschehen, damit sich erfüllte, was der Herr durch den Propheten gesagt hat: Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, / einen Sohn wird sie gebären, und man wird ihm den Namen Immanuel geben, / das heißt übersetzt: Gott ist mit uns. Als Josef erwachte, tat er, was der Engel des Herrn ihm befohlen hatte, und nahm seine Frau zu sich. Er erkannte sie aber nicht, bis sie ihren Sohn gebar. Und er gab ihm den Namen Jesus.

Heute predigte der Herr Bischof Schönborn nicht, darum oben das Evangelium für den Abend des 24.12., es handelt davon, dass die Verlobte vom Joseph schwanger ist, aber nicht vom Joseph, wie hier schon gefragt: warum ist der allmächtige Sohn vom allmächtigen Gottvater nicht einfach auf die Erde herunter geplumpst und hat seine Botschaften verkündet? Wozu braucht eine Falte des dreifaltigen ewigen Gottes eine Mutter, um auf Erden zu wandeln? Der Hl. Geist erscheint in der Bibel als Taube, ohne dass es dort eine Geschichte gibt, welche Taube das Ei gelegt und den Hl. Geist ausgebrütet hat. Lustig im obigen Bibeltext ist der vorletzte Satz, "er erkannte sie aber nicht, bis sie ihren Sohn gebar", das Wort "erkennen" war die damalige gepflegte und gehobene Umschreibung für das Wort "ficken", da die Maria gemäß katholischer Lehre aber trotz Schwangerschaft und Geburt den Status einer Jungfrau behalten hat, darf sie der Joseph ja auch nach der Geburt vom Jesus nicht gefickt haben!

Interessant auch der Satz, dass der Jesus "sein Volk von seinen Sünden erlösen" wird, weil das Volk vom Jesus war nicht die ganze Welt, sondern das jüdische Volk. Von den Sünden erlöst wurde auch das jüdische Volk nicht und ebenso die übrige Welt nicht. Das ganze ist eine sehr einfältige Geschichte, da schickt der Gottvater seinen Sohn auf die Erde nieder, damit sich der am Kreuze für die Menschen opfere und dann hat das überhaupt keinerlei Effekt? Da hätte sich der alte Gott und sein Junior ja den ganzen Zirkus sparen können! Und religiös betrachtet hätte er bloß die Belegung aller Menschen mit der Erbsünde aufheben müssen, weil das war ja rechtlich betrachtet sowieso eine höchst unzulässige Strafe: Weil Adam und Eva im Paradies gesündigt hatten, indem sie die Frucht vom Baum der Erkenntnis aßen, kann doch ein gerechter Gott deswegen nicht alle Nachkommen in Sippenhaft nehmen!

So, das genügt für die heutige Predigt, man sieht daran wieder,
was für ein Unsinn Religion ist! Amen!


516. Wort zum Sonntag am 15.12.2019

Mt 1,18-24: Mit der Geburt Jesu Christi war es so: Maria, seine Mutter, war mit Josef verlobt; noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte sich, dass sie ein Kind erwartete - durch das Wirken des Heiligen Geistes. Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, beschloss, sich in aller Stille von ihr zu trennen. Während er noch darüber nachdachte, siehe, da erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sagte: Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist. Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen. Dies alles ist geschehen, damit sich erfüllte, was der Herr durch den Propheten gesagt hat: Siehe: Die Jungfrau wird empfangen und einen Sohn gebären und sie werden ihm den Namen Immanuel geben, das heißt übersetzt: Gott mit uns. Als Josef erwachte, tat er, was der Engel des Herrn ihm befohlen hatte, und nahm seine Frau zu sich.

Eine unglaubliche Geschichte! Das schreibt der Herr Schönborn: "Der Evangelist Matthäus erzählt knapp und nüchtern, was eigentlich ganz unglaublich ist." Weil die Maria nicht von ihrem Verlobten, dem Josef, sondern "durch das Wirken des Heiligen Geistes" schwanger geworden ist. Gottvater, die erste Falte des dreifaltigen Gottes, vögelt also selber keine Jungfrauen, wenn er einen Sohn zeugen möchte, sondern nimmt dazu den Heiligen Geist, also die dritte Falte des dreifaltigen Gottes zeugte mit der Jungfrau Maria die zweite Gottesfalte, den Jesus. Warum der christliche Gott ein Wesen in drei Personen ist, die alle drei gleich Gott sind, Vater, Sohn und Heiliger Geist, ist für einen allmächtigen Gott schon eine recht seltsame Geschichte, wenn er dazu noch eine Frau braucht, um den sowieso schon ewig vorhandenen Sohngott auf die Erde zu schicken, der Jesus hätte in seiner eigenen Allmacht doch wohl einfach mutterlos vom Himmel fallen können müssen!

Aber das nur nebenbei, der christliche Glaube ist eben eingöttig dreigötterig. Unsereinen kann das ja wurscht sein, wir glauben solche Sagen sowieso nicht
- was meint der Herr Bischof von Wien dazu? Er freut sich darüber, dass Gott dem Josef den Treuebruch seiner Verlobten im Traum erklärt und der Josef sich damit abfindet, der Josef ist seither "der Hüter der Heiligen Familie". Und: "Bis heute wird er als Hüter der ganzen Familie Gottes verehrt."

In seinem Schlussabsatz weist dann der Schönborn den Josef dem Papst zu: "Einer, der die Hilfe des heiligen Josef besonders viel in Anspruch nimmt, ist unser Papst Franziskus. Ich durfte selber in seinem Arbeitszimmer eine Statue des heiligen Josef sehen. Ihre Besonderheit: Es ist ein schlafender Josef. Und da der heilige Hüter von Maria und Jesus meist die Botschaften Gottes im Traum erhielt, legt der Papst ihm seine Sorgen und Anliegen, auf Zettel geschrieben, unter sein Kopfkissen. Der Stapel an Zetteln war recht eindrucksvoll hoch. Und Papst Franziskus ist überzeugt, dass der heilige Josef ihn und uns alle nicht vergisst!"

In der Sonntagsbeilage der Kronenzeitung und auf der Homepage vom Schönborn ist jeweils ein schlafender Josef zu sehen, hier ein Screenshot von der Schönborn-Site:

Und unterm Kopfpolster vom Josef liegen die Zettel mit den Sorgen und Anliegen vom Papst! Was das heißen soll, erklärt der Herr Kardinal nicht, aber es darf vermutet werden, dass er vermutet, der schlafende Josef liest diese Zettel und kümmert sich dann um die päpstlichen Sorgen und Anliegen!

Aber der Papst wurde am 21.12. auffällig, als er sich gemäß zahlreicher Medienberichte äußerte, die katholische Kirche in einer zunehmend säkularisierten Welt müsse sich reformieren, er zitiert dazu den Kardinal Carlo Maria Martini (1927-2012): "Die Kirche ist 200 Jahre lang stehen geblieben. Warum bewegt sie sich nicht? Haben wir Angst?"

Ja, die Kirche hat den "Modernismus" abgelehnt und in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts den "Antimodernismus" gegen die gesellschaftlichen und politischen Reformen und Umbrüche der Moderne und des Liberalismus ausgerufen und deren Einfluss in Kirche und Theologie bekämpft. Will der vatikanische Franz das jetzt zurücknehmen und eine moderne und liberale katholische Kirche entwickeln? Da darf die Welt neugierig sein!

Und nutzen wird's nichts, weil die protestantischen Kirchen in Europa haben sich längst mit dem Modernismus arrangiert und verlieren trotzdem oder wohl deswegen noch mehr Mitglieder und noch mehr die Religion tatsächlich Praktizierende! Weil der moderne Liberalismus kommt ja ständig zunehmend ohne Götter aus...

In Deutschland haben Katholiken und Protestanten einen ähnlichen Mitgliederbestand, die Verluste sehen so aus: im Jahre 1990 gab es an Kirchenmitgliedern 28.252.000 Katholiken und 29.422.000 Protestanten, 2018 waren es 23.002.128 und 21.140.599, also ein katholisches Minus von 19,5 % und ein protestantisches von 28,1 %, bei den Katholiken gehen sonntags etwa 10 % in die Kirche, bei den Protestanten 3,5 % ...


515. Wort zum Sonn- und Feiertag am 15.12.2019

Mt 11,2-11: Johannes hörte im Gefängnis von den Taten des Christus. Da schickte er seine Jünger zu ihm und ließ ihn fragen: Bist du der, der kommen soll, oder sollen wir auf einen anderen warten? Jesus antwortete ihnen: Geht und berichtet Johannes, was ihr hört und seht: Blinde sehen wieder und Lahme gehen; Aussätzige werden rein und Taube hören; Tote stehen auf und Armen wird das Evangelium verkündet. Selig ist, wer an mir keinen Anstoß nimmt. Als sie gegangen waren, begann Jesus zu der Menge über Johannes zu reden: Was habt ihr denn sehen wollen, als ihr in die Wüste hinausgegangen seid? Ein Schilfrohr, das im Wind schwankt? Oder was habt ihr sehen wollen, als ihr hinausgegangen seid? Einen Mann in feiner Kleidung? Siehe, die fein gekleidet sind, findet man in den Palästen der Könige. Oder wozu seid ihr hinausgegangen? Um einen Propheten zu sehen? Ja, ich sage euch: sogar mehr als einen Propheten. Dieser ist es, von dem geschrieben steht: Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg vor dir bahnen wird. Amen, ich sage euch: Unter den von einer Frau Geborenen ist kein Größerer aufgetreten als Johannes der Täufer; doch der Kleinste im Himmelreich ist größer als er.

Der Prediger Johannes war einer, der damals vielen Leuten bekannt war, darum wurde er nach seinem Tode von den Jesusianern zum Verkünder des Messias Jesus befördert, als Toter konnte er sich dagegen ja nimmer wehren. Was allerdings historisch auch nicht gesichert ist, der Johannes kommt zwar nicht nur in der Bibel, sondern auch bei Flavius Josephus in den "Jüdischen Altertümern" vor, aber diese entstanden erst in den Neunzigerjahren des ersten Jahrhunderts, können darum auch die bloße Wiedergabe von volkstümlichen Geschichten sein.

Aber das ist ja eigentlich egal, der Johannes spielt als Jesusankündiger jedenfalls eine biblische Rolle und stirbt vor dem Jesus ebenfalls gewaltsam. In der obigen Bibelstelle sitzt er schon im Gefängnis, weil er dem König Herodes moralische Vorhaltungen gemacht habe. Schönborn fasst dessen Beziehung zum Jesus und das Schicksal des Johannes so zusammen: "Was hat wohl Johannes gedacht, als ihm diese Antwort Jesu ins Gefängnis überbracht wurde? Hat er den Frieden des Herzens gefunden? Ist das Dunkel des Zweifels dem Licht des Vertrauens gewichen? Bald danach hat Herodes Johannes enthaupten lassen. Johannes hat damit das Schicksal Jesu vorweggenommen, der in den Kreuzestod gegangen ist."

Und das Resümee lautet: "Prüfungen, die wie eine dunkle Nacht sind, gibt es in jedem Leben. Oft bedrängt dann die Frage: Wie kann Gott das zulassen? Ist das noch der liebe Gott, der solches Leid geschehen lässt? Dann kann auch die Frage des Johannes auftauchen: Bist du es, oder sollen wir auf einen anderen warten und hoffen? Die Antwort Jesu an Johannes kann auch uns helfen: Schau auf all das Gute, das durch mich geschieht. Und erinnere dich daran: Auch ich habe zum Kreuz Ja gesagt."

Ja, der liebe Jesus hat "ja" zum Kreuz gesagt, damit er durch den Tod am Kreuz die Menschen erlöse. Für einen allmächtigen Gottessohn, der nach drei Tagen wieder aufersteht, wäre wohl auch ein Kreuzestod ein Lercherlschas (hochdeutsch: Furz einer Lerche) und die gebrachte Erlösung konnte natürlich nur religiöse jenseitige Auswirkungen haben, also ewiges Leben im Himmel oder ewiges Leiden in der Hölle. Und das kann uns ja völlig wurscht sein und das ist es auch immer mehr Menschen!


514. Wort zum Sonn- und Feiertag am 8.12.2019

Genesis 3,9-15.20: Aber Gott, der HERR, rief nach dem Menschen und sprach zu ihm: Wo bist du? Er antwortete: Ich habe deine Schritte gehört im Garten; da geriet ich in Furcht, weil ich nackt bin, und versteckte mich. Darauf fragte er: Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist? Hast du von dem Baum gegessen, von dem ich dir geboten habe, davon nicht zu essen? Der Mensch antwortete: Die Frau, die du mir beigesellt hast, sie hat mir von dem Baum gegeben. So habe ich gegessen. Gott, der HERR, sprach zu der Frau: Was hast du getan? Die Frau antwortete: Die Schlange hat mich verführt. So habe ich gegessen. Da sprach Gott, der HERR, zur Schlange: Weil du das getan hast, bist du verflucht unter allem Vieh und allen Tieren des Feldes. Auf dem Bauch wirst du kriechen und Staub fressen alle Tage deines Lebens. Und Feindschaft setze ich zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Nachkommen und ihrem Nachkommen. Er trifft dich am Kopf und du triffst ihn an der Ferse. Der Mensch gab seiner Frau den Namen Eva, Leben, denn sie wurde die Mutter aller Lebendigen.

Heute ist ein doppelter Tag, ein Sonntag und ein Feiertag, weil Österreich ist eines der wenigen Länder, wo es am 8. Dezember, neun Monate vor Maria Geburt am 8. September, den Feiertag "Maria Empfängnis" gibt, an diesem Tag haben nach katholischer Sage die Eltern der Maria, der Joachim und die Anna, gevögelt und die erbsündenfreie Maria gezeugt! Weil die Erbsünde ist in jeden Menschen eingebaut, seit die Eva im Paradies das Gottesverbot, Früchte vom Baum der Erkenntnis zu essen, missachtet hat, Adam und Eva wurden aus dem Paradies geworfen und alle Nachkommen mit dem Makel der Erbsünde ausgestattet.

Man muss sich diese Trottelei vorstellen! Es gibt ein Stammelternpaar und alle Menschen stammen davon ab! Weil bekanntlich Götter immer genauso dumm sind wie die Menschen, die diese Götter geschaffen haben, darum hat's in der Bibel keine Evolution gegeben, sondern den von Gott aus Lehm geformten Adam und die aus einer Adamsrippe geschaffene Eva!

Wie sieht das der Herr Bischof Schönborn? Er redet zuerst nicht über Adam und Eva, sondern über die erbsündenfreie Maria, die eine katholische Erfindung des 15. Jahrhunderts war, denn das Konzil von Basel beschloss in seiner 36. Sitzung am 17. September 1439, dass durch einen besonderen Akt der Prävention Maria niemals von der Erbsünde befleckt worden wäre, aber erst ab dem 8. Dezember 1854 wurde die unbefleckte Empfängnis Mariens durch Papst Pius IX. zu einem Dogma des Glaubens, also für gläubige Katholiken zu einem verpflichtenden Glaubensbestandteil!

Und dann kommt beim Schönborn auch die Eva ins Gespräch, weil Eva und Maria zwei wichtige katholische Frauen sind! Und dann entdeckt Schönborn auch noch die Wurzel allen Übels zwischen Mann und Frau und schreibt zusammenfassend: "Immer ist der andere, die andere schuld! Und vor allem Gott selber! Du hast mir die Frau gegeben! Du bist an allem schuld! Seit eh und je ist das das Muster unserer Konflikte. Wenn wir nur bereit wären, zuerst unsere eigenen Fehler zu sehen! Erbsünde, das ist die unausrottbare Neigung in unseren Herzen, die Schuld auf den anderen zu schieben, statt für ihn dankbar zu sein. Wie gesegnet und glücklich könnte das Miteinander von Mann und Frau sein! Maria wurde ohne Erbsünde empfangen. Gott hat sie frei von Selbstbezogenheit geschaffen. Sie ist ganz offen für Gott und für die Menschen. Heute dankt die Kirche für diese Frau, die Gott uns gegeben hat. In ihrem weiten Herzen ist Platz für alle. Darum wird sie so geliebt!"

Aha, das Muster aller unserer Konflikte ist die Gott geschickte Frau? Was weiß ein zölibatiger Bischof über das Miteinander von Mann und Frau? Und streiten nicht auch Männer mit Männern und Frauen mit Frauen? Aber streiten wir ständig mit allen? Oder ist es doch nicht eher der Normalfall, was miteinander zu machen? Aber lassen wir das, ist ja eh wurscht, was in der Bibel steht und was der Schönborn darüber schreibt...


513. Wort zum Sonntag, den 1.12.2019

Mt 24,37-44: In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Denn wie es in den Tagen des Noah war, so wird die Ankunft des Menschensohnes sein. Wie die Menschen in jenen Tagen vor der Flut aßen und tranken, heirateten und sich heiraten ließen, bis zu dem Tag, an dem Noah in die Arche ging, und nichts ahnten, bis die Flut hereinbrach und alle wegraffte, so wird auch die Ankunft des Menschensohnes sein. Dann wird von zwei Männern, die auf dem Feld arbeiten, einer mitgenommen und einer zurückgelassen. Und von zwei Frauen, die an derselben Mühle mahlen, wird eine mitgenommen und eine zurückgelassen. Seid also wachsam! Denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt. Bedenkt dies: Wenn der Herr des Hauses wüsste, in welcher Stunde in der Nacht der Dieb kommt, würde er wach bleiben und nicht zulassen, dass man in sein Haus einbricht. Darum haltet auch ihr euch bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet.

Der Jesus nimmt also nur jeden Zweiten mit? Verteilen sich die Sünder und die Nichtsünder so genau? Und der Menschensohn, der als Menschenherr kommen soll, der muss wachsam erwartet werden? Warum? Der weiß ja eh, wenn er mitnimmt und wen er dalässt. Oder nimmt er nur die Bereithalter mit? Oder die Nichtbereithalter?

Nu, schau'n wir wie uns der Herr Bischof Schönborn diese biblische Sage erklärt! Er meint einleitend, der Alltag könne durch Stress zum Hamsterrad werden. Und man müsse im Alltag auch an die Hereinbrüche von Unerwartetem denken. Wie die Sintflut. Sintflutige Fluten hat es mehrfach gegeben, z.B. sind nach dem Ende der letzten Eiszeit durch das Abschmelzen der Gletscher alle Meeresspiegel weltweit anstiegen und damit hob sich das Mittelmeer im 7. Jahrtausend v.u.Z. auf das Niveau des Bosporus und flutete die 100 Meter tiefer liegende besiedelte Senke des Schwarzen Meeres dahinter.

Aber das nur nebenbei, kommen wir gleich zur Pointe der Schönbornpredigt, es geht ja um die Jesusankunft im Menschenreich: "Advent heißt aber auch Erwartung der anderen, letzten Ankunft Jesu, seiner Wiederkunft. Von ihr spricht er heute, und die Kirche stellt seine Worte an den Anfang des Advent. Für dieses andere Ankommen sollen wir bereit sein. 'Denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt.' Dieser Tag soll uns nicht wie die Katastrophe der Sintflut überraschen, auch wie ein Dieb in der Nacht. Wie dann? Anderswo hat Jesus es in einem schönen Bild gesagt: Wir sollen so wachen, wie man wartet auf das Kommen des Bräutigams zur Hochzeit. Mitten in der Routine und im Stress des Alltags gibt es Momente, in denen wir ahnen und spüren, dass Gott in unser Leben kommt. Advent, das ist wie das Warten auf das Kommen eines lieben Gastes."

Der Jesus kommt also jedes Jahr zu Weihnachten und irgendwann kommt er dann letztmalig wieder: zum Weltuntergang. Und auf den Weltuntergang müssen wir vorbereitet sein! Dass der Jesus zu Weihnachten kommt hat den ganz einfachen historischen Grund, dass die Wintersonnenwende, wenn die Tage langsam wieder länger werden, eines der ganz alten Menschheitsfeste ist, dass wurde schon in Stonehenge-Zeiten gefeiert!


Heute wäre das nimmer wichtig, weil inzwischen haben wir ja schon länger die elektrischen Beleuchtungen, da sind lange finstere Nächte und kurze Tage kein Problem mehr, aber bei den alten Römern feierte man am 25.12. die Geburt der unbesiegbaren Sonne (Sol Invictus), darum wurde der Jesusgeburtstag auf diesen Tag gelegt. So, damit schließt die Sonntagspredigt zum sonnigen Jesusmärchen!


512. Wort zum Sonntag, den 24.11.2019

Lk 23,35b-43: Das Volk stand dabei und schaute zu; auch die führenden Männer verlachten Jesus und sagten: Andere hat er gerettet, nun soll er sich selbst retten, wenn er der Christus Gottes ist, der Erwählte. Auch die Soldaten verspotteten ihn; sie traten vor ihn hin, reichten ihm Essig und sagten: Wenn du der König der Juden bist, dann rette dich selbst! Über ihm war eine Aufschrift angebracht: Das ist der König der Juden. Einer der Verbrecher, die neben ihm hingen, verhöhnte ihn: Bist du denn nicht der Christus? Dann rette dich selbst und auch uns! Der andere aber wies ihn zurecht und sagte: Nicht einmal du fürchtest Gott? Dich hat doch das gleiche Urteil getroffen. Uns geschieht recht, wir erhalten den Lohn für unsere Taten; dieser aber hat nichts Unrechtes getan. Dann sagte er: Jesus, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst! Jesus antwortete ihm: Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.

Heute ist bei den Katholiken der Christkönigssonntag, dazu braucht man eine Predigtstelle mit einem Christkönig, denn im Kirchenjahr ist am letzten Sonntag vor dem 1. Adventsonntag "das Hochfest unseres Herrn Jesus Christus, des Königs der Welt". Könige werden allerdings nicht gewählt, sondern sind selbstbestimmte Feudalherrn, in Österreich wurde allerdings das Feudal- und Adelswesen 1919 abgeschafft und verboten, wir haben keine Könige und sonstige Feudalherrn mehr, auch keinen Weltkönig. Die Religionsfreiheit hierzulande wurde allerdings noch in der Monarchie eingeführt, damals gab es schon ein Wahlrecht, aber nur eins für Steuerzahler, deren Abstimmungskraft sich nach der Steuersumme richtete, unter diesen Wählern waren wohl recht viele liberale Bürger, die mit dem Artikel 14 des Staatsgrundgesetztes von 1867 auch den Weltkönig Jesus seiner Allmacht beraubten: "Die volle Glaubens- und Gewissensfreiheit ist Jedermann gewährleistet. Der Genuss der bürgerlichen und politischen Rechte ist von dem Religionsbekenntnisse unabhängig; doch darf den staatsbürgerlichen Pflichten durch das Religionsbekenntnis kein Abbruch geschehen. Niemand kann zu einer kirchlichen Handlung oder zur Teilnahme an einer kirchlichen Feierlichkeit gezwungen werden, in sofern er nicht der nach dem Gesetze hiezu berechtigten Gewalt eines Anderen untersteht."

Wir haben somit keinen Christkönig mehr, die katholische Kirche kann uns am Arsch lecken, amen.

Der Schönborn ist dazu klarerweise anderer Meinung
, er freut sich darüber, dass der rechte Schächer (ein gewisser Dismas), "glaubt, dass dieser König ein Reich hat, in das er bald kommen wird. (..) Er glaubt, dass Jesus dann wirklich König sein wird. Und er hofft, dass Jesus ihn, den elenden Verbrecher, dann nicht vergessen wird."
Und weil der Schächer (mhd. schächen: rauben) Gnade vom Christkönig will, deswegen wird heute diese Bibelstelle aus der Osterzeit gepredigt. Der Herr Bischof schließt seine Predigt so: "Drei persönliche Folgerungen: Glaube ich, dass Jesus wirklich König und Herr ist? Glaube ich so vertrauensvoll wie Dismas, dass Jesus auch für mich in seinem Reich einen Platz hat, trotz all meiner Fehler? Und schließlich: Ist es nicht ein Trost daran zu denken, dass der Erste in Jesu Reich ein reuiger Verbrecher war? 'Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein'."

Hier wurde schon des öfteren das berühmte Lied aus den 1950ern "Wir kommen alle, alle, alle in den Himmel, weil wir so brav sind..." platziert:


Und der Schönborn lässt heute wissen: es kommen alle, alle, alle in den Himmel, auch wenn sie nicht brav sind, ein Reuesatz genügt! Denn schließlich wurde ja der böse Jesus, der seinerzeit die Sünder und Ungläubigen zum ewigen Heulen und Zähneknirschen im Höllenfeuer verurteilt hatte, in der heutigen Zeit entschärft und zum Alleretter umgeformt.

Was aber wurscht ist, der gute und der böse Christkönig Jesus sind nur Sagengestalten wie der Zeus, der Wotan, der Rübezahl, der Zwerg Laurin und der Grubenhund...

511. Wort zum Sonntag, den 17.11.2019

Lk 21,5-19: Als einige darüber sprachen, dass der Tempel mit schön bearbeiteten Steinen und Weihegeschenken geschmückt sei, sagte Jesus: Es werden Tage kommen, an denen von allem, was ihr hier seht, kein Stein auf dem andern bleibt, der nicht niedergerissen wird. Sie fragten ihn: Meister, wann wird das geschehen und was ist das Zeichen, dass dies geschehen soll? Er antwortete: Gebt Acht, dass man euch nicht irreführt! Denn viele werden unter meinem Namen auftreten und sagen: Ich bin es! und: Die Zeit ist da. - Lauft ihnen nicht nach! Wenn ihr von Kriegen und Unruhen hört, lasst euch nicht erschrecken! Denn das muss als Erstes geschehen; aber das Ende kommt noch nicht sofort. Dann sagte er zu ihnen: Volk wird sich gegen Volk und Reich gegen Reich erheben. Es wird gewaltige Erdbeben und an vielen Orten Seuchen und Hungersnöte geben; schreckliche Dinge werden geschehen und am Himmel wird man gewaltige Zeichen sehen. Aber bevor das alles geschieht, wird man Hand an euch legen und euch verfolgen. Man wird euch den Synagogen und den Gefängnissen ausliefern, vor Könige und Statthalter bringen um meines Namens willen. Dann werdet ihr Zeugnis ablegen können. Nehmt euch also zu Herzen, nicht schon im Voraus für eure Verteidigung zu sorgen; denn ich werde euch die Worte und die Weisheit eingeben, sodass alle eure Gegner nicht dagegen ankommen und nichts dagegen sagen können. Sogar eure Eltern und Geschwister, eure Verwandten und Freunde werden euch ausliefern und manche von euch wird man töten. Und ihr werdet um meines Namens willen von allen gehasst werden. Und doch wird euch kein Haar gekrümmt werden. Wenn ihr standhaft bleibt, werdet ihr das Leben gewinnen.

Zuerst geht's im heutigen Evangelium um die Tempelzerstörung durch die Römer im Jahre 70 - nach dem jüdischen Aufstand von 66. Darüber konnte der Lukas schreiben, weil sein Evangelium wurde in den Achtzigerjahren verfasst.

Man wird die Jesusgläubigen verfolgen und Hand an sie legen? Aber Haar wird ihnen keines gekrümmt werden? Wird ihnen die angelegte Hand nur auf die Schulter klopfen? Wie erklärt der Herr Schönborn das im heutigen Evangelium? Dazu sagt er - wenig überraschend - gar nichts. Er schreibt dann ausführlich darüber, dass "nichts auf Erden ewig Bestand hat", sogar seinen Stephansdom sieht er als vergängliches Bauwerk.

Aber der Schlusssatz im Evangelium hat es ihm angetan, "wenn ihr standhaft bleibt, werdet ihr das Leben gewinnen"! Weil das ist ja das Produkt, das die katholische Kirche zum Kauf anbietet: das ewige Leben! Wie hier schon oft geschrieben, ist die Nachfrage zu diesem Fiktionsgeschäft sinkend, die Zahl der Menschen, die nicht ans Jenseits glauben, steigt von Jahr zu Jahr!

Aber schauen wir nach der Schlusspointe des Herrn Bischofs von Wien, was schreibt er über den Satz "Wenn ihr standhaft bleibt, werdet ihr das Leben gewinnen.":
"Standhaft bleiben, sich nicht beirren lassen: Wie geht das? Zuerst durch das Treu-Sein in kleinen Dingen. Ankämpfen gegen die Nachlässigkeit. Sich nicht gehen lassen. Der eigenen Trägheit widerstehen. Nicht den eigenen Launen nachgeben. Das tägliche Sich-Überwinden, um freundlich und geduldig zu sein. Wir können nicht die großen Katastrophen verhindern, aber wir haben es in der Hand, die hausgemachten Katastrophen zu vermeiden, indem wir der Versuchung widerstehen, uns zu rächen, mit bösen Worten Unheil anzurichten. Alles auf Erden ist vergänglich. Es wird leider immer wieder Kriege und Katastrophen geben. Aber die Standhaftigkeit im Guten liegt in unserer Hand. Wir können nur Gott bitten, im Glauben fest verankert zu bleiben, was immer auch kommen mag."

Der letzte Satz klingt recht merkwürdig, Schönborn bittet Gott, im Glauben fest verankert zu bleiben! Ja, das wäre ja wirklich zu dumm für die katholische Kirche, wenn der katholische Gott nimmer fest im Glauben verankert wäre! Gemeint hat der Schönborn höchstwahrscheinlich, "wir können nur Gott bitten, dass wir im Glauben fest verankert bleiben, was immer auch kommen mag." Aber manchmal geht halt nicht der Glaube, sondern die Grammatik verloren...

Und meinereiner freut sich darüber, nie einen Glauben gehabt zu haben,
erinnert sich wieder einmal daran, dass seinerzeit Religion noch Schicksal war, weil sich auch ungläubige Familien noch den katholischen Gebräuchen unterordnen mussten, meinereiner also zwölf lange Jahre in der Schule zweimal wöchentlich eine Stunde die Hände falten und die Goschen halten musste. Und darum hat meinereiner die Goschen gegen die Religion auch heute viele Jahrzehnte später immer noch offen!


Wegen der Länge der Dateien werden diese regelmäßig geteilt

Die Sonntagsworte
von Juli 2010 bis Juni 2011 sind auf sonntag1_30.html,
von Juli 2011 bis Februar 2012 auf sonntag31_60.html,
von Februar bis September 2012 auf sonntag61_90.html,
von September 2012 bis März 2013 auf sonntag91_120.html,
von März bis Oktober 2013 auf sonntag121_150.html,
von Oktober 2013 bis Mai 2014 auf sonntag151_180.html,
von Mai bis November 2014 auf sonntag181_210.html,
von Ende November 2014 bis Mai 2015 auf sonntag211_240.html,
von Mai bis Dezember 2015 auf sonntag241_270.html,
von Dezember 2015 bis Ende Mai 2016 auf sonntag271_300.html,
von Ende Mai bis Anfang Dezember 2016 auf sonntag301_330.html
von Anfang Dezember 2016 bis Ende Mai 2017 auf sonntag331_360.html
von Ende Mai 2017 bis Ende November 2017 auf sonntag361_390.html
von Anfang Dezember 2017 bis Ende Mai 2018 auf sonntag391_420.html.
von Anfang Juni 2018 bis Anfang Dezember 2018 auf sonntag421_450.html
von Dezember 2018 bis zweite Maihälfte 2019 auf sonntag451_480.html.
von der 2. Maihälfte bis Mitte November 2019 auf sonntag481_510.html.
 

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